Professor Dr. Ulrich Reinhardt

Professor Dr. Ulrich Reinhardt, Jahrgang 1970, ist Zukunftswissenschaftler und seit Anfang 2011 Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung.

Seine Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. den gesellschaftlichen Wandel, das Freizeit-, Konsum- und Tourismusverhalten sowie die Europaforschung. Er ist Autor zahlreicher Publikationen, seine letzten Veröffentlichungen waren u.a. „Zukunft! Deutschland im Wandel – der Mensch im Mittelpunkt“ (2015), „Schleswig-Holstein – heute und morgen“ (2015), „Blickpunkt Zukunft“ (2014), „30. Tourismusanalyse“ (2014), „Freizeit-Monitor“ (2013), „Generationenvertrag statt Generationenverrat“ (2013), „United Dreams of Europe“ (2011), „Wie die Europäer ihre Zukunft sehen“ (2009), „Vision Europa – von der Wirtschafts- zur Wertegemeinschaft“ (2008), „Altersträume – Illusion und Wirklichkeit“ (2007), „Freizeitwirtschaft – Die Leitökonomie der Zukunft“ (2006) sowie Edutainment – Bildung macht Spaß“ (2005).

Reinhardt ist darüber hinaus Initiator und Ideengeber einer Vielzahl von Forschungsprojekten wie dem „Bayreuther Zukunftssymposium“ oder paneuropäischen Projekten wie „Die Zukunftshoffnungen der Europäer“. Des Weiteren ist er Herausgeber des Innovationsmagazins „i-future“ (Weimer Media Group) und Mitherausgeber der internationalen Fachzeitschrift „European Journal of Futures Research“ (EJFR), die auf SpringerLink (Springer Verlag) erscheint.

Prof. Reinhardt ist Mitglied in unterschiedlichen Beraterkreisen wie dem Zukunftsrat des Landes Schleswig-Holstein von Ministerpräsident Torsten Albig und sitzt in Gremien wie dem Kuratorium der „EBC Hochschule“ oder dem Landeskuratorium des „Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft“. Zudem hält er eine Professur für Empirische Zukunftsforschung am Fachbereich Wirtschaft an der FH Westküste in Heide und fungiert als Experte für diverse Print-, Online- und TV-Medienpartner.

Interview mit Prof. Dr. Ulrich Reinhardt

„Zukunft ist Herkunft” lautet ein Grundsatz der Stiftung, was meinen Sie hiermit?

Unser Forschungsansatz basiert auf Zeitreihen und Vergleichswerten. Dies heißt, wir stellen einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung immer wieder die gleichen Fragen und können so Entwicklungen und zuverlässige Prognosen erstellen. Ein Kernergebnis bei unserer Zeitreihenforschung wiederholt sich dabei fast immer, die Bürger ändern ihr Verhalten nur sehr langsam und bleiben sich selber treu. Neue Möglichkeiten führen nicht automatisch zu einer Verhaltensänderung.

Über 30 Jahre lang fokussierte sich die Stiftungsarbeit auf Deutschland. Was hat Sie veranlasst mit dieser Tradition zu brechen und das Forschungsfeld auf Europa auszudehnen?

Zum einen beeinflusst die zunehmende Globalisierung und Europäisierung das Leben in Deutschland heute deutlich stärker als in der Vergangenheit. Dieser Entwicklung wollen wir Rechnung tragen. Zum anderen bin ich überzeugter Europäer und glaube an die Notwendigkeit eines zusammenwachsenden Kontinents.

Ihr Vorgänger – Professor Dr. Horst W. Opaschowski – hat die Stiftung drei Jahrzehnte geprägt. Welche Empfehlungen hat er Ihnen mit auf den Weg gegeben?

Ich hatte das große Glück und auch die Ehre Professor Dr. Opaschowski über zehn Jahre lang begleiten zu dürfen und von ihm zu lernen. In dieser Zeit hat er sukzessive Forschungsbereiche und Verantwortung an mich übertragen sowie mich gleichzeitig stets ermutigt, auch eigene Forschungsfelder zu entwickeln. Das Vertrauen und das Wissen, das er an mich übertragen hat, war eine optimale Startchance, um erfolgreich die Arbeit in der Stiftung fortzusetzen.

Blicken wir in die Zukunft – wo sehen Sie die Stiftung in Zukunft?

Auch in Zukunft wird der Mensch im Mittelpunkt unserer Forschung stehen – mit seinem Verhalten und all seinen Bedürfnissen, Wünschen, Ängsten und Hoffnungen. Diese zu erforschen und aus den Erkenntnissen die richtigen Schlüsse zu ziehen, hierzu hat sich die Stiftung vor über 30 Jahren verpflichtet. Diesem Grundsatz werden wir auch zukünftig noch treu sein.

Wir werden die traditionellen Stiftungsfelder wie Freizeit und Tourismus, Bildung und Arbeit sowie die Forschung zu soziodemografischen Gruppen wie z.B. Jugend, Frauen und Senioren beibehalten. Gleichzeitig werden wir aber auch neue Themen untersuchen. So werden wir sicherlich – auf der Basis unserer Europaforschung – in den kommenden Jahren auch den Blick in Richtung Übersee wagen und uns globalen Vergleichsuntersuchungen zuwenden.