Europas Zukunftsangst
Die anhaltenden Diskussionen um Eurobonds und mögliche Staatspleiten, um Rettungsschirme und Schuldenunion haben in ganz Europa ihre Spuren hinterlassen. Nur mehr zwei von fünf Europäern (40%) geben an, hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen – 2010 war es noch fast jeder Zweite (48%). Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Stiftung für Zukunftsfragen, eine Initiative von British American Tobacco, für die über 15.000 Europäer in 13 Nationen befragt wurden. Besonders die älteren Europäer (ab 55 Jahren) äußern nur selten (29%) Zukunftsoptimismus. Im Gegensatz dazu schaut bei der jungen Generation der unter 34-Jährigen fast jeder Zweite (47%) hoffnungsvoll in die Zukunft.
Innerhalb des Ländervergleichs wird besonders die Skepsis der großen Nationen deutlich. Professor Dr. Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung: „Gerade die Bürger in den wirtschaftlich starken Ländern haben Sorge, künftig einen Teil des eigenen Wohlstands einzubüßen und für den Lebensstandard der Anderen zu zahlen. Dies ist aber zu kurz gedacht: Nationen wie Deutschland, Italien oder Frankreich hätten ohne Jahrzehnte währenden Frieden, ohne die niedrige Inflationsrate seit der Euroeinführung oder ohne die Gewinne durch den Export in andere Euro-Länder keine solche Wirtschaftsstärke und keinen solchen Wohlstand erreicht.“
Deutlich positiver als die übrigen Europäer äußern sich die Dänen, bei denen mehr als vier von fünf Befragten hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. Als Erklärung führt die Stiftung an, dass die Dänen bei dem Gedanken an die Zukunft verstärkt an die persönliche Lebensqualität statt an wirtschaftlichen Lebensstandard denken. Hierzu gehört für sie z.B. Emanzipation, Work-Life-Balance oder Kinderfreundlichkeit – Bereiche, in denen Dänemark im europäischen Vergleich weit vorne liegt.
Dies und weitere Ergebnisse finden Sie in der aktuellen Publikation der Stiftung mit dem Titel „United Dreams of Europe“.

