Der Freizeitbrief, 24, 4. Jg., März 1983

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Fernsehen Langeweile-Killer Nr. 1?

Fernsehen Langeweile-Killer Nr. 1?

Fernsehen aus Langeweile? Nicht bei jungen Leuten

„Wenn mir zuhause die Decke auf den Kopf fällt, schalte ich den Fernseher ein.“ So lautete die häufigste Antwort bei einer Repräsentativbefragung zum Thema Langeweile, die das BAT Freizeit-Forschungsinstitut im Februar durchführte.

Fernsehen als Langeweile-Killer Nr. 1 ? Auf den ersten Blick könnte man dies denken. Denn 36 % der Befragten bekämpfen ihre Langeweile mit dem Heimkino. Doch sieht man sich die Altersgruppen an, zeigen sich ganz andere Aspekte. So sind es vor allen Dingen die über 50jährigen (44 %), die zuhause bleiben und den Fernseher einschalten. Auch Pensionäre und Rentner wählen vorzugsweise (43 %) den Fernseher zur Ablenkung von der Langeweile.

Favorit bei den Jüngeren ist dagegen das Musikhören (44 %). Der Walkman besiegt das Pantoffelkino. Dichtauf folgt bei den 14 – 34-jährigen die Geselligkeit, das Verabreden mit Freunden (39 %).

Die zweithäufigste Antwort (33 %) bei allen Gruppen war bei der Umfrage „sich draußen bewegen“, d.h. spazierengehen, joggen oder schwimmen. Besonders typisch ist diese Aussage bei den 30 – 49-jährigen, die wohl dabei vor allen Dingen neben der Vertreibung der Langeweile auch den gesundheitlichen Aspekt im Kopf haben.

Die größten Probleme mit der Langeweile haben wie erwartet die Erwerbslosen. Nur selten verlassen sie in Langeweile-Situationen die eigenen vier Wände. Jeder vierte Arbeitslose greift immer dann, wenn ihm die Decke auf den Kopf fällt, zum Telefon und sucht das Gespräch nach draußen. Kommt kein Kontakt zur Außenwelt zustande, versuchen 39 % der befragten Arbeitslosen, die Zeit der empfundenen Leere mit Essen, Rauchen oder Trinken auszufüllen. Weitere 27 % laufen unruhig durch die Wohnung, stöbern in Räumen und Schränken herum oder beginnen, irgendetwas aufzuräumen.

Das Problem der Langeweile ist nur 18 % der Bundesbürger unbekannt. Deutlich wurde in dieser Umfrage aber, daß 75 % viele Wege finden, dem Gefühl der Leere zu entgehen. Abwarten, bis das Gefühl vorbei ist, praktizieren nur 7 %.