Der Freizeitbrief, 40, 6. Jg., Mai 1985

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Information über Umweltfragen: Fernsehen und Tageszeitungen am wirkungsvollsten

Information über Umweltfragen: Fernsehen und Tageszeitungen am wirkungsvollsten

Staatliche Informationspolitik kommt nicht an

Ohne die beiden Massenmedien Fernsehen und Tageszeitungen wären die Bundesbürger in Sachen Umweltschutz schlecht beraten. Fernsehen (90 %) und Tageszeitungen (75 %) stellen derzeit die wichtigsten Informationsquellen zu Umweltfragen dar. Dies geht aus einer neuen Repräsentativumfrage des BAT Freizeit-Forschungsinstituts im Rahmen des Forschungsprogramms „Freizeit und Umwelt“ hervor.

„Von den beiden Medien geht offensichtlich ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit aus“, so Prof.Dr.Horst W.Opaschowski, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts: „In Fernsehen und Tageszeitungen erfolgt die Information durch Wort und Bild. Die Bundesbürger können sich so die Umweltprobleme konkret und bildhaft vorstellen. Fernsehen (‚Das sieht man jeden Tag im Fernsehen‘) und Zeitungen (‚Das liest man ja täglich in der Zeitung‘) vermitteln anschauliche Darstellungen, die emotional wirken, persönlich ansprechen und betroffen machen“.

Nur so ist es zu erklären, daß der Informationswert des Rundfunks im Vergleich zum Fernsehen deutlich geringer (50 %) eingeschätzt wird. Jeder dritte Befragte nennt als weiteren Informationsträger den eigenen Freundes- und Bekanntenkreis.

Überaus gering sind Bedeutung und Wirkung der staatlichen Informationspolitik. Nur 8 % der Bundesbürger geben die Regierung als Hauptinformationsquelle an. Weitere 10 % der Befragten nennen die Parteien und 12 % die Bürger- und Umweltinitiativen.

Und noch eine Besonderheit: Die Industrie gilt als Hauptverursacher von Umweltschäden, trägt aber nach Meinung der Bevölkerung am wenigsten (2 %) zur Information darüber bei.