Forschung aktuell, 281, 39. Jg., 27.12.2018

 Download as PDF (in German)

Die großen Fragen des Lebens: Altersvorsorge, Umweltschutz und Frieden

Die großen Fragen des Lebens: Altersvorsorge, Umweltschutz und Frieden

Welche Fragen haben die Bundesbürger an das Leben? Dieser Fragestellung ist die gemeinnützige BAT-Stiftung für Zukunftsfragen in ihrer neuesten Untersuchung nachgegangen. Repräsentativ wurden über 2.000 Bundesbürger ab 14 Jahre in persönlichen Interviews (face-to-face) gefragt, auf welche Fragen des Lebens sie gerne eine Antwort hätten.

Größtes Interesse an der eigenen Zukunft 

Konkrete, aktuelle Herausforderungen unserer Gesellschaft spiegeln die drängendsten Fragen der deutschen Bevölkerung wider. Mehr als alles andere interessiert die Bürger auf Platz eins die Altersversorgung. Besonders die mittlere Generation (35-54 Jahre) möchte wissen, ob die eigene Rente sicher ist und ob sie sich eine adäquate Pflege und Betreuung im Alter überhaupt leisten kann. Deutlich weniger Relevanz hat dieses Thema (noch) für die Generation unter 35 Jahren. 

Eine große Rolle in jeder Lebensphase spielen die globalen Themen Kriege und Konflikte sowie Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Dabei interessiert die Bevölkerung, ob die Erde irgendwann so zerstört sein wird, dass ein Leben auf ihr nicht mehr möglich ist. 

Für den wissenschaftlichen Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, Professor Dr. Ulrich Reinhardt, offenbart die Umfrage zwei wesentliche Erkenntnisse. „Erstens ist das Thema Sicherheit für die Mehrheit der Deutschen von zentraler Bedeutung. Viele fürchten sich vor Altersarmut, Krieg und dem Klimawandel. Zweitens wird deutlich wie stark die Politik in der Pflicht steht, die richtigen Antworten auf diese Herausforderungen zu finden, um so der Bevölkerung ihre Ängste und Sorgen zu nehmen“.

Worauf die Deutschen gern Antworten hätten

Altersversorgung, Krieg und Klimawandel

Von je 100 Befragten hätten gern eine Antwort auf die folgenden Fragen:

  
Werde ich im Alter gut versorgt
und betreut sein?
57
Werde ich immer in Frieden leben
(ohne Krieg)?
56
Wird die Umwelt so zerstört, dass es
irgendwann keine Menschen mehr gibt?
51
Gibt es Zufälle oder
ist alles vorherbestimmt?
47
Bin ich auf dem richtigen Weg?44
Gibt es außerirdisches Leben?40
Warum gibt es Armut, Leid
und Ungerechtigkeit?
38
Werde ich eine glückliche Partnerschaft/Ehe führen?37
Was ist der Sinn des Lebens?36
Werde ich im Leben Erfolg haben und Herausforderungen bestehen?34
Gibt es Himmel und Hölle?28
Werde ich Kinder/Enkelkinder bekommen?28
Werde ich wohlhabend sein?19
Wann werde ich sterben?13
Wie werde ich ein besserer Mensch?8

Nichts interessiert die junge Generation mehr als das Thema Ehe

Aufgewachsen mit Facebook, Google und Tinder sehnt sich die junge Generation (14-34 Jahre) nach Beständigkeit und Verlässlichkeit in einer festen Beziehung. Daher ist die meistgestellte Frage auch die nach einer glücklichen Ehe oder Partnerschaft (60%). Ebenfalls von hoher Bedeutung ist für sie auch das Thema Kinder (40%), auf die viele junge Menschen nicht verzichten wollen und sich fragen, ob sie mal selbst Eltern werden. Überdurchschnittlich interessiert zeigen sie sich zudem an persönlich relevanten Fragen, wie etwa ob sie Erfolg haben und Herausforderungen bestehen werden (50%), ob sie auf dem richtigen Weg sind (55%) oder Wohlstand erreichen werden (36%).

Ufos, Zufall und Sinn des Lebens 

Mehr als der Zeitpunkt des eigenen Todes oder die Frage, ob Himmel und Hölle existieren, interessiert die Bürger, ob es außerirdisches Leben gibt. Auch die Erkenntnis, ob alles im Leben vorherbestimmt ist, oder ob es doch Zufälle gibt, wünschen sich viele.  Für etwa jeden Dritten ist zudem die Frage nach dem Sinn des Lebens besonders relevant – ganz unabhängig vom Alter, Geschlecht oder Einkommen. 

Das Fazit von Reinhardt: „Nicht nur zur Weihnachtszeit, in der Midlife-Crisis oder bei einschneidenden Erlebnissen suchen die Bundesbürger nach Antworten auf die großen Fragen im Leben. Innerhalb der Bevölkerung gibt es nur wenige Unterschiede, viele sind vor allem an persönlichen Fragen zur eigenen Zukunft interessiert. Dabei scheinen sie entweder sehr mit sich zufrieden zu sein oder auf Glück bzw. die Hilfe Gottes zu setzen, denn mit Abstand am wenigsten interessiert die Bürger die Frage, wie sie selbst zu besseren Menschen werden können“.