{"id":2751,"date":"2022-06-21T15:52:52","date_gmt":"2022-06-21T13:52:52","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft.ideenbude.de\/?p=2751"},"modified":"2026-07-21T19:40:12","modified_gmt":"2026-07-21T17:40:12","slug":"podcast-our-future-your-questions-the-season-finale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/podcast-unsere-zukunft-eure-fragen-das-staffelfinale\/","title":{"rendered":"Our future \u2013 your questions. The season finale."},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In the 10th episode, we don't just do a best of, but answer your questions about the future! In this episode, find out what the future of city centres could look like, why the desire for ownership is so great despite the omnipresent buzzword 'flexibilisation' or what the biggest stress and disruption factors are in leisure time. We also give you a preview of what to expect in the next season.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67],"class_list":["post-2751","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 1 - Folge 10","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<iframe style=\"border-radius:12px\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/2mn8JoxkT0qaTV4h7aK38F?utm_source=generator&theme=0\" width=\"100%\" height=\"152\" frameBorder=\"0\" allowfullscreen=\"\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\"><\/iframe>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/785985-m-0147401e6b2b1dd8dfcc5ae04c6a8b99.mp3","podcast_transcript":"Sp\u00e4ter war alles besser. Der Zukunfts-Podcast f\u00fcr euch. Mit Ayaan und Uli.\n\nHallo und herzlich willkommen zu unserer zehnten und letzten Folge vor der Sommerpause. Heute wollen Uli und ich nicht einfach ein Best-of machen oder ein Res\u00fcmee ziehen, sondern eure Fragen zu unseren Folgen aufgreifen. Ihr habt uns hier einiges an Feedback gegeben und uns auch zahlreiche Fragen geschickt, die wir versucht haben, alle so gut es geht wie individuell zu beantworten. Einige dieser Fragen haben uns aber wirklich zum Nachdenken angeregt oder waren schlichtweg so relevant, dass wir sie euch nicht vorenthalten wollten. Fangen wir gleich mit einer recht pers\u00f6nlichen Frage an dich an, Uli. Wie wird man Zukunftswissenschaftler und wie kommst du zu deinen Thesen? Das ist eine gute Frage. Die Zukunft hat mich ehrlicherweise wirklich schon fast immer fasziniert. Ich wei\u00df nur, dass wir als Kind, also als Kind mal in einer Grundschule, sollten wir hier ein Buch vorstellen. Und ich habe damals das Buch 20.000 Meilen unter dem Meer vorgestellt mit Jules Verne und das fand ich schon gut. Und als Jugendlicher dann irgendwie mit 1984 die ganzen Weltraumfilme. Es war ja immer so der Blick in die Zukunft. Ja und richtig angefangen hat es dann bei mir, dass ich ja das gro\u00dfe Gl\u00fcck hatte, im Studium bei meinem sp\u00e4teren Mentor, Professor Opaszowski, studieren zu k\u00f6nnen. Und das war ja einer der ersten und auch wirklich renommiertesten Zukunftswissenschaftler Deutschlands. Und der hat mich dann in die Zukunft der wissenschaftlichen Art mitgenommen. Und nach dem Studium habe ich dann in der Stiftung oder einem Vorg\u00e4nger der Stiftung angefangen. Und ja, da haben wir uns schon immer mit dieser Kernfrage auseinandergesetzt. Wie werden, aber wie wollen wir eigentlich auch in Zukunft leben? Und das machen wir beide ja heute auch noch. Und wenn es jetzt darum um die Thesen geht, also die Methode, wie wir rangehen. Wir haben ja leider keine Kristallkugeln, in die wir schauen k\u00f6nnen. Also m\u00fcssen wir das Ganze wissenschaftlich angehen. Ja und unsere Analysen und Prognosen, die basieren ja auf wissenschaftlicher Forschung. Also wir forschen qualitativ, forschen quantitativ mit gro\u00dfen Zielgruppen und gro\u00dfen Stichproben dann eben auch. Und das ist das Herz unserer Forschungsarbeit. Und was uns, glaube ich, immer auszeichnet und wenn wir \u00fcber die Prognosen reden, dann machen wir vieles eben in sehr regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden. Dass wir immer wieder dieselben Fragen der Bev\u00f6lkerung diese Fragen stellen, sodass wir dann Zeit rein haben und aus diesen Zeitreihen heraus dann eben auch Prognosen f\u00fcr die Zukunft ableiten k\u00f6nnen. Und ansonsten, glaube ich, ja f\u00fcr uns beide gilt das ja. Wir gehen einfach mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, hinterfragen so manches, versuchen Sachen zu verstehen, versuchen interessiert und offen f\u00fcr Neues zu sein, um dann eben auch die Forschung voranzutreiben. Und mittlerweile gibt es ja auch in Deutschland einige Studieng\u00e4nge zur Zukunftswissenschaft. Und gerade von Studierenden haben wir einige Kommentare erhalten. Oftmals klang ein wenig Sorge und Angst vor der Zukunft mit, also Klimawandel und Spaltung der Gesellschaft verbunden, aber stets auch mit Anmerkungen, dass sie das sch\u00f6n fanden, dass wir ja die Zukunft sehr positiv zeichnen. Und ja, unser Podcast hei\u00dft ja auch Sp\u00e4ter war alles besser. Ist das eigentlich etwas, was du auch bei deinen Studis an der Fachhochschule Westk\u00fcste feststellst? Ja, also diesen Zwiespalt, den erlebe ich oftmals. Einerseits ist es ja eine recht selbstbewusste junge Generation, die erstmal wissen, was sie wollen, auch selbstbewusst von ihren Eltern erzogen wurden. Andererseits sind sie aber eben auch noch unsicher, was sie eigentlich in Zukunft erwartet. Darum ist mein Ansatz auch da immer, dass ich versuche, eben neben der reinen Wissensvermittlung auch immer Platz f\u00fcr die vielleicht wichtigen Fragen des Lebens zu lassen. Und ich glaube, viele Studis, die sind recht dankbar, zeigen auch Offenheit bei ihren \u00c4ngsten, bei ihren W\u00fcnschen, sch\u00e4tzen, glaube ich, dass ich da recht ehrlich bin oder immer ehrlich bin, dass ich sie ernst nehme und ihnen dann auf Augenh\u00f6he begegne. Kommen wir zu einer Frage, zu unserem ersten Folge des Thema Reisen. Sind virtuelle Reisen in Zukunft eine Alternative? Also es ist erstmal wirklich faszinierend, was jetzt Virtual Reality, Augmented Reality mittlerweile alles m\u00f6glich machen kann. Und diese Techniken sind sicherlich auch im Tourismus auf dem Vormarsch. Allerdings glaube ich nicht, dass sie jetzt im Urlaub oder den Urlaub als solches ersetzen k\u00f6nnen. Sie k\u00f6nnen ihn eher unterst\u00fctzen, sie k\u00f6nnen das eher erg\u00e4nzen. Ganz gleich, ob es jetzt das Angebot vorab ist, vor Ort, hinterher, wenn ich jetzt irgendwelche Beispiele mir \u00fcberlege, vorab irgendwelche Infos \u00fcber das Hotel, \u00fcber die Sehensw\u00fcrdigkeiten, wie ich die Eintrittskarten bekomme, \u00fcber spezielle Angebote, das l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich alles \u00fcber Virtual Reality viel besser darstellen. Und man kann Sachen viel besser kennenlernen, jetzt irgendwelche tollen Sehensw\u00fcrdigkeiten, als dass ich dar\u00fcber jetzt ein Buch mir anschaue oder irgendwie ein Video mir anschaue. Das ist schon klasse. Und ich darf ja nie vergessen, was wir auch in der Folge gesagt haben, Vorfreude ist die sch\u00f6nste Freude. Und es ist ein toller Einstieg in den Urlaub. Oder wenn ich mir jetzt vor Ort was \u00fcberlegen w\u00fcrde, dann w\u00e4re das irgendwie jetzt, wei\u00df ich nicht, Besucherf\u00fchrung statt klassischer Infotafeln. Hinterher k\u00f6nnte dann Virtual Reality helfen, die Urlaubs-Elemente oder die Erinnerungen im Alltag fortzuf\u00fchren, nochmal aufleben zu lassen. Also all das, das kann ich mir wirklich gut vorstellen, ist eine tolle Erg\u00e4nzung. Aber jetzt die eigentliche Alternative zum Urlaub, das glaube ich eben nicht. Das liegt einfach an den Motiven des Reisens. Wir wollen uns erholen von und f\u00fcr die Arbeit, also eine k\u00f6rperliche Erholung, eine geistige Erholung. Wir wollen Kontakt zu anderen haben. Wir wollen etwas leibhaftig erleben. Und das geht dann eben doch nur \u00fcber echte Eindr\u00fccke in der Realit\u00e4t. Echte Eindr\u00fccke, das ist ein gutes Stichwort, denn das passt auch zu meiner Frage, die zum Konsum gestellt bekommen haben. Warum soll ich in Zukunft noch in Gesch\u00e4fte gehen, wenn es online billiger und schneller geht, ich die Sachen noch nach Hause geliefert bekomme und eine viel gr\u00f6\u00dfere Auswahl habe? Kurzum, online ist g\u00fcnstiger und bequemer. Werden station\u00e4re Gesch\u00e4fte aussterben? Also wenn wir jetzt die Prognosen vieler Institute uns vor Augen f\u00fchren, dann spricht sicherlich einiges f\u00fcr den Online-Handel. Aber, und dieses Aber ist wirklich entscheidend, es wird immer wieder vergessen, dass nach wie vor mehr als vier von f\u00fcnf Deutschen eben lieber in Gesch\u00e4ften einkaufen als online. Es wird auch vergessen, die Kunden werden eben in Zukunft in Bezug auf Produkt, Service, Beratung anspruchsvoller werden. Eine Zahl wieder genannt, 83 Prozent der Bundesb\u00fcrger sagen, dass das in Zukunft was ganz Zentrales sein wird. Und ich glaube dann eben der kritische Konsument der Zukunft, der erwartet jetzt nicht nur, dass der Preis gut ist, dass die Produktqualit\u00e4t passt. Es geht eben auch um das Umfeld des Einkaufens, das Eingehen auf meine individuellen W\u00fcnsche, um ehrliche Informationen, um fachlich kompetente, vielleicht auch zuvorkommende Beratung, um, dass ich es zugestellt bekomme, dass ich es zu Hause aufgebaut bekomme, dass ich irgendwie eine Anleitung oder eine Einweisung bekomme. Genauso wie auch das Wohlf\u00fchlen beim Einkaufen als solches. Also wenn ich das alles in einem Wort fassen w\u00fcrde, w\u00fcrde ich sagen einfach immer Service. Und der ist vor Ort dann eben doch von ganz anderer Qualit\u00e4t, als dass er online sein kann. Also meinst du, dass es in den Innenst\u00e4dten der Zukunft um Serviceangebote geht und weniger um die gro\u00dfen internationalen Bekleidungsfilialen? Ja, also ich denke, der Ort der Einkaufsstra\u00dfe oder das Einkaufscenter, das steht f\u00fcr viel mehr in Zukunft, als jetzt f\u00fcr das blo\u00dfe Shoppen. Es geht eben auch um die Begegnung, um den Austausch, um Inspiration, vielleicht auch um das Verweilen, um das Erleben von etwas. Darum werden, glaube ich, die Innenst\u00e4dte zuk\u00fcnftig am besten sein, wenn sie eine attraktive Fu\u00dfg\u00e4ngerzone haben, die eben auch wirklich attraktiv ist und die das nicht jetzt nur irgendwie auf dem Papier sagt. Und das schafft sie eben, klar, sie muss jetzt irgendwie Gastronomie anbieten, sie muss Begegnungsst\u00e4tten anbieten, sie muss aber auch, glaube ich, serviceorientierte Einzelh\u00e4ndler vor Ort haben, die wirklich das beraten und das helfen wieder in den Vordergrund stellen. Hast du da Beispiele f\u00fcr? Ja, also das Beraten, glaube ich, schon, dass das viel und oftmals stattfindet, was auch gut l\u00e4uft, ist, dass einfach ein Zusatzangebot da ist. Also ich wei\u00df noch, dass ich mal in Gie\u00dfen durch Zufall auf einen Schuhladen gesto\u00dfen bin. Der hat seine Kundschaft aufgefordert, Schuhgeschichten zu schreiben und die wurden dann anschlie\u00dfend in so einem Buch ver\u00f6ffentlicht. Die haben auch irgendwelche Veranstaltungen f\u00fcr die Kunden angeboten. Das war damals irgendwie, wei\u00df nicht, von Schuhpflege \u00fcber Konzerte bis hin zu, ich glaube, es waren Benimmkurse f\u00fcr Kinder, da kann man jetzt dr\u00fcber streiten, ob das sinnvoll ist, aber schon spannend oder in \u00d6sterreich gibt es einen Supermarkt, der sich ganz auf die \u00e4ltere Kundschaft konzentriert. Preisschilder sind gr\u00f6\u00dfer, Sitzgelegenheiten, kostenlosen Kaffee, Umsatzplus lag, glaube ich, fast im zweistelligen Bereich. In den USA habe ich gerade vor zwei Jahren wieder kennengelernt, Kleinst\u00e4dte, die eine eigene Zusatzw\u00e4hrung geschaffen haben, wo du dann nur in den Gesch\u00e4ften und den Dienstleistern vor Ort mit bezahlen kannst. Nat\u00fcrlich eine ganz andere Identifikation mit den ortsans\u00e4ssigen Firmen und Unternehmen. Also das ist schon klasse, was auch wirklich geschaffen werden kann. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir auch als Konsumenten dann ein St\u00fcck weit dr\u00fcber nachdenken, wie das in Zukunft aussehen soll. Wir werden sicherlich weiterhin das Internet nutzen, wir werden st\u00f6bern, wir werden dort einkaufen. Aber ich glaube wirklich, dass wir nach wie vor auch in Zukunft lieber uns im Gesch\u00e4ft aufhalten werden. Das bietet etwas, was der Online-Handel eben niemals bieten kann. Und das ist diese M\u00f6glichkeit, mit allen Sinnen zu konsumieren. Dazu dann noch einen pers\u00f6nlichen Kontakt mit unseren Mitmenschen. Das ist schon, wenn es jetzt nicht um den Versorgungseinkauf geht, wirklich was Entscheidendes. Die n\u00e4chste H\u00f6rerfrage bezieht sich auf die Folge zur Zukunft der Arbeit. Ihr sagt, die Arbeitswelt wird in Zukunft weiblicher. Aktuell arbeiten Frauen aber h\u00e4ufig in Teilzeit und nicht in F\u00fchrungspositionen. Au\u00dfer vielleicht im HR-Bereich. Wann \u00e4ndert sich da was? Pers\u00f6nlich hoffe ich nat\u00fcrlich m\u00f6glichst bald. Ganz klar, wenn ich jetzt die Bev\u00f6lkerung wieder zugrunde lege, da sagt in etwa jeder Zweite, dass Frauen in den kommenden zwei Jahrzehnten zu den Gewinnern der Arbeitswelt z\u00e4hlen w\u00fcrden. Da gibt es interessanterweise kaum Unterschiede, wenn du jetzt rein die Generationen anguckst, sondern vor allem eher, wenn du Geschlecht und Generation zusammenziehst. Das ist wirklich dann auff\u00e4llig, wie sich das unterscheidet. So zeigen sich M\u00e4nner mit zunehmendem Alter eben deutlich optimistischer, zuk\u00fcnftig, was die Frauen angeht in der Arbeitswelt. Bei den Frauen stellt sich das Ganze umgekehrt dar. Also je j\u00fcnger sie sind, desto st\u00e4rker glauben Frauen daran, dass sie in den kommenden 20 Jahren zu den Gewinnern der Arbeitswelt z\u00e4hlen werden. Da merkt man wirklich, dass so die \u00e4lteren Frauen da noch in alten Rollenmustern denken. \u00c4ltere M\u00e4nner vielleicht auch schon diesen Siegeszug der Frauen im gewissen Abstand sehen k\u00f6nnen, weil sie selber vielleicht schon das Arbeitsleben zum Gro\u00dfteil hinter sich haben. Junge M\u00e4nner dagegen, muss man auch ganz klar sagen, sehen Frauen eben st\u00e4rker als Konkurrenz. Wir haben das ja auch mal thematisiert. Frauen sind eben durchg\u00e4ngig h\u00f6her gebildet in Zukunft. Das ist etwas, was nat\u00fcrlich dann auch f\u00fcr M\u00e4nner nicht ganz einfach werden wird. Insgesamt glaube ich, das ist immer so diese Zweiteilung. Also jetzt auch, was die H\u00f6rerfrage angeht, es gibt nat\u00fcrlich diese strukturellen Dinge, die sich \u00e4ndern m\u00fcssen. Andererseits m\u00fcssen wir aber auch Abstand nehmen von fest verankerten Rollenbildern. Also das ist die Psyche, die spielt uns da immer noch ein St\u00fcck weit einen Streich. Und ich glaube, wenn wir das in Zukunft hinkriegen, also eine Ver\u00e4nderung der Verh\u00e4ltnisse, gleichzeitig aber auch so eine Ver\u00e4nderung des eigenen Verhaltens und der eigenen Sichtweise, dann bin ich doch recht optimistisch. Ein Kommentar, \u00fcber den wir beide ja auch ein bisschen l\u00e4nger diskutiert haben, bekamen wir zur Folge die Zukunft des Wohnens. Die Welt wird globaler, das Interesse auch mal woanders zu arbeiten nimmt zu, zumindest bei der jungen Bev\u00f6lkerung. Und man h\u00f6rt in allen Kontexten das Schlagwort Flexibilisierung. Das stimmt, ja. Warum ist trotzdem der Wunsch nach Eigentum so gro\u00df? Ist das nicht das Gegenteil von Flexibilisierung? Und daran angeschlossen gab es auch die Frage, ihr habt viel \u00fcber das st\u00e4dtische Wohnen gesprochen, aber es zieht doch auch immer mehr Menschen raus aus den St\u00e4dten. Erlebt das Dorfleben ein Revival? Puh, nat\u00fcrlich ein gro\u00dfes Thema. Also nochmal grunds\u00e4tzlich vielleicht angefangen, die Sehnsucht nach Ruhe und Natur, die ist gro\u00df, aber auch nat\u00fcrlich nach Eigentum. Und wenn wir uns das anschauen, das ist vor allem eben im Umfeld von gro\u00dfen St\u00e4dten der Fall. Warum ist das gerade laut der Fall? Das ist ganz klar. Flexibilisierung und es dreht sich alles immer schneller. Es wird vieles flexibel. Es ver\u00e4ndert sich st\u00e4ndig. Und darum sehnt man sich nat\u00fcrlich nach Best\u00e4ndigkeit, nach einem Heim. Zudem bleibt diese Idealvorstellung von Eigentum eben bestehen. Also man m\u00f6chte was besitzen. Eigentum suggeriert erstmal Sicherheit, gerade f\u00fcr das Alter. Wir kriegen ja st\u00e4ndig erz\u00e4hlt, dass die Rente nicht mehr sicher ist. Und dann hast du eben zumindest das sichere Wohnen. Man darf aber ja auch grunds\u00e4tzlich nicht vergessen, wir haben einen gewissen Nachholbedarf in Deutschland. Also international gesehen ist der Anteil der deutschen Haus- und Wohnungsbesitzer geringer. Also da haben wir einfach noch M\u00f6glichkeiten. Und was den zweiten Punkt angeht, den du angesprochen hast, ob das Dorf jetzt eine Renaissance erlebt, ich bin da wirklich zur\u00fcckhaltend. Das kann ich mir in Ausnahmef\u00e4llen vorstellen, wenn es gerade bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Ja, die Gemeinschaft ist gr\u00f6\u00dfer. Wenn Homeoffice dank WLAN irgendwann \u00fcberall m\u00f6glich w\u00e4re, w\u00e4re das eine M\u00f6glichkeit. Arbeit. Aber? Das Aber ist wirklich gro\u00df. Also ich glaube, die Menschen werden auch in Zukunft dort leben, wo sie eben arbeiten. Und viele Jobs k\u00f6nnen auch morgen nicht irgendwie remote von zu Hause ausge\u00fcbt werden. Die Fabriken, da brauchen wir Fabrikarbeiter. Dienstleistungsbereich brauchen wir die Leute, die die Dienstleistungen bringen. Wir brauchen die Leute in den Gesch\u00e4ften. Es fehlt auf der Uni an ganz viel, an der Uni sage ich schon, es fehlt auf dem Land eben an ganz vielen Sachen wie Unis, wie Schulen. Das Kulturangebot ist geringer. Es gibt nicht die Caf\u00e9s, die Schwimmb\u00e4der. Also kurzum, ich sehe wirklich eher diese konzentrischen Kreise um die St\u00e4dte herum, so dass dann zuk\u00fcnftig, dank neuer Mobilit\u00e4tsm\u00f6glichkeiten vielleicht auch, die Menschen schneller in der Stadt sind und die Vorst\u00e4dte werden noch boomen, aber dass sie eher eben um die St\u00e4dte herum wohnen und jetzt nicht auf dem platten Land. Du sprichst von Mobilit\u00e4tsangeboten. Das ist ein sch\u00f6ner \u00dcbergang zur Frage, die wir zur Zukunft der Mobilit\u00e4t bekommen haben. Und es ist auch eine Frage, die ich pers\u00f6nlich oft auf Vortr\u00e4gen erhalte, du ja sicherlich auch. Und zwar, das kann ich irgendwie nicht glauben. Also ich hatte noch nie ein eigenes Auto und auch meine Freunde nicht. Ist das wirklich so, dass so viele Deutsche ein Auto haben oder sind es vielleicht wirklich nur die alten? Das ist eine spannende Frage und zeigt auch so ein grunds\u00e4tzliches Ph\u00e4nomen, glaube ich, auf. Oftmals schlie\u00dfen die Menschen zu schnell von sich auf andere. Also die eigene Realit\u00e4t wird als die Realit\u00e4t aller gesehen und das ist nicht der Fall. Also wir alle, auch wir beide, wir leben ja in so einer Art Blase und das ist f\u00fcr uns normal. Wir kommen aus der Gro\u00dfstadt, feste Familienstrukturen, das Einkommen. Das sind alles Sachen, die man eben dann denkt, dass das bei allen der Fall ist. Und das ist nat\u00fcrlich nicht die Realit\u00e4t. Und genauso ist es eben beim Thema Mobilit\u00e4t. Man schlie\u00dft so aus seinem eigenen Freundeskreis, aus seinem eigenen Familienumfeld eben darauf, dass es doch \u00fcberall so sein muss. Und das l\u00e4sst sich hieran perfekt deutlich machen. Also diejenigen, die uns das geschrieben haben, haben mir gesagt, das kann doch so nicht sein. Aber wenn ich mir jetzt die Zahlen wieder anschaue, es gibt in Deutschland 50 Millionen Privatautos. Zum Vergleich 1970 gab es ein Viertel so viele PKWs, also immer mehr Autos. Und konkret 84 Prozent aller Haushalte in Deutschland haben ein Auto. Das ist ja das Statistische Bundesamt, also die Institution in Deutschland. Also fast neun von zehn haben eben ein eigenes Auto im Haushalt. Und was kaum jemand glaubt, die Anzahl von Autos nimmt \u00fcbrigens immer weiter zu. Also allein 2021 haben wir 700.000 zus\u00e4tzliche private Autos auf den deutschen Stra\u00dfen. Das darf man nie vergessen. Ich will die aber jetzt ja auch ein bisschen, nat\u00fcrlich immer optimistisch, man darf nicht vergessen, wir haben 50 Millionen Autos in Deutschland, 81 Millionen Fahrr\u00e4der. Also Fahrr\u00e4der hat zumindest fast jeder Bundesb\u00fcrger dann eins bei sich zu Hause im Keller stehen. Kommen wir zum Thema Familie. Eine H\u00f6rerin schrieb, die Angst Kinder zu bekommen, sagen sie ist gro\u00df. Warum ist das in anderen, auch westlichen L\u00e4ndern nicht der Fall? Nun zun\u00e4chst einmal, in einigen anderen westlichen L\u00e4ndern ist die Geburtenquote \u00e4hnlich gering wie bei uns. Also Italien, Spanien, Griechenland, Japan. Das ist eine \u00e4hnliche Quote wie bei uns. Aber nat\u00fcrlich ist es richtig, dass es zahlreiche andere westliche L\u00e4nder gibt, Frankreich, USA, Neuseeland, die Skandinavier, wo eben deutlich mehr Kinder pro Frau geboren werden. Und was machen die anders? Es l\u00e4sst sich schwer sagen, aber ich glaube wirklich das Wesentliche ist, dass der Stellenwert der Familie in diesen L\u00e4ndern h\u00f6her ist. Nat\u00fcrlich kann man jetzt auch sagen, bei uns ist ja immer Nachwuchs, wird nochmal so mit Karriere stopp gleichgesetzt. Man muss sich irgendwie entscheiden. Es fehlen nat\u00fcrlich auch bestimmte Voraussetzungen. Also Ganztagsbetreuung ist bei uns lange nicht so verbreitet wie in anderen L\u00e4ndern. Die haben wir noch ein St\u00fcck weit verp\u00f6nt. Also nur in der deutschen Sprache gibt es diesen Begriff Rabenmutter oder Rabeneltern. Das ist sicherlich alles, was so ein bisschen dagegen spricht. Dabei sind sich die B\u00fcrger ja einig. Also neun von zehn Deutschen sagen, die eigene Familie ist das Wichtigste im Leben. Aber wir trauen uns eben, das doch recht selten umzusetzen. Und wenn du mich jetzt, diejenige, die uns das geschrieben hat, konkret fragt, was machen andere L\u00e4nder besser? Ich glaube, andere L\u00e4nder oder andere B\u00fcrger sind einfach mutiger. Und das ist wirklich was Zentrales. Also wir brauchen da mehr German Mood. Und nat\u00fcrlich aber auch diese gesellschaftliche Anerkennung. Anerkennung. Also nach wie vor Kinder st\u00f6ren ja oftmals in Wohngebieten, in der Nachbarschaft, im Flugzeug, im Restaurant etc. Hier m\u00fcssen wir als Gesellschaft nat\u00fcrlich weiterhin umdenken und immer wieder daran denken, Kinder sind unsere Zukunft. Zur Folge die Zukunft der Kultur haben wir auch eine spannende Frage bekommen. Und zwar, wie sieht denn die junge Generation das kulturelle Angebot? Durch Corona haben sie ja zwei Jahre lang nicht teilgenommen. Wird das die Zukunft beeinflussen? Ja, das glaube ich schon. Also nat\u00fcrlich hat Corona die junge Generation hart getroffen. Auch in einer wichtigen Entwicklungsphase, wo es ja so die Losl\u00f6sung auch von zu Hause immer im Vordergrund stand. Aber unabh\u00e4ngig von Corona und Kultur kann man nat\u00fcrlich sagen, dass sich viele Kernbranchen unseres Lebens, und damit meine ich jetzt auch die Freizeit, Reisen, Kultur, all dieses hat sich in der Vergangenheit immer nach jeder Krise wieder erholt. Oftmals sogar dann Aufschwung erlebt, das Nachholbed\u00fcrfnis war sehr gro\u00df. Ganz gleich, ob wir jetzt nicht \u00d6lenergiekrise in den 70er Jahren nehmen, Tschernobyl 86, die Golfkriege, 9-11. Also ich denke wirklich auch, dass das diesmal der Fall sein wird. Die junge Generation wird also ihre Erfahrungen machen. Sie wird sie jetzt verst\u00e4rkt machen. Sie hat nat\u00fcrlich daf\u00fcr auch, das darf man auch nicht vergessen, in anderen Bereichen auch einen Vorsprung, was sie vielleicht jetzt vorgezogen hat schon. Also Stichwort Familie, Gemeinschaft, wahre Freundschaften, all das war ja in Corona-Zeiten besonders wichtig, hat sich toll entwickelt. Und jetzt sind eben die kulturellen Angebote wieder dran. Ich hoffe mit teilweise neuen, innovativen Angeboten und Konzepten, auf die ich mich dann schon freue und auf die ich gespannt bin. Insofern bin ich da recht optimistisch. Kultur findet ja in der Freizeit statt. Darum machen wir doch mal weiter mit der Frage zur Zukunft der Freizeit. Denn diese haben wir gleich mehrfach in \u00e4hnlichen Versionen erhalten. Wie kann unsere Gesellschaft denn das Freizeitverhalten eines Getriebenen \u00e4ndern? Es stimmt, schreibt jemand, auch ich mache oftmals nicht wirklich das in der Freizeit, was ich eigentlich m\u00f6chte. Fernsehen und im Internet surfen kosten mich Stunden. Wie kann ich das \u00e4ndern? Und ich w\u00fcrde dann gerne noch erg\u00e4nzen, weil das daf\u00fcr in meinen Augen entscheidend ist. Was sind die gr\u00f6\u00dften Stress- und St\u00f6rfaktoren in der Freizeit? Also vielleicht ein mit Stress in der Freizeit. Das ist sehr, sehr unterschiedlich. Gerade zwischen den Geschlechtern. Also Frauen \u00e4u\u00dfern insgesamt sich gestresster in der Freizeit als M\u00e4nner. Besonders beim Gef\u00fchl, es nicht allen gerecht zu werden. Der mediale Druck, irgendwelchen Idealen nicht zu entsprechen, st\u00e4ndig R\u00fccksicht auf andere zu nehmen. Da liegen sie vorne. M\u00e4nner nur in wenigen Bereichen, also klagen etwas \u00f6fter \u00fcber Schlafmangel und st\u00e4ndige Erreichbarkeit. Das ist so der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Wenn ich jetzt Jung und Alt vergleiche, zeigen sich die Jungen deutlich gestresster als die \u00c4lteren. Also doppelt so h\u00e4ufig nennen sie Schlafmangel. Zu hohe Geldausgaben in der Freizeit, Verpflichtung, R\u00fccksichtnahme, Entscheidungsschwierigkeiten, Druck anderen oder sich selbst gerecht werden zu m\u00fcssen, ist wirklich deutlich mehr Stress. Ruhest\u00e4ndler interessanterweise nur in zwei Bereichen. Beim Medienkonsum von anderen, das stresst sie, und die Werbeflut. Das sind so die Bereiche bei der \u00e4lteren Generation. Im Jahresvergleich hat Stress deutlich zugenommen. Auch das darf man nicht vergessen. Also was ich vorhin gesagt habe, wir machen hier vieles im Jahresvergleich und insgesamt der Stressfaktor in der Freizeit immer h\u00f6her. Ja und jetzt diese Kernfrage, wie kann man Sachen \u00e4ndern? Meine Empfehlung w\u00e4re immer, dass man sein eigenes Wohlergehen zum wichtigsten Faktor macht. Also man sollte eben nicht versuchen, anderen gerecht zu werden. Man sollte vielleicht auch wieder lernen, etwas zu lassen. Das ist nat\u00fcrlich einfacher als gesagt, aber eben doch sehr, sehr sinnvoll. Qualit\u00e4t vor Quantit\u00e4t setzen, auch in der Freizeit. Nicht zu hohe Erwartungen haben. Es reicht vielleicht auch, wenn man jetzt nicht den Anspruch hat, jeden Abend in der Woche unterwegs zu sein, sondern vielleicht einmal die Woche was mit anderen machen. Einmal im Monat eine bestimmte Aktivit\u00e4t ausgeben, die man dann wirklich gerne m\u00f6chte. Also sich selber, auch jetzt nicht selber unter Druck setzen und da den Stress schon nach vorne kommen lassen. Du sagtest gerade, man muss lernen, es zu lassen. Das finde ich spannend. Wir haben auch eine Frage zu unserer Folge Zukunft der Bildung bekommen. Und da geht es n\u00e4mlich auch ums Lernen, und zwar um das lebenslange Lernen. Und da schreibt jemand, wozu lebenslanges Lernen? Ehrlich gesagt m\u00f6chte ich nicht mit 50 noch einmal einen neuen Job erlernen. Ich habe mir den Ruhestand verdient. Was sagst du dazu? Mit 50 in den Ruhestand? Dann bin ich ja bald reif. Sozusagen finde ich schon mal sehr gut. Nein. Man muss erst mal klarstellen, also beim lebenslangen Lernen geht es jetzt ja nicht um irgendwie eine Selbstoptimierung oder darum, m\u00f6glichst lange zu arbeiten und der Wirtschaft zu dienen. Es geht eben vielmehr darum, ein aktiver Teil der Gesellschaft zu bleiben und sich selbst jetzt nicht irgendwie abzuschreiben. Lernen ist jetzt ja nicht Qual oder Pflicht, sondern bef\u00e4higt uns eben einerseits klar, den Job m\u00f6glichst lange auszuf\u00fchren. Und ohne dass ich jetzt kontinuierlich irgendwie mich weiterbilde, wird es nat\u00fcrlich in der zunehmend digitalen Welt, in der globalisierten Welt schwerer. Andererseits h\u00e4lt uns Neues eben aber auch selber geistig fit. Es ist eine Voraussetzung, dass wir gute Gespr\u00e4che f\u00fchren, dass wir den eigenen Horizont erweitern, dass wir, wenn wir uns weiterbilden, es gibt uns Hilfestellung im Leben, das ver\u00e4ndert uns. Ver\u00e4nderungen sind ja immer auch eine Weiterentwicklung und es tut einfach gut. Ich glaube, was immer nur wieder wichtig ist, ich hoffe, das haben wir in dem Podcast zur Bildung auch deutlich gemacht, Bildung muss den B\u00fcrger eben bei seinen individuellen Bed\u00fcrfnissen abholen. Darf ihn jetzt nicht \u00fcberfordern oder unterfordern. Fordern schon, aber jetzt nicht eben \u00fcberfordern oder unterfordern. Und ja, was ich auch im Podcast gesagt habe, ich bleibe dabei, Bildung kann Spa\u00df machen, wenn es gut gemacht ist. Unsere Folge war jetzt ja heute ein bisschen anders. Einige Kategorien haben gefehlt. Aber was kommt, was bleibt, was geht, das soll doch zum Abschluss noch dabei sein. Uli, erz\u00e4hl uns doch nochmal, was erwartet die H\u00f6rer denn in der n\u00e4chsten Staffel? Was kommt bei Sp\u00e4ter war alles besser? Spannende Fakten aus der Forschung, mehr Zukunftsprognosen, also wir werden noch mehr eigene Prognosen f\u00fcr die Zukunft erstellen. Wir werden auch mehr Forschungsfragen von uns thematisieren, in denen wir dann gerade aktuell forschen, wo wir vielleicht auch noch nicht das Ergebnis haben, also mehr auch schon in den Forschungsprozess mit reinnehmen. Und wir w\u00fcrden ja gerne eine neue Rubrik machen, ein bisschen wie wir es heute gemacht haben, vielleicht zum Ende jeder Rubrik immer so mit den H\u00f6rerfragen, dass wir das irgendwie einbauen. Und wovon m\u00fcssen sich unsere H\u00f6rer verabschieden? Was geht? Wir werden uns nicht mehr nur mit den gro\u00dfen Themen besch\u00e4ftigen, wie wir es jetzt in dieser Staffel gemacht haben, also Freizeit, Arbeit, Konsum, Mobilit\u00e4t, Bildung, sondern wir werden eben auch viele kleinere, spezifischere Zukunftsfragen aufgreifen und die dann versuchen zu beantworten. Und was bleibt? Wir beide bleiben, also der Austausch unter uns beiden, aber vor allem eben unser Grundsatz. Sp\u00e4ter war alles besser. Vielen Dank f\u00fcrs Zuh\u00f6ren. Wenn euch die Folge gefallen hat, dann hinterlasst uns noch ein Like und vergesst nicht uns zu abonnieren, damit ihr den Start der zweiten Staffel nicht verpasst. 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