{"id":3047,"date":"2022-06-07T11:08:35","date_gmt":"2022-06-07T09:08:35","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft.ideenbude.de\/?p=3047"},"modified":"2026-07-21T19:40:12","modified_gmt":"2026-07-21T17:40:12","slug":"podcast-the-future-of-education-prepares-you-well-for-tomorrow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/podcast-die-zukunft-der-bildung-bereitet-sie-gut-auf-das-morgen-vor\/","title":{"rendered":"The future of education \u2013 does it prepare you well for tomorrow?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>What purpose does education actually serve? Are its form and content still up to date and what should it look like in the future? In this episode, find out in which areas education is changing, why lifelong learning should not remain an empty phrase and why a visit to the amusement park definitely has an educational purpose. We also talk about the increasing importance of learning for life rather than for work, the end of face-to-face teaching and the power of language.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[69],"class_list":["post-3047","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-wirtschaft-politik"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 1 - Folge 09","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<iframe style=\"border-radius:12px\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/1qhZFXPxfZ3SuEXKWh1XhY?utm_source=generator&theme=0\" width=\"100%\" height=\"152\" frameBorder=\"0\" allowfullscreen=\"\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\"><\/iframe>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/772912-m-fec35fc0cd54df4db818b8addb886878.mp3","podcast_transcript":"Sp\u00e4ter war alles besser. Der Zukunfts-Podcast f\u00fcr euch. Mit Ayaan und Uli.\n\nHallo und herzlich willkommen. Heute spreche ich mit Uli \u00fcber die Zukunft der Bildung. Jeder war in der Schule, hat ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht und dementsprechend auch eine Meinung dazu. Aber welchem Zweck dient Bildung eigentlich? Sind Form und Inhalt noch zeitgem\u00e4\u00df und wie sollte sie sich zuk\u00fcnftig entwickeln? Uli, wieso untersuchst du die Zukunft der Bildung? F\u00fcr mich ist Bildung entscheidend, wirklich entscheidend, wenn es um unsere Zukunft geht. Wir k\u00f6nnen aus der Bildung lernen, was in der Vergangenheit war, was die Konsequenzen auch f\u00fcr uns jetzt hier in der Gegenwart sind. Wir k\u00f6nnen unterschiedliche Sichtweisen, unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse zusammenbringen \u00fcber die Bildung. Wir k\u00f6nnen uns aber auch der Frage stellen, wie l\u00f6sen wir Herausforderungen? Wie steigern wir unseren Lebensstandard, unsere Lebensqualit\u00e4t? F\u00fcr all diese Dinge brauchen wir Bildung. Also insofern, Bildung ist wirklich ein zentraler Schl\u00fcssel f\u00fcr unser Leben. Ohne ad\u00e4quate Bildung geht sehr, sehr wenig. Dann nennen uns doch schon einmal vorab drei Fakten. Erstens, Bildung muss positiv besetzt sein. Zweitens, Bildung kann, aber wird sich auch in Zukunft ver\u00e4ndern. Und drittens w\u00fcrde ich sagen, lebenslanges Lernen. Das sollte wirklich selbstverst\u00e4ndlich werden. Darf jetzt keine Floskel mehr sein, also weder f\u00fcr Arbeitgeber noch f\u00fcr Arbeitnehmende. Sondern wir m\u00fcssen wirklich ein Leben lang lernen und das ist auch gar nicht so schwer. Eine pers\u00f6nliche Frage vorab. Wie hast du Lernen und Bildung im Laufe deines Lebens empfunden? Wenn ich ehrlich bin, Gro\u00dfteil meiner Schulzeit war das eine unliebsame Pflicht. Also klar, es gab immer einzelne Lehrende, die ich mochte, die ich dann noch besser fand als andere. Aber insgesamt war meine Schulzeit wirklich nicht positiv besetzt. Sicherlich, ich war auch lange Zeit kein guter Sch\u00fcler. War alles andere als flei\u00dfig, das gebe ich zu. Und ge\u00e4ndert hat sich das erst im Studium. Also auf einmal waren dort Themen, die mich fasziniert haben. Ganz gleich, jetzt in der Erziehungswissenschaft, in der Psychologie, auch bei den BWLern. Und es hat wirklich so ein bisschen auf einmal Heureka gemacht. Und ich habe es verstanden. Ich hatte Lust, ich hatte Spa\u00df am Lernen. Und dann war das Lernen auf einmal auch ganz einfach. Also als du dann Spa\u00df an den Themen hattest, war es auf einmal einfach zu lernen. Du hast Inhalte und Zusammenh\u00e4nge verstanden und gingst gerne in die Uni? Ja, also der Spa\u00df hat mich motiviert aufzupassen, mitzumachen, Zusammenh\u00e4nge auch zu erkennen. Vielleicht aber auch Dinge zu hinterfragen. Und f\u00fcr mich selbst einfach zu lernen. Das habe ich dann auch direkt ja im Anschluss an mein Studium, habe ich sogar meine Doktorarbeit damals zu diesem Thema geschrieben und mich mit Edutainment auseinandergesetzt. Also der Verbindung von Entertainment und Education, Unterhaltung und Bildung. Und ich bin immer noch fasziniert davon, wenn man sich das historisch anschaut. So oft im Laufe der Geschichte waren wirklich Spa\u00df und Unterhaltung zentral bei Bildungsinhalten. Und die ganzen positiven Chancen und Erkenntnissen, die sind enorm. Also jetzt beginnt es einmal, das auf ein Beispiel runterzubrechen. Du kannst einfach, wenn du in der 10. Klasse Sch\u00fclern im Physikunterricht Fliehkr\u00e4fte beibringen willst und die sollen das verstehen und die sollen die bestimmen k\u00f6nnen, dann kannst du das wahlweise klassisch eben \u00fcber die Theorie machen im Frontalunterricht. Oder, das gab es eben auch diesen Versuch damals, mit einer 10. Klasse einfach in die Achterbahn zu gehen. Die Erfahrung der Fliehkr\u00e4fte am eigenen K\u00f6rper durchzuerleben. Und du kannst dir halt denken, welche Gruppe jetzt nicht nur mehr Spa\u00df hatte, sondern wer das Wissen auch besser verstanden hat. Wer das abspeichern konnte. Also Spa\u00df und Freude k\u00f6nnen wirklich ein zentraler Baustein beim Lernen sein. Problem dabei, das muss man ganz klar sagen, in etwa jeder neunte Deutsche sagt eben, dass er Lernen mit Spa\u00df verbindet. Und das ist nat\u00fcrlich eine Herausforderung. Okay, also das h\u00e4tte ich mir auch gew\u00fcnscht, Physik im Freizeitpark zu lernen. Ich glaube, der einzige Lehrer, der sowas gemacht hat, war mein Bio-Lehrer. Der ist ganz oft mit uns spazieren gegangen und wir mussten dabei die Pflanzen am Wegesrand bestimmen. Aber das war auch wirklich eine Ausnahme. Ansonsten hie\u00df es immer, leise sein, aufpassen, das ist jetzt klausurrelevant. Total, ja. Ja, das stimmt nat\u00fcrlich. Also im bestehenden System lernt man auf die Klausur, lernt man auf die Arbeit. Wir lernen f\u00fcr gute Noten. Wer es dann eben eher schafft, im Unterricht stillzusitzen, aufzupassen, dann vielleicht noch freisig auswendig zu lernen, der hat dann eben die Vorteile bei der Klassenarbeit. Und das ist ja klar, auch heute ja noch in vielen Unternehmen z\u00e4hlt zuallererst das Zeugnis. Und das ist ja aber an sich nicht logisch. Es gibt diesen sch\u00f6nen alten Spruch, aus Fehlern wird man klug. Aber an sich verteufeln wir Fehler als was Negatives. Wir wollen Fehler vermeiden. Wir berauben uns dadurch nat\u00fcrlich auch vielen Innovationen. Und du hast auch eben gesagt, das ist klausurrelevant. An sich wissen wir ja aus der Forschung, dass jetzt kurz vor einer Pr\u00fcfung zu lernen eben nicht nachhaltig ist. Es geht rein in den Kopf, raus aus dem Kopf. Und das ist vielleicht gleich wie jedes Fach. Also ob es jetzt Vokabeln sind, irgendwelche Jahreszahlen in der Geschichte, Formeln. Das wird alles in so eine Art Zwischenspeicher im Kopf gepackt, dann f\u00fcr einen Test wiedergegeben. Aber dann l\u00f6scht es sich halt auch selber. Oder wie wir jetzt richtig sagen, dann wird es wieder vergessen. Und so bleibt das Erlernte wirklich selten in unserem Gehirn dann bestehen. Und ich f\u00fcr mich bin mir relativ sicher, und das sage ich jetzt nicht nur einfach so, ich w\u00fcrde wirklich die meisten alten Klassenarbeiten von mir heute nicht mehr bestehen. Also das meiste Schulwissen habe ich einfach vergessen. Nat\u00fcrlich will ich jetzt nicht irgendwie pauschal sagen, dass die ganzen Tugenden immer nur kritisiert werden m\u00fcssen. Nat\u00fcrlich ist es gut, Kompetenzen wie Flei\u00df, Disziplinen, auch das auswendig Lernen zu erlernen. Das brauchen wir im Beruf, wahrscheinlich auch im Privaten. Also mein Sohn lernt gerade f\u00fcr seine Fahrschule bestimmte Dinge auswendig, lernt Disziplinen, lernt Durchhalteverm\u00f6gen. Um dann wahrscheinlich irgendwann sicher im Stra\u00dfenverkehr unterwegs zu sein. Aber? Am Ende des Tages geht es doch an sich nur um drei zentrale Dinge, die man in der Schule erlernen muss. Also f\u00fcr mich ist das erstens das Lernen zu lernen. Also diese Kompetenz, sich aneignen, Wissen oder F\u00e4higkeiten zu verstehen, anzuwenden und dann zu behalten. Das ist es, was es braucht, um m\u00fcndiger, verantwortungsvoller B\u00fcrger zu werden. Zweitens geht es f\u00fcr mich an sich doch nur darum, dass das Interesse oder Motivation geweckt werden muss. Ich habe in meinem Studium so manches gelernt, was vielleicht auf den ersten Blick langweilig und unwichtig aussah. Aber es ging immer darum, dass man ja das Interesse wecken musste, dass man motivieren musste. Ich wei\u00df noch wie heute, dass der erste Statistikprofessor, den ich hatte, der fing dann irgendwie an mit Korrelation und Wahrscheinlichkeiten. Und ich habe an sich schon gedacht, okay, jetzt schalte ich ab. Aber er hat das am Beispiel gemacht von Ehen und Scheidungen anhand von Sternzeichen. Wenn es statistisch wirklich der Fall war. Also das hat nat\u00fcrlich sofort das Interesse der Studierenden geweckt. Das war halt witzig. Man hat zugeh\u00f6rt, aufgepasst, hat selbst recherchiert. Man hat sich der Statistik in gro\u00dfen Schritten gen\u00e4hert. Also das ist einfach immer diese Motivation, das Interesse. Und der dritte Punkt f\u00fcr mich ist, ja, also auch die Schule soll ein St\u00fcck weit auf dem Arbeitsmarkt, auf das Leben vorbereiten. Berufsanforderungen sind dabei nat\u00fcrlich wirklich heutzutage sehr, sehr unterschiedlich. Wir haben immer mehr Berufe. Und ich glaube, im Moment geht der Lehrplan darauf nur bedingt ein. Und man hat zu wenig Chancen, sich nach seinen Neigungen wirklich zu richten. Ich erinnere mich noch, ich hatte mal einen Bekannten. Das war wirklich der PC-Crack in der Schule. Der war total kreativ, war motiviert, wenn es um Rechner ging, war innovativ. Der ist aber schon nach der 10. Klasse abgegangen. Also sein Abi konnte er nicht machen oder Informatik studieren konnte er auch nicht, weil er nicht gut in Franz\u00f6sisch und Erdkunde war. Das ist unser System ja auch nicht sehr durchl\u00e4ssig. Der ist dann in die USA gegangen, jetzt relativ erfolgreich im Silicon Valley. Also man merkt halt auch schon, dass sich da was \u00e4ndern muss. Was ist denn eigentlich die Aufgabe der Schule? Du sagtest gerade eben, sie soll auf das Berufsleben vorbereiten. Aber gibt es dann noch mehr? Soll sie auch erziehen? Soll sie auf das Leben vorbereiten? Naja, wir haben jetzt keine Erziehungsanstalten erstmal mehr. Also wir sprechen von Bildungsanstalten. Erziehung sollte ja zuerst einmal Aufgabe der Eltern sein. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir uns Gesetze angucken. Auch die Schule hat ein Erziehungsrecht. Also wenn die Erziehung der Eltern nicht im Wohle des Kindes geschieht oder sie \u00fcberfordert sind, dann soll die Schule eingreifen. Aber ich halte es nat\u00fcrlich auch f\u00fcr schwierig, wenn viele Eltern es sich jetzt mittlerweile doch recht einfach machen. Irgendwie Kinder am Schultor abgeben, die ganze Verantwortung den Lehrern \u00fcbertragen und Lehrerinnen \u00fcbertragen. Und dann sagen, mach ein gutes Kind aus meinem Nachwuchs. Also Erziehung ist f\u00fcr mich jetzt in erster Linie auch Elternaufgabe. Damit will ich jetzt nicht die Schule v\u00f6llig aus der Pflicht nehmen. Auch sie muss nat\u00fcrlich mithelfen, aufs Leben insgesamt den Nachwuchs vorzubereiten. Ich wei\u00df ja, dass deine Kinder nicht auf eine regul\u00e4re klassische Schule gehen. Und auch wenn wir noch ein paar Jahre haben, so haben auch wir uns schon mit vielen privaten Schulformen auseinandergesetzt. Was waren die Hauptbeweggr\u00fcnde f\u00fcr euch, einen anderen Weg zu gehen? Wir haben uns damals auch viele Gedanken gemacht. Also genau wie ihr euch jetzt Gedanken macht. Wir haben uns dann f\u00fcr eine Waldorfschule entschieden, weil uns das p\u00e4dagogische Konzept \u00fcberzeugt hat. Musik, Handwerk, Sprachen nehmen ja alles eine relativ gro\u00dfe Rolle ein. Was ich wichtig fand, war damals der Epochenunterricht. Ich glaube, es geht insgesamt beim Lernen oftmals um das Erkennen von Zusammenh\u00e4ngen. Jetzt nicht nur um das Wissen in einem bestimmten Fach. Also wenn ich das jetzt so \u00fcbertrage, wie das heutzutage ist. Ich habe f\u00fcnf verschiedene F\u00e4cher oder sechs verschiedene F\u00e4cher am Vormittag. Wenn ich mir das mal vorstelle, dass du das jetzt in deinem Beruf h\u00e4ttest. Also du machst jetzt nicht mehr nur deinen Job als Pressesprecherin, sondern nach einer Stunde wechselst du ins Controlling. Anschlie\u00dfend arbeitest du als \u00dcbersetzerin. Dann bist du im Chemielabor und zum Schluss sollst du noch im Orchester spielen. F\u00fcr alles bekommst du eine Note. Das ist ja nicht wirklich clever. Und du w\u00e4rst wahrscheinlich relativ schnell auch weg und w\u00fcrdest nicht mehr arbeiten in dem Job. Also darum glaube ich wirklich, dass thematisches Lernen schon wichtig ist und auch \u00fcbergreifend reinfassen muss. Es muss auch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum des Tages dann gehen. Und Waldorf sind nat\u00fcrlich auch die Klassiker irgendwie Noten. Er ist in der Oberstufe. Leistungsdruck nicht sehr gro\u00df. F\u00fcr Pia und mich war es wichtig, dass die Kindheit der Kinder m\u00f6glichst lange anh\u00e4lt. Dass Lernen positiv besetzt ist. Jetzt will ich nat\u00fcrlich auch nicht zu sehr ausholen und sagen, das ist f\u00fcr jeden das Richtige. F\u00fcr uns und f\u00fcr unsere Kinder hat es eben gepasst oder passt es. Seid ihr auf jeden Fall auch nicht alleine mit. Denn insgesamt gehen mittlerweile \u00fcber eine Million Kinder in Deutschland auf eine Privatschule. Das ist fast jeder Zehnte. Und der Anteil w\u00e4chst kontinuierlich und besonders im Bereich der Grundschulen. Wie erkl\u00e4rst du dir das? Also wenn ich mir wieder unsere Forschung in der Stiftung anschaue, sagen ja 90 Prozent, dass das derzeitige staatliche Schulsystem nicht gut auf die Zukunft vorbereitet. 85 Prozent bef\u00fcrchten zudem, dass es eine Chancenungleichheit bei der Bildung eben auch in Zukunft gegen wird. Also kurzum, die Unzufriedenheit innerhalb der Bev\u00f6lkerung mit unserem Bildungssystem ist gro\u00df. Und wenn wir uns jetzt die Privatschulen anschauen, dann sind die Hauptbeweggr\u00fcnde daf\u00fcr, denke ich, entsprechend. Also Eltern sind unzufrieden mit dem staatlichen Schulsystem, f\u00fcrchten, die Bildung, die dort gelehrt wird, bereitet nicht gut genug auf die Zukunft vor. Die Lehrer sind dann vielleicht teilweise noch \u00fcberfordert oder werden als \u00fcberfordert angesehen, vielleicht auch frustriert, unmotiviert. Andere bem\u00e4ngeln sicherlich den Zustand der Schulen, halten den Unterricht nicht mehr f\u00fcr zeitgem\u00e4\u00df. Nat\u00fcrlich gibt es auch wieder bei Privatschuleltern viele, die dann eher das Besondere suchen, wollen, dass ihre Kinder von der ersten Klasse an nicht chinesisch lernen, ein bestimmtes Musikinstrument im Vordergrund steht, dass schon fr\u00fch Kontakte gekn\u00fcpft werden, die sie sp\u00e4ter auszahlen. Also die Gr\u00fcnde sind, glaube ich, sehr unterschiedlich. Man muss es aber auch ja durchaus ein St\u00fcck weit hinterfragen. Also private Schulen, wenn wir zu viel private Schulen haben, das wirkt ja auch immer sozial selektiv. Dadurch versch\u00e4rfen sich sozialen Spaltungen in unserer Gesellschaft. Also das Ganze ist wirklich nicht nur unproblematisch zu sehen und es darf nat\u00fcrlich nicht so sein, dass nur wer es sich leisten kann, seine Kinder dann auf eine Privatschule schickt. Aber gibt es dagegen nicht sogar ein Gesetz? Das stimmt nat\u00fcrlich, ja. Du hast recht. Also es sagt man ja immer so, diese Sonderung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler durch Privatschulen, dass nur es nach den Besitzverh\u00e4ltnissen der Eltern geht, das ist richtig laut Grundgesetz bei uns verboten. Darum sind auch private Schulen immer dazu verpflichtet, das Schulgeld nach dem Einkommen der Eltern zu staffeln oder andere Verg\u00fcnstigungen jetzt anzubieten. Und wenn du dir das anschaust, im Schnitt kostet der Besuch einer Privatschule in Deutschland in etwa 2.000 Euro pro Jahr. Also das ist eine ganze Menge. Nat\u00fcrlich jetzt im Vergleich zu England und den USA wenig. Aber auch diese 2.000 Euro kann oder will sich eben nicht jeder Haushalt leisten. Und die m\u00fcssen aber trotzdem die M\u00f6glichkeit haben, eine Privatschule zu besuchen. Schauen wir wieder in die Zukunft. Welche Bildungsans\u00e4tze w\u00fcrden denn gut auf die Zukunft vorbereiten? Also erst einmal m\u00fcssen wir, glaube ich, mehr vertrauen. Vertrauen, dass Kinder lernen wollen. Fr\u00fchk\u00fcndig uns das anschauen, laufen, sprechen. All das lernen sie ja aus intrinsischer Motivation. Also freiwillig, weil sie es wollen. Wieso sollte jetzt diese Neugiere und Motivation eigentlich mit Eintritt in die Schule aufh\u00f6ren? Also wir m\u00fcssen dem Nachwuchs da erstmal mehr vertrauen. Die sind nicht jetzt von Natur aus faul oder desinteressiert. Ganz im Gegenteil. Also ich glaube, wenn ich dich jetzt fragen w\u00fcrde, wie oft fragen zwei Dreij\u00e4hrige die Frage, warum? Dann k\u00f6nnen Fragen h\u00e4ufig gestellt werden. Und insofern ist das sicherlich ein Punkt. Also vertrauen wir mir drauf. In Zukunft, glaube ich nat\u00fcrlich auch, sollte es um mehr Freiheit und Individualit\u00e4t im System gehen. Was ich eben angedeutet habe mit diesen Bekannten und den Computer. Entwicklungsverl\u00e4ufe sind immer nicht immer gleich. Also es gibt jetzt nicht nur Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Man kann jetzt auch nicht erwarten, dass Kinder und Jugendliche sich immer an starre Strukturen halten, dass sie trotzdem noch ihre Pers\u00f6nlichkeit entwickeln. Also wir m\u00fcssen da einfach mehr M\u00f6glichkeiten zur individuellen Freiheit geben. Ich pers\u00f6nlich halte jetzt auch Ganztagsschulen f\u00fcr sinnvoll. Also ich muss es anschauen, im Moment ist es ja in etwa die H\u00e4lfte aller Grundschulkinder, die ein Ganztagesangebot nutzt. In den n\u00e4chsten vier Jahren soll es dann jeder die M\u00f6glichkeit bekommen. Und die Vorteile sind f\u00fcr mich da. Ganztagsschulen bieten eben zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten, den Unterricht \u00fcber den ganzen Tag zu verteilen, Lerninhalte und spielerische Elemente miteinander zu verbinden. Ich glaube, die Kinder k\u00f6nnen dadurch auch besser lernen, also wenn sie sozial, emotional, k\u00f6rperlich, Entwicklung gleichzeitig irgendwie gef\u00f6rdert werden und nicht jetzt nur ein bestimmter Lernstoff im Vordergrund steht. Und es hilft nat\u00fcrlich auch den Kindern enorm, die jetzt vielleicht zu Hause nicht Deutsch als Muttersprache haben. Kindern, die aus sozialen, schwachen Familien kommen. Also da sind Ganztagsschulen schon ein richtiger Weg. Aber nat\u00fcrlich reicht es jetzt nicht aus, wenn wir immer nur Ganztagsschule sehen und die gleichsetzen mit, es gibt da noch eine Mensa, es gibt noch einen Hort. Und wir \u00e4ndern aber nichts an der P\u00e4dagogik oder an den inhaltlichen Konzepten. Die Rahmenbedingungen m\u00fcssen angepasst werden, das ist eine Voraussetzung. Aber dann m\u00fcssen wir eben auch, so hart es klingt, ans Eingemachte gehen und uns den Inhalten und der Didaktik widmen. Was wird man denn dann in den Schulen der Zukunft lernen? Zum einen F\u00e4higkeiten, da bleibe ich bei, also sei es jetzt irgendwie Kreativit\u00e4t, Probleml\u00f6sung, Adoptionsf\u00e4higkeiten, das wird bestehen bleiben sicherlich. Zum anderen soziale F\u00e4higkeiten. In der Stiftung hatten wir ja mal repr\u00e4sentativ die B\u00fcrger gefragt, welche Kompetenzen erachten sie auch als besonders wichtig. Fast unisono haben die Bundesb\u00fcrger gesagt, Ehrlichkeit, Offenheit, Verl\u00e4sslichkeit, Selbstvertrauen, aber auch Toleranz und Hilfsbereitschaft, das sind unverzichtbare Zukunftskompetenzen. Das kann man nat\u00fcrlich sagen, klar, auch traditionelle Ziele, so wie Pflichtbewusstsein, Flei\u00df, Disziplin, Kontaktf\u00e4higkeit, Umweltbewusstsein, das muss nat\u00fcrlich auch dabei sein. Was ich immer nur interessant finde, wenn ich das so ein bisschen vergleiche, was der Durchschnittsb\u00fcrger priorisiert, vergleiche das dann mit dem, was in vielen Personalabteilungen von Unternehmen genannt wird, wie Dynamik, Flexibilit\u00e4t, Innovationsf\u00e4higkeit, das passt nicht richtig zusammen. Und einmal konkret zu den F\u00e4chern, was sollte sich denn da dann ver\u00e4ndern? Das ist ehrlicherweise nicht mein Arbeitsbereich. Also jetzt kann ich nur sagen, was sich viele vielleicht w\u00fcnschen. Und das w\u00e4re eher Praktisches. F\u00e4cher, die aufs Leben vorbereiten. Als wir uns f\u00fcr dieses Thema entschieden haben, habe ich letzte Woche nochmal meine Studis gefragt, was sie gerne in der Schule gelernt h\u00e4tten, was aber eben nicht auf dem Bildungsplan stand. Und wenn man es so zusammenfasst, sind es glaube ich drei Bl\u00f6cke. Das erste ist so ein bisschen Geld, Selbstst\u00e4ndigkeit n\u00e4chstes Mal. Also an sich wurde vermisst, dass sie nicht gelernt haben, wie man eine Steuer macht, welche Versicherung man braucht, wie man vielleicht auch Gehaltsverhandlungen f\u00fchrt. Also dieser Bereich. Zweitens dann etwas, was ich so nicht erwartet h\u00e4tte. Umgang mit Stress. Wie ern\u00e4hre ich mich richtig? Gesundheitsthemen. Also solche Sachen. Und drittens an sich die Frage der Fragen. Also dass man wei\u00df, wer bin ich eigentlich? Wo ist mein Platz in der Gesellschaft? Also wirklich grundlegende Fragen f\u00fcr jeden. Aber ich selbst, was ich eben angedeutet habe, ich bin jetzt nicht unbedingt ein Freund davon, dass ich sage, wir m\u00fcssen dieses Fach lernen, bestimmte F\u00e4cher. Ich w\u00e4re eher dabei, wenn man sagt, man nimmt die Schule eher und widmet sich bestimmten Themenbereichen und dann eben bestimmte Sachen auch damit zu integrieren. Ich habe ja noch ein pers\u00f6nliches Lieblingsthema, wie du wei\u00dft. Die Kommunikation. Denn f\u00fcr mich hat Sprache ganz viel Macht. Und wenn ich auf das Thema Bildung blicke, habe ich immer das Gef\u00fchl, dass Schule und Co. total negativ besetzt ist. Ich finde, in unserer Sprache zeigt sich das auch ganz deutlich. Wenn Erwachsene Kinder fragen, na, gehst du noch gerne zur Schule? Dann impliziert das noch doch ganz klar, dass es irgendwann nicht mehr so ist. Und auch wenn Eltern morgens sagen, so jetzt los, ich muss zur Arbeit, du musst zur Schule, dann ist dieses Muss auch \u00fcberhaupt nichts Freiwilliges und gar nicht mit Spa\u00df verbunden. Und man k\u00f6nnte ja auch sagen, los, ich will jetzt zur Arbeit. Und allen Skeptikern kann ich nur sagen, probiert das mal selber aus. Ich muss noch zum Sport oder ich m\u00f6chte noch zum Sport. Ich muss abnehmen. Ich m\u00f6chte abnehmen. Aber zur\u00fcck zur Bildung. Wieso ist Bildung und auch Weiterbildung, Lernen so negativ besetzt? Also grunds\u00e4tzlich hast du erst mal recht. Vor allem nat\u00fcrlich in Deutschland. Also dazu gibt es jetzt viele Studien, dass viele Bundesb\u00fcrger Bildung per se erst mal mit negativen Assoziationen gleichsetzen. Also mit Begriffen wie Anstrengung, M\u00fchsal, Druck, Pflicht. Und mit zunehmendem Alter w\u00e4chst dann noch der Lernfrust, auch schon in der Schule. Spa\u00df kommt oder bleibt, wenn \u00fcberhaupt, nur noch dann, wenn irgendwie Erfolge da sind. Und leider ist der Verlauf der Schulaufbahn ja oftmals so, dass Stoff durch einen vollen Lehrplan gebracht werden muss. Sch\u00fcler abgeh\u00e4ngt werden, dann entsteht wieder Druck. Und ein bisschen ist das so wie der Esel und die M\u00f6hre. Wir erreichen an sich nie wirklich das, was wir wollen. Und darum ist, glaube ich, Bildung in Deutschland oftmals negativ besetzt. Ich habe das ehrlicherweise auch anders erlebt. Also wenn ich mir da die USA anschaue, ich habe jetzt gerade gestern mit meinem Sohn telefoniert und der hat gesagt, ich habe jetzt noch vier Wochen Schule und wir haben noch den letzten Block und ich freue mich da drauf. Also der hat eher dieses Epochenlernen und hat als Zehnkl\u00e4ssler noch gesagt, dass er sich auf die n\u00e4chsten vier Wochen Unterricht freut. Das fand ich schon \u00fcberraschend. Jetzt kann man nat\u00fcrlich wieder sagen, USA und egal ob jetzt Schule oder Uni und Geld und alles sind nat\u00fcrlich Argumente wo man sich angucken muss. Aber auch als ich dr\u00fcben unterrichtet habe an der Uni, es gab einfach Angebote, womit die Sch\u00fcler und Studenten in dem Fall abgeholt wurden. Du kannst nicht wissenschaftlich schreiben, dann bekommst du kostenlos einen Tutor an die Seite gestellt. Oder wenn ich an die Abschlussarbeiten denke, es ist jetzt da die Aufgabe der Lehrenden, so lange Feedback zu geben, bis die Arbeit erfolgreich ist. Also der Lehrende wird daran gemessen, wie gut der Lernende etwas beigebracht bekommt. Das ist sein Job. Und durch diese ganze intensive Betreuung kommt es nat\u00fcrlich auch viel eher zu kleinen Erfolgen. Weniger Frust. Und die Studenten verhalten sich jetzt nicht nach dem Motto, dann brauche ich ja nichts zu machen, das macht alles der Prof f\u00fcr mich. Im Gegenteil. Also du bist dadurch motivierter, man f\u00fchlt sich verstandener, ernst genommener, ist weniger frustriert und verunsichert. Nat\u00fcrlich kannst du jetzt wieder argumentieren, was ist mit Selbstst\u00e4ndigkeit, eigene Verantwortung. Aber an sich geht es wieder nur um die Bef\u00e4higung. Und in jedem Fall steht dieser Ansatz, glaube ich, die Bef\u00e4higung, den Lernenden beizubringen. Da steht dann erstmal der Mensch im Vordergrund. Und das ist, glaube ich, die Grundvoraussetzung. Das stimmt. Aber sp\u00e4testens nach der Schule oder der Uni h\u00f6rt dann ja f\u00fcr die meisten das Lernen mit Hilfe auf. Dann ist man ja aktuell auf sich allein gestellt, was Bildung angeht. Wird das auch zuk\u00fcnftig noch so sein? Ich glaube, das ist eine wirklich zentrale Zukunftsfrage. Wenn ich mir die Fakten wieder anschaue, aktuell verbringen die Bundesb\u00fcrger durchschnittlich nur vier Prozent. Vier Prozent, das muss man sich mal \u00fcberlegen. der gesamten Lebenszeit mit einer Form von Bildung. Haupts\u00e4chlich jetzt schulische Bildung, Hausaufgaben machen, Nachbereitung, z\u00e4hlt da alles mit rein. Und diese vier Prozent werden als enorm pr\u00e4gend empfunden. Weil die finden ja in einer Phase deines Lebens statt. Du w\u00e4chst auf, bist jugendlich, junge Erwachsene. Da findet das alles statt. Und wir m\u00fcssen uns ja einfach \u00fcberlegen, was kommt eigentlich nach der schulischen, beruflichen Ausbildung. Also m\u00fcssen wir nicht viel eher auch das lebenslange Lernen in den Vordergrund stellen. Lebenslanges Lernen wurde \u00fcbrigens, das nur am Rende, hier ganz in der N\u00e4he um die Ecke, auf einer UNESCO-Konferenz 62 in Hamburg das erste Mal erw\u00e4hnt. Okay, das ist schon echt lange her. 60 Jahre. Wie funktioniert denn lebenslanges Lernen oder wo? Jetzt kann man sagen, neben den klassischen Einrichtungen, der Erwachsenenbildung, die wir nat\u00fcrlich immer als erstes haben, k\u00f6nnten auch viele Freizeitinrichtungen an sich zu idealen Orten des informellen Lernens sich entwickeln. Also ungefilterte, nicht aufbereitete Informationen, die haben wir ja in der Freizeit. Und die werden aber eben nicht ohne weiteres dann verarbeitet und in Wissensinhalte umgewandelt. Daf\u00fcr brauchen wir eben so eine Art, ich w\u00fcrde sagen, Verbindungsglied, was f\u00fcr mich immer die Unterhaltung sein k\u00f6nnte. Also w\u00e4hrend du durch ein Museum gehst, w\u00e4hrend du ins Theater gehst, vielleicht auch w\u00e4hrend du im Zoo bist, da wird man ja unterhalten. Und dadurch lernt man beil\u00e4ufig. Das ist jetzt nat\u00fcrlich nicht immer dieses reine Faktenlernen, das thematische Lernen, sondern ganz viele Aspekte des Lernens. Werteorientiertes Lernen, wie verh\u00e4lt man sich, wenn man vor Ort ist, wie ordentlich das Erlernte vielleicht auch ein. Eine Art von kommunikativen Lernen, ich tausche mich mit anderen aus, vor, nach dem Besuch. Emotionales Lernen, f\u00fchle ich mich gut bei dem, was ich tue, wiederhole ich meine Handlung. Das ist jetzt alles nat\u00fcrlich keine Alternative zum eigentlichen Lernen, aber es w\u00e4re f\u00fcr mich doch eine sehr sinnvolle Erg\u00e4nzung zu diesen eher formalen Bildungsinhalten. Gro\u00dfe Chance in dem Zusammenhang auch noch, lass mich das ganz kurz sagen, die Digitalisierung. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber alleine Gamification, das ist schon spannend. Also durch Spiele am Handy, am Tablet was zu lernen. Oftmals wird das ja irgendwelche Tablets, Konsolen, Handys immer verteufelt von der \u00e4lteren Generation. Die k\u00f6nnen aber auch sehr sinnvoll eingesetzt werden. Ich wei\u00df nicht, es gibt irgendwelche Sachen auf dem Tablet, wo du deine Z\u00e4hne putzt hast, aber je nachdem, wie du deine Zahnb\u00fcrste bewegst, bewegt sich dann in dem Spiel das Flugzeug. Wahlweise st\u00fcrzt es ab, wenn du nicht richtig putzt, sondern wenn du gut putzt, dann landet es. Also \u00fcber die Belohnung dann auch Zahnhygiene bei Kindern, aber nachweislich dadurch \u00c4rger geben. Wir k\u00f6nnen uns jetzt auch irgendwie Handkoordination anschauen, wenn du irgendwelche Sportspieler spielst. Also auch da sind schon viele M\u00f6glichkeiten auch da, wo man \u00fcberall lernen k\u00f6nnte. Nochmal ist jetzt kein Ersatz zum klassischen Lernen, aber eine sinnvolle Erg\u00e4nzung. Welchen Einfluss nimmt denn die Digitalisierung zuk\u00fcnftig auf das klassische Lernen? Werden wir regul\u00e4r online lernen oder nur erg\u00e4nzen? Und nur erg\u00e4nzend offline oder bleibt alles so, wie es ist? Also ich glaube, Homeschooling wird auch in Zukunft jetzt nicht die alleinige Norm sein. Denn auch alles, was auf dem Schulhof, dem Campus, in den Fluren der Bildungseinrichtungen stattfindet, das ist ja von zentraler Bedeutung. Wir alle sind soziale Wesen. Wir brauchen den Austausch mit anderen. Und nat\u00fcrlich, man wei\u00df auch, dass man, wenn man von anderen, mit anderen lernt, dann ist es viel erfolgreicher. Aber wir k\u00f6nnen sicherlich \u00fcber die Vorteile von Online-Learning nachdenken. Ich wei\u00df nicht, was dagegen sprechen w\u00fcrde, wenn jetzt ein didaktisch sehr guter Lehrender bestimmtes Grundwissen vielleicht online an eine sehr gro\u00dfe Gruppe Lernender vermitteln w\u00fcrde. In den Schulklassen, in den H\u00f6rs\u00e4len w\u00e4re es dann eher die Aufgabe, das runterzubrechen, zu vertiefen, bestimmte Schwerpunkte zu setzen. Wenn ich jetzt wieder ein Beispiel nennen soll, Mathe. Wer gut in Mathe ist, versteht ja binomische Formeln meistens schon beim ersten Mal, bei der ersten Erkl\u00e4rung vom Lehrer. Andere brauchen daf\u00fcr eben zahlreiche Anl\u00e4ufe. Und im herk\u00f6mmlichen Unterricht k\u00f6nntest du jetzt die Geschwindigkeit des Lernstoffs zwar ein wenig anpassen, aber letztendlich wirst du ja weder dem guten Mathe-Sch\u00fcler gerecht, der ist dann eher unterfordert, langweilt sich, lenkt die anderen vielleicht sogar noch ab, noch den Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen, die Unterst\u00fctzung brauchen. Die hinken dann schnell hinterher, sind frustriert, schalten vielleicht auch schneller dann ab. Und wenn du jetzt aber diese Grundlagen didaktisch, klug, digital anbieten w\u00fcrdest, dann kann jeder die dann lernen, wenn es passt, in der Geschwindigkeit, die der Einzelne oder die Einzelne braucht, mit Pausen, wenn die n\u00f6tig sind. Und in den Klassenr\u00e4umen k\u00f6nntest du dann auf die unterschiedlichen Bed\u00fcrfnisse viel besser eingehen, weil auf einmal die Zeit daf\u00fcr da w\u00e4re. Mir jetzt wieder klar, Grundvoraussetzung daf\u00fcr, das hatten wir im anderen Podcast mal, Medienkompetenz von allen, also auch von Lehrenden, aber genauso nat\u00fcrlich von Lernenden. Meinst du denn, dass unsere Lehrer das hinbekommen? Wollen sie das \u00fcberhaupt? Eine gute Frage. Also wie offen und lernwillig sind eigentlich Lehrende? Sie k\u00f6nnen auch fragen, wann bilden sich eigentlich Lehrer, Lehrerinnen, Professoren, Professorinnen selber noch weiter? Was machen sie, wenn sie sich weiterbilden? Geht es um Inhaltliches? Geht es um Methoden? Wir k\u00f6nnen jetzt auch dar\u00fcber nachdenken, ist der Werdegang des Lehrers oder des Professors immer der richtige? Normaler Weg ist ja, ich gehe zur Schule, ich bin an der Uni, ich gehe zur\u00fcck zur Schule. Das ist f\u00fcr mich nicht ganz einfach, sage ich ganz offen. F\u00fcr mich herrscht derzeit auch in jedem Fall ein zu standardisiertes System vor, in dem es ja in erster Linie um die Erf\u00fcllung von Normen geht, also gute Noten. Das, was f\u00fcr mich wichtiger ist, das Wohlbefinden des Menschen, aber auch des Lehrenden, das wird oftmals zur\u00fcckgestellt. Wenn du jetzt aber dir die Frage stellst, kriegen Lehrer das hin? Da m\u00fcssten wir ja auch einmal kritisch nachfragen, warum unterrichten eigentlich nur Lehrer, Kinder? Also warum nicht Fachleute? Klar, in manchen Schulen gibt es irgendwie eine Praxiswoche, wo dann irgendwelche externen reingeholt werden, das ist meistens recht beliebt. Warum eigentlich nicht dauerhaft? Also geht es jetzt wieder nur um die p\u00e4dagogische Eignung? Das sind viele Fragen, die muss man, glaube ich, auch durchaus stellen in Zukunft. Uli, mit dem Blick auf die Uhr, heute ist unsere Folge um einiges l\u00e4nger als sonst. Deswegen m\u00fcssen wir zum Schluss kommen, zu unserer Kategorie, was kommt, was bleibt, was geht. Uli, was kommt? Mehr lernen f\u00fcr das Leben als f\u00fcr den Beruf. Das h\u00f6rt sich jetzt provokant vielleicht an, aber ich glaube, wir erleben gerade eine Zeitenwende durch die Digitalisierung. In Zukunft werden wir weniger arbeiten, k\u00f6nnen, das ist das Vorteil, also positiv besetzt. entsprechend m\u00fcssen wir lernen, das Leben au\u00dferhalb der Arbeit sinnvoll zu gestalten. Das haben wir leider bisher kaum gelernt. Was geht?\n\nDer Frontalunterricht. Also Heterogenit\u00e4t im Klassenzimmer wird immer weiter zunehmen. Entsprechend m\u00fcssen wir auch die Arten des Lehrens und Lernens unterschiedlicher gestalten. und Frontalunterricht wird daher in Zukunft immer seltener Sinn machen. Und was bleibt? Uni, Schule, Elternhaus, Arbeitgeber, die ganzen Institutionen, die werden auch in Zukunft mitverantwortlich daf\u00fcr bleiben, Inhalte zu vermitteln. Aber was bleiben wird, ist, dass es eben nicht nur Externe sind. Am Ende bleibt es auch jeder B\u00fcrger f\u00fcr sich selbst, der f\u00fcr seine Bildung verantwortlich ist. Denn ich glaube, das Angebot kann noch so kreativ und wir k\u00f6nnen dann noch so viel entwickeln und es kann noch so sinnvoll und Lohn sein. Ohne diese Grundbereitschaft, selber zu lernen, n\u00fctzt das alles sehr wenig. Mein Funfact ist heute kein wirklicher Funfact, sondern eine sehr alte Weisheit eines chinesischen Philosophen aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Sag es mir und ich werde es vergessen. Zeige es mir und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich und ich werde es verstehen. Vielen Dank f\u00fcrs Zuh\u00f6ren. Tsch\u00fcss und bis zum n\u00e4chsten Mal. Und wenn du eine Frage hast, dann schreib mir gern. Meine E-Mail findest du in den Shownotes. Und wenn dir die Folge gefallen hat, dann lass uns doch gerne ein Like da.\n\nDieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR. 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