{"id":3562,"date":"2022-04-26T18:07:41","date_gmt":"2022-04-26T16:07:41","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft.ideenbude.de\/?p=3562"},"modified":"2026-07-21T19:40:12","modified_gmt":"2026-07-21T17:40:12","slug":"podcast-the-future-of-mobility-how-we-want-to-travel-in-the-future","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/podcast-die-zukunft-der-mobilitaet-wie-wollen-wir-kuenftig-unterwegs-sein\/","title":{"rendered":"The future of mobility \u2013 how do we want to travel in the future?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>What needs, demands and wishes do Germans have when it comes to mobility? Will our cities become car-free in the medium term or will the car remain a status symbol and omnipresent? In this episode, find out what alternatives people really find attractive, what incentives need to be created and what an important role urban planning plays in this. We also talk about the future opportunities of the sharing economy and digitalisation, including in terms of sustainability and ecology.<\/p>","protected":false},"author":34,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[71],"class_list":["post-3562","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-tourismus-mobilitaet"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 1 - Folge 06","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<iframe style=\"border-radius:12px\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/2xOQW5SSiog4q960TpxeeS?utm_source=generator&theme=0\" width=\"100%\" height=\"152\" frameBorder=\"0\" allowfullscreen=\"\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\"><\/iframe>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/739035-m-cef27f36d949ad5cf7ff5f4e8b826818.mp3","podcast_transcript":"Sp\u00e4ter war alles besser. Der Zukunfts-Podcast f\u00fcr euch. Mit Ayaan und Uli.\n\nHallo und herzlich willkommen. Heute sprechen wir \u00fcber die Zukunft der Mobilit\u00e4t. Und eins vorweg, es geht nicht um neueste Antriebstechniken, sondern darum, wie sich Mobilit\u00e4t ver\u00e4ndert. Unser Anspruch, unsere W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse. Wie wollen wir in Zukunft unterwegs sein? Uli, bitte erl\u00e4utere doch einmal kurz vorab, warum du die Zukunft der Mobilit\u00e4t untersuchst. Ja, Mobilit\u00e4t war ja stets ein Treiber f\u00fcr Entwicklung. Also hat die Zukunft stets mit gepr\u00e4gt. Wir k\u00f6nnen jetzt das Pferd denken, dass die Mobilit\u00e4t ver\u00e4ndert, das Rad, Schiffe, die Eisenbahn, nat\u00fcrlich auch Autos oder Flugzeuge. All diese neuen Arten der Mobilit\u00e4t haben die Welt ver\u00e4ndert. F\u00fcr die Zukunft wird das jetzt eben spannend sein, wie die n\u00e4chsten Ver\u00e4nderungen ablaufen werden, welchen Einfluss werden die jetzt auf die Wirtschaft nat\u00fcrlich haben. Also wie werden sich Immun- und Exporttransportwege ver\u00e4ndern auf das Verh\u00e4ltnis von Stadt und Land oder auch auf unser aller Urlaubsverhalten. Wichtig ist hierbei jetzt eben nicht \u00fcber technische M\u00f6glichkeiten nachzudenken, sondern wirklich die Grundfrage zu stellen. Wie kann die Mobilit\u00e4t so ver\u00e4ndert werden, dass eine positive Auswirkung auf unser aller Leben stattfindet? Kannst du uns vorab schon einmal drei Fakten zur Zukunft der Mobilit\u00e4t nennen? Als erstes w\u00fcrde ich sagen, da sehe ich die Shared Mobility, also die Art des Teilens, statt jetzt ein eigenes Auto zu haben, das Auto eher zu nutzen. Das k\u00f6nnte dann auch zumindest zu einer vielleicht autofreieren Stadt f\u00fchren. Zweitens, sicherlich wird Mobilit\u00e4t in Zukunft auch vernetzter sein m\u00fcssen. Also die Digitalisierung muss helfen, den schnellsten, den sichersten, aber auch den kosteng\u00fcnstigsten oder vielleicht den nachhaltigsten Weg zum Ziel zu zeigen. Jetzt wieder ganz gleich, ob das bei irgendwelchen Lieferketten in der Wirtschaft ist oder eben in unser aller Alltag. Und drittens, da w\u00fcrde ich sagen, es ist und bleibt ein langer Weg. Also gerade beim Thema Mobilit\u00e4t \u00e4ndert sich vieles eben doch sehr, sehr langsam. Man h\u00f6rt ja immer wieder, dass ein eigenes Auto kein Statusobjekt mehr ist, dass junge Menschen keins mehr besitzen wollen. Aber stimmt das wirklich? Also f\u00fcr Gesamtdeutschland oder ist das nur wieder die Sicht der Gro\u00dfst\u00e4dter und st\u00fcckweit Wunschdenken? Wir k\u00f6nnen uns ja mal die Fakten anschauen. Auf der einen Seite haben wir gerade wieder einen neuen Rekord beim Bestand von Pkws in Deutschland erreicht. Noch nie, also wirklich noch nie in der Geschichte Deutschlands waren so viele Autos bei uns unterwegs wie derzeit. \u00dcber 48 Millionen Autos fahren eben durch Deutschland beziehungsweise stehen rum. Dieses sind \u00fcber 10 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Also wir sehen wirklich, die Popularit\u00e4t des Autos ist nach wie vor sehr gro\u00df. Nat\u00fcrlich sind das jetzt nicht alles Neuanmeldungen, sondern wir sehen eben auch, dass die Deutschen ihre Autos immer l\u00e4nger nutzen. Waren es vor gut zehn Jahren noch ein Auto im Schnitt acht Jahre alt, ist es heute schon \u00fcber zehn Jahre alt. Und ja, wenn du fragst, wer besonders autoaffin ist, das sind in erster Linie die Saarl\u00e4nder, also eher ein l\u00e4ndlich gepr\u00e4gtes Bundesland. Da haben fast zwei Drittel ein eigenes Auto. In Berlin dagegen nur jeder Dritte. Also eher in der Gro\u00dfstadt geht es in der Tat ein bisschen zur\u00fcck. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, das ist auch, was du eben so ein bisschen angedeutet hast, machen immer weniger Jugendliche eines Jahrgangs einen F\u00fchrerschein. Viele sagen eben, das ist nicht mehr notwendig, ist mir auch zu teuer. Und von den Jugendlichen, die dann einen F\u00fchrerschein machen, da kaufen sich dann auch nicht die Mehrheit dann um den gleichen eigenes Auto, sondern wollen vielleicht mal das Familienauto nutzen, sich mal ein Auto leihen, wenn es eben gebraucht wird. Also wenn du mich jetzt insgesamt fragst, kann man sagen, f\u00fcr die nahe Zukunft zeichnet sich nur langsam eine Ver\u00e4nderung des Statussymbols Autobus ab. Das wird wirklich noch dauern und erst dann sp\u00fcrbar sein, wenn die Alternativen zum zumindest eigenen Auto auch wirklich Alternativen sind. Wie ist das denn bei dir? Also soweit ich das beurteilen kann, hast du ja schon eine gewisse Leidenschaft f\u00fcr Autos und w\u00fcrdest ja nicht auf ein eigenes verzichten, oder? Leidenschaft f\u00fcr Autos in jedem Fall, aber nicht unbedingt f\u00fcrs Fahren. Das muss ich auch dazu sagen. Ich habe mir ja vor vielen, vielen Jahren mal einen Jugendtraum erf\u00fcllt und habe mir einen alten amerikanischen Ford Mustang gekauft. Und den mag ich wirklich, aber der wird vielleicht zehnmal im Jahr gefahren. Bei der Bereitschaft zum Verzicht bei mir selber hast du recht. Das ist derzeit relativ gering. Als Familie haben wir ja einen Kombi und der ist f\u00fcr mich ganz klar Mittel zum Zweck. Also mit diesem komme ich jederzeit schnell, wo ich hin will, kann vieles transportieren und ich bin eben recht unabh\u00e4ngig von Dritten. Ja, aber da sind wir ja genau bei dem Problem. So geht es doch allen, oder? Man m\u00f6chte nicht auf seine Unabh\u00e4ngigkeit verzichten. Und wenn ich jetzt mal zur\u00fcckdenke, so die Werbung hat bei mir, wenn ich an ein Auto denke, das Bild von Freiheit eingebrannt. Man springt ins Auto, dreht die Musik auf, die Freunde kommen dazu und man rauscht auf einer leeren Stra\u00dfe nat\u00fcrlich in Richtung Sonnenuntergang. Wof\u00fcr steht das Auto im Durchschnitt? Fast genau, wie du es beschrieben hast. Also \u00fcber 90 Prozent sagen, dass es bei ihnen eben die pers\u00f6nliche Mobilit\u00e4t haupts\u00e4chlich um die Freiheit geht. Die Freiheit, \u00fcberall hinzukommen. Wir k\u00f6nnten jetzt auch Freiheit mit Unabh\u00e4ngigkeit ersetzen, von der ich jetzt eben gesprochen habe. Aber diese Freiheit ist ganz, ganz Zentrales. Als zweiter wesentlicher Punkt steht das Auto nach wie vor f\u00fcr Sicherheit. Trotz immer mehr Autos nimmt ihr auch die Anzahl an Personensch\u00e4den, schweren Unf\u00e4llen, t\u00f6dlichen Unf\u00e4llen kontinuierlich ab. Also man sieht schon, dass das Auto wirklich auch sehr sicher ist. Und erg\u00e4nzend steht dann das Auto f\u00fcr einige noch f\u00fcr Komfort und ein g\u00fcnstiger Preis, den es nat\u00fcrlich auch m\u00f6glichst haben soll. Wenn ich mir jetzt diese vier wesentlichen Punkte anschaue, also wie wir jetzt gesagt haben, Unabh\u00e4ngigkeit, Sicherheit, Preis und Komfort, dann w\u00e4ren das ja an sich genau die Aspekte, die von au\u00dfen eben durchaus zu beeinflussen w\u00e4ren. Und ich denke, da liegt ja auch die Chance anzusetzen. Wenn also eine Alternative zum eigenen Auto jederzeit verf\u00fcgbar ist, dazu noch sicher, bezahlbar und komfortabel, dann hat das eben durchaus eine echte Zukunftschance. Hast du eine Zahl, wie viele auf eine Alternative umsteigen w\u00fcrden? In etwa jeder f\u00fcnfte. Jeder f\u00fcnfte Deutsche kann sich vorstellen, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Allerdings zeigen sich hier eben doch wirklich gro\u00dfe Unterschiede innerhalb der Bev\u00f6lkerung. Wie wahrscheinlich du jetzt erwartest, sind es in erster Linie dann eben doch die Gro\u00dfstadtbewohner, die \u00fcber einen relativ guten \u00f6ffentlichen Personennahverkehr verf\u00fcgen. Dann sind es zus\u00e4tzlich noch eher Frauen als M\u00e4nner. Auch das erwartet man vielleicht. Aber ein besonders gro\u00dfer Unterschied, der zeigt sich eben auch beim Einkommen. Je niedriger das Einkommen, desto eher k\u00f6nnte sich ein B\u00fcrger vorstellen, auf das eigene Auto zu verzichten. Man muss dazu sagen, nicht untersucht haben wir dabei, ob dieses jetzt freiwillig oder fast gezwungenerma\u00dfen der Fall ist. Ich vermute aber sehr stark zweiteres. Da zeigt sich eben doch auch ein St\u00fcck weit so eine Art Mobilit\u00e4tsgap in Deutschland. Und nicht erst seit gestiegenen Spritpreisen erleben wir das. Also insofern ist die Gefahr auch relativ gro\u00df, dass wir in Zukunft eine gr\u00f6\u00dfere Spaltung in mobile und immobile B\u00fcrger erleben werden. Die einen k\u00f6nnen dann h\u00e4ufiger und eher am \u00f6ffentlichen Leben teilnehmen, k\u00f6nnen ihre Freunde besuchen, haben die M\u00f6glichkeit, mobil zu sein, um irgendwelche Freizeitsachen auszu\u00fcben. Die anderen sind dagegen dann sehr stark abh\u00e4ngig vom \u00f6ffentlichen Angebot und bleiben ansonsten eben eher daheim. Das ist wirklich f\u00fcr mich eine Herausforderung, \u00fcber die wir nachdenken m\u00fcssen. Wie sehen da f\u00fcr dich m\u00f6gliche Ans\u00e4tze aus? Zun\u00e4chst einmal k\u00f6nnen wir ja festhalten, dass ein wachsender Teil sich ja vorstellen kann, aufs Auto zu verzichten. Jetzt stellt sich f\u00fcr mich eben die Frage, welche Voraussetzungen, welche Anreize geschaffen werden k\u00f6nnten und auch die Frage, wozu jeder B\u00fcrger selber dann bereit w\u00e4re. Was meinst du denn, wie man solche Anreize schaffen k\u00f6nnte? Also es gibt ja verschiedene Sachen, die ausprobiert werden. Ein Ansatz, bei dem ich immer hin und her gerissen bin, sind Projekte von St\u00e4dten und Gemeinden so eine Art Jahreskarte f\u00fcr Bus und Bahn anzubieten, wenn der F\u00fchrerschein dauerhaft abgegeben wird. Das mag f\u00fcr manchen Ruhest\u00e4ndler attraktiv sein, hilft aber aus meiner Sicht jetzt nicht wirklich, das oftmals ja zeitlich begrenzt ist. Ich kriege eben nur f\u00fcr ein Jahr diesen \u00f6ffentlichen Bus- und Bahn-Bonus dann. Die Gruppe der gro\u00dfen Autofahrer im mittleren Alter wird nicht erreicht. Also das sehe ich begrenzt als attraktiv an. Gute Erfahrungen habe ich in den USA gemacht, als ich da gelebt habe, mit Carpooling. Das hei\u00dft, bestimmte Stra\u00dfen und Fahrbahnen d\u00fcrfen nur dann genutzt werden, wenn wenigstens zwei Personen im Auto sitzen. Wenn du es so in Hamburg hier anschaust, ist in der Tat bei \u00fcber 90 Prozent aller Autos jetzt nur eine Person drin. Nat\u00fcrlich erleben wir das jetzt auch schon in deutschen St\u00e4dten, dass du, wenn du ein Fahrzeug mit E-Mobilit\u00e4t f\u00e4hrst, dass du dann die Bus-Spur benutzen darfst. Also das geht in die richtige Richtung. Aber ich glaube, wir m\u00fcssen einfach zusehen, dass wir die Autos voller kriegen. Und eine andere M\u00f6glichkeit w\u00e4re nat\u00fcrlich, den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr g\u00fcnstiger zu machen, vielleicht sogar kostenlos zu machen. In Hamburg und in anderen St\u00e4dten wird es jetzt ja sehr wahrscheinlich demn\u00e4chst drei Monate lang Bus und Bahn f\u00fcr jeden Monat neun Euro geben. Ich bin gespannt, aber sicherlich auch zuversichtlich, dass das ein Anreiz ist, f\u00fcr einige umzusteigen. Aber ich bezweifle dann eben doch recht stark, dass bei der R\u00fcckkehr zum normalen Preis viele dann dabei bleiben werden. Ich glaube, die gro\u00dfe Anzahl wird dann doch lieber aufs eigene Auto wieder umsteigen. Und Ziel m\u00fcsste es ja sein, dauerhaft g\u00fcnstig jetzt mit den Euphys und der Bahn unterwegs zu sein. Und das ist eben eine Sache, die wir angehen m\u00fcssen. Ein anderes Thema, was wir jetzt noch ausf\u00fchren k\u00f6nnten, ist sicherlich das Problem der sogenannten letzten Meile. Also nat\u00fcrlich muss es auch in Zukunft irgendwie hinbekommen werden, dass man von der Busstation dann nach Hause kommt, vom Bahnhof ins Hotel, vom Supermarkt oder vom Badesee zur\u00fcck nach Hause. Also das sind Dinge, da m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich dann auch dr\u00fcber nachdenken. Total spannend. Dazu f\u00e4llt mir ein, es gibt ein Konzept der 15-Minuten-Stadt. Ja, genau, das gibt es. Das ist ja ein Konzept, das besagt, dass alle wichtigen Punkte im Leben, also Arbeitsplatz, Schule, \u00c4rzte, Freizeiteinrichtungen, Einkaufsm\u00f6glichkeiten und so weiter, dass die alle innerhalb von 15 Minuten zu Fu\u00df mit dem Rad oder mit den Euphys erreicht werden. Und w\u00e4re das m\u00f6glich, dann nehme der Autoverkehr auf den Stra\u00dfen drastisch ab. Aktuell ist es ja so, dass es eine Trennung von Wohn- und Gewerbegebieten gibt und das m\u00fcsste halt eben zuk\u00fcnftig mehr wieder durchmischt werden. Und wir haben letzte Folge \u00fcber das Wohnen gesprochen, \u00fcber dieses Bauprojekt, wo ich mich auch bewerbe und das ist halt auch genauso. Also in diesem Haus wird es auch eine Kita geben und es wird auch eine Ladenzeile geben, sodass man halt eben nicht mehr diese Trennung der Stadtteile in Industriegebiet, Wohngebiet, B\u00fcrogebiet und so weiter hat. Viele St\u00e4dte sind mittlerweile auch schon dabei, das zu implementieren. Also Paris, Madrid, in Deutschland sogar auch Buchung. Das deckt sich \u00fcbrigens auch mit unserer Forschung. Also die Nummer eins Antwort, wenn es darum geht, wie wir in Zukunft ja auch wohnen wollen, ist es eben dieses Wohnen der kurzen Wege, wo ich alle Einkaufs-, Versorgungs-, Freizeit-, Kultur-, Bildungsangebote, also genau das, was du eben gesagt hast, in erreichbarer N\u00e4he h\u00e4tte. In der Theorie w\u00e4re das wirklich die Zukunft. Dadurch nat\u00fcrlich dann auch unn\u00f6tige Wegezeiten wirklich wegfallen w\u00fcrden. Und wir haben ja schon \u00f6fter dr\u00fcber gesprochen. Ich glaube, Zeit ist eine sehr wichtige Ressource f\u00fcr die Zukunft. Also wir w\u00fcrden viel Zeit einsparen f\u00fcr andere Sachen. Andererseits w\u00fcrden auch die Stadtteile ja wieder so eine Art Dorfcharakter erhalten. Passt wieder, was wir zum Thema Wohnen gesagt haben, in dem eben dann die Nachbarschaft aufleben kann, das Bed\u00fcrfnis nach Gemeinschaft, Geselligkeit wieder nach vorne gebracht wird. Wir k\u00f6nnten auch bestimmte Probleme der Betreuung dadurch sicherlich l\u00f6sen, sei es jetzt bei den Kindern, sei es bei der Pflege von Angeh\u00f6rigen. All das k\u00f6nnte besser bew\u00e4ltigt werden. Und nat\u00fcrlich, was du angesprochen hast, die Flexibilisierung der Arbeitszeit. Auch das darf man nicht vergessen. Und ein Punkt, warum das Ganze ja sowieso auch immer gef\u00f6rdert wird und worum dar\u00fcber gesprochen wird, ist nat\u00fcrlich das ganze Thema Nachhaltigkeit, also \u00d6kologie. Der Klimawandel ist die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung der Zukunft, der wir uns gegen\u00fcbergestellt sehen. und wir m\u00fcssen eben was daf\u00fcr tun, dass auch weniger Emissionen rausgehen aus den Mobilit\u00e4tsangeboten, um da eben dann einen Schritt nach vorne zu machen. Das h\u00f6rt sich ja alles super an. Warum ist das dann noch nicht Realit\u00e4t? Du hast recht, das h\u00f6rt sich grunds\u00e4tzlich oder theoretisch super an, aber das l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich nicht mal eben so schnell umsetzen. Also da gibt es riesengro\u00dfe Herausforderungen, die unterschiedlichen M\u00f6glichkeiten von St\u00e4dten, Gemeinden, D\u00f6rfern \u00fcberhaupt in diese Richtung was zu tun. Auch was wir jetzt eben gesagt haben, Arbeiten und Wohnen in unmittelbarer N\u00e4he. Nat\u00fcrlich in der Theorie ist das klasse, aber noch m\u00fcssen viele eben pendeln und k\u00f6nnen und wollen auch nicht umziehen und dahin ziehen, wo ihr Unternehmen oder ihre Firma oder ihr Arbeitsplatz ist. Also das ist ja nicht mal eben so schnell gemacht. Genauso eben auch die Bereitschaft von Staat und Unternehmen, die Rahmenbedingungen tats\u00e4chlich zu schaffen. Wenn wir jetzt eben dar\u00fcber gesprochen haben, in 15 Minuten alles zu haben, ein Kino, ein Supermarkt, den Arzt, den Sportverein, eine weiterf\u00fchrende Schule, Begegnungsst\u00e4tten f\u00fcr Senioren, eine Kirche, wir k\u00f6nnten die Liste ja unendlich weiterf\u00fchren. Das ist eine wirklich gro\u00dfe Aufgabe und das kann man ja nicht mal eben staatlich verordnen. Das haben wir jetzt n\u00e4chstes Jahr. Das ist wirklich ein langer Weg. Aber nochmal, die Idee ist wirklich klasse. Fangen wir an mit Pilotprojekten. Du hast das Beispiel Bochum gebracht. Man kann vieles lernen, kann dann Sachen anpassen, kann sich weiterentwickeln. Es geht in die richtige Richtung. Also mal konkret, das hei\u00dft, in einer 15-Minuten-Stadt w\u00fcrden die meisten auf ein Auto verzichten? Durchaus. Also wenn ich mir die Forschung anschaue, drei Viertel wollen ja schon jetzt \u00f6fter zu Fu\u00df gehen. \u00dcber 90 Prozent w\u00fcrden gerne durchg\u00e4ngig in der N\u00e4he einkaufen. Auch am Fahrradfahren haben viel Interesse. Wir wissen ja alle, der Fahrradmarkt boomt. Im Schnitt hat mittlerweile fast jeder Bundesb\u00fcrger ein Fahrrad. Also \u00fcber 80 Millionen Fahrr\u00e4der sind bei uns unterwegs. Wenn ich mir anschaue, E-Bikes alleine im Corona-Jahr 2021, fast zwei Millionen E-Bikes wurden verkauft. Es w\u00e4ren wahrscheinlich sogar noch mehr gewesen, wenn es jetzt keine Lieferschwierigkeiten gehabt h\u00e4tten. Und was ich eben gesagt habe, mehr als 90 Prozent wollen eben in der N\u00e4he einkaufen. Zwei Drittel w\u00fcrden sogar ihren Wohnort davon abh\u00e4ngig machen, dass sie in der N\u00e4he einkaufen k\u00f6nnen. Also es ist wirklich ein zentrales Argument f\u00fcr die Zukunft. Das ist wirklich spannend und macht Hoffnung. Aber es gibt ja noch ein Leben au\u00dferhalb dieses 15-Minuten-Radiuses und gerade im l\u00e4ndlichen Gebiet wahrscheinlich gar nicht die M\u00f6glichkeit, so eine 15-Minuten-Stadt zu bauen. und da wird man das Auto doch auch zuk\u00fcnftig noch brauchen, um an die See zu fahren, die Eltern zu besuchen oder \u00e4hnliches. Hast du v\u00f6llig recht. Also das Auto bleibt auch in Zukunft von zentraler Bedeutung. Und nochmal, wir k\u00f6nnen, beziehungsweise wir sollten jetzt dar\u00fcber nachdenken, ob es immer das eigene Auto sein muss. Achso, also du meinst, dass man sich eins leitet, also den Carsharing-Gedanken? Genau, also der Gedanke ist ja an sich auch nicht neu. Also schon, ich glaube es war 2009, hat mal das Time-Magazin zehn Ideen ver\u00f6ffentlicht, um die Welt zu ver\u00e4ndern. Und schon damals war eine davon das gemeinschaftliche Nutzen von Gegenst\u00e4nden, wie auch dem Auto. Oder einfach ausger\u00fcckt, dass man gesagt hat, man muss die Sachen eher nutzen, als besitzen. Die Vorteile sind relativ klar. Also man verbindet jetzt finanzielle Aspekte, man spart dadurch in der Regel Geld. und man hat eben diese Ressourcen sparenden Motive. Wenn ich mir jetzt die Zahlen wieder anschaue, also ein Carsharing-Auto ersetzt zwischen vier und zehn Privatautos. Wenn ich mir jetzt \u00fcberlege, ich glaube ein normales Auto wiegt irgendwie wahrscheinlich eine Tonne. Das hei\u00dft, wir sparen zwischen vier und zehn Tonnen Ressourcen ein. Dazu k\u00f6nnten wir jetzt auch mal, was ja oftmals vergessen wird, auch \u00fcber den Fl\u00e4chenverbrauch reden. In Deutschland, wenn wir diese 49 Millionen Autos nehmen, die stehen durchschnittlich \u00fcber 23 Stunden am Tag einfach rum. Also werden nicht bewegt. Nat\u00fcrlich in der Regel auf \u00f6ffentlichem Grund und Boden. Wir brauchen also wirklich, wirklich viel Platz. Und wenn wir jetzt den Sharing-Gedanken, den du angesprochen hast, uns wenn wir es nochmal von Zahlen anschauen, wir haben ja schon in Deutschland jetzt \u00fcber dreieinhalb Millionen Carsharing-Kunden. Ein Nachteil dabei ist aber, das muss man ganz klar sagen, nur in jeder zw\u00f6lften Kommune gibt es \u00fcberhaupt ein Angebot. Also klassisch eben in den Gro\u00dfst\u00e4dten beziehungsweise in den St\u00e4dten mit \u00fcber 100.000 Einwohnern wahrscheinlich. Das ist eben nicht genug. Also da muss die Industrie wirklich Vorreiter sein. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir jetzt noch nicht immer alles der Industrie zuschieben. Wir k\u00f6nnten es ja auch anfangen, privat zu organisieren. Wenn ich jetzt bei mir selber anfange, in der Stra\u00dfe, in der ich wohne, gibt es zw\u00f6lf H\u00e4user mit 14 Autos. Dass alle davon gleichzeitig unterwegs sind, das kommt wahrscheinlich nie vor. Also w\u00fcrden wahrscheinlich locker, wei\u00df nicht, zehn Autos ausreichen, was einer Reduzierung um ein Drittel entspricht. In einer Stra\u00dfe, ohne jetzt wirklich gro\u00dfe Einschr\u00e4nkungen, in neuen Neubaugebieten. So was \u00fcbrigens schon oftmals mitgedacht. Also da k\u00f6nnte ich oder andere wahrscheinlich noch sehr stark davon lernen. Mit Blick auf die Uhr, lieber Uli, interessiert mich noch ein Punkt, den du eingangs genannt hast. Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei der Mobilit\u00e4t der Zukunft? Ja, ich erwarte hier einige Chancen durch. Das muss ich wirklich sagen. Vielleicht zwei Punkte, die wir noch kurz ansprechen. In Zukunft muss vieles einfacher werden, wenn es um die Nutzung von Mobilit\u00e4tsangeboten geht. Also ich mich so selber anschaue und ich wei\u00df nicht, wie es dir da geht, aber an sich nervt es mich, dass ich bei jedem Anbieter, egal ob ich jetzt mit der Bahn fahre, ob ich mir einen Mietwagen nehme, ob ich einen E-Roller mir leihe, ob ich ein Leihfahrrad habe, ob ich Bus und Bahn, jedes Mal muss ich mich irgendwie mit dem Handy anmelden, muss ein Konto anlegen, muss meine Bankdaten hinterlegen. Ich dann \u00fcberhaupt, und ich kriege noch irgendwelche Best\u00e4tigungs-Mails, ich dann \u00fcberhaupt mal das Ticket nutzen kann. Und das muss ich auch in jeder Stadt neu machen. Also es ist nicht mal da irgendwie zentral. Das halte ich wirklich f\u00fcr nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Also ich w\u00fcnsche mir schon und ich hoffe, dass es irgendwann eine App gibt, die alles verbindet. Nat\u00fcrlich wei\u00df ich, kommen jetzt wieder die Argumente und der Datenschutz und das Betriebsgeheimnis und die Transparenz. Und das kann doch alles sich nicht wirklich so einfach umsetzen lassen. Aber wenn wir ehrlich sind, das interessiert doch nicht den Nutzer. Also man muss es doch einfach hinkriegen, dass das alles einfacher wird. Da w\u00fcrde ich wirklich auf die Digitalisierung setzen. Und ein anderer Bereich, den wir jetzt auch nicht thematisiert haben, auf den ich pers\u00f6nlich sehr stark hoffe, ist das selbstfahrende Auto. Also wie gesagt, ich glaube nicht, dass es ganz ohne Auto in naher Zukunft oder mittlerer Zukunft gehen wird. Und wenn ich dann schon ein Auto nutze oder brauche, dann w\u00e4re es doch super, wenn das irgendwie anders gestaltet wird als heute. Also ich f\u00fcr mich selber, ich wohne am Stadtrand. Wenn ich jetzt, sagen wir mal, ein Auto herbeirufen w\u00fcrde und das w\u00e4re in 15, 20 Minuten dann vielleicht da. Ich kann frei w\u00e4hlen, ob ich jetzt damit zum Einkaufen gehen m\u00f6chte, ob ich aber auch vielleicht die Abf\u00e4lle zum Recyclinghof bringen m\u00f6chte, ob ich mit Pia irgendwie in ein schicke Restaurant gehen will, also ob ich das alleine nutzen will, zu zweit, oder ob ich mit Freunden unterwegs bin. Nat\u00fcrlich m\u00fcsste es dann noch g\u00fcnstiger sein als ein Taxi, sonst w\u00e4re es ja nicht wirklich was Neues. Das w\u00e4re f\u00fcr mich wirklich eine Weiterentwicklung. Das w\u00fcrde meinen Bed\u00fcrfnissen entsprechen. Ich muss nicht mehr selber fahren. Das w\u00e4re f\u00fcr mich ein Modell f\u00fcr die Zukunft. Und ich sage es offen, wenn es sowas g\u00e4be, dann schaffe ich morgen auch unser eigenes Auto ab. Sprechen wir von Zukunftsmusik und kommen zu unserer Kategorie Was kommt, was bleibt, was geht. Uli, was bleibt? Der Mensch war ja mobil, ehe er sesshaft wurde. Also auch in Zukunft ist und bleibt Mobilit\u00e4t ein menschliches Grundbed\u00fcrfnis. Und damit einhergehend nat\u00fcrlich aus einer Art Grundrecht. Und das d\u00fcrfen wir wirklich nie vergessen. Auch in Zukunft muss jeder frei entscheiden d\u00fcrfen, wie er sich fortbewegt und hierzu nat\u00fcrlich auch dann die M\u00f6glichkeiten \u00fcberhaupt bekommen. Was geht? Ich glaube, die Besitzverh\u00e4ltnisse werden sich \u00e4ndern. In Zukunft geht es seltener darum, mit dem eigenen Transportmittel unterwegs zu sein, sondern was wir heute so ein bisschen besprochen haben, schnell, unkompliziert, sicher, nachhaltig, aber auch g\u00fcnstig von einem Ort zum n\u00e4chsten zu kommen. Und mit Blick in die Zukunft, was kommt? Was wir ganz am Anfang gesagt haben, es darf nicht darum gehen, mit welchem Antrieb jetzt mein Auto f\u00e4hrt. Das w\u00fcrde einer ver\u00e4nderten Mobilit\u00e4t nicht gerecht werden. Das w\u00e4re irgendwie eine Art Marketinginstrument, das w\u00e4re jetzt umsteigen von Diesel oder Benziner auf E oder Hybrid oder sonst irgendwas. Sondern wenn es um die Zukunft geht, muss Mobilit\u00e4t neu gedacht werden. Mit weniger Fahrzeugen auf weniger Stra\u00dfen, bei gleicher, vielleicht aber auch sogar intensiverer Nutzung. Und den Platz, den wir dann einsparen, der muss dann eben neu genutzt werden f\u00fcr Naherholung oder f\u00fcr andere sinnvolle Dinge. Dazu passt ganz gut mein Funfact, das Zitat von Henry Ford, dem amerikanischen Automobilpionier. Er sagte vor rund 100 Jahren, wenn ich die Leute gefragt h\u00e4tte, was sie wollen, h\u00e4tten sie gesagt, schnellere Pferde. In diesem Sinne sollten wir uns trauen, ungew\u00f6hnliche Zukunftsszenarien zu zeichnen und weiterhin um die Ecke denken. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann lass doch gern ein Like da. Und um nichts mehr zu verpassen, vergiss nicht, uns zu abonnieren. Solltest du eine Zukunftsfrage haben, kannst du mir gerne direkt schreiben. Meine Mailadresse steht in den Shownotes. Bis zum n\u00e4chsten Mal, tsch\u00fcss und auf Wiederh\u00f6ren. Bis zum n\u00e4chsten Mal. 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