{"id":3691,"date":"2022-04-12T20:59:59","date_gmt":"2022-04-12T18:59:59","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft.ideenbude.de\/?p=3691"},"modified":"2026-07-21T19:40:12","modified_gmt":"2026-07-21T17:40:12","slug":"podcast-the-future-of-the-family-what-will-it-look-like-in-the-future","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/podcast-die-zukunft-der-familie-wie-wird-sie-kuenftig-aussehen\/","title":{"rendered":"The future of the family \u2013 what will it look like in the future?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>How is the composition of the family changing? Is it even a discontinued model, or is it experiencing a renaissance? What role do money, choice of partner and courage play? In this podcast episode, find out what reasons Germans have for not having children of their own, what influence education has on families and starting a family and what happens to our society if nothing happens.<\/p>","protected":false},"author":34,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[68],"class_list":["post-3691","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-gesellschaft-familie"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 1 - Folge 05","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<iframe style=\"border-radius:12px\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/04fh2uC7asL3HBEZXafPOF?utm_source=generator&theme=0\" width=\"100%\" height=\"152\" frameBorder=\"0\" allowfullscreen=\"\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\"><\/iframe>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/728427-m-66e9944ac026aa4bb7c1128e956a79b2.mp3","podcast_transcript":"Sp\u00e4ter war alles besser. Der Zukunfts-Podcast f\u00fcr euch. Mit Ayaan und Uli.\n\nHallo und herzlich willkommen zu unserer mittlerweile f\u00fcnften Folge. Heute spreche ich mit Uli \u00fcber die Zukunft der Familie. Wie ver\u00e4ndert sich die Zusammensetzung? Ist sie ein Auslaufmodell oder hat sie Zukunft? Welche Rolle spielen Geld, Partnerwahl und Mut? Uli, sag doch bitte mal zum Einstieg, warum hast du dieses Forschungsfeld gew\u00e4hlt? Ganz ehrlich, weil die Familie f\u00fcr mich selber im Zentrum meines Lebens steht. Damit meine ich jetzt nicht nur meine eigene Familie mit meiner Frau, unseren beiden Kindern, aber auch wirklich meine Verwandtschaft, meine Wahlfamilie, also Freunde, Nachbarn, meine Lieblingskolleginnen. Also das ist wirklich ein gro\u00dfes Thema f\u00fcr mich. Und Familie ist nat\u00fcrlich auch ein Bestandteil des demografischen Wandels. Und den sehe ich wirklich als vielleicht die gr\u00f6\u00dfte Ver\u00e4nderung f\u00fcr die Zukunft an. Dieser Wandel wird wirklich unser Land, aber auch unser aller Leben pr\u00e4gen. Darum sollten wir jetzt anfangen, uns auch vorzubereiten. Aber Uli, Moment mal, demografischer Wandel, das klingt ja nun gar nicht nach Zukunftstrend, hartgesprochen eher nach eingestaubt und langweilig, denn dar\u00fcber spricht man ja schon seit Jahrzehnten. Wieso meinst du, ist es dennoch relevant? Du hast nat\u00fcrlich v\u00f6llig recht. Also es ist Mitte der 60er, Ende der 60er Jahre, Pillenknick, Geburtenquote ist deutlich zur\u00fcckgegangen. Wenn ich mir so anschaue, das ist ja auch seit meiner Geburt, also seit Anfang der 70er Jahre, es mehr Sterbef\u00e4lle als Geburten gibt. Du hast v\u00f6llig recht. Also es ist wirklich lange bekannt. Es existiert auch schon relativ lange. Aber genauso lange wurde es eben vernachl\u00e4ssigt. Also Adenauer, klar, das war auch noch in den 50er Jahren, hat mal gesagt, Kinder bekommen die Menschen immer. Und das war so das Motto, wonach die Politik auch gelebt hat. Aber das ist eben schon seit Jahrzehnten nicht mehr der Fall. Zus\u00e4tzlich werden wir auch noch immer \u00e4lter. Auch das ist nichts Neues. Aber man hat sich eben doch wenig darauf vorbereitet. Man k\u00f6nnte es auch hart sagen, vielleicht nicht ausreichen von politischer Seite genauso wie aber von pers\u00f6nlicher Seite. Vergiss nicht, also die h\u00f6chste Wahrscheinlichkeit, dass wir beide sterben, ist in dem Jahr, wo wir in Rente gehen. Und insofern auch wir m\u00fcssen uns darauf vorbereiten, wie wir den Ruhestand gestalten wollen. Ist ja zum Gl\u00fcck noch ein bisschen h\u00e4ngig. Ja, Gott sei Dank. Bevor wir da jetzt noch tiefer einsteigen, Uli, wie immer in unserem Podcast, nennen uns schon mal drei Fakten vorab, die jeder wissen sollte. Als erstes w\u00fcrde ich die Rahmenbedingungen nennen. Also die Weltbev\u00f6lkerung wird in diesem Jahrhundert weiter wachsen und mehr Menschen auf unserem Planeten. Deutschland wird aber schrumpfen. Der zweite Punkt w\u00e4re f\u00fcr mich, dass viele B\u00fcrger Angst haben, Nachwuchs zu bekommen. Und drittens, ja so ein bisschen, weil ich auch Optimist bin, ich bin wirklich fest davon \u00fcberzeugt, die Familie wird eine Renaissance erleben. Da muss ich jetzt gleich nachfragen. Du sagst, die Weltbev\u00f6lkerung w\u00e4chst und Deutschland schrumpft. Hast du hierzu ein paar Zahlen? Ja, ich habe ein paar Zahlen mal rausgesucht. Also die erste Milliarde Menschen, die gab es vor ungef\u00e4hr 200 Jahren auf unserem Planeten. Das ist jetzt nat\u00fcrlich relativ lange her. Die zweite Milliarde, die wurde dann vor 120 Jahren erreicht. Also man merkt schon, da war ein gro\u00dfer Abstand dazwischen, dass eben von einer zu zwei Milliarden Menschen es ging. Dann ging es relativ rasant. Also innerhalb von 50 Jahren gab es dann schon vier Milliarden Menschen. Und so in den 70er Jahren wurde das erreicht. Und seitdem so alle 13 Jahre, dass eine weitere Milliarde dazu kam. Also in immer k\u00fcrzeren Zeitr\u00e4umen gab es immer mehr Menschen. Heute stehen wir bei knapp acht Milliarden. Die UN sagt, Ende des Jahrhunderts werden wir bei elf Milliarden stehen. Also das sieht man wirklich schon, dass die Weltbev\u00f6lkerung weiter w\u00e4chst. Danach verlangsamt es sich dann. Also dann haben wir den H\u00f6hepunkt erreicht zu Ende des Jahrhunderts. Und in Deutschland sieht es eben ganz anders aus. Hier wuchs die Bev\u00f6lkerung so von den 50er Jahren bis in die Gegenwart relativ konstant an. Also von 70 auf \u00fcber 83 Millionen. Das war eine gute Entwicklung. Aber eben schon in den kommenden Jahrzehnten wird Deutschland teilweise massiv an Mitb\u00fcrgern verlieren. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass wir zehn Millionen verlieren dieses Jahrhunderts. Also das ist schon enorm. Und das ist jetzt schon ein Wanderungssaldo von 150.000 pro Jahr eingerechnet. Also in Deutschland wird wirklich es weniger Menschen geben. Aber es ist doch so, dass wir alle immer l\u00e4nger leben. Wie kommt es denn dann, dass die Weltbev\u00f6lkerung in ein bisschen weiterer Zukunft sinken wird? Aber in Deutschland ist es ja schon jetzt der Fall, oder? Grunds\u00e4tzlich hast du recht. Also wir leben in der Tat immer l\u00e4nger. Es gibt die Faustregel, dass jedes Jahr die Lebenserwartung um knapp drei Monate steigt. Hat eben in der Konsequenz dann auch die Folge, wenn jetzt jemand dieses Jahr Nachwuchs bekommt oder nach vier Jahren l\u00e4nger wartet, dessen Kind wird dann statistisch schon wieder ein Jahr l\u00e4nger auch leben. Das ist nat\u00fcrlich eine enorme Entwicklung. Aber die Geburtenquote, die sinkt eben weltweit. Im Moment liegt sie, wenn wir alle L\u00e4nder zusammenz\u00e4hlen, bei 2,5 Kindern pro Frau. W\u00fcrde sie jetzt so hoch bleiben, dieses Jahrhundert, dann h\u00e4tten wir Ende des Jahrhunderts 26 Milliarden Erdenb\u00fcrgers. Das w\u00e4re nat\u00fcrlich deutlich zu viel. Insofern ist es gut, dass die sich auch insgesamt reduziert auf 2,0 kann man immer sagen. Also fast eine normale Reproduktionsrate. Nat\u00fcrlich sind L\u00e4nder davon sehr unterschiedlich betroffen. Also China zum Beispiel verliert eine halbe Million Einwohner bis zum Ende des Jahrhunderts. Das ist nat\u00fcrlich schon enorm. Also die Alten sterben einfach weg, halt gesprochen? Naja, ganz so hart kann man es schon ausdr\u00fccken. Da hast du recht. Also es ist sicherlich so, dass viele \u00c4ltere dann irgendwann ja nat\u00fcrlich sterben. Aber Hauptgrund ist eben, dass wenig Kindern nachkommen. Also in Deutschland ist es so, dass seit Anfang der 70er Jahre die Geburtenquote eben um die 1,5, 1,6 liegt. Das wird teilweise kompensiert durch die Zuwanderung. Vergessen wir nicht, jeder siebte Einwohner Deutschlands ist nicht in Deutschland geboren oder besitzt eben nicht die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft. Das sind 12 Millionen Mitb\u00fcrger. Und allein dieser Tatsache ist es eben zu verdanken, dass Deutschland bisher nicht dramatisch geschrumpft wird. Was ich immer ganz interessant finde, ist beim Thema Geburtenquote, wo du das jetzt ansprichst, immer wer die Kinder in Deutschland bekommt. Also da gilt nach wie vor die einfache Faustregel. Je h\u00f6her die Bildung, desto seltener Kinder. Also fast jede zweite Frau mit Uniabschluss bleibt Zeitlebens ohne eigenen Nachwuchs. Was? Echt? Und wie kommt das denn, dass jetzt gerade die besser gebildeten Frauen keine Kinder bekommen? Man kann sagen, die Bildungsexplosion hat vor allem bei Frauen stattgefunden. Also es ist ja heute schon so, dass wir mehr Abiturientinnen haben, mehr weibliche Studierende, dass Frauen vom einfachsten Schulabschluss bis zur Promotion die besseren Noten haben. Also die Zukunft ist da einfach sehr weiblich gepr\u00e4gt. Und dadurch ver\u00e4ndert sich nat\u00fcrlich auch die Partnerauswahl. War es in der Vergangenheit ja oftmals so, dass Frauen nach oben geheiratet haben. Also die Krankenschwester hat den Arzt geheiratet oder die Sekret\u00e4rin, den Manager. Oder das wird in Zukunft eben andersrum sein. Da wird die \u00c4rztin. Das h\u00f6rt sich jetzt aber schon ziemlich hart an, irgendwie nach oben und unten heiraten. Ja, aber das m\u00fcssen wir wirklich lernen. Und da sind nat\u00fcrlich beide Geschlechter mitnichten drauf vorbereitet. Also f\u00fcr M\u00e4nner ist es ja eine Ego-Geschichte, wenn die Frau mehr verdient. Und viele M\u00e4nner haben da wirklich Probleme mit. Frauen, jetzt k\u00f6nnte man etwas, ja nicht ganz, vielleicht mit dem Augenzwinkern sagen, Frauen langt es eben nicht aus, dass der Mann gut aussieht. Sie wollen sich auch mit dem unterhalten k\u00f6nnen. Und das f\u00fchrt nat\u00fcrlich einfach zu Ver\u00e4nderungen in der Partnerschaft. Also du sagst, die besser gebildeten Frauen bekommen keine Kinder, weil sie nicht den richtigen Partner finden? Ist also wirklich mit der h\u00e4ufigste Grund. Und insofern muss da wirklich auch von beiden Geschlechtern umgedacht werden. Und nat\u00fcrlich m\u00fcssen auch neue Modelle her, dass es in Zukunft einfach gleichberechtigt an Partnerschaften zugeht. Gibt es denn noch andere gro\u00dfe Unterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nner, gerade wenn es um den Kinderwunsch geht? Auf jeden Fall. Also M\u00e4nner nennen wirklich signifikant h\u00e4ufiger finanzielle Aspekte gegen Kinder. Sie haben eben Angst, nicht mehr der Versorger der Familie sein zu k\u00f6nnen und den Kindern nicht gen\u00fcgend zu bieten. Das hat nat\u00fcrlich auch viel mit dem Anspruch zu tun, den man heute hat, wenn man Kinder hat. Ich wei\u00df, ich bin aufgewachsen und habe mir mit meinen beiden Schwestern das Kinderzimmer geteilt. Das w\u00e4re heute wahrscheinlich bei den meisten nicht mehr so wirklich das, wonach man strebt. Und Frauen ja das, was wir eben besprochen haben, also nennen deutlich h\u00e4ufiger eben, dass sie nicht mehr den richtigen Partner finden. Das kann eben dazu auch f\u00fchren, dass sich einiges in Zukunft ver\u00e4ndert, dass Rollenmodelle \u00fcberholt sind, dass es heute ja schon so ist, dass 70 Prozent aller M\u00fctter arbeiten gehen, 40 Prozent allerdings nur in Teilzeit. Also da zeichnet sich eben doch der Wandel recht langsam oder verzieht sich der Wandel recht langsam. Andererseits haben wir ja auch jetzt schon nat\u00fcrlich eine V\u00e4tergeneration, die zumindest theoretisch mehr Zeit gerne mit den Kindern verbringen m\u00f6chte, sich st\u00e4rker an der Erziehung beteiligen m\u00f6chte. Und wenn ich mir jetzt die Zahlen anschaue, ist ja schon immerhin der Fall, dass jeder dritte Vater schon mal ein bisschen Elternzeit nimmt. Du hast gerade gesagt, 40 Prozent der Frauen arbeiten nur in Teilzeit. Das h\u00f6re ich \u00f6fters mal und das st\u00f6\u00dft mir so ein bisschen auf, weil mit einem kleinen Kind in Vollzeit zu arbeiten, das ist doch sicherlich kein Wunsch, sondern wenn dann eine Notwendigkeit, oder? Also um das Einkommen zu sichern oder um den Job zu sichern. Gerade mit einem kleinen Kind m\u00f6chte man doch auch seine Freizeit verbringen. M\u00fcsste es daher deswegen nicht viel mehr darum gehen, wie viele M\u00e4nner in Teilzeit arbeiten, anstatt dar\u00fcber zu sprechen, wie viele Frauen in Vollzeit arbeiten? Also wei\u00dft du, was ich meine? Hast du v\u00f6llig recht. Also das w\u00e4re wirklich ein Modell, \u00fcber was man in Zukunft intensiver nachdenken m\u00fcsste und was mehr in den Vordergrund auch ger\u00fcckt werden m\u00fcsste. Jetzt kann man sich nat\u00fcrlich \u00fcberlegen, wie so eine Art Idealszenario f\u00fcr die Zukunft auch aussehen w\u00fcrde. Vielleicht m\u00fcsste man auch wegkommen von dieser Geschlechterdiskussion, als man einfach auch mal dr\u00fcber nachdenkt, dass es eine Zeit gibt, in der vielleicht beide nur Teilzeit arbeiten und sich die Kindererziehung den Haus erteilen. Dann vielleicht aber auch eine Zeit, in der beide eben Vollzeit arbeiten und das Kind extern betreut wird. Oder im Idealfall dann auch eine Zeit, wo beide gar nicht arbeiten. Also dann wirklich die Familie oder die Partnerschaft wieder im Mittelpunkt steht. Jetzt ist mir klar, dass das sich nicht mal eben so schnell umsetzen, finanzieren oder vielleicht in der Realit\u00e4t leben l\u00e4sst. Aber eine Entwicklung in dieser Richtung, das w\u00e4re eben, was ich mir w\u00fcnschen w\u00fcrde. Denn dadurch w\u00fcrde nat\u00fcrlich auch der Stellenwert der Familie wieder steigen. Der Stress von jedem w\u00fcrde sinken und wahrscheinlich w\u00fcrde sogar die Zufriedenheit dann wieder zunehmen. Aber es ist ja nun mal so, dass die Mehrheit keine Kinder bekommt. F\u00fcr sie existiert dieses Problem also gar nicht erst. Darum noch einmal kurz zur\u00fcck zu diesen. Was spricht denn f\u00fcr den Durchschnittsdeutschen gegen eigene Kinder? Hauptgrund sind wirklich die Kosten. Das muss man ganz klar sagen. Also viele haben das Gef\u00fchl, sich Nachwuchs nicht leisten zu k\u00f6nnen. An zweiter Stelle wird dann die eigene Freiheit genannt. Also man m\u00f6chte unabh\u00e4ngig bleiben. Dann h\u00f6here Bedeutung des Berufes gegen\u00fcber der Karriere. Also einfach eine Priorit\u00e4tenverschiebung. Und dann folgen nat\u00fcrlich noch solche Sachen wie eine Unsicherheit f\u00fcr die Zukunft, vom Klimawandel. Gegenw\u00e4rtig nat\u00fcrlich auch der Krieg, \u00fcber den nachgedacht wird. Fehlender Lebensinhalt durch die Kinder bis hin zur Angst vor Scheidung. Vergessen wir nicht. Ein Drittel aller Familien werden nur von einem Elternteil erzogen. Und das h\u00f6rt sich so an, als ob Angst auch ein zentraler Punkt gegen Kinder ist. Ja genau. Also insgesamt kann man wirklich sagen, ist das der Schl\u00fcsselbegriff gegen Kinder? Die Angst ist omnipr\u00e4sent. Sei es beim Geld, sei es bei der Freiheit, sei es bei den staatlichen Voraussetzungen, sei es bei der Anerkennung, sei es bei diesem Spagat zwischen Job und Familie, sei es bei der Zukunft. Die Angst vor Scheidung, Angst den falschen Partner zu erwischen. Also Angst ist wirklich was ganz Entscheidendes, wenn es um das Thema Kinder geht. Und was ist mit denen, die einfach keine Kinder wollen? Vielleicht, weil sie die auch nicht m\u00f6gen. Das stimmt, die gibt es nat\u00fcrlich auch. Und es gibt auch Untersuchungen dazu, dass bis zu einem Drittel aller jungen Menschen weltweit sich eben mittlerweile bewusst gegen Kinder entscheiden. In Deutschland ist die Zahl jetzt nicht ganz so hoch. Und die Gr\u00fcnde sind daf\u00fcr wirklich auch durchaus nachzuvollziehen. Es ist der Klimawandel, der angef\u00fchrt wird, also eine \u00dcberbev\u00f6lkerung, dass man da entgegenwirken m\u00f6chte. Dass es eine unsichere Zukunft ist, dass es einfach bei den jungen Menschen andere Lebenspriorit\u00e4ten geht. Also dass die lieber vielleicht reisen m\u00f6chten, Geld verdienen m\u00f6chten, ihre Zeit anders nutzen wollen. Das ist ja auch alles v\u00f6llig legitim. Nat\u00fcrlich muss man jetzt auch sagen, das sind immer Momentaufnahmen. Bei vielen \u00e4ndert sich sicherlich auch die Meinung dann noch mit dem Alter oder wenn sie in einer festen Partnerschaft leben. Das ist nat\u00fcrlich nicht in Stein gemei\u00dfelt. Ja, wenn. Wir haben ja gerade dar\u00fcber gesprochen, wenn sie in einer festen Partnerschaft leben.\n\nKleiner Exkurs dazu f\u00e4llt mir gerade ein. Wie findet man denn den richtigen Partner? Das ist auf alle F\u00e4lle anders als in der Vergangenheit. Also ich da so an die eigene Entwicklung denke, so in den 80er Jahren. Da hat man immer gesagt, so 40 Prozent aller Partnerschaften entstehen \u00fcber Freunde oder \u00fcber die Familie. Dann jede dritte Liebe entstand \u00fcber die Arbeit oder an der Uni. Und jede vierte dann eben, wenn man am Wochenende ausgegangen ist oder wenn man gemeinsam Hobbys hatte. All das gibt es heute nat\u00fcrlich auch noch. Aber es wird eben immer unwichtiger. Daf\u00fcr ist es mittlerweile fast jeder Zweite, der sich eben online kennenlernt. Und klar, das erleichtert die Partnersuche enorm, bringt aber eben auch gewisse Herausforderungen, Schwierigkeiten mit sich. Was meinst du da? Eine amerikanische Studie, die relativ aktuell ist dazu, ganz interessant. Die hat gezeigt, dass sich 80 Prozent aller M\u00e4nner, die eben online daten, sich nur f\u00fcr 20 Prozent der Frauen interessieren, die online eben dort aktiv sind. Das ist wirklich schwierig. Also das f\u00fchrt ganz klar zu einer Selektierung, zu einer Spaltung, zu einer Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft. Auch wird dann nat\u00fcrlich wieder vermehrt vieles nur auf das \u00c4u\u00dferliche reduziert. Aber andererseits muss man eben auch die Realit\u00e4t sehen, gerade junge Menschen, die bevorzugen eben diese Anonymit\u00e4t des Internets. Sie wollen lieber erst mal chatten, als sich gleich zu treffen. Aber ich glaube pers\u00f6nlich auch immer, dass ihnen auch so ein bisschen das Grundvertrauen in Beziehungen fehlt, sei es jetzt in Freundschaften oder in der Liebe. Und wieso fehlt das Grundvertrauen? Wir haben da ja schon mal in einem anderen Podcast dr\u00fcber gesprochen, diese German Angst. Also es ist die Angst, entt\u00e4uscht zu werden. Und nat\u00fcrlich, Liebeskummer tut weh. Es tut auch weh, wenn gute Freundschaften enden. Aber es ist eben nat\u00fcrlich auch diese Angst, die da ist, Angst vor Verpflichtung. Und wir leben nat\u00fcrlich auch in einer Art Multioptionsgesellschaft, wollen uns alle Optionen offenhalten. Da passen eben Verl\u00e4sslichkeit, Best\u00e4ndigkeit, zumindest scheinbar nicht mehr so ganz da rein. Dabei ist es ja an sich das, wonach die meisten von uns sich am Ende des Tages doch sehen. Also es ist irgendwie ein bisschen paradox. Einerseits die Angst, andererseits sehen wir uns nach Gemeinschaft. Das passt nat\u00fcrlich nicht wirklich ganz zusammen. Schon, aber das hei\u00dft ja nur, dass man sich an einem gewissen Punkt in seinem Leben nach Gemeinschaft sehnt. Das haben wir ja auch letzte Folge beim Wohnen zum Beispiel besprochen. Und f\u00fcr diese Gemeinschaft gibt es ja diverse Alternativen. Also es muss ja nicht die eigene Familie sein. Freunde, Nachbarn, Gleichgesinnte, die sogenannte Wahlfamilie. Wei\u00dft du, was ich meine? Ja, total. Also das zeigt ja alles nur dieses menschliche Grundbed\u00fcrfnis nach Zusammenhalt oder nach Zusammenleben. Wir wollen eben nicht alleine durchs Leben gehen. Wir wollen die Freuden des Lebens teilen, auch das Leid, das geteiltes Leid, das halbes Leid. Der Mensch bleibt eben ein soziales Wesen und ohne Beziehung will ja an sich keiner auf Dauer leben. Und das ist jetzt v\u00f6llig gleich, ob es jetzt die biologische Familie ist, die Patchwork-Familie oder eben die Wahlfamilie. Und wenn wir jetzt weniger Kinder bekommen und mehr auf die Wahlfamilie, also die Freunde und Nachbarn und Kollegen setzen, wie ver\u00e4ndert das dann die Zusammensetzung unserer Gesellschaft? Das erleben wir heute schon. Also wir haben seit gut zehn Jahren schon in Deutschland mehr Ehepaare ohne Kinder, man spricht immer von diesen Double Income No Kids, also Paare ohne eigene Kinder, als Ehepaare und Alleinerziehende und Patchwork-Familien mit Kindern. Das ist nat\u00fcrlich einfach eine Ver\u00e4nderung innerhalb der Gesellschaft, genauso wie sich die Zusammensetzung beim Alter \u00e4ndert. Als ich geboren wurde, gab es doppelt so viel unter 20-J\u00e4hrige wie \u00fcber 60-J\u00e4hrige. Heute gibt es eben mehr \u00fcber 60-J\u00e4hrige als unter 20-J\u00e4hrige. Wenn wir jetzt in die Zukunft schauen und nehmen wir mal konkrete Zahlen, sagen wir jetzt einfach mal zehn Jahre in die Zukunft, dann haben wir eben fast eine Million weniger unter 30-J\u00e4hrige. Knapp drei Millionen weniger im Alter von 30 bis 64. Daf\u00fcr aber eben auch drei Millionen mehr, die schon im Rentenalter sind. Und f\u00fcr mich eine Zahl, die ich immer ganz interessant finde, ist das Jahr 2035. Das ist jetzt nicht mehr so weit weg. Da wird Deutschland die \u00e4lteste Bev\u00f6lkerung der Welt beheimaten. Wir werden dann acht Millionen sogenannte H\u00f6chstaltrige haben, also Menschen \u00fcber 80 Jahren. Theoretisch k\u00f6nnten dann also in Berlin, Hamburg, M\u00fcnchen, K\u00f6ln und Essen zusammen nur \u00fcber 80-J\u00e4hrige wohnen. Die H\u00e4lfte w\u00e4re davon allerdings pflegebed\u00fcrftig. Auch das darf man nicht vergessen. Aber also nur mehr \u00e4ltere Menschen zu haben, ist ja per se jetzt nicht schlecht. V\u00f6llig richtig. Es gilt ja auch nur auf die zu erwartenden Auswirkungen sich entsprechend vorzubereiten. Also Stichwort Fachkr\u00e4ftemangel. Das ist jetzt ja nicht nur im Pflegebereich, sondern es betrifft nat\u00fcrlich viele Unternehmen, die davon betroffen sind. Uns fehlen eben massiv Arbeitnehmende in Zukunft. und auch die Gesellschaft ver\u00e4ndert sich eben und darauf m\u00fcssen wir uns vorbereiten. Jetzt ein bisschen ketzerisch gesprochen, m\u00fcssen wir mehr dar\u00fcber nachdenken, dass es mehr Altersheime als Kinderg\u00e4rten gibt oder mehr Spielpl\u00e4tze f\u00fcr Senioren als f\u00fcr den Nachwuchs. Das war jetzt aber nicht w\u00f6rtlich, oder? Doch, also glaube ich schon. Wirklich. Und wenn wir jetzt immer nur dar\u00fcber nachdenken, uns um da die junge Generation zu k\u00fcmmern, wir m\u00fcssen uns mehr auf die \u00e4ltere Generation konzentrieren. Dabei gibt es nat\u00fcrlich jetzt, mir finde ich klar, die \u00c4lteren gibt es nicht. Also ein 50-J\u00e4hriger mit einem 65-J\u00e4hrigen und ein 65-J\u00e4hriger mit einem 80-J\u00e4hrigen genauso viel, aber ich f\u00fcrchte ja eher wenig gemeinsam wie jetzt ein 5-J\u00e4hriger mit einem 20-J\u00e4hrigen oder ein 20-J\u00e4hriger mit einem 35-J\u00e4hrigen. Da m\u00fcssen Unternehmen, St\u00e4dteplaner, alle m\u00fcssen da umdenken. Gleichzeitig m\u00fcssen wir aber auch Konflikte entsch\u00e4rfen, also Konflikte zwischen Zielgruppen, zwischen Kinderlosen und Familien, zwischen Jung und Alt und ich sehe nat\u00fcrlich schon die Gefahr, dass gerade im Moment die Politik sich sehr stark auf die Bed\u00fcrfnisse von Kinderlosen, \u00e4lteren Mitb\u00fcrgern konzentriert und Familien, weil sie eben in der Anzahl kleiner werden, so ein bisschen au\u00dfen vor sind. Ja, da hast du recht und gerade was wir angehen m\u00fcssen, du zeigst ja nicht nur Probleme auf, sondern hast ja auch immer L\u00f6sungsans\u00e4tze. Was meinst du, was muss denn ge\u00e4ndert werden? Also ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass der Stellenwert von Familien und Kindern deutlich aufgewertet wird. Derzeit ist es ja leider so, dass die gro\u00dfe, gro\u00dfe Mehrheit, also \u00fcber 90 Prozent der Bundesb\u00fcrger, die wir repr\u00e4sentativ in der Stiftung befragt haben, sagen, Deutschland ist kinderunfreundlich und wenn man ehrlich ist und sich so unser Leben anschaut, das ist ja oftmals so. Also wir haben viele Verbote, was Kinder alles nicht d\u00fcrfen, wenn ich irgendwie, wei\u00df nicht, im Zug nach Berlin sitze oder im Flieger nach M\u00fcnchen und sehe irgendwie viele Anzugstr\u00e4ger da, die gesch\u00e4ftlich unterwegs sind und dann kommt die Mutter mit Kleinkind auf dem Arm rein, die ist ja schon die Panik in den Augen zu sehen, hoffentlich setze sie jetzt nicht neben mir. Ich erinnere mich nur selber so, als wir kleine Kinder hatten und irgendwie Essen waren, dass es irgendwie nicht die netten Tische am Fenster waren, sondern irgendwie eher neben den Toiletten. Wenn in der Nachbarschaft eine neue Kita aufmacht, dann gibt es schnell Proteste. Also Kinder st\u00f6ren einfach viele Bundesb\u00fcrger. Ich glaube, da m\u00fcssen wir umdenken. Der Altbundespr\u00e4sident Herzog hat mal diesen sch\u00f6nen Satz gepr\u00e4gt, Kinderl\u00e4rm ist Zukunftsmusik. Und ich glaube, da hat er wirklich mit Recht. Und ich habe ja das Gl\u00fcck, hin und wieder in den USA zu sein. Und wenn ich da sehe, wie mit Kindern umgegangen wird, das ist einfach was ganz anderes. Also ich erinnere mich noch, als die Kinder klein waren und wir dann am Flughafen ankamen, es war selbstverst\u00e4ndlich, dass wir an allen vorbeigehen konnten, dass sich da keiner beschwert hat, sondern dass es halt eben war, ja, deine Kinder haben einen langen Flug hinter sich. Nat\u00fcrlich kannst du jetzt als erstes durch den Zoll und deinen Koffer abholen. Mach das mal in Deutschland, da w\u00fcrden sich wahrscheinlich doch der ein oder andere beschweren. Also ich w\u00fcrde mir insgesamt w\u00fcnschen, dass die Toleranz steigt zum Wohle der Gemeinschaft, aber nat\u00fcrlich auch zum Wohle des Einzelnen am Ende des Tages. Ja. Passend dazu, unser Podcast hei\u00dft ja nicht umsonst, sp\u00e4ter war alles besser. Was kann und wird sich dann zum Besseren wenden? Ein Richtungswandel zeichnet sich langsam, aber doch recht stetig ab. Also ich mir die Zahlen anschaue, 2000 sagte nur jeder zweite Bundesb\u00fcrger, dass f\u00fcr ihn Kinder und Familie ein Ziel im Leben sind. Heute sind es eben wieder drei Viertel, also dass die Tarsohle durchstritten, ist deutlich mehr Frauen als M\u00e4nner an der Stelle nochmal. Und setzt sich das wirklich zu Komfort, dann k\u00f6nnte man sagen, in zehn Jahren sind es dann vielleicht sogar vier F\u00fcnftel der J\u00fcngeren, die eher wieder auf Familie setzen. Wir k\u00f6nnen uns aber auch die harten Zahlen anschauen. Also die Anzahl von Ehen nimmt wieder zu, die Anzahl von Scheidungen geht zur\u00fcck, Ehen halten wieder l\u00e4nger, im Schnitt mittlerweile immerhin 15 Jahre, h\u00f6chste Scheidungsrate \u00fcbrigens mit 47. Also f\u00fcr diejenigen, die gerade in diesem Alter sind, da muss man besonders aufpassen. Zwei Drittel aller Scheidungen werden nach wie vor von Frauen eingereicht. Auch da sieht man eine Entwicklung. Aber hoffnungsvoll, weil du ja auch gesagt hast, was wird eben besser hoffnungsvoll, stimmen mich wirklich so diese kleinen Begegnungen, die ich vielleicht auch selber habe. Also wenn ich mit meinen Studierenden am Ende des Studiums spreche und gerade mit den weiblichen Absolventen und denen die Frage stelle, was wollt ihr jetzt eigentlich machen? Wollt ihr arbeiten? Wollt ihr reisen? Wollt ihr leben? Wollt ihr eine Familie haben? Dann h\u00f6re ich eben immer \u00f6fter, dass sie sehr selbstbewusst sagen, ja nat\u00fcrlich bin ich gut ausgebildet. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte ich Geld verdienen. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte ich die Welt kennenlernen, mich selbst verwirklichen. Aber deshalb bin ich eben nicht bereit, meine Beziehung zu beenden oder auf Kinder zu verzichten. Also hierauf m\u00fcssen wir uns einstellen. Die junge Generation macht eben ernst und verlangt auch ganz klar in Zukunft von den Unternehmen diese Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich st\u00e4rker in die Realit\u00e4t umzusetzen, als noch unsere Generationen. Ich w\u00fcrde gerne noch viel l\u00e4nger mit dir dar\u00fcber sprechen, Uli, aber wir neigen uns schon dem Ende der heutigen Folge. Darum zum Schluss wieder unsere Kategorie Was kommt? Was bleibt? Was geht? Uli, was kommt? Entgegen der h\u00e4ufigen Einsch\u00e4tzung ist die Familie kein Auslaufmodell. Also im Gegenteil. Es zeichnet sich wirklich eine Renaissance der Familie ab. Und gerade in unsicheren Zeiten erweist sich die eigene Familie eben doch als verl\u00e4sslicher Ankerpunkt im Leben sehr vieler B\u00fcrger. Das kommt sicherlich in Zukunft wieder. Was geht? Ich glaube, traditionelle Rollenverteilung innerhalb der Familie. Also stattdessen viel mehr Gleichberechtigung. Sogar eher innerhalb der Familie als im Job. Also da wir das alte Modell haben, das wird, glaube ich, eher der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Und was bleibt? Familie ist und bleibt das Wichtigste im Leben. Also da sind sich die B\u00fcrger ganz klar einig. Die Familie ist der Mittelpunkt im Leben. Zum Ende einer jeden Folge habe ich noch einen Funfact f\u00fcr euch. Es gibt zwischen der Lebenserwartung von Menschen und der Anzahl ihrer Kinder einen Zusammenhang. M\u00fctter und V\u00e4ter leben in der Regel l\u00e4nger als Kinderlose. Bleibt gesund und bis zum n\u00e4chsten Mal. Und wenn euch diese Folge gefallen hat, dann lasst doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wird produziert von Podstars. Bei OMR"},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Zukunft der Familie \u2013 Wie wird sie k\u00fcnftig aussehen? - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Wie ver\u00e4ndert sich die Zusammensetzung der Familie? 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