{"id":3693,"date":"2022-03-29T21:19:21","date_gmt":"2022-03-29T19:19:21","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft.ideenbude.de\/?p=3693"},"modified":"2025-10-30T15:16:28","modified_gmt":"2025-10-30T14:16:28","slug":"podcast-the-future-of-housing-how-do-we-want-to-live-in-the-future","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/podcast-die-zukunft-des-wohnens-wie-wollen-wir-kuenftig-leben\/","title":{"rendered":"Podcast: The future of housing - how do we want to live in the future?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>How do we want to live in the future? Digitised and networked, in the countryside or in the city centre, together or even alone? In this podcast episode, find out what demands will be placed on housing, which forms of living are fit for the future and why the distance to the nearest retirement home will be just as important as the distance to the nearest school when looking for a home.<\/p>","protected":false},"author":34,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[68],"class_list":["post-3693","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-gesellschaft-familie"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 1 - Folge 04","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<iframe style=\"border-radius:12px\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/4nplsW4sLUqPxvIQXteHm2?utm_source=generator&theme=0\" width=\"100%\" height=\"152\" frameBorder=\"0\" allowfullscreen=\"\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\"><\/iframe>","pdf-clean":false,"markdown":"","hidden_html":"","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/709070-m-bcf1d3a245c179da12b5ce3e47e66849.mp3","podcast_transcript":"Sp\u00e4ter war alles besser. Der Zukunfts-Podcast f\u00fcr euch. Mit Ayaan und Uli.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Heute sprechen wir \u00fcber die Zukunft des Wohnens. Ein Thema, das wirklich jeden von uns betrifft. Hierbei stellen wir wieder den Menschen in den Mittelpunkt. Wie wollen wir wohnen? Welche \u00c4ngste, W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse haben wir? Die wirtschaftlichen Aspekte sind uns nat\u00fcrlich auch bewusst. Sie sollen aber heute nicht eine entscheidende Rolle spielen. Uli, wieso untersuchst du das Wohnen? Wohnen ist ein zentrales Grundbed\u00fcrfnis. Und daran wird sich auch in Zukunft nichts \u00e4ndern. In Deutschland, kann man immer sagen, verbringt man zwischen Geburt und Tod \u00fcber 60 Prozent der Lebenszeit in den Wohnr\u00e4umen. Und das steigt sogar noch fast jedes Jahr weiter an. Zus\u00e4tzlich verbringen wir dann nochmal so zwischen 10 und 15 Prozent im direkten Wohnumfeld. Man sieht wirklich da die gro\u00dfe zeitliche Bedeutung. Unser Haus ist aber nat\u00fcrlich auch Ort f\u00fcr famili\u00e4re Beziehungs-, Erziehungsphasen. Dar\u00fcber hinaus treffen wir dort andere, verbringen einen Gro\u00dfteil unserer freien Zeit dort. In den letzten zwei Jahren durch Corona ist nat\u00fcrlich auch nochmal die Bedeutung des eigenen Heims klar gestiegen. In der Pandemie wurde jetzt renoviert, das eigene Heim versch\u00f6nert, der Kontakt zur Nachbarschaft gepflegt und nochmal mehr Zeit zu Hause verbracht. Abgesehen jetzt von dieser zeitlichen Perspektive ist das Thema Wohnen nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Politik, f\u00fcr Unternehmen relevant. Stichworte St\u00e4dtewachstum oder Abwanderung, Nahversorgung oder Naherholung, Erreichbarkeit, Homeoffice. Nat\u00fcrlich auch das Thema Bezahlbarkeit. Also alles in allem zusammengefasst kann man sagen, Wohnen ist ein zentraler Punkt in unserem Leben. Kannst du schon mal wieder drei wichtige Aspekte oder Entwicklungen beim Thema Wohnen f\u00fcr uns am Anfang zusammenfassen? Erstens w\u00fcrde ich sagen, der Bezug zur Natur ist beim Thema Wohnen zentral. Also wirklich eine zentrale Bedeutung. Zweitens w\u00e4re f\u00fcr mich das Wichtige, wo du wohnst, die Frage ist, mit wem du eigentlich wohnst. Und drittens, da glaube ich schon, dass Smart Home in Zukunft, gerade auch unter Genachhaltigkeitsgesichtspunkten, immer relevanter werden wird. Und wie so oft habe ich eingangs eine pers\u00f6nliche Frage an dich. Wie wohnst du zurzeit? Ich habe das gro\u00dfe Gl\u00fcck, in einem eigenen Haus mit Garten zu wohnen. Und das muss man aber dazu sagen, das ist f\u00fcr mich etwas ganz Neues. Also aufgewachsen bin ich in einer Wohnung, habe mir das Kinderzimmer mit meinen beiden Schwestern geteilt. Als Kind habe ich das sehr genossen. Vielleicht, weil ich auch der J\u00fcngste war. Also meine Schwestern w\u00fcrden es vielleicht anders sehen. Insgesamt war, aber das Wohnen f\u00fcr mich in der Kindheit auch sehr spie\u00dfig, kann man wirklich sagen. Es gab eine Mittagsruhe, geputztes Treppenhaus. Alle Nachbarn, auch von den Erwachsenen, wurden gesiezt. Es gab zahlreiche Verbotsschilder. Wenn ich das heute sehe, da habe ich jetzt nicht nur den Luxus des eigenen Gartens oder meine Kinder haben jeder ihr eigenes Zimmer. Ich habe Platz im Keller f\u00fcr eine eigene Werkstatt und habe sogar einen Flipper im Keller stehen. Mit den Nachbarn duze ich mich. Wir treffen uns regelm\u00e4\u00dfig, ob wir zum Spielerabend oder ein Stra\u00dfenfest. Also da habe ich schon wirklich sehr viel Gl\u00fcck, das muss ich sagen. Und das ist ja auch so das Idealszenario f\u00fcr die meisten Deutschen, oder? Also Eigenheim mit Garten, bisschen Platz f\u00fcr die Hobbys. Aber dennoch wohnt aktuell in Deutschland jeder Zweite zur Miete. Und das ist im europ\u00e4ischen Vergleich \u00fcbrigens der h\u00f6chste Wert. Aber bevor wir gleich weiter zu den zuk\u00fcnftigen Entwicklungen beim Wohnen kommen, einmal Datenabgleich. Wie sieht es heute aus? Wie wohnen wir? Ich habe im Vorfeld ein bisschen mal ein paar Sachen nachgelesen. Es gibt ja diesen statistischen Warenkorb, wof\u00fcr wir unser Geld ausgeben. Im Moment ist es so, dass wir 37 Prozent unseres Einkommens f\u00fcrs Wohnen ausgeben. Jeder f\u00fcnfte Bundesb\u00fcrger, der wird sogar \u00fcberdurchschnittlich durch die Wohnkosten belastet. Das hei\u00dft, der gibt mehr als 40 Prozent des frei verf\u00fcgbaren Einkommens f\u00fcrs Wohnen aus. Auff\u00e4llig ist auch, dass in lediglich jedem vierten Haushalt noch mehr als zwei Personen leben. Vor 20 Jahren war das noch in jedem dritten Haushalt. Dagegen steigt nat\u00fcrlich der Anteil der Single-Haushalte jedes Jahr an. Und durchschnittlich leben wir auf 49 Quadratmeter pro Person. Auch da wieder der Blick in die Vergangenheit. Vorm Vierteljahrhundert waren es noch 10 Quadratmeter pro Person weniger. Also kann man dann sagen, dass das Wohnen teurer wird, weil wir immer mehr Platz beanspruchen? K\u00f6nnte man dann auch die Gleichung aufstellen, dass wir wieder mit mehr Menschen zusammenleben m\u00fcssten? Also es muss mehr WGs geben? M\u00fcssten w\u00fcrde ich jetzt nicht sagen. Das w\u00e4re sehr stark wertend. Vielleicht k\u00f6nnte man sagen, k\u00f6nnten oder sollten. Dabei stehen aber jetzt nicht nur die finanziellen Aspekte im Vordergrund. Das muss man ganz klar sagen. Also Gemeinschaft, Zusammenhalt. Das ist, glaube ich, wenigstens genauso wichtig. Das zeigt sich eben beim Beispiel WGs, die du jetzt eben angesprochen hast. In Deutschland gibt es knapp 5 Millionen Wohngemeinschaften. Jetzt nicht nur irgendwie Studentenwohngemeinschaften, sondern zahlreiche unterschiedliche Arten von WGs. Im Trend liegen zum Beispiel Rentner-WGs. Jeder zehnte Ruhest\u00e4ndler hat daran Interesse. Tendenz steigend. Genauso wie das gemeinsame Wohnen wieder mit der Gro\u00dffamilie. Also Gro\u00dfeltern, Eltern, Kinder zusammen unter einem Dach. Ganz interessant. Das wird \u00fcbrigens besonders im mittleren Alter favorisiert. Also gerade in dieser Phase wollen scheinbar viele so das Angenehme, also den direkten Familienkontakt mit dem N\u00fctzlichen verbinden. Hoffen so ein bisschen Job und Kinder unter einen Hut zu kriegen. Dabei, aber gerade nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Zukunft relevant, die Pflege der eigenen Eltern. Ja, kann ich alles total nachvollziehen. Ich bewerbe mich auch gerade mit meiner Familie auf ein Quartiersprojekt in einer Baugemeinschaft. Und da war dieser Gemeinschaftsgedanke f\u00fcr uns auch echt ganz zentral. Ja, stimmt. Das hast du mir mal erz\u00e4hlt. Also ich kann mich nicht mehr ganz genau erinnern. Was war noch da die Grundidee dahinter? Also die Grundidee oder das Grundproblem besser gesagt ist ja, dass Wohnraum knapp ist. Und auch hier gerade in Hamburg, Grundst\u00fccke, Bauland, unnormal teuer. Und wenn man diese Grundst\u00fccke jetzt an klassische Wohnungsbauunternehmen vergibt, dann spiegeln sich die hohen Grundst\u00fcckspreise und auch die hohen Baukosten ja nat\u00fcrlich in den Mieten wieder. Um das Ganze jetzt irgendwie ein bisschen zu durchbrechen, wurde gesagt, die aktivierten Baulandfl\u00e4chen, also einfach nur Gr\u00fcnfl\u00e4chen, die nicht genutzt wurden, die gibt man an Baugemeinschaften, damit dort nicht einfach nur ein Familienhaus von den Million\u00e4ren hingestellt wird, sondern ein Mehrfamilienhaus in einer Gemeinschaft. Und das k\u00f6nnt ihr einfach so ohne irgendwelche Auflagen? Nicht einfach so. Also es gibt durchaus Auflagen, an die man sich halten muss. Ganz allgemein gesprochen geht es um Screen Living. Also ein m\u00f6glichst nachhaltiges Leben zu etablieren. Das h\u00e4ngt bei den Ressourcen, die man verwendet, an und dass man halt auch so wenig nat\u00fcrliche Ressourcen verbrauchen soll, wenn das Haus dann steht. Also zusammengefasst, sie m\u00fcssen ressourcenschonend gebaut sein und auch ressourcenschonend funktionieren. Und es wird nat\u00fcrlich dann auch Technik eingebaut, wie so in Smart Homes, um energieeffizient zu sein. Aber vor allem geht es dann auch im zweiten Schritt um den Gemeinschaftsgedanken, um den sozialen Gedanken. Also es gibt Gemeinschaftsr\u00e4ume, Gemeinschaftsg\u00e4rten, Carsharing, altersgerechtes Wohnen. Gerade das ist ja zunehmend ein wichtiger Aspekt. Aktuell fehlen \u00fcber 2,9 Millionen altersgerechte Wohnungen. Also umweltgerecht und sozialgerecht. Das ist so zusammengefasst vielleicht. Spannend. Und wenn ich jetzt \u00fcber dieses Projekt spreche, habe ich mir das Gef\u00fchl, das st\u00f6\u00dft auf eine riesige Begeisterung. Warum gibt es das nicht \u00fcberall? Ist das jetzt in meiner Bubble hier nur relevant oder k\u00f6nnte das ein nachhaltiger Zukunftstrend werden? Das kann ich mir schon vorstellen. Also wie du gesagt hast, gerade in Ballungszentren ist ja bezahlbarer Wohnraum knapp. Insofern ist das da sicherlich kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen in verschiedenen Arten von gemeinschaftlichen Wohnprojekten zusammenstie\u00dfen. Hierbei ist dann klar, der pers\u00f6nliche Raum zwar kleiner, also man hat weniger Quadratmeter f\u00fcr sich selbst zur Verf\u00fcgung, aber durch diese gemeinschaftlichen R\u00e4ume ist es zumindest gef\u00fchlt halt viel gr\u00f6\u00dfer und wird entsprechend auch sehr positiv empfunden. Und du hast jetzt eben schon Beispiele aufgef\u00fchrt. Es gibt nat\u00fcrlich andere Sachen noch. Der gemeinsame Partykeller, wenn ich jetzt meinen Sohn fragen w\u00fcrde, w\u00e4re das wahrscheinlich was Wichtiges. Die ausgestattete Werkstatt oder Garage, der Garten, der auch entsprechend der Zusammensetzung dann gestaltet werden kann. Vielleicht in einer bestimmten Phase dann eher Sandkasten und Spielplatz. Dann vielleicht aber auch mal so Gem\u00fcse, Garten, Blumenbeet, Grillplatz. Das kann man sehr sch\u00f6n nat\u00fcrlich in solchen Projekten bestimmen. Und du hast das Thema Sharing eben schon angesprochen. Ganz gleich, ob es jetzt gemeinsame Fahrr\u00e4der, gemeinsame Autos sind, aber auch diese gemeinsame Garagen- und Werkstattgedanke ist nat\u00fcrlich sehr positiv. Nat\u00fcrlich will ich jetzt nicht sagen, dass es f\u00fcr jeden das Nonplusultra ist. Also es h\u00e4ngt viel von der eigenen Einstellung ab. Will man eben dieses gemeinschaftliche Wohnen oder man k\u00f6nnte fast sagen, das gemeinschaftliche Leben haben, rein zahlm\u00e4\u00dfig ist es derzeit sicherlich noch klein. Aber die Lust auf mehr Nachbarschaft steigt. Vielleicht auch so ein bisschen als Familienersatz. Also wir erleben ja seit Jahrzehnten den Trend zur Versingelung der Gesellschaft, den Trend zur Kinderlosigkeit zur Gesellschaft. Also Wahlverwandtschaft wird immer wichtiger. Ich hatte ja gerade aber auch das Thema Smart Homes angesprochen. Da w\u00fcrde ich kurz nochmal nachhaken. Meinst du, das k\u00f6nnte ein fl\u00e4chendeckender Zukunftstrend werden? Ich glaube, in Zukunft wird die zuk\u00fcnftige Wohnwelt deutlich st\u00e4rker durch die Technisierung gepr\u00e4gt sein. Das glaube ich schon. Es gibt ja heute schon eine Reihe von Beispielen von der Steuerung, der Heizung, der L\u00fcftung, der Beschattung, der Beleuchtung. Ich wei\u00df, mein Sohn ruft jedes Mal nur, was Siri gerade mit dem Licht machen soll. Und dann ist das Licht entsprechend an, aus oder teilweise an oder die Farben wechseln. Dann haben wir diese ganzen Informationsunterhaltungsm\u00f6glichkeiten. Das typische E-Commerce. Nat\u00fcrlich ist manches vielleicht eher eine Spielerei. Also es gibt jetzt K\u00fchlschr\u00e4nke, die dann automatisch die Milch nachbestellen. Die Sp\u00fclmaschine, die die Tabs dann gleich neu ordert, wenn die zu Ende gehen. Ob das jetzt am Ende sich durchsetzen wird, das wei\u00df ich nicht. Andere Bereiche sind, glaube ich, deutlich mehr als jetzt irgendwie ein Gadget. Also gerade, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, aber auch um das Thema Sicherheit. Fragen der \u00dcberwachung sind zentral f\u00fcr die B\u00fcrger. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir jetzt auch sagen, Transparenz, Datenschutz, das steht dem gegen\u00fcber. Aber ich glaube, Smart Home wird vor allem in diese Richtung gehen. Eben das Leben einfacher machen, das Leben vielleicht auch ein St\u00fcck weit besser machen und eben auch sicherer. Also welche Wohnw\u00fcnsche haben die B\u00fcrger sonst noch? Wir haben jetzt ja schon \u00fcber Gemeinschaft gesprochen, \u00fcber Sicherheit. Es gibt noch den Wunsch zur Natur. Der ist auch sehr zentral beim Thema Wohnen. Nat\u00fcrlich erlebt jetzt dadurch nicht automatisch das Wohnen auf der Gr\u00fcnfl\u00e4che oder auf dem Land einen gro\u00dfen Boom. Also nach wie vor zieht es die Leute eher in die St\u00e4dte, weil Stand heute eben noch viele Fragezeichen beim Wohnen auf dem Land da sind. Habe ich eine Versorgung vor Ort, also Nahversorgung mit L\u00e4den, mit Schulen? Gibt es ein Kulturangebot? Gibt es einen Sportverein? Nat\u00fcrlich auch die Frage der infrastrukturellen Anbindung. Komme ich unkompliziert in die n\u00e4chstgr\u00f6\u00dfere Stadt? Habe ich eine vern\u00fcnftige Anbindung ans Internet? Also das sind sicherlich Fragen, die gekl\u00e4rt werden m\u00fcssen, bevor das Leben auf dem Land einen gro\u00dfen Boom erf\u00e4hrt. Nichtsdestotrotz dieser Bezug zur Natur schon zentral. Dann glaube ich nat\u00fcrlich schon, dass das Leben in der Stadt weiter ausgebaut werden wird. Also die St\u00e4dte werden sich ver\u00e4ndern. Vielleicht wird auch so der B\u00fcrger sich den \u00f6ffentlichen Raum ein St\u00fcck weit zur\u00fcckholen, dass weniger Platz verbraucht wird, verschwendet wird f\u00fcr den privaten Verkehr, dass es mehr \u00f6ffentlichen Personennahverkehr geben wird. Und insgesamt kann man aber sicherlich sagen, dass der gr\u00f6\u00dfte Trend f\u00fcr die Bundesb\u00fcrger beim Wohnen ist, dass es nicht entscheidend ist, wo du wohnst oder wie du wohnst, sondern ganz zentral ist f\u00fcr die Bundesb\u00fcrger, mit wem sie wohnen. Wie genau meinst du das? Also die Deutschen halten ja wenig von amerikanischen Verh\u00e4ltnissen, bei denen jetzt alle paar Jahre umgezogen wird. Stattdessen ist es eher so wie in S\u00fcdeuropa, dass wir Familienn\u00e4he praktizieren, wo immer es geht. Schon heute wohnen lediglich 10 Prozent der Deutschen, also wirklich nur jeder Zehnte, weiter als zwei Stunden von der eigenen Familie entfernt. Und die H\u00e4lfte der B\u00fcrger wohnt sogar fu\u00dfl\u00e4ufig zu den eigenen Kindern oder beziehungsweise zu den eigenen Eltern hin. Also man merkt wirklich, dass dieser Wunsch nach Familie in Zukunft ganz zentral ist und man m\u00f6glichst nicht alleine wohnen will. Du hast ja gerade von amerikanischen Verh\u00e4ltnissen gesprochen, dass wir Deutschen nicht so oft umziehen. Wie oft ziehen wir denn um im Leben? Im Durchschnitt zieht jeder B\u00fcrger etwa vier bis f\u00fcnf Mal in seinem Leben um. Das hei\u00dft nat\u00fcrlich umgerechnet, dass pro Jahr jeder neunte B\u00fcrger seinen Wohnort wechselt. Wobei das nicht richtig ausgedr\u00fcckt. Also den Wohnort, den wechsel ich nicht unbedingt. Die meisten Umz\u00fcge finden im selben Ort statt. Das habe ich eben schon gesagt, dass wir m\u00f6glichst da wenig Ver\u00e4nderung haben wollen. Und wenn man sich ver\u00e4ndert aufgrund eines Umzugs, dann ist es meistens \u00fcbrigens aus Liebe. Das steht ganz vorne. Dadurch \u00e4nderst du nat\u00fcrlich auch das Wohnen. Da \u00e4ndert sich wahrscheinlich die Gr\u00f6\u00dfe der Wohneinheit. Man legt bestimmte Sachen zusammen. Zweith\u00e4ufigster Grund ist dann beruflich bedingt. Da \u00e4ndert sich relativ wenig, muss man ganz klar sagen. Und im Alter, da ziehen wir Deutschen leider am seltensten um. Und wenn, dann oftmals nicht freiwillig. Dabei w\u00fcrde es nat\u00fcrlich da Sinn ergeben. Gerade mit Auszug der Kinder wird ja immer eine Menge Wohnraum einfach frei und wird dann nicht mehr genutzt. Unser Wohnungsmarkt ist aber nach wie vor so aufgestellt, dass wenn du dann in eine kleinere Wohneinheit ziehst, du meistens genauso viel Miete zahlen musst wie f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfere. Es ist nat\u00fcrlich klar, dass dann kaum jemand umzieht. Also da wird ganz viel Potenzial verschenkt. Bei Eigentum ist es genauso. Da fehlt jede Art von kreativen Angebot. Ich frage mich immer, warum gibt es eigentlich keinen Dienstleister, der die Vermietung des Hauses \u00fcbernimmt und gleichzeitig aber eine passende, altersgerechte Wohnung dann stellt. Stattdessen kriegst du immer nur Angebote, deine Immobilie zu verkaufen oder eben darin dann wohnen zu bleiben. Das hilft nat\u00fcrlich weder, die Wohnungsnot zu lindern, noch hilft es dem Besitzer, ein passendes Wohnangebot zu finden. Es geht ja wirklich darum, bezahlbaren, passenden Wohnraum f\u00fcr die Lebensphase zu finden in m\u00f6glichst einer Nachbarschaft, die zu mir passt. Absolut. Also ich finde gerade Nachbarschaft ist ein ganz wichtiger Aspekt, den du da ansprichst. Denn es geht ja darum, dass man sich wohl f\u00fchlt, wo man wohnt. Und ich wei\u00df, deine Nachbarschaft ist ja wie eine erweiterte Familie f\u00fcr dich. Und auch bei mir hilft man sich aus. Man h\u00e4lt sich einfach wahnsinnig viel in der Nachbarschaft aus. Welche Bedeutung hat die denn zuk\u00fcnftig auf das Wohnen? Die Nachbarschaft erlebt jetzt wirklich nicht erst durch Corona eine Art Renaissance. Man kann sagen, je komplexer und anonymer vieles im Leben wird, desto wichtiger werden pers\u00f6nliche Kontakte im Wohnumfeld. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass knapp zwei Drittel der Deutschen der Aussage zustimmen. Ich entdecke den Wert der Nachbarschaft wieder, weil wir eben zunehmend aufeinander angewiesen sind. Ein bisschen das Motto, ich helfe anderen, damit auch mir dann irgendwann geholfen wird. Das erlebt wirklich eine Renaissance. Das Spektrum dieses Miteinanders, das reicht dann nat\u00fcrlich von bis. Es kann das Blumengie\u00dfen im Urlaub sein. Es k\u00f6nnen gemeinsame Aktivit\u00e4ten sein. Es kann aber auch wirklich das F\u00fcreinander-Dasein- und Aufpassen sein. Und du hast es eben schon gesagt, ich genie\u00dfe es wirklich sehr, dass ich dieses Gl\u00fcck der Nachbarschaft um mich herum wei\u00df. Die Familie meiner Frau, meine Familie wohnen relativ weit weg. Und meine Kinder sehen wirklich die Nachbarn eher als Gro\u00dfeltern, Tanten und Onkels an. Das war f\u00fcr mich damals was v\u00f6llig anderes. Das passt dann ja wieder zu der Wahlverwandtschaft. Ja. Du hast aber ja auch in den USA gelebt. Ist die Nachbarschaft dort anders? Ich kenne das jetzt nur so aus den Filmen. Front Porch, also die Veranda nach vorne, da h\u00e4lt man sich in der Freizeit auf oder man macht hinten gemeinsames Barbecue. Ist das Klischee oder wirklich so? Ich w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte es so erfahren, jetzt haben wir ja in Corona-Zeiten dr\u00fcben gewohnt. Da war nat\u00fcrlich vieles anders. Wir hatten das gro\u00dfe Gl\u00fcck, dass die Vermieter uns einmal durch die Nachbarschaft gef\u00fchrt haben. Das w\u00fcrde ich mir auch in Deutschland w\u00fcnschen, wenn ich umziehe, dass man mal die Ersten gleich kennenlernt. Das war einerseits nat\u00fcrlich nett und hilfreich. Andererseits hatten wir durch Corona-bedingt nach wie vor ganz viele Fragezeichen im Kopf, die glaube ich jeder hat, wenn er umzieht. Also wo kauft man ein? Wir haben uns gefragt, wo k\u00f6nnen wir frisches Brot kaufen? Wo k\u00f6nnen wir die Kinder vielleicht mal zum Eisessen hinschicken? Also viele allt\u00e4gliche Sachen. Was uns dr\u00fcben geholfen hat und was in den USA sehr verbreitet ist, sind digitale Nachbarschaftsnetzwerke. Gerade dort kann man sich halt, wir haben es \u00fcber irgendeine App gemacht, also kann man sich den Rat einholen oder gezielt auch nach bestimmten Sachen suchen. Wir brauchten zwischendurch mal einen Zahnarzt, wir brauchten mal Hilfe vom Handwerker. Und so mit der Kraft des Kollektivs dieser App haben wir dann wirklich viele Informationen gefunden. Das war anders, als wie ich es hier kenne. Das klingt ja alles recht sch\u00f6n. Wir haben jetzt bis jetzt nur \u00fcber die Sonnenseiten beim Thema Wohnen gesprochen. Kommen wir mal zu den Sorgen. Abgesehen von den steigenden Mietpreisen, worauf blicken die Deutschen sorgenvoll, wenn sie an die Zukunft des Wohnens denken? Du hast nat\u00fcrlich v\u00f6llig recht. Also hohe Mieten, das ist die Sorge Nummer eins. Daneben st\u00f6rt aber viele auch der Stress und sie sorgen sich nat\u00fcrlich um ihre Sicherheit. Hin und her gerissen sind zudem viele B\u00fcrger beim Thema Umwelt. Einerseits kritisieren wir ja nur zu gerne die schlechte Luft in der Stadt, den Dreck, den L\u00e4rm, genauso irgendwie Verkehrsprobleme oder Parkplatzprobleme. Andererseits wollen wir alle auch m\u00f6glichst rund um die Uhr, m\u00f6glichst flexibel nach Lust und Laune bei jedem Wetter und jederzeit \u00fcberall mit dem Auto hinfahren, dort dann sofort einen Parkplatz finden, dabei keinen Stau haben. Also das passt nat\u00fcrlich nur bedingt zusammen. Da m\u00fcsste man vielleicht auch selber ein wenig an sich arbeiten. Das nennt man ein Dilemma, ne? Ja. Aber daf\u00fcr gibt es ja einige Bem\u00fchungen schon, also die Natur wieder pr\u00e4senter in der Stadt zu verankern. Durch mehr Parks, mehr Gr\u00fcnfl\u00e4chen, vertikale G\u00e4rten. Welche Rolle spielt die Natur beim Wohnen? Eine Zentrale. Also im Idealfall hat man nat\u00fcrlich den eigenen Garten, den Balkon, die eigene Terrasse. Und wenn das alles nicht gegeben ist, suchen die B\u00fcrger das Naherholungsgebiet, den Park oder eben eine andere M\u00f6glichkeit, in der Natur zu verweilen. Hierbei spielt \u00fcbrigens die Lebensphase \u00fcberhaupt keine Rolle. Ganz gleich, in welcher Lebensphase man sich befindet, alle suchen diesen Naturbezug. Jetzt k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich nach den Gr\u00fcnden fragen. Ich glaube, viele sch\u00e4tzen den Naturbezug auch als Gegenpol zu einer immer schneller drehenden Alltagswelt. In unserem Alltag ist ja vieles mittlerweile digital. Wir verbringen Zeit am PC, viel Zeit am Handy, in den sozialen Medien, also generell online. Und desto mehr steigt eben auch der Wunsch nach einem Kontrast. Ob es jetzt beim Relaxen auf dem Balkon ist, ob es beim Spazierengehen ist, ob es bei der Gartenarbeit ist, ob es beim Kaffee auf der Terrasse ist, ist es ganz gleich. Aber der Wunsch nach einem Kontrast ist schon sehr ausgepr\u00e4gt. Du hast gerade das G\u00e4rtnern angesprochen. Gibt es einen Trend hin zum G\u00e4rtnern? Auf alle F\u00e4lle. Also allein in den letzten, ich glaube, vier Jahren hat sich die Anzahl der G\u00e4rten in Deutschland noch einmal um eine Million erh\u00f6ht. Und auch in den Befragungen der Stiftung fragen wir jedes Jahr ab, wie viele Bundesb\u00fcrger sich regelm\u00e4\u00dfig mit dem G\u00e4rtnern besch\u00e4ftigen. Das ist mittlerweile die H\u00e4lfte der Bundesb\u00fcrger. Dabei ist es jetzt neben der Lust am Anbau nat\u00fcrlich auch, dass das G\u00e4rtnern ein verbindendes Element hat, ist eben mit anderen Menschen mit \u00e4hnlichen Interessen dann auch oftmals im Kontrakt. Du hast vorhin schon das Thema Green Living angesprochen. Also ich glaube, G\u00e4rtnern f\u00f6rdert auch wieder die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr bestimmte Dinge. Es wird eben selbst angebautes Obst und Gem\u00fcse wieder frisch geerntet und verarbeitet, statt jetzt irgendwie \u00fcber Tausende von Kilometern eingeflogen zu werden. Das macht jetzt nicht nur Spa\u00df, sondern steigert eben auch das Bewusstsein und die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr bestimmte Produkte. Aber vom G\u00e4rtnern zur\u00fcck zum Wohnen und zu unserer Kategorie, was kommt, was bleibt, was geht. Wir sind n\u00e4mlich fast schon wieder am Ende der heutigen Folge. Ulli, was kommt? Mehr Nachhaltigkeit beim Wohnen. Also ganz gleich, ob jetzt beim Neu- oder Altbau, B\u00fcrogeb\u00e4ude werden, umweltgerechter werden. Beispiel vielleicht aus den USA. Da ist in einem Staat, in dem ich gewohnt habe, jedes B\u00fcrogeb\u00e4ude muss mittlerweile ein wei\u00dfes Dach haben. Nicht mehr wie bei uns schwarze D\u00e4cher. Ganz pragmatisch. Dadurch muss die Klimaanlage weniger laufen. Dadurch muss man im Winter weniger heizen. Nat\u00fcrlich aber auch beim Thema Nachhaltigkeit bei jedem Einzelnen. Das ist langfristig sowohl f\u00fcr die Umwelt eben besser, aber schon dann auch den eigenen Geldbeutel. Was geht? Ich glaube, im Moment ist es ja so, dass oftmals die Suche nach einem guten Kindergarten, nach Schulen im Vordergrund steht. Ich glaube, das wird in Zukunft nicht mehr ganz so relevant beim Thema Wohnen sein. Wichtiger wird es, glaube ich, sein, was f\u00fcr Pflege- oder Altersheime habe ich in der N\u00e4he. Denn wir haben ja eher die Herausforderung, dass wir die Eltern in Zukunft gerne in unserer N\u00e4he wissen m\u00f6chten. Und bei aller Ver\u00e4nderung, was bleibt? Der Lohn, der Wohnen, aber auch der Freizeitwert werden dar\u00fcber entscheiden, wo die Menschen wohnen. Ist dieses eben an dem Ort oder in der Stadt, wo ich wohne, gut, dieser Dreiklang, dann werde ich da wohnen bleiben und die Gemeinde wird auch weiter wachsen. Zum Ende einer jeden Folge habe ich noch ein Funfact f\u00fcr euch. Wenn du wenigstens sieben Nachbarn duzt, also mit Vornamen ansprichst, ist deine Nachbarschaft um 50% sicherer gegen Einbr\u00fcche. Insofern, trinkt ruhig mal wieder einen Kaffee mit den Nachbarn. Wenn ihr selbst eine Zukunftsfrage habt, dann schreibt mir doch. Meine E-Mail findet ihr in den Shownotes. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann bewertet uns doch bitte. Und um keine mehr zu verpassen, vergesst nicht, uns zu abonnieren. Tsch\u00fcss und bis zum n\u00e4chsten Mal. 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