{"id":3700,"date":"2022-03-15T21:28:56","date_gmt":"2022-03-15T20:28:56","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft.ideenbude.de\/?p=3700"},"modified":"2026-07-21T19:40:12","modified_gmt":"2026-07-21T17:40:12","slug":"podcast-the-future-of-work-how-do-we-want-to-work-in-the-future","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/podcast-die-zukunft-der-arbeit-wie-wollen-wir-kuenftig-arbeiten\/","title":{"rendered":"The future of work \u2013 how do we want to work in the future?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Work is half the battle - we all know this saying. But it hasn't been true for a long time. What does the future of work really look like, what role do people want to play and what influence are major drivers such as digitalisation, demographic change and a young generation that thinks differently? Get the answers in this episode and find out why fun is not a good criterion when looking for a job. You can find further and more in-depth information on our website www.stiftungfuerzukunftsfragen.de and in our book \"Sch\u00f6ne neue Arbeitswelt - was kommt, was bleibt, was geht? https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/newsletter-forschung-aktuell\/278<\/p>","protected":false},"author":34,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[69],"class_list":["post-3700","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-wirtschaft-politik"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 1 - Folge 03","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<iframe style=\"border-radius:12px\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/1rZeQZLzwuLgM38ep5Wgzt?utm_source=generator&theme=0\" width=\"100%\" height=\"152\" frameBorder=\"0\" allowfullscreen=\"\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\"><\/iframe>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/689456-m-06745ea7dfaadd3501735e932c2bc2a5.mp3","podcast_transcript":"Sp\u00e4ter war alles besser. Der Zukunfts-Podcast f\u00fcr euch. Mit Ayaan und Uli.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Heute sprechen wir \u00fcber das Thema die Zukunft der Arbeit. Es ist ein wahnsinnig komplexes Thema, das durch viele Bereiche und Entwicklungen in unserem Leben beeinflusst wird. Demografischer Wandel, Digitalisierung, Automatisierung, Globalisierung, Feminisierung, um nur ein paar zu nennen. Das k\u00f6nnen wir heute nat\u00fcrlich nicht alles abhandeln. Denn darum m\u00f6chten wir uns getreu dem Stiftungsgrundsatz auf den Menschen in der Arbeitswelt konzentrieren. Und wir werden sicherlich zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt nochmal eine andere Folge zum Thema Arbeit aufnehmen. Uli, wie immer am Anfang die Frage an dich. Wieso untersuchst du das Thema Arbeit? Arbeit pr\u00e4gt unser Leben. Einerseits ist es nat\u00fcrlich Mittel zum Zweck. Also unser Einkommen bestimmt in der Regel, wie wir leben und was wir uns leisten k\u00f6nnen. Andererseits, und das darf man nicht vergessen, verbringen wir eben doch einen recht umfangreichen Teil unseres Lebens in den Betrieben, in den Unternehmen, also auf der Arbeit. Dort finden wir dann Anerkennung, pflegen Kontakte zu Kollegen oder Kolleginnen, erleben Freude, aber nat\u00fcrlich manchmal auch Frust und negative Dinge. Spannend f\u00fcr mich ist nat\u00fcrlich immer die Frage, wie geht es eigentlich weiter? Also wie werden und wie du es eben schon gesagt hast, wie wollen wir eigentlich in Zukunft arbeiten? Was ist denkbar? Was ist aber auch unrealistisch? Darum eben das Thema der heutigen Folge. Spannend. Ich freue mich drauf. Aber bevor wir jetzt tiefer einsteigen, wie immer in unserem Podcast, nenne am Anfang schon mal drei spannende Fakten. In Zukunft werden sich, glaube ich, Unternehmen bei Schul- oder Universit\u00e4tsabg\u00e4ngern bewerben, da der Fachkr\u00e4ftemangel doch recht gro\u00df sein wird. Also nicht mehr, wie wir es heute haben, dass sich die Bewerber in den Unternehmen melden, sondern es wird eher umgekehrt sein. Zweitens w\u00fcrde ich sagen, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, da wird in Zukunft wirklich ernst gemacht werden und die Arbeitswelt wird sich dadurch deutlich ver\u00e4ndern, wird sich sicherlich auch deutlich weiblicher gestalten, als es heute ist. Und als dritten Punkt w\u00fcrde ich sagen, Weiterbildung wird wichtiger werden. Und das jetzt nicht nur, weil ich glaube, dass die \u00e4ltere Generation l\u00e4nger in den Betrieben bleiben wird, sondern Bildung wird sich ja insgesamt in Zukunft ver\u00e4ndern. Du hast eben gesagt, die junge Generation will ernst machen mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wollten das die Generationen davor nicht auch schon? Oder was ist jetzt anders an der jungen Generation? Also gerade wenn ich mit meinen Studierenden an der Hochschule spreche, dann kann man schon sagen, dass dieser Wunsch heute deutlich ausgepr\u00e4gter ist. Also dass man das eine f\u00fcr den anderen Bereich so stark zur\u00fcckstellt, wie es vielleicht noch in den Generationen davor war, das ist heute seltener, glaube ich, ausgepr\u00e4gt. Andererseits war nat\u00fcrlich auch fr\u00fcher, dass eher der Verdienst im Vordergrund stand. Und vielleicht hatte man auch nicht immer die Wahl. Also wenn du jetzt wieder historisch weiter zur\u00fcckgehen w\u00fcrdest, dann war es ja immer so, dass was dein Vater von Beruf war, das bist du als Sohn auch geworden. Die Rolle der Frauen war ja noch eine andere in der Arbeitswelt der fr\u00fcheren Zeiten. Aber man war eben doch Schuster, weil der Vater Schuster war oder Handwerker, weil der Vater eben in diesem Bereich t\u00e4tig war. Und selbst so in meiner Generation, da ging es ja eher um die Anerkennung durch den Job. Man war eben Lehrer oder man ist Arzt, man ist Vorarbeiter, Vorarbeiter, man ist der Malermeister ganz gleich. Und das wird, glaube ich, in Zukunft weniger der Fall sein. Wir erleben jetzt eben eine junge Generation, die sehr selbstbewusst auf den Arbeitsmarkt tritt, eigene Bed\u00fcrfnisse in den Vordergrund stellt und auch wahrscheinlich nicht mehr ganz so stark bereit ist, alles einfach hinzunehmen. Apropos hinnehmen, wie sieht das denn bei dir pers\u00f6nlich aus? Ich wei\u00df, du bist ja neben der Arbeit in der Stiftung auch Professor an der FH Westk\u00fcste. Und welche Aspekte deiner Arbeit st\u00f6ren dich? Was w\u00e4re etwas, wo du sagst, das m\u00f6chte ich gerne ver\u00e4ndern in der Zukunft? Grunds\u00e4tzlich bin ich sehr zufrieden mit beiden T\u00e4tigkeiten. Nat\u00fcrlich gibt es immer kleine Stellschrauben, an denen man drehen kann. Ich w\u00fcrde mir schon mehr Offenheit und vielleicht auch mehr ausprobieren in jeder Art von meiner T\u00e4tigkeit w\u00fcnschen. Also dass vielleicht auch manches einfach mal ausprobiert wird, wie ich eben gesagt habe. Und man dann feststellt, gut, das war jetzt nicht das Richtige. Man muss es vielleicht ver\u00e4ndern, aber doch eben diesen Mut, st\u00e4rker nach vorne zu bringen. Weiter denke ich, dass die Flexibilit\u00e4t sicherlich insgesamt in Deutschland noch nicht sehr ausgepr\u00e4gt ist. Vieles verstehe ich nat\u00fcrlich. Vieles hat in der Vergangenheit gut funktioniert. Vieles muss eben bestimmte Prozesse durchlaufen. Aber das macht es eben doch manchmal langsam. Und ich w\u00fcrde mir daher vielleicht noch mehr Vertrauen einerseits w\u00fcnschen. Nat\u00fcrlich andererseits muss es auch immer gegeben sein, dass man dann auch selber daf\u00fcr gerade steht. Also die Verantwortung muss dann nat\u00fcrlich auch bei einem selbst liegen. Da sagst du was, denn mit dem Wunsch nach mehr Verantwortung im Job bist du ja nicht alleine, oder? Nein. Viele Angestellte w\u00fcrden gerne mehr Verantwortung in der Gegenwart \u00fcbernehmen. Man sieht das ja auch an den Erfolgen im Allgemeinen. Wir kennen das jetzt aus Strukturen, aus der IT, wo es jetzt schon sehr flache Hierarchie-Ebenen gibt, wo sich dann auch vielleicht das eine oder andere durch ver\u00e4ndert hat. Aber vor allem eben die junge Generation nennt das ganz klar als Antwort auf die Anforderungen an den eigenen Arbeitsplatz. Sie wollen eben gestalten. Und das ist ja nichts anderes, als dass sie mehr Verantwortung haben wollen. Das wiederum w\u00fcrde dann auch zu mehr Motivation und wahrscheinlich am Ende des Tages auch zu mehr Produktivit\u00e4t in den Unternehmen f\u00fchren. Das klingt ja so, als wenn Arbeit recht positiv besetzt ist. Also wenn man mitgestalten will, sich verwirklichen m\u00f6chte und so weiter. Wie wurde Arbeit allgemein wahrgenommen? Und wie ist das dann in der Zukunft? Die Forschung sagt, neun von zehn Arbeitnehmern sind zufrieden mit ihrer derzeitigen Arbeit. Nat\u00fcrlich gibt es da Unterschiede. Diejenigen, die in der Ausbildung sind oder in der Lehre sind, da sind es in Anf\u00fchrungsstrichen nur drei Viertel, die zufrieden sind. Es gibt ja auch den sch\u00f6nen Spruch, immer Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Die h\u00f6chste Zufriedenheit, auch das \u00fcberrascht vielleicht nicht, mit 97 Prozent sind die Beamten in Deutschland. Also die scheinen auf dem richtigen Weg zu sein. Aber generell kann man wirklich sagen, dass die Arbeitnehmer in Deutschland recht zufrieden mit ihrer Arbeit sind. Das war nicht immer so. Das darf man nicht vergessen. Wenn man sich es historisch anschaut, war Arbeit lange, wirklich sehr, sehr lange Zeit eher negativ besetzt. Du k\u00f6nntest es dir jetzt sprachlich anschauen, Indogermanisch, Arbeitm\u00fchsal, Griechisch, M\u00fche, Last, Spanisch, Folterinstrument, Sp\u00e4tlateinisch, Qu\u00e4len. Also viele Assoziationen waren wirklich eher negativ. In der Bibel ist ja sogar Arbeit die Strafe Gottes f\u00fcr den S\u00fcndenfall. Erst nach der Vertreibung aus dem Paradies musste der Mann im Schwei\u00dfe seines Angesichts einem Broterwerb nachgehen, hei\u00dft es da. Wir sehen also, wie die Arbeit heute gesehen wird, ist historisch gesehen relativ neu und durchaus positiv. Und morgen? Also heute ist es schon deutlich positiver, aber wie werden wir das dann zuk\u00fcnftig sehen? Meinst du, das geht so weiter, dass Arbeit immer weniger ein Folterinstrument ist? In jedem Fall. Ich glaube, das ist heute ja schon die absolute Ausnahme. Und ich glaube, gerade in Zukunft wird, auch durch Ver\u00e4nderungen, du hast vorhin schon ein paar gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen angesprochen, die die Arbeitswelt sicherlich pr\u00e4gen werden. Also die Globalisierung, die Technisierung, die Feminisierung, all das wird die Arbeitswelt sicherlich auch zum Positiven ver\u00e4ndern. Dann lass uns doch nochmal genau \u00fcber diese Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt sprechen. Es wird ja immer wieder von weniger Produktion in Deutschland gesprochen und dass sich die Arbeitspl\u00e4tze hierdurch ver\u00e4ndern. Wie siehst du das? Du hast es schon angedeutet, also Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt geh\u00f6ren dazu. Die Arbeitswelt hat sich immer wieder sehr klar ver\u00e4ndert. Jetzt, wenn du anguckst, Ende der 50er Jahre war zum Beispiel in Deutschland noch jeder vierte Job in der Land- oder Forstwirtschaft. Heute ist es nicht mehr mehr ein Prozent. Auch die Produktion und Verarbeitung hat sich nat\u00fcrlich sehr stark ver\u00e4ndert. Allein seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als halbiert. Dagegen sind heutzutage drei Viertel aller Arbeitnehmenden im sogenannten Terti\u00e4rsektor, also Dienstleistung oder Einzelhandel t\u00e4tig. Das hat jetzt nicht zur Folge, dass die Anzahl von Arbeitspl\u00e4tzen kleiner wird. Im Gegenteil, wenn ich mir alleine seit der Wiedervereinigung Deutschland anschaue, f\u00fcnf Millionen zus\u00e4tzliche Jobs, nat\u00fcrlich jetzt nicht alle Vollzeit, aber doch deutlich mehr, zumindest Arbeitsstellen als in der Vergangenheit. Und entsprechend k\u00f6nnen wir dann eben auch auf die Zukunft schauen. Ver\u00e4nderungen werden normal sein. Gerade durch die Automatisierung werden eben sehr viele monotone, k\u00f6rperlich schwere T\u00e4tigkeiten einfach wegfallen und parallel werden neue Arbeitspl\u00e4tze entstehen. Ich w\u00fcrde gern weiter auf die Digitalisierung eingehen, denn die hat ja zweifellos den gr\u00f6\u00dften Einfluss auf die Arbeitswelt. Bereits heute stehen oftmals Roboter am Flie\u00dfband und ja nicht zuletzt durch die Pandemie jetzt fallen Business-Trips weg. Es wird alles durch Videokonferenzen ersetzt. Dazu gibt es sicherlich ja auch schon ganz, ganz viele andere Podcasts und B\u00fccher, wie die Arbeitswelt nach Corona aussehen wird. Aber schauen wir uns mal die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesamtbev\u00f6lkerung an. Was macht das mit den Menschen? Ganz zentraler Punkt, den du ansprichst. Also nat\u00fcrlich wird die Digitalisierung nicht jeden gleicherma\u00dfen beeinflussen. Insofern ist es wirklich wichtig, da auch zu unterscheiden. In der Forschung sagen wir immer, dass bis zu 40 Prozent aller Jobs \u00fcberhaupt nicht vom technologischen Wandel betroffen sein werden. Dazu geh\u00f6ren einerseits Expertenberufe, Dirigent, der Lehrer, aber auch viele ja manuelle T\u00e4tigkeiten, also vom Schornsteinfeger bis zum Friseur. die werden eben durch die Digitalisierung jetzt nicht gro\u00dfartig beeinflusst werden. Dann kann man sagen, 45 Prozent aller Jobs, also fast jeder Zweite, weist ein sogenanntes mittleres Risiko auf. Das kennen wir als Beispiel in der Landwirtschaft, in der Unternehmensorganisation, bei bestimmten Dienstleistungen. Hier wird nat\u00fcrlich oftmals rationalisiert und dann werden eben Arbeitspl\u00e4tze outgesourced, verlagert, fallen ganz weg. Und was dann \u00fcbrig bleiben, das sind so gut 10 bis 15 Prozent aller Jobs, da kann man wirklich sagen, die sind schon in den n\u00e4chsten 10 bis 20 Jahren einem hohen Risiko ausgesetzt, allen voran in Fertigungsbereichen, zum Beispiel Automobilbranche nehmen, da werden sicherlich in Zukunft eher Jobs wegfallen. Was sicherlich auch fast alle Jobs betrifft, dass die Digitalisierung zu Arbeitserleichterungen f\u00fchren wird. Das meine ich jetzt nicht nur k\u00f6rperlich, sondern auch geistig, aber es wird eben auch neue \u00c4ngste dadurch geben, es ist ja die Angst vor \u00dcberforderung da, die Angst vor Arbeitsplatzverlust da und ich glaube, dass dadurch bedingt eben auch das Thema Weiterbildung eher in den Fokus r\u00fccken wird, also dass man dieselbe T\u00e4tigkeit von der Lehre bis zur Rente aus\u00fcbt, das wird in Zukunft doch eher die Ausnahme sein. Das stimmt mich sehr positiv, denn ich wei\u00df noch, dass ich mit 18 die Vorstellung f\u00fcr den Rest meines Lebens denselben Job aus\u00fcben zu m\u00fcssen ganz schlimm fand, wahnsinnig langweilige Perspektive, denn ich denke, es bin ja nicht nur ich, sondern viele lernen ja gerne etwas dazu, ver\u00e4ndern sich, entwickeln sich weiter. Wie ist es denn um das Thema Weiterbildung in Deutschland bestellt? Fast neun von zehn, also kann man sagen, wirklich der Gro\u00dfteil der Bundesb\u00fcrger sagt, dass in Zukunft lebenslanges Lernen immer wichtiger werden wird. Fakt ist andererseits auch, dass das Thema Weiterbildung nach wie vor nicht den Stellenwert hat, den es haben sollte. Also viele Unternehmen denken bei Weiterbildung ja eher an den Ausfall von Arbeitskr\u00e4ften, dass die Kollegen nicht da sind, auch wird da sicherlich nicht jede Weiterbildung als besonders sinnvoll f\u00fcr die jeweiligen Unternehmen angesehen, aber auch die Arbeitnehmenden, die scheuen sich geradezu vor Weiterbildungsma\u00dfnahmen. Sie bef\u00fcrchten wahlweise diese nicht zu meistern, wollen sich vielleicht auch nicht umstellen oder sehen schlichtweg nicht die Notwendigkeit. Aus meiner Sicht m\u00fcsste das Thema Weiterbildung daher v\u00f6llig neu gedacht werden, m\u00fcsste einen h\u00f6heren Stellenwert einnehmen und m\u00fcsste einfach sich ver\u00e4ndern. Und wie k\u00f6nnte das passieren? Das ist ein sehr gro\u00dfes Thema, was du jetzt ansprichst, also von der Akzeptanz \u00fcber die Inhalte, die Anerkennung, also das sind wirklich viele Punkte. Vielleicht sollten wir mal ein Thema zur Zukunft der Bildung machen und da auch das Thema Weiterbildung mit aufgreifen. Okay, machen wir so. Dann habe ich aber noch ein anderes Thema, die Arbeit betreffend und zwar die Bezahlung. Wie siehst du die doch deutlichen Lohnungleichheiten in Deutschland in Zukunft? Werden diese gr\u00f6\u00dfer oder kleiner? Das ist in der Tat eine gro\u00dfe Herausforderung in Deutschland. Ein Durchschnitts Arbeitnehmer, ein produzierender Gewerbe, das ist auch der Durchschnittsjob in Deutschland, verdient ungef\u00e4hr 40.000 pro Jahr. Wenn er Vollzeit arbeitet, wenn du dagegen zum Beispiel in der Landwirtschaft t\u00e4tig bist, ist es nur die H\u00e4lfte. 82% der Deutschen gehen davon aus, dass in zehn Jahren die meisten Arbeitnehmenden in Deutschland sogar zwei Jobs haben m\u00fcssen, um eben \u00fcber die Runden zu kommen. F\u00fchrungskr\u00e4fte verdienen \u00fcbrigens fast doppelt so viel wie Fachkr\u00e4fte und Chefs dann noch einmal deutlich mehr. Wenn ich dir dann ein Beispiel aus der globalen Welt zeige, dann sieht man nat\u00fcrlich auch, dass das Verh\u00e4ltnis oftmals nicht stimmt. Also in Deutschland sagt man immer, man ist ein Spitzenverdiener, wenn du 140.000 im Jahr verdienst. Jeff Bezos hat letztes Jahr in jeder Minute des Jahres 140.000 verdient. Also da sehen wir dann, dass das nat\u00fcrlich nochmal ganz andere Summen sind. Der hatte ja auch letztes Jahr mal zwei Wochen Urlaub machen k\u00f6nnen, dann h\u00e4tte er glaube ich das Einkommen aller Amazon-Mitarbeiter weltweit verdoppeln k\u00f6nnen. Da ist nat\u00fcrlich auch eine Frage der Macht mit einher. Aber ich glaube, in Zukunft werden wir \u00fcber dieses Verh\u00e4ltnis nachdenken m\u00fcssen, werden, denn sonst bekommen schon viele Unternehmen Schwierigkeiten \u00fcber, Mitarbeiter zu finden. Mitarbeiter werden wieder mehr M\u00f6glichkeiten haben, ihre Arbeit auch entsprechend ihrer T\u00e4tigkeiten und entsprechend ihrem Know-how bezahlt zu bekommen. Ja genau dazu habe ich gerade einen Beitrag gesehen, das ein, es ging um Handwerkerbetrieb hier in Deutschland, der hat sich bei den zuk\u00fcnftigen Mitarbeitern vorgestellt. Also das Bewerbungsverfahren ist dort einmal komplett auf den Kopf gestellt worden und das Unternehmen hat sich ja sozusagen angeboten und die zuk\u00fcnftigen Kollegen haben dann dar\u00fcber entschieden, wer dort auch arbeitet. Also die Hierarchie ist einfach ganz komplett aufgel\u00f6st worden und neu gedacht worden, weil das Unternehmen sagt, gute Mitarbeiter zu finden, ist so schwierig geworden. Und damit hat das Unternehmen recht, also der Fachkr\u00e4ftemangel ist jetzt nicht nur etwas, was wir in der Zeitung lesen oder was man mal so irgendwie aufschnappt, sondern das ist eine reale Herausforderung schon f\u00fcr die Gegenwart. Insofern glaube ich wirklich, dass Unternehmen gut damit beraten sind, dar\u00fcber nachzudenken, wie sie in Zukunft noch f\u00fcr die Arbeitnehmenden interessant sein k\u00f6nnen. Und ob sie sich jetzt direkt selber bewerben, wie in dem Beispiel, was du gesagt hast, ich erlebe es ja auch an der Hochschule bei mir, dass da nat\u00fcrlich dann Jobb\u00f6rsen stattfinden, wo die Unternehmen sich vorstellen, um Mitarbeiter schon f\u00fcr sich zu begeistern. Das ist wichtig. Andererseits glaube ich, ist es damit nat\u00fcrlich nicht getan. Unternehmen m\u00fcssen sich insgesamt \u00e4ndern, m\u00fcssen eine entsprechende Unternehmenskultur schaffen, m\u00fcssen, wei\u00df ich nicht, die M\u00f6glichkeit bieten, Homeoffice anzubieten, m\u00fcssen mehr Verantwortung \u00fcbertragen, aber eben auch nicht nur den Anspruch immer nach vorne bringen, dass man gro\u00dfartig \u00dcberstunden machen sollte oder st\u00e4ndig erreichbar ist. Das ist, glaube ich, eher ein Relikt aus der Vergangenheit. Da m\u00fcssen Unternehmen einfach in Zukunft sich neu aufstellen. Ja, wahrscheinlich gerade am Betracht der jungen Generation, was du ja eingangs sagtest. Ganz genau. Dann lass auch noch einmal konkret \u00fcber die Zukunft sprechen. Was erwartest du da? Wie sieht die Zukunft der Arbeitswelt aus? Das k\u00f6nnte man, oder ich w\u00fcrde das gerne dreiteilen. Einerseits, oder erstens glaube ich, dass wir so eine Art Restart mit 50 oder ab 50 erleben werden, die Tatsache, dass heute schon viele wirklich mit 50 in den Fr\u00fchruhestand gehen oder mit 55 dann aus den Unternehmen ausscheiden. Ich glaube, das ist nicht mehr zukunftsf\u00e4hig. Wir werden in Zukunft wieder mehr \u00e4lterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen halten m\u00fcssen. Die m\u00fcssen sich dann vielleicht auch noch einmal umorientieren, wollen sich vielleicht auch noch einmal umorientieren. Und Unternehmen sind, glaube ich, sehr gut beraten, wenn sie auch auf die \u00e4lteren Arbeitnehmenden setzen. Die haben eben doch viel Erfahrung, bringen Kompetenzen mit, die die J\u00fcngeren noch nicht haben k\u00f6nnen. Und f\u00fcr all diejenigen, die schon jetzt sich auf den Ruhestand freuen, es macht schon Sinn, auch m\u00f6glichst lange besch\u00e4ftigt zu bleiben. Die h\u00f6chste Wahrscheinlichkeit, dass man stirbt, ist in dem Jahr, wo man aufh\u00f6rt zu arbeiten. Das sind ja sch\u00f6ne Aussichten. Also wir beide machen das in der Stiftung noch ganz, ganz lange zusammen. Zweitens, und das ist sicherlich auch in deinem Bereich ganz klar zu sehen, die Zukunft wird deutlich weiblicher werden. Schon heute ist es ja so, dass mehr Frauen Abitur machen, mehr Frauen studieren und vom ersten Schulabschluss, ESA, bis hin zur Promotion, Frauen besser abschneiden. Das wird sich in Zukunft auch auf den F\u00fchrungsetagen widerspiegeln. Und dadurch gehen nat\u00fcrlich dann auch wiederum Ver\u00e4nderungen in den Unternehmen einher. Und drittens, und schlie\u00dfe ich diesen Bereich auch ab, ist die junge Generation, die hat eigene Vorstellungen wirklich vom Berufsalltag. Sie wollen etwas leisten, die sind eben bereit, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, wollen aber deshalb jetzt nicht auf Spa\u00df bei der Arbeit oder das Leben neben der Arbeit verzichten. Da verschieben sich wirklich die Priorit\u00e4ten. Die denken auch wieder sehr stark an die Gemeinschaft und nicht nur an sich. und ich bin wirklich fest davon \u00fcberzeugt, dass die junge Generation die Arbeitswelt zum Besseren ver\u00e4ndern wird. Da k\u00f6nnen wir uns darauf verlassen, da m\u00fcssen wir uns sicherlich auch darauf verlassen. Eine Alternative zur jungen Generation haben wir nicht, aber die junge Generation, die wird schon auch ihren Weg gehen. Das ist ein perfektes Pl\u00e4doyer an die Zukunft und eine \u00dcberleitung zu unserer wiederkehrenden Kategorie Was kommt, was bleibt, was geht. Fangen wir an mit Was geht? Was ich vorhin so ein bisschen angedeutet habe, von der Lehre bis zur Bahre oder bis zur Rente zumindest, das wird seltener werden. Also der Jobwechsel, der wird auch in Deutschland h\u00e4ufiger stattfinden, mehr Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten, vielleicht auch an die Lebensphase. Also da glaube ich, wird sich schon etwas ver\u00e4ndern, damit einhergebend auch, dass das Thema Weiterbildung, was wir eben angesprochen haben, Bedeutung gewinnen wird. Was kommt? So hart, wie sich das anh\u00f6rt, oftmals h\u00f6rt man ja, mach doch in deinem Leben das, was du gerne machen willst, also dass man seinen Interessen da nachgeht und dass man dann angeblich auch nicht arbeiten muss, weil man ja immer nur das macht, was man wirklich will. Ich glaube da nicht dran, sage ich ganz offen. Ich glaube, in Zukunft wird es eher sein, mach in deiner Arbeit das, wozu du Talent hast und dann wird das Ganze funktionieren. Aber einfach nur das zu machen, was man will, ich glaube, das ist eher Illusion als Realit\u00e4t. Und bei aller Ver\u00e4nderung, was bleibt? \u00dcberraschenderweise bleibt die Sicherheit der gr\u00f6\u00dfte Wunsch der deutschen Bev\u00f6lkerung. Also wir wollen ein verl\u00e4ssliches Gehalt haben, wollen ein faires Gehalt haben, wollen wissen, dass wir auch noch n\u00e4chsten Monate einen Job haben. Also bei aller Flexibilit\u00e4t, die ich eben angedeutet habe, bleibt die Sicherheit der gr\u00f6\u00dfte Wunsch der Bundesb\u00fcrger. Bei der Vorbereitung auf diese Folge haben wir beide ja wahnsinnig viel diskutiert. Stimmt. Und ich glaube, was uns beiden besonders viel Spa\u00df daran gemacht hat, ist Fragen an die Zukunft zu formulieren und \u00fcber die man, also beziehungsweise ich dann echt noch lange nachdenke. \u00dcber welche Frage denkst du zurzeit viel nach? Wenn es um die Arbeitswelt geht, frage ich mich wirklich, wird in Zukunft eigentlich der Mensch oder der Arbeitnehmer der Wirtschaft dienen oder m\u00fcsste es nicht umgekehrt sein? Also m\u00fcsste die Wirtschaft wieder mehr dem Menschen dienen? Damit einher geht nat\u00fcrlich auch die Frage, wie lange werden wir in Zukunft eigentlich arbeiten? Also wenn wir jetzt diese ganze Digitalisierung, Automatisierung wirklich vorantreiben, warum machen wir das eigentlich, wenn wir in Zukunft nicht deutlich weniger arbeiten? Das w\u00e4re dann ja an sich sinnvoll. Also werden unsere Kinder irgendwann zusammensitzen und werden nur noch 20 Stunden bei einer Vollzeitstelle arbeiten? Das w\u00e4re ja schon was Interessantes, wo es sich lohnt, dar\u00fcber nachzudenken. Ja, ich glaube, das f\u00fchrt jetzt zu weit wahrscheinlich, wenn wir das jetzt ausf\u00fchren. Denn wir sind schon wieder am Ende und ich habe noch ein Funfact. Man sagt ja oftmals so dahin, Arbeit ist das halbe Leben. Aber das stimmt nicht. Das letzte Mal, dass Arbeit wortw\u00f6rtlich das halbe Leben war, war im Jahr 1825. Seitdem hat sich die Arbeitszeit stetig verk\u00fcrzt und liegt aktuell bei nicht einmal 10%. Wenn euch die Folge gefallen hat, dann w\u00fcrden wir uns sehr freuen, wenn ihr sie auch positiv bewertet. Und um keine Folge mehr zu verpassen, vergesst nicht, uns zu abonnieren. Bis zum n\u00e4chsten Mal. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR."},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Zukunft der Arbeit \u2013 wie wollen wir k\u00fcnftig arbeiten? - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Arbeit ist das halbe Leben \u2013 diesen Spruch kennt man. 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