{"id":3705,"date":"2022-02-15T21:43:37","date_gmt":"2022-02-15T20:43:37","guid":{"rendered":"https:\/\/zukunft.ideenbude.de\/?p=3705"},"modified":"2026-07-21T19:40:12","modified_gmt":"2026-07-21T17:40:12","slug":"podcast-the-future-of-travel-how-we-want-to-go-on-holiday-in-the-future","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/podcast-die-zukunft-des-reisens-wie-wollen-wir-kuenftig-urlaub-machen\/","title":{"rendered":"The future of travel \u2013 How do we want to go on vacation in the future?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Holidays in Germany are booming, camping is now of interest to every age group and, despite all the discussion about sustainability, cruises are not going to die out. In this episode, you will find out what the most relevant travel motives and most popular holiday destinations of the German population are. What impact has Corona had on the travel industry and how do we want to spend our holidays in the future? Hear why mass spectacles in hotel bunkers are out and what the desire for traffic jams is all about.<\/p>","protected":false},"author":34,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[71],"class_list":["post-3705","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-tourismus-mobilitaet"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 1 - Folge 01","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<iframe style=\"border-radius:12px\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/63dTfFypffcKZf2NdCOjtZ?utm_source=generator&theme=0\" width=\"100%\" height=\"152\" frameBorder=\"0\" allowfullscreen=\"\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\"><\/iframe>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/666964-m-327fbc17197b4c5bf74176ed816a1800.mp3","podcast_transcript":"Sp\u00e4ter war alles besser. Der Zukunfts-Podcast f\u00fcr euch. Mit Ayaan und Uli.\n\nHerzlich willkommen zu unserem Podcast Sp\u00e4ter war alles besser. In diesem Podcast spreche ich Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen, mit dem wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Ulrich Reinhardt \u00fcber Zukunftsthemen. Ich stelle Fragen und er gibt Antworten. Die Basis hierf\u00fcr bildet unsere gemeinsame Arbeit in der Stiftung, in der seit \u00fcber 40 Jahren die Zukunft erforscht wird. Und es geht dabei nicht nur um die Frage, wie wir in Zukunft leben werden, sondern vor allem darum, wie wir in Zukunft leben wollen. Das heutige Thema ist die Zukunft des Reisens. Uli, bevor wir loslegen, wieso stellst du dir diese Frage \u00fcberhaupt, wie wir in Zukunft reisen werden? Was fasziniert dich an diesem Thema? Was ist so besonders wichtig? Also der Mensch war ja an sich mobil, eher sesshaft wurde. Nat\u00fcrlich war es fr\u00fcher nicht jetzt unbedingt immer freiwillig, dass man unterwegs war, aber an sich hat das Reisen die Menschen schon immer fasziniert. Und so ist es nat\u00fcrlich auch in der Gegenwart. Reisen fasziniert die meisten Bundesb\u00fcrger. Und das ist das Highlight des Jahres f\u00fcr viele von uns. Wir fiebern darauf hin, wir planen, wir freuen uns auf diese magischen 10, 14 Tage, die wir dann unterwegs sein werden. Insofern ist es eine der Highlights der Bundesb\u00fcrger. Und entsprechend haben wir uns eben \u00fcberlegt, dass wir deren Verhalten aufreisen und die Blickweise auf die Zukunft dann eben untersuchen. Einsteigen m\u00f6chte ich in jede Folge mit drei Fakten, die jeder wissen oder nicht vergessen sollte. Gut, wenn ich das auf drei Sachen runterbrechen w\u00fcrde, w\u00fcrde ich sagen, eine Sache, die man nie vergessen darf, lediglich die H\u00e4lfte der Bundesb\u00fcrger ist wenigstens einmal pro Jahr f\u00fcnf Tage unterwegs. Also die H\u00e4lfte von uns verreist gar nicht mehr. Die zweite Sache, wenn es um das Thema Reisen geht, ist so ein bisschen eine Empfehlung. Kein Urlaub ist eigentlich perfekt. Also insofern w\u00fcrde ich jedem empfehlen, das auch nicht zu sehr zu hinterfragen und immer auf der Suche zu sein nach dem perfekten Moment, sondern im Urlaub muss man sich auch ein St\u00fcck weit angenehm t\u00e4uschen lassen, um dann wirklich zufrieden nach Hause zu kommen. Und das Dritte, das ist so ein bisschen, was ich eben schon angedeutet habe, Vorfreude ist in der Tat die sch\u00f6nste Freude. Also daher informiert euch vorab \u00fcber die Highlights, \u00fcber Geheimtipps. Es macht dann eben durch einerseits Spa\u00df und spart euch auch eine Menge Zeit vor Ort. Hast du denn schon Vorfreude? Hast du dieses Jahr schon Urlaub gebucht? Wirst du verreisen? Davon gehe ich fest aus. Also wenn nichts mehr dazwischen kommt, werde ich im Sommer unterwegs sein, hoffentlich Sonne und Natur genie\u00dfen, im Wasser wie in Atmosph\u00e4re baden und dann hoffentlich mit der Familie zusammen viel erleben. Du hast jetzt ja schon ein paar Gr\u00fcnde genannt, weshalb man in den Urlaub f\u00e4hrt. Du willst Sonne und Natur genie\u00dfen. Aber vielleicht noch einmal grunds\u00e4tzlich. Was fasziniert die B\u00fcrger eigentlich so sehr am Verreisen? Gut, das sind die Motive des Reisens. Einerseits kann man sagen, das Grundmotiv des Reisens war immer die Erholung. Also die Erholung von und f\u00fcr die Arbeit. Das zweite Grundmotiv ist der Kontrast zum selbigen eben. Also man m\u00f6chte eintauchen in so eine Art Traumwelt, die besser ist als das eigene Zuhause. M\u00f6chte sich verw\u00f6hnen lassen. M\u00f6chte f\u00fcnfe gerade sein lassen. M\u00f6chte was Besonderes erleben. Ja und alle anderen Reisemotive, egal ob es jetzt irgendwie der Wunsch nach Kultur ist, der Wunsch nach Sport, der Wunsch nach Natur. Das ist an sich alles nachgeordnet. Die beiden Hauptmotive, worum wir unterwegs sind, ist immer die Erholung und der Kontrast. Weil man m\u00f6chte ja vielleicht auch so ein bisschen weg von, was alle anderen machen, hin zu mehr Individualit\u00e4t, hin zu mehr Einzigartigkeit, Pers\u00f6nlichkeit, um dann nat\u00fcrlich auch ein anderes wichtiges Reisemotiv zu befriedigen, das Berichten hinterher. Also man kennt es ja von sich selber. So wenn ich dir erz\u00e4hle, was ich auf Reisen erlebt habe, also fast identifiziert man sich damit, was man eben unterwegs erlebt hat. Und das ist nat\u00fcrlich dann schon deutlich einfacher, wenn ich dir von dem tollen kleinen Apartment in der Metropole erz\u00e4hlen kann, als dass ich dir von dem Standard Hotel erz\u00e4hle, wo vielleicht die meisten schon \u00fcben waren. Und m\u00fcssen denn so viele Leute \u00fcberhaupt noch oder k\u00f6nnen sie danach \u00fcberhaupt noch davon berichten? Weil ich stelle es ja auch fest, gerade so Instagram, Smartphones, WhatsApp, heutzutage wird ja eigentlich instant geteilt. Wenn man an irgendwelchen sch\u00f6nen Str\u00e4nden ist, sieht man eigentlich die ganze Zeit eine Leute mit ihrem Smartphone die Sonnenunterg\u00e4nge fotografieren. Wie ist das? Also wie wichtig ist tats\u00e4chlich, wenn du sagst, dar\u00fcber berichten, aber vielleicht auch schon das vor Ort live berichten? Wir machen es nat\u00fcrlich alle und finden es auch toll, dann m\u00f6glichst viele Likes zu bekommen oder irgendwelche Kommentare zu bekommen, um deutlich zu machen, wir haben jetzt den tollen Cocktail, haben den romantischen Sonnenuntergang, haben das tolle Essen oder was auch immer gerade angesagt ist. Das ist nat\u00fcrlich schon, was fast alle machen. Pers\u00f6nlich kann ich nur sagen, das ist das Verkehrteste, was man tun kann. Also man verl\u00e4sst sozusagen diesen R\u00fcckzugsort Urlaub. Man l\u00e4sst sich eben nicht so stark darauf ein und ich muss doch noch dreimal wieder, ja, mich positionieren, um dann das sch\u00f6ne Bild hinzukriegen. Das tr\u00fcbt nat\u00fcrlich alles den Moment. Man erlebt an sich weniger das, was man eigentlich auf Reisen m\u00f6chte. Insofern w\u00e4re ich wirklich eher zur\u00fcckhaltend, was das angeht. Nat\u00fcrlich kennen wir es alle auch. Wir haben alle die Kirche schon mal fotografiert, die irgendwie dann in der Dorfmitte stand oder das besondere Geb\u00e4ude oder die sch\u00f6ne Natur. Dass man danach dann das noch sich unbedingt anschaut, ist ja eher die Ausnahme. Also vielleicht nicht ganz so inflation\u00e4r damit umzugehen, das w\u00e4re schon etwas, was sinnvoll w\u00e4re. Viel besser ist es, wenn man sich so ein bisschen auch wieder in die Renaissance einziehen l\u00e4sst. Vielleicht mal eine Postkarte schreibt, vielleicht so ein Reisetagebuch. Das liest man sich nachweislich eher durch. Und wahrscheinlich w\u00fcrdest du dich auch eher dar\u00fcber freuen, wenn ich dir eine Karte aus dem Urlaub schreibe, als dass ich dir drei Bilder schicke. Und hat sich das jetzt durch Corona ver\u00e4ndert? Also wir haben jetzt ja schon zwei Jahre Entbehrung, viele Reiseverbote, Reisewarnungen wurden ausgesprochen. Das hat sich doch sicherlich auf das Reiseverhalten ausgewirkt, oder? Das stimmt. Also auf das Reiseverhalten nat\u00fcrlich. Wenn wir \u00fcber die Reisemotive sprechen, w\u00fcrde ich sagen, Kontrast und Erholung bleiben wichtig. Aber es gibt eben die neue Grundvoraussetzung, um unterwegs zu sein. Und das ist die Sicherheit. Man m\u00f6chte einfach seine eigene Haut sicher wissen, egal ob es bei der Anreise ist, ob es vor Ort ist, ob es auf dem Heimweg ist. Man m\u00f6chte eben nicht danach in Quarant\u00e4ne. Also das ist die neue Grundvoraussetzung f\u00fcrs Reisen, dass es sicher ist. Und was hat sich sonst noch durch Corona ver\u00e4ndert? Gut, wo soll ich da anfangen? Also Corona hat nat\u00fcrlich schon wirklich einen gro\u00dfen Einfluss auf das Reiseverhalten in den letzten zwei Jahren gehabt. Beginnen wir mit der Urlaubsvorbereitung. Die Bundesb\u00fcrger investieren deutlich mehr Zeit in Reiseinformationen. Man erwartet ein St\u00fcck weit jetzt eben auch, dass es transparenter geworden ist, was mich auf Reisen erwartet. Vielleicht so ein bisschen auch das Stornieren, was in den Mittelpunkt ger\u00fcckt ist. Man m\u00f6chte genau wissen, welchen Kosten kann ich kalkulieren, falls ich doch nicht verreisen kann, falls ich nach Hause muss. Also das sind sicherlich Dinge, die sich durch Corona ver\u00e4ndert haben. Daneben dann nat\u00fcrlich auch Destinationen, Reisedauer und \u00e4hnliches. Okay, also Flex-Tarife sind besonders wichtig geworden. Was hei\u00dft denn das jetzt f\u00fcr Reiseveranstalter, Hotels und Fluggesellschaften? Ich glaube, dass bessere Stornierungsbedingungen normal werden. In der Vergangenheit war es ja oftmals so, dass man doch relativ schnell relativ viel Geld zahlen musste, wenn man, wei\u00df ich nicht, 30, 60, 90 Tage vorher die Reise storniert hat. Ich glaube, das ist nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Reiseveranstalter werden sich darauf einstellen m\u00fcssen, dass dort mehr Flexibilit\u00e4t gew\u00fcnscht ist. Das hei\u00dft auch mehr Transparenz an der Stelle. Nat\u00fcrlich, wenn wir jetzt den Reiseveranstalter mehr in die Pflicht nehmen, das wird etwas kosten. Also auch die m\u00fcssen nat\u00fcrlich richtig kalkulieren k\u00f6nnen. Dadurch wird der Urlaub wahrscheinlich in Zukunft etwas teurer werden. K\u00f6nnen denn dann \u00fcberhaupt noch alle in den Urlaub reisen? Also wenn du sagst, der Urlaub wird teurer. Wir haben bis jetzt ja noch nicht \u00fcber Preise gesprochen, aber was lassen sich die B\u00fcrger den Urlaub denn kosten? Und wer ist dann zuk\u00fcnftig \u00fcberhaupt noch in der Lage zu verreisen? Du kannst immer sagen, die Pauschalregel ist 100 Euro pro Tag pro Person. Das hei\u00dft, wenn jetzt ein P\u00e4rchen zusammen 10 Tage unterwegs ist, geben sie eben im Schnitt 2000 Euro f\u00fcr die 10 Tage aus. Hei\u00dft nat\u00fcrlich auch, wenn jetzt ich beispielsweise mit zwei Kindern und meiner Frau unterwegs bin, dass wir dann 4000 Euro f\u00fcr 10 Tage investieren m\u00fcssen. Das kann sich ein Teil der Bev\u00f6lkerung gut leisten. Das sind eben diese gut 50 Prozent der Bundesb\u00fcrger. Die anderen m\u00fcssen schon sehr genau rechnen und versuchen dann eben vielleicht auch ein bisschen an der Reisedauer zu sparen, dass es k\u00fcrzer verreist wird, dass woanders hingereist wird, wo es vielleicht ein wenig g\u00fcnstiger ist. Oder dass sie auch mal ein Jahr aussetzen, um dann eben n\u00e4chstes Jahr wieder unterwegs zu sein. Kannst du sagen, wo es aktuell besonders g\u00fcnstig ist? Ja, also wenn man sich das anschaut, dann ist es sicherlich so, dass in Deutschland der Urlaub nicht mehr g\u00fcnstiger ist als im restlichen Europa. Da haben sich die Preise sehr stark angeglichen. Also auch in Deutschland muss man in etwa 100 Euro pro Tag rechnen. Es gibt einzelne L\u00e4nder in Europa, die nach wie vor g\u00fcnstiger sind. Kroatien beispielsweise, die T\u00fcrkei sind eben deutlich g\u00fcnstiger. F\u00fcr diejenigen, f\u00fcr die Geld keine ganz so gro\u00dfe Rolle spielt. Die nehmen eben eher die Langstrecke in Kauf. Also ein Urlaub in den USA, in Asien, Australien, in der Karibik, der schlicht dann schon mit 170, 180 Euro pro Tag zu Buche, ist also deutlich teurer. Aber nochmal ganz konkret, du sagst, Urlaub in der T\u00fcrkei oder Kroatien zu machen, ist g\u00fcnstiger als in Deutschland? Ja, das kann man wirklich sagen. Also trotz einer Anreise mit einem Flugzeug sind einfach die Kosten vor Ort so deutlich g\u00fcnstiger, weil trotzdem eben einem sehr hohen Serviceangebot, bei viel Gastfreundschaft, bei vielen Attraktionen, dass es preislich gesehen g\u00fcnstiger ist, f\u00fcr 14 Tage in die T\u00fcrkei zu fliegen, als an der Nordsee oder in Bayern Urlaub zu machen. Wir stellen ja in den letzten Jahren fest, dass immer mehr Bundesb\u00fcrger innerhalb Deutschlands Urlaub machen. Also Urlaub vor der eigenen Haust\u00fcr. Das hei\u00dft, es liegt nicht unbedingt daran, dass es hier so g\u00fcnstig ist, sondern weil es wirklich attraktiv ist. Ja, das stellen wir wirklich sehr stark fest, dass Deutschland als Tourismusdestination viel, viel attraktiver geworden ist, als vielleicht noch in den 70er, 80er Jahren, wo Spanien, Italien, der ganze Mittelmeerraum an sich konkurrenzlos waren. Das wurde gleichgesetzt mit einem sch\u00f6nen Urlaub. Die deutschen Urlaubsgebiete haben wirklich massiv investiert und das zahlt sich jetzt aus, kostet nat\u00fcrlich auch. Aber man kann wirklich sagen, die Mehrheit der Bundesb\u00fcrger verbringt mittlerweile ihren Urlaub wieder im eigenen Land. Allen voran nat\u00fcrlich an den K\u00fcsten, Nord- und Ostsee, aber auch der Schwarzwald und Bayern sind eben sehr, sehr beliebte Reisedestinationen. Und wenn wir uns mal die Urlauber in Deutschland anschauen, sind es dann vor allem die Rentner, was man jetzt vielleicht klischem\u00e4\u00dfig erwarten w\u00fcrde, oder auch schon die Mitte-20-J\u00e4hrigen? In der Tat sind es nat\u00fcrlich eher \u00e4ltere Zielgruppen, die in Deutschland ihren Urlaub verbringen. Und dann die zweite gro\u00dfe Zielgruppe sind Familien. Also die fasziniert eben das Wasser. Man kann jetzt ja sagen, der Mensch kam aus dem Wasser, zieht gerade im Urlaub wieder ans Wasser zur\u00fcck, egal ob es jetzt die K\u00fcsten sind, ob es der Badesee ist. Das fasziniert die B\u00fcrger eben. Die ganz junge Generation, die versucht schon eher, auch Reiseerfahrungen zu t\u00e4tigen, setzt sich also in den Flieger, in den Zug, um dann innerhalb Europas unterwegs zu sein und dort dann m\u00f6glichst viel zu erleben. Kommen wir von den Reisezielen zur Reiseart. Wie hat sich denn die Art des Reisens durch Corona ver\u00e4ndert? Wird mehr gecampt oder ist immer noch das Massenspektakel und Hotelbunkern angesagt? Also wenn es um die Unterkunft geht, dann kann man sagen, Hotels bleiben beliebt, sp\u00fcren aber immer mehr die Konkurrenz von neuen Angeboten. Sei es jetzt irgendwelche Ferienwohnungen, Ferienh\u00e4user als Airbnb, um ein Stichwort zu nennen, hat nat\u00fcrlich die Tourismusbranche auch ein St\u00fcck weit ver\u00e4ndert. Jetzt nicht nur, wie es klassisch war, in den gro\u00dfen Metropolen, sondern mittlerweile auch ganz normal auf den Balearen, den Kanaren, beim Skiurlaub, dass eben doch versucht wird, mehr Individualit\u00e4t, mehr Authentizit\u00e4t zu erfahren auf Reisen. Und man bucht eben in dann eher solche Unterk\u00fcnfte. Camping hast du angesprochen. Ja, in der Tat sehr interessant. Das ja nicht mehr unbedingt nur f\u00fcr Familien oder junge Menschen beliebt, sondern gerade f\u00fcr die \u00e4ltere Generation, die das Campen f\u00fcr sich entdeckt haben. Vielleicht jetzt nicht mit dem Zelt unterwegs sein auf dem Campingplatz, sondern eher mit dem Wohnmobil. Also Wohnmobile, traumhafte Zuwachsraten, fast schon so ein bisschen Glamping dabei. Also die Verbindung von Glamour und Camping. Denn auch mit dem eigenen Wohnmobil m\u00f6chte man nat\u00fcrlich einen gewissen Service vor Ort dann doch wissen. Und hat das jetzt vielleicht auch gerade wegen Corona so einen Zulauf erfahren? Also du sagst jetzt, es sind vor allem \u00c4ltere, aber ja auch in den J\u00fcngeren. Also dieses ganze mit dem Bulli unterwegs sein, die Freiheit zu haben, individuell, flexibel. Ist das ein allgemeiner Trend oder jetzt auf Corona zur\u00fcckzuf\u00fchren? Ich glaube, das hat sich schon vor Corona angedeutet, hat durch Corona jetzt nochmal einen ordentlichen Schub erlebt. Und du hast es eben schon selber angesprochen. Also die Freiheit zu haben, zu wissen, ich kann \u00fcberall und jederzeit parken, anhalten, vor Ort verweilen. Es ist nat\u00fcrlich auch so ein bisschen diese Spontanit\u00e4t, die uns vielleicht im Alltag verloren gegangen ist, die ich dann eben eher habe. Vielleicht auch so ein bisschen die Lust auf Stau, nenne ich das mal vorsichtig. Denn auch wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist, der merkt ja schon, dass es doch ein deutlich verlangsamtes Reisen ist, dass man vielleicht mal irgendwie l\u00e4nger braucht, doch die Abfahrt nimmt, die man nicht vorher eingeplant hat. Also da ist es wirklich dann so. Eine andere Art des Reisens, \u00fcber die ja auch sehr viel gesprochen wird, ist die Kreuzfahrt. Was hat es damit auf sich? Hat die \u00fcberhaupt noch eine Zukunft? Oder ist es aufgrund dieser ganzen Diskussion \u00fcber Klimawandel eigentlich ein aussterbender Riese? Das glaube ich nicht. Also wenn du dir die Steigerungsraten der fast schon letzten zwei Jahrzehnte anschaust, j\u00e4hrliche Steigerungsraten im zweistelligen Bereich, immer neue Schiffe, Vollauslastung. Also da ist wirklich ein Kreuzfahrten liegen nach wie vor im Trend. Gut, das Image mag jetzt kurzfristig ein wenig gelitten haben. Corona und die Unsicherheit, einzelne Ausbr\u00fcche, abgesackte Reisen. Aber ich glaube, perspektivisch wird diese Art des Reisens weiter sehr erfolgreich sein. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr, ja, also einerseits ist es so ein bisschen das schwimmende Hotel. Es ist jeden Morgen eine neue Szenerie vor deinem Fenster. Es ist der Service an Bord, das Ausruhen erholen, sehr homogene Gruppen, die Landausfl\u00fcge, ein hoher Standard. Also vieles spricht daf\u00fcr, dass Kreuzfahrten in Zukunft weiterhin sehr beliebt sein werden. Aber, es gibt ja ein riesengro\u00dfes Aber. Da hast du recht. Wie steht es um das Thema Nachhaltigkeit? Nachhaltigkeit sollte nat\u00fcrlich ein wirklich zentrales Thema f\u00fcr die gesamte Branche sein. Kreuzfahrtunternehmen haben das teilweise erkannt, investieren auch in neue Antriebe, in mehr Nachhaltigkeit. Ich glaube, letztendlich wird es aber der Gast entscheiden. Und da bin ich ein wenig desillusioniert, muss ich wirklich sagen. Also wenn wir uns die Sichtweisen, die Verhaltensweisen der Bundesb\u00fcrger anschauen, nat\u00fcrlich spielt das Thema Nachhaltigkeit f\u00fcr viele im Alltag eine Rolle. Wir trennen unseren M\u00fcll, wir versuchen nachhaltiger einzukaufen, lassen vielleicht sogar mal das eigene Auto stehen. Wenn es dann aber um das Thema Reisen geht, dann blenden wir das doch ein St\u00fcck weit das schlechte Gewissen aus und haben nicht mehr so viele Gedanken daran. Also diejenigen, die wirklich irgendwelche Ausgleichszahlungen machen, die bewusst aufs Fliegen verzichten, das ist eher nach wie vor die Ausnahme und nicht die Regel. Ich glaube, perspektivisch w\u00fcrde man das nur regeln k\u00f6nnen, wenn wir eben an der Preisschraube w\u00fcrden drehen oder wenn es jetzt irgendwelche Gesetze und Einschr\u00e4nkungen da gibt. Aber dass sich das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus schnell in wenigen Jahren durchsetzt, das f\u00fcrchte ich, wird nicht der Fall sein. Liegt es vielleicht auch daran, dass Reisen auch etwas mit Tr\u00e4umen zu tun hat? Also f\u00fcr viele ist ja so ein Urlaub, eine Kreuzfahrt, etwas, was man sich einfach w\u00fcnscht und was man sich im Leben mal erf\u00fcllen m\u00f6chte und dass es deswegen vielleicht auch schwer ist und schwieriger ist, in diesem Bereich auf Nachhaltigkeit zu setzen? Das glaube ich schon. Und wenn du dir so die Urlaubstr\u00e4ume anschaust, jetzt nicht nur Kreuzfahrt, ob es jetzt, wei\u00df ich nicht, die Weltumrundung ist, ob es einmal Route 66 durch die USA ist, mit der Transsibirischen Eisenbahn zu fahren. Also es zeigt immer, die Menschen wollen gerne unterwegs sein. Es fasziniert sich, auch etwas Neues kennenzulernen. Das wird auch in Zukunft, glaube ich, Bestand haben. Dass es jetzt denkbar ist, dass wir nur virtuell verreisen oder vielleicht gar nicht mehr verreisen, das ist, glaube ich, wirklich eher eine Utopie als ein realistisches Szenario f\u00fcr die Zukunft. Wir haben jetzt schon sehr viele Themen angerissen. Ich w\u00fcrde gerne zu einer wiederkehrenden Rubrik in unserem Podcast kommen. und zwar, was kommt, was bleibt, was geht. Fangen wir doch mal damit an, was geht. Was geht, k\u00f6nnte man es ja doppelt deutlich sehen, aber was gehen wird, zumindest kurzfristig, ist die Unbeschwertheit. Ich glaube, es rei\u00dft doch deutlich mehr der Gedanke an die Sicherheit in Zukunft mit. Das wird, glaube ich, auch in den n\u00e4chsten Jahren erst mal so bleiben. Insofern, die Unbeschwertheit, die geht, glaube ich. Was kommt? Was kommt, w\u00fcrde ich sagen, dass wir mehr Service und mehr Individualit\u00e4t in Zukunft auf Reisen erleben werden. Die Menschen wollen schon auch danach berichten, was sie erlebt haben. Daf\u00fcr bedarf es individueller Angebote, aber eben auch einer hohen Gastfreundschaft, einer hohen Serviceausrichtung. Dann, glaube ich, werden nicht mehr die Gro\u00dfen, die Kleinen fressen, sondern eher die Freundlichen werden sich gegen\u00fcber den Unfreundlichen durchsetzen. Und bei aller Ver\u00e4nderung, was bleibt? Urlaub bleibt die popul\u00e4rste Form des Gl\u00fccks. Also eher schrecken wir uns im Alltag ein, als die besten Wochen des Jahres daheim zu verbringen. Und ich habe jetzt noch einen Funfact f\u00fcr euch. Das, was die Deutschen am meisten auf Reisen vermissen, ist das eigene Bett. In diesem Sinne, gute Nacht, guten Morgen oder von wo auch immer ihr gerade zuh\u00f6rt. Das war die erste Folge. Sp\u00e4ter war alles besser. Wenn ihr, liebe Zuh\u00f6rer, auch noch Zukunftsfragen habt, die wir beantworten sollen, dann schreibt mir doch gerne. Die E-Mail und alle weiteren Infos findet ihr in den Shownotes. Und wenn euch die Folge gefallen hat, freuen wir uns, wenn ihr uns auf eurer Plattform des Vertrauens abonniert und eine Bewertung dalasst. Bis zum n\u00e4chsten Mal. Bis zum n\u00e4chsten Mal. Bis zum n\u00e4chsten Mal. Bis zum n\u00e4chsten Mal. Dieser Podcast wird produziert von Podstars bei OMR"},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Zukunft des Reisens \u2013 Wie wollen wir k\u00fcnftig Urlaub machen? - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Urlaub in Deutschland boomt, Camping ist mittlerweile f\u00fcr jede Altersgruppe interessant und bei aller Diskussion um Nachhaltigkeit werden Kreuzfahrten\u2026\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/podcast-the-future-of-travel-how-we-want-to-go-on-holiday-in-the-future\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Zukunft des Reisens \u2013 Wie wollen wir k\u00fcnftig Urlaub machen? 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