{"id":4271,"date":"2022-12-15T07:35:02","date_gmt":"2022-12-15T06:35:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=4271"},"modified":"2026-07-21T19:40:12","modified_gmt":"2026-07-21T17:40:12","slug":"podcast-end-of-the-optimisation-mania-future-of-the-churches-contemplation-at-christmas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/podcast-ende-des-optimierungswahns-zukunft-der-kirchen-besinnlichkeit-zu-weihnachten\/","title":{"rendered":"The obsession with optimization, the future of churches, Christmas contemplation"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>00:36 - Welcome\/Topic introduction<\/p>\n<p>01:10 \u2013 Citizens want an end to constant optimization: Google yields more than 35 million results on the topic of &quot;optimize your life&quot;\u2014from nutrition and health tips to work, relationships, and leisure activities. Meanwhile, more than two-thirds of Germans view the trend toward continuous self-improvement critically. Will this optimization craze soon come to an end?<\/p>\n<p>14:15 \u2013 The future of churches: This week&#039;s inquiry focuses on faith, God, and the church: In addition to taking stock of attendance figures in places of worship, the focus is on what German citizens expect, what developments are emerging, and what the future of the church \u2013 between community and mediator of values \u2013 could look like.<\/p>\n<p>Midnight \u2013 Christmas Reflection: Fittingly for the Advent season, our theme of the week revolves around the festival of love. Family, tradition, and sparkling children&#039;s eyes, or rather kitsch, commercialism, and stress \u2013 what do Germans really associate with Christmas?<\/p>\n<p>34:20 - What comes, what stays, what goes?<\/p>","protected":false},"author":37,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67],"class_list":["post-4271","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 2 - Folge 07","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<iframe style=\"border-radius:12px\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/09sLBERxaXDMIWC9mf5Le2?utm_source=generator&theme=0\" width=\"100%\" height=\"152\" frameBorder=\"0\" allowfullscreen=\"\" allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\"><\/iframe>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/960567-m-e77ac37455a804fe5748ce964db332b8.mp3","podcast_transcript":"Sp\u00e4ter war alles besser, der Zukunftspodcast. Brain Food f\u00fcr Neugierige und Zukunftsinteressierte. Mit mir, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und mit mir, Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung. Hallo und herzlich willkommen zur siebten Folge der zweiten Staffel unseres Zukunftspodcasts. Heute sprechen wir im Chart der Woche \u00fcber das Ende von h\u00f6her, schneller, weiter. Steigen wir alle aus dem Optimierungswahn aus? Uli war zu Gast in einem Podcast der katholischen Kirche und hat \u00fcber die Zukunft der Kirche gesprochen und wird uns dar\u00fcber auch gleich noch ein bisschen berichten. Und unser Thema der Woche ist das Fest, das ja in weniger als zwei Wochen ansteht, Weihnachten. Wie feiern die Deutschen Weihnachten? Was ist deutsche Weihnacht? Uli, magst du einsteigen, das Ende von h\u00f6her, schneller, weiter? Was ist das Ergebnis unseres Charts der Woche? Ja, da haben wir uns ja die Frage gestellt, wie wichtig ist eigentlich den Deutschen die Optimierung ihres Lebens? Und wenn man jetzt googeln w\u00fcrde, ich glaube Google liefert irgendwie 35 Millionen oder mehr als 35 Millionen Eintr\u00e4ge zum Thema optimiere dein Leben, also von irgendwelchen Ern\u00e4hrungskarriere-Tipps, Dating-Vorschl\u00e4gen, Trainingstipps, Zeitmanagement, wie du achtsam mit dir umgehst. Also das ist schon enorm. Und wir haben uns eben die Frage gestellt, ist es eigentlich etwas, was die Deutschen wollen? Also ist diese zunehmende Optimierung, die ja glaube ich fast alle Lebensbereiche umfasst, vom K\u00f6rper, von der Gesundheit, von deiner Arbeit, deine Freizeit sollst du optimieren, alles sollst du optimieren. Ist es eigentlich etwas, was die Deutschen wollen? Und darum haben wir im Chart der Woche die Frage gestellt, wie siehst du die zunehmende Optimierung des Lebens? Siehst du die positiv oder negativ, also kritisch oder unkritisch? Und 70 Prozent der B\u00fcrger sehen das sehr kritisch, dass unser Leben zunehmend optimiert wird. Und spannend ist ja auch, dass es vor allem Frauen und \u00e4ltere Bundesb\u00fcrger sind, die diesen Optimierungswahn als kritisch sehen. Ja, jetzt k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich wieder nachfragen, worum ist es so? Sind jetzt die meisten Ratgeber eher in irgendwelchen Frauenzeitschritten? Das h\u00e4tte ich jetzt gedacht, also dass die Frauen hier wahrscheinlich auch so der Hauptadressat sind der Wirtschaft, oder? Ja, wobei ich das ja immer schon spannend finde. Also ich will jetzt keinen Klischee aufmachen, aber wenn ich irgendwelche Frauenzeitschriften sehe, ist immer, das sind die Ern\u00e4hrungstipps, dann sind aber die Kochrezepte, dann ist irgendwie, wie nimmst du ab? Und als letztes dann, sei so, wie du bist, du bist okay. Also so diesem v\u00f6lligen Gegensatz habe ich immer das Gef\u00fchl, dass jeder sich auch wiederfindet da. Also das ist schon. Aber du hast recht, es sind trotzdem eher Frauen. Was ich spannend finde, ist es aber auch, je \u00e4lter die B\u00fcrger sind, desto kritischer sehen sie das. Also die \u00fcber 55-J\u00e4hrigen, da sind schon vier von f\u00fcnf, die eben sagen, dass sie diese zunehmende Optimierung kritisch sehen. Weil das nat\u00fcrlich, also weil sie ja besonders viel auch jetzt angesprochen werden, man soll ja nicht alt werden. In der letzten Folge haben wir ja auch \u00fcber die Alterstr\u00e4ume gesprochen. Und wahrscheinlich ist der Druck beim \u00c4lterwerden jetzt auch immer mehr gestiegen. Also wie ich noch so sch\u00f6n gesagt habe, ich freue mich drauf, da nur noch Kuchen mit Sahne essen zu k\u00f6nnen, ohne schlechtes Gewissen. Ich erinnere mich. Vielleicht ist das dann auch einfach gar nicht mehr so, vielleicht empfindet man das nicht mehr. Da stimme ich dir zu, wobei ich ja auch glaube, dass es teilweise eine \u00dcberforderung ist. Also dass sie Angst haben durch diese \u00dcberforderung und ich muss jetzt irgendwie alles machen und ich kann mein Leben nicht genie\u00dfen, dass sie damit \u00fcberfordert sind. Jetzt nicht nur irgendwie digital muss ich mich so darstellen und das ist alles schon kostet mich viel zu viel Zeit, weil es viel zu kompliziert ist und ich bin damit \u00fcberfordert. Aber auf einmal auch so, ja das, wo man vielleicht als \u00e4lterer Mitb\u00fcrger mit gro\u00df geworden ist, was man f\u00fcr Werte kennengelernt hat, gelebt hat und jetzt wird es in Frage gestellt, weil du auf einmal bestimmten Normen und Idealen entsprechen sollst. Das kann ich mir nat\u00fcrlich schon vorstellen, dass das auch zu einer Ablehnung f\u00fchrt, ganz klar. Aber bei der Optimierung sehe ich tats\u00e4chlich aber auch ein paar Vorteile. Also ich w\u00fcrde jetzt gar nicht unbedingt sagen, dass ich die Optimierung unseres Lebens so nur kritisch sehe, weil es gibt ja auch viele Erfindungen, gerade im technischen Bereich, die unser Leben einfach einfacher machen und besser machen. Also schon in den 50er, 60ern die Waschmaschine und die Geschirrspielmaschine, darauf w\u00fcrde ich jetzt nicht verzichten wollen. Jetzt aber auch ein Rasenm\u00e4herroboter oder eine smarte Heizung, also das geht ja immer weiter. Ja, aber ich finde das, also stimme ich dir absolut zu. Ich glaube nur, der gro\u00dfe Unterschied ist, dass das ja eher Sachen sind von au\u00dfen, wie du gesagt hast, technische Optimierung. Und unsere Frage der Woche ging ja eher in diese Richtung, dass du die eigene Optimierung deines Selbst, also jetzt dein eigener K\u00f6rper, deine Gesundheit, deine sozialen Kontakte, deine Arbeitszeit, dass du die immer weiter optimieren sollst. Und jetzt k\u00f6nnte ich mir nicht kritisch sagen, wenn ich jetzt schon diese ganzen tollen Errungenschaften habe, vom Rasenroboter bis zur Geschirrsp\u00fclmaschine, wo bleibt dann eigentlich die gewonnene Zeit f\u00fcr einen selber? Und warum muss ich die jetzt wieder mit Sachen verbringen, die ich an sich gar nicht machen will? Also das, finde ich, ist ja diese Optimierung, die dann auch ein St\u00fcck weit kritisch ist. M\u00fcssten wir da auch wieder so ein bisschen f\u00fcnfe gerade sein lassen? Muss nicht immer alles perfekt sein, wenn der Besuch kommt? Und wir sprechen nachher noch \u00fcber Weihnachten, aber muss Weihnachten jetzt in Perfektion und die Deko muss sein und es muss vorher noch gekauft werden? Genau, aber diese ganzen technischen M\u00f6glichkeiten schaffen uns ja viel mehr Freizeit. Freizeit. Aber haben wir die? Ja, Uli, in unseren Studien sagen wir, wir haben heute mehr Freizeit, als wir fr\u00fcher hatten. Nat\u00fcrlich gef\u00fchlt weniger, aber faktisch haben wir mehr. Das stimmt, aber das ist wieder dieses, ja, da hast du v\u00f6llig recht, also rein faktisch arbeiten wir weniger und haben durch diese technischen Errungenschaften mehr Zeit gewonnen. Aber wir haben halt trotzdem das Gef\u00fchl, weil wir unser Leben zunehmend optimieren, weil wir das Gef\u00fchl haben, wir wollen allen gerecht werden. Ich meine, wir k\u00f6nnen jetzt auch sagen, woran liegt das wieder? Jetzt irgendwie ist es Druck der Werbung, ist es irgendwie, dass ich anderen Idealen entsprechen will. Haben wir trotzdem das Gef\u00fchl, dass, oder viele B\u00fcrger das Gef\u00fchl haben, dass sie gestresst sind. Und sieben von zehn sagen eben, dass diese Optimierung kritisch zu sehen ist. Ich glaube, das, was einen stresst, ist ja, dass man so sein m\u00f6chte wie die Mehrheit. Irgendwie ist es ja so ein menschliches Bed\u00fcrfnis, dazu zu geh\u00f6ren. Und wenn man \u00fcberall permanent und nat\u00fcrlich durch das Internet, durch Werbung sieht, wie zum Beispiel, da habe ich gestern mit einer Freundin dr\u00fcber gesprochen, ein Zuhause aussieht von jemand, der sein Leben auf der Reihe hat. Also alles irgendwie in Kisten sortiert und ordentlich weggestellt, sch\u00f6n dekoriert und so weiter. Dann hat man das Gef\u00fchl, wenn das bei mir nicht so aussieht, dann l\u00e4uft irgendwas falsch. Und das muss ja eigentlich gar nicht so sein. Also da zum Beispiel, finde ich, k\u00f6nnte man ja auch aussteigen. Das liegt ja nur daran, dass man st\u00e4ndig dieses Bild von dieser aufger\u00e4umten Wohnung sieht. Und dass aber im Endeffekt niemand doch eigentlich so wirklich lebt. Ja, gibt es uns wieder ein Gef\u00fchl von Sicherheit? Kann das auch damit zu tun h\u00e4ngen? Also wenn jetzt irgendwie alles sicher und ordentlich ist, dann wei\u00df ich, ich kann f\u00fcr die Steuer n\u00e4chstes Jahr, muss ich nur den Ordner rausziehen und ich will bei mir irgendwie 27 Schubladen durchf\u00fchlen, bis ich irgendwie alles zusammengesucht habe. Also ist es dann dieses Gef\u00fchl der Sicherheit, Ordnung schafft Sicherheit in gef\u00fchlt unsicheren Zeiten. Ist das auch was ein bisschen mit dahinter steckt? Bestimmt. Also gut, ich sage jetzt ja auch nicht, es soll jetzt hier jeder in seinem Chaos zu Hause versinken. Aber ich glaube schon, dass das, was man halt viel sieht, das ist, was man auch irgendwie anstrebt, ohne dass man es vielleicht von innen heraus wirklich so m\u00f6chte. Also wei\u00dft du, was ich meine? Ob das willst du? Ja, wir sprechen nachher noch \u00fcber Weihnachten. Aber feierst du Weihnachten so, wie du es wirklich sch\u00f6n finden w\u00fcrdest, ein Familienfest zu haben oder so, wie wir das halt \u00fcberall sehen, wie das halt zu Weihnachten auszusehen hat? Was die Erwartungen auch sind von denjenigen, die kommen und so. Ja, das ist eine gute Frage. Ich wollte auch noch, da sprechen wir gleich ja noch dr\u00fcber, eine Sache, die du eben so nebenbei erw\u00e4hnt hast, was ich sehr spannend fand. Du hast eben noch Social Media und das Internet angesprochen, dass das nat\u00fcrlich auch eine gro\u00dfe Rolle spielt. Jetzt bist du da ja deutlich n\u00e4her dran als jetzt ich. Wo siehst du da Herausforderungen?\n\nTats\u00e4chlich eben, dass halt nur die positiven Dinge auf Social Media dargestellt werden, was ja normal ist. Niemand hat ja fr\u00fcher ein h\u00e4ssliches Foto von sich irgendwie verschickt oder in ein Fotobuch geklebt. Ich finde es nat\u00fcrlich dann immer schwierig zu sagen, dass das halt einfach nicht alles ist, halt nicht echt. Aber es ist ja eben nat\u00fcrlich nicht das 360-Grad-Bild, sondern immer nur eine Momentaufnahme. Und das muss eben eher durch eine kritische Medienkompetenz irgendwie erworben werden, dass man wei\u00df, wie man damit umzugehen hat. Ja. Nicht, dass du jetzt, ich kenne dich ja auch schon lange oder zehn Jahre kennen wir uns, glaube ich, schon. Du kriegst diese Balance ja f\u00fcr mich immer in Perfektion hin. Also, dass du deine eigenen Bed\u00fcrfnisse ganz klar auch artikulierst. Andererseits aber nat\u00fcrlich auch da das Leben oder die Arbeit und sowas in vielerlei hinsicht. Ich glaube, weil man muss sich halt einfach immer wieder fragen, will ich das oder will das jetzt gerade, also ich glaube, so ein bisschen diesen inneren Dialog zu f\u00fchren zwischen seinem Kopf und seinem Bauch vielleicht. Also, wird mir das jetzt gerade suggeriert und ich will das jetzt gerade kaufen, weil alle das haben oder weil es mich wirklich gl\u00fccklich macht. Das stimmt, ja. Also, das eigene Wohlergehen an erste Stelle stellen. Genau. Das denke ich ja. Also, ich finde, von Kindern kann man da ja wahnsinnig viel lernen. Wir waren jetzt verabredet und meine Tochter kommt nach Hause und sagt, n\u00f6, ich m\u00f6chte heute hier alleine bleiben. Ich m\u00f6chte nicht mit denen spielen. Und dann ist nat\u00fcrlich der Kopf, der sagen w\u00fcrde, du kannst doch jetzt nicht so kurzfristig absagen, die sind bestimmt schon unterwegs. Aber der Bauch sagt einfach, n\u00f6, ich m\u00f6chte aber heute keine Gesellschaft, ich m\u00f6chte jetzt gerne alleine sein. Und was habt ihr gemacht? Ich habe dann die Mutter angerufen und gesagt, es tut mir sehr leid, aber sie m\u00f6chte heute alleine sein. Und Menschen, mit denen ich nat\u00fcrlich auch befreundet bin, die verstehen das auch und sch\u00e4tzen ja sowas. Ich finde, sowas sollte man bei Kindern jetzt ja auch nicht unterdr\u00fccken. Total, ja. Wobei dann nat\u00fcrlich auch wieder sofort dieser Film losgeht. Okay, jetzt die Mutter ist jetzt irgendwie traurig, weil ihre Tochter, ihr Sohn jetzt keine Verabredung haben. Jetzt hast du den Nachmittag geslashed und Stress gemacht, weil deine Tochter irgendwie f\u00fcr sich alleine sein wollte. Ist ja auch immer die Konsequenz, die bei anderen damit dranh\u00e4ngt. Also ich glaube, das ist, warum viele auch so viele Schwierigkeiten haben, diese richtige Entscheidung, die ihr, glaube ich, getroffen habt, dann auch zu f\u00e4llen. Weil man halt t\u00fcchtig immer auch an die anderen und an die Konsequenzen nachdenkt. Nat\u00fcrlich, das finde ich auch. Also wir leben ja in einer Gesellschaft, wir sind mit anderen Menschen verbunden. Wir k\u00f6nnen nicht alle nur das machen st\u00e4ndig, wonach uns gerade ist. Aber das war jetzt so als Beispiel f\u00fcr, man kann ja auch mal nachfragen, treffe ich mich jetzt als auch Albachsner mit der Freundin abends noch auf einen Cocktail, weil ich mich darauf freue, Zeit mit ihr zu verbringen oder einfach nur, weil wir verabredet sind. Weil man halt abends noch irgendwie an einem Freitagabend einen Cocktail trinken geht. Das stimmt, ja. Weil ich dann halt am Montag dar\u00fcber berichten kann. Oder mache ich das, gehe ich in diesen Spinning-Kurs, gehe ich in die Ausstellung und so weiter. Mache ich diese Dinge wirklich f\u00fcr mich, weil ich daran Spa\u00df habe oder mache ich sie f\u00fcr andere? Und ich glaube, das ist der einzige Weg, um aus diesem Optimierungswahn halt auch auszusteigen. Das stimmt, ja. Also ich meine, fast ein bisschen die Zukunftsprognose, wobei ich eine Sache immer noch wichtig finde bei dieser ganzen Optimierung, weil du sie vorhin auch noch angesprochen hast. Und da habe ich noch dr\u00fcber nachgedacht, weil du die technischen Errungenschaften angesprochen hast, dass das ja viel hilft. Was ich ja auch immer so ein gespaltenes Verh\u00e4ltnis habe, sind ja diese ganzen Art Smartwatches, Fitbits, Trainings-App, was man da alles hat. Dass man dadurch nat\u00fcrlich auch optimiert, dass du deinen K\u00f6rper st\u00e4ndig kontrollierst. Also habe ich jetzt den richtigen Schlafrhythmus? Habe ich gen\u00fcgend Kalorien heute verbraucht? Bin ich gen\u00fcgend Schritte gegangen? Ist meine Herzfrequenz okay? Also diese ganzen Sachen, die man messen kann. Da bin ich ja, klar, das optimiert das Leben. Und ich kriege eine Warn-App, wenn ich irgendwie nicht gen\u00fcgend Schritte gemacht habe. Aber ist das tats\u00e4chlich das, was das Leben ausmacht? Ich finde es auch total \u00fcberschrieben. Man kann auch selber nachdenken und merken, ob man sich genug bewegt hat oder nicht. Ich finde, das ist auch so ein bisschen, da geht es mir... Schlechtes Gewissen. Ja, und auch auslagern, also gar nicht mehr selber nachdenken. Ja, bin ich v\u00f6llig bei dir. Also ich meine, wir k\u00f6nnen auch zum n\u00e4chsten Thema kommen. Aber ich glaube, so ein bisschen Fazit ist, muss man wirklich sagen, also viele Bundesb\u00fcrger wollen aus diesem h\u00f6her, schneller, weiter gerne aussteigen. Es ist nicht einfach, also weil der mediale Druck, der Druck Social Media nat\u00fcrlich auch einfach vorhanden ist. Ich glaube, ein Hinweis k\u00f6nnte halt sein oder ein erster Schritt, dass man halt lernt zu akzeptieren, dass vielleicht nicht immer alles perfekt sein muss. Weder man selber noch seine Umgebung, seine Arbeit, seine Freizeit, sein Aussehen, seine Gesundheit, was alles dazugeh\u00f6rt, wo man das Leben vielleicht auch ein St\u00fcck weit mehr genie\u00dfen kann. Und du hast gesagt vorhin, ja, ist nat\u00fcrlich, man will irgendwie so sein wie viele andere, dass diese individuellen Bed\u00fcrfnisse und individuellen W\u00fcnsche aber auch immer ganz zentral f\u00fcr einen sind. Dass man auch so ein bisschen \u00f6fter auf sich h\u00f6ren sollte. Ich glaube, das ist was Wichtiges. Aber kommen wir zum zweiten Thema, weil das war f\u00fcr mich was sehr Spannendes, was ich das erste Mal gemacht habe. Und zwar habe ich einen Podcast mit der katholischen Kirche in Bayern gef\u00fchrt. Und die haben mit mir gesprochen, wie die Zukunft der Kirchen aussieht. Und das fand ich ja grunds\u00e4tzlich erstmal sehr spannend. Aber vielleicht fangen wir erstmal auch bei dir an. Hat die Kirche Glaube, ist das ein gro\u00dfes Thema f\u00fcr dich? F\u00fcr mich pers\u00f6nlich jetzt nicht. In meinem Umfeld schon. Also mein Mann ja, aber bei mir nicht. Okay, ja. Also da bist du nat\u00fcrlich wieder ein Trendsetter, weil wenn ich mir die Zahlen so f\u00fcr Deutschland anschaue, ist es ja immer weiter zur\u00fcckgegangen, muss man ganz klar sagen. Also die katholische Kirche, die evangelische Kirche, wenn ich mir die Rate von Leuten anschaue, die die Kirche verlassen, die also dann sagen, ich trete aus, ich zahle keine Steuern mehr. Das sind wirklich hohe Zahlen. Also ich glaube, es sind seit der Wiedervereinigung 10 Millionen gewesen. Also wirklich, wirklich viele. Genauso, wenn du dir anguckst, Besuch Gottesdienste, was wir j\u00e4hrlich noch befragen, wie viele Leute gehen. Wenigstens einmal pro Woche in den Gottesdienst. Das ist nur noch jeder Achtzehnte. Also das ist wirklich wenig. Vor zehn Jahren war es immer noch jeder Zehnte. Vor 20 Jahren war es sogar noch jeder Siebte, der halt dann jeden Sonntag in den Gottesdienst ging. Und das f\u00fcr ihn eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit war. Also es ist wirklich, dass die Kirche als solches rein jetzt von den Besuchszahlen deutlich verloren hat. Das darf man nicht vergessen. Ja, das liest und h\u00f6rt man ja auch \u00fcberall. Das ist halt eben vor allem auch nur noch die \u00e4lteren Bundesb\u00fcrger sind, die dann sonntags die Kirche besuchen. Aber was hast du denen denn jetzt in dem Podcast erz\u00e4hlt? Das w\u00fcrde uns wahrscheinlich jetzt ja alle interessieren. Hat die Kirche Zukunft? Na gut, wir haben erstmal \u00fcber die Gr\u00fcnde gesprochen. Was sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Sachen, die wir jetzt beide eben gesagt haben? Ich glaube, es sind nat\u00fcrlich individuell sehr verschieden. Sicher liegt Image, also Stichwort Skandale in der Kirche, die dazu beigetragen haben, dass viele sich ein bisschen abgewandt haben. Und der Bezug ist geringer geworden, glaube ich. Also das ist jetzt nicht mehr auch der, wie es in der Vergangenheit war, teilweise auch gerade bei der Landbev\u00f6lkerung noch erst als bei der Stadtbev\u00f6lkerung. Dieser Bezug, dass ich dort mein soziales Umfeld habe, dass ich dort dann treffe, dass es ein Treffpunkt ist, wo bestimmte Sachen stattfinden. Also diese Relevanz hat etwas abgenommen, glaube ich, oder hat abgenommen \u00fcber die letzten Jahre. Und dann, glaube ich, unterscheiden nat\u00fcrlich viele auch mittlerweile zwischen Kirche und Glauben. Also um zu glauben, muss ich jetzt kein regelm\u00e4\u00dfiger Kirchg\u00e4nger sein oder muss vielleicht nicht mal in der Kirche sein. Ich kann trotzdem an Gott glauben, an eine h\u00f6here Macht glauben und muss jetzt nicht automatisch jeden Sonntag oder regelm\u00e4\u00dfig in die Kirche gehen. Ich glaube, das ist so auch aus Sichtweise der Bev\u00f6lkerung was ganz Entscheidendes gewesen. Du sagtest jetzt gerade dieser Bezug, was verbinde ich mit der Kirche, was findet dort statt, treffe ich dort Leute, habe ich dort die Gemeinschaft. Das erinnert mich, wir beide waren ja auch f\u00fcr eine Studienreise gemeinsam in den USA und haben da auch eine Kirche besucht. Und ich habe das mit meinem Mann im Urlaub zum Beispiel auch auf Jamaika oder so, fand ich das auch ganz spannend. Und haben wir da auch eine besucht und an einem Gottesdienst teilgenommen. Und es sind ja ganz, ganz unterschiedliche Art und Weisen, wie das in anderen L\u00e4ndern vonstatten geht. Das stimmt. Also der Bezug in den USA zum Beispiel, um da mal dran zu bleiben, das ist ja wirklich eine Gemeinde. Also es ist ja viel mehr als die Kirche und der Gottesdienst, sondern das ganze Angebot drumherum von Seelsorge \u00fcber Sportangebot, \u00fcber Kinderbetreuung, Basteln, Austausch, Gemeinschaft. Ist das absolut \u00fcbergeordnete Wort dort, ja. Das ist ja so, glaube ich, vielleicht das gr\u00f6\u00dfte Problem, das wir hier in Deutschland haben, dass das doch so fehlt. Ja, das ist auch was du vorhin so im Nebensatz gesagt hast, als du das kommentiert hast mit wer geht in die Kirche. Das sind halt die \u00c4lteren, was ja auch gut ist und ist ja keine Frage. Und der Anteil der \u00e4lteren Kirchenbesucher ist eben viel, viel, viel, viel, viel, viel h\u00f6her als bei den J\u00fcngeren. Dann kann man nat\u00fcrlich wieder sagen, muss die Kirche ihr Stammpublikum gl\u00fccklich machen oder muss sie neue Zielgruppen erschlie\u00dfen und eher die J\u00fcngeren begleiten? Weil ich glaube, dieses, was in den USA ja oftmals der Fall war, das Angebot ist eben f\u00fcr breite Bev\u00f6lkerungsgruppen attraktiv und es wird aufgeteilt. Und jeder Gottesdienst ist dann eben, gibt ein Kindergottesdienst, eine Gruppe Jugendliche, die sich dann eben \u00fcber bestimmte Teile w\u00e4hrend des eigentlichen Gottesdienstes unterhalten. Sehr christliche Kirchenmitglieder, die dann Bibeltexte in der Zeit lesen und dann, ich will nicht sagen jetzt der Rest, der einfach den normalen Gottesdienst besucht, der aber auch durchzogen ist durch ganz viele gemeinsame Elemente. Also jetzt nicht irgendwelche klassischen Orgelkl\u00e4nge und kaum einer singt mit, sondern es ist dann irgendwie eine Band steht vorne. Es ist ein Chor, der irgendwie mitsingt, die Gemeinde singt wirklich mit. Also man ist viel, viel involvierter als hier, wo ich meine, das haben wir nie untersucht, aber ich w\u00fcrde jetzt aus dem Bauch heraus sagen, nicht mal jeder zehnte Kirchenbesucher singt wenigstens das Lied mit oder kann das Lied mitsingen. Also das ist ja was ganz anderes und diese Gemeinschaft, da hast du v\u00f6llig recht. Also das leben wir zu wenig in Deutschland. Jetzt kann man wieder fragen, warum ist das so? Nat\u00fcrlich die Kirche macht furchtbar viel. Also wenn ich mir in Hamburg jetzt anschaue, wo wir herkommen, irgendwie \u00fcber 4000 Angestellte in der Kirche von Krankenh\u00e4usern, Kindertagesst\u00e4tten, Pflegeheime. Sie macht nat\u00fcrlich ganz gro\u00dfen gesellschaftlichen Beitrag, der geleistet wird von der Kirche. Das ist das Institutionelle. Ja, genau. Und das ist, glaube ich, der gro\u00dfe Unterschied. Also in den USA ist es eben weniger diese \u00fcbergeordnete Funktion, sondern wie du gesagt hast, eher wirklich auf die Gemeinde bezogen. Und da dieses gegenseitige Helfen, konkrete Hilfe, konkreter Treffpunkt. Ich treffe dort meine Nachbarn, die Schulkameraden meiner Kinder, was auch immer. Also das ist, glaube ich, was ein riesengro\u00dfer Unterschied ist. Ja, nat\u00fcrlich d\u00fcrfen wir auch nicht vergessen, wenn wir dar\u00fcber sprechen, ist die Finanzierung. Ist nat\u00fcrlich auch v\u00f6llig anders geregelt in den USA. Also bei uns ja klassisch ein Gro\u00dfteil einfach \u00fcber Kirchensteuer. Wird gezahlt, egal wie voll die Kirche ist, mehr oder weniger. In den USA halt alles finanziert aus der Gemeinde heraus. Klar, die haben dann steuerliche Vorteile als anerkannte Kirche. Aber nichtsdestotrotz, das Geld kommt erstmal von den Kirchenmitgliedern. Und ich glaube, das ist nat\u00fcrlich dann auch eine andere Motivation. Also an sich muss die Kirche sich ja selber fragen, was sie denn eigentlich m\u00f6chte, bevor wir die Frage beantworten k\u00f6nnen, ob die Kirche Zukunft hat. Denn m\u00f6chte sie einfach den Glauben wahren, also dass weiter der katholische, evangelische oder welcher auch immer Glaube verbreitet wird. Oder m\u00f6chten sie einfach volle Seele? Also physisch Menschen vor Ort haben und in den direkten Austausch gehen. F\u00fcr mich... Wahrscheinlich wollen sie beides. Ja. Aber wahrscheinlich schwer hinzugehen. Ist jetzt auch wieder die Frage, was ist Aufgabe der Kirche? Also ist es die Aufgabe, dass die Kirche voll ist? Ist es die Aufgabe, dass es eine Begegnungsstelle ist? Ist es die Aufgabe der Kirche, dass irgendwie, wei\u00df ich nicht, jeder gl\u00fccklich gemacht wird? Oder ist es ein Ort der Besinnlichkeit, wo du innehalten kannst? Dass du in Kontakt mit Gott treten kannst? Ist es wahrscheinlich auch in jeder Kirche, wenn dar\u00fcber diskutiert wird, immer eine Frage, was wollen wir eigentlich? Oder wer sind wir? Das ist, glaube ich, auch wirklich von au\u00dfen nicht einfach zu beantworten. In dem Stadtteil, wo wir zuletzt gewohnt haben, weil man ja in der Kirche ist und wir dann immer viele Einladungen auch bekommen. Und das ging, das war voll. Also das war halt tats\u00e4chlich auch diese Kirche. Und vor allem auch der Pastor hat halt sehr viel f\u00fcr das nachbarschaftliche Zusammenkommen getan. Also von Kaffee trinken, Jazzabende \u00fcber wir pflanzen mit den Kindern im Fr\u00fchjahr. Also machen unsere Nachbarschaft sch\u00f6n. Und da war echt dann viel los. Aber da stand nat\u00fcrlich so die Bibelferse jetzt nicht im Mittelpunkt. Aber die Leute wieder dort abgeholt, wo ihre Bed\u00fcrfnisse sind. Also ein urp\u00e4dagogisches Konzept holt die Leute ab, wo sie stehen in ihrem Leben und schafft daf\u00fcr dann eben Raum. Und ich glaube, das ist ja auch, das war ja im Podcast auch so ein bisschen, dass ich zum Schluss gesagt habe, naja, wenn es jetzt darum geht, wieder attraktiver zu werden, dann m\u00fcsst ihr, glaube ich, Vertrauen wieder aufbauen. Das haben wir in der letzten Folge ja intensiv behandelt, die Bedeutung von Vertrauen, dass man wieder vertrauen muss. Aber dann musst du, glaube ich, einerseits als Kirche wieder Begegnungsst\u00e4tte sein. Und das andere, was ich gesagt habe, ist, du musst auch wieder Antworten liefern. Und die Antworten, die haben sich, glaube ich, im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert. Und es ist jetzt nicht mehr irgendwie, ich will die Antwort haben, in erster Linie, was kommt nach dem Tod? Oder wie bin ich ein guter Christ? Sondern es sind halt auch viele Fragen des Alltags. Und da kann die Kirche ja durchaus auch tolle Antworten liefern. Oder der Glaube kann auch gute Antworten liefern. Aber daf\u00fcr muss nat\u00fcrlich auch Platz geschafft werden. Ja, absolut, wie du sagst, genau. Dann ist die Bedeutung wieder da. Es ist Alltag, es ist Glaube. Und an sich sind es doch dann immer runtergebrochen, die Werte. Also was ist denn das, was die Heiligen Schriften sind? Also wie man sich halt eben zu verhalten hat, welche Werte gelebt werden sollen. Und das bringt mich auch zu unserem n\u00e4chsten Thema, so deutsche Weihnacht. Was genau bedeutet denn eigentlich Weihnachten? Also steht dort wirklich der Kirchenbesuch noch im Mittelpunkt? Ist es der Glaube? Oder sind es einfach die Werte, die Traditionen, Kultur, Rituale, was man immer wieder macht? Und was da so f\u00fcr die Deutschen im Mittelpunkt halt eben steht. Ja. Wie verbringst du Weihnachten? Weil ich muss als erstes jetzt fragen. Auf jeden Fall mit der Familie. Und jetzt, wo wir Kinder haben, bei uns zu Hause. Jetzt m\u00fcssen die Eltern und Geschwister zu mir kommen. Ah ja, du bist so weit vorne bei solchen Sachen. Also es ist nat\u00fcrlich genau das, was die Bev\u00f6lkerung auch, glaube ich, sagt. Und Familie, Gemeinschaft, Austausch. Im Essen wird immer noch von der Bev\u00f6lkerung angef\u00fchrt. Dass das was Zentrales ist, was mit Weihnachten verbunden wird. Ja und dann eben, was wir eben hatten, so bestimmte Werte, Traditionen, glaube ich auch. Also der Tannenbaum, das jetzt immer nachhaltig ist, k\u00f6nnen wir dr\u00fcber sprechen oder dr\u00fcber nachdenken, geh\u00f6rt dazu. Nat\u00fcrlich irgendwie so eine Romantisierung. Und am besten soll Weihnachten noch Schnee fallen. Und es soll irgendwie heimelig sein. Und die Atmosph\u00e4re soll stimmen. Also das ist ja, was die meisten Bundesb\u00fcrger auch mit Weihnachten verbinden. Und wenn wir jetzt eben \u00fcber Kirche gesprochen haben, das nimmt dagegen immer weiter ab. Das darf man nicht vergessen. Also immer weniger Menschen gehen selbst Weihnachten noch in die Kirche. Aber bei dir, Uli, wei\u00df ich ja auch, ihr seid ja, wenn ihr in die Kirche gegangen seid, dann auch immer in den Kindergottesdienst gegangen, weil da das Krippenspiel noch war. Und weil gemeinsam gesungen wurde. Das stimmt. Also w\u00fcrde ich jetzt auch sagen, was war das denn, was angezogen hat? War dann ja eher dieses, ein bisschen die Eventisierung drumherum. Das stimmt. Also jetzt wieder, wenn wir eben \u00fcber die Zukunft der Kirchen gesprochen haben, wirst du bei deinen Bed\u00fcrfnissen abgeholt. Also ich sage es offen, meine Kinder, ich glaube meine Frau und ich auch, k\u00f6nnen jetzt leider relativ wenig aus vielen Predigten rausziehen. Also da habe ich Schwierigkeiten zu folgen, sage ich ganz offen. Wenn es jetzt irgendwie das Krippenspiel vorgetragen wird, wo die Kinder sofort einen Bezug zu haben, wo ich einen Bezug zu habe, weil es einfach sch\u00f6n ist. Also ich glaube, das ist ja auch dieses, man erfreut sich dann einfach dran. Dann sind es irgendwie das Drumherum nat\u00fcrlich. Die Kirche ist voll, die Kinder staunen, es sind die leuchtenden Kinderaugen, die Erwachsenen haben das auch irgendwie gemacht. Also man hat wieder das Gef\u00fchl, Teil von etwas zu sein, was sehr besonders ist und was fast besinnlich ist. Und das ist irgendwie jetzt andere Bereiche, k\u00f6nnen wir gleich noch dr\u00fcber sprechen, wenn es jetzt um Stress und sowas und Konsum an Weihnachten geht. Das ist ganz sch\u00f6n ausgeblendet. Und ja, da sind wieder die Eventisierungen, die gut ist. Im Kleinen, das darf nat\u00fcrlich nicht \u00fcbertrieben werden. Im Kleinen, das finde ich gut, wie du sagst, Teil von etwas sein, weil das ja auch in den Familien ein kleiner Teil ist, wo man es immer wieder jedes Jahr gleich macht. Und das sind die eigenen Rituale. Und in dieser Familie, in meiner Familie, macht man es halt so. Also es wird ja ganz oft auch dar\u00fcber gesprochen, okay, wie feiert ihr denn? Habt ihr etwas, was immer wieder so gemacht wird, was jedes Jahr gegessen wird, ein Spiel, was immer gespielt wird, wo halt die gesamte Familie zusammenkommt und eigentlich eine gute Zeit hat. Denn das sagen ja auch die Zahlen, die Daten. Diese Idee von an Weihnachten, wie es ja auch h\u00e4ufig in Hollywood-Filmen vorgelebt wird, es gibt immer riesige Dramen und Streit und Tr\u00e4nen, sagen tats\u00e4chlich ja nur 20 Prozent der Deutschen, dass es an Weihnachten Streit mit der Familie gibt. Und die anderen 80 sagen, n\u00f6, ist eigentlich alles ganz harmonisch. Ja, genau, das darf man nie vergessen. Wobei nat\u00fcrlich nach Weihnachten nach wie vor die zweith\u00f6chste Scheidungsrate im Jahr ist. Das darf man auch nicht vergessen. Also nach Urlaub ist sozusagen Weihnachten, dass man da, dass es da die Entt\u00e4uschung zu gro\u00df war \u00fcber die falschen Geschenke, die Erwartung, ich wei\u00df jetzt nicht, was die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind. Das habe ich nie gelesen. Ja gut, ich glaube, wenn das falsche Geschenk zur Scheidung f\u00fchrt, dann ist das wahrscheinlich auch besser, dass man sich trennt. Das stimmt. Sch\u00f6ner Punkt. Aber du hast recht. Also Streitigkeiten an Weihnachten sind eher die Ausnahme als die Regel. Das darf man nicht vergessen. Sie sind auch meistens nur von kurzer Dauer. Und bei der gro\u00dfen, gro\u00dfen Mehrheit ist es wirklich eher die Harmonie und das Sch\u00f6ne, was im Vordergrund steht. Es gibt nat\u00fcrlich Sachen, die stressen. Klar, Geschenke. Das ist schon etwas, was die B\u00fcrger auch stresst. Aber eher im Vorfeld als im Nachhinein. Genau. Aber Geschenke, wo du das sagst. Deutsche Weihnacht. Was wird denn in Deutschland so geschenkt? Das haben wir ja auch mal befragt. Stimmt. Ganz unterschiedlich. Was erstmal auff\u00e4llig ist, dass die Geschenke immer fr\u00fcher gekauft werden. Also es ist jetzt nicht, dass man bis zur letzten Minute wartet, dass da noch schnell was gekauft wird. Das ist eher ein Mythos oder die Ausnahme. Und dann, und das ist ein bisschen deprimierend, muss man ehrlicherweise sagen, das Hauptgeschenk oder das h\u00e4ufigste Geschenk der Bundesb\u00fcrger sind mittlerweile Gutscheine oder Geld, dass man sich irgendwas kaufen kann. Also diese Kreativit\u00e4t ist, glaube ich, da sehr stark verloren gegangen. Dass da er dann kauft, dir halt was Sch\u00f6nes. Oder ich gebe dir den Gutschein, dass du, wei\u00df ich nicht, ins Kino gehen kannst, ins Theater gehen kannst. Das ist halt auch wieder optimiert, ne? Ja, sehe ich auch ehrlicherweise nicht einfach. Was wir nur in der qualitativen Forschung mal ein bisschen untersucht haben, war die Frage, was sich denn gew\u00fcnscht wird. Und da ist es genau das Gegenteil. Also es z\u00e4hlt eher das Kleine, das Selbstgemachte und irgendwie gemeinsame Zeit, womit wir wieder bei diesem Punkt w\u00e4ren, dass das etwas ist, was er sich gew\u00fcnscht wird. Klar, wenn du jetzt meinen 17-j\u00e4hrigen Sohn fragen willst, der hat bestimmte Konsumw\u00fcnsche, die er gerne sich erf\u00fcllen w\u00fcrde und freut sich nat\u00fcrlich, wenn er von der Oma einen Geldschein kriegt. Keine Frage. Aber jetzt andere breite Teile der Bev\u00f6lkerung freuen sich wirklich eher \u00fcber kleinere, selbstgemachte Geschenke und diesen Faktor Zeit, der da eine ganz gro\u00dfe Rolle spielt. Ansonsten sind es die Klassiker. Also das Jahr kam da raus von irgendwelchen Getr\u00e4nken, S\u00fc\u00dfigkeiten, also irgendwelche kulinarischen Sachen. Nat\u00fcrlich die ganzen B\u00fccher, Spielwaren, Kosmetik, Schmuck ist eher nachgeordnet bei Weihnachten, nur noch jeder F\u00fcnfte. Also das sind dann die typischen Sachen, die man vielleicht auch erwartet. Aber h\u00e4ufigstes Geschenk sind eben Gutscheine und Geld, was ganz vorne steht. Was ich total sch\u00f6n finde, ist, dass bei der Frage, woran denken Sie, wenn Sie an Weihnachten denken, viel weniger Leute als vor zehn Jahren noch sagen, dass sie an Geschenke denken. Also die Bedeutung von Geschenken hat auch in den letzten zehn Jahren abgenommen. Das stimmt. Also man, ja, also ich finde es \u00fcberraschend, sage ich ganz offen, dass das abgenommen hat. Das kann man wieder sagen, demografische Entwicklung, \u00e4lter werdende Gesellschaft, man hat mehr oder weniger das, was man haben m\u00f6chte und die Geschenke spielen keine so gro\u00dfe Rolle mehr. Nat\u00fcrlich Unterschiede je nach Alter, aber insgesamt scheint Weihnachten so ein bisschen den Konsum auch wieder hinter sich zu lassen. Also es ist vielleicht, dass man wirklich da auch die Ruhe, die Gemeinschaft eher in den Vordergrund stellt, als dass jetzt noch der Kommerz oder der Stress irgendwie um das perfekte Weihnachtsgeschenk im Vordergrund steht. Das stimmt. Eine Sache, die mich dagegen ein bisschen wieder deprimiert hat, ist, dass die Zahl f\u00fcr Angst vor Einsamkeit, dass das zugenommen hat. Explizit an Weihnachten? Ja, also haben wir gefragt, was verbindest du ja damit? Und Einsamkeit ist auch etwas, was genannt wurde, was, jetzt hier wieder sagen kannst, gut, Versingelung der Gesellschaft, Kinderlosigkeit der Gesellschaft, das ist nat\u00fcrlich sicherlich alles Argumente daf\u00fcr. Aber Weihnachten ist auch das Fest der Liebe. Das darf man auch nicht vergessen. Also vielleicht muss man dann trotzdem nochmal die Tante einladen, die man sich nicht einladen will, oder die Nachbarin, die alleine ist, und sei es irgendwie nur f\u00fcr eine Stunde zum Kaffee, bevor die Bescherung und das Abendessen mit der Familie oder in der Familie losgeht. So, Trant, dass du das sagst, man muss sie dann einladen, da sind wir wieder so ein bisschen bei den Werten, auch der Kirche, so N\u00e4chstenliebe. Ja, aber finde ich auch wichtig, und das ist ja, haben wir ja auch bei den Alterstr\u00e4umen letzte Folge gehabt, dass die viele Bundesb\u00fcrger Angst haben vor Einsamkeit im Alter. Und ich glaube, Weihnachten alleine zu verbringen oder nur vor laufendem Fernsehger\u00e4t zu verbringen, das ist, wollen die wenigsten. Das w\u00e4re nat\u00fcrlich sch\u00f6n, wenn man auch als Gesellschaft es schafft. Das kann keine Institution leisten. Das k\u00f6nnen wir nur als B\u00fcrger schaffen, da so selber dr\u00fcber nachzudenken, was kann man vielleicht auch tun, und wo kann man jetzt nicht drei Tage am Weihnachten am St\u00fcck, aber vielleicht doch zwischendurch mal die halbe Stunde mit Menschen verbringen, die Weihnachten alleine sind. Ich glaube, das w\u00e4re auch was wirklich Gutes f\u00fcr die Gesellschaft. Und wir haben ja schon oft \u00fcber Vertrauen und Gemeinschaft und alles gesprochen. Ich glaube, das w\u00e4re so ein kleiner Beitrag. Da kann man vielleicht dr\u00fcber nachdenken. Also an sich ist Deutsche Weihnacht viel harmonischer als das Bild, was so gezeichnet wird und was viele Leute im Kopf haben. Absolut. Also statt Kommerz, Stress, Streit, kann man wirklich sagen, Ruhe, Besinnlichkeit, Familie. Das sind die tragenden Elemente, was die Deutschen mit Weihnachten verbinden, wie sie Weihnachten verbringen, was sie wollen. Also insofern, das ist wirklich eine sch\u00f6ne Zeit, auf die wir uns jetzt alle freuen k\u00f6nnen. Und hast du denn schon alle Geschenke fertig? So knapp zwei Wochen vorher? Ja, also ich bin auch bei den einigen. Ich versuche das wirklich, was ich vorhin gesagt habe, auch so aus der Forschung zu lernen. Also das jetzt gerade auch, was die Kinder angeht, dass die schon noch jeder was selbst gemacht ist von meiner Frau und mir bekommen. Und das ist jetzt f\u00fcr einen 17-J\u00e4hrigen und eine 12-J\u00e4hrige nicht immer ganz einfach, sage ich offen. Aber da bin ich noch dran. Die Hauptgeschenke, so f\u00fcr meine Mutter, meine Schwestern und sowas, da habe ich jeweils eine Kleinigkeit. Aber auch da, wir schenken jetzt, meine Mutter h\u00f6rt hoffentlich nicht gleich zu, auch wieder den Klassiker, den selbstgemachten Kalender der Kinder. Also das sind so Sachen, die sind diesmal alle fertig und ich muss jetzt nicht mehr warten, dass die Bilder noch rechtzeitig ankommen. Da habe ich rechtzeitig schon angefangen dieses Jahr. Sehr gut. Gibt es bei uns auch. Sehr gut. Uli, wir sind schon wieder am Ende dieser Folge angekommen. Ich bin gespannt, was du f\u00fcr die Kategorie, was kommt, was bleibt, was geht, dieses Mal ausgew\u00e4hlt hast. Ja, also was bleibt, kann ich an sich nur wiederholen, was wir jetzt zum Schluss hatten. Also ich glaube, die Bedeutung von Weihnachten bleibt bestehen. Es bleibt f\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit der Bundesb\u00fcrger etwas Besonderes, wo die Gemeinschaft und die Familie, die Besinnlichkeit im Vordergrund stehen wird, wo viele sich darauf freuen. Ich glaube, da wird fast eine Tradition, eine gesellschaftliche fortgesetzt. Was geht, w\u00fcrde ich sagen, so leid ist oder so schwer es mir f\u00e4llt, das zu sagen, aber die Kirche wird, glaube ich, in den n\u00e4chsten Jahren, wahrscheinlich auch noch Jahrzehnten, durch ein tiefes Tal gehen m\u00fcssen, bevor die Bedeutung der Kirche wieder steigt. Dann glaube ich aber schon an so eine Renaissance. Sie muss sich eben ein St\u00fcck weit ver\u00e4ndern. Ich glaube, es wird eine st\u00e4rkere Unterscheidung zwischen Kirche und Glauben in Zukunft stattfinden. Also das wird sich ver\u00e4ndern. Und was kommt? Ich glaube, die Optimierung wird in Frage gestellt werden. Wir haben ja schon in anderen Podcasts \u00fcber so Gegentrends gesprochen, haben ja mal gesagt, dass es eben auch gerade in den USA schon viele gibt, die wieder eher individuelle W\u00fcnsche nach vorne stellen und jetzt nicht darauf so viel mehr Wert legen, was die anderen sagen. Und ich glaube, da wird sich eine Weiterentwicklung stattfinden und so ein bisschen es weggehen von dieser st\u00e4ndigen Optimierung und das Leben wieder eher im Kleinen auch genossen wird. Ich glaube, das wird kommen. Insofern eine Folge haben wir aber noch, bevor der Jahreswechsel ansteht. In diesem Sinne, macht's gut. Hat wieder Spa\u00df gemacht mit Jaja und wir h\u00f6ren uns bald wieder. Bis dahin. Tsch\u00fcss. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren.\n\nDieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und dann geht's da."},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Optimierungswahn, Zukunft der Kirchen, Weihnachtsbesinnlichkeit - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"00:36 \u2013 Begr\u00fc\u00dfung\/Themenvorstellung 01:10 \u2013 B\u00fcrger wollen Ende der st\u00e4ndigen Optimierung: Bei Google finden sich mehr als 35 Millionen Eintr\u00e4ge zum\u2026\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" 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