{"id":4868,"date":"2024-03-14T06:10:35","date_gmt":"2024-03-14T05:10:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=4868"},"modified":"2026-07-21T18:58:13","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:13","slug":"why-flexible-and-individual-workplaces-are-in-demand-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/warum-flexible-und-individuelle-arbeitsplaetze-gefragt-sind-2\/","title":{"rendered":"Why flexible and customised workplaces are in demand"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Four out of five citizens expect more flexible and individualized work options in the future. This applies to both the timing and content of their jobs and reveals a shift in traditional perceptions: away from fixed working hours and towards greater flexibility and autonomy in the workplace. But what comes after home office and flextime? 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Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Arjan G\u00fclz, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Heute sprechen wir \u00fcber neue Arbeitsmodelle und wie sie unser Leben individueller und flexibler gestalten werden. So wie wir, Uli, ja in der Stiftung schon seit vielen Jahren arbeiten. Das stimmt, ja. Eher nach Projekten und weniger an starre Arbeitszeiten gebunden, scheint sich das jetzt ja so in ganz Deutschland auszurollen. Zumindest, wenn wir die Deutschen befragt haben, sehen das ja 80 Prozent so. Nun glaube ich nat\u00fcrlich schon, dass wir in der Stiftung sehr besonders arbeiten, keine Frage. Nee, da hast du nat\u00fcrlich v\u00f6llig recht. Also f\u00fcr uns in der Stiftung gilt ja immer, wie du es eben gesagt hast, das Produkt muss am Ende sein. Und jetzt ist es nicht zu entscheiden, wann wir wie was machen, sondern es muss am Ende dann halt dieser Podcast eben rauskommen. Aber f\u00fcr Deutschland kann man schon sagen, es ver\u00e4ndert sich was. Und das merken wir eben auch anhand dieser Frage. Da haben wir die Bev\u00f6lkerung ja gefragt, in Bezug auf die Zukunft. Also erwarten sie, dass innerhalb der n\u00e4chsten 20 Jahre die Arbeit, die Arbeitszeit durch neue Arbeitsmodelle eben individueller und flexibler gestaltet werden kann. Ist nat\u00fcrlich auch so ein bisschen der Wunsch, stammt sicherlich mit bei. Aber das Ergebnis ist wirklich eindeutig. Also vier von f\u00fcnf B\u00fcrgern erwarten eben, dass in Zukunft neue Arbeitsmodelle dazu beitragen werden, dass man selbst eher selbstbestimmt dar\u00fcber entscheiden kann, was ich wie wo in meiner Arbeit mache. Was mich ein bisschen \u00fcberrascht hat, ist, dass es vor allem die Rentner sind, die das ja mit fast 90 Prozent erwarten und die unter 30-J\u00e4hrigen, also die zuk\u00fcnftigen Arbeitenden, die n\u00e4chste Generation nur mit drei Vierteln. Wie erkl\u00e4rst du das? Das stimmt. Also die \u00e4ltere Generation hat eben auch so ein St\u00fcck weit jetzt, glaube ich, gerade in den letzten Jahren mitbekommen. Stichwort Digitalisierung, Stichwort aber auch Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt durch die Pandemie, dass sich die Arbeitswelt eben doch sehr schnell ver\u00e4ndert hat. Und darum erwarten sie jetzt, glaube ich, auch f\u00fcr die Zukunft, dass es jetzt nicht mehr so eine Zur\u00fcck gibt in die Vergangenheit, wo auch \u00fcber viele Jahrzehnte sich relativ wenig getan hat. Die junge Generation, ich glaube, die setzt einiges einfach schon als gegeben voraus. Also f\u00fcr die ist Flexibilit\u00e4t, was normal ist. Und ich das so bei meinen Studis auch erlebe, wenn ich die irgendwie frage, wie die Arbeitswelt der Zukunft f\u00fcr die aussieht. Flexibilit\u00e4t ist gar kein gro\u00dfes Thema, aber das ist selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr die. So wie jetzt mittlerweile Homeoffice nach der Corona-Pandemie auch f\u00fcr die meisten selbstverst\u00e4ndlich ist. Zumindest die Erwartung. Es ist ja interessant, dass jetzt Unternehmen wieder dar\u00fcber nachdenken, das auch ein St\u00fcck weit zur\u00fcckzudrehen und zu sagen, es ist doch nicht irgendwie f\u00fcnf Tage zu Hause, sondern es ist dann irgendwelche Chortage, die Modo, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, wo die Unternehmen wieder st\u00e4rker besetzt sein sollen. Weil es hat nat\u00fcrlich auch da wieder zwei Seiten. Jede Medaille hat ja zwei Seiten und die Flexibilisierung ist gut. Aber andererseits nat\u00fcrlich, manches ist vielleicht auch cleverer, das eben dann vor Ort durchzuf\u00fchren. Deswegen nicht nur flexibler, sondern eben vor allem individueller. Also m\u00fcssten jetzt eigentlich in den Personalabteilungen nochmal deutlich aufgestockt werden, um jeden Mitarbeiter individuell zu betrachten und zu schauen, wie viel Anwesenheit und welche Stunden und so weiter kann diese Person leisten. Das stimmt. Jetzt m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich einmal noch einen Schritt zur\u00fcckgehen. Wir d\u00fcrfen wirklich nicht vergessen, es h\u00e4ngt nat\u00fcrlich von der Art des Jobs ab. Also wenn du jetzt irgendwie, keine Ahnung, in der Landwirtschaft bist oder im produzierenden Gewerbe oder, wei\u00df ich nicht, hier oben im Norden Fischerin bist, auf deinem Kutter, dann kannst du jetzt nicht sagen, ich mache das von zu Hause. Es gibt nat\u00fcrlich nach wie vor einen Teil der Jobs, wei\u00df nicht, jeder vierte Job ist ja erstmal in diesem produzierenden Gewerbe auch nach wie vor drin. Da ist es deutlich schwieriger. Also wir reden ja oftmals dann \u00fcber diesen Dienstleistungssektor. Auch der muss ja unterschieden werden. Also wenn du jetzt Lehrerin bist oder Feuerwehrfrau, dann kannst du nat\u00fcrlich jetzt nicht sagen, es brennt, ich will jetzt aber gerade Homeoffice machen. Das funktioniert begrenzt. Aber insgesamt, klar, \u00e4ndert sich nat\u00fcrlich da eigentlich schon. Was war deine Frage? Jetzt bin ich schon wieder so weit abgetr\u00e4ftet. Ich komme einmal zur\u00fcck. Was hast du gesagt? Dass die Arbeitswelt deswegen nicht nur flexibler werden muss, sondern vor allem individueller. Also weil es eben nicht diesen Einheitswahl funktioniert. Also man kann ja nicht f\u00fcr alle sagen, du machst Homeoffice oder du kommst ins Office, sondern eigentlich individuell betrachtet werden. Wie ist gerade deine Lebensphase, dein Umfeld, wie viele Stunden, wie viel Zeit, welche Tage und auch an welchen, also zeitlichen, zu welchen Stunden an einem Tag, fr\u00fchmorgens, sp\u00e4tabends, m\u00f6chtest du arbeiten? Genau, was nat\u00fcrlich auch wieder viel eher den unterschiedlichen Pers\u00f6nlichkeiten entspricht. Also manche k\u00f6nnen besser morgens arbeiten, andere besser abends. Manche k\u00f6nnen besser arbeiten, wenn sie st\u00e4ndig den Input von Kollegen und Kolleginnen irgendwie um sich herum haben. Andere sind eher... Aber war das nicht schon immer so? Also warum, was hat sich jetzt in unserer Gesellschaft ver\u00e4ndert? Und ich denke, es ist nicht nur jetzt irgendwie Corona, sondern das haben wir ja ein bisschen analysiert, dass das aktuell so ein Riesenthema ist und nicht auch schon vielleicht vor 20 Jahren war. Ich glaube, die Unternehmen haben erkannt, dass sie sich eben ver\u00e4ndern m\u00fcssen. Also es war ja \u00fcber Jahrzehnte auch, dass es eine hohe Arbeitslosigkeit gab und nicht eine Vollbesch\u00e4ftigung. Die haben wir noch immer nicht ganz erreicht, aber wir gehen ganz klar in die Richtung hin, dass wir einfach merken, es ist auch eher wieder ein Arbeitnehmermarkt geworden. Und dann sind nat\u00fcrlich auch die Anspr\u00fcche an die Unternehmen gr\u00f6\u00dfer. Und ich meine, wir k\u00f6nnen \u00fcber Fachkr\u00e4ftemangel reden. Wir k\u00f6nnen \u00fcber irgendwie War for Talents reden. Das sind alles ja Sachen, die kannst du auch nicht mehr wegdiskutieren. Also musst du jetzt auch einfach zusehen als Unternehmen, dass die Mitarbeiterzufriedenheit hoch ist und dass du nicht mehr nur die Leute da bei dir h\u00e4ltst, indem du am Ende des Monats irgendwie ein Gehalt zahlst. Ja, und vielleicht auch, weil die Art zu arbeiten sich ver\u00e4ndert hat. Also du hast ja vorhin angesprochen, 75 Prozent der Erwerbst\u00e4tigen arbeiten im Dienstleistungsbereich. Das ist jetzt nat\u00fcrlich auch die Art, wie wir arbeiten heute eine ganz andere. Es ist also viel mehr eine Wissensgesellschaft als im produzierenden oder landwirtschaftlichen Bereich. Total. Also es hat sich ja wirklich auch \u00fcber die Jahrzehnte, Jahrhunderte immer stark ver\u00e4ndert. Also wir k\u00f6nnen jetzt irgendwie 100 Jahre zur\u00fcckgehen und k\u00f6nnen uns da anschauen. Ich wei\u00df nicht, war es, glaube ich, fast jeder Zweite, der noch in Landwirtschaft war. Heute ist es nicht mal mehr ein Prozent. Oder produzierendes Gewerbe war irgendwie in den 60er Jahren noch h\u00f6her als der Dienstleistungssektor. Also da hat sich nat\u00fcrlich schon einiges verschoben einfach in unserer Gesellschaft auch. Und insofern dann nicht \u00fcberraschend, dass wenn sich die Art der Arbeit ver\u00e4ndert hat, sich dann eben auch die Art, wie ich die Arbeit aus\u00fcbe, ver\u00e4ndere. Aber wir als Menschen haben uns ja auch irgendwie ver\u00e4ndert. Die neue Generation, die Gen Z hat ja jetzt nochmal einen neuen Wind reingebracht. Die stellt ja ganz, ganz andere Anforderungen an die Arbeitswelt und an ihren Arbeitsplatz. Das stimmt, wobei das ja eher eine Frage f\u00fcr dich w\u00e4re, da du doch eher da einen engeren Kontakt hast. Wie doch zur Gen Z z\u00e4hlst, Uli, vielen Dank. Naja, aber ich meine, wenn ich das jetzt so anschaue, wie ich, du hast eben erw\u00e4hnt, wie wir jetzt die letzten zehn Jahre hier zusammenarbeiten, als wenn ich mir anschaue, wie ich die ersten zehn Jahre hier in der Stiftung war, da war es noch eher 9 to 6 oder sowas, wie man gearbeitet hat. Und man wollte an sich nie nach Hause gehen, weil man nicht der Erste sein wollte, der um 18 Uhr gegangen ist und es wurde irgendwie danach bemessen, wie lange hast du gearbeitet? Ich kenne doch den Begriff FaceTime nicht \u00fcbers Telefon, sondern so sozusagen Anwesenheit, dass der Chef einen sieht. Du gehst nicht vor deinem Chef. Ja, genau. Genau, ja. Also das hat sich nat\u00fcrlich schon ver\u00e4ndert. Aber klar, du hast nat\u00fcrlich recht und deine Generation, aber jetzt auch die Generation, die dir nachgefolgt ist, also die Studierenden-Generation, das ist schon wirklich eine andere Generation und das merkt die Arbeitswelt oder merken die Unternehmen, glaube ich, massiv. Und die sind selbstbewusst nat\u00fcrlich auch erzogen von ihren Eltern. Das k\u00f6nnen alles werden. Mami und Papi haben alle Probleme oftmals aus dem Weg ger\u00e4umt und jetzt gehen die da wahnsinnig selbstbewusst, tauchen die in die Arbeitswelt ein. Das f\u00fchrt schon zur Ver\u00e4nderung, gar keine Frage. Schauen wir mal, es gab ja auch mal die Sechstagewoche und aktuell wird ja sehr stark auch \u00fcber die Viertagewoche diskutiert. Das hei\u00dft, was du eingangs sagtest, das Leben besteht halt eben deutlich, deutlich weniger aus Arbeit und Identifikation und das, was f\u00fcr einen pers\u00f6nlich das Leben ausmacht, da ist Arbeit nur noch ein Teil davon und soll jetzt eben tats\u00e4chlich auch zeitlich durch die Viertagewoche weniger Raum einnehmen. Meinst du, das ist der Weg in die Zukunft? Naja, grunds\u00e4tzlich, du hast nat\u00fcrlich recht. Also wenn ich jetzt irgendwie zur\u00fcckdenke, Ende Viertagewoche, Sechstagewoche, und man hat irgendwie sechs Tage gearbeitet, 48 Stunden. Motto war, sonntags ist der einzig freie Tag. Dann kam irgendwie die F\u00fcnftagewoche. Motto war, Gewerkschaftsmotto ja damals gro\u00df, samstags geh\u00f6rt Fatih mir und man hat nur noch 40 Stunden gearbeitet. Wie du sagst, jetzt denkt man irgendwie \u00fcber die Viertagewoche nach. Ich merke das t\u00fcchtig auf Vortr\u00e4gen bei Unternehmen, wenn ich irgendwie das Thema Viertagewoche auch nur aufbringe, ist alles irgendwie, gehen die Scheuklappen sofort hoch und sagen, wie soll das funktionieren und Produktivit\u00e4t und k\u00f6nnen wir kein Geld mehr verdienen. Waren dieselben Argumente Ende der 50er Jahre der Unternehmen. Und ich frage mich nat\u00fcrlich schon, wof\u00fcr haben wir diese ganze Digitalisierung? Wof\u00fcr haben wir KI? Wof\u00fcr haben wir irgendwie eine Automatisierung, wenn wir in Zukunft genauso lange zeitlich arbeiten, wie unsere Eltern oder unsere Gro\u00dfeltern irgendwann? Das macht ja keinen Sinn. Aber Viertagewoche w\u00e4re wahrscheinlich wirklich mal ein extra Thema f\u00fcr diesen Podcast. Sprechen wir doch mal ausgiebig dr\u00fcber. Sollen wir mal machen. Das ist eine gute Idee. Aber Viertagewoche ist ein spannendes Thema, ohne Frage. Was siehst du denn sonst noch so in der Zukunft? Also wenn wir jetzt \u00fcber neue Arbeitsmodelle sprechen. Also es geht ja deutlich \u00fcber das Homeoffice hinaus. Das stimmt. Ja, also ich glaube, einerseits geht es nat\u00fcrlich auch wirklich immer darum, innovative L\u00f6sungen zu finden. Also ich habe Herausforderungen in jedem Job und dann muss ich zusehen, dass ich diese Herausforderungen eben l\u00f6se. F\u00fcr das Unternehmen, aber auch f\u00fcr mich als Arbeitnehmender. Ich denke ja schon, also ich meine, es ist ja auch so ein Bereich dieser Solo-Selbstst\u00e4ndigen, die immer weiter zunehmen. Also ich kenne das jetzt irgendwie, du kannst das besser berichten, glaube ich, ne? Genau. Interims-Manager. Richtig, genau. Mein Mann vermittelt ja Interims-Manager und das sind eben Solo-Selbstst\u00e4ndige, die projektiv in ein Unternehmen gehen und dort mitarbeiten. Und man hat ja das Bild, dass das eben eher sehr seniorige Personen sind. Und da berichtet er, dass es auf jeden Fall immer, immer J\u00fcngere werden, die das halt eben auch als Chance sehen, nur noch flexibel an Projekten mitzuarbeiten, die sie irgendwie bereichert finden und spannend finden. Und das sehen wir ja auch in unseren anderen Studien, dass die Identifikation mit dem Mitarbeiter, mit dem Unternehmen abnimmt. Und dass das vielleicht ja auch eben widerspiegelt, dass die junge Generation ja mehr Zeit f\u00fcr sich, also f\u00fcr die eigene Erf\u00fcllung haben m\u00f6chte. Und das dann eben durch so projektbezogenes Arbeiten, kurzzeitiges Arbeiten versucht zu realisieren. Ja, also dieses von der Leere bis zur Bahre ist, glaube ich, immer seltener, die Arbeitswelt. Aber du hast gesagt, dass eben dieses projektbezogen Arbeiten, ich glaube, dass das ja auch sinnvoll ist, jetzt f\u00fcr die Unternehmen, glaube ich schon. Das ist ja immer per se so gewesen. Ich habe eine Herausforderung, die muss ich jetzt l\u00f6sen. Und ob ich daf\u00fcr jetzt jemanden dauerhaft anstelle, wei\u00df ich nicht. Kann ja auch oftmals, dass es Sinn macht, das eben dann, wie du sagst, projektbezogen reinzuholen. Aber ich finde es interessant, dass es eben auch f\u00fcr die Soloselbstst\u00e4ndigen attraktiv wird. Also weil sie eben diese Flexibilit\u00e4t auf einmal haben wollen, was ja genau zu unserer Umfrage passt. Und du hast eben angesprochen, dass es halt nicht mehr nur die alten, wei\u00dfhaarigen M\u00e4nner jetzt irgendwie sind, sondern auch die jungen. W\u00e4re spannend, sich das anzuschauen. Sind es auch Frauen? Ja, der Anteil von Frauen steigt tats\u00e4chlich auch. Es sind immer noch deutlich weniger als M\u00e4nner, aber es ist auf jeden Fall ein steigender Anteil. Und das k\u00f6nnte ich mir auch vorstellen, dass das nat\u00fcrlich hilft, diese doppelt und teilweise sogar ja dreifach Belastung, die innerhalb von einem Jahrzehnt, also bei den meisten irgendwie zwischen 30 und 40, soll man absolut Karriere machen, soll aber gleichzeitig auch eine Familie gr\u00fcnden, muss sich h\u00e4ufig schon auch ein bisschen um die \u00e4lter werdenden Eltern irgendwie mitk\u00fcmmern, im privaten Umfeld. Also es ist ja eine irre Belastung. Das funktioniert ja eigentlich gar nicht, auf allen Bereichen 100 Prozent zu geben. Nee, kann es auch nicht. Und es ist ja auch gut, dass es nicht funktioniert. Also dass man gewisse Priorit\u00e4ten setzt. Und das ist, glaube ich, auch, wenn du jetzt eben gesagt hast, wie sieht die flexiblere Arbeitswelt aus? Ich glaube ja auch, es wird wirklich deutlich frauenfreundlicher in Zukunft sein. Muss es halt auch. Ja, also wenn man halt nur zwei, drei Tage die Woche arbeitet, dann ist es nat\u00fcrlich eher realisierbar, dass man in beiden Bereichen total erfolgreich ist. Total. Und ich meine, das ist ja auch, jetzt will ich da nicht, weil du mir gegen\u00fcber sitzt, aber es ist ja einfach so, was du trotz zweifacher Mutter, trotz Ehefrau, trotz Freundin, gro\u00dfen Freundeskreis, trotz Nachbarin, diese ganzen H\u00fcte, die du ja auch irgendwie aufhast und Tochter und was du alles und Schwester, was du alles noch bist, das ist ja dann auch nicht mehr so entscheidend, wie viele Stunden du hier arbeitest, sondern es geht darum, dass die Arbeit geschafft werden muss. Und das ist ja auch eine Art der Flexibilisierung und dass ich jetzt nicht nachgucke, hast du diese Woche deinen Stundenzettel irgendwie vern\u00fcnftig abgegeben? Das ist, glaube ich, nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df und wird in Zukunft viel, viel seltener der Fall sein. Was noch ein wichtiger Punkt ist und wir sind schon wieder zeitlich weit fortgeschritten, eine Sache, die mir aber noch immer am Herzen liegt, ist halt auch diese Unternehmensseite. Also Unternehmen m\u00fcssen halt wirklich umdenken, die m\u00fcssen die Mitarbeiter zufriedener stellen. Dieser War for Talents und Fachkr\u00e4ftemangel habe ich eben so nur als Stichwort reinfallen lassen. Das ist wirklich eine gro\u00dfe Herausforderung. Und was ich neulich gerade gelesen habe, war wirklich interessant. Das Land, was da im Moment sehr, sehr erfolgreich ist, ist Japan, wo ja viele denken, man hat so diese japanische Arbeitsmoral, ganz viele Stunden investieren und verheiratet sein mit dem Unternehmen und kein Privatleben mehr zu haben, dass die japanische Gesellschaft wirklich festgestellt hat, das funktioniert nicht. Also das ist irgendwie, die Anzahl von Kindern geht zur\u00fcck, weil die Leute einfach keine Zeit mehr, Kinder zu haben, zur\u00fcckgeht. Sie heiraten nicht mehr, weil sie niemanden mehr kennenlernen k\u00f6nnen, weil sie au\u00dferhalb der Arbeit kein soziales Leben mehr haben. Und dass es f\u00fcr die Gesellschaft einfach kontraproduktiv ist und dass jetzt die japanische Gesellschaft eben erkannt hat, wir m\u00fcssen deutlich arbeitnehmerfreundlicher sein, weil sonst stirbt unsere Gesellschaft aus. Das fand ich noch interessant. Ich wollte noch fragen, wie das denn im Vergleich mit den USA aussieht. Weil da ist ja, da kenne ich ja immer noch diese Hire and Fire Kultur, was ja \u00fcberhaupt nicht der deutschen Kultur entspricht. Wir m\u00f6gen das ja gerne, feste Arbeitsvertr\u00e4ge. Sicherheit. Und Sicherheit. Genau. Siehst du das denn so mit immer mehr Flexibilit\u00e4t, dass wir dann doch in so eine amerikanische Arbeitsmoral abdriften? Teilweise. Also ich sehe das ja, dieses Hire and Fire ist ja aus deutscher Sicht sehr negativ besetzt. In Amerika ist es ja nicht so negativ besetzt. Es ist ja eher, okay, das hat jetzt nicht gepasst. Ich behalte irgendwo anders eine Chance und ich bin selbstbewusst genug, zum n\u00e4chsten Unternehmen zu gehen oder das n\u00e4chste einfach auszuprobieren. Auch im Thema Selbstst\u00e4ndigkeit dann vielleicht. Wir Deutschen, und es ist nat\u00fcrlich auch ein hohes Gut, was wir haben, mit langen Vertr\u00e4gen, die abgeschlossen werden, K\u00fcndigungsschutz und alles, was dazugeh\u00f6rt, was ja toll ist. Aber es hemmt nat\u00fcrlich auch auf der anderen Seite immer so ein bisschen und f\u00fchrt dazu, dass die Flexibilit\u00e4t vielleicht nicht ganz so gro\u00df ist. Also ich glaube, die Wahrheit liegt da, wie so oft irgendwo in der Mitte. Also manchmal w\u00fcrde ich mir dieses amerikanische Modell eher f\u00fcr Deutschland auch vorstellen k\u00f6nnen, weil es einfach Innovation nach vorne bringt, weil es irgendwie die Zufriedenheit der Arbeitnehmenden nach vorne bringt. Wenn du dir die Statistiken anschaust, Zufriedenheit im Job ist in den USA nun einfach mal h\u00f6her als in Deutschland, obwohl wir die h\u00f6here Sicherheit haben. Das w\u00fcrde ja auch so den Quereinstieg viel, viel st\u00e4rker erleichtern. Was nat\u00fcrlich auch sinnvoll ist, also dieses, was wir eben hatten, diesen Job von Lehre, dass du ihn bis zur Rente durch selben Job aus\u00fcbst, das ist nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Also wir leben in einem Zeitalter des Wandels. Die Arbeitswelt \u00e4ndert sich wirklich sehr, sehr schnell in den n\u00e4chsten Jahren und n\u00e4chsten zwei Jahrzehnten. Und wir m\u00fcssen da einfach flexibler werden. Durch solche Quereinstiege und kurzfristige Besch\u00e4ftigung w\u00fcrde es ja auch erleichtert werden, dass man vielleicht auch erst sp\u00e4ter, also vielleicht nicht schon mit 20, 30 die Karriere startet, sondern vielleicht auch erst mit 40, 45, 50. Ja, so eine Art Restart mit 50 haben wir das, mein Vorg\u00e4nger das schon vor irgendwie 20 Jahren mal genannt und wirklich zukunftsweisend. Also warum kannst du nicht deine Karriere wirklich dann auch erst was Neues anfangen? Also es ist ja in Deutschland irgendwie, wenn du es nicht alle zwei Jahre den Job irgendwie einen Karrieresprung gemacht hast, hast irgendwas falsch gemacht. Ich glaube, das ist nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Es kann Phasen im Leben geben, wo du l\u00e4nger einen Job aus\u00fcbst, wo du dann vielleicht auch gar nicht mal einen Job aus\u00fcbst, wo du dann vielleicht auch einfach mal was Neues ausprobierst. Und ob du das mit 30, 40, 50 oder vielleicht sogar mit 60 oder 65 machst, das ist v\u00f6llig egal. Meinst du, da wird sich dann, werden sich die deutschen Unternehmen auch darauf einstellen, dass wieder vermehrt auch \u00e4ltere Personen eingestellt werden? M\u00fcssen sie. Also kommen sie gar nicht drum herum. Also ich glaube, das ist im Moment, wird ja immer nur dieses Renteneintrittsalter diskutiert, aus Arbeitnehmer-Sicht. und wir haben uns die Rente verdient und wollen dann irgendwie m\u00f6glichst den Feierabend oder das Rentenalter genie\u00dfen. Das ist nicht mehr zukunftsgerecht. Also wir m\u00fcssen m\u00f6glichst lange wirklich im Job sein und auch so hart, wie sich das anh\u00f6rt. Ich kann das jedem nur empfehlen. Also statistisch gesehen ist die h\u00f6chste Wahrscheinlichkeit, dass man stirbt in dem Jahr, wo man aufh\u00f6rt zu arbeiten. Ach Gott, am liebsten. Aber irgendwann haben wir uns die Rente aber auch verdient. In diesem Sinne. Macht's gut und bis zum n\u00e4chsten Mal. Bis dann. Ciao.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. 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