{"id":4990,"date":"2024-05-30T07:00:15","date_gmt":"2024-05-30T05:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=4990"},"modified":"2026-07-21T18:58:13","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:13","slug":"what-will-be-considered-good-behaviour-in-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/was-im-jahr-2024-als-gutes-benehmen-gilt\/","title":{"rendered":"What will be considered good behaviour in 2024"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Good behaviour and appropriate manners govern how we interact with each other. But values and norms change over the years. What is the unwritten law in 2024? Are you still allowed to go out without your partner? Do we always greet each other with a handshake and do we have to be open to other opinions?<br \/>\n\u00a0<br \/>\nIn this episode, find out what is currently considered good behaviour and what behaviour most Germans think should be taken for granted. <\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-4990","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 3 - Folge 13","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/38-was-im-jahr-2024-als-gutes-benehmen-gilt\/embed?context=external&token=Gf9V-AAf_tWKSp9r8Bld2w\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1473943-m-7fb09318434c926c71d86c340b7b769b.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Heute sprechen wir \u00fcber ein Thema, \u00fcber das ihr garantiert auch schon in eurer Familie mal diskutiert habt. An einem Feiertag, Weihnachten vielleicht und zwar um Umgangsform. Was geh\u00f6rt sich eigentlich? Wir haben dort die Deutschen befragt und eine eigene Umfrage zugemacht. Aber vorab, Uli, wie war denn dein Weg hierher heute? Man muss dazu sagen, da haben Ariane und ich schon eben kurz dr\u00fcber gesprochen, weil ich mit dem Auto hergekommen bin und habe \u00fcber den Podcast heute nachgedacht und habe so, was ja man oftmals hat, sich \u00fcber andere Autofahrer aufregen und selber, wie f\u00e4hrt man. Und ich habe so seit ein paar Monaten mir fest vorgenommen, dass ich mich nicht mehr \u00fcber andere Autofahrer aufrege und super h\u00f6flich bin und jeden reinlasse. Und auch wenn der sich vorgedr\u00e4ngelt hat, ich einfach nochmal mit einer anderen Handbewegung, die nicht ironisch gemeint ist, jeden vorlasse, um einfach weniger Stress f\u00fcr mich zu haben. Und habe mir \u00fcberlegt, wenn das alle machen w\u00fcrden, dann w\u00e4re das Autofahren ja viel entspannter. Da hast du vollkommen recht. Ich finde auch, es ist immer sehr, sehr stressig auf den Stra\u00dfen. Und wenn dann auch noch irgendwie die Rollerfahrer, Fahrradfahrer und Fu\u00dfg\u00e4nger dazukommen, ist das... Total. Aber miteinander, da war so ein bisschen, das w\u00fcrde sich da an sich geh\u00f6ren und w\u00fcrde uns allen gut tun und nicht so auf sein Recht beharren, sondern einfach ein Miteinander. Aber da kommen wir nachher zu. Genau. Sollen wir dann auch erstmal nochmal grunds\u00e4tzlich kl\u00e4ren, was hei\u00dft es eigentlich, das geh\u00f6rt sich? Gut, also jetzt so eine richtige Definition gibt es daf\u00fcr eigentlich nicht. Also wenn man das so ein bisschen zusammenfasst, kann man an sich sagen, man soll sich angemessen verhalten, h\u00f6flich verhalten vielleicht auch. Meistens nat\u00fcrlich, dass man irgendwelche Normen, also soziale Normen ber\u00fccksichtigen soll und sich in den jeweiligen Situationen halt dann so verh\u00e4lt, dass es andere nicht st\u00f6rt. Wobei das nat\u00fcrlich schon immer relativ ist. Also wenn ich das hier zusammenfassen w\u00fcrde, w\u00fcrde ich immer sagen, soll es Respekt haben, soll es eine gewisse Empathie zeigen und soll es eine Verantwortung f\u00fcr dein eigenes Verhalten \u00fcbernehmen. Ja. Ich w\u00fcrde auch noch erg\u00e4nzen, dass es das Zusammenleben regelt. Also, dass es wie die Gesetze, die umgeschriebenen Gesetze sind des Miteinanders. Ja, absolut. Wo man sich daran orientieren kann. Ja, diese sozialen Normen, dass man da irgendwie ein Teil des Ganzen ist. Sehe ich ganz genauso, ja. Aber lass uns zu unserer Umfrage kommen. Magst du einfach mal ein paar Ergebnisse vorstellen? Genau. Wir haben ja gefragt, was meinen Sie, was sollte selbstverst\u00e4ndlich sein, was sind gute Umgangsformen? Und ganz oben ist tats\u00e4chlich, anderen zuh\u00f6ren und andere ausreden lassen und auch eine eigene Meinung \u00e4u\u00dfern zu d\u00fcrfen, auch wenn man eine andere Meinung hat, also bei Uneinigkeiten. So wie dann auch mit ein paar weniger Prozentpunkten, aber tats\u00e4chlich auch die Lebensweise anderer respektieren. Das fand ich total toll, dass das so die Top 3 sind, weil das ja sagt, wirklich Offenheit, Respekt, Toleranz ganz weit oben sind. Das stimmt. Also gerade Toleranz ist auch nochmal so ein wichtiger Punkt, glaube ich, weil das ja auch sowas ist. Ich glaube, dadurch k\u00f6nnen wir so ein bisschen den sozialen Frieden in unserem Land auch halten und k\u00f6nnen es nicht weiter auseinander driften lassen. Und wie du auch richtig gesagt hast, also diese Anerkennung unterschiedlicher Meinungen, den Mut, seine eigene Meinung zu \u00e4u\u00dfern, das ist ja alles, was wir auch gerade in der Gegenwart, glaube ich, viel, viel h\u00e4ufiger br\u00e4uchten, dass man eben nicht wegguckt, sondern dass man die Offenheit hat, aber dass man eben auch Dinge tut, wo man vielleicht mal einen Konflikt eingeht. Ich erinnere mich, du hast mir neulich erz\u00e4hlt, dass du im Supermarkt mal Jugendliche angesprochen hast, die sich vorgedr\u00e4ngelt haben. Das ist \u00fcbrigens ein sch\u00f6nes Beispiel daf\u00fcr. Ja, ja, ich war jetzt nicht so eine n\u00f6rgelnde alte Frau, aber ich habe sie einfach darauf hingewiesen, weil ich gemerkt habe, dass die da gar kein Bewusstsein f\u00fcr hatten, dass das jetzt irgendwie allen anderen gegen\u00fcber total unfair war. Und ich habe auch gedacht, ihr d\u00fcrft auch gerne vor, aber ich wollte es euch gerne nochmal mitgeben. Also ich glaube, es ist auch so ein Punkt, ungefragt seine Meinung \u00e4u\u00dfert oder anderen einen Rat geben, aber in dem Fall habe ich das einfach mal getan. Und finde ich total wichtig. Habe ich \u00fcbrigens, das habe ich dir gar nicht erz\u00e4hlt, neulich gemacht, da ist jemand bei uns vorbeigegangen und sein Hund hat sein Gesch\u00e4ft bei der Nachbarin gemacht und ich habe ihn gefragt, ob er so eine H\u00e4ufelt\u00fcte vor mir haben will. Und meinte er, nee, wieso? Meinte ich, naja, ihr Hund, brauche ich dir eine. Achso, nee, ich habe eine. Meinte ich, achso, weil sie es jetzt nicht weggemacht haben. Meinte er, nee, nee, mache ich sofort weg. Und dann habe ich mich bei ihm bedankt und habe gesagt, danke, dass sie es gemacht haben. Und dann hat er zu mir gesagt, nee, das ist an meiner Stelle, ich muss mich bedanken, dass sie mich darauf hingewiesen haben, dass es war einfach nicht okay von mir. Und da habe ich mir gedacht, okay, manchmal muss man doch einfach was sagen d\u00fcrfen. Ja, da war aber, glaube ich, auch der Ton, der die Musik gemacht hat. Weil wenn du mit jemandem freundlich so jemanden darauf hinweist, h\u00e4ttest du ja auch der schimpfende Nachbar sein k\u00f6nnen. Das kann ja wohl nicht wahr sein, jetzt machen sie das mal hier sofort weg. Genau, hast du recht. Also, weil ich gefragt habe, brauchen sie eine H\u00e4ufelt\u00fcte? Klasse, dass sie es gemacht haben. Das ist vielleicht der einfachere Weg, dass er da was gemacht hat. Aber wir kommen weg vom Thema. Genau, bei unserer Umfrage, da waren wir gerade im Mittelfeld. Interessant, da kommen wir so ein bisschen zu den, ja, also man soll nicht das Finanzamt beschummeln. Man soll auf Schwarzarbeit verzichten. Und tats\u00e4chlich sind es auch immer noch so ungef\u00e4hr drei Viertel der Bev\u00f6lkerung, die dem Ganzen zustimmen. Und im Jahresvergleich hat es sogar zugenommen. Also vor 25 Jahren haben wir die Studie schon mal gemacht. Da waren es tats\u00e4chlich noch einige weniger, die der Meinung waren, dass man das Finanzamt nicht beschummeln darf. Ja, aber das ist ganz interessant. Also auch gerade, was du bei diesem Jahresvergleich jetzt angef\u00fchrt hast, da waren ja schon Ver\u00e4nderungen. Also was ich, manche Sachen finde ich halt offensichtlich. Also fr\u00fcher war nat\u00fcrlich weniger, nicht mit dem Handy telefonieren, wenn es andere st\u00f6ren k\u00f6nnte, weil es einfach nicht so ein gro\u00dfes Thema war. Das ist jetzt halt heute bei vier von f\u00fcnf, im Vierteljahrhundert waren es nur so zwei Drittel. Oder was ich, nicht laut Musik h\u00f6ren. Fr\u00fcher hat man das halt auch weniger gemacht. Also dass solche Sachen zugenommen haben. Aber v\u00f6llig richtig. Ich fand auch solche Dinge wie auf Schwarzarbeit verzichten hat deutlich zugenommen. Finanzamt, Versicherung nicht beschimmeln. Auch sowas wie Trinkgeld geben. Fand ich sch\u00f6n. Also vor dem Vierteljahrhundert nur so die H\u00e4lfte. Jetzt halt schon fast sieben von zehn. Also auch ein deutlicher Anstieg nochmal. Andererseits sind nat\u00fcrlich auch so manche Sachen zur\u00fcckgegangen. Ich glaube, bei einer Sache sind wir auch nicht so ganz einer Meinung. Sollte man anderen Menschen zur Begr\u00fc\u00dfung die Hand geben? Es ist radikal zur\u00fcckgegangen. Jetzt kommst du. Ja, es ist zur\u00fcckgegangen und ich glaube, ich bin auch einer von denen. Weil irgendwie hat sich das seit Corona so ein bisschen eingeschlichen. Und ich finde es eigentlich auch ganz angenehm, nicht mehr jedem st\u00e4ndig in den Arm zu nehmen oder die Hand zu geben, sondern das so dabei bestehen zu lassen. Das siehst du anders, oder? Ja, bestimmt schon. Also es ist ja so ein bisschen Handgeben ist ja immer so ein Zeichen von Vertrauen, von N\u00e4he. Und man gibt ja, finde ich, so nicht jedem die Hand. Aber wenn man jetzt irgendjemand mal wieder sieht, diese k\u00f6rperliche Ber\u00fchrung, finde ich schon etwas. Aber ich meine, bin ich aussterbend. Also ist deutlich, deutlich zur\u00fcckgegangen. War vor dem Vierteljahrhundert zwei Drittel. Jetzt ist es nicht mal mehr die H\u00e4lfte. Also ist der zweitgr\u00f6\u00dfte R\u00fcckgang gewesen. Das d\u00fcrfen wir nicht vergessen. Nur noch gesteigert von anderen Menschen, die man nur fl\u00fcchtig kennt, auf der Stra\u00dfe gr\u00fc\u00dfen. Ja, das finde ich schade, ehrlich gesagt. Also irgendwie, das wundert mich. Also ich finde schon, weil wir w\u00fcnschen uns ja eigentlich auch so diese Gemeinschaft. Und ich pers\u00f6nlich finde es sch\u00f6n, wenn man sich gr\u00fc\u00dft, so im Vorbeigehen in der Stra\u00dfe. Absolut. Ich finde es eher komisch, wenn mich jemand nicht gr\u00fc\u00dft. Also dann... Also es ist f\u00fcr mich auch immer der gro\u00dfe, gro\u00dfe Unterschied zur USA. Wenn ich dr\u00fcben bin, ist ja wirklich, du gr\u00fc\u00dft fast jeden. Und wenn du irgendwie spazieren gehst, wandern... Auch wenn du den nicht kennst, ne? Total. Wandern gehst und spazieren gehst, ist so gleich, hallo und irgendwie kurz eben wenigstens eine Hand heben und was sagen. Was ja eine Freundlichkeit schafft. Also in manchen Situationen machen wir das, glaube ich, auch. Ich glaube das so, wenn man wandern geht in den Bergen, dann ist es schon so, dass du den anderen halt auf einem Joggen lebst. Aber das sind auch schon wieder so Umgangsformen. Das sind wieder so eigene Regeln in den verschiedenen Hobbys auch oder so, wie man sich wo verh\u00e4lt. Das stimmt. Das ist dann halt eben so ein ungeschriebenes Gesetz. Als Wanderer gr\u00fc\u00dfst du die anderen Wanderer. Ja. Aber nichtsdestotrotz sind wir uns da wahrscheinlich einig. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wieder mehr Leute auch wenigstens die Hand zu heben und Hallo zu sagen, die man so fl\u00fcchtig kennt. Genau. Bereich, wo ich dich ja fragen wollte, der auch deutlich zur\u00fcckgenommen hat, sind diese ganzen Sachen alleine was machen ohne mit dem Partner. Genau. Also zur Erkl\u00e4rung. Du wei\u00dft, dass wir da sehr modern sind und auch gerne mal alleine was unternehmen. Immer. Genau. Da habe ich schon mit \u00e4lteren Nachbarn oder in der Familie mit \u00e4lteren Frauen auch dr\u00fcber gesprochen, dass das nat\u00fcrlich fr\u00fcher etwas war. Ohne den Ehemann irgendwo hinzugehen als Frau, als verheiratete Frau, das war fr\u00fcher halt eben echt ein Ding, das hat man nicht gemacht. Und da wurde halt gesagt, was sollen denn dann die Nachbarn denken, das geh\u00f6rt sich doch nicht. Aber ja, das hat tats\u00e4chlich auch abgenommen, aber es sind immer noch 45 Prozent, die sagen, es geh\u00f6rt sich nicht ohne den Partner was zu unternehmen. Finde ich schon noch ganz sch\u00f6n viel. Total. Also ich meine, das sind so manche Sachen, wo ich auch gedacht habe, ist das jetzt au\u00dfer Zeit gefallen? Nat\u00fcrlich auch interessant, was wir damals abgefragt haben vor dem Vierteljahrhundert. Aber sowas wie nicht eigenen Sport- und Hobbyinteressen nachgehen, wenn es den Partner, die Partnerin st\u00f6ren k\u00f6nnte, vor dem Vierteljahrhundert war es fast jeder Zweite, jetzt ist es noch gut jeder Dritte. Aber es ist schon enorm. Also ich meine, nat\u00fcrlich merkst du da wieder, wir fragen, tun wir repr\u00e4sentativ, den Durchschnitt der Bev\u00f6lkerung, gro\u00dfe Stichprobe. Und nat\u00fcrlich auch viele \u00e4ltere Mitb\u00fcrger, die es halt anders auch noch gro\u00df geworden sind. Und wie du jetzt sagst mit deiner Mutter. Aber das ist schon interessant, wie diese ganzen Dinge sich auch ver\u00e4ndert haben in einer Art Gesellschaft. Und wie sich Dinge ver\u00e4ndern, das haben wir ganz stark gemerkt in dem Moment, wo wir Kinder bekommen haben. Weil man dann so gewisse Umgangsformeln jetzt nicht nur Tisch manieren, sondern auch noch weitergehend viel mehr hinterfragt. Also zum Beispiel Bitte und Danke sagen. Das ist ja etwas, was fr\u00fcher, das einfach sofort gemacht werden muss. Und ich wei\u00df, dass es heute bei vielen Eltern eben nicht so ist, dass die das von ihren Kindern erwarten. Weil man sagt, man sollte es ja f\u00fchlen. Das wei\u00df ich nicht. Ja, aber ist so. Oder was gibt es sonst noch f\u00fcr Dinge, die ihr vielleicht anders gemacht habt? Im Gegensatz zu unserer Elterngeneration? Ja, dieses Bedanken ist ein Riesenthema in unserer Familie ehrlicherweise gewesen. Also in meiner Familie ist es wirklich \u00fcblich, sich nach Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenken fast unmittelbar zu melden und zu bedanken. Und jetzt in der Familie meiner Frau ist es halt ganz klar, da kann auch ein bisschen Zeit dazwischen liegen. Und man kann ja erstmal das Geschenk auch nutzen oder ein bisschen n\u00e4her damit sich besch\u00e4ftigen. Und da kann auch ein bisschen Zeit ins Land gehen. Und das ist etwas, das sind auch unterschiedlich in der Erziehung. Ja. Und vermitteln da wahrscheinlich unterschiedliche Sachen. Aber jetzt wei\u00df ich, klar, ich habe das jetzt, wenn meine Kinder beim Metzger eine Scheibe Wurst bekommen haben, war ich schon auch so ein Vater, der den r\u00fcber geguckt hat und meine Kinder dann... Was sagt man jetzt? Genau. Ja, finde ich auch. Und das haben die auch relativ schnell dann verstanden. Jetzt ist es irgendwie automatisch. Und ich finde, das ist ja wieder so ein Zeichen von H\u00f6flichkeit, das sich zu bedanken. Das geh\u00f6rt auch dazu. Ja. Anderes Ding, was ich aber noch mit dir ansprechen wollte. Und was ich finde, wenn wir jetzt \u00fcber diesen Zeitvergleich reden, ist ja so diese Benimmumgangsform im Beruflichen. Also wenn ich so ein bisschen jetzt mir die Stiftung anschaue, als ich hier angefangen habe, wirklich ja schon lange her, fast 30 Jahre her, war es irgendwie total typisch. Man kam im Anzug und mit Hemd. Man hat alle Leute gesiezt und es war alles sehr, sehr steif. Das hat sich total aufgeweicht. Und jetzt irgendwie ist es sehr locker. Nichtsdestotrotz, glaube ich, bleiben bestimmte Umgangsformen im Beruf schon auch noch bestehen. Wenn es jetzt solche Sachen geht wie Professionalit\u00e4t, respektvoll, das ist, glaube ich, noch sehr typisch und weit verbreitet. Auch P\u00fcnktlichkeit ist wahrscheinlich so eine deutsche Umgangsform, die auch nachhalt noch einfach. Andererseits ist nat\u00fcrlich auch durch eine junge Generation \u00e4ndern sich halt Umgangsformen. Das darf man nie vergessen. Ja, das stimmt. Ich glaube, da ist es halt eben, dass am Ende geht es immer um Respekt, wenn man sich an die Geflogenheiten in dem Betrieb oder in dem, wo man sich gerade aufh\u00e4lt, in dem Land teilweise auch. Also auch kulturelle Umgangsformen, wenn man sich daran h\u00e4lt. Wenn man sich daran h\u00e4lt, dann zeigt man dem anderen so ein bisschen Respekt, also wie mit Kleidung. Also ich glaube, gerade Kleidung ist ja ein gro\u00dfes Thema auch in der j\u00fcngeren Generation, dass man sagt, man soll angemessene Kleidung tragen, haben wir auch abgefragt. Ja, sagen viele, sollte man tun. Aber da ist nat\u00fcrlich die Frage, was ist denn angemessene Kleidung? Ja, das, was f\u00fcr die jungen Leute angemessen ist, ist was anderes als f\u00fcr eine 80-J\u00e4hrige vielleicht. Und deswegen sollte man im B\u00fcro, ja, wir empfinden jetzt zum Beispiel, einen Anzug muss nicht sein, aber bitte sauber und geb\u00fcgelt vielleicht. Das sehen vielleicht andere nochmal wieder anders. Aber es ist wieder dieses Toleranz, glaube ich, was ganz Entscheidendes ist. Auch eine Toleranz f\u00fcr andere Meinungen zu haben, ist, glaube ich, wichtig. Auch so ein bisschen in der Lage sein, die Perspektive zu ver\u00e4ndern und jetzt nicht sagen, das war aber jetzt schon immer so, das muss jetzt auch in Zukunft so bleiben. Das ist was Wichtiges. Also eher die Toleranz und der Respekt f\u00fcr anderes, als dass man jetzt immer sagt, aber meine Meinung ist die richtige. Und das ist ja sowas, was uns ganz viele in der Forschung begegnet. Und da unsere Welt ja immer mehr zusammenw\u00e4chst und wir auch immer mehr Zuz\u00fcgler haben und mehr Personen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammenleben, ist es, glaube ich, auch immer ganz wichtig zu bedenken, dass die vielleicht diese Umgangsform nicht kennen. Das stimmt, ja. Also wie wichtig es zum Beispiel in einem Mietshaus sein kann, sich den Nachbarn vorzustellen, damit man auch zur Grillparty eingeladen wird. Weil das f\u00fcr die anderen automatisch hei\u00dft, wenn du dich nicht vorstellst, dann hast du offensichtlich kein Interesse an einem Zusammenhalt. Und das ist ja gar nicht, das stimmt ja nicht immer so. Nee, auch da muss man nat\u00fcrlich wieder vielleicht noch ein zweites oder drittes Mal hinterher gehen. Andererseits senden wir nat\u00fcrlich st\u00e4ndig auch Signale raus. Und wenn jetzt irgendwie kein Interesse besteht und man eher zur\u00fcckgezogen leben m\u00f6chte, ist es ja auch wieder nicht wert. Und das ist dann einfach eine andere Meinung. Und auch da k\u00f6nnte man wieder die Toleranz sagen. Du, Zeit rennt schon wieder. Ich wollte dich noch ein paar Sachen fragen, wo ich mir \u00fcberlegt habe, ob du das \u00e4hnlich siehst oder sagst, nee, das ist \u00fcberhaupt Quatsch. Das sollte nicht etwas sein, wenn es um diese Thema Umgangsform geht. Stell dir vor, du bist von jemandem eingeladen und gehst ins Restaurant. W\u00fcrdest du das teuerste Gericht auf der Karte ordern? Nein. Weil es sich nicht geh\u00f6rt? Nein, das geh\u00f6rt sich nicht, genau. Ich finde auch, wenn mich jemand einl\u00e4dt, dann wartet man immer erst mal, was denn die anderen Personen so bestellen oder was der Gastgeber bestellt. Und daran orientiert man sich. Ich finde auch, man bestellt nicht einfach Nachtisch, wenn der Gastgeber das nicht tut. Als Frau erwartest du, dass ich dir immer die T\u00fcr aufhalte und du immer vor mir durchgehen kannst? Ich erwarte es nicht, weil ich eine Frau bin. Sondern ich finde, man l\u00e4sst die T\u00fcr nicht anderen Leuten vor der Nase zufeiten. Total. Ich finde, ich halte sie auch, ich w\u00fcrde sie dir auch aufhalten. Oder ich finde auch, meine Tochter kann die T\u00fcr bitte aufhalten, wenn da jemand noch durchgehen m\u00f6chte. Genau. Ich sehe schon, wir sind uns wieder bei ganzen Sachen einig. Was ich auch total wichtig fand, aber es ist wahrscheinlich auch Einigkeit bei uns, da jeden gleich behandeln. Also egal, ob es jetzt irgendwie der oberste Chef des Unternehmens ist oder, keine Ahnung, jemand, der am Empfang steht. Ja, w\u00fcnschenswert, wenn das alle tun w\u00fcrden. Ja, also nicht dieses, je h\u00f6her die Position, desto eher muss man buckeln. Also finde ich ganz, ganz was Wichtiges. Ein Punkt \u00fcber zwei machen wir noch. Sonnenbrille im Sommer abnehmen, wenn du ein Gespr\u00e4ch f\u00fchrst drau\u00dfen.\n\nKommt vielleicht ein bisschen auf die Situation drauf an. Grunds\u00e4tzlich w\u00fcrde ich sagen, schon, weil ich das irgendwie angenehm finde, wenn man die Augen sehen kann, wenn man sich mit jemandem unterh\u00e4lt. Ja, wenn man aber jetzt direkt am Wasser sitzt und da kommt jemand vorbei, dann sehe ich das nicht so eng, wenn die jetzt die Brille in dem Moment auflassen. Aber da habe ich aber auch einen zur\u00fcck f\u00fcr dich. Handt\u00fccher auf Liegen. Wenn die ganzen Liegen alle belegt sind, findest du es okay, das mache ich n\u00e4mlich manchmal, die Handt\u00fccher einfach runterzunehmen, um mich trotzdem da hinzulegen? Finde ich v\u00f6llig okay. Ja, also finde ich wieder respektlos von den anderen, weil ich nutze es nicht. Und dann irgendwie ein Anspruch, also dieses typisch Deutsche, kennen wir auch im Sommer im Urlaub, dass man erstmal die Liegen belegen muss. Hotels gehen ja schon in die andere Richtung, sagen wirklich, jede Stunde wird das wegger\u00e4umt. Ja, finde ich unm\u00f6glich von denjenigen, die es machen und v\u00f6llig in Ordnung von dir. Wenn ich irgendwie jetzt signalisiere und ich stehe, wei\u00df ich nicht, lege ich meine pers\u00f6nlichen Sachen und mein Buch und mein Handy und sowas alles dahin, dann finde ich es jetzt okay. Okay, das w\u00fcrde ich auch nicht anfassen. Genau, also das ist dann, finde ich, was anderes. Aber jetzt irgendwie erstmal nur mit den Hotelhandt\u00fcchern, die Liege blockieren. Nee, also geht gar nicht. Die Zeit ist schon wieder fast rum, ne? Genau, also jetzt haben wir ja viele Beispiele gebracht, aber nochmal so den Zukunftsaspekt. Warum ist dieses Thema denn eigentlich so wichtig, Uli? Und so wichtig auch f\u00fcr die Zukunft und wohin wird es sich entwickeln? Also ich glaube einfach, gute Umgangsformen, ich will jetzt gar nicht von Benehmen sprechen, aber Umgangsformen sind so eine grundlegende Kompetenz, die wir halt auch wirklich aufrecht erhalten m\u00fcssen. Das h\u00e4lt den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft irgendwie aufrecht. Ich glaube, nur so kann Gemeinschaft funktionieren. Das st\u00e4rkt auch eine Gesellschaft oder Beziehung, egal ob es jetzt in der Nachbarschaft, in der Familie ist, aber auch insgesamt. Und das tr\u00e4gt dann schon zum positiven sozialen Klima bei. Also wir sind alle Teil von etwas und sich vielleicht selber auch mal ein bisschen zur\u00fcckzunehmen, den Egoismus hinten anzustellen und eher ein Miteinander. Ich glaube, das w\u00e4re schon etwas Zentrales f\u00fcr die Zukunft. Die junge Generation wird das hoffentlich besser machen, als wie es im Moment gerade ist. Das war doch ein sch\u00f6ner Schluss, Uli. In diesem Sinne nehmen wir uns jetzt h\u00f6flich zur\u00fcck, w\u00fcnschen euch noch einen sch\u00f6nen Tag und bis n\u00e4chste Woche. Bis dahin. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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