{"id":5002,"date":"2024-06-13T06:10:22","date_gmt":"2024-06-13T04:10:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5002"},"modified":"2026-07-21T18:58:13","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:13","slug":"why-most-germans-want-to-live-in-the-past","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/wieso-die-meisten-deutschen-in-der-vergangenheit-leben-wollen\/","title":{"rendered":"Why most Germans want to live in the past"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Everything used to be better! Or was it? The majority of Germans would rather live in the past if they had the choice. And from the age of 35, they also stop making plans for the future.<br \/>\nIn this episode, find out not only why it's worth choosing the future - because things certainly weren't better in the past - but also why it's so important to dream and plan for life. <\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5002","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 3 - Folge 15","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/40-wieso-die-meisten-deutschen-in-der-vergangenheit-leben-wollen\/embed?context=external&token=eZB-Cr4WHtsVzM1gYgWSQg\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1473949-m-d5d17c517afc44de8b65cae0e21e5286.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Heute habe ich zum Einstieg eine ganz konkrete Frage direkt an euch. Und zwar, w\u00fcrdet ihr lieber in der Vergangenheit oder in der Zukunft leben? Uli, diese Frage haben wir in unserer Forschung ja schon sehr, sehr oft auch gestellt. Das stimmt. Und die Ergebnisse wollten wir mit euch besprechen. Ja, also einerseits ist es wirklich auff\u00e4llig, dass wenn wir uns auch ein bisschen den Zeitvergleich anschauen, dass immer mehr Menschen lieber in der Vergangenheit leben w\u00fcrden als in der Zukunft. Also auch wenn man sich so ein bisschen den Zeitvergleich anschaut, lange Zeit war es ausgeglichen, dass in etwa genauso viele in der Vergangenheit wie in der Zukunft leben wollten. Mittlerweile ist es aber so, dass fast zwei Dritte eben sagen, sie w\u00fcrden an sich lieber im Gestern leben als im Morgen. Und das ganz \u00dcberraschende daran ist, dass sich das jetzt aktuell bei der jungen Generation total gewandelt hat. Weil eigentlich war es ja in der Vergangenheit immer so, dass zumindestens die junge Generation noch lieber in der Zukunft leben wollte. Also mehr gesagt haben, ich m\u00f6chte gerne in der Zukunft leben als in der Vergangenheit. Und das hat sich jetzt ver\u00e4ndert. Also jetzt ist sogar auch die Mehrheit der unter 30-J\u00e4hrigen, die lieber in der Vergangenheit leben wollen. Und das, was mich am allermeisten dabei \u00fcberrascht ist, dass der Hauptgrund ist, weil es fr\u00fcher besser war, weil der Zusammenhalt fr\u00fcher gr\u00f6\u00dfer war. Ja. Wie erkl\u00e4rst du dir das? Naja, das ist einfach, das ist falsch. Also das ist jetzt irgendwie dieser Spruch, fr\u00fcher war alles besser. Wir k\u00f6nnen uns jetzt ganz gleich, welche Periode der Menschheitgeschichte du dir anschaust. Die Lebenserwartung war nie h\u00f6her. Die Kindersterblichkeit war nie geringer. Die M\u00f6glichkeiten der Mobilit\u00e4t waren nie besser. Die k\u00f6nnten \u00fcber Emanzipation reden. Also meine Mutter, eine Generation vor mir, musste mein Vater um Erlaubnis fragen, als sie F\u00fchrerschein machen wollte und als sie ihr Konto er\u00f6ffnet wollte. W\u00fcrdest du jetzt wahrscheinlich mit deinem Mann nicht mehr nachfragen? Der muss mich \u00fcber Erlaubnis fragen. Sie hat sich ge\u00e4ndert. Aber du k\u00f6nntest dir auch die ganzen harten Fakten anschauen. Also weltweit extreme Armut. Allein in den letzten 30 Jahren hat sich von jedem zweiten, der zur Zeit in der Wiedervereinigung unter extremer Armut litt, reduziert auf unter 10 Prozent. Nat\u00fcrlich trotzdem nach wie vor viel zu viel. Aber was f\u00fcr eine Verbesserung. Wir k\u00f6nnten uns anschauen, wei\u00df nicht, Analphabetismus, Arbeitslosigkeit. Das hat sich ja alles verbessert. Und trotzdem denken viele, fr\u00fcher war alles besser. Woher kommt das? Also die Amerikaner haben das f\u00fcr ein sch\u00f6nes Wort. Die rosy retrospective. Also dass du das Leben so ein bisschen rosarot aus der Vergangenheit siehst. Also aus psychologischer Sicht ist es nat\u00fcrlich eine Art Schutzmechanismus. Du erinnerst dich eher an die guten Sachen, die du gemacht hast in deinem Leben, als die Sachen, die nicht so gut liefen. Also der Klassiker ist, wenn wir jetzt dar\u00fcber nachdenken, wie unsere Jugend im Sommer war, die haben wir barfu\u00df im Freibad verbracht, Pommes gegessen und den ganzen Tag Spa\u00df gehabt. Das Wetter war immer gut. Total. Das Wetter wissen wir auch. Klimawandel. Nein, wollen wir nicht thematisieren. War fr\u00fcher nicht besser. Aber es ist halt diese Erinnerung, die es halt uns einfach machen. Es w\u00e4re auch schlimm, wenn es andersrum w\u00e4re. Also das ist dann wirklich auch eine Gefahr, wenn du dich nur an die negativen Sachen erinnern w\u00fcrdest, was alles nicht gut gelaufen ist. Aber du verbindest die Vergangenheit eben eher mit positiven Dingen. Und die Zukunft, muss man jetzt hart sagen, ist das Unbekannte. Du wei\u00dft eben nicht, was kommt. Und wenn du dir jetzt die derzeitige Lage noch anschaust, die Medien berichten nat\u00fcrlich eher Bad News are Good News. Das hatten wir ja auch schon mal im Podcast thematisiert. Genau, aber du sagst ja, fr\u00fcher war noch nie alles besser. Ja, was ist denn jetzt passiert, dass die Jugend die Hoffnung verloren hat, um das mal so ganz radikal auszudr\u00fccken? Naja, ich glaube nat\u00fcrlich schon, dass die Medien eine Rolle spielen. Also ich will jetzt nicht nur Medienbashing betreiben, aber die Anzahl von Negativmeldungen hat nat\u00fcrlich zugenommen. Sie sind auch unmittelbarer. Social Media tr\u00e4gt nat\u00fcrlich auch einen Teil zumindest dazu bei. Und wir haben eben das Gef\u00fchl, wir leben in gef\u00fchlt unsicheren Zeiten. Dabei war das Leben nie sicherer, das darf man nicht vergessen. Weil mehr dar\u00fcber berichtet wird. Weil mehr dar\u00fcber und nat\u00fcrlich auch was, sozusagen die Eltern und die Medien und die Politik und alle uns vorgeben. Also so hoffentlich geht es meinen Kindern mal so gut wie mir. Das ist ja mittlerweile so ein Standardspruch. Ich habe noch immer geh\u00f6rt, meine Eltern haben immer gesagt, den Kindern soll es mal besser gehen als uns. Also es war dieses Positive. Und jetzt geben wir den Kindern das schon irgendwie mit. Wir haben irgendwie, dass wir unsere Kinder st\u00e4ndig mit Angst in die Welt lassen, weil irgendwie, es k\u00f6nnte ja was passieren. Und ich muss dich zur Schule fahren und ich muss dies machen und du darfst nichts alleine machen, deine Erfahrungen machen. Und wenn dir irgendwas passiert in der Schule, dann komme ich sofort dagegen an. Also es ist nat\u00fcrlich auch, dass wir als Eltern oder als Gesellschaft da der jungen Generation kaum gute Startchancen geben. Und ein Haus wirst du dir nie leisten k\u00f6nnen in Hamburg. Das ist viel zu teuer. Das ist alles so teuer geworden, ist nat\u00fcrlich Quatsch. Also es ist schwierig, wie wir damit umgehen mit den Kindern. Und das f\u00e4rbt ab eben, um die Frage zu beantworten. Das f\u00e4rbt ab eben auf die junge Generation, die eben auch so ein St\u00fcck weit wieder verkl\u00e4rter auf die Vergangenheit dann blickt. Und nat\u00fcrlich hast du auch diese ganzen Klassiker. Aber es ist nat\u00fcrlich technische Errungenschaften, die das Leben ver\u00e4ndern. Man wei\u00df eben nicht, was da kommt und was bedeutet die Arbeit in Zukunft noch, was \u00fcbernehmen der Computer. Also es sind nat\u00fcrlich auch viele Dinge, die sich in der Welt einfach \u00e4ndern. Ja. Ganz kleine Kinder, die wollen ja meistens noch in der Zukunft leben. Da fragt man zumindestens ja noch sehr h\u00e4ufig, und was m\u00f6chtest du denn mal werden? Oder dann sp\u00e4ter, und was m\u00f6chtest du mal studieren? Die denken ja sehr, sehr viel \u00fcber die Zukunft nach. Hat die Intensit\u00e4t, mit der man Zukunftspl\u00e4ne schmiedet, Einfluss darauf? Wie positiv oder negativ man die Zukunft bewertet? Das glaube ich. Wobei ich es auff\u00e4llig fand, wir haben die Frage ja auch gestellt, also wer plant eigentlich f\u00fcr die Zukunft vor? Und da ist es positiv nat\u00fcrlich eher die junge Generation als jetzt die mittlere oder die \u00e4ltere Generation. Jetzt k\u00f6nnte man ketzerisch sagen, die haben auch noch ihre Zukunft vor sich. Die \u00c4lteren haben die Zukunft leider nicht mehr vor sich. Aber da merkt man so ein St\u00fcck weit noch, das ist wenigstens im Durchschnitt ist es ja nur jeder Zweite, der sich \u00fcberhaupt Gedanken \u00fcber die Zukunft macht und ein wenig plant. Also das ist jetzt schon etwas, was ja ganz spannend ist. Genau. Also in der Gesamtbev\u00f6lkerung ist es jeder Zweite. Und bei den unter 35-J\u00e4hrigen sind es 67 Prozent, die regelm\u00e4\u00dfig Zukunftspl\u00e4ne schmieden. Und bei den \u00fcber 55-J\u00e4hrigen sind es dann nur noch 38 Prozent. Wobei jetzt, wie alt bist du? Aber in unserer Altersgruppe sind es auch nur noch 48 Prozent. Ja, wir sind der Durchschnitt, so im mittleren Alter. Also einer von uns beiden macht keine Zukunftspl\u00e4ne mehr. Machst du keine Zukunftspl\u00e4ne mehr? Oder f\u00e4llt es dir schwerer, Zukunftspl\u00e4ne zu machen? Ja, tats\u00e4chlich habe ich sehr, sehr viel dar\u00fcber nachgedacht, so bis man 40 ist, sage ich mal. Also was man studiert, welchen Job man bekommt, wo man alles hinreisen m\u00f6chte, dass man irgendwie einen Partner hat, Kinder, Haus und so weiter. Und danach, das ist jetzt, finde ich, so diese neue Zeitphase, Lebensphase, mit der wir uns gerade besch\u00e4ftigen, wo man jetzt mal anf\u00e4ngt, wieder Pl\u00e4ne zu schmieden. Ja, wobei man ja auch wieder anf\u00e4ngt, Pl\u00e4ne f\u00fcr die Kinder zu schmieden. Das ist ein bisschen wieder, was wir eben auch hatten. Vielleicht sollten wir unsere Kinder auch mehr machen lassen. Jetzt bei deinen Kindern sind sie nat\u00fcrlich noch zu jung daf\u00fcr. Aber ich glaube, das spielt nat\u00fcrlich auch eine gro\u00dfe Rolle. Ich finde halt eben bei diesen Zukunftspl\u00e4ne schmieden ist halt auch ein wichtiger Aspekt, dieser, was man immer so scherzhaft, so Hobby-K\u00fcchen-psychologisch sagt, diese selbst erf\u00fcllende Prophezeiung. Aber ich pers\u00f6nlich finde das schon sehr wichtig, weil dann hat man so einen inneren Kompass. Also man muss ja nicht alle Ziele sofort erreichen und da jetzt so verbissend dran arbeiten. Aber wenn man so grob wei\u00df, in welche Richtung es geht, dann sind ja alle Handlungen und Entscheidungen, die man trifft, f\u00fchren so am Ende schon in die richtige Richtung. Und man l\u00e4uft dann nicht so ganz kopflos durch die Gegend. Das stimmt. Gut, es h\u00e4ngt ja auch immer so ein bisschen davon ab. Du hast jetzt eben angesprochen, diese Planung, die du vielleicht irgendwann mal hattest mit Partnerschaft, Kinder, Familie, Haus und diese ganzen Sachen. Nat\u00fcrlich darf man es auch nicht zu sehr \u00fcberdenken. Also ich glaube ja auch viele, die dann irgendwie sagen, das hatten wir ja auch, glaube ich, mal im Podcast, ist es nie der richtige Zeitpunkt f\u00fcr Kinder. Ist er wahrscheinlich auch nicht. Also irgendwann musst du halt die Kinder kriegen. Aber das finde ich ist ja auch das Besondere bei diesem Wort Zukunft. Also auch generell, was wir ja bei Vortr\u00e4gen auch immer sagen, wir machen ja Zukunftsforschung. Es geht ja nicht um das, was heute und morgen ist oder in den n\u00e4chsten zwei, drei Jahren, sondern wirklich gro\u00dfe Pl\u00e4ne. Die 10, 20, wenn nicht Generation. Genau. Wo ich gar nicht mit meiner Handlung heute das so direkt beeinflussen kann, sondern diese ganz, ganz vielen kleinen Wassertropfen, die dann irgendwann das Fass f\u00fcllen. Ja, da bin ich bei dir. Und das ist, ja, nichtsdestotrotz ist es, glaube ich, schon, es macht ja auch Spa\u00df. Also wir d\u00fcrfen nicht vergessen, wir sagen ja, es war es nicht auch im Podcast, dass wir mal \u00fcber die Zukunft des Reisens gesprochen haben und gesagt haben, Vorfreude ist die sch\u00f6nste Freude. Total. Und das ist ja, ich meine, das kennen wir ja alle, wenn wir irgendwie unseren Urlaub gebucht haben und dann anfangen zu planen und was wollen wir machen und wir freuen uns auf die Sonne oder auf den Schnee oder auf was auch immer f\u00fcr ein Urlaub ansteht. Das ist ja schon was Sch\u00f6nes. Und genauso kann man sich nat\u00fcrlich an sich auch auf die Zukunft freuen, denn das ist ja jetzt schon mal ein Schlusswort, aber wir sind noch nie am Ende, ich wei\u00df. Aber an sich ist es so wirklich, das k\u00f6nnen wir als Zukunftsforscher auch wirklich fest sagen, der Hand aufs Herz, in Zukunft wird alles besser sein als in der Vergangenheit. Und das war historisch gesehen immer so. Und dass wir jetzt die erste Generation sind, die das nicht hinkriegen, w\u00e4re historisch v\u00f6llig neu. Und nat\u00fcrlich haben wir Riesenherausforderungen vor der Brust und Klimawandel und Spaltung und Radikalisierung und was wir nicht alles haben, aber wir werden L\u00f6sungen daf\u00fcr finden. Also das ist einfach der Mensch auch. Insofern, das glaube ich schon. Aber lass uns bitte noch einmal einen Schritt zur\u00fcckgehen, denn ich fand es ganz interessant, wir haben im Vorfeld ja auch kurz uns Gedanken gemacht dr\u00fcber, ist es eigentlich in anderen L\u00e4ndern anders? Also wird da die Zukunft anders betrachtet? Du bist ja viel gereist. Also war es beispielsweise, als du in S\u00fcdamerika unterwegs warst, war es da nicht anders? Ja, ich finde da ist schon eben aufgefallen, wenn man das jetzt auch mal so ein bisschen versucht dann zu kategorisieren, dass es schon eine Tendenz dazu gibt, eben eher kurzfristig oder langfristig in die Zukunft zu planen. Und es da durchaus kulturelle Werte und Traditionen eben mit reinspielen. Also wenn man ein Umfeld hat, das eben eher unsicher ist und auch politisch nicht so stabil und wirtschaftliche Verh\u00e4ltnisse sich schnell ver\u00e4ndern, dann ist es eher so, dass kurzfristig geplant wird. Weil man eben ja gar nicht genau wei\u00df, was ist denn in zehn Jahren schon wieder. Und so wie in Deutschland und in skandinavischen L\u00e4ndern generell in Europa, wo alles eben wirtschaftlich und politisch stabiler ist und eben sehr feste Rahmenbedingungen gibt, da tendieren die Menschen auch dazu eben langfristig zu planen. Sie haben zumindest die M\u00f6glichkeit, wir stellen ja aber trotzdem fest, dass es nur jeder Zweite tut. Also wir haben sozusagen in Deutschland sich optimale Voraussetzungen. Genau, aber das Problem ist ja, dass sie irgendwann so mit 40, 50 aufh\u00f6ren zu planen. Denn bei der J\u00fcngeren, also unter 30, ist das ja noch sehr, sehr hoch. Das stimmt. Das hei\u00dft, irgendwas passiert ja mit 40, 50, haben die Leute dann das Gef\u00fchl, dann ist das Leben schon vorbei. Und ich glaube, das ist vielleicht noch so von fr\u00fcher mit im Kopf. Also viele, fr\u00fcher war man ja mit 65 auch schon eben deutlich \u00e4lter, als man heute ist. Also das Altsein hat sich ja auch ver\u00e4ndert und die M\u00f6glichkeiten und die Art, wie wir leben und wie wir reisen, auch wenn man noch \u00e4lter ist, die sind ja ganz anders als fr\u00fcher. Das stimmt, ja. Deswegen sollten vielleicht alle, die das jetzt h\u00f6ren, die schon \u00fcber 50 sind, wirklich nochmal hinterfragen, die haben noch so viele Jahrzehnte vor sich. Es w\u00e4re noch m\u00f6glich, nochmal neue Lebenspl\u00e4ne zu schmieden. In ganz vielen Bereichen, das d\u00fcrft ihr wirklich nicht vergessen. Also das, beruflich haben wir in der Stiftung auch mal gesagt, ein Restart mit 50, 55, mit 60, das ist durchaus sinnvoll. Also wenn man irgendwie nochmal da umsatteln m\u00f6chte, also gerade weil der Arbeitsmarkt das im Moment ja auch super hergibt. Nat\u00fcrlich gibt es manche Sachen, die sind relativ fest und Wohnort und Familie und solche Sachen, da kann man jetzt nicht mehr eben schnell einen Schalter umlegen und sollte man ja auch nicht. Aber nichtsdestotrotz ist es halt \u00fcber die Zukunft nachzudenken. Also macht nicht nur Spa\u00df, ist wirklich was Sch\u00f6nes, weil man nat\u00fcrlich dann auch mal Ziele und Tr\u00e4ume noch irgendwie mal wieder abstecken kann. Und wir Deutschen ist ja schon, glaube ich, auch wichtig, dass wir wieder lernen zu tr\u00e4umen und lernen, W\u00fcnsche zu entwickeln. Andererseits ist es halt auch sinnvoll, also auch dar\u00fcber nachzudenken, wie sieht es finanziell irgendwie in Zukunft aus? Was muss ich vielleicht tun? Was sollte ich tun? Wie kann ich das Rentenalter irgendwie gestalten? Also vergessen wir nicht, wir haben nicht gelernt, in den Ruhestand zu gehen und dann eine vern\u00fcnftige Planung zu machen. Was will ich eigentlich machen, au\u00dfer ein bisschen l\u00e4nger schlafen, ein bisschen l\u00e4nger fr\u00fchst\u00fccken und ein bisschen mehr Fernsehen gucken, ist ja schon was Wichtiges. Das darf man nicht vergessen. Letzte Folge haben wir ja \u00fcber das Ehrenamt gesprochen und dann im Nachgang war auch noch so die Frage, warum genau mache ich das eigentlich? Und ich glaube, das fragt man sich ja h\u00e4ufig mal so, warum tue ich mir das alles an? Und in dem Moment, wo man aber Pl\u00e4ne gemacht hat, kann einem jemand sagen, aus diesem Grund. Also manchmal muss man halt eben auch durch schwierige Phasen durch und da helfen nat\u00fcrlich auch Pl\u00e4ne oder Ziele, das durchzustehen. Fast am Ende, was planst du f\u00fcr die Zukunft, Ayaan? Also ich m\u00f6chte jetzt nicht h\u00f6ren, dass du die Stiftung verl\u00e4sst. Das w\u00e4re jetzt sozusagen die falsche Richtung. Aber was sind Pl\u00e4ne, mit denen du dich gerade besch\u00e4ftigst? Ja, tats\u00e4chlich, ich m\u00f6chte auf jeden Fall hier lange in der Stiftung bleiben, aber wenn ich sehe, wie viele Jahrzehnte oder Jahre ich noch arbeiten muss, das ist nat\u00fcrlich schon \u00fcberlegt, was kann man da noch machen? Also wie k\u00f6nnen wir unsere Arbeitswelt zusammen noch irgendwie anders gestalten? Ich wei\u00df auch noch nicht so genau, wie ich mich als Mutter von Teenagern sehe. Will man dann viel reisen oder den Gem\u00fcsegarten und H\u00fchner im Garten haben? Dar\u00fcber denken wir gerade so nach. Sch\u00f6ne Gedanken, ja. Und bei dir? Also einerseits konkret plane ich schon so, irgendwie im n\u00e4chsten Jahr macht der gro\u00dfe Abitur, die Kleine geht ins Ausland nochmal, \u00fcberlegen Pia und ich auch nochmal wirklich ein paar Monate was f\u00fcr uns so zu machen und vielleicht auch nochmal ein bisschen zu reisen oder woanders zu arbeiten oder woanders irgendwie Eindr\u00fccke zu bekommen, aber es ist eher kurzfristig. Naja und ich meine dann, ich will jetzt nicht sagen, ich bin alt, aber es ist irgendwie ja \u00fcber 50, f\u00e4ngt man ja schon irgendwie an, wo will man in Zukunft wohnen? Und wir haben so angefangen mit Freunden zu \u00fcberlegen, will man vielleicht irgendwie nochmal mit Freunden irgendwann zusammen wohnen, weil man die Zeit mit denen halt sehr gerne verbringt und die Kinder hoffentlich dann irgendwann sich auch mehr l\u00f6sen und die Welt irgendwie anderswo leben, andere sehen das anders. Aber sowas, wie wollen wir eigentlich auch so mit Freunden vielleicht in Zukunft wohnen und leben? Also den Ruhestand. Der Ruhestand vielleicht noch nicht ganz, ja, aber vielleicht schon, das reicht. Ja, also dass man einfach so guckt, was ist eigentlich in 10, 15 Jahren. Als Zukunftsforscher, das ist ja \u00fcbermorgen, das darf man nicht vergessen. Richtig, genau. Und es muss ja, also Pl\u00e4ne sind ja auch da, um sie zu \u00e4ndern, also es muss ja nicht fest sein, sondern es macht ja eben, wie du sagst, Spa\u00df schon mal so sich zu \u00fcberlegen, wie m\u00f6chte ich vielleicht mal zuk\u00fcnftig leben? Das stimmt. Also in diesem Sinne, denkt \u00fcber die Zukunft nach, erinnert euch nochmal dran, was ich am Anfang oder in der Mitte gesagt habe. Die Zukunft wird besser sein, das verspreche ich euch. Also da, es geht jetzt nur darum, sie entsprechend zu gestalten, vielleicht auch eher zu agieren als zu reagieren, sowohl als Einzelner als auch nat\u00fcrlich wir als Land und als Gesellschaft. Und dann sehen wir uns in der Zukunft. In diesem Sinne. Bis n\u00e4chste Woche. Tsch\u00fcss. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und dann geht's da. 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