{"id":5015,"date":"2024-06-20T06:40:45","date_gmt":"2024-06-20T04:40:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5015"},"modified":"2026-07-21T19:40:12","modified_gmt":"2026-07-21T17:40:12","slug":"how-to-make-volunteering-attractive-again-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/wie-das-ehrenamt-wieder-attraktiv-wird-2\/","title":{"rendered":"How to make volunteering attractive"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>As is so often the case in life, there is a huge discrepancy between desire and reality when it comes to volunteering. Two thirds of Germans would like to take on an honorary position, but in fact less than a third do so on a regular basis.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nIn this episode, find out not only the reasons for and against volunteering, but also what could be done specifically to make volunteering fit for the future. <\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5015","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 3 - Folge 16","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/41-wie-das-ehrenamt-wieder-attraktiv-wird\/embed?context=external&token=zrJ5bXqU1qVgckMogYZNsg\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1473952-m-eaafb1c3658ded2e35a834960b7a882e.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Bei mir in meinem Sportverein fanden letztens wieder Vorstandswahlen statt. Und Uli, ich habe mit dir dar\u00fcber gesprochen. Ob du dich aufstellst? Ja, das war jetzt nicht wirklich eine Option f\u00fcr mich, aber da kommen wir sp\u00e4ter noch zu. Aber das hat uns eben dazu gef\u00fchrt, mal wieder \u00fcber das Thema Ehrenamt zu diskutieren und zu sprechen. Und ich habe da auch in unserem Datenarchiv mal ein bisschen durchforstet, denn wir haben ja schon sehr, sehr viele Umfragen in den letzten Jahrzehnten zu dem Thema gemacht. Und wollte mal schauen, was denn so der Durchschnittsdeutsche zu dem Thema denkt und ob da unsere Ansichten eigentlich ganz von abweichen. Und deswegen haben wir uns gedacht, machen wir jetzt nochmal eine Podcast-Folge dazu und auch das Chart der Woche. Das stimmt. Also einerseits gibt es nat\u00fcrlich diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren. Das ist auch wirklich positiv. Man darf eigentlich nicht vergessen, dass vieles in unserem Land einfach nicht funktionieren w\u00fcrde. Also h\u00e4tten wir keine Trainer in den Sportvereinen, in den Gewerkschaften, in den Parteien, h\u00e4tten wir freiwillige Feuerwehr. Also es ist ja ganz, ganz viel, wo wir wirklich auf unser ehrenamtlich T\u00e4tigen angewiesen sind in unserem Land. Und es ist so in etwa jeder Vierte, jeder Dritte, der sich regelm\u00e4\u00dfig ehrenamtlich engagiert. Und wir haben dann aber mal abgefragt, wer h\u00e4tte eigentlich tendenziell auch das Interesse oder die Lust, sich ehrenamtlich zu engagieren. Und das hat uns beide, glaube ich, \u00fcberrascht, oder? Total. Denn es sind 64 Prozent der Deutschen, die sagen, sie w\u00e4ren dazu bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Vor allem auch noch die J\u00fcngeren. Also da sind es sogar drei Viertel gewesen. Das stimmt. Ja, riesiger Unterschied. Bei den 18- bis 29-J\u00e4hrigen sind es ja eben fast 75 Prozent. Weil in \u00fcber 65-J\u00e4hrigen sind es immer noch 61 Prozent. Also aber, ja, die Bereitschaft zu einem Ehrenamt oder ein Ehrenamt zu \u00fcbernehmen ist hoch. Das stimmt. Und jetzt m\u00fcssten wir aber auch mal dr\u00fcber reden, woher kommt diese riesengro\u00dfe Diskrepanz? Genau. Denn du sagtest es eben so nebenbei. Also es sind 27 Prozent, die sich aktuell mindestens einmal im Monat ehrenamtlich engagieren. Und 64, die dazu bereit w\u00e4ren. Bevor wir da zu den Gr\u00fcnden kommen, vielleicht aber vorab nochmal einmal vorher, um das auch klar zu ziehen, was ist eigentlich ehrenamtliches Engagement? Also es wird nat\u00fcrlich auch vieles immer in einen Topf geworfen. Also wenn man sich jetzt die Definition dazu anschaut, sind es bestimmte Ausschlusskriterien. Also das ist jetzt der Gegensatz eben zu einer bezahlten Arbeit, zu irgendwelchen Haushaltsaktivit\u00e4ten. Wenn du irgendwie in der Familie deine, wei\u00df ich nicht, Beziehungsarbeit, Erziehungsarbeit, das sind alles Sachen, die z\u00e4hlen eben nicht dazu. Genauso wie jetzt nicht irgendwelche Hobbys. Sondern das Ehrenamt ist immer freiwillig und es soll dem Gemeinwohl eben dienen. Also das ist so die Definition vom Ehrenamt. Gewisserma\u00dfen institutionalisiert. Ganz genau. Hast du denn eigentlich ein Ehrenamt, Uli? Ich engagiere mich an der Schule der Kinder und das relativ intensiv in verschiedenen Gremien. Ich organisiere die Schulpartys. Ich mache aber auch ein Jahrbuch f\u00fcr meine Schule. Ich bin lange Jahre Elternvertreter gewesen. Das ist ja auch spannend, weil Elternvertreter, das bin ich \u00fcbrigens auch im Kindergarten. Aber die anderen Sachen, die hast du dir ja sogar selber gesucht. Genau. Also da habe ich einfach gesagt, was tut der Schulgemeinschaft gut? Was w\u00e4re etwas, wovon man profitieren w\u00fcrde? Und jetzt ist es ein einfacher Punkt. Also wenn du irgendwie feierst, das dient nat\u00fcrlich der Gemeinschaft. Das dient dann wieder der Identifikation. Man hat Spa\u00df dabei. Das ist ja auch etwas, was dann einfach was Positives ist. Oder dieses Jahrbuch. Das ist auch etwas, wo ich sage, das ist jetzt nicht nur f\u00fcr die Sch\u00fcler, sondern es ist auch f\u00fcr die Eltern. Es ist f\u00fcr die Lehrer. Es ist ein R\u00fcckblick. Es zeigt irgendwie auch, was wir alles an der Schule machen. Also schon etwas, wo ich jetzt sagen w\u00fcrde, ja, da engagiere ich mich ehrenamtlich. Bei dir. Also du bist im Kindergarten Elternvertreterin. Genau, richtig. Aber aktuell ist es das auch. Aber ich wei\u00df noch damals, als du hier angefangen hast, da hattest du zig Sachen, wo du dich ehrenamtlich engagiert hast. Ja, genau. Also so im Verlauf der Zeit habe ich schon mehrere Sachen gemacht. Eben von in der Schule oder in der Studentenorganisation oder dann in der Fachschaft. Also immer tats\u00e4chlich ein Ehrenamt in meinem direkten Lebensumfeld gesucht. Okay. Das, was ich gerade, also in dem Moment, wo ich in der Uni aktiv war und ich wollte gerne das, was wir dort machen, aktiv mitgestalten. Und deswegen bin ich dann dort in die Fachschaft gegangen. Oder jetzt eben mit der Kita bin ich, sind meine beiden Kinder jetzt dort. Also finde ich es wichtig, dass irgendwie, m\u00f6chte ich das gerne mitgestalten. Und deswegen habe ich mich dann dort w\u00e4hlen lassen. Ich glaube, das ist ja auch ziemlich typisch, also dass die Leute sich halt ein Ehrenamt suchen, wo sie einen Bezug zu haben. Also wenn man jetzt irgendwas macht, was halt v\u00f6llig fernab der eigenen Interessen, des eigenen Umfelds ist, das ist halt auch die absolute Ausnahme, glaube ich. Dann wird es halt oft, was ja viele als Grund gegen ein Ehrenamt nennen, zum Job und zu einem l\u00e4stige Verpflichtung. Das stimmt, ja. Damit sind wir auch so ein bisschen bei den Gr\u00fcnden, was die Bev\u00f6lkerung sagt, was dagegen spricht. Ja. Das ist ganz interessant, dass die, also haben wir uns auch so ein bisschen im Zeitvergleich nat\u00fcrlich wieder angeschaut. Es sind solche Sachen, die man vielleicht auch ein bisschen erwartet. Viele sagen halt, Ehrenamt ist einfach nicht mein Fall. Ganz wenige sagen, mir hilft ja auch keiner. Also das ist eher nachgeordnet. Was auff\u00e4llig ist, dass solche Sachen zugenommen haben, wie das ist karikativer Mief, das ist irgendwie Gruppenzwang, man muss sich unterordnen, es ist eine l\u00e4stige Pflicht. Das sind Sachen, die eher zugenommen haben. Nat\u00fcrlich ganz weit vorne, vom Niveau her sich auch nicht gro\u00df ver\u00e4ndert, ist einfach, es kostet zu viel Zeit. Ja. Also gerade auch so im Vergleich vor 20 Jahren war es noch weniger, aber im Vergleich vor 10 Jahren in etwa gleich geblieben. Ist sicherlich auch ein gro\u00dfes Argument, dass wir heute so viele M\u00f6glichkeiten haben, unsere Zeit zu verbringen, zu verbrauchen, dass da das Ehrenamt. Total. Also gerade auch die Regelm\u00e4\u00dfigkeit. Also ich glaube auch, wenn ich in meinem Freundeskreis herumgefragt habe, wer hat ein Ehrenamt, wer w\u00fcrde eins \u00fcbernehmen, es kostet zu viel Zeit oder ich habe zu wenig Zeit, ist das Hauptargument, was immer genannt wird. Und mir w\u00fcrden auch noch ganz, ganz viele tolle Sachen einfallen, in denen ich mich gerne engagieren w\u00fcrde, aber da muss ich auch ehrlich sagen, hat der Tag zu wenig Stunden oder die Woche zu wenig Tage? Ja, das ist glaube ich auch so ein Hauptgrund im Vergleich zur Vergangenheit. Also wenn ich mich so selber zur\u00fcckerinnere, meine Eltern haben ja immer fr\u00fcher gesagt, jeder sollte zwei Ehren\u00e4mter \u00fcbernehmen. Das war aber glaube ich auch, weil man nat\u00fcrlich einfach nicht so viele M\u00f6glichkeiten hatte, seine freie Zeit zu verbringen. Aber nat\u00fcrlich auch, weil man dieses Gemeinschaftswohl eher im Sinn hatte, wo man vielleicht heute auch vieles outsourst. Also du sagst fr\u00fcher, so in den 70ern. So alt bin ich, ja. Da haben die Menschen mehr Freizeit gehabt, weil sie weniger Auswahl hatten. Also nicht so wie heute. Es gibt so viele M\u00f6glichkeiten und so viele Hobbys und Angebote hier und da, weshalb wir ja dazu neigen, uns \u00fcberhaupt nicht mehr festlegen zu wollen. Das sieht man ja auch beim Dating, war das ja glaube ich auch mal eine gro\u00dfe Sache. Also ich hoffe immer, dass da vielleicht noch was Besseres kommt und deswegen m\u00f6chte ich mich nicht festlegen. W\u00fcrde ich schon ein St\u00fcck weit sagen. Jetzt nicht, dass die Leute mehr Zeit insgesamt hatten. Also die Arbeitszeit war ja sogar eher h\u00f6her fr\u00fcher. Aber sie haben halt mehr Zeit gehabt f\u00fcr das Ehrenamt, glaube ich. Weil die Auswahl an Freizeitaktivit\u00e4ten geringer war, weil wir auch weniger M\u00f6glichkeiten einfach hatten, was ich, uns mit den Medien zu besch\u00e4ftigen. Beruflich nat\u00fcrlich nicht so stark eingespannt waren. Wenn wir uns jetzt anschauen, viele sind ja auch Doppelverdiener in den Familien. Also dass einfach einer mehr oder eine mehr Zeit hatte, ein Ehrenamt auszu\u00fcben. Das hat sich nat\u00fcrlich schon gesellschaftlich auch einfach ver\u00e4ndert. Weil die Freizeit sich dann eben auch h\u00e4ufig in den Vereinen oder in der Freiwilligen Feuerwehr oder beim DRK oder wo auch immer man sich engagiert hat, stattgefunden hat. Genau, was ja nach wie vor auch mit das h\u00e4ufigste Argument f\u00fcr ein Ehrenamt ist. Also es ist halt dieses Gemeinschaft. Also du lebst eine Gemeinschaft, du kannst etwas mitgestalten. Du hast aber auch einfach deine Bezugspunkte da. Das sind deine Freunde, das sind deine Nachbarn. Da verbringst du eben deine freie Zeit. Ganz wesentliches Kriterium ist ja immer, es muss Spa\u00df machen. Und wenn es halt keinen Spa\u00df macht, dann ist es nat\u00fcrlich schwer. Freizeit wissen wir ja freiwillig definiert und alles. Also das muss ja auch irgendwie was Positives f\u00fcr einen selbst haben. Und wenn das halt nicht gegeben ist, dann wird es schwer. Fand ich auch interessant, wenn man sich mal anschaut, wie so die junge Generation da geantwortet hat. Also wo du sagst, ich m\u00f6chte etwas mitgestalten. Das ist ja sowohl bei Gr\u00fcnden, die dagegen sprechen, wird h\u00e4ufig genannt. Ja, man muss sich unterordnen. Und bei dem, was daf\u00fcr spricht, ist, ich m\u00f6chte etwas gestalten. Also da ist ja gerade die junge Generation ganz weit davor und sagt, sie m\u00f6chte sich ehrenamtlich engagieren und sie m\u00f6chte aber vor allem auch die M\u00f6glichkeit haben, sich da auszuleben und sich eben nicht immer nur unterzuordnen und alles so zu machen, wie es schon immer gemacht wurde. Ja, w\u00e4re auch so eine erste Empfehlung, die ich glaube ich geben w\u00fcrde an die Institution, die Probleme haben, jetzt jemanden zu finden, der sich freiwillig engagiert. Und die muss man dann auch wirklich machen lassen. Und jetzt irgendwie zu sagen, nee, das haben wir aber immer schon so gemacht und das haben deine drei Vorg\u00e4nger aber so und so gemacht, das ist eher kontraproduktiv. Also gerade bei der jungen Generation, die wollen sich ausprobieren, die wollen auch Fehler machen. Dadurch kann sich nat\u00fcrlich aber auch etwas positiv ver\u00e4ndern. Nat\u00fcrlich muss man jetzt nicht irgendwie drei Jahre den Fehler aber dann fortf\u00fchren und muss irgendwann das auch vern\u00fcnftig evaluieren und sagen, da justieren wir jetzt vielleicht mal dran. Aber erstmal jungen Menschen die M\u00f6glichkeit zu geben, auch ihre eigenen Erfahrungen zu machen, ihre eigenen Ideen reinzubringen, ist glaube ich schon entscheidend, wenn du die junge Generation haben willst. Was sagen die so im mittleren und h\u00f6heren Alter? Was motiviert die am meisten? Ich glaube schon, die Anerkennung ist wichtig, also die Schulterklopfen. Du bist halt Vorsitzende des Reitervereins oder du bist halt irgendwie derjenige, der sich f\u00fcr die Umwelt einsetzt oder f\u00fcr die Obdachlosen oder im Sportverein irgendwie was macht. Das ist glaube ich schon diese Anerkennung, die wichtig ist und das virtuelle Schulterklopfen dann vielleicht auch. Mensch, toll, dass du das machst und hast zwei Kinder und arbeitest voll und trotzdem engagierst du dich in deiner Kirche oder sowas. Das ist nat\u00fcrlich schon diese Anerkennung, die vielen wichtig ist und es tut denen auch einfach gut. Aus dem direkten Umfeld oder auch bundesweit? Also ich wei\u00df, es gibt sowas wie den Tag des Ehrenamts. Meinst du, das reicht denen schon? Nee, glaube ich nicht. Wahrscheinlich eher nicht. Nee, glaube ich nicht. Also es ist auch, wenn man jetzt so ein bisschen dr\u00fcber nachdenkt, wer k\u00f6nnte was machen. Also ich glaube ja schon, die Institutionen selber m\u00fcssen dr\u00fcber nachdenken. Wie kriege ich junge, mittlere, \u00e4ltere dazu, sich mehr zu engagieren? F\u00e4ngt f\u00fcr mich damit an, dass wir den Begriff mal \u00fcberdenken, also an die Ehre zu appellieren. Wei\u00df ich nicht. Ich meine klar, in der jungen Generation bist du wieder ein Ehrenmann und eine Ehrenfrau und sowas. Das ist okay. Nichtsdestotrotz w\u00fcrde ich da schon dr\u00fcber nachdenken. Dann kann man nat\u00fcrlich aber auch dr\u00fcber nachdenken, was muss irgendwie die Politik machen. Hast du jetzt irgendwie gesagt, das Tag des Ehrenamtes reicht das aus? W\u00fcrde dich das motivieren, ein Ehrenamt zu \u00fcbernehmen? Nein, f\u00fchle ich mich \u00fcberhaupt nicht von angesprochen, muss ich sagen. Weil ich glaube, viele, viele Ehren\u00e4mter finden ja sehr, sehr niedrigschwellig statt. Also, dass ich jetzt irgendwie als Elternsprecherin in der Kita ein Ehrenamt habe, das w\u00fcrde ich gar nicht so gro\u00df rausstellen. Also deswegen w\u00fcrde ich mich vom Tag des Ehrenamtes auch \u00fcberhaupt nicht angesprochen f\u00fchlen. Und ich glaube, es geht vielen so, wo man sagt, ja, ab und zu mache ich mal den Schiedsrichter beim Fu\u00dfball. Das ist aber auch ein Ehrenamt. Und die m\u00fcssten sich da eben auch von angesprochen f\u00fchlen. Ja, ich denke nat\u00fcrlich auch, jetzt kann man wieder auch \u00fcber die Politik nachdenken. Was k\u00f6nnten Ma\u00dfnahmen sein, wenn das jetzt nicht irgendwie ein bundesweiter Tag des Ehrenamtes ist? Aber vielleicht muss man auch irgendwie ein bisschen monet\u00e4r denken. Also vielleicht m\u00fcsste es dann sein, wei\u00df ich nicht, du hast den \u00d6PNV frei. Du hast irgendwie, wei\u00df ich nicht, bist unfallversichert, wenn du da hinkommst. Du kriegst die Fahrtkosten erstattet. Du hast irgendwelche Verg\u00fcnstigungen bei irgendwelchen Sachen. Also sowas k\u00f6nnte man ja auch konkret dar\u00fcber nachdenken, wie man das in Zukunft vielleicht auch f\u00f6rdert. Auf jeden Fall. Das finde ich eine sehr gute Idee. Was h\u00e4ltst du von sowas wie, das fand ich auch ganz spannend, kostenfreie Weiterbildungsangebote? Oh, finde ich auch sehr gut. Weil ich glaube, in dem Moment, wo man, wie du sagst, Vorsitzender von etwas ist, gibt es ja bestimmt auch wieder viele Themen, in denen man sich noch nicht so gut auskennt. Also das w\u00e4re nat\u00fcrlich dann eine Win-Win-Situation, sich da dann auch weiterzubilden. Und f\u00fcr j\u00fcngere Leute ist das nat\u00fcrlich auch eine weitere Win-Win-Situation, weil man das Ganze \u00e4hnlich wie bei einem Praktikum nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Bewerbung nehmen kann. Total. Also irgendwie Leistungszertifikate, Anerkennungsausweise, sowas irgendwie. Also das denke ich auch gerade f\u00fcr die junge Generation w\u00e4re es sicherlich was Positives. Auch wenn Unternehmen, es gibt ja einzelne Unternehmen, die das machen, die ihre Mitarbeiter dann tageweise, im Jahr vielleicht auch regelm\u00e4\u00dfig freistellen, um sich ehrenamtlich f\u00fcr die Gesellschaft zu engagieren. W\u00e4re ja durchaus etwas, wor\u00fcber man st\u00e4rker nachdenken kann. Genau, weil ich glaube, da m\u00fcssen alle Akteure der Gesellschaft mitmachen. Also von den Medien als der Politik, aber auch die Wirtschaft und die Gesellschaft eben selbst. Weil ich h\u00f6re schon wieder die Fragen, ja, wer soll das denn alles bezahlen? Aber das muss dann halt eben aus dem direkten Umfeld kommen. Und da muss man dann irgendwie gemeinsam kreativ werden, ob man dann den Sch\u00fclern kostenlosen Zugang zum Freibad gew\u00e4hrt. Oder eben die Volkshochschule sagt, okay, alle, die hier ein Ehrenamt im Ort haben, d\u00fcrfen kostenlos die Kurse besuchen. Wie auch immer. Ja, bin ich komplett bei dir. Also wenn wir das auch so ein bisschen jetzt zusammenfassen und f\u00fcr die Zukunft dann schauen. Also wir d\u00fcrfen erstmal nicht vergessen, wir brauchen mehr gesellschaftliches Engagement. Also ohne das geht es nicht. Es gab jetzt irgendwie Vereine, Parteien, Gewerkschaften, Kirche, Schule, Nachbarschaft ist ja v\u00f6llig gleich. Wir m\u00fcssen das wieder irgendwie attraktiv, sexy machen. Und wir sehen ja auch, dass die Menschen sich danach sehen. Also Gemeinschaft ist ja wieder auch der Hauptgrund. Viele m\u00f6chten ein Ehrenamt haben, weil sie auf eine Gemeinschaft hoffen. Genau. Und was nat\u00fcrlich auch gut tut, gebraucht zu werden. Also am Ende des Tages ist es ja einfach auch f\u00fcr dich selbst irgendwie was Sch\u00f6nes. Aber wie du jetzt richtig sagst, ich glaube, es gibt jetzt nicht die Pauschall\u00f6sung, die f\u00fcr alle Ehren\u00e4mter zutrifft. Es ist regional unterschiedlich, Stadt, Land f\u00e4ngt davon ab. Also ich glaube, es ist nur wichtig, dar\u00fcber nachzudenken, wie, wei\u00df nicht, wie tue ich was f\u00fcrs Image? Wie schaffe ich irgendwie flexiblere M\u00f6glichkeiten? Auch wenn du vorhin gesagt hast, diese zeitliche Verpflichtung ist was Gro\u00dfes. Also wir m\u00fcssen es dann auch nicht mehr jede Woche von Dienstagabends 18 bis 20 Uhr. Vielleicht muss da mehr Flexibilit\u00e4t reingebracht werden. Anerkennung haben wir dar\u00fcber gesprochen. M\u00f6glichkeiten, das zu f\u00f6rdern. Also ich glaube, es gibt viele Sachen, \u00fcber die man nachdenken kann, um dann einfach wieder das Ehrenamt zu einer Renaissance zu verhelfen. Ja, \u00e4hnlich wie im Job, so dieses Job-Sharing vielleicht auch mit nach vorne zu bringen. Ja, auch eine gute Idee. Es sind viele Dinge, die m\u00f6glich sind, die aber halt eben noch nicht so verbreitet sind. Und deswegen h\u00e4ufig auf so \u00c4ngste sto\u00dfen. Aber ja, einfach mal ausprobieren. In diesem Sinne, lass uns jetzt mal dar\u00fcber nachdenken, wie wir uns f\u00fcr uns selber da noch mehr engagieren k\u00f6nnten. Ja. Ich w\u00fcrde sagen, das passt f\u00fcr heute, oder? Absolut. Sehr gut. Vielen Dank f\u00fcrs Zuh\u00f6ren und bis n\u00e4chste Woche. Bis dann. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und dann geht's. 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