{"id":5024,"date":"2024-07-04T07:27:51","date_gmt":"2024-07-04T05:27:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5024"},"modified":"2026-07-21T18:58:13","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:13","slug":"why-germany-is-becoming-a-service-desert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/wieso-deutschland-zur-servicewueste-wird\/","title":{"rendered":"Why Germany is becoming a service desert"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Good service is a very important competitive factor in retail, yet only a quarter of Germans feel that it actually exists in Germany.<\/p>\n<p>In this episode, learn about exciting results from our research on consumption and why the customer should be king again in the future.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5024","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 3 - Folge 18","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/43-warum-der-kunde-in-deutschland-kein-konig-ist\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1510650-m-923c4dfd830ed58e975fa00adc33229d.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Heute m\u00f6chten wir mit euch \u00fcber die Servicew\u00fcste Deutschland sprechen und einmal genau untersuchen, ob denn die Deutschen der Meinung sind, dass der Kunde noch K\u00f6nig ist. Uli, die Frage haben wir den Deutschen ja schon sehr, sehr h\u00e4ufig gestellt. Magst du einmal vorstellen, wie die so geantwortet haben? Gerne. Also die Frage lautet immer, stimmst du der folgenden Aussage zu? Ist nach deiner Meinung der Satz, der Kunde ist K\u00f6nig noch Realit\u00e4t? Und wenn wir jetzt ein bisschen weiter zur\u00fcckgehen, sagen wir mal 15 Jahre, da war es so in etwa jeder Vierte, der dieser Aussage zugestimmt hat. Vor zehn Jahren waren es dann knapp zwei von f\u00fcnf, die dieser Aussage zugestimmt haben. Ja, und vor Corona 2019 war es eben jeder Zweite, der gesagt hat, ja, das stimmt durchaus. Aktuell, und das ist eben doch ein deutlicher R\u00fcckschritt, sind es nur noch 27 Prozent, also jeder Vierte, der dieser Aussage zustimmt oder halb so viele wie eben noch vor f\u00fcnf Jahren. Man sieht also, was du eben so gesagt hast, Servicew\u00fcste Deutschland, da scheint es in diese Richtung derzeit zu gehen. Ja, es ver\u00e4ndert sich ja auch enorm. Also erst hat es innerhalb von neun, knapp zehn Jahren sich verdoppelt. Und jetzt hat es wieder innerhalb von, ja, nach dieser Corona-Zeit seit 2019 sich fast halbiert. Wie kannst du dir das erkl\u00e4ren? Was ist da los? Wir haben intensiv immer darauf hingewiesen, dass der Einzelhandel mehr tun muss. Wahrscheinlich haben viele auf uns geh\u00f6rt. Nein, wir haben ja in der Tat auch mal B\u00fccher dazu geschrieben, Zukunft des Konsums und haben die Dienstleistung sehr stark in den Vordergrund ger\u00fcckt und haben eben deutlich gemacht, dass offline an sich diesen Preiskampf mit online nicht gewinnen kann. Also, dass der Einzelhandel vor Ort wirklich eher auf den Faktor Service setzen muss. Das hat dann auch so zehn, 15 Jahre, ging es alles in die richtige Richtung. Nat\u00fcrlich jetzt nicht nur, weil wir darauf hingewiesen haben, sondern das haben halt viele Stuhl. Nat\u00fcrlich, das sagen wir auch kurz. Ich wollte es nicht sagen, nein. Also, jeden, der es interessiert, der kann mich gerne anschreiben. Den schicke ich das Buch dann auch noch mal zu. Genau. Also, ein sehr gutes Buch. Zukunft des Konsums hie\u00df das. Und ja, dann kam irgendwie Corona. Und Corona scheint so eine Art Game Changer gewesen zu sein, dass wir nat\u00fcrlich einerseits diesen R\u00fcckzug in die eigenen vier W\u00e4nde hatten, dass aber sich auch der Einzelhandel nochmal ver\u00e4ndert hat. Und jetzt merken wir nat\u00fcrlich schon viele Faktoren vom Fachkr\u00e4ftemangel \u00fcber irgendwie Diskussionen, was die Bezahlung angeht. Die Gesellschaft insgesamt ist wahrscheinlich ein bisschen oder ist egoistischer geworden. Also, viele Faktoren, die damit reinspielen. Auch der Stress, der zugenommen hat. Aber es ist wirklich ein gro\u00dfes Warnsignal. Also, wenn der nicht m\u00f6glichst schnell gegengesteuert wird, dann wird der Einzelhandel, glaube ich, es in Zukunft noch deutlich schwerer haben. Also, aufgrund der aktuellen generellen Unzufriedenheit in der Bev\u00f6lkerung \u00fcbertr\u00e4gt sich das halt eben auf den Service. Ja, ich wei\u00df nicht, wie es bei dir ist. Also, ich meine, ich finde das aber schon auff\u00e4llig, dass man oftmals wirklich das Gef\u00fchl hat, gerade wenn du bei gr\u00f6\u00dferen Ketten einkaufst, dass die Mitarbeitenden eher genervt sind und du die an sich eher st\u00f6rst. Das ist nat\u00fcrlich die Verdichtung der Arbeit. Das merken wir dort auch deutlich, dass immer mehr T\u00e4tigkeiten auch auf die Angestellten \u00fcbertragen werden. Aber, dass die Freundlichkeit darunter leidet. Manchmal ist es ja wirklich, dass du das Gef\u00fchl hast, das Personal ist eher so, sprich mich jetzt bitte nicht an. Ich muss gerade irgendwas einr\u00e4umen oder ich habe was anderes zu tun oder ich bin sowieso irgendwie hier \u00fcberlastet. Und, dass darunter nat\u00fcrlich die Freundlichkeit schon leidet. Andererseits, klar, will ich auch nicht verhehlen, ich glaube auch die Kunden sind irgendwie gestresster geworden, anspruchsvoller geworden, unfreundlicher geworden. Und kommt sicherlich auch mit dazu. Ja, es hat sich da wahrscheinlich irgendwie so gegens\u00e4tzlich entwickelt, weil auf der einen Seite, wenn die Mitarbeiter einfach zu viel zu tun haben, dann ist es wahrscheinlich ja von dem Unternehmen gar nicht gewollt, dass die auch noch Kundenservice anbieten. Sondern sie sollen dann nur die Ware verr\u00e4umen und nicht noch beraten. Und auf der anderen Seite bei den Kunden, die einfach, ja ist auch die Anspruchshaltung, habe ich manchmal so das Gef\u00fchl, deutlich gestiegen. Das stimmt. Also du erwartest heute ganz sch\u00f6n viel, weil du nat\u00fcrlich in der Regel auch ein bisschen mehr bezahlst. Das darf man nicht vergessen. Aber insgesamt, ja, ich glaube von den Unternehmen oder von der Leitung her vorgesetzt, nicht clever zu sagen, du solltest dich eher auf die Produkte konzentrieren als auf die Freundlichkeit. Ja, weil wahrscheinlich versucht wird, mit den niedrigen Preisen des Online-Handels mitzuhalten. Aber das k\u00f6nnen die nicht. Das ist irgendwie illusorisch. Also ich kann an sich doch nur damit punkten, dass ich eine Dienstleistung erbringe und diese Dienstleistung daf\u00fcr, das hat \u00fcbrigens Dienen, also genau wie Verdienen erstmal im Wortstamm. Also ich muss erstmal dienen, bevor ich ans Geld verdienen denken kann. Und das kann ich ja an sich nur \u00fcber Freundlichkeit und Service, Beratung, was auch immer, Kompetenz irgendwie mit einbringen. Weil sind wir ehrlich, warum geht man heute noch shoppen, das Produkt kriegst du schneller nach Hause geliefert, wenn du irgendwie es online bestellst und meistens auch noch g\u00fcnstiger. Haben wir ja auch abgefragt, was sind die Motivationen in Offline einzukaufen und da ist ja ganz oben, dass man ein Erlebnis haben m\u00f6chte. Genau. Dass man das mit allen Sinnen wahrnehmen m\u00f6chte, das Produkt und nat\u00fcrlich eben auch eine kompetente Beratung erwartet. Genau. Also gerade die Leute, die jetzt eben sagen, sie gehen noch vor Ort einkaufen, die sagen eben, es ist die Atmosph\u00e4re. Ich will ein St\u00fcck weit jetzt nicht mehr vielleicht Schaufensterbummel machen und nur irgendwie mich inspirieren lassen. Aber ich m\u00f6chte halt schon mit allen Sinnen, wie du es gerade gesagt hast, ich m\u00f6chte irgendwie als Kunde auch umworben werden. Ich m\u00f6chte ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen. Ich m\u00f6chte die Produkte vor Ort vorfinden. Ich will irgendwie sagen, ich will irgendwie wissen, dass der Verk\u00e4ufer oder Verk\u00e4uferin mir irgendwie genau sagt, was denn das richtige Produkt f\u00fcr mich ist. Also wenn ich das alles nicht mehr habe, dann kann ich gleich online zu Hause am Rechner bestellen. Ja, genau. Wie nimmst du das denn im Ausland wahr? Hast du da irgendwie\u2026 Unterschiedlich. Also mir f\u00e4llt es halt einfach enorm auf, dass es im Ausland ganz anders ist. Nat\u00fcrlich auch in den unterschiedlichen L\u00e4ndern, dass das so teilweise auch irgendwie so kulturell gepr\u00e4gt ist. Wie nat\u00fcrlich, weil wir Deutschen sind nat\u00fcrlich jetzt auch nicht als die super freundlichste Nation der Welt bekannt. Da hast du recht. Aber da bin ich jetzt interessant. Also da k\u00f6nnen wir mal so ein paar L\u00e4nder vielleicht durchgehen, wie da deine Erfahrungen sind. Also f\u00fcr mich ist immer so ein Paradebeispiel, wenn ich jetzt die Schweiz sehe. Also Schweiz ist irgendwie die Genauigkeit. Also da ist jetzt nicht irgendwie, dass es \u00fcbertrieben wird, aber es ist halt eine gesetzte Freundlichkeit, H\u00f6flichkeit, Genauigkeit da, warum das einfach funktioniert im Einzelhandel. Und ich genau wei\u00df, was ich erwarte. Es ist jetzt nicht dieses \u00dcberschw\u00e4ngliche oder ich habe das Gef\u00fchl, ich sollte noch drei weitere Produkte irgendwie kaufen. Es ist einfach sehr straight. Was f\u00fcr ein Land nimmst du als n\u00e4chstes? Nehmen wir mal Thailand. Weil die sind ja daf\u00fcr bekannt, das Land des L\u00e4chelns, dass die halt sehr, sehr freundlich sind. Das hei\u00dft ja im Service nicht unbedingt, dass da alles reibungslos funktioniert. So vielleicht in der Schweiz, so total genau. Aber es wird alles mit sehr viel Herzlichkeit und Freundlichkeit gemacht. Aber Freundlichkeit ist ein gutes Stichwort f\u00fcr mich nat\u00fcrlich so, weil ich ja immer jedes Jahr einen Teil des Jahres auch dr\u00fcben verbringen darf. USA, also da ist nat\u00fcrlich diese Freundlichkeit, Dienstleistung eine v\u00f6llig andere Welt. Aber die haben ja auch enorm viele Menschen im Dienstleistungssektor angestellt. Also wenn man auf dem Parkplatz sind, schon drei Leute, die einem sagen, wo die n\u00e4chste freie Parkl\u00fccke ist und so weiter. Es ist in vielen anderen L\u00e4ndern halt anders. Aber USA ist f\u00fcr mich so dieses, klar, jetzt kann man wieder sagen, die leben auch vom Trinkgeld und deshalb sind die freundlich. Das glaube ich gar nicht unbedingt. Also Trinkgeld ist irgendwie klar, okay, zahle ich oder bin ich bereit, dann irgendwie noch zus\u00e4tzlich zu machen. Aber ist von vornherein auch selbstverst\u00e4ndlich, dass ich das gebe. Aber die Freundlichkeit ist einfach eine h\u00f6here. Und es ist jetzt nicht dieses Gef\u00fchl, du bist an sich nur freundlich zu mir, weil du an mir verdienen willst. Sondern es ist erstmal ehrlich. Und es beginnt in dem Moment, wo ich das Gesch\u00e4ft betrete oder die Tankstelle betrete oder was auch immer, wie ich angesprochen werde und wie ich verabschiedet werde. Da endet es dann irgendwie mit. Also es ist schon die Freundlichkeit deutlich h\u00f6her. Also grunds\u00e4tzlich andere Einstellungen dem Job vielleicht gegen\u00fcber auch. Das stimmt. Also als Kellnerin, dieses sich am Tisch vorstellen, dieses Bild, was jetzt vielleicht einige im Kopf haben. Das gibt es ja bei uns gar nicht. Nee, aber ich frage mich immer, warum eigentlich nicht. Du hast nat\u00fcrlich eben angesprochen, ist ein wichtiges Argument, glaube ich, die Anzahl von Mitarbeitenden. Das kennen wir auch aus dem Urlaub. Also ich meine, du warst ja gerade wieder auch in Tunesien unterwegs. Da hast du es wahrscheinlich auch erlebt, dass nat\u00fcrlich die Personaldichte deutlich h\u00f6her ist als bei uns. Und da auch, ich meine, da ist nat\u00fcrlich einiges, auch in S\u00fcdamerika und vielen anderen L\u00e4ndern, da ist nicht alles perfekt. Aber ich finde, die machen ganz, ganz viel Service durch so eine Herzlichkeit weg. Und die Bem\u00fchung ist f\u00fcr mich, so bequem wie m\u00f6glich zu machen. Also okay, es dauert hier alles ein bisschen l\u00e4nger. Aber komm, setz dich mal hin. Du kriegst noch mal einen Tee. Ich bespa\u00dfe die Kinder. Nehmen wir was ab. Das finde ich, also wenn sich jetzt jemand vielleicht denkt, okay, ich habe hier ein Unternehmen und das funktioniert ja vielleicht nicht. Es geht gar nicht darum, dass alles perfekt sein muss. Aber das ist ein bisschen das, was mir bei uns hier in Deutschland h\u00e4ufig auff\u00e4llt. Es war einfach ein bisschen freundlicher. Ja, aber ich meine, das ist immer schon so ein bisschen vielleicht auch die Gr\u00fcnde, warum das in Deutschland so ist. Jetzt kann man ja sagen, okay, wir sind eine Nation, die jetzt halt nicht die Freundlichkeit erfunden hat. Das ist das eine. Andererseits glaube ich nat\u00fcrlich auch schon, wir haben einfach einen Fachkr\u00e4ftemangel. Also das ist halt einfach auch, wenn du jetzt, keine Ahnung, die unfreundliche Kellnerin im Caf\u00e9 bist und die Chefin sagt irgendwie, du isst es nicht mehr, Ayaan. Dann gehst du halt zum n\u00e4chsten Caf\u00e9. Also das ist ja auch einfach ein ganz klarer Bewerbermarkt zurzeit, der es nat\u00fcrlich auch nicht einfach macht. Andererseits glaube ich nat\u00fcrlich schon, was du eben angesprochen hast, dass viele Unternehmen auch einfach nicht clever damit umgehen und es irgendwie \u00fcberhaupt nicht. positiv sehen, wenn die Mitarbeitenden freundlicher sind. Das ist ja auch dursselig, ne? Ja genau, man kann das, ich finde, wie viele Probleme nicht von unten unbedingt l\u00f6sen. Also jetzt nur auf den Mitarbeiter zu schauen und zu sagen, die Deutschen sind ja alle so unfreundlich, wir bieten schlechten Service. Ich denke, das ist eher was Strukturelles, was von oben kommen muss. Denn das Unternehmen oder es gibt ja auch immer wieder Hotels oder Einrichtungen oder Gesch\u00e4fte, wo man sagt, wow, da erf\u00e4hrt man richtig tollen Service. Ja. Was genau machen die denn anders? Und ein Hotelier, den ich letztens bei einer Veranstaltung kennengelernt habe, sagte zu mir, er sagt seinen Mitarbeitern nicht nur, wir bedienen hier Ladies und Gentlemen, sondern wir sind auch selber Ladies und Gentlemen. Und der sorgt daf\u00fcr, dass zum Beispiel nicht nur der Fr\u00fchst\u00fccksraum f\u00fcr die Hotelg\u00e4ste neu und sch\u00f6n gemacht wird, sondern auch der Aufenthaltsraum f\u00fcr seine Angestellten, wenn sie ihre Pause haben. Und das sorgt nat\u00fcrlich f\u00fcr eine ganz andere Stimmung, kann ich mir vorstellen, bei den Mitarbeitern. Ja, ein Kumpel von mir, der in der Freizeitparkbranche ist, hat mal gesagt, die vier M's sind entscheidend, wenn du im Verkauf bist. Man muss Menschen m\u00f6gen. Ja. Und das geh\u00f6rt halt dazu. Also wenn du jetzt eher introvertiert bist und sich in Ruhe gelassen willst und in dein Handy gucken willst, w\u00e4hrend du irgendwie im Dienstleistungssektor bist, bist du halt nicht die Richtige dabei. Ja. Nat\u00fcrlich auch als Argument, das will ich nicht ganz unter den Tisch fallen lassen, wir haben nat\u00fcrlich auch einen enorm hohen Arbeitsschutz und Sicherheitsgedanken und viele. Ja. Haben es auch nicht unbedingt n\u00f6tig, besonders freundlich zu sein und einen hohen Service zu haben. Und das darf man auch nicht vergessen. Aber was du eben angesprochen hast, das fand ich noch ganz interessant mit den Einzelnen, die halt doch freundlich sind. Das sind nat\u00fcrlich interessanterweise oftmals die Selbstst\u00e4ndigen, die wirklich f\u00fcr sich selbst verantwortlich sind. Also nennen wir einen Wochenmarktstand, der nicht freundlich ist. Absolut stimmt, ja. Oder einen t\u00fcrkischen Gem\u00fcseh\u00e4ndler, der nicht freundlich ist. Also das ist ja schon auff\u00e4llig da, dass es da eben ganz anders funktioniert. Was nat\u00fcrlich wieder f\u00fcr diese Motivation spricht, also dass es doch monet\u00e4r getrieben ist. Dann m\u00fcsste man Mitarbeiter vielleicht doch irgendwie am Umsatz beteiligen oder so. Aber warum auch nicht? Ja. Also kann man ja auch dar\u00fcber nachdenken, egal ob es jetzt im Restaurant ist, wenn ich wei\u00df, die Leute konsumieren mehr bei mir und nehmen vielleicht noch den Nachtisch und nehmen vielleicht noch den zweiten Cappuccino oder das zweite Glas Wein. Warum soll ich davon nicht profitieren als Kellner, der dann irgendwie da arbeitet? Oder wenn ich irgendwie im Bekleidungssektor bin und dich so berate, dass du sagst, danach nimmst du vielleicht noch das zweite Oberteil irgendwie mit. Ist doch dann auch super. Also dann, warum ist das jetzt dann immer nur f\u00fcrs Unternehmen? Da finde ich, gibt es ja auch Mitarbeiterbeteiligung, die es ja in vielen Firmen auch schon gibt. Warum dann nicht mehr im Service und im Verkauf? Also finde ich schon sinnvoll. Aber wo du gerade sagtest, man muss Menschen m\u00f6gen, war das, ne? Ja. Bei vielen anderen Sachen sagen wir ja auch immer wieder, wenn es gerade auch um die Technisierung, Digitalisierung geht, Menschen wollen Menschen. Das stimmt. Also das ist halt auch eben so f\u00fcr die Zukunft, um da jetzt auch nochmal den Blick drauf zu werfen, wohin es sich entwickelt. Service ist absolut das entscheidende Kriterium, oder? Ja, wobei man nat\u00fcrlich sagen muss, viele Online-H\u00e4ndler machen es echt clever, ne? Also ich wei\u00df nicht, wie es deine Erfahrungen sind, so nehmen wir den gr\u00f6\u00dften Online-H\u00e4ndler. Wenn du irgendwas, abgesehen, es ist morgen da, es ist irgendwie, ich kann es zur\u00fcckschicken, wenn ich irgendwelche Probleme habe, die sind schon ganz sch\u00f6n kulant. Absolut, da wird nicht diskutiert, sondern wird zugesehen, dass man sehr, sehr schnell eine zufriedenstellende L\u00f6sung findet. Ja, total. Und das, denke ich, ist doch so ein bisschen ein Stein der Weisung, glaube ich, f\u00fcr den Einzelhandel. Also dann k\u00f6nnten wirklich die Freundlichen, die Unfreundlichen fressen und nicht die Gro\u00dfen, die Kleinen, wie es ja oftmals so sch\u00f6n hei\u00dft, sondern dass man wirklich eher auf die Freundlichkeit setzt. Nat\u00fcrlich, Rahmenbedingungen m\u00fcssen stimmen. Eine Sache, die \u00fcbrigens, bevor ich das vergesse, das wollte ich immer schon mal sagen, was mich am meisten st\u00f6rt beim Einzelhandel, dass ich f\u00fcrs Parken zahlen muss. Das finde ich so dusselig bei Einkaufszentren, dass ich hingehe, sowieso etwas mehr Geld zahle, dass ich mehr Zeit verbrauche und da muss ich auch noch f\u00fcrs Parken zahlen, finde ich v\u00f6llig kontraproduktiv und gehe in die falsche Richtung. Aber das war jetzt kurzer Dings. Wer auch immer daf\u00fcr zust\u00e4ndig ist, der hat das vielleicht geh\u00f6rt. Also das ist der Falsche, damit verliert ihr mich. Aber Zukunft, ganz klar. Also lass uns noch kurz dar\u00fcber sprechen, was kommt. Ja, es rechnet sich. Wir haben ja auch mal nachgefragt, ob man denn auch bereit w\u00e4re, f\u00fcr guten Service, pers\u00f6nliche Beratung, mehr Geld auszugeben. Und es sind tats\u00e4chlich zwei Drittel, die da ganz klar sagen, auf jeden Fall. Und da auch, glaube ich, wenig Unterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern. Total. Und auch keine Unterschiede zwischen dem Einkommen. Interessant, oder? Also das ist wirklich egal, in welchem Preissegment man unterwegs ist. Service, Freundlichkeit w\u00fcrde sich rechnen. Ja. Und bei den konkreten W\u00fcnschen an den Einzelhandel ist ja das zugewandte, freundliche, kompetente und geduldige Verk\u00e4ufer ganz weit oben auch gewesen. Genau. Also das w\u00e4re es sozusagen, diese Kombination hinzukriegen, dass man das Gef\u00fchl hat, ich werde jetzt nicht freundlich bedient oder bevorzugt behandelt, weil er mit mir Geld verdient werden soll, sondern weil es erstmal der Normalzustand ist. Und ich glaube, dann w\u00e4re es halt auch, sind Verk\u00e4ufer freundlicher, wird der Kunde freundlicher. Ich glaube, der erste Schritt muss aber eben von Verk\u00e4uferseite kommen. Dann, glaube ich, ist wirklich auch f\u00fcr die Zukunft eine gro\u00dfe Chance da. Ja. Testen wir mal ein bisschen, oder? Dann werden die Zahlen bestimmt wieder steigen. Das stimmt, aber wir sollten es jetzt mal testen. Lass uns mal Mittagessen gehen. Ja, lass mal shoppen gehen. Shoppen, ich wollte nur Mittagessen gehen. Aber gut, gehen wir shoppen. Also bis n\u00e4chste Woche. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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