{"id":5059,"date":"2024-08-01T06:11:48","date_gmt":"2024-08-01T04:11:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5059"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"why-many-germans-consider-their-country-not-worth-living-in-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/warum-viele-deutsche-ihr-land-als-nicht-lebenswert-erachten-2\/","title":{"rendered":"Why many Germans do not consider their country worth living in"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>What does Germany currently stand for? Is the Federal Republic worth living in, safe, senior-friendly or environmentally conscious?<\/p>\n<p>In this episode, learn how Germans view their country, why they currently attribute few positive attributes to it, and what is needed to make the future desirable.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5059","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 3 - Folge 22","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/47-warum-viele-deutsche-ihr-land-als-nicht-lebenswert-erachten\/embed?context=external&token=evK-JIVNaTBzgirv--RHsQ\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1534023-m-189a59a4d3a1c2af1a9762a9293dd1cb.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Die EM ist vorbei. Die Welt, Europa zumindest, hat auf Deutschland geschaut. Und das haben wir als Anlass genommen, uns mal zu fragen, wie denn eigentlich die Bundesb\u00fcrger ihr eigenes Land so wahrnehmen. Wof\u00fcr steht Deutschland? Was ist Deutschland? Und da haben wir eine ganz spannende Studie von uns gefunden, die wir auch schon fr\u00fcher mal durchgef\u00fchrt haben, sodass wir wieder einen Jahresvergleich in unserem Chart der Woche zeigen konnten. Und ja, Uli, magst du diese durchaus bemerkenswerten Ergebnisse mal vorstellen? In Teilen zumindest. Also man k\u00f6nnte so in einem Satz sagen, mit Heinrich Heine, denke ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Also so zumindest beginnen hier die Nachtgedanken bei Heinrich Heine. Und das scheint, wie viele Bundesb\u00fcrger wirklich derzeit \u00fcber unser Land denken. Kritisch, ja? Sehr kritisch. Also aktuelle Umfrage wieder repr\u00e4sentativ von uns jetzt gestellt im Jahr 2024. Und wenn ich mir das anschaue, also gerade mal 44 Prozent der Deutschen sagen, Deutschland ist lebenswert. Wenn ich mir anschaue, Sicherheit, 36 Prozent sehen unser Land als sicher an. Wirtschaftsstark 30 Prozent. Familienfreundlich 21 Prozent. Umweltfreundlich 21 Prozent. Oder Seniorenfreundlich 13 Prozent. Das sind nur einige Merkmale. Und wenn ich mir dann den Jahresvergleich anschaue, vor zehn Jahren waren die Werte einfach deutlich h\u00f6her. Durchweg? Fast. Also jetzt manche Sachen sind auf einem niedrigen Niveau geblieben. Also was ich, Familienfreundlichkeit bleibt bei 21 Prozent. Kinderfreundlich 18, 19 Prozent. Das bleibt gleich. Aber manche Werte wirklich radikal in den Keller gegangen. Wirtschaftsstark 2014, 71 Prozent, jetzt 30 Prozent. Wenn ich mir anschaue, Sicherheit 53 Prozent gefallen auf 36 Prozent. Verkehrsnetz von 68 auf 38 Prozent gefallen. Also wirklich deutliche R\u00fcckg\u00e4nge in ganz vielen Bereichen. Dann lass uns doch gleich mal so ein paar einzelne rausnehmen, die wir jetzt so besonders spannend fanden. Und ich w\u00fcrde am liebsten direkt mit dem ersten anfangen. Deutschland ist lebenswert. Das hat mich jetzt sehr \u00fcberrascht, wenn ich da nochmal ein bisschen in die demografischen Unterschiede reingegangen bin. Es ist ja so, dass vor allem die junge Generation, also die unter 34-J\u00e4hrigen, nochmal weniger Deutschland als lebenswert erachten als der Rest oder auch die \u00c4lteren. Also da sind es nur 39 Prozent, die sagen, Deutschland ist lebenswert. Bei den \u00c4lteren ist es immerhin jeder Zweite. Wie kannst du dir das erkl\u00e4ren? An sich nicht. Also es ist wirklich eine, wo die junge Generation ja bei sonstigen Befragungen und auch sonstigen Statements hier eher noch das Positive sieht und Sachen betont, die es halt nicht so kritisch sieht. Ist das wirklich, die es lebenswert, wird ganz, ganz kritisch von der jungen Generation eingesch\u00e4tzt. Wir haben es ja auch so ein bisschen auch bei der letzten Europawahl gemerkt, dass viele wirklich sich nicht mehr abgeholt gef\u00fchlt haben, dass sie irgendwie auch nicht wissen, wo sie richtig stehen. Jetzt kann man nat\u00fcrlich sagen, naja, wir hinterlassen der jungen Generation ja auch den Klimawandel und nat\u00fcrlich zahlreiche Herausforderungen. Aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, also die junge Generation wird es besser machen als wir. Und dass unser Land jetzt nicht lebenswert ist, da frage ich nat\u00fcrlich schon auch ein kritischen St\u00fcck weit, wo w\u00e4re es denn lebenswerter? Jetzt in einer Urlaubsdestination f\u00fcr zwei Wochen bestimmt, aber jetzt dort zu leben, das ist wirklich, wo ich die junge Generation nicht einfach finde. Diese Ergebnisse basieren bei denen dann ja, also bei der jungen Generation ja gar nicht wirklich auf Erfahrungswerten, sondern auf Gef\u00fchlen. Das haben wir in vielen anderen Studien, die wir aktuell durchgef\u00fchrt haben oder auch im Podcast schon besprochen haben, zum Vertrauen, zur Sicherheit immer wieder gesehen, dass da gerade das Gef\u00fchl von Unsicherheit und keine Best\u00e4ndigkeit und der Wunsch nach Zusammenhalt wahnsinnig gro\u00df ist und sich vielleicht auch so dann widerspiegelt. Ja, naja, ich meine, jetzt m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich auch einmal fragen, was ist denn f\u00fcr die junge Generation lebenswert? Also ist es jetzt irgendwie die Sicherheit? Wir leben in einem der sichersten L\u00e4nder, die es gibt. Ist es jetzt irgendwie, ich wei\u00df nicht, die Bildung als Voraussetzung? Bildung in Deutschland ist kostenlos. Also junge Generation, wird sie woanders studieren, wird sie deutlich mehr zahlen. Ist es jetzt irgendwie, keine Ahnung, der wirtschaftliche Wohlstand? Wir sind eine der f\u00fchrenden Wirtschaftsnationen der Welt. Also ist es jetzt die Angst vor der Zukunft, warum das Leben in der Gegenwart nicht mehr lebenswert betrachtet wird? Das finde ich schon kritisch auch wirklich, muss man sagen. Wo wir sonst ja die junge Generation immer loben, wie positiv Sachen auch gesehen werden, ist es hier wirklich eine Sichtweise, die Anlass zur Sorge gibt. Ja, dann ist es wahrscheinlich auch so die Wahrnehmung, ne? Also die vielen Berichte und Gespr\u00e4che dar\u00fcber, was halt gerade alles schwierig ist und wie schwer die Zukunft wird, dass das dann darauf den Einfluss genommen hat. Das stimmt und ich meine, klar, ich merke es nat\u00fcrlich auch so ein bisschen bei meinen Studierenden, viele, die jetzt ein Semester im Ausland waren, die schon dann Dinge betonen, die im Ausland angenehmer waren, die sorgenfreier waren. Wo ich immer sage, naja, ob du jetzt auf Dauer da leben willst, das wei\u00df ich jetzt aber eben nicht. Nichtsdestotrotz ist es nat\u00fcrlich auch immer ein klarer Hinweis darauf, dass wir unser Land wieder lebenswerter machen m\u00fcssen. Das ist ja wahrscheinlich die Stimmung. Also gerade wenn du sagst, wenn wir ja im Ausland waren und das war, ach, das war immer alles so positiv und die Stimmung war gut. Ich glaube, das ist es, ne? Ja, aber du hast vorhin sch\u00f6n gesagt, irgendwie die EM ist jetzt gerade vorbei. Das war ja schon auch wieder eine tolle Stimmung in unserem Land. Und auf einmal waren wieder Fanfeste, man hat zusammen Fu\u00dfball geguckt, hat zusammen gefeiert, hat zusammen irgendwie gegrillt und Spa\u00df miteinander gehabt. Und es war wieder eine ganz positive Stimmung in unserem Land. Ist das nicht lebenswert gewesen? Also das finde ich schon \u00fcberraschend. Aber nochmal, also klar, wenn Perception is Reality, also wenn es so wahrgenommen wird, m\u00fcssen wir sicherlich dar\u00fcber nachdenken, wie kriegen wir es besser hin, dass die junge Generation unser Land wieder als lebenswert erachtet. Naja, was da so zuz\u00e4hlt, kann man ja nochmal ein anderes Statement nehmen, ist, wie du gerade schon sagtest, die Sicherheit. Schauen wir uns das doch nochmal genauer an. Ja, also Sicherheit ist nat\u00fcrlich etwas, was jetzt keine gro\u00dfen Unterschiede zwischen den Generationen aufgezeigt hat, aber eben schon auff\u00e4llig, dass es irgendwie nur jeder Dritte in etwa ist. Jetzt kann man hier wieder sagen, woran liegt das? Also wenn ich mir jetzt Kriminalit\u00e4tsstatistiken anschaue, im letzten Jahr wurden 5,9 Millionen Straftaten ver\u00fcbt. Was enorm viel ist, also gar keine Frage. Aber in Relation wieder, gehen wir jetzt 10 Jahre zur\u00fcck, da waren es 150.000 Straftaten weniger, die ver\u00fcbt wurden. Also die Kriminalit\u00e4tsstatistik im Jahresvergleich ist eben r\u00fcckl\u00e4ufig. Die Aufkl\u00e4rungsquote ist gestiegen um 4 Prozent. Also das ist auch das wieder besser. Das hei\u00dft, also auch da wieder, warum ist diese Angst bei der Sicherheit zu gro\u00df und nur jeder Dritte sagt, unser Land ist sicher. Dabei haben wir weniger Straftaten als vor zehn Jahren und eine h\u00f6here Aufkl\u00e4rungsquote. Also passt nicht zusammen, oder? Ja, passt nicht. Aber \u00e4hnlich bei der Umwelt. Also vor zehn Jahren hat man gesagt, Deutschland ist umweltfreundlicher als heute, obwohl ja noch nie so viel in Umweltma\u00dfnahmen investiert wurde wie aktuell. Ja und wir auch in vielen Bereichen wieder weltweit Vorreiter sind und ausbauregenerative Energien. Und was wir irgendwie, wann wir klimaneutral sein wollen, ist vor den meisten anderen L\u00e4ndern. Also es ist schon auch da wieder auff\u00e4llig, wie schlecht wir uns selber sehen. Jetzt geht es nat\u00fcrlich andersrum. Jetzt kann man ja auch ein bisschen so weggehen von diesem, naja Deutschland ist nicht sicher und der Staat schafft das nicht und der Staat schafft es nicht umweltfreundlich zu sein. Wie machen wir jetzt Umweltfreundlichkeit? Also ist es in den Unternehmen, die sind umweltfreundlicher geworden. Das ist jetzt irgendwie, der Staat baut die regenerativen Energien aus. Ist es vielleicht der B\u00fcrger, der selbst nicht mehr so umweltfreundlich ist? Also wollen wir nach wie vor irgendwie jetzt beim B\u00fcrger mal auch ansetzen. Nat\u00fcrlich essen wir weniger Fleisch, nat\u00fcrlich leben wir nachhaltig an ganz vielen Bereichen. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, Reiseweltmeister sind wir immer noch und wir m\u00fcssen aus der Tourismusanalyse am liebsten ins Ausland. Ja, naja, wenn wir dann fragen, was ist Deutschland? Deutschland ist seine Bev\u00f6lkerung. Und wenn die Bev\u00f6lkerung sich selbst das alles so negativ attestiert, sie ist nicht familienfreundlich, wir k\u00f6nnen ja gleich nochmal weitergehen, nicht seniorenfreundlich, nicht ausl\u00e4nderfreundlich, nicht umweltfreundlich, dann sind das nat\u00fcrlich am Ende, wie du fragst, ja wir, jeder selber, ne? Ganz klar und das ist so, finde ich, auch immer, wie wir auf uns selber schauen und es ist nicht der andere, sondern es bist du, es bin ich irgendwie, der daf\u00fcr sorgt, ob wir kinderfreundlich sind. Und wir verlangen irgendwie, Deutschland soll, nehmen wir als Beispiel Kinderfreundlichkeit oder familienfreundlich, wir sollen kinderfreundlicher werden, zeig mir die Stra\u00dfe, die sich nicht die Nachbarn aufregen w\u00fcrde, wenn dann eine neue Kita er\u00f6ffnet. Und ich wei\u00df noch, ich, Roman Herzog vor vielen Jahren war Bundespr\u00e4sident, hat mal diesen Spruch gebracht, Kinderl\u00e4rm ist Zukunftsmusik. Wir st\u00f6ren uns heute daran, wenn irgendwie Kinder rumschreien und drau\u00dfen spielen. Dabei wollen wir, dass sie drau\u00dfen rumlaufen und Fu\u00dfball spielen oder irgendwas anderes spielen, aber wir bem\u00e4ngeln es, wenn es bei uns in der Stra\u00dfe passiert, also bitte woanders. Und das ist ja schon kritisch zu sehen. Oder wenn irgendwie eine Schulklasse in die S-Bahn einsteigt, gibt es gen\u00fcgend Leute, die dann morgens schnell das Abteil wechseln, weil sie sich gest\u00f6rt f\u00fchlen, dass die Schulklasse da einsteigt. Also wir selber sind nicht unbedingt kinderfreundlich, aber es sind bestimmt nicht immer nur die anderen. Ja, Seniorenfreundlichkeit hat mich jetzt auch wirklich sehr \u00fcberrascht. Das ist ja das Statement, was ganz abgeschlagen auf dem letzten Platz gelandet ist. Nur 13 Prozent der Deutschen sagen, Deutschland ist seniorenfreundlich. Die Senioren selbst sagen das sogar nochmal weniger. Da sind es nur 10 Prozent der Senioren, die sagen, Deutschland ist seniorenfreundlich. Liegt das dann daran, weil man genervt die Augen verdreht, wenn ein \u00e4lterer Mensch an der Kasse wieder mal so lange braucht. Der andere \u00e4ltere Mensch, meinst du? Kann ich mir nicht vorstellen. Also auch das ist wieder ein Ergebnis, was mich \u00fcberrascht. Also doppelt so hoch war der Wert vor 10 Jahren. Sind wir jetzt doppelt so Senioren-unfreundlich wie vor 10 Jahren? Finde ich nicht. Also wir haben jetzt ja nicht die Seniorenfreundlichkeit abgebaut. Und das ist eher dieses Gef\u00fchl wieder und wir wollen meckern und es ist alles schlecht und es k\u00f6nnte woanders ja besser sein. Ich finde es schwierig. Also ich finde es wirklich schwierig, wie wir uns da selbst sehen. Wohin entwickelt sich das Ganze denn? Was ist Deutschland in den n\u00e4chsten 10 Jahren? Was meinst du, wie sich dann die Ergebnisse darstellen? Naja, ich glaube nat\u00fcrlich schon, dass wir vor gro\u00dfen Herausforderungen stehen. Das ist gar keine Frage. Und wir m\u00fcssen die nat\u00fcrlich auch konstruktiv angehen und m\u00fcssen dann aber zusehen, dass wir eben diese Diskrepanz zwischen wie es wahrgenommen wird und wie es tats\u00e4chlich ist, dass das eben kleiner wird. Dass wir also positive Entwicklungen deutlich besser kommunizieren. Dass wir selber, aber auch f\u00fcr uns sagen, Mensch an sich will ich nirgendwo anders lieber leben als bei uns. Weil sonst w\u00fcrden wir ja auswandern und wegziehen irgendwie. Und dass unsere Sozialsysteme nat\u00fcrlich intakt sind und dass die Welt uns drum beneidet. Und die Beispiele, die ich vorhin genannt habe, von Bildung \u00fcber Wirtschaftskraft und alles. Also das sind Sachen, die m\u00fcssen wir einfach h\u00f6her betonen. Das Thema Sicherheit, eben die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir Sachen, die die B\u00fcrgersorgen besser angehen und noch besser werden. Aber das muss doch unser Ziel sein und das gemeinsam irgendwie zu schaffen. Und jetzt nicht einfach zu sagen, naja, bei uns ist alles schlecht. Sind wir denn einfach sehr, sehr streng? Also wir sind ja auch sehr perfektionistisch. Wir wollen alles optimieren. Also wenn ich jetzt mal so ein bisschen an unsere gesamten anderen Studien denke, habe ich das Gef\u00fchl so, wir sind einfach ganz sch\u00f6n schlecht drauf zur Zeit. Absolut. Also sprichst du wirklich, was unsere Zahlen halt auch hier immer hergeben. Und das entspricht, wie gesagt, nicht unbedingt der Realit\u00e4t. Es ist was Gef\u00fchltes. Und nur wir selbst k\u00f6nnen es \u00e4ndern. Das macht kein anderer f\u00fcr uns. Und wir k\u00f6nnen noch so viele Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Familienfreundlichkeit oder finanzielle Anreize f\u00fcrs Kinderkriegen irgendwie schaffen. Die Kinder m\u00fcssen wir bekommen. Und irgendwie f\u00fcr Senioren k\u00f6nnen wir noch so viele Sonderpreise beim Theater und \u00fcberall hinbekommen. Aber letztendlich m\u00fcssen wir dann Seniorenfreundlicher werden und m\u00fcssen mehr f\u00fcr den Zusammenhalt der Generation tun. Oder das Thema Umweltfreundlichkeit oder das Thema Ausl\u00e4nderfreundlichkeit. Es liegt wirklich an uns. Die Frage ist halt jetzt immer nur, woran schaltet es an? Wo f\u00e4ngt es an? Ja, ich meine auch so ein bisschen, was wir glaube ich ja in anderen Studien hatten. Wir brauchen mehr Vertrauen. Wir brauchen mehr Mut. Wir brauchen eine andere Fehlerkultur. Und wir m\u00fcssen selber irgendwie die Verantwortung f\u00fcr unser Handeln \u00fcbernehmen. Und dieses nach oben weg delegieren, schwierig. Wie siehst du eigentlich Deutschland? Du bist ja auch viel im Ausland, wenn ihr irgendwie unterwegs seid. Ist dein Blick eigentlich auf Deutschland besser, wenn du im Ausland bist, als wenn du hier bist? Also ich habe mir da fr\u00fcher im Studium, also genau wie deine Studenten, auch gedacht. Oh, ich war in Mexiko, ich war in Argentinien und da gearbeitet. Und dann dachte man sich, ach, das ist so sch\u00f6n, so eine Lebensfreude. Da w\u00fcrde ich gerne hin auswandern, immer sch\u00f6nes Wetter in der Karibik. Aber das habe ich damals schon gesehen. Nee, wenn man dann wirklich arbeitet, ist das was anderes. Und ich finde nat\u00fcrlich, deswegen sollte jeder mal eine Reise tun, um halt eben das, was man zu Hause hat, wirklich wertsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Und deswegen bin ich schon sehr froh, hier zu leben. Ich reise gerne. Das k\u00f6nnte f\u00fcr Urlaub machen sind andere L\u00e4nder ideal. Aber grunds\u00e4tzlich finde ich Deutschland schon sehr lebenswert. Ja, das ist auch, ich meine, wir haben wieder schon \u00fcber 13 Minuten, m\u00fcssen zum Ende schon wieder kommen. Das ist ein Thema, was, glaube ich, viele Aspekte noch beinhalten w\u00fcrde. Aber der Gedanke noch eben von dir, der mir gerade eingefallen ist beim Thema Reisen. Wir wissen ja aus der Urlaubsforschung, dass nat\u00fcrlich diese Vorfreude gro\u00df ist. Und wenn man vor Ort ist und Highlight des Jahres und alles. Aber wir wissen aus der Forschung ja auch, dass wenn es so zum Ende des Urlaubs geht, irgendwie, was sind das, 80 Prozent sagen, jetzt freue ich mich auch wieder auf zu Hause. Und dass dann ja dieses wieder zu Hause sein, die Routine des Alltags zu haben, die Nachbarn zu haben, die Senioren im Nachbarhaus, die Kinder, die auf der Stra\u00dfe spielen, den deutschen Standard, was Umwelt und Verkehr und Sicherheit und alles angeht, ist ja schon etwas, was wir da wieder auch zu sch\u00e4tzen wissen. Insofern. Wir gehen jetzt mal raus an die Alster und genie\u00dfen dieses lebenswerte Hamburg. Das tut. Alles klar. In diesem Sinne. Macht's gut. Bis dahin. Tsch\u00fcss. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren.\n\nDieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de. Und dann geht's. Vielen Dank."},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Warum viele Deutsche ihr Land als nicht lebenswert erachten - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Wof\u00fcr steht Deutschland aktuell? 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