{"id":5110,"date":"2024-09-05T06:08:43","date_gmt":"2024-09-05T04:08:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5110"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"do-we-need-a-car-free-city-fact-check-and-future-trends-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/brauchen-wir-die-autofreie-stadt-faktencheck-und-zukunftstrends-2\/","title":{"rendered":"Do we need a car-free city? Fact check and future trends"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A city completely without car traffic is almost unimaginable in Germany. But not only because of climate change are more and more cities trying to reduce car use, at least in some areas.<\/p>\n<p>In this episode, find out not only exactly how the concept of a car-free city works, but also what the Germans think about it.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5110","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 3 - Folge 27","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/52-brauchen-wir-die-autofreie-stadt-faktencheck-und-zukunftstrends\/embed?context=external&token=HP4YS3Fx7jHfK7pntFOPmQ\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1570557-m-d01a25c65324d9d22c066eff8c219282.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Heute sprechen wir \u00fcber das Konzept einer autofreien Stadt. Wollen die Deutschen das? Ist es m\u00f6glich oder wird es tats\u00e4chlich in der Zukunft kommen? Diesen Monat im September gibt es tats\u00e4chlich auch den World Car Free Day. International wird am 22. September in vielen St\u00e4dten weltweit der Autoverkehr gesperrt, lahmgelegt, um so auch eben auf die Vorteile einer komplett autofreien Stadt hinzuweisen. Schon spannende Sache, oder? Also man merkt, dass es keine Sache ist, glaube ich, die jetzt nur hier f\u00fcr uns im kleinen K\u00e4mmerchen diskutiert wird, sondern wirklich auch international eine gro\u00dfe Rolle spielt und viele St\u00e4dte sind ja da auch schon weiter als eine Stadt wie Hamburg. Aber bevor wir anfangen, heute die Frage an dich. Magst du einmal in wenigen Worten vorstellen, was eigentlich eine autofreie Stadt sein soll? Genau, denn es herrscht ein Missverst\u00e4ndnis, wenn man denkt, so komplett autofrei, was ist denn dann mit zum Beispiel der Polizei oder Noteins\u00e4tzen, Krankenwagen und so weiter. Die d\u00fcrfen nat\u00fcrlich weiterfahren, genauso wie auch Lieferverkehr. Also autofreie Stadt bezieht sich vor allem auf den individuellen motorisierten Verkehr. Also Busse oder auch Carsharing, sowas steht schon durchaus auch zur Verf\u00fcgung, aber eben reduziert, sodass man sagt, dass der nicht motorisierte Verkehr, Fahrr\u00e4der oder auch Fu\u00dfg\u00e4nger eben deutlich gest\u00e4rkt werden und immer Vorrang haben. Okay, also macht nat\u00fcrlich auch total Sinn, muss man an der Stelle sagen. Vergessen wir nicht. Dadurch wird nat\u00fcrlich das Stauproblem ein St\u00fcck weit zur\u00fcckgestellt. Die ganze Parkplatzsituation w\u00e4re jetzt nicht nur, dass wir immer den Nerv haben, Parkpl\u00e4tze zu suchen, sondern ist ja auch immer finanziell. Also wir haben es im Vorfeld nochmal rausgesucht. Stellplatz in M\u00fcnchen beispielsweise fast drei Euro die Stunde im Durchschnitt mittlerweile. Also wirklich auch Geld, was damit verbracht wird oder vergessen wir nicht. So als Hamburger, wir stehen glaube ich immer so um die 150 Stunden alleine, du und ich, jedes Jahr im Stau. Das d\u00fcrfen wir nicht vergessen. Also nicht ganz so hoch wie die Berliner, aber doch ganz sch\u00f6n viele Tage und Stunden des Lebens, wo wir nicht irgendwas... Verbringt man einfach so im Auto. Im Auto. Die Lust auf Stau haben wir das \u00fcbrigens mal vor 30 Jahren genannt, aber das ist ja gleich. Warum ist das denn eigentlich so relevant? Also warum sprechen wir denn dar\u00fcber, wo du n\u00e4mlich gerade jetzt von Stau sprichst? Man m\u00f6chte ja nat\u00fcrlich die Stauprobleme umgehen, also die Unf\u00e4lle in der Stadt nat\u00fcrlich auch minimieren, Verkehrsaufkommen allgemein reduzieren, aber nat\u00fcrlich auch eben die Lebensqualit\u00e4t verbessern, die Umweltbelastung reduzieren und die Stadt insgesamt eben lebenswerter f\u00fcr die Bewohner machen. Ja, ich meine, wir m\u00fcssen da jetzt glaube ich nicht ins Detail gehen, aber so Zahlen, die sind nat\u00fcrlich auch wirklich enorm. Also allein in Deutschland sagt man etwa 70 Prozent der gesamten Stickstoffdioxid-Emissionen stammen eben aus dem Verkehrssektor und damit nat\u00fcrlich auch zum Gro\u00dfteil aus dem Individualverkehr. Und es ist nat\u00fcrlich einfach ges\u00fcnder, wenn wir in den St\u00e4dten jetzt nicht irgendwie Autosmog haben und da gibt es ja vieles, ist nicht nur Stuttgart, was ja oftmals so immer genannt wird, dass die im Kessel drin liegen und da die Grenzwerte oftmals im Jahr \u00fcberschritten werden, sondern auch in vielen anderen St\u00e4dten. Und es ist eben auch nicht nur ein Thema f\u00fcr Metropolen, das d\u00fcrfen wir auch nicht vergessen. Wir m\u00fcssen gleich sicherlich einmal so Stadt-Land-Unterschiede thematisieren, aber es ist eben f\u00fcr viele St\u00e4dte durchaus ein Thema. Absolut, genau, auch f\u00fcr kleinere. Was ich auch noch, wo du gerade Zahlen genannt hast, total spannend finde, ist, wie viel Platz in der Stadt frei werden w\u00fcrde. Was meinst du, wenn man jetzt s\u00e4mtliche Stra\u00dfen und Parkpl\u00e4tze abschafft? Boah, das m\u00fcsste man jetzt irgendwie mal durchrechnen mit irgendwie, wie gro\u00df ist ein Auto, Parkplatz und alles. Ich halte mich zur\u00fcck, sag's lieber gleich. Es sind bis zu 40 Prozent. Wahnsinn. Und das ist nat\u00fcrlich auch, das ist ja, was ich immer so deprimierend finde, die meisten Autos stehen ja einen Gro\u00dfteil des Tages einfach rum. Also wir brauchen irgendwie Platz. Und wenn es jetzt nicht irgendwie bei euch auf der Einfahrt am Haus ist, dann ist es ja noch okay, weil es euer eigenes Grundst\u00fcck ist. Aber die meisten Autos parken einfach Stra\u00dfen zu. Ja, also gerade in der Stadt. Das ist nat\u00fcrlich der gro\u00dfe Unterschied zum Land. Das stimmt. Aber in der Stadt gibt es auch Studien zu, stehen die teilweise sechs von sieben Tagen. Also es ist eigentlich eher so das f\u00fcr den Wochenendausflug. Total. Also das habe ich auch mal gelesen, irgendwie 90, 95 Prozent an der Lebensdauer wird ein Auto nicht bewegt. Und das ist nat\u00fcrlich schon deprimierend. Jetzt aber nat\u00fcrlich die spannende Frage, wollen wir B\u00fcrger das \u00fcberhaupt? Also das ist ja, was wir auch im Chart der Woche abgefragt haben. Wer k\u00f6nnte es sich eben vorstellen, komplett autofrei zu leben? Findest du die Zahl, bevor ich sie nenne, hoch oder niedrig? Ich finde sie niedrig. Ja? Ja. Ich finde sie hoch. Du findest sie hoch? Ja. Also, um euch nicht l\u00e4nger auf die Folter zu spannen. Jeder Vierte k\u00f6nnte sich das vorstellen. Also von 80 Millionen Bundesb\u00fcrgern 20 Millionen k\u00f6nnten sich es vorstellen, in einer Stadt zu leben, die eben komplett individualverkehrfrei ist. Das ist schon, nat\u00fcrlich, wenn man das so als totale Zahl sieht, das ist viel. Aber es haben ja eben auch 60 Prozent gesagt, dass sie das sich nicht vorstellen k\u00f6nnen. Das stimmt, drei von f\u00fcnf. Die restlichen waren unentschieden, die wussten es nicht. Und da sieht man einfach, wie stark irgendwie so wir am Auto h\u00e4ngen. Das stimmt, wobei, was mich wieder total \u00fcberrascht hat, mehr M\u00e4nner, die sich das vorstellen k\u00f6nnen als Frauen, ne? Also deutlich mehr. 28 Prozent M\u00e4nner, 21 Prozent Frauen. Also ich h\u00e4tte jetzt gedacht, wir M\u00e4nner sind eher dem Ur. Also wenn wir mit Klischees irgendwie aus der Schublade holen wollen. Tats\u00e4chlich, mein erstes Auto habe ich mir mit der Geburt meines Kindes gekauft. Ich bin 18. Bis dahin hatten wir auch kein Auto. Ich glaube, ich lebe auch in der Stadt. Ich finde auch, da ist es durchaus m\u00f6glich, ohne Auto zu leben. Aber ich fand halt eben mit Kind, ja, auch f\u00fcr die Wochenendausfl\u00fcge oder mal zum Arzt fahren und so weiter, fand ich das schon irgendwie angenehmer, auch ein Auto zu haben. Ja, wobei wir dann gleich nochmal dr\u00fcber reden k\u00f6nnen, k\u00f6nnen wir auch jetzt machen, muss es das eigene Auto sein? Oder kann es eben auch das Sharing-Konzept sein? Und ihr nehmt euch jedes Mal in einer Stadt wie Hamburg sicherlich bei euch ja auch relativ schnell zu erreichen, jedes Mal den Kombi, wenn man ihn braucht und hat dann irgendwie die M\u00f6glichkeit, keine Ahnung, die Wasserkiste zu kaufen oder mit dem Kind irgendwo hin unterwegs zu sein. Ist das auch eine M\u00f6glichkeit? Also braucht man wirklich ein eigenes Auto? Ja, da, um direkt darauf zu antworten, habe ich auch Studien zu gelesen, das sehen die meisten genauso. Da hat man einfach immer Angst, dass wenn man es gerade braucht, es dann nicht verf\u00fcgbar ist oder es zu weit weg ist. Ja, also das ist nat\u00fcrlich aber f\u00fcr die Zukunft, jetzt wollen wir nicht schon auf die letzte Minute des heutigen Podcasts vorgehen, aber das ist nat\u00fcrlich das Modell der Zukunft, dass das Auto dann eben so verf\u00fcgbar ist, wom\u00f6glich noch selbst zu dir eben dann hingefahren kommt, vor dir ausfahrt. Und egal, ob du mit deinem Mann jetzt irgendwie am Abend ausgehen willst, das Cabrio haben willst oder ihr zu viert irgendwie den Kindern den Kombi und einen Tag am Strand verbringen wollt und es bis oben hin vollpackt, das w\u00e4re nat\u00fcrlich dann die Zukunft. Aber lass uns vielleicht noch ganz kurz eben \u00fcber die Zahlen reden, weil das denke ich sind auch Sachen, da m\u00fcssen wir nochmal thematisieren, gro\u00dfe Unterschiede zwischen den Generationen, also doppelt so viel unter 30-J\u00e4hrige, die es sich vorstellen k\u00f6nnen, jeder Dritte da, im Gegensatz zu den Ruhest\u00e4ndlern, da nur 17 Prozent. Und dann nat\u00fcrlich die, ja mit gr\u00f6\u00dfter Spaltung auch zwischen Stadt und Land, also jeder Dritte in der Stadt kann sich es vorstellen, auf dem Land ist es nicht mehr jeder Sechste. Also da merken wir schon gro\u00dfe, gro\u00dfe Unterschiede, aber ist nat\u00fcrlich auch ein St\u00fcck weit klar, also junge Generation. Ja, wobei da auch nochmal eingegrenzt, wie sich das die Leute auch vorstellen, wenn man jetzt davon spricht, diese Stadt oder dieser Ort will autofrei werden. Dabei geht es ja meistens um das Zentrum oder um zentrumsnahe Regionen, also gar nicht unbedingt vielleicht im Wohngebiet. Und deswegen w\u00fcrde es eigentlich auch gerade in kleineren St\u00e4dten gut funktionieren. Klar, in dem Moment, wo nat\u00fcrlich der, du auch nicht angewiesen bist auf dein eigenes Auto. Also wenn ich es jetzt irgendwie vergleiche, das Dorf, wo Pia herkommt, meine Frau, ist nat\u00fcrlich schon ohne Auto schwer, dann \u00fcberhaupt in die n\u00e4chste Stadt reinzukommen, weil du dann irgendwie den Bus brauchst. Bist du dann in der n\u00e4chsten Stadt drin, dann k\u00f6nntest du wieder sagen, klar, da mache ich das Auto frei, da wird es wieder funktionieren. Also man darf es eben jetzt auch nicht zugrunde legen. Es muss nat\u00fcrlich trotzdem von zu Hause auf den Parkplatz kommen. Genau, zum Beispiel in den Niederlanden gibt es eine Stadt, die hei\u00dft Auten. Es ist eine Modellstadt, die wird international aus Amerika und Asien, kommen sie alle an, um sich das anzuschauen, wie das dort funktioniert. Und diese Stadt wurde, als sie geplant wurde, schon autofrei geplant. Dementsprechend ist das halt eben eine ganz besondere Modellstadt. Aber da ist es mittlerweile so, dass tats\u00e4chlich auch Leute eben aus Utrecht, die n\u00e4chstgr\u00f6\u00dfere Stadt, angefahren kommen, um dort irgendwie den Tag zu verbringen und auch shoppen zu gehen. Denn es ist ja ein h\u00e4ufiges Argument von Einzelh\u00e4ndlern in der Innenstadt, dass die Innenstadt stirbt, wenn eben keine Autos mehr dort fahren k\u00f6nnen. Dann kommen die Leute, die nicht einkaufen. Das ist dort zum Beispiel nicht so. Da haben sie gro\u00dfe Parkh\u00e4user vor die Tore der Stadt gebaut. Die Leute kommen dorthin und finden es halt eben gerade besonders attraktiv, sich da so frei in der Stadt bewegen zu k\u00f6nnen. Also da sehe ich ganz genauso. Also das ist jetzt, wenn ich so mein eigenes Verhalten wieder sehe. Ich bin an sich ein bisschen eher genervt davon, mir einen Parkplatz zu suchen in der Stadt. Und dann ende ich am anderen Ende der Innenstadt von Hamburg und muss dann wieder ganz zur\u00fcck. Also wenn ich von vornherein wei\u00df, ich habe mein Auto irgendwo fest platziert oder im Idealfall kann ganz den auf den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr zur\u00fcckgreifen und habe dann eben die M\u00f6glichkeit, auch vom anderen Ort wieder wegzukommen, finde ich eher attraktiv. Und wenn ich mir da noch vorstelle, ich habe irgendwie einen Bereich der Innenstadt, der eben komplett frei ist, so wie eine klassische Fu\u00dfg\u00e4ngerzone. Das ist doch das Highlight, dass ich da irgendwie, die Kinder k\u00f6nnen rumspringen, ich kann irgendwie zwischendurch einen Kaffee trinken. Das ist irgendwie das, was man m\u00f6chte. Ich glaube, also f\u00fcr den Einzelhandel kann das eher die Rettung sein. Also diesen Preiskampf, das haben wir schon mal thematisiert auch, k\u00f6nnen sie nicht gewinnen gegen Online. Und jetzt aber die M\u00f6glichkeit zu haben, einfach, ich punkte damit, dass die Verweildauer deutlich attraktiver ist und die Leute l\u00e4nger vor Ort bleiben und die Leute es auch mehr genie\u00dfen. Also finde ich eher ein Argument f\u00fcr den Einzelhandel, wenn ich ehrlich bin. Ja, finde ich auch. Es hat wieder die Angst, sich zu ver\u00e4ndern wahrscheinlich. Genau, man kann dann ja gegebenenfalls, man muss ein bisschen kreativer werden. Wie bekommt man dann die Eink\u00e4ufe nach Hause? Was ist mit Menschen, die in der Mobilit\u00e4t eingeschr\u00e4nkt sind? Ganz klar. Und so weiter. Aber ich denke, das sind ja alles keine Ausschlusskriterien, sondern da gibt es ja die M\u00f6glichkeit. Wie gesagt, autofrei hei\u00dft ja auch nicht, dass Lieferverkehr nicht passieren darf. Oder das Taxi oder das Lastenfahrrad oder so was echt, was man dann halt eben nutzen kann. Nat\u00fcrlich sind es aber nicht nur diejenigen, es ist eben auch ein Teil der Bev\u00f6lkerung, die da Sorgen hat. Die m\u00fcsste man sicherlich auch \u00fcber Kampagnen \u00fcberzeugen. Es gibt ja auch andere Beispiele, wo es keine Modellstadt ist, wo es schon in der Gegenwart wirklich gut funktioniert, oder? Total, ja. Also gucken wir wieder nach Skandinavien in Kopenhagen. Das ist ja eine Stadt, die hat sich zu einer der fahrradfreundlichsten St\u00e4dte der Welt entwickelt. Also so ein umfangreiches Netz von Radwegen und Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen. Und das macht nat\u00fcrlich einfach was mit der Innenstadt. Das ist ein ganz besonderes, entspanntes Flair. Ja, also f\u00fcr mich ist ja immer Oslo, da m\u00fcssen wir vielleicht gleich noch einen kurzen Satz dr\u00fcber verlieren. Aber f\u00fcr mich ist ja auch immer spannend, wie die Amerikaner das gemacht haben. Also da war ja wirklich so auch durch Corona nochmal gepr\u00e4gt. San Francisco, New York, die dann einfach bestimmte Bereiche der Stadt autofrei gemacht haben. Von Corona nat\u00fcrlich auch damals mit Social Distancing und alles, was damit reingespielt hat. Aber die auch einfach dabei geblieben sind. Und ob es jetzt tageweise ist oder teilweise halt auch wirklich durchg\u00e4ngig. Einfach zu sehen, dass der B\u00fcrger sich die Stadt wieder ein St\u00fcck weit selbst erschlie\u00dft. Das stimmt, das macht nat\u00fcrlich, das kann man nat\u00fcrlich auch eine andere Alternative, so etwas nur stundenweise oder tageweise zu machen. Total, ja. In Hamburg haben wir das ja auch oftmals im Sommer, dass bestimmte Sachen frei gemacht werden, was schon echt gut ist. Aber Vorreiter ist wirklich auch Oslo, muss man sagen. Also die sind wirklich weit. Die haben sich mal selbst gesagt, sie wollen eben bis 2030 da weite Teile der Innenstadt autofrei kriegen. Wollen dann Gr\u00fcnfl\u00e4chen schaffen, wollen \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze durch die freigewonnenen Stra\u00dfen gewinnen. Und sehen halt wirklich zu, dass auch jetzt schon dieses Jahr, glaube ich, sollen die Parkpl\u00e4tze komplett rausgenommen werden aus Oslo. F\u00fcr mich ja, und das ist auch so ein bisschen Stein der Weisen, wie kriegt man es dann hin? Also was k\u00f6nnen wir von anderen lernen? Was macht Oslo oder was hat Oslo vielleicht besser gemacht, um das auch weiter voranzutreiben? Genau, weil es ist nat\u00fcrlich schwierig, eine bestehende Stadt umzugestalten. In den Niederlanden ist es nat\u00fcrlich von Null auf geplant worden. Aber ja, schauen wir uns Oslo an. Was haben sie gemacht? Es ist nat\u00fcrlich eine Stadt, die sich sowieso schon sehr stark im Bereich Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit engagiert hat. Und da einfach \u00fcber viele, viele Jahre hinweg die B\u00fcrger sensibilisiert hat. Auch dar\u00fcber nachzudenken, was f\u00fcr eine Auswirkung denn das Autoverkehr auf die Luftqualit\u00e4t, auf die Umwelt hat. Aber auch auf die eigene Gesundheit, auf das eigene soziale Umfeld. Und das finde ich halt das Clevere, was die Kollegen in Norwegen da auch wirklich gemacht haben. Weil so ist dann nat\u00fcrlich eher eine Bereitschaft dazu. Dadurch kann ich Emissionen reduzieren, ich kann die Umwelt sch\u00fctzen. Dann bin ich auch bereit dazu, auf mein Auto zu verzichten, weil man eben das Bewusstsein daf\u00fcr schon hat. Ja, was f\u00fcr mich aber auch wirklich entscheidend war, was Oslo gut hingekriegt hat. Die haben von Anfang an eben auf Partizipation und Dialog gesetzt. Also jetzt nicht irgendwie von oben weg oder aus dem Elfenbeinturm aus der Wissenschaft zu machen wir das jetzt. Sondern ganz klar gesagt, wo sind die Bed\u00fcrfnisse? Wo m\u00fcssen wir vielleicht auch Kompromisse finden? Also wo muss die Buslinie auch in Zukunft langfahren oder neu langfahren? Oder wo muss eine zus\u00e4tzliche U-Bahn-Station gebaut werden? Und wie kriegen wir es dann eben gemeinschaftlich hin? Also den B\u00fcrger viel eher mitgenommen, was glaube ich auch in Deutschland sinnvoll w\u00e4re. Und auch \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg. Total, ja. Und das ist glaube ich, wo wir in Deutschland ja auch oftmals, naja, wir probieren jetzt irgendwas aus oder wir machen irgendwo Copy-Paste von irgendwelchen anderen Best-Practice-Beispielen. Aber der B\u00fcrger wird so nicht mitgenommen. Und dass dann erstmal eine Abwehrhaltung da ist, ist ja relativ klar. Ja, das stimmt. Zum Schluss noch kurz die Zukunft. Ja. \u00dcber die m\u00fcssen wir auch noch kurz sprechen. Also ich glaube schon, dass das in Zukunft zunehmen wird. Ich wei\u00df nicht, wie du es siehst. Ja, also bevor wir zur Zukunft kommen, vielleicht auch nochmal kurz zu den Herausforderungen. Ach ja. Also die spielen nat\u00fcrlich da mit rein. Die Zukunft halt. Genau, richtig. Weil warum ist es denn hier einfach noch sehr, sehr schwer und nur 25 Prozent, ich sage nur, du sagst immerhin, der Deutschen sind f\u00fcr eine autofreie Stadt. Und ich glaube, ein Hauptargument ist nat\u00fcrlich einfach, dass wir sehr, sehr stark am Auto h\u00e4ngen. Und dass wir auch in Deutschland nat\u00fcrlich eine sehr gro\u00dfe Automobilindustrie haben. Es h\u00e4ngen sehr viele Jobs auch da dran. Es ist eine starke Lobby. Ja, aber das ist so ein bisschen f\u00fcr mich halt auch die Zukunft. Also ich glaube, einerseits wird sich nat\u00fcrlich was ver\u00e4ndern. Andererseits muss man halt vielleicht auch noch mehr Hand in Hand arbeiten. Und da nicht, warum die Autoindustrie dazu gewinnen, bestimmte Mobility Hubs zu f\u00f6rdern, zu unterst\u00fctzen, dass man irgendwie wirklich auf das selbstfahrende Auto noch st\u00e4rker setzt, dass die Leute dann zu den Mobility Hubs hinkommen und dass von da an dann bestimmte Sachen erschlossen werden. Und wir pl\u00e4dieren ja nicht mal im Ansatz daf\u00fcr, dass das Auto abgeschafft werden soll. Es geht ja eher darum, Bereiche der Stadt zu haben, die dann eben autofrei sind, wonach die B\u00fcrger sich sehen. Wieder mehr Gemeinschaft, Geselligkeit, sozialer Austausch, all diese Sachen, was ja nachweislich immer wieder gesucht wird in der heutigen Zeit, dass das eben gef\u00f6rdert wird. Also ich glaube, die Herausforderung stimme ich dir zu, aber ich glaube, die kann man l\u00f6sen. Ja. Also wie siehst du an die Zukunft? Also du meinst, wenn das gel\u00f6st ist, dass wir nicht mehr so stark an unserem Auto h\u00e4ngen, dann... Also ich glaube, wenn ich das jetzt so die junge Generation sehe, ist ja sowieso das Auto eher Nutzen als Besitzen. Also ich glaube, dieses Statussymbol Auto verliert in Zukunft St\u00e4rke an Relevanz, sicherlich auch eher in den St\u00e4dten als in den l\u00e4ndlichen Regionen. Das glaube ich auch. Das Auto wird auch in Zukunft eine gro\u00dfe Zukunft haben, \u00fcberall da, wo der \u00d6PNV nicht funktioniert, wo er sich auch nicht wirtschaftlich tragen l\u00e4sst. Da gibt es keine Alternative zu. Also da ist es v\u00f6llig berechtigt. Aber nat\u00fcrlich glaube ich schon, dass in Zukunft Bereiche der St\u00e4dte autofreier sein werden, dass wir da von anderen St\u00e4dten lernen k\u00f6nnen und dass dadurch die Lebensqualit\u00e4t insgesamt steigt. Ja, das glaube ich schon. Darauf freue ich mich. Da freust du dich drauf. Ich w\u00fcnsche es mir nicht nur, ich bin da von \u00fcberzeugt. Also das schon. In diesem Sinne, jetzt fahren wir mit dem Fahrrad und mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause. Wir w\u00fcnschen euch einen sch\u00f6nen Tag. Bis dahin. Tsch\u00fcss. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. 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