{"id":5119,"date":"2024-09-12T06:56:05","date_gmt":"2024-09-12T04:56:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5119"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"how-much-do-the-germans-tip-analyses-and-forecasts-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/wie-viel-trinkgeld-geben-die-deutschen-analysen-und-prognosen-2\/","title":{"rendered":"How much do Germans tip? Analyses and forecasts"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>At the end of a nice restaurant visit, it's time to pay, and the majority of Germans tip as a matter of course. But there are many other situations in which tipping takes place. 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Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Wir waren letztens essen und dann kam nat\u00fcrlich irgendwann die Rechnung und man konnte eintragen, wie viel Trinkgeld man geben m\u00f6chte. Und da haben wir dann tats\u00e4chlich im Nachgang dar\u00fcber diskutiert, ob jetzt diese H\u00f6he angemessen war, ob es zu viel war und haben dann einfach mal direkt in unsere Daten geschaut und gesehen, dass wir ja auch so eine Umfrage schon mal gemacht haben und haben nachgeschaut, was denn die Deutschen eigentlich so an Trinkgeld geben. Was ist der Durchschnitt und wie hat sich das im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert? Das fanden wir sehr spannend und deswegen geht dar\u00fcber heute unsere Podcast-Frage. Also es geht ums Trinkgeld geben und wir haben aktuell das ins Feld gegeben eben und haben rausgefunden, dass die Bundesb\u00fcrger f\u00fcr ein 50 Euro teures Abendessen im Restaurant 4,50 Euro im Schnitt f\u00fcr angemessen erachten. Nat\u00fcrlich variiert das so ein bisschen, also ein bis zwei Euro, also deutlich weniger, sagen 16 Prozent. Eben zwei Drittel sagen aber zwischen diesen drei und f\u00fcnf Euro. Das hei\u00dft dann immer so um acht bis zehn Prozent. Aber immerhin auch zehn Prozent, die sagen, sie w\u00fcrden mehr Trinkgeld f\u00fcr angemessen halten. Also es variiert schon, wobei das Mittel eben bei 4,50 Euro liegt und im Zehn-Jahres-Vergleich ist es immerhin um ein Euro gestiegen. Also es ist ja schon, dass wir scheinbar uns daran gew\u00f6hnt haben, etwas mehr Trinkgeld zu geben. Gab es dabei denn Unterschiede nach Einkommen? Das w\u00fcrde ich jetzt ja vermuten. Ich habe es gedacht und ich habe echt gedacht, je mehr Geld man verdient, desto mehr Trinkgeld gibt man. Das ist in der Tat nicht so. Also es ist fast durchg\u00e4ngig gleich etwas mehr die J\u00fcngeren als die \u00c4lteren. Aber was Einkommen angeht, was Stadt, Land angeht, was Bildung angeht, \u00fcberall Frauen, M\u00e4nner, wirklich eher im Cent-Bereich die Unterschiede. Also kaum Unterschiede. Und dieses alte Sprichwort eben, wer wenig Geld hat, gibt eher mit Trinkgeld. Das stimmt in manchen Bereichen eben durchaus und jetzt nicht automatisch. Man hat mehr Geld auf dem Konto und ist deshalb gro\u00dfz\u00fcgiger. Also innerhalb der Bev\u00f6lkerung wirklich keine Unterschiede. Das ist ja spannend. Aber innerhalb der Welt, also zwischen den L\u00e4ndern, da gibt es ja doch relativ gro\u00dfe Unterschiede. Also wenn man jetzt mal in den USA unterwegs ist, wei\u00df ich, dass da viele dann doch immer ein bisschen zucken. Weil sie 20 Prozent sind. Genau, weil 20 Prozent nat\u00fcrlich echt ein Unterschied ist zu dem, was wir hier so gewohnt sind. Da hast du nat\u00fcrlich v\u00f6llig recht. Und ich merke es ja immer, wenn ich einmal pro Jahr mit meinen Studierenden in die USA auf eine Exkursion gehe, dann sage ich halt auch immer, okay, jeder soll mal zahlen und wir haben ein Gesamtbudget zur Verf\u00fcgung als Gruppe. Und da ist es dann, wenn du mit zehn Leuten essen gehst, sind es halt dann schnell mal, keine Ahnung, 200 Dollar und dann m\u00fcssen die trotzdem 20 Prozent Trinkgeld geben. Und das hei\u00dft also, sie m\u00fcssen dann in dieses Feld 40 Dollar eintragen. Das f\u00e4llt vielen schon wirklich schwer. Das ist doch eine gr\u00f6\u00dfere Summe, wobei ich sage, naja, daf\u00fcr war jetzt auch der Service f\u00fcr zehn Leute da. Aber klar, also USA ist das Beispiel. Ich habe es aber auch genau umgekehrt erlebt. Als ich das letzte Mal in Kopenhagen war, war das total ungewohnt, f\u00fcr die Kellner Trinkgeld zu bekommen. Oder ich wollte mir ein Kaffee, also Coffee to go holen, habe dann gefragt, wo man denn hier das Trinkgeld jetzt hinkommt. Und der hat mich schon total verwirrt angeguckt, weil das da halt eben gar nicht gel\u00e4ufig ist. Es ist eher un\u00fcblich, also gerade bei diesen To-go-Geschichten. Und ich finde, bei uns jetzt sieht man ja schon immer h\u00e4ufiger, dass auch in den Caf\u00e9s, wo man ja gar keinen direkten Service im Sinne von mir bringt, jemand etwas an den Tisch erf\u00e4hrt, doch immer h\u00e4ufiger gefragt wird, wie viel Trinkgeld man denn geben m\u00f6chte, wenn man kassiert. Stimmt. Also zwei Gedanken dazu. Einerseits hast du recht. Also D\u00e4nemark ist wirklich anders da. Und du hast ja vorher auch gefragt, ist es in anderen L\u00e4ndern anders? Man kennt es jetzt ja aus dem asiatischen Bereich, so S\u00fcdkorea, Japan wird einfach guter Service eher vorausgesetzt. Und dieses deutsche, europ\u00e4ische mit irgendwie zwischen 5 und 10 Prozent, das ist halt dann wieder anders als jetzt, was wir hatten, Nordamerika oder dein Beispiel mit D\u00e4nemark. Frankreich macht das \u00fcbrigens noch ganz geschickt, das vielleicht als letzter Gedanke dazu. Da ist Service meistens inbegriffen. Das steht auf Erquittung dann gleich mit drauf. Und dann ist sie da verpflichtet, Trinkgeld zu geben. Stimmt. War in S\u00fcdamerika auch so. Oh, guck mal an. Man hat dann aber trotzdem, wenn man den Service besonders gut fand, trotzdem noch Service, also Tipp gegeben. Ja, und was du eben davor hattest, diesen Punkt, wo gibt man eigentlich Trinkgeld? Ich finde, das ist ja die Frage schlechthin. Ja. Also es ist irgendwie manche Sachen, jetzt historisch k\u00f6nnen wir es uns anschauen. Klar, es kommt irgendwie ja aus der Gastronomie, aus der Hotellerie, die alten Wirtsh\u00e4user schon im Mittelalter und in einer Neuzeit, wo man irgendwie Trinkgeld trink auf mein Wohl oder leiste dir was und geh mal was trinken. Da ist es irgendwie anerkannt. Aber du hast recht. Also ich wei\u00df nicht, gibst du beim Taxifahren Trinkgeld? Ja, genau. Aber beim Taxifahren, aber nicht beim Busfahren. Warum? Und auch nicht beim Fliegen. Also eine Stewardess. Wei\u00df ich nicht, habe ich noch nicht gesehen, dass denen Trinkgeld gegeben wurde. Aber du w\u00fcrdest zum Beispiel, wenn du Bahn f\u00e4hrst und l\u00e4sst dir einen Kaffee an den Tisch bringen, dann w\u00fcrdest du wieder Trinkgeld geben, oder? In dem Moment, wo man direkt abkassiert wird vielleicht auch. Ja, das ist ein guter Punkt. Also wahrscheinlich ist das so ein Kriterium. Oder weil es eine individuelle Dienstleistung war. Also dem Zugfahrer wird es nichts geben. Der Servicekraft, der ja irgendwie den Kaffee bringt vielleicht. Derjenige, der die Fahrkarte kontrolliert, wahrscheinlich auch nicht. Und Taxifahrer, ja. Klar, individuelle Leistung. Du zahlst direkt, da wird man bezahlen. Und der Busfahrer leider nicht. Aber wenn man jetzt sagt, man tippt Dienstleistung. Es gibt ja noch so viel mehr. Also dann m\u00fcsste man ja eigentlich den halben Tag lang, wenn man eine Dienstleistung, also w\u00fcrdest du dem Handwerker, der bei dir zu Hause ist, einen Tipp geben. Klar. Das machst du, das wei\u00df ich. Aber machst du das auch in der Werkstatt, wenn du ein Auto dort abgibst? Machst du das beim B\u00e4cker, wenn jemand dir dein Br\u00f6tchen geschmiert hat? Machst du, also bei der Massage, beim Friseur. Also es gibt ja wahnsinnig viele Dinge, wo jemand etwas individuell f\u00fcr uns tut. Ist es nicht eher danach, wo wenig verdient wird, dass man da Ertrinkgeld gibt? Also ich w\u00fcrde jetzt, wei\u00df ich nicht, wenn ich ein neues Auto kaufe, w\u00fcrde ich wahrscheinlich jetzt nicht aufrunden und noch zus\u00e4tzlich zahlen. Wenn ich jetzt aber irgendwie, wei\u00df ich nicht, die Winterreifen gewechselt bekomme und das sind irgendwie 45 Euro, w\u00fcrde ich wahrscheinlich schon sagen, 50 Euro stimmt so. Da wird man schon das machen. Und Friseure, klar, ich meine, das ist ja eine Frage f\u00fcr dich. Was gibt es denn da? Ja, wo du gerade sagst, 45 und 50. Also ich finde, Aufrunden ist ein Punkt ganz oft. Aber beim Friseur zum Beispiel oder auch bei der Massage, beim Lieferdienst, also wenn der Pizzabote kommt, habe ich mir irgendwie so eine Summe angeeignet, die halt total unabh\u00e4ngig vom Rechnungsbetrag ist. Also, weil ich finde, die Friseurin, die hat ja eine halbe Stunde lang, k\u00fcmmert die sich nur um mich oder bei der Massage eine Stunde nur um mich. Aber es w\u00fcrde ja davon abh\u00e4ngen, was die mit meinen Haaren macht. Wie viel nachher... Genau. Und das finde ich irgendwie komisch. Genauso wie beim Pizza, beim Lieferdienst. Der setzt sich ja ins Auto und f\u00e4hrt zu mir, ob er mir jetzt eine Pizza bringt oder 10. Warum kriegt er das eine Mal dann mehr als beim anderen Mal? Deswegen, das ist f\u00fcr mich eher so eine Pauschale, die die immer kriegen. Das ist immer das Gleiche. Interessant. Das hei\u00dft aber, in der Konsequenz m\u00fcsstest du dann sagen, du bist im Restaurant und isst irgendwie f\u00fcr 20 Euro. Gibt es dasselbe Trinkgeld, wie du isst im Restaurant f\u00fcr 100 Euro? W\u00fcrde ich eigentlich machen, weil ich das Gef\u00fchl habe, der hat mich genauso h\u00e4ufig bedient oder ist genauso oft gelaufen, weil nur wenn man jetzt ein Steak isst oder halt einen Flammkuchen. Ja. Aber macht man ja nicht, ne? Macht man nicht? Nee. Ja. Das stimmt. Ich kann es jetzt wieder sagen. Und ich kasse es an einem schlechten Gewissen? Naja, wahrscheinlich auch. Man hat schon so einen gewissen sozialen Druck, dass man denkt, okay, du musst schon deine 10 Prozent da jetzt geben. Naja, und jetzt k\u00f6nntest du nat\u00fcrlich da auch noch argumentieren. Wahrscheinlich dauert es l\u00e4nger, das Steak in Perfektion f\u00fcr dich zu braten. Ja, da m\u00fcsste ich ja nachfragen, ob der Kellner auch wirklich das Geld mit der K\u00fcche teilt. Und das ist ein Punkt, \u00fcber den wir gleich noch reden k\u00f6nnen. Also wie wird eigentlich Trinkgeld ausgezahlt? Aber jetzt hast du ja eben gesagt, so ein bisschen, weil es erwartet wird, Trinkgeld zu geben. Ist ja grunds\u00e4tzlich die Frage, warum gibt man \u00fcberhaupt Trinkgeld? Also es ist irgendwie, willst du es betonen, dass du eine gute Dienstleistung erf\u00e4hrst? So historisch gesehen war es ja so, die alten Gasth\u00f6fe und die alten Hotels und irgendwelche Leute haben da \u00fcbernachtet. Man hat vorab gezahlt. Also du hast mir jetzt gesagt, keine Ahnung, das kostet drei Taler oder was auch immer es war oder drei irgendwas. Und dann habe ich dir zus\u00e4tzlich was gegeben, weil ich wollte, dass die Nacht besonders gut wird oder dass du das Bier mir immer nachschenkst, was auch immer. Und hast vorher gezahlt. Heutzutage zahlst du ja am Ende, hast also gar nicht mehr diese Kontrollfunktion da, dass du besonders guten Service bekommst, sondern erkennst eher an, dass es ein guter Service war. Wobei ich das tats\u00e4chlich noch in Hotels erlebe. Das habe ich im Urlaub schon gesehen, dass dann Leute den Kellnern so Geld in die Hand dr\u00fccken, damit die halt den ganzen Urlaub \u00fcber... Also da gibt man am Anfang auch Trinkgeld, damit die einen halt sozusagen auf dem Schirm haben und immer den Tisch irgendwie schnell sauber machen und so weiter. Ich meine, das w\u00fcrde ja auch Sinn machen. Und historisch war es ja voll so. Aber das ist dann ja eigentlich schon fast so ein bisschen so gekauft dann. Ich kaufe meine Freundlichkeit. Aber das ist jetzt Bakschisch. Im Arabischen ist ja auch sozusagen, gibt es das am Anfang. Und es ist nicht irgendwie Bestechung. Es ist ja auch irgendwie so ein Halbding da immer bei. Aber du machst es halt vorab, dass du schon irgendwie was kriegst. Also schon auch interessant. Aber wir waren eben dabei, warum tippt man \u00fcberhaupt? Also ist es jetzt die Anerkennung? Ist es das schlechte Gewissen? Ist es sozialer Druck? Also ich finde es ja interessant, dass mittlerweile du ja auch oftmals digital zahlst und hast ja diese Sachen vorgegeben. Willst du 5%, 10%, 20% Trinkgeld geben? Und die Displays sind ja schon auff\u00e4llig gro\u00df und werden so auf dem Tisch platziert. Das werden wir irgendwie zu zweit essen gehen. Wenn du dann sagst, ah, ist Uli heute gro\u00dfz\u00fcgig, ist er nicht gro\u00dfz\u00fcgig, wo klickt er dann irgendwie jetzt drauf. Ist ja auch schon ein ganz sch\u00f6ner Druck da. Ja, das stimmt. Und ich habe es auch schon mal gesehen, dass gar kein Trinkgeld gegeben wurde. Und dann macht man sich schon so die Gedanken. Also es kommt schon schlecht an, wenn ich das sehe, dass jemand kein Trinkgeld gibt. Total. Und ich finde es ja auch immer, wei\u00df nicht, ich war irgendwann mal mit meinen Kollegen an der Uni essen und wir haben alle eine Pizza gegessen. Und jeder hatte in etwa den gleichen Betrag, Pizza und Getr\u00e4nk. Irgendwann passte ich ja an, was die anderen geben. Also jetzt irgendwie, keine Ahnung, kam 18 Euro raus, sagt der erste 20 Euro, sagen die anderen 20 Euro. Sagst du als erster 22 Euro, dann bist du schon der zweite Prof, der halt geizig ist, der halt dann irgendwie nur 20 gibt. Also ist ja dann auch dieser soziale Druck schon da. Ja, das stimmt. Ich w\u00fcrde sagen, so ein St\u00fcck weit ist der da. Und warum gibt man Trinkgeld? Weil man es halt auch gelernt hat. Also ich glaube, mittlerweile ist es bekannt, dass man in Restaurants, also dass man einem Kellner Trinkgeld gibt. Aber wie ist denn das, wenn du zum Beispiel auf einem Kreuzfahrtschiff bist? Ja, ist ganz interessant. Also Kreuzfahrtreisen bei einem Anbieter, bei TUI, die machen das so. Du kriegst einen Umschlag und kannst dann variieren. Willst du es einer bestimmten Person zuordnen? Keine Ahnung. Und der Kellner, der dich im Abend bedient hat oder das Zimmerm\u00e4dchen, was irgendwie super, das alles immer toll gemacht hat und f\u00fcr die Kinder vielleicht irgendwas gemacht hat. Oder willst du es f\u00fcr die Abteilung haben? Jetzt wei\u00df ich, K\u00fcche oder sowas oder Maschinenraum. Oder willst du es pauschal f\u00fcr alle haben? Das ist schon, dass da unterschieden wird. Das fand ich ganz clever. Fand ich auch total. Weil da habe ich mich gedacht, da hat man ja teilweise wirklich nicht eben nur mit Kellnern zu tun, sondern da sind auch so viele andere Leute, die dir ja auch den ganzen Tag helfen und dir dir irgendwelche Dinge erkl\u00e4ren. Da m\u00fcsste man ja eigentlich rund um die Uhr jedem, weil alle die ganze Zeit dir eine Dienstleistung bieten, Geld geben. Das stimmt. Wir machen es zum Beispiel auch immer zu Weihnachten. Also das, weil wir es nicht jetzt immer machen. Aber zu Weihnachten wei\u00df ich nicht, dass die Kollegen, die den M\u00fcll irgendwie weg transportieren oder der Paketdienst kriegt nochmal irgendwie einen Schein oder die Postbotin oder solche Leute, dass man es da einmal im Jahr macht, weil man es eben nicht dieses regelm\u00e4\u00dfige macht, weil das w\u00e4re ja un\u00fcblich. Also das Gef\u00fchl, die sind total \u00fcberrascht, wenn du das machst oder erwarten die das mittlerweile auch schon? Das glaube ich nicht. Ich glaube, es ist wirkliche Freude da, weil es so ungew\u00f6hnlich ist. Ich glaube, mittlerweile machen die wenigsten das. Ich habe das irgendwie durch meine Eltern, glaube ich, damals gelernt. Die haben dem Postboten damals schon irgendwie am Ende des Jahres eine Flasche, glaube ich, gegeben. Also eher Alkohol, dass man da was gegeben hat. Und wir haben das dann irgendwann gemacht, dass wir gesagt haben, okay, die kriegen einmal zum Ende des Jahres irgendwie einen Schein. Und die sind schon wirklich dankbar und freudig \u00fcberrascht, weil, wei\u00df ich, machen wir irgendwie an der Schokolade dran oder vielleicht irgendwie drei Zeilen auf einer Karte, weil es schon was Ungew\u00f6hnliches ist. Ja. Ist ja sowieso immer schwieriger. Wir haben vorhin diesen Bereich ganz ausgelassen im Hotel. Und das ist ja schon, wann hat man heute noch Kleingeld dabei, um dem Zimmerm\u00e4dchen irgendwie noch zwei Euro oder drei Euro irgendwie hinzulegen nach der Nacht. Ja, klar, das stimmt und das kommt dazu. Bargeld ist rar. Total. Also ich m\u00f6chte nicht wissen, ich meine, es passt jetzt nicht zu Trinkgeld, aber auch die ganzen Obdachlosen, die sich irgendwie fragen, hast mal einen Euro. Ich habe einfach keinen Euro mehr. Also es ist nichts in der Tasche, was ich irgendwie geben k\u00f6nnte. Das ist schon eine Ver\u00e4nderung. Vielleicht m\u00fcsste man das da machen. Echt bei Hotels, weil der Zimmerm\u00e4dchen verdient, finde ich in jedem Fall, dass man das irgendwie auf der Rechnung hin hat. So wollen sie f\u00fcr jede Nacht irgendwie noch zwei Euro zus\u00e4tzlich geben, kreuzen sie hier an und wird das auf deine Rechnung gesetzt. Vielleicht w\u00e4re das ein Ansatz. Ja, wobei, dann haben wir ein weiteres Problem. In dem Moment, wo das n\u00e4mlich \u00fcber die Rechnung geht und man es den Leuten nicht bar gibt, m\u00fcssen die das mit versteuern. Weil dann geht das auf ihr Gehalt und dann geht das halt eben nicht eins zu eins in die Tasche. Das ist auch ein Grundproblem, genauso wenn du mit Kreditkarte zahlst und mit Karte generell zahlst. Ja. Also sobald es \u00fcber die B\u00fccher l\u00e4uft, muss es versteuert werden. Also sofern an alle an dieser Stelle der gro\u00dfe Tipp, wenn ihr was Gutes tun wollt, wenn ihr Trinkgeld gebt, gebt es bar. Also zahlt eure Rechnung und packt dann den Schein oder die M\u00fcnzen zus\u00e4tzlich darauf. Aber lass uns nochmal \u00fcber die Zukunft reden, Uli. Wo geht es hin? Ja, ich glaube mehrere Sachen. Also einerseits dieses Thema, was wir eben zum Schluss hatten, digitale Entwicklung, immer weniger Bargeld. Ich glaube, die Apps, die werden sich durchsetzen, dass du es von vornherein irgendwie ankreuzen kannst, was du an Trinkgeld geben kannst. Ich glaube, das ist ja heute schon. Dann, ich glaube, das Trinkgeld wird weiter steigen. Also man spricht da ja auch gerne von dieser Tippflation, also Kombination aus Tipp geben, Trinkgeld geben und Inflation. Gerade durch Corona, da hat man ja in den USA festgestellt, es wird deutlich mehr Trinkgeld gegeben, weil Service eben da niederlegt. Und wenn du dir dann was liefern l\u00e4sst oder wenn du irgendwo was bestellst, dann gibt es dir extra Trinkgeld. Also ich glaube, das Trinkgeld wird eher steigen. Nat\u00fcrlich ist auch immer dieses Guild-Tipping, was auch so ein zweiter Trend ist, dass viele bewusst sagen, ich will an sich kein Trinkgeld geben. Aber die Dienstleistung hat nicht gestimmt. Ich glaube, dass sie aber zuk\u00fcnftig sich eher begrenzt durchsetzen. Also ich glaube, f\u00fcr die Zukunft wird es mehr Trinkgeld geben. Und werden sich auch die Bereiche aus, also die Summe wird steigen, sagst du, aber wird es sich auch weiter ausweiten, dass mir tats\u00e4chlich irgendwann Stewardessen und Busfahrer auch Trinkgeld geben? Ich glaube, es ist echt schwierig. Nat\u00fcrlich kann man jetzt immer mehr anfangen, irgendwelche Kassen aufzustellen, wo du dann irgendwie was reinschmei\u00dfen k\u00f6nntest. Aber das machen die Leute, glaube ich, weniger, weil sie ja auch kein Bargeld mehr haben. Und jetzt jedes Mal dein Smartphone davor zu halten oder die Karte rauszuholen, ist, glaube ich, schon schwierig. Wir m\u00fcssen, glaube ich, einfach, das ist jetzt heute nicht das Thema, aber Erh\u00f6hung des Mindestlohns spielt da nat\u00fcrlich schon mit rein, dass viele dann einfach nicht mehr angewiesen sind. Wir haben jetzt ja nur \u00fcber Deutschland gesprochen. In anderen L\u00e4ndern leben die einfach vom Trinkgeld. Deswegen ist es ja auch so, dass in D\u00e4nemark das Trinkgeld eher un\u00fcblich ist, weil die L\u00f6hne einfach grunds\u00e4tzlich so sind, dass man von einem Job lebt und nicht auf das Trinkgeld angewiesen ist. Ja. Also insofern abzuwarten und vielleicht auch wirklich so ein bisschen, wie gut war die Dienstleistung. Also vielleicht noch als Funfact zum Abschluss. Es gab mal eine Geschichte auf Reddit, aus den USA, die ich gelesen habe, war ein P\u00e4rchen Essen. Und die Kellnerin hat den Ehemann die ganze Zeit als Sweetheart tituliert. Und dann hat die Frau die Rechnung gezahlt und hat aus dem Tipp ein zweites P hingesetzt. Also so grammatikalisch. Ich gebe dir jetzt einen Tipp f\u00fcrs Leben. Flirte nicht mit meinem Mann. Und wenn ihr nicht Sweetheart und hat kein Trinkgeld gegeben. Okay. Also das ist auch, fand ich auch ganz interessant. In diesem Sinne, Zeit ist schon wieder um, oder? Ja. Leider. Wir h\u00f6ren uns n\u00e4chste Woche wieder. Bis dahin. Macht's gut. Tsch\u00fcss. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. 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