{"id":5137,"date":"2024-10-03T06:49:37","date_gmt":"2024-10-03T04:49:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5137"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"why-is-job-satisfaction-falling-analyses-and-outlooks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/wieso-sinkt-die-arbeitsplatzzufriedenheit-analysen-und-ausblicke\/","title":{"rendered":"Why is job satisfaction falling? Analyses and outlook"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Only just over one in two Germans are satisfied with their current job. Ten years ago, it was 3 out of 4 respondents. 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Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Wie zufrieden bist du eigentlich mit deinem aktuellen Arbeitsplatz? Das haben wir uns gefragt und das haben wir auch die Deutschen gefragt. Und ich bin ehrlich gesagt sehr \u00fcberrascht von dem Ergebnis. Uli, magst du einmal das Chart der Woche vorstellen? Gerne. Ich bin auch \u00fcberrascht. Das war ab, wenn wir uns das anschauen. Derzeit sagen eben 56 Prozent, also gut jeder Zweite, dass er derzeit zufrieden mit seinem Job ist. Wenn man sich das so \u00fcberlegt, vor zehn Jahren haben wir die Frage auch gestellt, da waren es mehr als drei Viertel. Also schon eine deutliche Verschlechterung, muss man sagen. Und ich meine, werden wir gleich wahrscheinlich nochmal dr\u00fcber sprechen, aber auch wirklich gro\u00dfe Unterschiede beim Gehalt. Fangen Sie das nicht? Total, ja. Aber zur Grundzahl, also nur ungef\u00e4hr jeder Zweite ist zufrieden. Das bedeutet ja auch eben, dass fast jeder Zweite nicht zufrieden ist mit seinem derzeitigen Arbeitsplatz. Und das, obwohl man ja eigentlich sagt, dass aktuell die Arbeitsmarktsituation zugunsten der Arbeitnehmer ist. Das stimmt. Aber du siehst nat\u00fcrlich auch, dass immer mehr Leute in immer k\u00fcrzeren Intervallen den Job wechseln. Also jetzt hier bei unserer Stifterin habe ich neulich mit einem HR-Kollegen gesprochen, also aus der Personalabteilung. Der sagte, gerade die junge Generation, wenn die nicht irgendwie nach ein, zwei, drei Jahren den n\u00e4chsten Schritt gehen k\u00f6nnen, dann sind die auch weg. Also es ist jetzt nicht mehr, ich will jetzt nicht von mir sprechen, aber als ich angefangen bin damals, war ich froh, einen Job zu haben und habe gedacht, den machst du ewig. Also du bist jetzt erstmal drin und dann noch dieser Superjob in der Stiftung. Also das war ja schon echt anders. Also die Wechselbereitschaft scheint auch echt zugenommen zu sein. Aber ich glaube, ich hatte immer das Gef\u00fchl, dass es eher gesagt wird, es liegt daran, dass wir halt eben diesen Arbeitnehmermarkt haben und dass die einfach neue Herausforderungen wollen, dass die in der Lage sind, sich die Arbeitgeber auszusuchen. Das stimmt. Aber unsere Ergebnisse sagen ja eher, dass es auch daran liegt, dass man unzufrieden ist. Genau, also dass man dann schlecht gew\u00e4hlt hat, k\u00f6nnte man jetzt sagen. Aber dass man nat\u00fcrlich auch wahrscheinlich heute viel, viel offener damit umgeht, dass du mehr auf irgendwelchen Plattformen wie LinkedIn und Co. halt irgendwie mitkriegst, was f\u00fcr Jobs es da drau\u00dfen gibt, dass man sich mehr dar\u00fcber austauscht. Und dass man einfach eher auch bereit ist, vielleicht f\u00fcr den Job umzuziehen. Also dass das alles sicherlich auch mit rein spielt, dass viele sagen, naja, so richtig zufrieden bin ich nicht. Weil seien wir ehrlich, in vielen Unternehmen ist es halt auch noch die alte Arbeitswelt und jetzt nicht wirklich eine junge Frische. Aber du sagst zufrieden. Ja, was macht einen denn zufrieden? Also wir haben uns das ja auch mal angeschaut und herausgefunden, dass es an sich so vier gro\u00dfe Bereiche sind, die daf\u00fcr sorgen, dass man sagt, ich bin mit meinem Arbeitsplatz zufrieden. Wollen wir die mal durchgehen? Gerne, ja. Erster Bereich, also f\u00fcr mich ja oftmals, was man nicht denkt, wenn man irgendwie dr\u00fcber spricht und dann wird immer gesagt, na dies ist wichtig und Work-Life-Balance und alles. Aber ganz klar muss man sagen, das wichtigste Kriterium ist und bleibt der schn\u00f6de Mammon. Also das Geld. Das liebe Geld, genau. Total. Also das ist wirklich davon abh\u00e4ngig und das ist, was ich eben auch angedeutet habe, wenn du dir unsere Zahlen anschaust. Zufriedenheit bei den geringen Verdienenden unter 1500 monatlich, jeder Dritte nur. Also dagegen Gutverdienende \u00fcber dreieinhalbtausend monatlich, fast dreiviertel. Also liegen Welten dazwischen. Total. Aber so richtig \u00fcberraschend ist es eben nicht, weil man geht ja arbeiten, um Geld zu verdienen. Also ich glaube, es ist ja ein verschwindend geringer Prozentsatz von sehr reichen Menschen, die es sich leisten k\u00f6nnen zu arbeiten, ohne Geld verdienen zu wollen. Ja. Dementsprechend muss nat\u00fcrlich eben diese faire Entlohnung, das war ja bei uns auch noch so ein Punkt, es muss nicht nur viel Geld sein, sondern es muss vor allem faires Geld sein, was man sich w\u00fcnscht. Damit einher geht nat\u00fcrlich auch immer die Frage, was ist ein faires Gehalt? Mindestlohn ist ja ein Thema, was derzeit auch politisch echt viel diskutiert wird. Und ich glaube nat\u00fcrlich schon, wenn man sich das mal anschaut, ich meine, klar, Mindestlohn ist eine alte Geschichte, gab es schon vor 130 Jahren, damals in Neuseeland, war das erste Land, was einen Mindestlohn eingef\u00fchrt hatte, um einfach zu sagen, die m\u00fcssen fair entlohnt werden, die Arbeitnehmer. Und wenn du nicht mehr von deiner H\u00e4nde Arbeit leben kannst, ist nat\u00fcrlich schon hart, wir haben es ja beim Thema Trinkheit auch ein St\u00fcck weit gehabt. Wollte ich gerade sagen, also das ist nat\u00fcrlich, deswegen bin ich total pro Mindestlohn, weil ich einfach finde, das hilft eben die Armut zu reduzieren. Man sagt, es k\u00fcrbelt ja auch die Wirtschaft im Allgemeinen an, wenn mehr Geld im Umlauf ist, aber es gibt ja auch ein paar Gr\u00fcnde, die dagegen sprechen. Ja, das stimmt, wobei f\u00fcr mich halt auch immer so ein bisschen dieses Zufriedenheit-Motivationsding spielt da ja auch einfach rein und dadurch ist ja in der Regel auch dann eine h\u00f6here Produktivit\u00e4t da. Also ich verstehe nicht, dass das nicht mit reingenommen wird. Aber klar, dagegen wird ja auch oftmals argumentiert, wenn ich halt den Mindestlohn jetzt erh\u00f6he, gerade in Deutschland, da muss ich Personal abbauen, dann stelle ich weniger ein. Das ist irgendwie dann gerade kleine und mittlere Betriebe sagen dann, das k\u00f6nnen sie sich finanziell nicht leisten, das wird zu Preissteigerungen f\u00fchren, also zu einer Verlagerung vielleicht auch von Arbeitspl\u00e4tzen ins Ausland. Ist immer das gro\u00dfe Argument, k\u00f6nnte Inflation anheizen, weil alles teurer wird. Also das sind nat\u00fcrlich alles Argumente, ja, das kann ich ein St\u00fcck weit oder im Einzelfall trifft das sicherlich auch zu. Nichtsdestotrotz ist es nun mal nachweisbar, dass diese Spaltung zugenommen hat, dass wir was dagegen tun m\u00fcssen. Wir wollen jetzt nicht irgendwie zu politisch diskutieren, aber du merkst ja auch, dass die Unzufriedenheit und die Radikalisierung einfach bei geringeren Einkommen h\u00f6her ist, als bei dem mittleren und h\u00f6heren Einkommen. Also das ist ja was wir als Gesellschaft bestimmt nicht wollen. Genau, diese ganzen Gr\u00fcnde, die gegen den Mindestlohn sprechen, die du gerade aufgef\u00fchrt hast, das w\u00fcrde ich sagen, ist ja alles sch\u00f6n und gut, aber in erster Linie muss es ja um den Mitarbeiter gehen. Es muss ja um den Menschen gehen und es muss einfach sein, wie du es anfangs gesagt hast, 1800 schon in Neuseeland eingef\u00fchrt wurde. Man muss von seiner Arbeit leben k\u00f6nnen und wenn das nicht gegeben ist, ist es ja eigentlich naheliegend, dass der Arbeiter unzufrieden ist. Absolut und ich meine, das siehst du ja auch, du kannst jetzt zur\u00fcckgehen in die alten Fabrikzeiten, in der Industrialisierung, das Leben bestand nur aus Arbeit und da haben wir uns ja hoffentlich weiterentwickelt und wof\u00fcr haben wir das alles. Und wir haben ja auch mal einen Podcast, glaube ich, zur Viertagewoche gemacht, wir reden jetzt ja nicht mal \u00fcber die Zeit, sondern es geht jetzt halt hier wirklich erstmal um eine faire Entlohnung und ich glaube, die ist wirklich entscheidend. Ja, genau. Aber du hast vorhin gefragt, was f\u00fcr Punkte noch dazu sprechen. Den zweiten Punkt ist mir nat\u00fcrlich ganz unangenehm, das zu sagen, aber ein zweitwichtigster Punkt f\u00fcr die Zufriedenheit ist der Vorgesetzte. Ich h\u00f6re jetzt auch weg, was du dazu sagst. Uli, genau deswegen bin ich nach so vielen Jahren immer noch hier. Genau. Liegt nur an dir. Aber ich muss sagen, ohne jetzt hier zu schleiben, ich kann das total unterschreiben. Also ich finde, da im Detail ging es ja darum, was ist wichtiger, die Inhalte deines Jobs oder ein guter Vorgesetzter. Und da haben ja die meisten gesagt, ein guter Vorgesetzter, ein gutes Verh\u00e4ltnis zu dem Vorgesetzten, fairer Umgang mit dem. Das ist alles viel, viel wichtiger. Weil ich w\u00fcrde sagen, an den Inhalten kann man ja immer noch mal was \u00e4ndern. Da kann man ja dr\u00fcber sprechen. Und wenn man einen guten Vorgesetzten hat, kann man \u00fcber alles sprechen. Auch Work-Life-Balance kannst du mit einem guten Vorgesetzten irgendwie kl\u00e4ren. Dementsprechend verstehe ich total und unterschreibe das auch, dass das ein ganz, ganz wichtiger Faktor ist, um zufrieden zu sein auf der Arbeit. Glaube ich auch. Und ich meine, ich habe es f\u00fcr mich selber in meinem Leben auch immer gemerkt. Also der ehemalige wissenschaftliche Leiter hat mir auch diese Freiheiten gegeben, auch das Potenzial, mich weiter zu entwickeln. Was wirklich, glaube ich, entscheidend war, dass ich auch so lange hier geblieben bin. Also ich glaube, das h\u00e4ngt wirklich viel von ab. Nichtsdestotrotz muss man nat\u00fcrlich auch dann immer den Appell an die Vorgesetzten richten, dran zu arbeiten. Also diese Soft-Skills sind schon. Ja, weil die meisten Vorgesetzten oder Abteilungsleiter sind das ja geworden aufgrund ihrer F\u00e4higkeiten. Ja. Also des Operativen. Und pl\u00f6tzlich sind sie in einer F\u00fchrungsposition, haben sie dann auch \u00fcberhaupt die Skills, die Soft-Skills, F\u00fchrungspersonal zu sein. Ja, gute Frage. Das fehlt halt h\u00e4ufig. Ja. Vielleicht m\u00fcsste man da auch irgendwie anders nochmal rangehen. Ja, und wirklich auch f\u00fcr die Unternehmen und die Vorgesetzten, was du soeben gesagt hast, es ist ja auch Fakt, mehr Leute bleiben in ihrem Job, obwohl der Job doof ist, weil sie einen guten Vorgesetzten haben. Und umgekehrt halt, der Job kann auch so toll sein, wenn der Vorgesetzte irgendwie dich nervt oder stresst oder du unzufrieden bist, dann wechselst du den Job. Also da ist wirklich auch einfach f\u00fcr die Unternehmen entscheidend, dass die F\u00fchrungsebene wirklich da immer dran bleibt. Ja. Wie kann man das denn erreichen? Was ich jetzt immer wieder h\u00e4ufiger sehe, ist auch in beruflichen E-Mails und ein Hashtag gerne per Du, dass wir vielleicht das Siezen abschaffen? Das ist eine gute Frage. Also ich bin da hin und her gerissen. Also einerseits, zum Beispiel an der Uni duze ich fast alle meine Studierenden und habe da gar kein Problem mit. Und ich wei\u00df nicht, wie gleich will ich mich auch noch mal jung f\u00fchlen? Keine Ahnung. Nein. F\u00fcr die Studierenden ist es schon deutlich komplizierter, weil sie irgendwie dieses, man sieht es an sich den Professor. Ich habe das \u00fcbernommen aus den USA, wo ich festgestellt habe, dass es ein v\u00f6llig anderes Verh\u00e4ltnis zu Studierenden, aber auch zu Kollegen ist, zu Eltern, bei der Schule, der Kinder, den Lehrern. Und wenn man eben alles nicht dieses f\u00f6rmliche Sie und diese Distanz hat. Also ich finde das schon etwas, was sehr typisch deutsch ist und was uns oftmals hemmt. Ja, ich kann das auch aus D\u00e4nemark, auch von der Universit\u00e4t, dass dort auch eben geduzt wird. Auch die Professoren, die Doktorv\u00e4ter und so weiter. Weil die ganz klar sagen, wir sind doch auf Augenh\u00f6he. Und wir arbeiten ja hier gemeinsam an etwas. Also ich bin nicht irgendwo anders und bewerte dich. Und ich finde, man kommt auch viel besser in den Austausch, wenn man duzt, weil man, ja diese Distanz ist einfach nicht mehr da. Man ist einfach n\u00e4her. Und der Hauptgrund, den ich immer wieder h\u00f6re, ist ja, aber ich will ja diese Distanz haben zu Leuten. Frage ich mich aber, ist die nicht vielleicht auch hinderlich f\u00fcr eine gute Beziehung? Es erfordert halt wieder Mut. Also Mut haben wir oftmals in den letzten zw\u00f6lf Monaten thematisiert und es ist halt was Entscheidendes. Du musst halt den Mut f\u00fcr Ver\u00e4nderungen da haben. Mut ein St\u00fcck weit, da auch andere Dinge zu machen. Also noch letzter Gedanke dazu, wir m\u00fcssen mit der Zeit gleich wieder aufpassen. Aber in der Schule der Kinder ist es genau umgekehrt. Also ab der 10. Klasse werden die Sch\u00fcler gesiezt. Was w\u00e4re es, eine Revolution zu sagen, ab der 10. Klasse d\u00fcrft ihr die Lehrer duzen? Ja. W\u00e4re wirklich ein v\u00f6llig neuer Gedanke mal und w\u00e4re wirklich spannend zu sehen, was das auch f\u00fcr die Motivation von Sch\u00fclern nachher f\u00fcr mittlere Reife oder f\u00fcrs Abitur irgendwie ausmachen w\u00fcrde, wenn man auf einmal ein anderes Verh\u00e4ltnis zum Lehrer oder Lehrerin haben w\u00fcrde, weil man auf einmal per Du ist. Ja, ich habe auch letztens geh\u00f6rt, dass jemand im Kindergarten, dass die Kinder, dass die Erzieher da gesiezt werden, dass es dann halt Frau so und so. Ich dachte, was ist das denn f\u00fcr ein komisches Verh\u00e4ltnis? Also ich will doch keine Distanz. Die Kinder sollen doch da sich aufgehoben f\u00fchlen und eine N\u00e4he, dass ich mit meinen Sorgen zu dieser Person gehen kann. Und ich finde, ein Sie ist einfach immer, ne. Ja, stimmt. Es gibt gewisse Grenzen, die d\u00fcrfen nicht \u00fcberschritten werden. Und ich finde, daf\u00fcr ist es egal, ob man duzt oder sieht. Das ist dann eher so H\u00f6flichkeit und so weiter. Das stimmt, ja. Was \u00fcbrigens ein kurzer Funfact an der Stelle ist. Wir haben auch mal nachgeholt, wo die zufriedensten Arbeitnehmenden sind in Deutschland. Und das ist ja interessanterweise, wenn du im kirchlichen Bereich arbeitest, also in Pastoren und Co. Das ist immer Duzen, ne. Also die Bibel duzt durchg\u00e4ngig und hat kein See drin, was ganz interessant ist. Richtig. Da hat man nichts daran liegen, genau. Kommen wir zum dritten Punkt. Work-Life-Balance. Genau. Klassiker, wie du sagen wolltest. Ja, die Work-Life-Balance muss einfach stimmen. Die Unternehmenskultur, das Klima unter den Mitarbeitenden, wie geht man mit den Kollegen um. Das sorgt eben auch daf\u00fcr. Und da, klar, Work-Life-Balance, ich muss auch sagen, dieses Wort kann ich auch fast nicht mehr h\u00f6ren, weil das ist einfach echt schon alt. Man hat das Gef\u00fchl, passiert denn da \u00fcberhaupt mal was. Aber da haben wir uns ja mal ein paar Beispiele f\u00fcr rausgesucht, Uli, ne? Das stimmt. Also man kann nat\u00fcrlich jetzt das nehmen, was man vielleicht auch kennt. So skandinavischen L\u00e4nder, H\u00fcge irgendwie in D\u00e4nemark, die legen ja viel Wert drauf. Diese angenehme Arbeitsplatzumgehung, nat\u00fcrlich die Flexibilit\u00e4t, Gemeinschaftsgef\u00fchl. Die Schweden, ich wei\u00df nicht, wie man es richtig ausspricht, Fika ist ja auch so ein bisschen Bestandteil des Arbeitsalltages da. Man macht gemeinsame Kaffeepausen, soziale Interaktion ist immer mit dabei. Das ist also eher ein Miteinander. Und die Studien geben den Unternehmen ja recht. Also das ist einfach eine l\u00e4ngere Verweildauer der Mitarbeiter. Weniger gestresst. Die Moralproduktivit\u00e4t steigt dadurch. Also es ist schon interessant, wie die das machen. Andere L\u00e4nder machen es wieder anders. Also USA arbeitet \u00fcber dieses Belohnungssystem, immer Employee of the Week oder Employee of the Month. Was so eine Art Wertsch\u00e4tzung ist. Italien ist dieses ausgedehnte Mittagspausen. Also sehr unterschiedlich. Nur was wir in Deutschland machen, ist so ein bisschen, wie wir es immer gemacht haben. Das stimmt. Und da muss man sicherlich aufpassen. Obwohl wir nat\u00fcrlich auch klar uns weiterentwickelt haben. Und ich meine, wir haben ja alle verstanden, was Work-Life-Balance sein soll. Also dem Privatleben muss Raum gegeben werden. Aber es muss halt eben auch vorgelebt werden. Und das ist f\u00fcr mich so dieser gro\u00dfe Wandel, der noch vollzogen werden muss im Kopf. Das zum Beispiel, wie es in D\u00e4nemark ist. Da hat Familie einfach oberste Priorit\u00e4t. Was ist ganz egal, ob es jetzt die Wahlfamilie ist. Kinder sind, Eltern sind, um die man sich k\u00fcmmern muss. Aber es ist klar, es gibt einen Feierabend. Und wenn dein Kind Geburtstag hat, dann ist es klar, dass du an dem Nachmittag da irgendwie die Einhornschnitze ja machst. Hat dein Mann das nicht gerade mit seinem Chef auch super besprochen? Richtig, genau. Ein Beispiel aus dem Warnleben. Und das finde ich einfach super. Ohne irgendwie einen komischen Beigeschmack zu haben, wird gesagt, gar kein Problem. Aber ich frage mich auch immer, was w\u00e4re die Alternative? Also dass man dann l\u00fcgt und sagt, ich bin krank oder ich habe irgendwie einen Termin. Nee, dass du es verpasst. Dass du es verpasst und dass du dann irgendwie innerlich unzufrieden bist. Und innerlich schon wieder k\u00fcndigst und sagst, Job ist negativ besetzt und nicht positiv besetzt. So ist es an sich. Ich kriege diese Freiheiten halt auch. Ist schon was. Was toll ist. Genau. Um das noch ein bisschen auch abzuschlie\u00dfen. Der vierte Punkt, den wir herausgefunden haben, sind diese ganzen Klassiker, was man oftmals denkt, was eine gro\u00dfe Rolle spielt. Also Anforderungen, Sinn, Klarheit der Ziele, Anerkennung, solche Sachen. Das ist den anderen drei Bereichen interessanterweise eher nachgeordnet. Also das ist schon spannend. Was ich \u00fcbrigens noch, bevor wir vielleicht noch ganz kurz zur Zukunft kommen, was ich noch interessant fand, ist, wie eigentlich Zufriedenheit gemessen wird. Also oftmals sagt man ja, man kann eine klassische Mitarbeiterbefragung machen und kann fragen, wie zufrieden sind die Mitarbeiter. Unternehmen, die sich ein bisschen mehr trauen, schauen auch einfach mal in den Abteilungen nach, wie hoch sind eigentlich die Fehlzeiten. Wir wissen ja, irgendwie die Anzahl von Krankheitstagen in Deutschland hat zugenommen, gerade nach Corona. Und es ist schon interessant auch mal zu sehen, in welchen Abteilungen die Leute mehr krank sind, weil sie vielleicht gestresster sind, weil sie nicht mehr wirklich Lust haben und unzufrieden sind. Und nat\u00fcrlich die Art, wie lange gerade die junge Generation dann auch im Job bleibt. Das haben wir eben schon thematisiert. Je h\u00f6her die Durchl\u00e4sslichkeit da ist, ist nicht unbedingt ein Zeichen von Zufriedenheit. Ja, das stimmt. Stichwort Zukunft. Wie sieht die Zukunft aus, Uli? Wird es sich weiter so verschlechtern? Ich habe Sorge, dass Unternehmen langsam umdenken, dass sie das noch nicht so den Zeichen der Zeit erkannt haben. Gerade bei der jungen Generation, die Unzufriedenheit ja auch h\u00f6her als in der Vergangenheit. Also ich glaube wirklich, Unternehmen m\u00fcssen umdenken. Ist nat\u00fcrlich von Unternehmen und zu Unternehmen oder Branche zu Branche immer unterschiedlich. Klar, das gilt nicht f\u00fcr jeden. Aber dass man sich damit auseinandersetzen muss, glaube ich schon. Und ich will jetzt nicht, also das haben wir jetzt heute nicht thematisiert, aber vielleicht auch nochmal f\u00fcr die, wir finden uns interessiert drau\u00dfen, wie wir in der Stiftung arbeiten. Das ist ja rein \u00fcber das Stichwort Vertrauen. Das ist, du machst deine Arbeit, wann du meinst sie haben zu m\u00fcssen. Und auch, das ist halt eben dieses perfekte Beispiel f\u00fcr eine super Work-Life-Balance, weil es geht halt eben um, wir m\u00fcssen gewisse Dinge tun, aber wann ich sie mache, fr\u00fchmorgens, sp\u00e4tabends, wie auch immer, zwischendurch, das ist halt eben mir \u00fcberlassen. Und so hat man halt immer nicht diesen Stress, man muss alles zwischen irgendwie 17 und 19 Uhr am Tag erledigt haben. Also ich glaube wirklich, wie du gesagt hast, Vertrauen, Autonomie, das sind wirklich wichtige Dinge auch f\u00fcr die Zukunft, um die Zufriedenheit zu f\u00f6rdern in ganz, ganz vielen Bereichen. Jetzt gehen wir nach Hause. Wir w\u00fcnschen euch noch eine sch\u00f6ne Woche. Macht's gut, bis dahin. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren.\n\nUnd dann lasst uns doch ein Video gefallen hat."},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Wieso sinkt die Arbeitsplatzzufriedenheit? Analysen und Ausblicke - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Nur gut jeder zweite Deutsche ist mit seinem aktuellen Arbeitsplatz zufrieden. 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