{"id":5170,"date":"2024-10-31T06:23:10","date_gmt":"2024-10-31T05:23:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5170"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"friendships-in-real-life-real-life-vs-social-media-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/freundschaften-im-echten-leben-real-life-vs-social-media-2\/","title":{"rendered":"Friendships in real life: Real life vs. social media"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In our increasingly digital world, fewer and fewer people are spending time with friends on a regular basis - only one in five meet up with them at least once a week. This is also reflected in the number of close friends, which has fallen significantly in recent years from an average of seven to three.<\/p>\n<p>In this episode, find out not only why the need for genuine connections and sociability is so great, or why values such as responsibility and trust are becoming increasingly important, but also why challenges - like the wind for trees - are necessary in order to grow.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5170","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 3 - Folge 35","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/61-freundschaften-im-echten-leben-real-life-vs-social-media\/embed?context=external&token=iVvDdF5SJz0eTdhhyM75xw\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1642796-m-10d19750d90cb29004d065373b5ae78d.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Heute m\u00f6chten wir mit euch \u00fcber das echte Leben sprechen. Sozusagen eine Anschlussfolge an letzte Woche, wo es um das virtuelle Leben ging, um Social Media. Gab es ja, ich glaube, noch nie so viele R\u00fcckmeldungen, und Kommentare. Das war wirklich etwas, wir haben es ja am Ende so ein bisschen angek\u00fcndigt, Mensch, das k\u00f6nnten wir nochmal vertiefen, wo viele von euch wirklich gesagt haben, oh ja, genau, das interessiert mich. Das ist schon auff\u00e4llig. Ja, total. Das war echt sch\u00f6n. Also jederzeit gerne schreiben, dar\u00fcber freuen wir uns. Und nehmen das nat\u00fcrlich auch dieses Feedback dankend auf und sprechen heute mal dar\u00fcber, wie denn Freundschaften aussehen, wenn sie eben nicht virtuell durch Social Media aufrechterhalten werden, sondern eben im echten Leben. In unserem Chart der Woche sind es 65 Prozent der Deutschen, die gerne h\u00e4ufiger etwas mit ihren Freunden au\u00dferh\u00e4uslich machen wollen. Was ich eine hohe Zahl finde. Total. Und 60 Prozent sogar sagen auch eben, sie w\u00fcrden sich auch einfach nur gerne h\u00e4ufiger mit ihren Freunden zu Hause treffen. Ja, wobei nat\u00fcrlich fast die negative Zahl dazu ist. Das muss man ehrlicherweise auch sagen. Wenn wir uns dann die Realit\u00e4t anschauen, nicht mal jeder F\u00fcnfte, der regelm\u00e4\u00dfig was mit seinen Freunden macht. Ganz gleich, ob jetzt au\u00dferh\u00e4uslich oder zu Hause treffen. Also wir haben gesagt, im Freizeitmonitor haben wir ja die ganzen Freizeitaktivit\u00e4ten \u00fcber 100 St\u00fcck und dann eben auch die H\u00e4ufigkeit drin. Und jetzt einfach mal als H\u00e4ufigkeit wenigstens einmal pro Woche was mit Freunden machen. Das ist nicht mal jeder F\u00fcnfte, der sich daf\u00fcr noch die Zeit nimmt. Und das finde ich schon deprimierend. Ja, nat\u00fcrlich erwartungsgem\u00e4\u00df, wenn man sich die Untergruppen anguckt, bei den J\u00fcngeren deutlich h\u00e4ufiger als bei den \u00c4lteren. Beides aber, ne? Also sowohl der Wunsch als auch die H\u00e4ufigkeit. Aber es ist immer dieses in etwa dreimal so viele, die es gerne h\u00e4ufiger machen w\u00fcrden, als die es dann tats\u00e4chlich machen. Also man fragt sich nat\u00fcrlich schon, woran scheitert es? Was mich ja total \u00fcberrascht hat, ist, dass schon bereits ab dem 25. Lebensjahr man anf\u00e4ngt, Freunde zu verlieren. Das stimmt. Also da sagt man, das ist sozusagen der H\u00f6hepunkt, was die Anzahl von Freundschaften angeht. Danach, klar, gehst du oftmals in eine Beziehung rein, dann kommen irgendwann vielleicht sogar Kinder, du ziehst weg, die Studien, die Ausbildungsfreundschaften nehmen sozusagen ab. Aber die Anzahl von Freundschaften ist r\u00fcckl\u00e4ufig. Und Partnerschaft ohne Kinder ist ja auch der absolute Freundschaftskiller, ne? Da hast du recht. Also das ist wirklich auf einmal diese Priorit\u00e4ten im Leben. Und man will furchtbar viel zusammen machen. Es ist nicht nur Honeymoon-Stage die ersten Wochen und Monate, sondern auf einmal dann, man geht zu zweit ins Kino, man geht zu zweit essen. Und also nachweislich bei s\u00e4mtlichen Sachen, wenn du in einer Beziehung ohne Kinder lebst oder ohne Beziehung lebst, bist du deutlich sozial aktiver als mit einer Partnerschaft. Ja. Was ich aber bei Freundschaften, und das finde ich, ist so eine Zahl, die mich auch ein St\u00fcck weit traurig stimmt, die Anzahl von Freunden insgesamt im Jahresvergleich. Also wenn man so eine knappe Generation zur\u00fcckgeht, hat man immer gesagt, man hat jeder B\u00fcrger hat in etwa sieben Freunde, gute Freunde. Das definiert sich dann, die k\u00f6nntest du in einer Notsituation, will ich jetzt nicht sagen, aber irgendwie in einer Situation, wo du Hilfe brauchst, anrufen und sie w\u00fcrden dir helfen. Also wenn du den letzten Bus verpasst hast, wenn du eine Panne hast, wenn du irgendwie, wei\u00df ich nicht, einen Wasserrohrbruch zu Hause hast und brauchst irgendwie Hilfe. Also sieben Leute w\u00fcrden mehr oder weniger alle stehen und liegen lassen und dir helfen. Heute sind es nicht mal mehr drei. Also nicht mal halb so viele gute Freunde, was die B\u00fcrger von sich selbst sagen, das ist schon schwierig. Liegt das dann vielleicht eben auch an den virtuellen Freundschaften? Weil man hat ja das Gef\u00fchl, man ist in einer gro\u00dfen Gemeinschaft, man ist immer verbunden mit all seinen Freunden, egal auf der ganzen Welt, sagtest du ja letzte Woche auch, deine Freundin in den USA, aber nat\u00fcrlich, die k\u00f6nnen ja nicht pl\u00f6tzlich mal eben vor der T\u00fcr stehen und einem helfen, wenn man im echten Leben jemanden braucht. Das stimmt, ich kann h\u00f6chstens dar\u00fcber posten, dass ich Hilfe brauche. Du kriegst so ein bisschen Emoji-Unterst\u00fctzung. Ja, und das ist eben auch wieder so ein typischer Beweis, wo ich halt sage, an sich will man nat\u00fcrlich wieder eher das Echte haben und dieses menschliche Grundbed\u00fcrfnis der Gemeinschaft, der Geselligkeit, des Zusammenseins, f\u00fcreinander da sein, das ist ja in uns allen drin und das wollen wir nat\u00fcrlich auch ein St\u00fcck weit. Man sieht da ja auch daran, dass halt eben das Online, ob es jetzt Social Media ist oder irgendwas anderes, nur eine Unterst\u00fctzung sein kann. Also die Technik ist eben nur unterst\u00fctzend, aber sie kann ja wirklich echte Freundschaften nicht ersetzen. Nee, also du kannst auch die Best\u00e4tigung, die du kriegst, sind nat\u00fcrlich einfach zu einseitig oder die Nichtbest\u00e4tigung. Also Mobbing ist ja auch ein gro\u00dfes Thema bei Social Media. Also es ist halt zu einseitig. Was ich aber, und das will ich nochmal ganz kurz, ist jetzt vielleicht ein bisschen, bevor wir \u00fcber das andere Thema weiterreden, ich finde es ja auch schon auff\u00e4llig, dass dieser Wunsch, mehr zu machen, ist ja auch so ein bisschen, man sehnt sich nach der Einfachheit des Lebens, nach der Echtheit des Lebens. Ja, man m\u00f6chte wirklich was erleben. Total, ja. Und ich meine, das merkt man selbst im Fernsehen, finde ich, ist ja so ein bisschen Sachen, die derzeit boomen, ist ja... Trash-TV. Nicht nur, sondern auch so ein bisschen dieses Echte wieder und das Urspr\u00fcngliche. Also du irgendwie, wei\u00df ich, ich habe neulich irgendwas gesehen auf der Insel. Ja, aber das ist die Zusammenfassung von Trash-TV. Genau, Leute auf einer Insel aussetzen und gucken, ob die das schaffen. Gucken, wie Paare gegebenenfalls fremd gehen, wie sich neue Paare finden. Also so ganz viele so soziale Experimente. Das ist ja schon das, was aktuell wahnsinnig gefragt ist. Aber ist ja eben nicht das Virtuelle. Ist ja auf einmal wieder so ein bisschen das einfache Leben und diese R\u00fcckbesinnung. Und ich meine, fr\u00fcher gab es irgendwelche Leute, die dann, gibt es wahrscheinlich immer noch total viele, die Rollenspiele gemacht haben aus dem Mittelalter und sich irgendwie dahin zur\u00fcckgesehnt haben, wo das echte Leben noch stattgefunden hat, ist heute, glaube ich, auch ein gro\u00dfes Bed\u00fcrfnis innerhalb der Bev\u00f6lkerung, das an sich zu machen. Das ist schon das Einfachere. Ja, und ich meine, es ist ja nicht nur im Fernsehen, dass solche Formate gut funktionieren, sondern es gibt ja auch viele tats\u00e4chlich so Events. Also wenn man jetzt wirklich von irgendwelchen Dinner-Shows und Krimi-Dinnern und ums Essen herum eventisierte Geschichten, die ja wahnsinnig angesagt sind. Ja, und immer das Virtuelle ganz bewusst au\u00dfen vor gelassen. Also das ist ja auch, ich finde es ja immer sehr sch\u00f6n, dass auch viele Restaurants mittlerweile dazu \u00fcbergegangen sind, wenn du eben nicht das Handy am Tisch hast und nicht zwischendurch machst, dass du dann irgendwelche Sachen umsonst bekommst, den Aperitif, den Nachtisch, 10% weniger zahlst, um einfach dieses Grundbed\u00fcrfnis der Menschen nach mehr Gemeinschaft, Geselligkeit, gerade mit Freunden, auch ein St\u00fcck weit zu ver\u00e4ndern. Was f\u00fcr mich jetzt nochmal ganz interessant ist, da w\u00fcrde ich deine Meinung gerne dazu haben. Wie kriegen wir es denn hin aus deiner Sicht? Also was ist in Zukunft denn wichtig? Sind wir nicht selbst auch ein St\u00fcck weit gefordert? Ja, auf jeden Fall. Ich finde, jeder muss einfach mehr Verantwortung \u00fcbernehmen f\u00fcr sein eigenes Handeln. Gerade in dem Moment, wo man halt erwachsen ist, ist es nat\u00fcrlich einfach mal das Smartphone auch weglegen, das Ganze reflektieren, das eigene Verhalten. Und dann aber nat\u00fcrlich finde ich auch Verantwortung eben f\u00fcr Menschen zu \u00fcbernehmen, die das vielleicht noch nicht k\u00f6nnen. Also Kinder, junge Erwachsene, da einfach vielleicht sogar auch die Unternehmen in die Verantwortung rufen, weil es hat sie ja abh\u00e4ngig gemacht. Ja, was ich immer bei dir auch toll finde, weil wir das glaube ich sehr \u00e4hnlich in unseren Familien machen, aber nat\u00fcrlich auch so ein St\u00fcck weit das an die n\u00e4chste Generation weitergeben. Klar, Verantwortung auch vorleben. Ja, nicht nur vorleben, auch zutrauen. Ich habe neulich eine Untersuchung gesehen, da wurde gefragt, ab wie vielen Jahren die Leute selber im Dorf mit dem Fahrrad rumgefahren sind oder im Stadtteil oder in der Stadt oder je nachdem, wo die gewohnt haben. Und da kam raus, dass man das im Durchschnitt in einer eigenen Kindheit mit sechs Jahren gemacht hat. Und dann hat die Forschung nachgefragt, wenn man selber Kinder h\u00e4tte, wie alt die Kinder sein sollten, damit die selber mit dem Fahrrad selbstst\u00e4ndig durch die Gegend fahren und trotz viel mehr Handys und Trackables und alles, hat man gesagt, im Durchschnitt waren es zw\u00f6lf. Also doppelt so alt. Also man traut nat\u00fcrlich auch den Kindern weniger zu. Das ist ja nicht mehr Grundschule, das ist schon die weiterf\u00fchrende Schule dann, wo die sich das erste Mal dann alleine frei bewegen d\u00fcrfen. Und das ist ein totaler Quatsch, ne? Ja, die Welt ist ja auch viel sicherer geworden als vor 50 Jahren. Das darf man nicht vergessen. Selbst in einer Stadt wie New York, also es ist einfach sicherer, als es fr\u00fcher war. Genau, und es hat aber diese Angst der Menschen, dass ja was passieren k\u00f6nnte. Nat\u00fcrlich passiert irgendwo, irgendwann immer irgendwas, aber insgesamt ist das Leben halt so viel sicherer geworden. Man muss ja halt einfach den Kindern die M\u00f6glichkeit geben, auch zu wachsen und Verantwortung zu \u00fcbernehmen und dann auch die richtigen Entscheidungen treffen zu k\u00f6nnen. Wenn man Entscheidungen trifft, bis die zw\u00f6lf oder 15 sind, wann sollen sie das denn gelernt haben, die richtigen Entscheidungen zu treffen? Nat\u00fcrlich werden sie dann pl\u00f6tzlich, wenn sie erwachsen sind und zum College gehen oder an die Uni, dann die falschen Entscheidungen treffen, wenn sie es fr\u00fcher nie alleine durften. Genau, das ist das exzessive Ausleben dann halt. Also das m\u00f6chte ich auch, glaube ich, dieses durchaus mal dabei scheitern und dass irgendwas nicht funktioniert, ist schon wichtig. Aber wie du sagst, also eine Aufgabe haben, Verantwortung f\u00fcr was zu \u00fcbernehmen. Also ich glaube, bei meinem Sohn, der ist so sehr daran gewachsen, der war ja viele Jahre bei den Pfadfindern und was der da auch irgendwie gelernt hat, f\u00fcr andere Verantwortung zu \u00fcbernehmen, aber vor allem f\u00fcr sich selbst. Also das irgendwie ohne Erwachsene, ohne Mama, Papa, einfach f\u00fcr sich, fand ich schon wirklich eine tolle Erfahrung f\u00fcr ihn. Ja. Muss man ganz klar sagen, ja. Ich habe auch mal von einem Experiment geh\u00f6rt, das Ganze war ich nochmal so ein bisschen veranschaulicht. Da hat man versucht, eine Welt zu kreieren, wie wenn wir vielleicht sp\u00e4ter mal auf dem Mars leben m\u00fcssen. Alles nachgebaut, auch B\u00e4ume und so weiter. Und dann sind pl\u00f6tzlich diese B\u00e4ume einfach umgekippt. Man hatte den Wind vergessen einzubauen. Denn damit B\u00e4ume fest verwurzelt sind und nicht einfach umkippen brauchen, die w\u00e4hrend sie wachsen immer mal ein bisschen Wind, damit die Wurzeln wissen, wo sie sich jetzt nochmal ein bisschen festhalten und so, damit sie gerade wachsen. Ja, das ist ein sch\u00f6nes Bild. Und das finde ich ist auch so ein bisschen so die Aufgabe von uns Eltern. Wir m\u00fcssen den Kindern auch mal ein bisschen Wind aussetzen. Ja. Sonst funktioniert das nicht. Ja, aber auch sie wirklich ermutigen, stabile Freundschaften zu pflegen. Denn Freunde sind schon, glaube ich, begleiten ein Jahr das Leben und das ist schon was Entscheidendes. Und nat\u00fcrlich, wie gesagt, ich will nicht immer nur uns B\u00fcrger in die Pflicht nehmen. Ich glaube nat\u00fcrlich schon auch, dass Rahmenbedingungen gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Also, dass diese M\u00f6glichkeiten, was zu machen, gro\u00df sind. Wir sprechen ja oftmals von diesem freiwilligen sozialen Jahr, was viele machen. Vielleicht m\u00fcsste man mal \u00fcber so ein verpflichtendes soziales Jahr, wie es fr\u00fcher gab, irgendwie mit Zivildienst und Bundeswehr, um einfach die Bundeswehr, die Gemeinschaft auch nochmal in den Vordergrund stellen. Also, ich glaube ja, das ist so. Bin ich total bei dir. F\u00e4nde ich total sch\u00f6n, wenn in unserer Gesellschaft die Gemeinschaft wieder wichtiger w\u00e4re. Aber ich glaube nicht durchs Verpflichten. Weil dann ist wieder dieser Fokus auf den jungen Leuten, auf denen ja sowieso schon so viel Druck ist, was die alles m\u00fcssen. Jetzt sollen sie auch noch irgendwie unsere nicht vorhandene Gemeinschaft retten. Vielleicht sollten wir einfach irgendwie es schaffen, umzudenken, dass zum Beispiel der Erfolg und das Gl\u00fcck nicht durch harte Arbeit kommt. Das ist ja auch in der Psychologie, es ist ja das Gegenteil. Also, dass sozusagen dieses Modell, was wir oftmals pflegen, dass so die M\u00f6hre dir vorgehalten wird. Du erreichst dein Gl\u00fcck nur, wenn du den neuen Abschluss schaffst. Wenn du zu den Besten geh\u00f6rst. Wenn du dich richtig anstrengst. Wenn du extra Stunden nochmal rein investierst. Also immer Gl\u00fcck als Gegenteil von harter Arbeit. Das ist nat\u00fcrlich Quatsch. M\u00fcssen wir dann in der Bildung, Bildungspolitik und so weiter, in der Arbeitswelt mehr den Fokus darauf legen, dass es den Menschen gut geht. Total. Dass sie ausgeglichen sind, dass sie weniger \u00c4ngste haben, weniger Zukunfts\u00e4ngste. Und dann kommt doch automatisch irgendwie der Erfolg. Absolut bin ich dabei. Das merke ich sehr sch\u00f6n, wenn ich Vortr\u00e4ge halte und \u00fcber die Viertagewoche rede. Gerade bei der \u00e4lteren Generation, was das auf Ablehnung st\u00f6\u00dft. So von wegen, nee, die Jungen m\u00fcssen erstmal richtig arbeiten. Die m\u00fcssen mal \u00dcberstunden, die m\u00fcssen sich mal anstrengen und nicht irgendwie gleich das alles mitnehmen und dann noch irgendwie wollen sie Sabbatical machen und nur vier Tage die Woche arbeiten. Also wo das irgendwie vorgelebt wird, was glaube ich einfach nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist. Und wenn ich dann irgendwie im wissenschaftlichen, universit\u00e4ren Rahmen unterwegs bin, ich aber sehe, wie gro\u00df das Bed\u00fcrfnis bei der jungen Generation. Genau da ist eine Balance hinzukriegen zwischen Arbeit und nicht Arbeitszeit. Das ist ja schon was Auff\u00e4lliges. Das ist auch wieder die Balance zwischen, wie erziehen die Kinder oder Jugendlichen oder junge Menschen zu sehr viel Selbstbewusstsein. Ich meine, sie d\u00fcrfen auch mit 16 w\u00e4hlen mittlerweile. Aber wo ist denn die Selbstst\u00e4ndigkeit? Begrenzt hat. Wenn man keine Aufgaben hat, wenn man nicht ernst genommen wird, dann fehlt das. Dann sind das alles wahnsinnig selbstbewusste Menschen, aber total nicht eigenst\u00e4ndig. Ja, bin ich bei dir. In Zukunft? In Zukunft werden wir wieder ganz viele pers\u00f6nliche Freundschaften pflegen. Glaube ich auch. Ich glaube nat\u00fcrlich auch, da traue ich auch wieder ein bisschen auf die Zukunft, dass, wenn ich mir das anschaue, im Moment viele Entscheidungen getroffen werden, auch von politischen Entscheidungstr\u00e4gern, die eher \u00e4lter sind. Also das Durchschnittsalter von politischen Entscheidungstr\u00e4gern weltweit liegt bei 62, was enorm alt ist. Da m\u00fcssen wir auch wirklich dr\u00fcber nachdenken, dass man vielleicht mal J\u00fcngere dran f\u00fchrt, die dann eben da auch andere Rahmenbedingungen schaffen. Und ich glaube nat\u00fcrlich, dass irgendwann die Menschen dessen auch \u00fcberdr\u00fcssig werden und einfach sagen, das reale Leben und die reale Freundschaft ist schon mehr wert als die virtuelle. Also bei allen M\u00f6glichkeiten, die die virtuelle Welt uns bietet, das will ich nicht kleinreden, aber es ist nat\u00fcrlich schon eher immer ein Ersatz. Ja, ich k\u00f6nnte mir auch vorstellen, dass die n\u00e4chste Generation da auch selbstbewusster und nat\u00fcrlicher mit umgeht. Denn wir sind ja aktuell alle noch damit aufgewachsen, dass es mal eine Phase im Leben gab, wo es das nicht gab. Und dann sind jetzt immer mehr technische M\u00f6glichkeiten hinzugekommen. Und jetzt meine Kinder zum Beispiel, die wachsen da ja ganz selbstverst\u00e4ndlich und nat\u00fcrlich mit auf. Und vielleicht schaffen wir es ja, dass es f\u00fcr sie eben kein Mittel ist, was sie irgendwie so vor sich herpeitscht sozusagen. Wir werden ja alle angetrieben durch die Technik, sondern dass wir die wirklich nur nutzen zu unserem Vorteil, dass unser Leben noch entspannter wird. Dass es nicht mehr diese hohe Faszination hat, sondern wirklich eher ein Werkzeug ist, um das eine oder andere zu vereinfachen. Ja, finde ich ein sch\u00f6nes Bild. Und grunds\u00e4tzlich, klar, auch in Zukunft wird das Leben besser werden. Das wissen wir aus der gesamten Forschung. Insofern schauen wir nat\u00fcrlich auch optimistisch in die Zukunft. Und jetzt w\u00fcrde ich vorschlagen, rufen wir mal jeder einen Freund, eine Freundin an, um uns zu verabreden, oder? Genau, das machen wir. Also in diesem Sinne, macht's gut. Bis n\u00e4chste Woche. Ciao.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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