{"id":5179,"date":"2024-11-07T05:59:45","date_gmt":"2024-11-07T04:59:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5179"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"how-long-do-germans-drive-to-shop-from-experiences-to-efficiency-in-the-future","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/wie-lange-fahren-die-deutschen-zum-shoppen-von-erlebnissen-bis-effizienz-in-der-zukunft\/","title":{"rendered":"How long do Germans drive to go shopping? From experiences to efficiency in the future"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Time is a precious commodity these days, and more and more Germans are shopping online to save time. But who is willing to accept longer travel times to shopping streets and malls, and why? 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Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. In unserer heutigen Podcast-Folge geht es darum, wie lange man bereit ist, in ein Shoppingcenter zu fahren oder in die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone. Also, um zum Shoppen zu kommen. Ja, und das ist nat\u00fcrlich das Thema des Einzelhandels, was damit reinspielt. Aber die Zahlen, das sind ja heute eine Menge Zahlen, wir k\u00f6nnen immer so ein paar durchgehen. Ich fand ja einige schon \u00fcberraschend, muss ich ehrlicherweise sagen. Ja, also mich hat es ehrlich gesagt nicht so richtig \u00fcberrascht. Und zwar ist n\u00e4mlich im Durchschnitt der Deutsche aktuell bereit, 35 Minuten zu fahren. Und ich finde so, ach, eine gute halbe Stunde, finde ich, passt total f\u00fcr mich ins Bild. Was hat dich denn daran \u00fcberrascht? Nee, das stimmt. Also man muss nat\u00fcrlich dazu sagen, wir stellen ja ganz viele Fragen in der Stiftung in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden. Und wenn ich mir jetzt anschaue, wie es vor so gut zehn Jahren waren, da waren es noch 40 Minuten. Vor 20 Jahren war es eine Dreiviertelstunde. Also alle zehn Jahre geht es ja schon f\u00fcnf Minuten zur\u00fcck. Das fand ich jetzt nicht so \u00fcberraschend. Was mich eher \u00fcberrascht hat, ist, dass mittlerweile jeder Achte, also zw\u00f6lf Prozent, sagen, sie sind \u00fcberhaupt nicht mehr bereit, Zeit zu investieren, um einkaufen zu gehen, weil sie irgendwie wahrscheinlich das alles nur noch online machen. Das war schon relativ hohe Zahl. Das stimmt, ja. Also auch so im Zeitvergleich hat das ja zur\u00fcck, ist ja sehr deutlich, dass sich das ver\u00e4ndert hat. Ja, da hast du recht. Da gebe ich dir recht. Und ich pers\u00f6nlich bin ja ein Fan von der 15-Minuten-Start, von diesem Konzept. Das f\u00e4nde ich ja total toll. Haben wir auch mal einen Podcast dr\u00fcber gemacht, dass man halt eben innerhalb von 15 Minuten alles f\u00fcrs Leben erreichen kann. Ja. Und deswegen h\u00e4tte ich auch gedacht, dass die Zahl dort deutlich h\u00f6her ist. Also es sind nur 16 Prozent der Deutschen so, dass sie ungef\u00e4hr 15 Minuten fahren w\u00fcrden, um zum Shoppen zu kommen. Was mein Ideal w\u00e4re, finde ich jetzt ganz sch\u00f6n niedrig. Das stimmt, ja. Ich meine, Viertelstunde ist nat\u00fcrlich auch, jetzt wenn ich mir Hamburg \u00fcberlege, in einer Viertelstunde, klar, ich komme, glaube ich, in einen Einkaufscenter hin. Innenstadt brauche ich einfach l\u00e4nger. Wenn ich jetzt irgendwie, keine Ahnung, zum M\u00f6belhaus w\u00fcrde fahren wollen oder irgendwie, wei\u00df nicht, zum Baumarkt, w\u00fcrde ich wahrscheinlich schon wieder einen Ticken l\u00e4nger brauchen. Ist nat\u00fcrlich auch immer die Frage, was ist vor Ort? Also ich h\u00e4tte wahrscheinlich auch gesagt, so durchschnittlich brauche ich schon einen Ticken l\u00e4nger. Gibt es f\u00fcr dich so eine Zeit, wo du sagst, okay, da fahre ich jetzt mal eben spontan hin, weil mir fehlt ein Nagel oder mir fehlt eine konkrete Sache. Ich fahre nochmal eben schnell los. Und ich finde tats\u00e4chlich, ist bei mir alles unter 15 Minuten. Also zum Beispiel im Baumarkt, das ist bei uns n\u00e4mlich so 10 Minuten ungef\u00e4hr entfernt. Und das ist schon immer dieses Gef\u00fchl, ach komm, da kann ich mir eben schnell hinfahren, ich hole das noch schnell. Ich wei\u00df genau, was du meinst. Ich versuche das ja mittlerweile anders zu machen. Ich sage mir ja grunds\u00e4tzlich jetzt, es ist v\u00f6llig egal, wie lange ich da hinbrauche. Ich genie\u00dfe auch die Zeit, die ich dann halt im Auto sitze oder an der S-Bahn sitze oder die ich dann mit dem Fahrrad hinfahre, v\u00f6llig gleich. Und sage jetzt halt einfach, okay, das ist jetzt meine Aktivit\u00e4t f\u00fcr die n\u00e4chste Stunde, den Nagel zu kaufen im Baumarkt. Und mag sinnfrei sein, aber mache ich. Also ich habe das jetzt gerade letzte Woche gehabt. Ich wollte Sachen zum Recyclinghof bringen, weil wir die Hecke geschnitten haben. Und es war irgendwie, es hat mich so genervt, dass dieses ganze Heckenged\u00f6ns da rumlag. Und habe ich gesagt, ich packe das jetzt alles ins Auto rein. Und es war irgendwie, ich wusste, ich stehe lange beim Recyclinghof an, bis das weg ist. Aber ich habe mir gesagt, es ist v\u00f6llig egal, ich will es weg haben und wenn es drei Stunden dauert. Also dann hat es nat\u00fcrlich dann nicht gedauert. Aber es war so, ich wollte mich selbst nicht mehr stressen, weil das ist ja, glaube ich, auch ein wichtiger Punkt. Gut. Das ist ein absolut essentieller Punkt, finde ich, das eigene Mindset zu gewissen T\u00e4tigkeiten zu haben. Ich glaube, da haben wir auch schon mal dr\u00fcber gesprochen, so die Macht der Kommunikation. Ob man jetzt sagt, das ist alles total nervig und stressig oder danach ist einfach das ganze Gr\u00fcnzeug weg. Und wie sch\u00f6n und sauber das dann ist, wenn ich das erledigt habe. Und dann war es auch okay, die Zeit, in die man investiert hat. Aber ich wollte noch zur\u00fcck zu einer anderen Zeit, die dich \u00fcberrascht hat, weil die fand ich so ein bisschen \u00fcberraschend, die Unterschiede zwischen den Altersstufen. Also bei der jungen Generation ist es ja eine Dreiviertelstunde, die die bereit sind, durchschnittlich zu fahren. Bei den Ruhest\u00e4ndlern halb so viel, 23 Minuten. Hat dich das \u00fcberrascht? Ehrlich gesagt auch nicht. Wahrscheinlich bin ich noch n\u00e4her an den jungen Leuten dran. Nat\u00fcrlich. Weil ich da halt einfach immer wieder h\u00f6re, dass die ja dann so nach der Schule sonst wo quer durch Hamburg fahren, um sich in irgendwelchen Einkaufscentern zu treffen. Die haben halt noch die Zeit. Und ich meine, wir selber, ich bin gerade so im mittleren Alter, man ist halt total getrieben. Also ich habe einfach nicht die Zeit, so Ewigkeiten irgendwo hinzufahren. Also ich versuche dann schon da, die Wegezeiten auch zu verk\u00fcrzen, um Zeit einzusparen. Und dann die Rentner, die sind ja dann doch eher bequem, die sind ja auch schneller gestresst. Aber die h\u00e4tten ja die Zeit an sich, ne? Ja, aber denen ist das ja oft zu anstrengend. Das stimmt. Also ich habe mir so ein St\u00fcck weit erkl\u00e4rt, dass die junge Generation nat\u00fcrlich jetzt auch nicht unbedingt das Einkaufen als Hauptargument sieht, um ins Einkaufscenter zu fahren oder in die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone, sondern dass es dann, wei\u00df nicht, banale Sachen sind, wie freies WLAN oder sowas, was vielleicht vor Ort vorgehalten wird. Aber nat\u00fcrlich vor allem dieses Soziale wieder. Also dass man mit Freunden sich da trifft, dass es jetzt nicht nur darum geht, du kaufst irgendwie Produkt A oder B oder musst irgendwie das Geschenk besorgen oder das Buch rausholen, sondern eher dieses, ich mache es halt eben mit Freunden. Es ist halt eher eine Freizeitaktivit\u00e4t. Ja, genau. Und ich meine, da sind ja auch die Einkaufscenter, wir haben da ja mal ein ganzes Buch zum Thema Konsum geschrieben und da war ja Einkaufscenter auch ein besonderer Aspekt, f\u00fcr den das interessiert, kann man auch auf unserer Website nochmal finden, dass ja die auch sehr, sehr viel darin investieren, dass das Einkaufen eben zum Erlebnis wird. Also es gibt noch besondere Angebote hinzu, wie du sagst, WLAN-Zonen, Atmosph\u00e4re, Foodcourts, ist ja auch immer ein ganz, ganz wichtiger Aspekt. Also Gastronomie zum Verweilen, Einladen, irgendwelche Konzerte, Signierstunden und so weiter. Ja, das stimmt. Wobei ich jetzt nat\u00fcrlich dann, an sich, wenn wir nachher jetzt dr\u00fcber sprechen, aber g\u00e4be es eigentlich f\u00fcr dich Sachen, die dich so begeistern w\u00fcrden, dass du daf\u00fcr l\u00e4nger die Anfahrtzeit haben w\u00fcrdest? Also dass das Shoppingcenter irgendwas hat, dass du sagst, ich fahre eine Stunde dahin? Ja, wenn es irgendwelche besonderen Kinderaktivit\u00e4ten oder so w\u00e4ren, wei\u00dft du, so ein Kindernachmittag, wo ich wei\u00df, da gibt es irgendwie Spiele und Betreuung und Kinderschminken und ein Zirkusshow oder so ein Zauberer oder irgendwie sowas, wo man sagt, okay, da kann dann einer von uns mit den Kindern sitzen, sich das alles angucken und der andere kann in Ruhe einkaufen. In Ruhe flanieren gehen. Das stimmt. Ja, ich bin ja immer wieder begeistert, wenn wir in den USA sind, diese Mall of America, die da ja einen Freizeitpark in dem Shoppingcenter drin haben mit Achterbahn, mit irgendwie der M\u00f6glichkeit, dass die Kinder dann auch in so einem Ikea-B\u00e4llebad in Gro\u00df halt irgendwie sind und du auch die Betreuung dann dabei hast und dein Kind wirklich abgeben kannst, dass es halt nicht mehr eine Familienaktivit\u00e4t ist, sondern eher eine Aktivit\u00e4t, die Kinder machen das eine, die Eltern machen was anderes. Finde ich schon spannend auch. Aber bringt uns noch ein bisschen r\u00fcber zum Thema Service. Also es ist nicht alles unter dem Oberbegriff, dann auch Service, dass man Service haben will, dass es was Besonderes ist. Service ist, dass irgendwas erleichtert wird, dass die Kinder gleichzeitig begeistert sind. F\u00e4llt nat\u00fcrlich da auch wieder mit rein. Total. Und eben dieses Kombinieren von verschiedenen Aspekten. Das versucht ja auch der Einzelhandel durch eben diese besonderen Zusatzangebote, sei es jetzt irgendwie ein Konzert oder eine Kletterwand, die irgendwo aufgebaut ist, Menschen anzuziehen und dass sie dann zus\u00e4tzlich noch ein bisschen Geld da lassen und sich animiert f\u00fchren, irgendwas zu kaufen. Ja, wichtiger Punkt. Was ich aber beim Thema Service auch immer auff\u00e4llig finde, wenn wir \u00fcber \u00d6ffnungszeiten reden. Ich bin ja schon immer so ein bisschen gestresst, genervt, wenn ich wei\u00df, die machen erst morgens um 10 auf oder abends um 8 schon wieder zu. Ich wei\u00df, das ist nat\u00fcrlich furchtbar hart f\u00fcr diejenigen, die da arbeiten. Das sind wirklich lange Zeiten. Aber oftmals, wenn ich irgendwie, wei\u00df nicht, die Kinder morgens los sind zur Schule und ich dann irgendwie gerne meine Besorgung machen w\u00fcrde wollen und ich wei\u00df nicht, ich muss jetzt bis um 10 warten oder abends werden wir aus der Stiftung rausgehen und es ist schon irgendwie 7 und ich jetzt wei\u00df, okay, jetzt musst du total auf die Uhr gucken, dass du noch schnell die und die Sachen besorgen kannst, weil um 8 ist schon alles zu und die K\u00e4setheke im Supermarkt ist sowieso genervt, wenn ich um viertel vor acht noch frischen K\u00e4se haben will, weil die Maschine schon gereinigt ist. Und empfindest du das jetzt eben bei, wie du gerade sagst, K\u00e4setheke jetzt bei so Gesch\u00e4ften des allt\u00e4glichen Bedarfs? Weil ich \u00fcberlege mir, bei besonderen Gesch\u00e4ften, also sagst du, man will jetzt ein neues Bett kaufen oder so, wo es halt auch um viel Beratung geht, vielleicht w\u00e4re das ja auch eine Idee, dass man dort gewisse Servicezeiten buchen kann. Also, dass man dann sagt, okay, irgendwie dann auch mal um 7.30 Uhr morgens, weil ich eh, also ich kenne das bei uns zum Beispiel beim Fahrradladen, da muss man auf jeden Fall auch vorher einen Termin machen, damit der einem halt eben, gerade f\u00fcr die Kinder oder auch f\u00fcr E-Bikes, dass die halt auch eben Zeit haben. Und da k\u00f6nnte man dann ja theoretisch tats\u00e4chlich auch an Randzeiten oder mal an einem Sonntag, wenn es erlaubt w\u00e4re, so Beratungszeiten machen. Finde ich eine super Idee. Und daf\u00fcr h\u00e4tte man dann zwischendrin auch halt eben leerlaufen. Ja, ich meine, in den USA gibt es das ja, dass du dieses Private Shopping Hours halt hast, wo das dann f\u00fcr dich ge\u00f6ffnet wird. Meistens sehr in den teureren L\u00e4den, muss man ehrlicherweise sagen. Aber anders diese Beratung zu haben, wird nat\u00fcrlich aber auch wieder als Folge haben, dass ich vielleicht f\u00fcr die Beratung bezahlen muss. Dass ich dann sage, okay, du l\u00e4sst dich jetzt zu f\u00fcnf Betten beraten und kaufst dann doch irgendwie lieber online, weil es g\u00fcnstiger ist. Dann musst du halt eine Beratungsgeb\u00fchr bezahlen. Das ist ja f\u00fcr mich sowieso ein bisschen stein der Weisen f\u00fcr den Einzelhandel. Einfach den Mut haben, f\u00fcr eine bestimmte Dienstleistung auch Geld zu nehmen und nicht nur auf diese Beratung und dann wird doch woanders gekauft, weil das ist ja schon so eine Unart, wo viele sich hin entwickelt haben. Das stimmt. Ein ganz anderer Bereich, wo wir aber schon dabei sind, was \u00d6ffnungszeiten, also dass mich das nervt. Es gibt schon manche Sachen, die mich aber generell beim Einkaufen mittlerweile stressen und die ich total bl\u00f6d finde. Also ich habe mal so... Na Uli. Doch. Also jetzt abgesehen von den \u00d6ffnungszeiten ist es f\u00fcr mich wirklich auch dieses Thema selbstzahlende Kassen. Wir haben ja schon oft dr\u00fcber diskutiert. Ich liebe es ja. Aber warum? Ich bin doch nicht schneller als diejenige, die es dann f\u00fcr mich einscannt. Ich sehe es ein, wenn jetzt irgendwie vor mir f\u00fcnf Leute sind, die den Wagen bis oben hin voll haben oder bei Ikea irgendwie 27 Sachen zus\u00e4tzlich gekauft haben. Aber wenn denn einer vor dir bei der selbstzahlenden Kasse ist, der das alles eingescannt hat, er kann mich dreimal anstellen. Also ich finde nat\u00fcrlich bei den Selbstzahlkassen muss man erstens meistens nicht warten. Ja. Zumindest da, wo ich bin, weil es halt mehrere gibt und viele, gerade \u00e4ltere Leute dann doch lieber an die Bedienkassen gehen. Und \u00e4ltere Leute guckst du jetzt nicht an. Nein. Und wenn man halt eben nur so zwei, drei Teile hat, finde ich das total gut, das selber zu machen. Ja. Plus, ich glaube, das ist auch so ein psychologischer Trick. Den kennen wir ja auch aus den Freizeitparks, dass wenn man beim Warten etwas zu tun hat, vergeht die Zeit ja viel schneller. Das hei\u00dft, in dem Moment, wo ich es halt selber einscanne, ich brauche wahrscheinlich am Ende, wie du sagst, bin ich nicht schneller raus aus dem Laden, aber es kommt mir so vor. Das ist ein positiver Effekt. Da stimme ich dir zu. Und was ist diese soziale Komponente, die ja v\u00f6llig aber verloren geht? Also dieses kurz noch irgendwie. Also ich habe nicht das Gef\u00fchl, dass Kassierer noch die Zeit haben, mit jemandem pers\u00f6nlich zu schnacken. Ja, aber ich wei\u00df. Es ist zumindest irgendwie diese Freundlichkeit, die man noch kurz erf\u00e4hrt. Und es klingt nat\u00fcrlich jetzt, ich w\u00fcrde weggehen jetzt von reiner Supermarkt, aber wenn ich mir zu anderen Gesch\u00e4ften \u00fcberlege, Mensch, das und das haben sie das bedacht. Du hast irgendwie im Baumarkt was eingekauft, haben sie daran gedacht, die D\u00fcbel zu den Schrauben irgendwie noch mitzunehmen. Also dass man diese Beratung noch an der Kasse kurz vorfindet oder irgendwie noch das Zus\u00e4tzliche und irgendwie Informationen kriegt, dass du irgendwie ein Umtauschrecht hast. Also da gebe ich dir vollkommen recht. Mehr Service, mehr Beratung im Laden. Das ist was, was du vermisst. Das w\u00fcrde ich mir auch auf jeden Fall w\u00fcnschen. Ich brauche das nicht unbedingt an der Kasse. Das kann ich auch eben zack, zack selber machen. Aber tats\u00e4chlich im Laden ist Gold wert. Ja, das nat\u00fcrlich dann geht immer einher mit dem Personal. Das ist auch ein Grund, warum ich zu gewissen L\u00e4den immer wieder gehe. Weil die Beratung gut ist. Genau. Ja, also Personal ist auch f\u00fcr mich was ganz Entscheidendes. Was mich \u00fcbrigens auch sonst noch stresst und mich st\u00f6rt an Einkaufszentren, ist, wenn ich f\u00fcrs Parken bezahlen muss. Das bin ich durch Amerika einfach nicht gewohnt und finde ich unm\u00f6glich. Sie immer wieder auf diese Uhr gucken, jetzt sind die n\u00e4chsten 1,50 Euro, weil die n\u00e4chste Stunde ist irgendwie angebrochen oder die n\u00e4chsten 3 Euro oder was auch immer es kostet. Finde ich total das falsche System. Ich gehe extra in den Laden oder in den Shoppingcenter hin, um nicht online zu bestellen und irgendwie den lokalen Handel vor Ort zu unterst\u00fctzen und dann muss ich f\u00fcrs Parken zahlen. Das finde ich, nee, das ist nicht meins. Nee, das ist nicht so gut. Ich finde grunds\u00e4tzlich ist das auch wieder sowas psychologisches, was mich ganz, ganz, ganz h\u00e4ufig st\u00f6rt, wenn man f\u00fcr so kleine Extrasachen dann bezahlen muss. Da denke ich mir immer, mach doch lieber den Grundpreis 1 Euro teurer und kassiere nicht f\u00fcr sowas wie nochmal 1 Euro f\u00fcrs Parken oder nochmal 1 Euro f\u00fcr dies oder das. f\u00fcr so kleine Extras ab. Das finde ich total bl\u00f6d. Ja, bin ich komplett bei dir. Also das ist genauso wie es mich... Das ist so wie im Restaurant irgendwie, wenn man noch so beim Griechen einen Schnaps hinterher kriegt. Da f\u00fchlt man sich einfach gut oder so hat man das Gef\u00fchl, ich habe was geschenkt bekommen, obwohl es nat\u00fcrlich nicht geschenkt ist. Das wird der auch mit eingepreist haben in seine Kalkulation. Aber man f\u00fchlt sich gut. Gutes Gef\u00fchl dabei. Zeit rennt schon wieder. Lass uns \u00fcber die Zukunft sprechen. Was erwartest du f\u00fcr die Zukunft des Einzelhandels? Also wir k\u00f6nnen ja mal weggehen von was ich erwarte, sondern was nat\u00fcrlich auch die Deutschen erwarten. Denn tats\u00e4chlich von w\u00fcnschen sich ja einfach, w\u00fcnscht sich die Mehrheit das, was wir auch gerade gesagt haben. Also mehr Service, mehr Pers\u00f6nlichkeit, aber nat\u00fcrlich auch eine Optimierung. Also das hei\u00dft, die ganze Digitalisierung und KI, die verteufeln wir ja nicht, sondern die bringt ja ganz, ganz viel Erleichterung im Alltag und eben auch beim Shopping-Erlebnis. Aber sie sollte eben nur eine Erg\u00e4nzung sein und nicht den Menschen ersetzen. Da bin ich bei dir. Wobei ich auch ganz klar sage, wenn es um die Zukunft geht, ich glaube, wir brauchen irgendwann den Marktplatz wieder. Also das ist so nicht nur das Produkt, sondern es muss auch das Drumherum sein. Also wieder der Treffpunkt, wo du halt der Geselligkeit und der Gemeinschaft fr\u00f6nen kannst, wo du dann Gleichgesinnte triffst, wo du irgendwie wei\u00dft, dass du dann halt auch nat\u00fcrlich irgendwie hinsetzen kannst und deinen Kuchen oder deinen Kaffee trinken kannst, weil das ist ja auch f\u00fcr die Zukunft des Einzelhandels, glaube ich, wichtig. Wir werden alle einfach immer \u00e4lter in Deutschland. Und das ist so diese, \u00dcberalterung ist ja ein negatives Wort, aber eine \u00e4lter werdende Gesellschaft wird nat\u00fcrlich auch den Handel ver\u00e4ndern. Und ich glaube nicht, dass man mit diesen Optimierung und alles muss nur schnell und hopp sein, ich glaube nicht, dass das die Zukunft sein kann. Ja, stimmt. Das ist ja so ein bisschen nach Alltag aufgeteilt. Also die \u00c4lteren w\u00fcnschen sich besonders viel Service und mehr Betreuung. Und die J\u00fcngeren w\u00fcnschen sich nat\u00fcrlich eben eine zeitliche Optimierung. Also wie ich gesagt habe, ich mag gerne die Selbstkassensachen abholen k\u00f6nnen, einfach nur rausholen, Betreuungszeiten schon vorbuchen, dass ich nicht so lange Wartezeiten habe und so weiter. Betreuungsberatungsberatungsberatungsberatungsberatung. Wobei ich jetzt nat\u00fcrlich wieder dann ketzerisch sagen kann, wenn wir ganz zum Anfang gehen, die J\u00fcngeren sind auch bereit, l\u00e4nger anzufahren. Die J\u00fcngeren lassen halt die Zeit auf der Strecke und die \u00c4lteren wollen es lieber im Laden lassen. Ja. Also es ist auch so eine Entwicklung, was an sich ganz gut zusammenpasst. Ja. Gut, Zeit ist schon wieder rum. Ich w\u00fcrde sagen, wir achten mal die n\u00e4chsten Tage und Wochen drauf, wie so das Einkaufsverhalten aussieht. Und dann k\u00f6nnen wir mal gucken, was wir erfahren. Dann reden wir nochmal weiter dar\u00fcber. Genau. Wir w\u00fcnschen euch eine sch\u00f6ne Woche. Macht's gut. Bis dann. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und dann geht's. 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