{"id":5196,"date":"2024-11-28T05:22:48","date_gmt":"2024-11-28T04:22:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5196"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"how-germany-informs-itself-from-editorials-to-likes-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/wie-deutschland-sich-informiert-von-leitartikeln-zu-likes-2\/","title":{"rendered":"How Germany informs itself: From editorials to likes"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>How do Germans inform themselves in an age full of fake news and filter bubbles? While the younger generation is increasingly turning to social media, traditional news sources are falling behind.<\/p>\n<p>In this episode, we discuss how the information behaviour of Germans is developing, what role influencers play in this and how quality journalism can be ensured. We also take a look at future developments and give predictions on how the information landscape could change in the coming years.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5196","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 3 - Folge 39","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/65-wie-deutschland-sich-informiert-von-leitartikeln-zu-likes\/embed?context=external&token=KTI0K7GHztlX-5llqHKuoQ\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1684585-m-2182845f1afef73c64ad344788a585d7.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. In unserer heutigen Podcast-Folge geht es darum, wie die Deutschen sich informieren. Wo erh\u00e4lt man eigentlich seine Nachrichten und Informationen, die man so haben m\u00f6chte. Und es gibt ja die Idee, dass es ganz klassisch meistens \u00fcber die Tageszeitung kommt. Aber Uli, magst du mal das Start der Woche vorstellen? Ist es wirklich noch die Tageszeitung, die uns mit unseren Nachrichten informiert? Begrenzt, muss man ehrlicherweise sagen. Also ganz weit vorne von zwei Drittel der Deutschen, da wird sich \u00fcbers Fernsehen informiert. Also das ja auch relativ klassisch. Auf Platz zwei, dann immerhin auch noch die Mehrheit Radio. Dann kommt so ein bisschen auch fast auf einem Niveau ein Nachrichtenportal im Internet. Also ob es jetzt irgendwie spiegel.de oder bild.de oder solche Sachen ist. Tageszeitungen fast genauso hoch. Allerdings Online-Ausgaben mittlerweile ganz leicht vor den Print-Ausgaben. So knapp jeder Dritte. Und fast genauso hoch, muss man ehrlicherweise sagen, Social Media. Also alles von X \u00fcber Facebook, Insta, egal was du nehmen willst. Das ist dann schon auf dem Niveau. Also ganz klar auf Platz eins Fernsehen. Das passt ja auch ein bisschen zum Freizeitverhalten, was wir im Freizeitmonitor abfragen. Fernsehen ist die beliebteste Aktivit\u00e4t. Dementsprechend informieren sich auch zwei Drittel der Deutschen beim Fernsehen \u00fcber Nachrichten. Klar, also es ist halt nach wie vor eben auch leicht konsumierbar. Und wenn wir das jetzt noch zusammennehmen mit Radio, was ja einen gro\u00dfen Vorteil hat, dass du es \u00fcberall konsumieren kannst. Also \u00e4hnlich wie dann nat\u00fcrlich die ganzen Online-Angebote. Und es ist halt gelernt auch. Also gro\u00dfe Unterschiede bei allen Punkten, muss man ehrlicherweise sagen, beim Alter. Also da merken wir wirklich schon, geht ein Riss durch die Gesellschaft. Ja, hat mich tats\u00e4chlich auch gar nicht so sehr \u00fcberrascht. Aber wenn man die Zahlen so vor sich sieht, ist das schon extrem. Also fast jeder zweite unter 30-J\u00e4hrige informiert sich haupts\u00e4chlich \u00fcber Social Media. Jeder zehnte \u00c4ltere nur, ne? Das ist wirklich Welten dazwischen. Ja, das ist schon echt ein gr\u00f6\u00dferes Unterschied. Was ich danach auff\u00e4llig fand, also das hat mich ehrlicherweise eher \u00fcberrascht, dass Radio bei den \u00c4lteren doppelt so h\u00e4ufig genutzt wird, wie bei den J\u00fcngeren. Wo ich jetzt gedacht habe, warum eigentlich nicht? Jetzt kann man sagen, ist es Spotify, was die an sich nur dann irgendwie h\u00f6ren. Aber dass das irgendwie etwas ist, was t\u00fcchtig ist. Tageszeitungen halt auch wirklich Welten zwischen den Generationen. Also jeder zweite \u00c4ltere noch, nicht mal jeder f\u00fcnfte J\u00fcngere. Und das finde ich, sind so Sachen, auch Fernsehen. Ich meine doppelt so viel \u00c4ltere, 87 Prozent ihre Informationen \u00fcber ARD, ZDF, Sat.1 und Co. bekommen. Dagegen nur 42 Prozent der Jungen. Also das sind wirklich Welten zwischen den Generationen bei dieser Frage. Ja, das stimmt. Liegt wahrscheinlich auch darin, dass die J\u00fcngeren eben gar nicht mehr Fernsehen klassisch und vielleicht auch nicht das klassische Radio h\u00f6ren, um dort ihre Nachrichten dann zu bekommen. Also ich denke, sie nutzen ja schon das Radio, aber wahrscheinlich nicht mehr im Stream und mehr individualisiert. Das stimmt. Aber da kommen wir ja gleich nochmal im Detail. Wobei ich nat\u00fcrlich auch glaube, dass das wirklich auch viel mit der Aufmerksamkeit und Spanne zu tun hat. Also j\u00fcngere Menschen k\u00f6nnen sich einfach weniger oder wollen sich weniger lang konzentrieren auf eine Sache. Und was du eben schon f\u00fcr dich auch ausgef\u00fchrt hast, dass du es nat\u00fcrlich \u00fcberall jederzeit haben willst. Ja, genau, richtig. Aber dann lass uns da nochmal richtig strukturiert einsteigen. Wie kommt es denn eigentlich, dass sich das Informationsverhalten so ver\u00e4ndert hat? Es sind glaube ich wirklich viele Gr\u00fcnde. Also wenn wir jetzt mal einen gro\u00dfen Grund rausnehmen, ist es nat\u00fcrlich schon die Rolle von KI auch einfach. Also wenn man sieht, was heute m\u00f6glich ist und das ist jetzt ja nicht nur bei den ganzen Social Media Anbietern Realit\u00e4t, sondern es ist halt auch hier bei den klassischen von Fernsehen \u00fcber Radio \u00fcberall, dass man das einfach nutzt, um Sachen schneller aufzubereiten, schneller zu erhalten, schneller zu \u00fcbernehmen. Also die KI hat da schon wirklich vieles ver\u00e4ndert, glaube ich. Ja, ich glaube, es wird auch wahrscheinlich zuk\u00fcnftig einfach noch eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen, gerade wenn es auch darum geht, das Ganze, die ganzen Inhalte zu personalisieren. Oder auch ein gro\u00dfer Punkt, glaube ich. Man kann ja das Nutzerverhalten analysieren oder analysieren lassen von der KI und dann wirklich gezielt ausspielen, was den Menschen interessiert. Das birgt nat\u00fcrlich auch die Gefahr, dass man dann in solchen Blasen nur noch lebt und nur noch Informationen erh\u00e4lt, die man irgendwie ansprechend findet oder auch einen interessieren. Und das ist nat\u00fcrlich gef\u00e4hrlich, man soll ja alle umfassend informiert sein. Aber es f\u00fchrt nat\u00fcrlich auch dazu, dass vielleicht eben noch mehr Nachrichten eben genutzt werden. Das stimmt, aber dieses Personalisieren, finde ich, geht ja auch ganz in eine tolle Richtung. Also wenn ich mir das anschaue, wei\u00df ich nicht, jetzt bei meiner 14-j\u00e4hrigen Tochter, die hat irgendwie ein Spiegel-Junior-Abo, dann kriegt sie die Nachrichten da eben wahrscheinlich durch die KI aufbereitet in ihre Sprache und in ihre Verst\u00e4ndnisebene rein. Und das ist ja schon etwas, wenn man jetzt gerade \u00fcber den Punkt Bildung spricht oder \u00fcber den Punkt, wei\u00df ich nicht, Sprachkompetenz, Deutsch, Englisch, irgendwelche Sprachen, die man halt spricht. Also da kann die KI nat\u00fcrlich einfach ganz viel auch zu Informationen beitragen, indem es dann eben f\u00fcr dich runtergebrochen wird, wie du es gerne h\u00e4ttest. Mega anspruchsvoll, einfach mal eben nebenbei, einfach formuliert ganz gleich. Das finde ich schon was Tolles. Also diese Filterblasen, da bin ich bei dir, das ist schon eine Gefahr. Was ich aber auch sehe, ist nat\u00fcrlich dann bei KI dieses ganze Deepfake, Desinformation, dass das etwas ist, was mit Sorge zu betrachten ist. Ist die das nicht so? Auf jeden Fall, genau. Also ich denke auch, dass die Medien st\u00e4rker gefordert sein werden, die Inhalte wirklich zu verifizieren und zu schauen, was da gerade manipuliert wurde. Also wenn ich jetzt irgendwie an Wahlk\u00e4mpfe denke, oder? Also ansonsten kann man da ja wirklich sehr, sehr schnell einfach Fake News \u00fcberall einspielen. Das muss man \u00fcberlegen, wer daf\u00fcr haftbar ist. Also du, die das dann verbreitest, die Plattform, der Urheber, ist ja auch nachher eine rechtliche Frage, was wird eigentlich \u00fcberall von wem verbreitet? Ich denke, es muss schon wirklich einfach m\u00fcssen, die Plattform in die Pflicht genommen werden, das zu pr\u00fcfen. Okay, und du, die das dann weiter verbreitest, bist rausgenommen. Das machen wir nochmal getrennt in einem anderen Podcast so. Aber zur\u00fcck zum anderen, was ich ja noch ganz interessant finde, ich wei\u00df nicht, wie du das siehst, ist dieser ganze, man nennt es ja oftmals auch Plattformjournalismus, der halt eben zunimmt. Ja, das ist total spannend, finde ich auch. Da hat sich ja einfach wirklich die Plattform komplett ge\u00e4ndert, gerade bei den jungen Leuten. Es ist ja eben Social Media geworden. Also weg von, fr\u00fcher waren es ja wirklich die gro\u00dfen Medienh\u00e4user im Fernsehen oder die Tageszeitung, Radio, die ja in gro\u00dfen Teams auch gemeinsam die Nachrichten erstellt haben, recherchiert haben, geschrieben haben, vorgetragen haben. Und jetzt ist es teilweise eine Einzelperson, ein Influencer oder Creator, der sagt, ich verbreite hier Nachrichten und denen einfach extrem viele junge Menschen gerade folgen, gerade auch auf TikTok, Instagram, Twitter, X. Geht eine ganz sch\u00f6ne Verantwortung mit einher. Also ich sehe das ja gar nicht so dieses, wo ist eigentlich deren Kompetenz dann? Irgendwie haben die das gelernt? K\u00f6nnen die das vern\u00fcnftig machen? Sondern es ist halt auch wirklich, aber wahrscheinlich kannst du nur \u00fcberleben, wenn du dieses Vertrauen eben auch ein St\u00fcck weit rechtfertigst und jetzt nicht irgendwelche Sachen nur verbreitest, weil sie dir dienen oder weil du daf\u00fcr bezahlt wirst, sondern dass es einfach dann dein Job ist, eben auf diese Art auch zu informieren. Selber muss man sich nat\u00fcrlich auch als Influencer oder Creator dann ja entsprechend informieren. Also das ist schon, was sich ganz klar ver\u00e4ndert hat. Was nat\u00fcrlich gut ist, ist wenn dann halt die gro\u00dfen bestehenden Medienh\u00e4user einfach darauf aufspringen. Also es dann gibt zum Beispiel die News-WG, wo dann wirklich die gro\u00dfen Nachrichtenh\u00e4user das versuchen eben f\u00fcr die verschiedenen Zielgruppen entsprechend aufzubereiten, sodass dann halt j\u00fcngere Leute denen halt auch gerne auf Instagram oder Co. dann folgen. Also haben wir nicht nur eine Fragmentierung des Publikums, nicht nur eine Fragmentierung der Kan\u00e4le, wir haben auch noch eine Fragmentierung derjenigen, die die Nachrichten dann f\u00fcr uns aufbereiten und uns \u00fcbermitteln. Also so eine dreifache Fragmentierung, die wir dann wirklich haben. Das ist schon ganz interessant. Total. Was ich ja nochmal eben, wo ich das so eben nebenbei gesagt habe, dieses Thema Vertrauen ist f\u00fcr mich aber wirklich die Kernbasis, um die es in Zukunft gehen muss, oder? Ja, ich glaube, da ist es dann auch unabh\u00e4ngig vom Medium, ob man jetzt online, offline oder mit Social Media unterwegs ist. Ich glaube, wir haben halt generell einen gro\u00dfen Vertrauensverlust, den wir in der Gesellschaft sp\u00fcren. Auch auf vielen anderen Themen, wie wir ja auch schon in anderen Podcasts immer mal angesprochen haben. Und die Rolle von Social Media allgemein haben wir ja auch vor ein paar Wochen erst besprochen in der eigenen Folge. Aber der Vertrauensverlust, dass man einfach gar nicht mehr glaubt, was man liest oder das Gef\u00fchl hat, man muss alles in Frage stellen. Das ist nat\u00fcrlich auch wahnsinnig anstrengend. Ja, aber ich meine, hei\u00dft halt auch einfach f\u00fcr die Medien Schaffenden dann einfach noch mehr Transparenz \u00fcber ihre Arbeitsweise. Also was waren meine Quellen? Wie kann ich das erkl\u00e4ren? Wie habe ich recherchiert? Was f\u00fcr eine Methodik habe ich angewendet? Also dass da einfach auch mehr Transparenz reinkommt. Ob das da alles gelesen wird, mache ich mal ein Fragezeichen hinter. Also so ein bisschen wie die AGBs, die liest man sich wahrscheinlich auch nicht durch, wenn du irgendwie einen Vertrag unterschreibst oder irgendwas runterl\u00e4dst. Aber, und die ganzen Datenschutzerkl\u00e4rungen, aber zumindest, dass das etwas ist, was in Zukunft eine noch gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen wird. Was ja auch gut ist. Also will ich gar nicht kleinreden. Ja, denke ich. Auf jeden Fall auch, ja. Wenn wir \u00fcber die Zukunft reden, m\u00fcssen wir aber glaube ich auch noch ein bisschen, zumindest ganz kurz, \u00fcber die Bezahlbarkeit reden. Also wie finanziert sich dann die Information der Zukunft? Was sagst du denn dazu? Ja, also es ist ja schon so, dass viele Medienh\u00e4user auf digitale Abos und Paywalls umgestellt sind, um halt eben gerade auch so die r\u00fcckl\u00e4ufigen Werbeeinnahmen irgendwie aufzufangen.\n\nAber ich finde schon, dass es nat\u00fcrlich auch eine gr\u00f6\u00dfere H\u00fcrde ist. Also teilweise, ich merke das selber, dass ich manchmal auf einen Artikel klicke und denke, das finde ich jetzt spannend. Aber wenn man den dann lesen will, dann kommt wieder, okay, man muss jetzt daf\u00fcr bezahlen. Tue ich dann halt auch zum Teil, aber ich kann mir halt vorstellen, dass es eben auch einige von gewissen Informationen halt abschirmt. Also gerade einkommensschw\u00e4chere Gruppen oder eher mit einem niedrigeren Bildungsniveau, die dann halt einfach sagen, das ist halt alles irgendwie schon zu kompliziert. \u00c4ltere Leute, jetzt muss ich noch irgendwie online bezahlen. Also ich glaube, das k\u00f6nnte halt eben auch zu so einer weiteren Fragmentierung f\u00fchren. Wem sind die Nachrichten \u00fcberhaupt noch zug\u00e4nglich? Ja, wobei man dann nat\u00fcrlich jetzt wieder argumentieren k\u00f6nnte, so du hast das \u00f6ffentlich-rechtliche Fernseh- und Radioprogramm. Du hast in Zukunft die \u00f6ffentlich-rechtliche Tageszeitung, Wochenmagazin, was auch immer. Da m\u00fcsste man nat\u00fcrlich auch einfach neue Wege gehen als klassische Medieninstitution. Weil sonst hast du nat\u00fcrlich wirklich Probleme. Also wenn ich mir so andererseits angucke, die gro\u00dfen Tech-Konzerne, ob du jetzt irgendwie Google nimmst oder Meta nimmst oder wen auch immer, die dominieren sowieso schon diesen ganzen digitalen Werbemarkt. Das ist ja f\u00fcr die Klassiker, die dann irgendwie ihre kleine Zeitung irgendwo vor Ort haben, schon ohnehin schwierig, \u00fcberhaupt noch Einnahmequellen hinzubekommen. Da muss man sich da nat\u00fcrlich echt \u00fcberlegen, wie, ja, ich will jetzt nicht sagen, sanktioniere ich sie, aber wie nehme ich die gro\u00dfen Tech-Konzerne dann auch in die Pflicht, dass die daf\u00fcr irgendwie dann zahlen. Ja, genau. Und das ist dann ja am Ende auch schon wieder ein Filter \u00fcber den Nachrichten. Also wie gesagt, die einen haben nur noch die \u00f6ffentlich-rechtlichen und die anderen haben noch die M\u00f6glichkeit, zu privat finanzierten Unternehmen zu gehen. Was ich \u00fcbrigens noch ganz spannend finde, das darf man nat\u00fcrlich auch hier nicht unerw\u00e4hnt lassen, ist ja, was f\u00fcr eine Rolle auch nach wie vor Stimme und Bewegtbild spricht. Also nat\u00fcrlich leben wir in einer Zeit, wo viele es gewohnt waren, ihre Informationen zu lesen. Andererseits, ob es jetzt irgendwie Podcasts sind, wie unser hier jetzt gerade, oder irgendwelche Video-Formate, Livestreams, das wird ja alles auch nachweislich beliebter, nat\u00fcrlich auch k\u00fcrzer, zusammengepasst, aber hat einfach auch zur Folge dann, dass das nat\u00fcrlich auch ein toller Markt f\u00fcr die Zukunft ist, wenn ich dann noch irgendwie VR oder AR mit reinrechne, also Augmented Reality, Virtual Reality, das ist nat\u00fcrlich dann auch die M\u00f6glichkeit, in Zukunft Nachrichten einfach interaktiver zu gestalten. Absolut, ja. Und da finde ich vor allem nicht nur im Nachrichtenbereich, sondern so klassisch jetzt, was ist heute oder gerade los gewesen, sondern auch, wenn es um Reportagen geht, wenn es um Geschichte geht, wenn es um so ein bisschen Informationen allgemein geht. Oder auch, also da finde ich halt dieses ganze Virtual Reality total spannend. Und aber auch beim Nutzerverhalten, also du sagtest ja, eine Video und H\u00f6r ist halt, weil man sich so sch\u00f6n berieseln lassen kann, die Aufmerksamkeitsspanne von j\u00fcngeren Leuten ist nat\u00fcrlich auch wahnsinnig kurz geworden. Das stimmt. Das wird sich nat\u00fcrlich auch so weiterentwickeln. Und beim Nutzerverhalten ist nicht nur die Aufmerksamkeitsspanne, sondern auch das Interesse an lokalen Nachrichten ist auch nochmal deutlich h\u00f6her. Also es muss halt schnell gehen, es muss einfach gehen und es muss halt mich pers\u00f6nlich eigentlich auch so viel es geht betreffen. Der Bezug muss da sein, ja. Weil sonst kommen wir ganz schnell, das darf man auch nicht vergessen, weil ich finde es auch was wirklich Auff\u00e4lliges. Es gibt ja schon einen Gro\u00dfteil der Menschen, die Nachrichten auch einfach ablehnen. Ja. Also wenn ich mir da die Zahlen anschaue, das sind irgendwie wirklich in Deutschland fast zwei von f\u00fcnf in den USA nochmal. Das ist fast die H\u00e4lfte, die einfach sagen, ich will dann sich gar keine Nachrichten mehr konsumieren. Ja, so aktive Nachrichtenvermeidung. Und das ist ja schon auch eine Gefahr. Hab ich tats\u00e4chlich auch schon geh\u00f6rt im Bekanntenkreis. Die das sagen? Die sagen, ja, es ist halt nur negativ und das belastet sie so sehr, dass sie sagen, deswegen schauen sie sich die klassischen Nachrichten halt \u00fcberhaupt nicht mehr an oder h\u00f6ren es halt auch im Radio und nicht schalten dann weg, sondern suchen sich dann halt nur gez\u00e4hlt ihre Sachen online raus, um halt nicht mit zu viel negativen Informationen den ganzen Tag lang belastet zu werden. Also ist f\u00fcr mich einerseits ein klarer Fingerzeig in Richtung Medienschaffende. Also m\u00fcssen sich wirklich \u00fcberlegen, wie kann ich das verhindern, weil das glaube ich ist nachher auch eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr Demokratie, f\u00fcr Zusammenleben und alles. Andererseits haben wir jetzt heute \u00fcberhaupt nicht dr\u00fcber gesprochen. Wir d\u00fcrfen nat\u00fcrlich auch nicht vergessen, jeder dritte Bundesb\u00fcrger gibt auch an, er informiert sich \u00fcber Familie und Freunde. Also dieses Pers\u00f6nliche haben wir jetzt ja nicht thematisiert, aber es ist ja auch klassisch immer so gewesen. Du sprichst mit deinen Freundinnen oder mit deinen Freunden, mit deinen Eltern, mit deinen Geschwistern irgendwie \u00fcberbestimmte Dinge. Das ist nat\u00fcrlich auch etwas, was in Zukunft eine hohe Relevanz haben wird. Ja, das stimmt. Uli, was meinst du denn? Wird es auch in Zukunft noch klassische Nachrichtenh\u00e4user geben? Ich hoffe es, ich w\u00fcnsche es mir. Ich glaube nat\u00fcrlich, dass die sich auch ein St\u00fcck weit wandeln m\u00fcssen. Die Medienlandschaft wird sich weiter spezialisieren, auseinanderdriften, fragmentieren, das glaube ich schon alles. Aber letztendlich wollen wir nat\u00fcrlich auch, wir haben dieses Vertrauenthema ja kurz thematisiert, also das ist schon etwas, was in Zukunft glaube ich das A und O sein wird. Insofern, das glaube ich ja, wird es noch weiterhin geben. Ja. Sehr sch\u00f6n. Hast du, wir haben heute noch gar nicht pers\u00f6nlich gefragt, hast du denn eigentlich noch eine Tageszeitung? Ja, habe ich noch. Allerdings ein digitales Abo f\u00fcr das Hamburger Abendblatt, genauso wie f\u00fcr Spiegel Online und wo ich diese ganzen Abos irgendwie habe. Aber ich mache es ehrlicherweise nur noch am Rechner. Also ich habe es nicht mehr ausgedruckt beim Fr\u00fchst\u00fcckstisch, sondern dann, wenn ich morgens an den Schreibtisch gehe, dann lese ich das und beim Fr\u00fchst\u00fcck, da unterhalten wir uns wieder als Familie. Bei dir? Nee, bei mir ist es eher nur noch online und \u00fcber Apps. Mal gucken. Und du bezahlst dann f\u00fcr Sachen, die dich\u2026 Nee, ich versuche das alles ohne bezahlen hinzukriegen. Spannend. Also h\u00f6chstens f\u00fcr gewisse Artikel dann, die irgendwie l\u00e4nger gehen, f\u00fcr einzelne Artikel bezahle ich mal, aber so f\u00fcr Nachrichten, die NTV-App und Tagesschau, das ist ja auch for free. Spannend. Tja, dann lassen wir uns doch jetzt mal dr\u00fcber unterhalten, was wir heute Morgen gelesen haben und wir h\u00f6ren uns n\u00e4chste Woche wieder, oder? Machen wir. Bis dahin. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren.\n\nDieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und da geht's."},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Wie Deutschland sich informiert: Von Leitartikeln zu Likes - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Digitale Lernmittel habe ein gro\u00dfes Potenzial Bildung zu ver\u00e4ndern. 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