{"id":5208,"date":"2024-12-12T05:55:57","date_gmt":"2024-12-12T04:55:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5208"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"no-room-for-egoism-why-our-society-needs-more-cohesion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/kein-platz-fuer-egoismus-warum-unsere-gesellschaft-mehr-zusammenhalt-braucht\/","title":{"rendered":"No room for selfishness: Why our society needs more cohesion"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selfishness no longer has a place in our society - more and more Germans agree on this. But what drives selfish behaviour and how can we break free from it? At a time when prosperity often triggers fear of loss and competitive behaviour, cohesion is becoming a key skill.<\/p>\n<p>In this episode, find out not only why selfishness is often irrational and how it increases mistrust between people, but also what approaches there are to promote compassion and work together towards a future of solidarity.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5208","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 3 - Folge 41","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/67-kein-platz-fur-egoismus-warum-unsere-gesellschaft-mehr-zusammenhalt-braucht\/embed?context=external&token=U5azCU2VEJgr1LUKmmfpeg\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1692536-m-07f8911bfd93d07f31803c7f8ed05684.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Ich muss sagen, wir haben selten so viel im Vorfeld einer Podcast-Folge diskutiert wie diese Woche. Das stimmt. Denn es geht um Egoismus. Und da stellt sich f\u00fcr mich als erstes die Frage, ist Egoismus eigentlich grunds\u00e4tzlich schlecht? Wo f\u00e4ngt er an? Wo h\u00f6rt er auf? Und was macht er mit unserer Gesellschaft? Darum geht es auch in unserem Chart der Woche. Denn wir haben die Deutschen gefragt, ob sie der Aussage zustimmen. F\u00fcr Egoismus ist in unserer Gesellschaft immer weniger Platz. Wir m\u00fcssen mehr zusammenhalten. Uli, magst du einmal vorstellen, was die Deutschen dazu gesagt haben? Ja, grunds\u00e4tzlich ist die Zustimmung nat\u00fcrlich sehr hoch. Da sagen fast 9 von 10, also 89 Prozent stimmen der Aussage eben zu. Wenn wir uns das zum Zeitvergleich anschauen. Und wir haben die Frage, ich glaube schon zehnmal gestellt im Laufe der Geschichte. Jetzt einfach mal, wei\u00df nicht, vor acht Jahren oder vor zehn Jahren waren es 86 Prozent. Also nochmal eine Steigerung. Was immer auch auff\u00e4llig ist, so ist es auch in diesem Jahr eben gewesen, dass mit dem Alter die Zustimmung zunimmt. Also bei den unter 30-J\u00e4hrigen sind es auch 82 Prozent, also wirklich eine \u00fcberragende Mehrheit. Bei den \u00e4lteren 65 plus sind es 95 Prozent. Also da merkt man nat\u00fcrlich schon, dass vielleicht \u00c4ltere auch eher auf Hilfe angewiesen sind und die Notwendigkeit eben eher sp\u00fcren. Wie kommt es denn, dass die Zustimmung so hoch ist? Liegt es daran, dass man das Gef\u00fchl hat, dass in unserer Gesellschaft eben sehr, sehr viel Egoismus vorherrscht? Naja, grunds\u00e4tzlich ist nat\u00fcrlich, leben wir in unsicheren Zeiten. Also ob es jetzt irgendwelche geopolitischen Spannungen sind, wirtschaftliche Krisen. Man hat eben das Bed\u00fcrfnis nach Stabilit\u00e4t, nach irgendwie gemeinschaftlichen L\u00f6sungen. Und wir sp\u00fcren eben, und das tut die gro\u00dfe Mehrheit der Bev\u00f6lkerung, dass gegenseitige Unterst\u00fctzung jetzt angesagt w\u00e4re. Und dass man sich eben nicht auf sich selbst nur konzentrieren sollte. Zus\u00e4tzlich, das merken wir sicherlich auch. Das haben wir auch bei der Wahl in Amerika vor wenigen Wochen gesehen, dass nat\u00fcrlich diese Polarisierung und gesellschaftliche Spaltung den Wunsch nach Einheit auch ein St\u00fcck weit unterst\u00fctzt. Also wir wollen halt eben nicht nur schwarz und wei\u00df. Wir wollen nicht, dass es alles nur egoistisch und individuell nach vorne gebracht wird. Sondern man sucht nat\u00fcrlich schon wieder Gemeinschaft, Geselligkeit, gegenseitige R\u00fccksichtsnahme. Das ist schon etwas, was sicherlich als Gr\u00fcnde angef\u00fchrt werden kann. Wie kommt es, dass der Egoismus sich denn so ausgebreitet hat? Das ist etwas Neues aktuell. Du sagtest, wir haben ja diese Frage schon h\u00e4ufig gestellt. Ja gut, wenn man sich das jetzt vielleicht wissenschaftlich einmal n\u00e4her anschaut, dann muss man sicherlich sagen, so dieser Neoliberalismus, den man ja als Idee dann auch viele Jahrzehnte nach vorne gebracht hat. Da steht einfach das Individuum im Mittelpunkt und jeder soll sich erstmal um sich selbst k\u00fcmmern. Das f\u00fchrt nat\u00fcrlich dann dazu, dass so ein bisschen dieses Ich zuerst nach vorne gebracht wird. Das f\u00fchrt wieder dazu, dass Menschen dann vielleicht auch Angst haben, gestresst sind, wenn sie sich eben nicht egoistisch verhalten. Das ist sicherlich eine Entwicklung, die sich jetzt \u00fcber viele, viele Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte lang durchgesetzt hat. Auch wenn man sich das international anschaut, ist es ja je wohlhabender ein Land ist, desto eher ist der Individualismus ausgepr\u00e4gt. Das kollektiver Handeln wird unattraktiver. Also das merken wir schon, dass das nat\u00fcrlich etwas ist, was sich einfach \u00fcber die Zeit dann durchgesetzt hat. Wobei, ich meine, du bist ja sehr erfahren und hast die Welt auch viel gesehen in L\u00e4ndern, wo vielleicht der Standard nicht ganz so hoch ist. Da ist der Individualismus ja nicht so stark ausgepr\u00e4gt. Das stimmt. Ja, da ist der Zusammenhalt gr\u00f6\u00dfer und die Kooperation auf jeden Fall auch gr\u00f6\u00dfer. Ja, ich wei\u00df, dass du mir damals auch von S\u00fcdamerika und Mittelamerika erz\u00e4hlt hast, dass die Leute echt wenig hatten, aber trotzdem sehr... Viel gegeben haben. Enorm, oder? Und ich meine, wenn du das jetzt wieder vergleichst, westliche L\u00e4nder, es gibt nat\u00fcrlich die Ausnahmen. Skandinavien setzt sehr stark auf Kooperation statt Wettbewerb. Japan ist eher das kulturell, traditionell bedingt. Aber die meisten westlichen L\u00e4nder sind eben doch eher individualistisch und eher damit auch egoistisch. Liegt das vielleicht auch daran, dass wenn man das Gef\u00fchl hat, viel verlieren zu k\u00f6nnen, dass man es dann eben auch mehr festhalten m\u00f6chte. Also ich habe da auch mal eine Studie dazu gelesen, da geht es eben auch mit dem Einkommen einher, dass Menschen eben tendenziell mehr Sorge haben und mehr Angst haben, sozial abzurutschen, je h\u00f6her das mit dem steigenden Einkommen. Das stimmt sicherlich. Das ist ja immer diese Angst, dass man abrutscht, auch weil andere aufholen. Was nat\u00fcrlich unlogisch ist. Das ist immer dieses klassische Beispiel, dass es ja Untersuchungen gibt, auch in Deutschland, wenn man jetzt Angebote bekommt, du verdienst, ich nenne es irgendeine Summe, 4.000 und alle anderen verdienen 3.500. Oder du verdienst 4.500, aber alle anderen verdienen 5.000. Dann w\u00fcrden irgendwie zwei Drittel die 4.000 nehmen. Hauptsache sie verdienen mehr als die anderen in ihrer Abteilung. Was nat\u00fcrlich nicht logisch ist. Du willst einfach 500 Euro am Ende des Monats mehr haben. V\u00f6llig egal, was die anderen verdienen. Aber da sind wir ja beim Punkt, ich finde Egoismus, und deswegen haben wir auch vorhin ja so viel diskutiert, ist in ganz vielen Punkten einfach nicht logisch. Das stimmt. Also wenn wir im Urlaub an die reservierten Liegen am Pool denken, jeder h\u00e4tte ja viel mehr davon, wenn man einfach nur die Liege benutzt, wenn man sie gerade braucht. Total. Aber dieses Reservieren, sich in Wecker stellen, extra fr\u00fch aufstehen, die ganze Zeit diesen Stress haben, etwas verteidigen zu m\u00fcssen, das ist ja total unlogisch. Total. Also es w\u00e4re nat\u00fcrlich einfach, wie du sagst, erstmal willst du wahrscheinlich nicht zw\u00f6lf Stunden am Pool liegen. Und es w\u00e4re dann auch einfach f\u00fcr dich angenehm, wenn du die zwei Stunden am Pool liegen willst, dass du da eine tolle Liege irgendwie hast, die gerade frei ist, aber nicht, dass 80 Prozent der Liegen unbenutzt sind, aber mit dem Handtuch belegt sind, f\u00fcr den Fall, dass du Lust hast, dich da gerade hinzulegen. Also kennt man ja in vielen Situationen, der Mensch handelt da nicht unbedingt rational, sondern wirklich eher egoistisch und damit an sich kontraproduktiv. Noch so ein gutes Beispiel empfinde ich im Stra\u00dfenverkehr, wenn es um das Rei\u00dfverschlussprinzip geht. Von der Baustelle. Genau, richtig. Sch\u00f6nes Beispiel. Viele sich schon ganz, ganz fr\u00fch meinen, also diese vorauseilende Gehorsam ganz fr\u00fch schon einordnen und dann aber am Ende andere nicht reinlassen, weil sie dann das Gef\u00fchl haben, ich habe ja schon l\u00e4nger gewartet oder ich wei\u00df nicht, was in den K\u00f6pfen vor sich geht. Ja, auch ein sch\u00f6nes Beispiel daf\u00fcr, wo nat\u00fcrlich dann einfach wird es kooperativ sein, wird es weniger Stau geben. Also w\u00fcrden alle bis zum Ende vorfahren und dann einfach Rei\u00dfverschluss, jeder wird kurz ein bisschen abbremsen, aneinander reinlassen, w\u00e4re die Staugefahr viel geringer, als dass man jetzt sagt, man ordnet sich zwei Kilometer vorher links ein. Also das sind so Dinge, ja, wie die Handt\u00fccher. Es gibt das nat\u00fcrlich aber auch auf gr\u00f6\u00dferer Ebene. Also wenn du jetzt irgendwie, was ich, Monopole anschaust, wo auch irgendwie wird egoistisch gehandelt, mache ich an sich weniger Gewinn, weil ich irgendwie meine eigenen Marktanteile vielleicht erh\u00f6hen will, als dass ich mich darauf einlassen w\u00fcrde. Alle haben dieselben Preise. In der R\u00fcstungsindustrie kennen wir es, muss jedes Land immer weiter aufr\u00fcsten. Auch nicht unbedingt logisch, w\u00e4re ja logischer abzur\u00fcsten. K\u00f6nnte man Geld f\u00fcr andere Dinge ausgeben. Also es gibt es nat\u00fcrlich auch in anderen. Umweltschutz. Auch ein sehr sch\u00f6nes Beispiel. Ja klar, also w\u00fcrden wir jetzt nicht immer nur auf andere schauen und sagen, ja, wenn Deutschland was macht, das lohnt sich ja nicht, solange China und die USA nicht mitmachen. China und die USA aber irgendwie sagen, ja, Deutschland macht ja was, wir m\u00fcssen es nicht machen. Also das ist nat\u00fcrlich alles letztendlich nicht klug. Man sollte eher dazu \u00fcbergehen, sich gegenseitig zu unterst\u00fctzen und selber Sachen in die Hand zu nehmen, auch im Alltag. Also es ist ja auch bei vielen Dingen, dass da Sachen einfach nicht klug sind. Der Egoismus ist nicht klug und unlogisch. Und ich finde, h\u00e4ufig setzt er auch ein negatives Bild von meinem Gegen\u00fcber voraus. Also ich finde ja, viele denken dann immer, jemand macht etwas aus Boshaftigkeit oder um mir zu schaden. Also der dr\u00e4ngelt sich vor, damit ich l\u00e4nger warten muss. Oder er hat sein M\u00fcll liegen lassen, weil er so faul ist und ich soll das jetzt f\u00fcr den wegr\u00e4umen. Aber ich finde, was da ja auch einfach hilft, diesen Egoismus ein bisschen abzubauen, ist dieses negative Bild von anderen Menschen. Vielleicht dr\u00e4ngelt die Person sich vor, weil sie einen Notfall hat, weil es ihr schlecht geht. Weil vielleicht wurde der M\u00fcll liegen gelassen, weil halt auch in dem Moment die Person \u00fcberfordert war und schnell los musste. Oder in der WG die Kaffeetasse wurde nicht abgewaschen, weil man musste halt schnell noch die Bahn bekommen. Und wenn man da halt immer das Negative sieht im Gegen\u00fcber und sagt, der hat das gemacht, um mich zu \u00e4rgern, dann ist es nat\u00fcrlich auch wie bei der R\u00fcstungsindustrie, dann verh\u00e4rten sich die Fronten. Ja, aber das ist ein super Beispiel. Also das sagt nat\u00fcrlich die Forschung auch, dass Egoismus einfach ansteckend ist. Also wenn du das Gef\u00fchl hast, die anderen sind egoistisch, dann handelst du eben auch eher egoistisch. Und dieses WG-Beispiel ist so ein klassisches. Also da wurde die Kaffeetasse nicht abgewaschen. Die wasche ich jetzt nicht mit ab, sondern ich wasche nur meine eigene ab. Und dadurch habe ich aber den Nachteil, dass es in der K\u00fcche dann vielleicht irgendwann nicht mehr aufger\u00e4umt ist, weil es sich hochsteigert. Anstatt zu sagen, n\u00e4chstes Mal muss ich vielleicht die Bahn erreichen und du w\u00e4schst die Tasse f\u00fcr mich ab. Also w\u00fcrde ja viel besser funktionieren. Aber da ist eben dieses Misstrauen ist ein Riesenproblem in der deutschen Gesellschaft. Muss man ganz klar sagen. Man hat immer das Gef\u00fchl, man zieht dann eben einen Nachteil auf sich. Ja, also dann w\u00e4re das Gegenteil an sich ja Kooperation. Also Zusammenhalt, Gemeinschaft. Jeder macht f\u00fcr jeden ein bisschen mit. Wenn jeder an den anderen denkt, dann ist an jeden gedacht. Das stimmt. Wobei man nat\u00fcrlich auch nicht vergessen darf, also Egoismus, man redet sich ja auch viele Sachen sch\u00f6n. Also das ist auch dieses, wenn du irgendwie jetzt deine Kaffeetasse nicht abw\u00e4scht oder den M\u00fcll liegen l\u00e4sst oder was ich noch schnell eben bei dunkel, gelb \u00fcber die Ampel huscht, das war ja noch okay. Aber beim n\u00e4chsten wird es sich aufregen, der es irgendwie macht, weil die Schule der Kinder da irgendwie nach N\u00e4he ist. Also es ist ja auch, selbst neigt man schnell dazu, Gr\u00fcnde f\u00fcr das eigene Verhalten immer zu suchen, dass es ja noch eben okay ist und ich dehne das dann so ein bisschen. Bei anderen rege ich mich dann halt umso doller auf. Also das ist nat\u00fcrlich auch immer eine Herausforderung, die nicht so doll ist, weil Egoismus stie\u00dft ja auch immer auf den Charakter und man hat das Gef\u00fchl, dass andere sind schlechte Menschen. Genau, nur man selber ist gut. Ich finde, das war ja auch so ein Punkt, warum wir so viel diskutiert haben. In welchen Punkten ist man denn eigentlich selber egoistisch? Denn das ist halt auch, man denkt ja immer, ja die Gesellschaft ist egoistisch, die Deutschen, die anderen, ich ja nicht. Nee, und das darf man nat\u00fcrlich auch nicht vergessen. Grunds\u00e4tzlich sind wir alle soziale Menschen und die Menschheit h\u00e4tte nicht \u00fcberlebt, wenn wir nicht miteinander kooperieren w\u00fcrden und wenn wir alle nur immer Survivors of the fittest, h\u00e4tte sich ja nicht ausgezahlt, wenn wir nicht aufeinander aufgepasst haben. Also es ist nat\u00fcrlich auch eine Entwicklung, die sich jetzt in den letzten Jahren, glaube ich, so ein bisschen nach vorne gebracht. Das haben wir auch im Zeitvergleich gesehen. Das hat \u00fcber die Zeit immer weiter zugenommen, dass die Menschen eben sagen, f\u00fcr Egoismus ist an sich kein Platz mehr. Also wir haben dieses Ich-AG-m\u00e4\u00dfig so aus den 80er, 90er Jahren, glaube ich, auch einfach zu lange fortgesetzt. Und trotzdem ist jeder immer mal ein bisschen egoistisch. Das stimmt. Also es geh\u00f6rt ja auch ein St\u00fcck weit dazu, darauf wollte ich gerade ja hinaus, dass wir ja auch als kleinen Egoisten geboren werden. Kinder. Genau. Man muss das ja auch erstmal lernen, die anderen mitzudenken. Und nicht nur an sich selbst zu denken. Und das ist nat\u00fcrlich auch, wie du deine Kinder erziehst und was du denen mitgibst und dass du irgendwie Teilen beibringst und dass du irgendwie Gemeinschaft vorlebst. Es ist ja auch eine Entwicklung, die einfach bei jedem Menschen dazugeh\u00f6rt. Nat\u00fcrlich kannst du auch nicht alles immer gleich machen. Also wir haben ja schon mal, glaube ich, im anderen Podcast auch dar\u00fcber gesprochen, jetzt dieses v\u00f6llig, man darf nicht mehr beim Fu\u00dfball verlieren und es muss alles immer unentschieden ausgehen und ich muss immer R\u00fccksicht auf alle nehmen, dass das auch so dann wieder das Pendeln in die andere Richtung ausschlagen l\u00e4sst. Aber grunds\u00e4tzlich, klar, muss man es lernen. Genauso wie es nat\u00fcrlich andere Ans\u00e4tze zur Reduzierung von Egoismus gibt. Also der Klassiker, irgendwie Solidarit\u00e4t zu f\u00f6rdern, dass man irgendwelche Sachen anspricht, dass man vielleicht auch dazu aufruft, dass man das irgendwie politisch macht. Was ich, Tempolimit ist so ein klassisches Beispiel, w\u00fcrde nat\u00fcrlich der Verkehr besser laufen, wenn man das nicht h\u00e4tte, aber w\u00e4re es bereit, irgendwie wirklich beim Tempolimit zu reduzieren. Du kannst versuchen, \u00fcber Vertrauen Sachen hinzubekommen, \u00fcber irgendwie, dass man Sachen einfach f\u00f6rdert. Ich meine, man wei\u00df es ja auch, weil du es jetzt eben angesprochen hast mit Unterschieden in den L\u00e4ndern und wei\u00df es ja auch innerhalb der Bev\u00f6lkerung, dass je h\u00f6her das Einkommen zum Beispiel ist, desto eher engagierst du dich ehrenamtlich. Jetzt kannst du wieder sagen, Einkommen h\u00e4ngt zusammen mit Bildung, das nimmt nat\u00fcrlich ein St\u00fcck weit, aber Ehrenamt nimmt zum Beispiel zu, obwohl die Leute weniger Zeit haben oder was ich Spendenbereitschaft nimmt zu. Jetzt kannst du wieder sagen, ja, Spenden ist aber auch ein St\u00fcck weit egoistisch, weil ich kann es von der Steuer absetzen, was irgendwie schwierig ist. Aber es gibt nat\u00fcrlich schon auch S\u00e4tze, um den Egoismus so ein St\u00fcck weit wieder einzufangen. Das stimmt. Aber ich finde auch wichtig ist dabei, wenn man jetzt sagt, der Egoismus muss wieder irgendwie eingefangen werden, dabei geht es ja nicht darum, sich selbst aufzugeben. Ich finde, das wird h\u00e4ufig halt eben auch verwechselt. Irgendwie, das hei\u00dft ja nicht, dass man nicht an sich selbst denken darf, denn das ist ja trotzdem auch ganz wichtig, irgendwie sein eigenes Wohlbefinden, was wir in vielen anderen Podcasts auch sagen, wenn es um die Freizeitgestaltung geht und so weiter, Dinge zu tun, die einem selber gut tun. Und das muss man nat\u00fcrlich nach vorne stellen, aber eben nicht dabei auf Kosten anderer. Das stimmt. Das ist so dieser feine Grad zwischen, wo f\u00e4ngt Egoismus an und wo h\u00f6rt er auf, wo ist noch, ich k\u00fcmmere mich um mich selbst und meine Bed\u00fcrfnisse, dass es mir gut geht in der Situation. Und ja. Schade ich dadurch aber nicht anderen. Ja, nat\u00fcrlich total. Also es ist f\u00fcr mich so, jetzt wieder aus dem Pers\u00f6nlichen heraus, ist zum Beispiel, wenn ich auf Konzerte gehe, jetzt bin ich ja relativ gro\u00df und nehme nat\u00fcrlich den Leuten hinter mir die Sicht, muss ich jetzt irgendwie vorne in der ersten Reihe stehen, vielleicht nicht und kann ich da nicht eher am Rand stehen, bin trotzdem relativ nah vorne dran, aber alle anderen k\u00f6nnen auch noch sehen oder stehe ich dann vielleicht eher da, wo andere gro\u00dfe Menschen stehen und kriege trotzdem irgendwie das Konzert mit. Also vielleicht ist es da noch so ein bisschen dieses Miteinander teilen, dass alle was davon haben und nicht daf\u00fcr irgendwie, ich habe daf\u00fcr bezahlt, ich will jetzt aber ganz vorne stehen und alle anderen ist mir egal. Das ist nat\u00fcrlich noch ein ganz wichtiger Punkt, wenn man f\u00fcr etwas bezahlt hat. Dann darf ich egoistisch sein. Zeit rennt schon wieder. Prognose, was meinst, wo geht es hin? Also ich glaube nat\u00fcrlich, dass der Wunsch nach Zusammenhalt in unserer Gesellschaft wahnsinnig gro\u00df ist und dass es, glaube ich, im Kleinen auch immer mehr geschieht. Also es gibt ja so eine Besinnung auf die Kernfamilie wieder, den R\u00fcckzug in die eigenen vier W\u00e4nde, gerade in so schwierigen Umbruchszeiten. Gesamtgesellschaftlich wird es, glaube ich, noch ein bisschen dauern, weil es nat\u00fcrlich dann irgendwie schwieriger ist, es ist immer noch ein bisschen abstrakter, zwischen einem selbst und den anderen zu unterscheiden, wenn es auf h\u00f6heren strukturellen Ebenen ist. Aber ja, was sagst du denn, Uli? Ich glaube nat\u00fcrlich, dass es letztendlich an uns wieder h\u00e4ngt, also am Menschen selber. Also wir m\u00fcssen anfangen, glaube ich, so im Kleinen und wir sind ja, in deiner Familie wirst du wahrscheinlich weniger egoistisch sein, als jetzt irgendwie im Supermarkt. Also dass man es versucht, einfach so auch \u00fcber seinen eigenen Kreis hinaus zu machen und letztendlich bist du halt nicht nur, keine Ahnung, Mutter, Freundin, Ehefrau und diese ganzen Sachen, sondern du bist halt auch Nachbarin und B\u00fcrgerin und Eink\u00e4uferin im Supermarkt. Und wenn man sich dann irgendwie vielleicht nicht vordr\u00e4ngelt oder dies nicht macht oder das nicht macht, das ist, glaube ich, schon was Gutes. Was ich aber auch, das haben wir jetzt heute gar nicht thematisiert, diesen zweiten Teil der Frage war ja auch, wir m\u00fcssen mehr zusammenhalten. Also weil halt nat\u00fcrlich das Vertrauen in die gro\u00dfen Institutionen leidet und wir der Politik, den Medien, der Wirtschaft, den Kirchen und sowas haben wir auch schon oft thematisiert, weniger Vertrauen, obwohl wir es oftmals k\u00f6nnen, das will ich damit gar nicht in Abrede stellen, ist es halt einfach, dass wir als Menschen zusehen m\u00fcssen, dass wir ein harmonischeres Miteinander hinbekommen, indem wir selber anfangen und nicht darauf warten, dass es jemand anderes f\u00fcr uns macht. Ja. Und ein Tipp, einfach mal das Gute im Gegen\u00fcbersehen. Das stimmt. Das tue ich bei dir immer. In diesem Sinne, macht's gut. Bis n\u00e4chste Woche. Bis n\u00e4chste Woche. Ciao. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wurde produziert von wortlieferant.de , 2020"},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kein Platz f\u00fcr Egoismus: Warum unsere Gesellschaft mehr Zusammenhalt braucht - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Welche Ans\u00e4tze gibt es, um Mitgef\u00fchl in der Bev\u00f6lkerung zu f\u00f6rdern und gemeinsam an einer solidarischen Zukunft zu arbeiten?\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/no-room-for-egoism-why-our-society-needs-more-cohesion\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kein Platz f\u00fcr Egoismus: Warum unsere Gesellschaft mehr Zusammenhalt braucht - 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