{"id":5221,"date":"2024-12-26T05:13:28","date_gmt":"2024-12-26T04:13:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5221"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"leisure-time-in-focus-how-money-influences-our-activities-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/freizeit-im-fokus-wie-geld-unsere-aktivitaeten-beeinflusst-2\/","title":{"rendered":"Leisure time in focus: How money influences our activities"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leisure time means relaxation, experiences and time for yourself - or does it? For many, it also means spending money, and more than they would like. The leisure industry is booming and growing rapidly, which raises the question: How free are we really in our leisure activities when the budget often sets the pace?<\/p>\n<p>In this episode, find out what lies behind the \"do-it-for-me\" illusion, what Germans' (free) leisure desires look like and what we can do as a society to shape the future of leisure according to our needs.<br \/>\nIn this episode, find out not only why selfishness is often irrational and how it increases mistrust between people, but also what approaches there are to promote compassion and work together towards a future of solidarity.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5221","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 3 - Folge 42","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/69-freizeit-im-fokus-wie-geld-unsere-aktivitaten-beeinflusst\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1692537-m-58b7a76802bc132105ab7b4edebe0202.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Uli, stell dir mal einen Tag vor, an dem du in deiner Freizeit kein Geld ausgeben w\u00fcrdest oder ein Wochenende. Du kannst kein Netflix gucken, kannst nicht ins Caf\u00e9 gehen, nicht ins Schwimmbad gehen. Was w\u00fcrdest du dann tun? Also auf den ersten Blick h\u00f6rt es sich erstmal traumhaft an, weil ich h\u00e4tte jetzt irgendwie kein schlechtes Gewissen, Geld auszugeben, was ja typisch deutsch an dieser Stelle wieder ist. Also das merke ich, wenn ich in den USA bin, das ist da viel einfacher, das Geld auszugeben f\u00fcr die Menschen oder auch f\u00fcr mich als hierzulande. Aber klar, man w\u00fcrde wahrscheinlich eher Sachen machen, die ruhig sind. Also irgendwie in die Natur gehen, an den Badesee gehen, sich mit Freunden treffen und irgendwie Karten spielen. Klar, auch das Kartenspiel m\u00fcsste ja irgendwann gekauft worden sein, aber es ist vielleicht doch vorhanden. Also solche Sachen an sich eher eine ruhigere Freizeit, glaube ich. Ja, ich finde, dir f\u00e4llt das jetzt \u00fcberraschend leicht. Ich gebe die Frage jetzt zur\u00fcck, dir w\u00fcrde es schwerfallen. Deine Freizeit zu stellen. Ja, tats\u00e4chlich habe ich schon ein bisschen l\u00e4nger dar\u00fcber nachgedacht, wie ich jetzt so die Nachmittage oder so ein ganzes Wochenende gestalten w\u00fcrde, wenn ich gar kein Geld ausgeben w\u00fcrde. Aber ich k\u00f6nnte ja nicht ins Zoo gehen, ich k\u00f6nnte nicht in den Tierpark gehen, nicht ins Schwimmbad gehen, nicht Kaffee trinken gehen. Du k\u00f6nntest schlafen, Mittagsschlaf machen, einfach nur zu Hause auf der Terrasse chillen. Was f\u00fcr ein Traum. Das stimmt nat\u00fcrlich. Aber genau darum soll es ja in unserer heutigen Podcast-Folge gehen. Das stimmt. Bevor wir da jetzt n\u00e4mlich n\u00e4her drauf eingehen, noch einmal unser Chart der Woche. Wir haben n\u00e4mlich die Deutschen gefragt, ob sie der Meinung sind, dass sie in ihrer Freizeitgestaltung mehr von kostenpflichtigen Angeboten abh\u00e4ngig sind, als ihnen lieb ist. Und das Ergebnis war ja doch schon, dass es dahin tendiert hat. Es war immerhin jeder Zweite, der der Aussage zugestimmt hat. Je j\u00fcnger, desto eher war die Zustimmung da. Bei den unter 30-J\u00e4hrigen zum Beispiel waren es dann schon 60 Prozent. In Stimme nicht zu, waren so gut jeder Dritte und dann aber auch fast jeder Achte, der eben gesagt hat, wei\u00df ich auch nicht. Also das w\u00fcrde ich mir so ein St\u00fcck weit erkl\u00e4ren mit, als mir lieb ist. Also wahrscheinlich ist f\u00fcr einen Teil der Bev\u00f6lkerung auch einfach es okay. Ja, das geh\u00f6rt halt so dazu. Genau, dass ich einfach Geld f\u00fcrs, wie du gesagt hast, f\u00fcrs Netflix-Abo ausgebe, dass ich Geld irgendwie f\u00fcrs Theater-Abo ausgehe, f\u00fcrs Fitnessstudio, f\u00fcr den Kinobesuch, f\u00fcr was auch immer. Dass es einfach okay ist. Was kostet, ist eben dann auch was wert. Genau. Spannend fand ich allerdings, dass die unter 30-J\u00e4hrigen schon deutlich h\u00e4ufiger sagen, dass sie eben mehr Geld ausgeben m\u00fcssen in der Freizeit, als ihnen lieb ist, als die \u00e4ltere Bev\u00f6lkerung. Ja, also weil nat\u00fcrlich auch viele Konsumangebote, glaube ich, eher auf die junge Generation ausgerichtet sind. Und dann ist da auch das Gef\u00fchl, dass du halt wahrscheinlich nicht so viel Geld hast, wie wenn du \u00e4lter wirst und dann irgendwie im Beruf drin bist oder das Geld eher vorhanden ist. Und diese ganzen M\u00f6glichkeiten dann auszuw\u00e4hlen, hat man wahrscheinlich das Gef\u00fchl, Mensch, ist doch alles ganz sch\u00f6n teuer oder teuer geworden. Und das st\u00f6rt einen dann selber. Aber h\u00e4ngt das dann vielleicht nicht auch damit zusammen, dass man das Gef\u00fchl hat, in unserer Konsumgesellschaft muss man Geld ausgeben, um Spa\u00df zu haben. Ich muss irgendwo Eintritt bezahlen, um dabei zu sein. Und alles, was so kostenlos ist, ist gleichzeitig so ein bisschen langweilig und minderwertig. Ja, also klar. Also wenn du es jetzt wieder von der Seite anguckst, haben wir auch schon mal im Podcast thematisiert, dieses Fear of Missing Out, dass man das Gef\u00fchl hat, ich muss dabei sein. Ich muss danach irgendwie drauf zu posten. Ich muss davon berichten. Ich war dabei. Wenn du mir das Ganze anschaust bei Social Media, hast du immer das Gef\u00fchl, die anderen machen wahnsinnig kostenintensive Sachen, die teuer sind. Da will ich dann irgendwie halt mithalten. Nat\u00fcrlich darf man aber auch nicht vergessen, erstmal Sachen, die Geld kosten. Die kosten ja aus gutem Grund dann auch Geld. Also weil irgendwie eine Dienstleistung vorgehalten wird, weil irgendwie ein Erlebnis vorgehalten wird, weil irgendein Produkt vorgehalten wird. Und es ist nat\u00fcrlich klar, dass das auch dann was mit uns macht. Andere \u00fcbernehmen halt die Verantwortung, damit es uns gut geht und wollen sich daf\u00fcr nat\u00fcrlich bezahlen lassen. Ja, es ist nat\u00fcrlich sch\u00f6n einfach. Also ich meine, die Freizeit soll ja auch der Erholung dienen in erster Linie. Dementsprechend ist es nat\u00fcrlich auch verst\u00e4ndlich, dass man dann diesen einfachen Weg geht. Ich bezahle andere daf\u00fcr, dass sie mich berieseln, entertainen oder was auch immer. Das stimmt. Und man darf nat\u00fcrlich auch nicht jetzt die Vorteile vergessen. Also wenn du f\u00fcr irgendetwas bezahlst, sei es klassisch f\u00fcr ein Erlebnis zum Beispiel, das bleibt dir l\u00e4nger im Ged\u00e4chtnis. Da ziehst du l\u00e4nger positive Energie raus. Da ist dann die soziale Anerkennung h\u00f6her. Das ist einfach auch klassisch. Also ob du jetzt irgendwie das Wochenende auf einem tollen Festival irgendwie in Holland warst oder ob du irgendwie am Wochenende am Badesee verbracht hast. Das ist nat\u00fcrlich, wenn du dann am Montag in der Stiftung jetzt davon erz\u00e4hlst, hat es schon irgendwie zumindest eine andere Wirkung. Ob es das besser oder schlechter ist, will ich gar nicht sagen. Aber es hat auf alle F\u00e4lle erstmal eine andere Aussagekraft. Ja. Was spannend war, war eine Studie, die ich dazu gelesen habe, dass es Ich-mach-das-f\u00fcr-mich-L\u00fcge gibt. Was ist das? Die meisten Leute behaupten ja in ihrer Freizeit, ich mache das f\u00fcr mich, weil ich das so gerne wollte. Aber tats\u00e4chlich wurde herausgefunden, dass die meisten Sachen, die wir tun, gepr\u00e4gt sind von Trends und sozialen Medien. Also das, was man von au\u00dfen gesehen hat. Und da kam halt eben bei raus, die Leute wurden lange befragt und so weiter, dass es an sich eine L\u00fcge ist, dieses Ich-mach-das-f\u00fcr-mich-ganz-viel. Und auch gerade von den kostenpflichtigen Freizeitaktivit\u00e4ten, die macht man, weil alle anderen das machen. Weil es ein Trend ist, weil man es gesehen hat. Genau, also das ist total richtig. Also was wir ja vorher so ein bisschen hatten, ist es nat\u00fcrlich die Industrie, die auch dahinter steckt. Also das ist ja auch darauf irgendwie ausgerichtet, dass du dann dar\u00fcber berichtest, dass die ganzen sozialen Medien da mit reinspielen. Nat\u00fcrlich sind wir auch alle nur Opfer der Industrie irgendwie. Und Werbung spielt da sicherlich mit rein. Und der Druck spielt da mit rein. Und die ganzen cleveren Sachen, die irgendwie vorbereitet werden, damit wir auch irgendwo h\u00e4ngenbleiben. Ich meine, du sagst Industrie, es gibt ja wirklich eben die Freizeitindustrie. Also Freizeit als Wirtschaftsfaktor. ist ja einfach eine der schnellst wachsenden Branchen der Welt. Und auch eine total zentrale. Also das ist ja auch, wenn man sich das irgendwie von der Entwicklung her anschaut, das ist schon enorm, wie wichtig die f\u00fcr die Weltwirtschaft eben auch ist. Und jetzt Freizeit kann man ja auch Konsumgesellschaft oder wie auch immer man das dann nennen m\u00f6chte nennen. Das ist schon auch gut. Also ohne das w\u00e4re es nat\u00fcrlich auch was ich. W\u00fcrde der wirtschaftliche Wohlstand gef\u00e4hrdet sein? W\u00fcrden Arbeitspl\u00e4tze gef\u00e4hrdet sein? Also das sind alles Dinge, die nat\u00fcrlich auch positiv sind. Jetzt wieder zur\u00fcck zu unserer Ursprungsfrage. Hat man oftmals das Gef\u00fchl, dass alles zu teuer ist? Und das ist dann irgendwie, dass man nicht mehr genie\u00dfen kann. Das ist sicherlich dann die Kehrseite der Medaille wieder. Also wenn wir zu viele Sachen auch hinterfragen und das Gef\u00fchl haben, naja, ich kann gar nicht mehr ohne kommerzielle Angebote. Das ist nat\u00fcrlich auch schon etwas, was dann vielleicht ein bisschen in die falsche Richtung geht. Also muss man auch zusehen, dass es immer beides gibt. Das stimmt. Was kann man denn kostenlos machen? Wir haben ja immer den Freizeitmonitor als Hintergrund zu der Frage, wo wir ja weit \u00fcber 100 Freizeitaktivit\u00e4ten abfragen. Wenn wir uns das mal anschauen, gibt es da so Auff\u00e4lligkeiten, was machen die Deutschen als kostenlose Freizeitaktivit\u00e4t? Ja, also du kannst es ja an diese 100 Aktivit\u00e4ten so ein bisschen dreiteilen. Also einerseits klassisch, was mit direkten Geldausgaben verbunden ist. Also Theaterbesuch, Freizeitparkbesuch, Schwimmbad, solche Sachen. Dann gibt es so eine zweite Gruppe, das sind so diese indirekten Sachen. Also keine Ahnung, Fernsehen gucken. Irgendwie musst du dir irgendwann ein Fernsehger\u00e4t anschaffen oder irgendwie im Internet rumsurfen. Nat\u00fcrlich musst du irgendwie monatlich deine WLAN-Geb\u00fchren irgendwie f\u00fcr zahlen und deine Internetkosten hast du irgendwie. Das sind also diese indirekten Ausgaben. Und dann ist eben die dritte Kategorie, die erstmal n\u00e4mlich mit Ausgaben verbunden sind. Das sind viele Dinge, die drau\u00dfen stattfinden. Was ich immer auff\u00e4llig finde, es sind aber vor allem Dinge, die eben sozialer Natur sind. Und wenn wir dann wie diese zweite Frage, die wir beim Freizeitmonitor immer drin haben, was w\u00fcrden die Menschen gerne h\u00e4ufiger machen, sind sie an sich genau die Sachen, die genannt werden. Also mehr Regeneration und mehr soziale Aktivit\u00e4ten. Also Mittagsschlaf machen, \u00f6fter ausschlafen, K\u00e4ffchen trinken, mit Freunden treffen, mit Freunden was spielen, mit Freunden was unternehmen, spazieren gehen. Diese ganzen Sachen sind die gr\u00f6\u00dften W\u00fcnsche in der Freizeit. Das sind an sich kostenfreie Dinge. Ja. Also da nicht nur, dass wir oftmals beim Freizeitmonitor sagen, warum schaffen wir es nicht, das zu machen, was wir eigentlich wollen, sondern sich f\u00fcr das auch noch die Sache, wo man echt viel Geld schwanken k\u00f6nnte. Stimmt. Genau dein Traumwochenende, wie du es am Anfang beschrieben hast. Man merkt, dass ich mich damit auseinandersetze. Nein. Ja, bei den indirekten Ausgaben, w\u00fcrde ich sagen, fallen ja auch noch diese ganzen Abo-Modelle damit zu. Das stimmt. Und das sind nat\u00fcrlich oftmals Sachen, die man so gar nicht richtig wahrnimmt. Und dann irgendwie kriegt man, wenn man es mal zusammenrechnet, ist es, glaube ich, schon nicht einfach. Also ich wei\u00df, der Klassiker ist ja, oftmals das Abo f\u00fcrs Fitnessstudio. Also was oftmals recht kostenintensiv ist. Und am Anfang geht man relativ regelm\u00e4\u00dfig hin. Aber die Vertr\u00e4ge sind dann eben oftmals doch f\u00fcr ein ganzes Jahr. Und stellt man dann nach wenigen Monaten fest, ach, jetzt gehe ich da noch einmal die Woche hin. Jetzt gehe ich noch irgendwie zweimal im Monat hin. Jetzt gehe ich gar nicht mehr hin, weil irgendwie Sommer und Ferien. Und dann setze ich mal wieder aus. Dass das nat\u00fcrlich auch so diese Kosten sind. Ich will jetzt nicht sagen versteckte Kosten in der Freizeit, aber die eben auch enorm da sind. Das gibt nat\u00fcrlich viele Beispiele. Ja, genau. Also diese ganze Erlebnis\u00f6konomie. Also man kann ja auch, ich kenne ja gen\u00fcgend Leute, die haben ein Abo f\u00fcr einen Zoo oder f\u00fcr einen Museumsdorf. Die ganzen Jahreskarten, die du mit reinstehst. Richtig, genau. Das stimmt. Man hat dieses Erlebnis, man kann da jederzeit hingehen und wird entertaint. Aber bindet einen dann eben auch langfristig. Da hast du v\u00f6llig recht. Und es ist nat\u00fcrlich auch der Ansatz, der da hinter steckt. Also die Leute, am Anfang ist es vielleicht noch, hast du das Gef\u00fchl, es ist ein Schnapper, weil du gehst irgendwie siebenmal im Zoo im ersten Monat. Aber dann wird es irgendwie regnerisch. Und wie jetzt irgendwie die Zeit eher kalt drau\u00dfen, gehst du vielleicht nicht mehr jede Woche zweimal im Zoo. Also dann ist es vielleicht eher seltener. Das stimmt schon. Und ich finde aber halt auch, nat\u00fcrlich auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass kostenlose Angebote nat\u00fcrlich eben auch angeboten werden m\u00fcssen. Und das ist ja gerade in l\u00e4ndlichen Gebieten eben vielleicht nicht so viel, also es eine geringere Zug\u00e4nglichkeit gibt. Das stimmt. Und das ist, als wir am Anfang \u00fcber die Zahlen gesprochen haben, war auch so ein Gedanke, das man nat\u00fcrlich auch nicht vergessen darf, nicht nur Unterschiede beim Alter, sondern nat\u00fcrlich auch riesengro\u00dfe Unterschiede beim Einkommen. Also je geringer dein Einkommen ist, desto eher hast du das Gef\u00fchl, dass du von Sachen abh\u00e4ngig bist, mehr als dir lieb ist, weil du einfach nicht das Geld hast. Also wenn du jetzt irgendwie nat\u00fcrlich dir keine Gedanken dar\u00fcber machen musst, ob du, wei\u00df nicht, heute ins Kino gehst, morgen ins Theater gehst, \u00fcbermorgen zum Fu\u00dfball gehst und am Wochenende aufs Konzert gehst, ist nat\u00fcrlich was ganz anderes, als dass du jetzt genau nachrechnen musst, gerade mit Familien oder Alleinerziehenden, dann kann ich mir das eigentlich leisten, ins Schwimmbad zu gehen oder ins Kino zu gehen, weil das Geld doch relativ knapp ist. Also da ist es nat\u00fcrlich nicht so ganz einfach. Ja, das stimmt. Was ich aber das war mit der Gedanke, nach ganz kurz, wenn ich unterbrechen darf, ist nat\u00fcrlich auch, dass viele Sachen einfach auch vorgehalten werden, die kostenfrei sind. Also das ist nat\u00fcrlich auch immer Aufgabe des Staates. Also nat\u00fcrlich sind die ganzen Naherholungsgebiete, die Parks, die wir in der Stadt haben, die Fl\u00fcsse, die Seen, Wanderwege, diese ganzen Sachen sind nat\u00fcrlich erstmal auch vorgehalten als Freizeitorte der Erholung, der Geselligkeit, der Gemeinschaft, die erstmal keine Kosten verursachen. Oder was ich jetzt Bibliotheken als Standard denke, was nat\u00fcrlich auch jetzt erstmal, klar hast du irgendwie wahrscheinlich eine Aufnahmegeb\u00fchr oder eine Jahresgeb\u00fchr, aber trotzdem kannst du nat\u00fcrlich f\u00fcr kleines Geld dann viele Medien da nutzen, die ja die Ausleihen, CDs ausleihen, DVDs ausleihen, alles machen. Genau. Und tats\u00e4chlich machen das ja auch wiederum dann sehr, sehr viele Ehrenamtliche. Das f\u00e4llt mir gerade ein, wieder zu einem anderen Podcast, den wir ja schon mal hatten. Also damit die Gemeinschaft oder die Gesellschaft zusammenh\u00e4lt, braucht man eben auch sehr viel Engagement, Ehrenamt. Und das findet eben ganz, ganz viel ja in solchen Parkst\u00e4dten. Ich wei\u00df, da gibt es dann ehrenamtliche F\u00fchrungen oder in der B\u00fccherei wird vorgelesen und so weiter. Kirchen, alles, ja. Kein Sport, genau. Ganz stark, klar. Also finde ich, ist ja auch was Wichtiges. Und wie gesagt, ich glaube ja, weil du vorhin gefragt hast, das ist halt auch immer dieses, was die Menschen ja an sich auch ein St\u00fcck weit suchen. Also Gemeinschaft, Sinnhaftigkeit, es tut gut an, mit anderen was zusammenzumachen, tut auch gut, anderen zu helfen. Also wir hatten ja diesen Podcast erst zum Thema Egoismus. Also nat\u00fcrlich ist auch das Gegenst\u00fcck dann irgendwie daf\u00fcr da. Das ist schon was Gutes, glaube ich. Ja, also gerade bei den kostenlosen Angeboten findet man eigentlich eher noch mehr Gemeinschaft. Und Anschluss und ja, das ist eben auch was Gutes. Was meinst du denn, wie entwickelt sich das weiter? Also wird unsere Gesellschaft mehr von Konsumangeboten abh\u00e4ngig sein? Wird die Freizeit immer mehr kommerzialisiert? Also ich glaube beides. Also ich glaube nicht, dass es die eine oder andere Richtung gehen wird. Nat\u00fcrlich wird, das ist die Industrie gro\u00df und m\u00e4chtig dahinter. Das hei\u00dft, viele Sachen werden auch in Zukunft sehr recht kostenintensiv sein mit allen Folgen, die dahinter stehen. Also wenn wir jetzt eben hatten, diese Spaltung, wer kann sich was leisten? Ich glaube, das wird in Zukunft noch zunehmen. Ich glaube, es bedarf eines guten Marketings f\u00fcr kostenlose Freizeitaktivit\u00e4ten. Also da muss man sich auch irgendwann mal Gedanken dr\u00fcber machen, wie kann man das wieder nach vorne stellen, um einfach da auch attraktiv Angebote anzubieten, was die Menschen, glaube ich, wirklich wollen. Und wenn wir uns jetzt nochmal den B\u00fcrger anschauen, ich meine, es ist ja schon auff\u00e4llig, dass die Mehrheit eben sagt, sie haben das Gef\u00fchl, sie sind st\u00e4rker von Angeboten abh\u00e4ngig, die Geld kosten, als ihnen lieb sind. Also liegt es nat\u00fcrlich auch ein St\u00fcck weit an uns selbst. Und es ist vielleicht ein bisschen anstrengend, das zu machen, aber es lohnt sich wahrscheinlich. Jetzt m\u00fcssen wir uns \u00fcberlegen, was wir heute Nachmittag machen. Mal \u00fcberlegen wir uns gemeinsam, wie wir den Nachmittag verbringen, ohne Geld auszugeben und ohne st\u00e4ndig \u00fcber neue Studien, neue Podcasts und \u00e4hnliches nachzudenken. Denn die Weihnachtszeit setzt so langsam bei uns ja auch ein. Richtig, genau. Und da noch wieder ein Tipp, echte Freizeit ist ja auch ganz frei von Erwartungen und Status. Und nur das kann dann tats\u00e4chlich ja auch wirklich zur Erholung f\u00fchren, wenn man es schafft, sich da frei von \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen zu machen. Das stimmt. Und das ist ja, was wir letztendlich am liebsten wollen. Richtig. In diesem Sinne, haben wir uns jetzt noch mal. Bis dahin. Ciao.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren.\n\nDieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und da gehtagonale. 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