{"id":5320,"date":"2025-04-17T09:15:36","date_gmt":"2025-04-17T07:15:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5320"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"courage-to-commit-needs-more-consistency","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/mut-zur-bindung-braucht-es-mehr-bestaendigkeit\/","title":{"rendered":"The courage to commit: Do we need more consistency?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Our world is becoming ever more flexible, faster and more digital. But in the midst of this change, many people long for stability - in friendships, in the family or in love. So is the courage to commit a future skill that we should promote more strongly?<\/p>\n<p>In this episode, find out not only why the younger generation in particular attaches so much importance to stable relationships, but also possible future scenarios for our society - depending on whether you attach more or less importance to stability.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5320","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 7","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/77-mut-zur-bindung-braucht-es-mehr-bestandigkeit\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1849032-m-f0a1a6c6a99d4c94d35ec7beafecd121.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Heute sind wir in der dritten Folge unseres Monatsthemas Werte und wir werden \u00fcber Mut zu dauerhaften Beziehungen sprechen. Spannendes Thema. Ja, denn unsere Welt wird ja immer flexibler, schneller, digitaler und gleichzeitig sehnen sich aber ja so viele nach Best\u00e4ndigkeit, sei es in Freundschaft, in der Familie oder eben auch in Liebesbeziehungen. Ist Mut also oder Mut zur Bindung also eine Zukunftskompetenz? Das wollen wir heute mal ein bisschen er\u00f6rtern. Du brauchst doch noch keine Antwort zu geben, Uli. Noch nicht. Noch nicht. Denn am Anfang kommt ja einmal unser Chart der Woche. Magst du da einmal vorstellen, was wir da befragt haben? Stimmt, das k\u00f6nnen wir uns heute hier als erstes anschauen. Also wir haben gefragt, brauchen wir ja die Kompetenz eben Beziehungen zu f\u00fchren? Und wenn wir uns das anschauen, halten im Moment 15 Prozent der Bundesb\u00fcrger das f\u00fcr eine wichtige Eigenschaft. Das klingt jetzt erstmal ehrlicherweise nicht sehr hoch. Das darf man, also was ist das, jeder Sechste, Siebte, der erstmal sagt, das ist eine wichtige Eigenschaft. Also ein Gro\u00dfteil der Bundesb\u00fcrger sehen das nicht so. Das ist erstmal die Zahl, die wir dazu erhoben haben. Ja, das stimmt. Also ich finde auch das, ich fand es eher erschreckend niedrig. Absolut. Ich h\u00e4tte gedacht, wirklich die F\u00e4higkeit, eine langfristige Beziehung einzugehen, ist f\u00fcr die Zukunft deutlich wichtiger, als sie es vielleicht sogar noch in der Vergangenheit war. Aber wir k\u00f6nnen uns das Ganze ja auch immer nochmal nach ein bisschen Unterschieden angucken. Also nach Altersgruppe, Einkommen, Lebenssituation und so weiter. Gibt es da gro\u00dfe Unterschiede? Gro\u00df will ich jetzt nicht sagen, aber es ist schon auff\u00e4llig, dass j\u00fcngere Menschen, also jetzt unter 34-J\u00e4hrige, diesen Thema eine h\u00f6here Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcberbringen, als jetzt \u00e4ltere ab 55. Das ist schon was, was ich jetzt, meistens sind ja \u00c4ltere dann eher in l\u00e4ngerfristigen Beziehungen, erkennen ja an sich auch so ein St\u00fcck weit die Bedeutung. Aber bei J\u00fcngeren scheint das doch so ein bisschen auf ein Defizit auch hinzudeuten, dass die das nat\u00fcrlich schon gerne h\u00e4tten, aber vielleicht noch nicht so den Partner oder die Partnerin f\u00fcrs Leben gefunden haben. Wobei es ja nicht nur auf jetzt Liebesbeziehungen bezogen ist, sondern auch auf Freundschaften generell, ja auf Bindung. Ja, das stimmt. Also es ist bei den \u00c4lteren eher so, ich meine, fr\u00fcher hat man sich ja auch einfach gar nicht scheinen lassen, um jetzt nochmal bei den Liebesbeziehungen zu bleiben, dass das sowas als mehr als gegeben angesehen wird und deswegen eben keine wichtige Kompetenz f\u00fcr die Zukunft ist. Das stimmt. Also das haben wir nat\u00fcrlich auch nicht vergessen, wenn man sich jetzt auch so ein bisschen das anschaut. Also in den 50er Jahren lag die Scheidungsquote bei unter 10 Prozent. Hart gesprochen, weil Frauen nat\u00fcrlich oftmals auch gar nicht die M\u00f6glichkeiten hatten, sich scheiden zu lassen. Also weil die Abh\u00e4ngigkeit vom Mann ja sehr hoch war und das war wirklich auch noch in den 50er Jahren normal, dass obwohl das nat\u00fcrlich formal die Gleichberechtigung schon da war, dieses b\u00fcrgerliche Gesetzbuch aus der Kaiserzeit eher nach vorne gestellt wurde im Alltag immer der Mann ist das Oberhaupt der Familie, trifft alle, Entscheidung hat immer das letzte Wort, verwaltet das Verm\u00f6gen, entscheidet wo gewohnt wird und ist einfach Chef des Ganzen. Also ich wei\u00df das ja auch von meiner Mutter, die musste halt wirklich meinen Vater um Erlaubnis bitten, als sie damals einen F\u00fchrerschein machen wollte oder als sie ein Konto haben wollte. Das war schon eine andere Zeit als heute. Ja, das stimmt. Auch das Einkommen spielt aber eine interessante Rolle, fand ich. Das habe ich auch noch gesehen. Also da ist der Unterschied sogar noch ein bisschen gr\u00f6\u00dfer, denn die mit einem h\u00f6heren Einkommen sagen zu 19 Prozent, dass sie Mut zur Bindung f\u00fcr wichtig halten und mit einem geringen Einkommen sind es nur noch 14 Prozent. Ja, klingt jetzt erstmal ein bisschen paradox, finde ich. Wer finanziell abgesichert ist, glaubt ja eher demnach an langfristige Bindung. Eigentlich m\u00fcsste es ja andersrum sein, dass man dann eher die Sicherheit bei einem niedrigeren Einkommen sucht. Aber vielleicht liegt das auch so ein bisschen dran, dass nat\u00fcrlich eine finanzielle Stabilit\u00e4t Bindung auch entspannter macht. Also wenn man eben nicht um seine Existenz f\u00fcrchten muss, hat man vielleicht mehr, ich w\u00fcrde nicht sagen, emotionale Kapazit\u00e4ten, aber ist eben schon auch eher dann dabei, dass man sich um die Beziehung eher k\u00fcmmert und eher pflegt und auch wei\u00df, was man daran h\u00f6rt. Das finde ich echt spannend. Also das klingt ja fast so, als ob die F\u00e4higkeit oder die M\u00f6glichkeit, eine langfristige Beziehung zu f\u00fchren, sowas wie Luxus wird. Ich hoffe nicht, aber ja, du hast nat\u00fcrlich recht. Also demnach jetzt so ein St\u00fcck weit ja, aber ich glaube, nat\u00fcrlich werden wir in Zukunft auch die Bedeutung wieder ein St\u00fcck weit erkennen. Aber warum ist denn Mut zu Bindung so ein Zukunftsthema? Warum hast du das auch \u00fcberhaupt in unsere Befragung mit aufgenommen? Naja, wir haben ja schon \u00f6fter das Thema gehabt, dass wir so in dieser Multi-Options-Gesellschaft leben. Wir haben eben alle M\u00f6glichkeiten. Ich denke ja auch, in Beziehungen ja auch schon vieles. Also du hast irgendwelche Dating-Apps, du hast soziale Netzwerke. Also diese M\u00f6glichkeiten gab es ja in der Vergangenheit nicht. Also an sich f\u00e4llt es nat\u00fcrlich heute schon relativ leicht, sich neu zu orientieren, neue Menschen kennenzulernen. Das ist schon erstmal eine neue M\u00f6glichkeit, die wir haben. Nat\u00fcrlich gibt es auch Sachen, die jetzt nicht einfach sind. Also nehmen wir jetzt das klassische Beispiel von Tinder. Also wenn du jetzt eher auf der Suche nach einem tempor\u00e4ren Partner bist. Fakt ist einfach, 85 Prozent aller Nutzer interessieren sich f\u00fcr 15 Prozent des anderen Geschlechts. Also 85 bleiben frustriert zur\u00fcck. Da haben wir \u00fcbrigens auch mal eine ganze Folge zu gemacht zum Online-Dating, wenn das n\u00e4her interessiert. Absolut, ja. Ja, aber das ist das eine. Andererseits darf man nat\u00fcrlich nicht vergessen, dass nach wie vor ja auch viele Beziehungen online entstehen. Also um das auch nochmal deutlich zu machen, 50 Prozent sind es mittlerweile, glaube ich. Aber jetzt wenn es um das Thema Bindung geht, es ist ja jede dritte Ehe oder mehr als jede dritte Ehe in Deutschland wird auch geschieden. Hat man nicht immer gesagt, jede zweite Ehe wird geschieden? Ja, war vor 20 Jahren der Fall. Seitdem hat sich das verbessert. Also da siehst du schon so ein bisschen demografischen Wandel. Hauptgrund ist nat\u00fcrlich aber auch, dass deutlich weniger Ehen \u00fcberhaupt geschlossen werden. Also viele wollen sich ja auch nicht mehr binden, um wieder beim Thema zu bleiben und heiraten gar nicht erst. Aber mittlerweile sind es eben 36 Prozent aller Ehen, die geschieden werden. Die meisten werden \u00fcbrigens von Frauen initiiert, Scheidung. Ah, okay. Also da merkt man schon die Emanzipation. Ah, sch\u00f6nes Thema. Ja, also klar, man kann sich jetzt ja auch die Gr\u00fcnde anschauen, ist dann irgendwie fehlende Kommunikation, Auseinanderleben, nat\u00fcrlich auch das Thema Untreue. Aber diese Kommunikation und Auseinanderleben, das ist nat\u00fcrlich etwas, was fr\u00fcher Frauen einfach dann auch nicht nach vorne stellen konnten, weil die Abh\u00e4ngigkeit eben da war, was wir eben gesprochen haben. Ja. Ja. Ja.\n\nJa. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Zahl zu nennen, die Anzahl von Freunden ist einfach r\u00fcckl\u00e4ufig. Also Freunde wird oftmals definiert, du hast einen Freund, wenn du den in einer Notsituation, ist der sofort f\u00fcr dich da. Und ich wei\u00df keine Zahl f\u00fcr Deutschland, aber in den USA hat sich die Anzahl innerhalb von einer Generation halbiert. Also von sieben guten Freunden auf drei. Und das ist nat\u00fcrlich schon auch kritisch zu hinterfragen, wenn gute Freunde immer seltener werden. Wobei nat\u00fcrlich jetzt auch immer die Frage ist, wie lange halten Freundschaften noch? Genau. Da auch nochmal einen Einschub, haben wir auch eine ganze Folge dr\u00fcber gehabt, \u00fcber Freundschaften online und offline. Das stimmt, haben wir auch mal gemacht. Auf Freundschaften kommt, ich finde es ist ja eben auch einfach so, und das sagen auch diverse Studien aus Harvard zum Beispiel, dass es eben stabile soziale Bindung braucht, um ein langes gl\u00fcckliches Leben zu haben. Und tats\u00e4chlich wurde das eben untersucht und es wurde gemessen, dass stabile soziale Bindung wichtiger sind f\u00fcr ein gl\u00fcckliches Leben als zum Beispiel Faktoren wie Geld, Karriere oder Intelligenz. Das hei\u00dft, es ist fast so eine Art Superkraft. Ja, eigentlich schon. Es m\u00fcsste tats\u00e4chlich diesem Thema Bindung viel, viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ja, da muss man jetzt nat\u00fcrlich auch wieder fragen, das k\u00f6nnen wir glaube ich heute jetzt nicht gro\u00dfartig thematisieren, m\u00fcssen wir vielleicht mal eine extra Podcast Folge f\u00fcr machen, aber was auch dazu geh\u00f6rt, dass man diese Bindung eingeht. Also hat ja wahrscheinlich auch was mit Vertrauen zu tun, mit Risikobereitschaft, mit Verantwortung, also alles Themen, \u00fcber die man auch da mal durchaus nachdenken kann, wie kann man solche Sachen eigentlich f\u00f6rdern. Aber lass uns doch schon mal ein bisschen fr\u00fcher heute \u00fcber die Zukunft sprechen. Ja, wie k\u00f6nnten Bindungen in 20 Jahren aussehen? Also ist das eher das klassische Ehe-Comeback oder individualisierte Single-Gesellschaft? Gro\u00dfe Frage. Also ich glaube, bin ich auch gespannt, was du sagst, wie du dir das vorstellen kannst. Ich gucke ja mit meinen Studis oftmals auch Zukunftsfilme. Und ein Film, \u00fcber den ich immer ganz viel mit denen dann auch danach spreche, ist der Film H\u00f6r mit Joachim Phoenix. Ich wei\u00df nicht, ob du den je gesehen hast, dass praktisch sich der Hauptdarsteller in eine k\u00fcnstliche Intelligenz verliebt, also nur in die Stimme und mit der eine Beziehung f\u00fchrt. Also k\u00f6nnte man jetzt ja erstmal sich \u00fcberlegen, werden in Zukunft Beziehungen halt nicht mehr zwischen realen Menschen nur gef\u00fchrt, sondern erg\u00e4nzend eben auch zu einer KI. Und was w\u00fcrde das eigentlich machen? Worum bewerten wir das heute irgendwie negativ? Was ist eigentlich da das Problem, wenn es dir doch die Best\u00e4tigung gibt? Also das k\u00f6nnte durchaus etwas sein, wie wenn es zukommt. Ich glaube, f\u00fcr viele Leute, die bewerten das negativ, weil man glaubt, dass man dadurch den Menschen ersetzen m\u00f6chte. Und wenn man einfach da ein bisschen den Blickwinkel ver\u00e4ndert und so etwas mehr als ein Tool, ein Hilfsmittel sieht, dass zum Beispiel Menschen, die alleine leben aufgrund von Krankheit oder Alter, dass man halt nicht nur das Radio anmacht und passiv Bescheid wird, sondern vielleicht wirklich eben mit jemandem sich austauschen kann und dass das tats\u00e4chlich dann ja auch eben zu einer h\u00f6heren Lebenszufriedenheit beitragen kann. Und das finde ich total gut. Und das hei\u00dft nicht, dass die Nachbarn nicht doch vielleicht ab und zu mal auf dem Kaffee vorbeikommen sollten. Ja, aber da, was wir ja oftmals sagen, eben als Erg\u00e4nzung, nicht als Ersatz. Also es sollte jetzt nicht nur das Einzige sein, aber was f\u00fcr das Beispiel, was du eben genannt hast, also jetzt gerade f\u00fcr \u00e4ltere Menschen, wo vielleicht die Familie nicht mehr vor Ort ist, wo nicht mehr so viel Kontakt zu den Nachbarn oder zu Freunden m\u00f6glich ist, dann da die Technik zu nutzen, kann ich mir durchaus als zugrunde Szenario vorstellen. Ja, wie wir eben auch in der Podcast-Folge zu Freundschaften gesagt haben, wir verteufeln ja oder sollte man auch nicht tun, soziale Netzwerke oder soziale Bindungen, virtuelle Verbindungen. Aber man muss halt eben aufpassen, dass sie nicht 100 Prozent einnehmen, sondern dass es halt eben nur eine Erg\u00e4nzung ist. Genau. Und das ist nat\u00fcrlich auch bei unserem Zukunftsblickwinkel. Wir reden jetzt ja nicht \u00fcber Science Fiction in 100 oder 200 Jahren, aber wenn wir uns in den n\u00e4chsten 20, 30 Jahren anschauen, glaube ich das schon. Ja. Andere Theorie, die man auch immer sich anschauen kann, ist, dass es in Zukunft eher die Ehe auf Zeit gibt. Ja. Also man schlie\u00dft sozusagen einen Ehevertrag \u00fcber, keine Ahnung, f\u00fcnf Jahre, zehn Jahre und es ist von vornherein klar, diese Beziehung dauert jetzt f\u00fcr einen bestimmten Abschnitt. Also du liest sozusagen deinen Ehemann oder den Ehebau und nach f\u00fcnf Jahren ist dann aber auch von vornherein klar, es endet. Nat\u00fcrlich kannst du es verl\u00e4ngern dann wieder, aber erstmal ist es dann nicht dieser gesellschaftliche Druck, es muss sein Leben lang halten bis zum Tod und auseinander leben ist nicht vorgesehen, sondern von vornherein klar, die Ehe auf Zeit ist auch ein Szenario, wo man in Zukunft dr\u00fcber nachdenken k\u00f6nnte. Vielleicht sind die Leute dann tats\u00e4chlich gl\u00fccklicher, weil sie alle f\u00fcnf Jahre wieder eine bewusste Entscheidung f\u00fcreinander auch treffen. Und treffen m\u00fcssen auch vielleicht. Also das ist auch dieses, es wird dann einfach weitergelebt und jetzt ist man so lange zusammen, jetzt kann man auch zusammen bleiben. Nee, das ist von vornherein klar, du musst es dann eben auch erneuern oder du musst ganz normal eben dann diesen Vertrag auslaufen lassen und dich neu orientieren oder einfach sagen, danach langt mir das Single-Dasein. Das war eine wirklich wilde Theorie von dir. Ja. Was meinst du denn? Wie wird es in Zukunft oder wie k\u00f6nnte es auch sehen? Ja, ich finde, damit einher geht auch so ein bisschen mit der Ehe auf Zeit, dass man halt eben dieses Ehemodell nochmal \u00fcberdenkt und da vielleicht auch eben noch diese Wahlfamilie mehr mit reinnimmt. Also das ist eher so wie so ein Beziehungsnetzwerk, man sich das Ganze aufbaut. Menschen leben dann halt eben in engerer Gemeinschaft, weil ich finde, das sehen wir ja auch in ganz, ganz vielen unserer Studien, dass gerade die j\u00fcngere Generation sich ganz stark nach Best\u00e4ndigkeit und Zusammenhalt und Gemeinschaft sehnt. Ja, und dass da halt eben, um dieser Anonymit\u00e4t entgegenzuwirken, mal ein bisschen mehr so wie vielleicht in den 70ern Kommune ein bisschen mehr, genau, so zusammenlebt. Und das sehe ich auch, werden wir auch nochmal dr\u00fcber sprechen, wenn es ums Wohnen geht. Also wie werden jetzt Wohnkonzepte geschlossen? Wie werden St\u00e4dte konzipiert? Also schon wirklich viel mehr auf dieses Nachbarschaftliche, Gemeinschaftliche. Und vielleicht, ja, weitet sich das halt eben auch auf Beziehungen auf, dass es gar nicht mehr diese kleine Kernfamilie gibt, die sich um ihre Sachen alleine zu k\u00fcmmern hat. Also halte ich auch f\u00fcr durchaus. Sondern eher ein Netzwerk. Ja, das durchaus m\u00f6glich ist. Was \u00fcbrigens nat\u00fcrlich auch, man nie vergessen darf, es gibt nat\u00fcrlich auch weltweit schon gewisse Entwicklungen, die wir irgendwie jetzt schon sich abzeichnen. Also wenn ich mir jetzt nach China gucke, gibt es da ein Unternehmen, was das auch schon sehr stark f\u00f6rdert, dass du eben Kinder kriegst, dass du ganz klar auf die Ehe als Institution setzt. Also k\u00f6nnte man ja auch jetzt ein bisschen weiterspinnen und sagen, in Zukunft sind es dann eben die staatlich regulierte Partnerschaft. Also du musst an irgendeinem Zeitpunkt verheiratet sein. Der Staat greift aktiv in die Partnerwahl ein, gibt dir vielleicht irgendwie, ich wei\u00df nicht, einen Algorithmus, einen staatlichen Algorithmus f\u00fcr, wer am besten Partner ist. Japan hat ja tats\u00e4chlich eine Dating-App entwickelt. Ganz genau, ja. Um das einfach auch zu f\u00f6rdern. Und dann eben das Gegenteil, Scheidungen werden sanktioniert. Also du bist halt finanziell schlechter gestellt, machst nicht mehr die Karriere. Das sind ja auch Sachen, wo man jetzt als Land, was unter einer geringen Geburtenquote zu leiden hat, wo man dr\u00fcber nachdenkt kann. Ja, wer zahlt die Renten am Ende? Unsere Kinder, ne? Ja. Aber wer ist denn daf\u00fcr zust\u00e4ndig? Also wie soll man denn diesen Mut zu Bindung zu lang zukunftsorientiertem denken? M\u00fcssen das die Eltern sein, die Schule, die Universit\u00e4ten, der Arbeitgeber, ja, Social Media? Wie? Gute Frage. Also ich glaube, nat\u00fcrlich ist es in erster Linie erstmal Aufgabe der Eltern, das durchs eigene Vorleben, aber auch zu ermutigen, auf Beziehungen zu setzen. Also nat\u00fcrlich will man ja oftmals f\u00fcr Kinder, dass die alle M\u00f6glichkeiten haben und die sollen sich verwirklichen und sollen Sachen ausprobieren, das ist alles gut, aber f\u00fcr mich zum Beispiel gesprochen, glaube ich nat\u00fcrlich, dass die Ehe zu meiner Frau das Fundament von meinem Leben ist und dann gruppiert sich da was drumherum und dann kommen die Kinder und dann kommen die Freunde und dann kommen die Nachbarn. Das entwickelt sich ja alles erstmal auf dieser Basis der Beziehung, die ich f\u00fchre und das ist, glaube ich, was die Eltern versuchen sollten weiterzugeben. Also dass Schule das nochmal eben nebenbei leistet, das ist, glaube ich, ein bisschen viel verlangt oder Universit\u00e4ten, Arbeitgeber, wei\u00df ich nicht, wenn ich mir anschaue, wie Beziehungen entstehen, ist ja eher selten, dass die noch am Arbeitsplatz entstehen. Aber das ist jetzt nat\u00fcrlich auch nur, wenn wir immer \u00fcber diese Liebesbeziehungen zueinander reden, das ist wichtig ist nat\u00fcrlich, es gibt ja auch Freundschaften und Freundschaften ist nat\u00fcrlich schon auch was, was in der Schule gef\u00f6rdert werden kann. Beziehungen in den Kollegen kannst du \u00fcber den Arbeitgeber f\u00f6rdern, Beziehungen in der Nachbarschaft kannst du durch die Nachbarschaft f\u00f6rdern, irgendwie ein Sportverein, also ganz viele M\u00f6glichkeiten hast du ja, wo du Beziehungen f\u00f6rdern k\u00f6nntest, da muss der Rahmen f\u00fcr geschaffen werden. Also ich sage ja immer, Beziehungen gehen durch den Bauch, also fangt erstmal an zusammen zu essen oder einen Kaffee zu trinken oder ein Bier zu trinken, dann entstehen ja oftmals schon Beziehungen. Zeit rennt schon wieder, Jan. Ja.\n\nKannst du das Ganze nochmal kurz zusammenfassen, einen kleinen Zukunftsausblick geben? Boah, also ich glaube, wir haben jetzt ja verschiedene Szenarien, die, muss man jetzt mal gucken, wie sich das alles entwickelt, wahrscheinlich auch so eine Mischung aus vielem und das ist ja auch wieder dann diese Multioptionsgesellschaft, wenn es um Beziehungen geht. Also es gibt nat\u00fcrlich nicht das eine Modell, aber insgesamt ist glaube ich entscheidend, dass Bindung eben kein Auslaufmodell ist, also eher im Gegenteil. Je mehr Unsicherheit nach vorne gestellt wird, desto eher ist glaube ich dieser Mut gefordert, sich auf andere einzulassen und dann ist es letztendlich eine wirkliche Zukunftskompetenz, die stark gef\u00f6rdert werden sollte. Superpower Mut. Das stimmt. Zur Bindung. In diesem Sinne, gehen wir jetzt einen Kaffee trinken. Das tun wir, um unsere Beziehung zu f\u00f6rdern. Genau. Macht's gut. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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