{"id":5392,"date":"2025-05-01T06:00:11","date_gmt":"2025-05-01T04:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5392"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"trust-how-much-confidence-is-left-in-our-society-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/vertrauen-wie-viel-zuversicht-steckt-noch-in-unserer-gesellschaft-2\/","title":{"rendered":"Trust: How much confidence is left in our society?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trust is the social glue of our society. It determines how we live, love and work - and yet we usually only talk about it when it is lacking. But what is the real state of trust among Germans? And what is it actually about when we talk about trust? A feeling or a decision? <\/p>\n<p>In this episode, find out why social trust has tended to increase over the last 25 years, how generations deal with it differently and what role openness, experience and transparency play in a trusting future.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5392","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 9","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/79-Vertrauen:%20Wie%20viel%20Zuversicht%20steckt%20noch%20in%20unserer%20Gesellschaft%3F\/embed?context=external&token=6uPbVm0mSHB9Q6Ttq3GxlQ\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1893975-m-370c3dc7e23ba5455dfc1ea70fc15696.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Diesen Monat widmen wir uns einem Thema, das ein Grundpfeiler unseres Zusammenlebens ist. Vertrauen. Vertrauen beeinflusst alles. Unsere Beziehungen, unsere Politik, die Art, wie wir kommunizieren und wie wir Informationen verarbeiten. Doch wem vertrauen wir eigentlich noch und warum? In den kommenden f\u00fcnf Folgen nehmen wir das Thema Vertrauen aus verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe. Heute geht es darum, was eigentlich Vertrauen ist, warum es wichtig ist und wie steht es um das allgemeine Vertrauen in unserer Gesellschaft. In der zweiten Folge geht es um das Vertrauen in Politik und Medien. Und was passiert, wenn es schwindet? In Folge drei sprechen wir \u00fcber die Rolle von Kommunikation, wenn es darum geht, Vertrauen aufzubauen oder zu zerst\u00f6ren. In Folge vier sprechen wir \u00fcber Vertrauen im Kleinen, in der Familie und im Freundeskreis. Und in der f\u00fcnften Folge, da dieser Monat f\u00fcnf Wochen hat, zum Abschluss wagen wir einen Blick in die Zukunft. Wird Vertrauen in 20 Jahren noch eine Rolle spielen oder leben wir l\u00e4ngst in einer Welt des permanenten Misstrauens? Das wird spannend, die Folge, glaube ich. Aber alle Folgen werden spannend. Das glaube ich auch. Und Uli, um uns hier alle einmal ein bisschen abzuholen, bevor wir jetzt ins Chart der Woche starten, das es nat\u00fcrlich jede Woche auch weiterhin geben wird. Was ist eigentlich Vertrauen? Ist es ein Zustand oder ein Gef\u00fchl? Du f\u00e4ngst gleich mit der gro\u00dfen Frage an. Sehr sch\u00f6n, ja. Also gut, wir k\u00f6nnen uns erst mal anschauen vom Begriff her Vertrauen. Das stammt urspr\u00fcnglich ab von dem althochdeutschen Wort Getruven. Und das hat damals so viel bedeutet wie fest sein, sicher sein, aber eben auch glauben. Also insofern Vertrauen beschreibt seit jeher eigentlich eine Haltung, in der wir fest und zuversichtlich annehmen, dass andere uns gegen\u00fcber wohlwollend sich erst mal verhalten. Also unsere Erwartungen erf\u00fcllen. Obwohl, und das ist eben der gro\u00dfe Punkt beim Thema Vertrauen, wir das niemals mit absoluter Sicherheit sagen k\u00f6nnen oder wissen k\u00f6nnen. Also wir wissen einfach nicht, k\u00f6nnen wir eigentlich dem gegen\u00fcber vertrauen. Wir glauben halt daran, wir hoffen halt daran. Also es ist an sich ja ein Grundzustand. Also jemand hat Vertrauen oder er hat es nicht. Ganz genau. Und das ist ja auch, wenn ich jetzt heute die Diskussionen sehe, die im Fernsehen oder online stattfinden oder auch im Freundeskreis geht es ja oftmals um die Rolle des Vertrauens in Politik, in die Medien, die Themen, die wir auch in den n\u00e4chsten Wochen diskutieren werden. Aber ehrlicherweise geht es ja an sich nie ums Vertrauen. Es geht immer um den Vertrauensverlust. Also das Gegenteil. Sei es nun gegen\u00fcber Parteien, sei es gegen\u00fcber Konzernen, gegen\u00fcber den anderen Mitb\u00fcrgern, gegen\u00fcber der Demokratie. Das ist eben auch das, was ich so deprimierend finde. Es geht nie um diese ganzen positiven Erwartungen, die der Begriff eigentlich ausdr\u00fcckt und die man auch nach vorne stellen k\u00f6nnte. Das stimmt. Das finde ich aber total interessant, wenn wir uns dann tats\u00e4chlich jetzt doch schon mal den Chart der Woche angucken. Denn wenn du dar\u00fcber sprichst, dass es eigentlich immer nur um den Vertrauensverlust geht, dass man das Gef\u00fchl hat, das Vertrauen in unsere Gesellschaft wird immer weniger. Das stimmt ja auch schon wieder gar nicht. Zumindest nicht, was unsere Forschung sagt. Das stimmt. Und das ist ja repr\u00e4sentativ erhoben, also sehr verl\u00e4sslich. Und wir haben seit einem Vierteljahrhundert stellen wir diese Frage eben, kannst du der Aussage zustimmen, den meisten Mitb\u00fcrgern kann man vertrauen. Wenn ich mir jetzt die Zahlen anschaue, also im Jahr 2000 war es gut jeder dritte B\u00fcrger, der dieser Aussage zugestimmt hat, 36 Prozent. Das stieg dann \u00fcber die Jahre kontinuierlich an bis zum H\u00f6hepunkt 2019, wo es dann schon drei von f\u00fcnf B\u00fcrgern waren, die gesagt haben, also fast doppelt so viel wie im Jahr 2000, die gesagt haben, man kann den Menschen vertrauen. Klar, dann kam Corona, dann ist der Wert v\u00f6llig eingebrochen auf 45 Prozent, aber hat sich nach Ende der Pandemie eben auch schon wieder erh\u00f6ht auf jetzt aktuell 54 Prozent. Also wir sehen, dass das schon etwas ist. Das hat auf jeden Fall, also in den letzten Vierteljahrhundert hat das Vertrauen ja zugenommen. Absolut. Und entgegen dieser allgemeinen, dem Gef\u00fchl, dass alle immer denken, das Vertrauen hat so stark abgenommen. Das stimmt eben nicht. Also viele Bundesb\u00fcrger vertrauen einander. Und es ist nat\u00fcrlich auch ganz spannend, wenn du dir jetzt wieder die unterschiedlichen Generationen anschaust. Also bei der jungen Generation unter 35 sind es drei von f\u00fcnf, die sagen, man kann den meisten Mitmenschen vertrauen. Selbst bei den \u00fcber 55-J\u00e4hrigen, die oftmals ein bisschen kritisch dahergehen, da siehst du, es ist auch noch mehr als jeder Zweite, der dieser Aussage hinzustimmt. Ja, das stimmt. Also Vertrauen nimmt mit dem Alter ab. Je \u00e4lter man wird, desto misstrauischer wird man. So ein grummeliger alte Opa, dieses Bild. Das stimmt dann. Das stimmt. Wobei man jetzt nat\u00fcrlich auch ganz klar sagen muss, junge Menschen haben weniger negative Erfahrungen gemacht in ihrem bisherigen Leben. \u00c4ltere haben mehr negative Erfahrungen gemacht. Die junge Generation ist st\u00e4rker vernetzt, jetzt nicht nur digital, sondern insgesamt. Und haben nat\u00fcrlich, wie wir schon oft nach vorne gestellt haben, erstmal eine optimistischere Grundhaltung. \u00c4ltere Generationen sind eben gepr\u00e4gt durch berufliche Herausforderungen, famili\u00e4re Herausforderungen, pers\u00f6nliche Entt\u00e4uschung. Also all das spiegelt ja deren Alltag wieder. Insofern das Vertrauen dort etwas geringer als bei der J\u00fcngeren. Wenn wir dann nochmal zur\u00fcckgehen, was bedeutet es denn zu vertrauen oder was ist erforderlich, anders gefragt, damit man jemandem vertrauen kann und Glauben schenken kann? Naja, du musst erstmal eine grundlegende Bereitschaft haben, Risiko einzugehen. Du musst diese Unsicherheit akzeptieren, dass du eben nicht wei\u00dft, wie der andere reagiert. Voraussetzungen, k\u00f6nnte man jetzt sagen, sind positive Erfahrungen, die du wahrscheinlich im Freundeskreis hast, in der Familie hast, wo du dich verl\u00e4sslich auf Sachen verlassen konntest. Dann, glaube ich, sind nat\u00fcrlich auch Offenheit, Transparenz immer notwendig, damit das Gegen\u00fcbervertrauen aufbaut, dass es dann gest\u00e4rkt wird. Und wenn du mich jetzt fragst gegen\u00fcber anderen, die du jetzt also nicht im direkten pers\u00f6nlichen Umfeld kennst, dann ist es, glaube ich, schon dieser Respekt ist was Zentrales, dass du wei\u00dft, du kannst dem anderen erstmal offen begegnen. Und dann sollte man zusehen, dass man sich auf gemeinsame Werte konzentriert. Denn die sind nat\u00fcrlich die Grundlage dann wieder f\u00fcr ein langfristiges Vertrauen. W\u00fcrdest du sagen, du bist ein Mensch, der erstmal grunds\u00e4tzlich vertraut oder erstmal grunds\u00e4tzlich ein bisschen misstrauisch ist? Absolut Vertrauen. Also, weil die meisten Menschen sind ja auch gut. Das ist ja, wir konzentrieren uns so sehr immer auf das Negative. Und wenn ich irgendwie, keine Ahnung, neulich hat ein Kumpel von mir, hat seinen Rucksack irgendwie an der S-Bahn liegen lassen, hatte v\u00f6llige Panik, als er als n\u00e4chste Station festgestellt hat, dass der jetzt ja geklaut ist und ist dann zur\u00fcckgefahren und war ganz \u00fcberrascht, dass der danach lag, wo wir danach dar\u00fcber gesprochen haben. Und klar, w\u00e4re der jetzt wahrscheinlich da zwei Tage herumgelegen, dann h\u00e4tte irgendwann jemand den mitgenommen. Aber vorher w\u00e4ren wahrscheinlich tausend Leute vorbeigehangen, die den Rucksack nicht mitgenommen h\u00e4tten, weil die jetzt erstmal nicht was klauen w\u00fcrden wollen und was Negatives wollen. Also man kann den Menschen ja auch vertrauen. Und wenn du irgendwie, wei\u00df nicht, einen Wildfremden nach dem Weg fragst, ist es unwahrscheinlich, dass der dich irgendwo falsch hinleitet. Also Menschen sind erstmal gut. Das darf man nicht vergessen. Und an sich kommt man ja auch als vertrauender Mensch auf die Welt. Also man ist ja auch erstmal in einer Abh\u00e4ngigkeit. Urvertrauen, klar. Ja und das muss man ja auch sagen, wenn du das jetzt eben angesprochen hast, was w\u00e4ren die andere Alternative? Die andere Alternative w\u00e4re, wir vertrauen uns nicht mehr, dann ist irgendwie Isolation angesagt, Polarisierung angesagt, geringere Kooperationsbereitschaft angesagt, gesellschaftliche Spaltung, soziale Spaltung ist ja alles. Das sind ja negative Aspekte. Und wenn wir dagegen aber mehr vertrauen w\u00fcrden, dann h\u00e4tten wir mehr Stabilit\u00e4t, mehr Kooperation. Also ich freue mich schon auf unsere letzte Folge, weil tats\u00e4chlich funktioniert eine Gesellschaft ohne Vertrauen? Aus meiner Sicht nicht. Ne. Also da m\u00fcsste man sich irgendwas Technisches \u00fcberlegen. Ja. Also Vertrauen ja so der soziale Kit, der alles zusammenh\u00e4lt. Ja. Und es ist auch so, wenn du dir jetzt, wir k\u00f6nnen ja mal so ein paar Best-Practice-Beispiele auch durchgehen. Also wenn du jetzt gerade die digitale Sachen angesprochen hast, wenn ich mir solche Sachen anschaue wie in Estland, wo ja oftmals gesagt wird, die sind Vorreiter im Punkto digitale Bildung, digitale Teilnahme. Die machen das seit 30 Jahren selbstverst\u00e4ndlich, dass eben alles auch digital gemacht wird und dadurch ein Vertrauen in die Regierung, die Gesellschaft einfach vorhanden ist. Ja, vor allem transparent, ne? Absolut. Also das ist, wobei Transparenz habe ich gleich noch ein sch\u00f6nes Beispiel aus Schweden gefunden. Das muss ich auch gleich erz\u00e4hlen. Aber Estland, um das abzuschlie\u00dfen, du kannst ja, du wirst fr\u00fchzeitig rangef\u00fchrt an digitale Bildung in den Schulen. Du hast irgendwie die M\u00f6glichkeit, digital zu w\u00e4hlen. Also es ist irgendwie, die Digitalisierung ist nichts Negatives und du hast keine Angst davor, sondern du siehst sie von vornherein als Chance und dadurch f\u00f6rderst du nat\u00fcrlich dann Chancengleichheit. Du f\u00f6rderst soziale Teilnahme, du f\u00f6rderst das Vertrauen in die Bildungssysteme, du f\u00f6rderst das Vertrauen in die Regierung. Also zig Sachen, die einfach da ganz, ganz positiv sind. Aber das Beispiel... Ja, wollte ich gerade sagen, was meinst du mit Schweden? Schweden, da fand ich total toll. Die haben das seit, ich glaube, 250 Jahren, also irgendwie Mitte des 18. Jahrhunderts schon, haben die in ihrer Verfassung verankert, das Recht der Offenheit oder des Offenheitsprinzips. Das sagt eben aus dieses Gesetz, dass nahezu alle Dokumente, Informationen, alles von Beh\u00f6rden, \u00c4mtern einzusehen ist. Und dann denkt man ja, naja, ist ja gut und sch\u00f6n, aber ich habe mir das ein bisschen n\u00e4her angeschaut. Das ist wirklich einschlie\u00dflich aller E-Mails, aller Gespr\u00e4chsnotizen, sogar aller Ermittlungsakten, also du kannst s\u00e4mtliche Ermittlungsakten der Polizei in Schweden einsehen, weil Transparenz eben die Regel ist. Geheimhaltung, die maximale Ausnahme, also unter strengsten gesellschaftlichen Voraussetzungen darf das nur angewandt werden. Und durch diese Offenheit ist eben eine viel, viel h\u00f6here Beteiligung der B\u00fcrger an politischen Prozessen auch erfolgt. Es ist weniger Korruption, weniger Missmanagement. Die Entscheidungsprozesse k\u00f6nnen total gut nachvollzogen werden. Also wirklich ein tolles System, wenn du daran gehst. Total spannend, ja. Also macht absolut Sinn, wenn es auch darum geht, eben das Vertrauen zu st\u00e4rken, dass man da eben transparenter ist. Absolut, ja. Ich finde, \u00e4hnlich ist es ja auch in der Wirtschaft. Da wird es ja auch schon so gemacht, dass man sagt, heutzutage kann man ja ganz viel Kunden gewinnen, indem man ethisch, \u00f6kologisch, sozial, nachhaltig agiert und das eben auch transparent darstellt. Und diejenigen, die das nicht tun, da ist automatisch so ein bisschen Misstrauen da, dass sie vielleicht irgendetwas verheimlichen wollen, dass sie nicht faire Geh\u00e4lter zahlen, dass sie nicht faire Produktionsketten haben und so weiter. Also dass es eigentlich schon im positiven Sinne Pflicht ist, da transparent zu sein. Ja, finde ich auch wichtig, gerade in der Wirtschaft f\u00fcr die Zukunft. Ich erinnere mich, wir haben ein paar Jahre mal, als wir Zukunft des Konsums geschrieben haben, auch gesagt haben, Unternehmen, die transparent in ihren Lieferketten und alles sind, haben eine gr\u00f6\u00dfere Chance, k\u00f6nnen nicht nur marketingtechnisch das nach vorne stellen, sondern sind auch einfach glaubw\u00fcrdiger und nicht eine Sekunde wird in Zukunft gl\u00e4sern sein, sondern auch das Unternehmen. Ja, richtig, genau. Schon was Wichtiges, ja. Ein Beispiel, wo mich nochmal deine Meinung interessieren w\u00fcrde, du wei\u00dft ja, ich habe diese starke Verbindung zu den USA und als ich mir das Thema Vertrauen in den USA mit Freunden mal diskutiert habe, die haben mir Beispiele genannt, dass dort eben auch dieses Community Policing eingef\u00fchrt wird und wie ich das sehen w\u00fcrde. Das Prinzip sagt ja einfach, dass die Polizei\u2026 Soll so Hilfssheriff sein. Du dr\u00fcckst das schon negativ aus, dass einfach jetzt nicht dieser Angst vor der Polizei im Vordergrund steht, sondern eher dieses Miteinander, was also nat\u00fcrlich auch gewisse Risiken wirkt, aber grunds\u00e4tzlich erstmal, das machen die ja wirklich von New York bis runter in die kleinen St\u00e4dte, dass einfach versucht wird, das Vertrauen zwischen Institutionen und B\u00fcrgern neu aufzusetzen. Dass es halt nicht Gegens\u00e4tze sind, sondern erstmal ein Miteinander und dass dadurch das Sicherheitsgef\u00fchl und Gemeinschaftsgef\u00fchl auch gest\u00e4rkt wird. Also ich verstehe den Ansatz und warum du das vielleicht auch ganz gut findest. Ich kann es dir in der Praxis tats\u00e4chlich nicht vorstellen, weil ich sehe da einfach mehr die Risiken aufgrund dieser ganzen Hilfssheriffs, wenn sich da pl\u00f6tzlich jeder Mann befugt f\u00fchlt, irgendwie mit Polizei zu spielen. Hast kein Vertrauen? Nee, da habe ich kein Vertrauen. Ja, wie du sagst, da habe ich einfach schon zu viele Negativbeispiele geh\u00f6rt und gerade in den USA ist ja die Polizei jetzt nicht daf\u00fcr bekannt, sonderlich sanft zu sein. Nee, aber da ist es wahrscheinlich auch wieder der eine Polizist, dem man kein Vertrauen schenken w\u00fcrde. \u00dcber den wird wieder mehr berichtet als \u00fcber den 99 Polizisten, dem man Vertrauen schenken k\u00f6nnte. Ja gut, da sind wir wieder bei Kommunikation, Medien und so weiter. Das, was beeinflusst uns? Denn wir haben ja das Gef\u00fchl, wie auch im Chart der Woche gesehen haben, dass es kein Vertrauen gibt, obwohl eigentlich genau das Gegenteil der Fall ist. Ein positives Beispiel, was ich \u00fcbrigens noch immer wieder finde, was man erw\u00e4hnen sollte, ist die Einwanderungspolitik Kanadas. Also wenn wir jetzt ein bisschen Richtung Norden gehen, die haben ja wirklich ein ganz anderes Einwanderungssystem, als wir auch in Europa haben. Da werden ja einfach Einwanderer als Gewinn betrachtet, also als Chance f\u00fcr das Land jetzt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich. Und wie die halt vorgehen, ist ja viel, viel mehr \u00fcber Integration, Bildung, Arbeitsprogramme, die aktiv eben gef\u00f6rdert werden, um eben zu sagen, bestimmte Minderheiten oder benachteiligte Gruppen, die ziehe ich von vornherein mit ein. Ich biete Sprachkurse an, ich biete Integrationskurse an. Und so schaffst du halt mehr Vertrauen, nachweislich auch in Kanada, innerhalb der Gesellschaft und hast einfach eine Chance, als Gesellschaft auch zu wachsen. Also das ist sicherlich eine \u00dcberlegung, die wir auch mal in Deutschland st\u00e4rker in den Vordergrund stellen k\u00f6nnten. Ja, dass der Staat dann mehr, schon ein bisschen mehr reguliert dadurch, ein bisschen in der Verteilung und der Art, was den Einwanderern auferlegt wird, aber dadurch gesamtgesellschaftlich mehr Stabilit\u00e4t und Harmonie kreiert. Absolut. Uli, was meinst du denn, wie sich jetzt so dieses Vertrauen in Mitmenschen zuk\u00fcnftig entwickeln wird? Also wir haben ja im letzten Vierteljahrhundert schon einen Anstieg gehabt. Meinst du, das steigt weiter an oder es wird wieder r\u00fcckl\u00e4ufig sein, so Wellenbewegungen? Wie siehst du da die Zukunft? Naja, ich kann nat\u00fcrlich sagen, wenn wir uns das rein statistisch anschauen, m\u00fcssen wir glaube ich bis 2058 warten, dann haben wir 100 Prozent Vertrauen in unserem Land. Also dann steigt es an, wir d\u00fcrfen nochmal zwei Dellen haben, wo irgendwas passiert, aber dann k\u00f6nnten wir wieder bei 100 Prozent sein, was ja eine tolle Sichtweise auf die Zukunft w\u00e4re. Du hast es in der Einleitung ja schon sehr pr\u00e4gnant auch gesagt, Vertrauen ist wirklich so die Grundlage f\u00fcr alles. Also das ist die Grundlage, wie wir miteinander zusammenleben wollen, wie wir miteinander Beziehungen f\u00fchren wollen. Ohne Vertrauen funktioniert das alles nicht. Also wir m\u00fcssen schon einander mehr vertrauen. Insofern bin ich da optimistisch. Andererseits ja, wir haben gro\u00dfe Umbr\u00fcche, wir haben Unsicherheiten in unserem Land. Wir m\u00fcssen das Vertrauen nat\u00fcrlich auch entsprechend f\u00f6rdern. Also da gilt es in Richtung Politik, in Richtung Medien, in Richtung Wirtschaft, aber auch Familie und Freunde. Das sind wirklich gro\u00dfe Themen, die wir in den n\u00e4chsten Wochen dann ja auch im Detail behandeln k\u00f6nnen. Das stimmt. In diesem Sinne, vergesst nicht das Motto unserer Stiftung, die Welt im Wandel, der Mensch im Mittelpunkt. Ein perfektes Ende. Bis n\u00e4chste Woche. Macht's gut. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren.\n\nDieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und dann geht's da."},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Vertrauen: Wie viel Zuversicht steckt noch in unserer Gesellschaft? - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Erfahre in dieser Folge, warum das gesellschaftliche Vertrauen \u00fcber die letzten 25 Jahre sogar gestiegen ist.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/trust-how-much-confidence-is-left-in-our-society-2\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Vertrauen: Wie viel Zuversicht steckt noch in unserer Gesellschaft? 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