{"id":5401,"date":"2025-05-08T10:01:38","date_gmt":"2025-05-08T08:01:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5401"},"modified":"2026-07-21T18:58:12","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:12","slug":"communication-how-does-language-influence-our-trust-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/kommunikation-wie-beeinflusst-sprache-unser-vertrauen-2\/","title":{"rendered":"Communication: How does language influence our trust?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Whether in politics, the media or everyday life - trust is created through words. But when does communication strengthen trust and when does it undermine it? Between clarity, transparency and emotional appeal, it is clear that language shapes our interactions far more than it seems at first glance. <\/p>\n<p>In this episode, find out what role comprehensible communication plays in social trust, why too much openness can also be irritating - and how trust could develop in the digital future.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5401","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 10","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/80-Kommunikation:%20Wie%20beeinflusst%20Sprache%20unser%20Vertrauen%3F\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1893976-m-9cb7034b96de06378f4839883e36b3fb.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. In diesem Monat dreht sich alles um das Thema Vertrauen. Und heute m\u00f6chten wir \u00fcber die Rolle der Kommunikation sprechen. Kann sie Vertrauen aufbauen, es zerst\u00f6ren? Und deswegen habe ich direkt am Anfang eine, finde ich, nicht ganz einfache Frage an dich, Uli. Stell dir vor, morgen d\u00fcrften Politiker, Medien, Unternehmen nur noch maximal 280 Zeichen kommunizieren. So wie auf X, vormals Twitter. W\u00fcrde das unser Vertrauen st\u00e4rken oder zerst\u00f6ren? Das ist eine richtige Frage, gleich zum Anfang. Ich habe gedacht, ich darf jetzt mit dem Chart der Woche anfangen. Aber gut, jetzt kommst du mit sowas. 280 Zeichen ist nat\u00fcrlich wirklich wenig. Also positiv k\u00f6nnte man sagen, k\u00fcrzere Kommunikation, da bist du gezwungen, nicht so viel zu schwafeln, musst direkt, klar und pr\u00e4gnant Sachen formulieren. Also das w\u00fcrde nat\u00fcrlich vieles vereinfachen, w\u00e4re auch so ein bisschen direkter, authentischer vielleicht. Andererseits sehe ich aber schon Gefahren. Also das ist komplexe Sachverhalte, wirklich in so wenigen Zeichen darzustellen, da kann schon einfach Wichtiges verloren gehen. Und dann sehe ich nat\u00fcrlich schon das Risiko, Missverst\u00e4ndnisse, Fehlinterpretation, dass dann das Vertrauen eher leidet. Also nat\u00fcrlich jetzt insgesamt will ich nicht wieder mich rausreden und sagen, das h\u00e4ngt immer davon ab, was du kommunizieren willst. Aber wenn du jetzt dieses Beispiel angef\u00fchrt hast mit Politikern oder auch Unternehmen, auch wir als Wissenschaft, also das runterzubrechen, das w\u00e4re schon nicht immer einfach, glaube ich. Absolut nicht. Also ich meine, wir haben ja in unserer Podcast-L\u00e4nge auch immer variiert und haben jetzt ja wieder festgestellt, nachdem wir mal bei einer Dreiviertelstunde waren und auf 15 Minuten gegangen sind, dass diese 15 Minuten schon teilweise einfach nicht ausreichen, um ein Thema richtig umf\u00e4nglich darzustellen. Absolut, bin ich komplett bei dir. Genau, deswegen gibt es jetzt ja wieder diese Monatsthemen. Aber schauen wir uns doch mal die harten Fakten an. Also wir haben ja in unserem Chat der Woche wieder die Deutschen befragt, was sie zum Thema Vertrauen und Kommunikation denken. Und da ist es aktuell so, dass 86 Prozent der Deutschen sagen, dass Vertrauen durch offene und ehrliche Kommunikation gest\u00e4rkt wird. Es sind ja vor allem die \u00c4lteren, die vermehrt dieser Aussage zustimmen. Ja, also ich meine, es ist schon erstmal die Zahl, finde ich wirklich toll, 86 Prozent, also fast neun von zehn, die dieser Aussage zustimmen, also wirklich breite Zustimmung. Ja, jetzt kann man wieder sagen, nur 14 Prozent sind anderer Meinung. Das ist jetzt nat\u00fcrlich, die darf man auch nicht vergessen. Aber wenn ich mir auch da wieder anschaue, was hei\u00dft denn das eigentlich? Also jetzt kann man sagen, die individuelle Ebene, da ist es ganz klar. Klare Kommunikation gibt dir Sicherheit, gibt dir Verbundenheit. Du hast jetzt eben die Politik angesprochen. Da w\u00e4re einfach ehrliche, offene Kommunikation, klare Sprache. Man w\u00fcrde die ganze Unsicherheit rausnehmen, man k\u00f6nnte dadurch Misstrauen abbauen. Und dann medial, wenn ich ehrlich kommunizieren w\u00fcrde und offen kommunizieren w\u00fcrde, w\u00e4re es, glaube ich, authentischer. Das wird ja auch einfach hei\u00dfen, weniger Inszenierung, nat\u00fcrlich ein bisschen mehr Risiko. Das hatten wir ja in der allerersten Folge diesen Monat, wo wir gesagt haben, Vertrauen hat halt auch immer diesen Risikofaktor drin, \u00fcber den muss man erstmal r\u00fcberkommen. Aber dann w\u00e4re es einfach transparenter, dann w\u00e4re es ehrlicher. Man w\u00fcrde Herausforderungen nicht verschweigen, sondern vielleicht sogar aktiv ansprechen. Und auch wenn es schwer ist, Dialog ist, glaube ich, wirklich was Zentrales. Also darum ist auch dieser Wert von der Bev\u00f6lkerung, finde ich, wirklich, wirklich sehr positiv. Ja, das stimmt. Das deckt sich auch mit anderen Studien, was du gerade sagst. Denn es gibt eine Studie, ich glaube von der Universit\u00e4t Harvard, die haben mal geschaut, was genau uns dazu bringt, jemandem zu vertrauen, wenn er mit uns spricht. Und tats\u00e4chlich ist es so, man vertraut einem Menschen um 30 Prozent mehr, wenn dieser mir auch aktiv zuh\u00f6rt. Also mir das Gef\u00fchl gibt, bei mir zu sein und eben auch nat\u00fcrlich klar und strukturiert spricht. Also kann man sich ja schon auch die Frage stellen, ist es eigentlich wichtiger, was gesagt wird oder wie es gesagt wird? Okay, ja. Ich glaube nat\u00fcrlich schon, dass Inhalte am Ende wichtig sind, wenn du jetzt hier irgendwie Fakten hast. Da geht es jetzt nicht darum, wie gut kannst du argumentieren. Also Informationen, Sachen, die einfach r\u00fcbergebracht werden m\u00fcssen, da ist nat\u00fcrlich der Inhalt schon was Wichtiges. Andererseits bin ich bei dir oder bei den Kollegen auch, dass die Art der Kommunikation immer entscheidend ist f\u00fcr die Wirkung oder das Verst\u00e4ndnis hat, auch wie etwas aufgenommen wird, wie etwas dann vielleicht auch \u00fcbernommen wird und wem dann gefolgt wird. Und die Art der Kommunikation hat ja verschiedene Ebenen. Also du kannst jetzt irgendwie sagen, wie wird gesprochen vom Tonfall her, wenn du das irgendwie in Bildsprache hast, wie ist die K\u00f6rpersprache damit bei? Das sind alles Sachen, dadurch kannst du Vertrauen aufbauen oder eben aber auch Ablehnung erzeugen. Also ich glaube, jetzt diese Grundfrage, was gesagt wird oder wie gesagt wird, das eine geht nicht ohne das andere. Also ein wichtiger Inhalt verliert sofort an Wirkung, wenn er schlecht kommuniziert wird. Aber nat\u00fcrlich allein eine gute Pr\u00e4sentation ohne Substanz, ich glaube, die ist dann auch nicht unbedingt nachhaltig. Ja, das stimmt. Und zu deinem Punkt eben, dass Transparenz so wichtig ist in der Kommunikation. Zu viel Transparenz kann tats\u00e4chlich auch Vertrauen zerst\u00f6ren. Denn man w\u00fcrde ja denken, dass eine vollst\u00e4ndige Transparenz immer Vertrauen schafft. Doch genau das Gegenteil kann eben auch passieren. Denn wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte jede Entscheidung offenlegen, sinkt das Vertrauen in sie. Also man hat das Gef\u00fchl, dass die Person, die da eigentlich ja die Kontrolle haben sollte, eben ein bisschen zu viel Kontrolle hat. Und dass es zu viele Informationen sind, die sie an mich weitergibt. Und dadurch habe ich das Gef\u00fchl, ich kriege so einen Teil der Verantwortung, die ich mittragen muss. Und dann hat eben tats\u00e4chlich eine Studie belegt, dass man dann irgendwie, dass dann die Mitarbeiter gesagt haben, nee, ich vertraue dem irgendwie nicht so richtig. Das kann ich gut nachvollziehen. Also das finde ich auch in der Politik merken wir, dass manche Prozesse sind einfach, einfach m\u00fcssen absichtlich und auch sinnvoll wirklich auch intransparent gehalten werden, weil jetzt zu viel Information, glaube ich, noch mehr Unsicherheit dann f\u00f6rdern w\u00fcrde. Historisch kannst du dir das anschauen. Also ich wei\u00df damals, das habe ich mich mal in der Schule mit besch\u00e4ftigt, als der amerikanische Pr\u00e4sident Roosevelt damals dieses Manhattan-Projekt gemacht hat. Also die Entwicklung der ersten Atombombe. Das hat er total geheim gemacht, um einerseits eben diese Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten und jetzt nicht irgendwie Spionage und feindliche M\u00e4chte irgendwie die Sachen nach vorne bringen k\u00f6nnen. Andererseits war es, hat eben auch die Bev\u00f6lkerung jetzt nicht euphorisch schon den Zuspruch zu verlieren, weil wir werfen irgendwann diese Bombe ab und dann ist der Krieg sowieso entschieden. Sondern ganz bewusst hat er eben das im Geheimen entwickelt. Und erst nach dem Einsatz der Atombombe Hiroshima und Nagasaki damals, hat er die \u00d6ffentlichkeit informiert. Oder wenn du jetzt irgendwie Deutschland anschaust, ich glaube Helmut Kohl, der hat ja die Wiedervereinigung damals sich ganz zur\u00fcckgehalten und hat irgendwie gesagt, das wei\u00df man nicht und muss man mal gucken, wie sich das entwickelt und wie das international angesehen wird. Also der wollte ja ganz bewusst internationale Widerst\u00e4nde minimieren, wollte jetzt nicht irgendwie sensible Gespr\u00e4che schon in der Zeitung stehen haben und hat dann erst viel sp\u00e4ter seine Strategie erkl\u00e4rt. Also das ist glaube ich schon auch sinnvoll, jetzt nicht immer nur alles zu transportieren. Ja, man braucht halt eben so ein gewisses Feingef\u00fchl. Also wie wir gesagt haben, Transparenz ist grunds\u00e4tzlich wichtig und richtig, aber man muss auch nicht jeden Gedanken, den man im Kopf hat und jeden einzelnen Schritt, den man macht, sofort offenlegen. Das stimmt. Also die zeitliche Komponente ist sozusagen noch mit entscheidend, wann man etwas sagt. Ganz bestimmt und nat\u00fcrlich auch die Folgen muss man dann schon abw\u00e4gen und jetzt darf man die Bev\u00f6lkerung nicht im Dummen halten. Wir hatten ja in der ersten Folge dieses Beispiel aus Schweden, wo alles transparent ist, was sehr gut funktioniert. Also nat\u00fcrlich ist eine Transparenz da immer wichtig, aber man muss nat\u00fcrlich auch gucken, wann es vom Zeitpunkt her passt und jetzt nicht irgendwie mit jeder wilden Idee gleich nach vorne gehen. Da passt \u00fcbrigens auch eine weitere Zahl aus unserem Chart der Woche ganz gut zu. Also da sagt ja auch jeder zweite B\u00fcrger, dass er in der Gegenwart politische Ma\u00dfnahmen nicht mehr nachvollziehen kann, weil Politiker eben das nicht klar vermitteln k\u00f6nnen, was sie tun. Also da finde ich, das passt auch wieder sehr gut da rein. Und da hat mich aber wirklich auch diesmal deprimiert, muss ich sagen, wer Politik am wenigsten versteht. Also jeder dritte Jugendliche stimmt dieser Aussage zu, mehr als jeder zweite \u00fcber 55-J\u00e4hrige. Das hat mich auch total \u00fcberrascht, weil das ist ja eigentlich schwer zu verstehen, weil die \u00e4lte Generation eigentlich doch mehr politisches Wissen hat. Also die m\u00fcsste doch einer Rede von einem Politiker deutlich leichter folgen k\u00f6nnen als die j\u00fcngere Generation. Kannst du dir das erkl\u00e4ren? Auch schwer, sage ich ganz offen. Politische Sprache nat\u00fcrlich in der Gegenwart ist oftmals recht abstrakt. Also ich wei\u00df nicht, jetzt irgendwie neulich war die Diskussion \u00fcber subsidi\u00e4re, fiskalische Transformationsmechanismen. Da wollte irgendwie mein 19-j\u00e4hriger Sohn das erkl\u00e4rt haben. Also das war dann auch, da musste ich erstmal ein bisschen nachdenken, bis ich ihm das irgendwie alles erkl\u00e4ren konnte. Dass Politiker sowas dann irgendwie in einer Talkshow benutzen, fand ich auch ein bisschen ungew\u00f6hnlich, sage ich mal. Dann gibt es nat\u00fcrlich oftmals auch eher Unklarheiten. Also in Talkshows finde ich es wieder so auff\u00e4llig. In jeder dritten Talkshow oder in jeder Talkshow fast. Wir m\u00fcssen an L\u00f6sungen arbeiten. Das ist total vage. Also es bringt uns ja nicht nach vorne und schafft kein Vertrauen. Und jetzt will ich nicht irgendwie wieder die Bundestagswahl und die Sachen aufw\u00e4rmen. Aber wie ich mir anschaue, wie vorher \u00fcber irgendwelche Sonderverm\u00f6gen und Aufhebung der Schuldenbremse diskutiert wurde und danach dar\u00fcber diskutiert wurde und dann wurde es wieder in den alten Bundestag gebracht. Also das sind ja auch alles Sachen, die schaffen nicht so viel Vertrauen, sage ich mal vorsichtig, sondern das ist halt auch nicht ganz einfach. Das stimmt, absolut. Aber tats\u00e4chlich, wenn du jetzt sagst, die reden zu komplex und Fachbegriffe und so weiter, das wurde auch untersucht, habe ich auch zu recherchiert. Und statistisch gesehen, wenn man das alles mal so auswertet, ist die Sprache von Politikern einfacher geworden. Also fast drei Schuljahre so um und bei. Also wenn es fr\u00fcher jemand aus der Abiklasse war, der es verstanden hat, ist es jetzt schon ein Zehntkl\u00e4ssler, der es versteht. In Deutschland? Echt? Wahnsinn. Ja. Also ob es jetzt nur Deutschland ist, das war jetzt eine internationale Studie, aber so grunds\u00e4tzlich der westlichen Industrienation, sagen wir mal so. Ja gut, das w\u00fcrde nat\u00fcrlich hei\u00dfen, dass obwohl die Welt komplexer geworden ist, Probleme auch nicht einfach, jetzt haben wir immer gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, dass trotzdem Politiker so ein St\u00fcck weit es erkannt haben, dass man zusehen muss, dass der normale B\u00fcrger auch wieder abgeholt wird. Genau. Und da frage ich mich ja immer, ist es denn jetzt eigentlich wirklich die Aufgabe der Politiker, noch mehr und noch einfacher zu erkl\u00e4ren? Oder m\u00fcssen wir als B\u00fcrger uns auch irgendwie an die eigene Nase fassen und mal besser zuh\u00f6ren? Oder wir besser selber recherchieren und uns bilden? Naja, ich meine, wir sind im Monat des Vertrauens. Also ich frage mich ja schon oftmals, warum wir den Politikern nicht vertrauen. Also wir werden ja auch nochmal ganz ausf\u00fchrlich \u00fcber das Vertrauen in die Politik sprechen. Aber ich frage mich schon, warum vertraue ich dem Arzt, warum vertraue ich dem Kfz-Mechaniker, warum vertraue ich irgendwie dem Schornsteinfeger, dass die alle ihren Job machen, aber ich vertraue nicht dem Politiker. Das ist ja auch immer so ein bisschen schwierig von B\u00fcrgerseite, so ein bisschen wie Fu\u00dfball-Nationaltrainer oder Bundesliga-Trainer, wo du den Trainer nicht vertraust, weil du es meinst besser zu wissen, was nat\u00fcrlich ein Quatsch ist. Also ich glaube schon, Vertrauen ist da was Wichtiges, dass auch der B\u00fcrger mehr vertrauen muss. Andererseits, ich will mich nicht immer, dass wir uns wiederholen, aber Bildung, Bildung, Bildung. Also politische Bildung ist schon wichtig und jetzt nur einen Wahl-O-Maten vor der Wahl zu machen oder nur irgendwie den Schlagworten zu folgen, das reicht glaube ich nicht aus. Also man muss sich schon auch ein bisschen die M\u00fche machen und Sachen nachschauen und dann mitreden zu k\u00f6nnen. Ja, aber ich meine ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr Vertrauen in Kommunikation, jetzt gerade auch so politisch oder im \u00f6ffentlichen Bereich, sind ja einfach auch Fake News. Also das haben wir ja auch befragt und da kam raus, dass 82 Prozent der Deutschen sagen, dass die Verbreitung von Fake News, von Fehlinformationen auch strafbar sein sollte tats\u00e4chlich. Und da ist es auch so, dass es mit dem Alter zunimmt. Also 75 Prozent der unter 35-J\u00e4hrigen m\u00f6chten gerne Strafen f\u00fcr Fake News einf\u00fchren und 87 Prozent der \u00fcber 55-J\u00e4hrigen. Ja, kann man sagen, die J\u00fcngeren sehen das schon als normal fast an. Also das ist, f\u00fcr die geh\u00f6ren schon Fake News dazu, k\u00f6nnen das vielleicht auch besser unterscheiden als die \u00c4lteren. Also das ist schon auch wieder auff\u00e4llig bei den Generationen. Genau, also ich finde es ist ja in beiden F\u00e4llen, es ist ja eine hohe Zahl. Also grunds\u00e4tzlich ist es ja schon innerhalb der Gesellschaft oder der Bev\u00f6lkerung gewollt, dass man da tats\u00e4chlich online auch h\u00e4rter durchgreifen m\u00fcsste. Und ich glaube schon auch, dass wenn es weniger Fake News gibt, wenn man jetzt nicht st\u00e4ndig appelliert, dass der B\u00fcrger selber erkennen muss, ob diese Nachricht jetzt echt ist oder nicht, dass das dem allgemeinen Vertrauen in Medien, Politik, in Kommunikation, in das, was zu einem gesendet wird, auf welcher Ebene nun auch immer oder durch welches Medium, dass man dem einfach mal wieder trauen kann. Das stimmt und ich meine, Fake News sind wirklich auch eine Gefahr. Sie verbreiten sich sechsmal so schnell wie echte Nachrichten. Menschen erinnern sich eher an Fake News als an Fakten. Und wenn du dann noch Fake News wiederholst, dann glauben Menschen sie, selbst wenn sie vorher wussten, dass sie falsch sind. Also das ist schon... Kennst du das Experiment, wo man Menschen immer wieder gesagt hat, dass Elefanten fliegen k\u00f6nnen? Nee. Ja, es wurde einfach immer und immer wiederholt und am Ende glaubten 25 Prozent der Leuten, denen man das gesagt hat, dass Elefanten fliegen k\u00f6nnen. Also unser Gehirn funktioniert so, je h\u00e4ufiger wir etwas kennen oder h\u00f6ren... Gerade von Wissenschaftlern, ne? Ja. Dabei sind unsere Sachen immer vern\u00fcnftig recherchiert und alles repr\u00e4sentativ erhoben hier, liebe Zuh\u00f6rer. Nat\u00fcrlich. Aber wenn wir mal weggehen von Fake News und Wiederholungen und vielleicht noch zum Schluss ein bisschen \u00fcber Emotionalit\u00e4t sprechen, das ist nat\u00fcrlich f\u00fcr die Zukunft auch wieder spannender. Also Menschen vertrauen ja Aussagen eher, wenn sie emotional, als wenn sie sachlich formuliert werden. Und das ist wirklich auch etwas f\u00fcr die Zukunft, was wichtig ist. Also wenn ich immer nur sage, ich f\u00fchle, dass etwas Richtiges ist, das verzeugt mehr Vertrauen als jetzt irgendwie Daten zeigen, dass etwas Richtiges ist. Das wirkt total, ja, schon wieder irgendwie k\u00fcnstlich. Das haben wir ja auch gesehen, wenn man jetzt einfach mal die beiden gro\u00dfen Claims von Obama und Trump nimmt, ne? Yes, we can und make America great again. Also das ist ja total emotional. Total. Und das ist ja auch irgendwie, dann bin ich in der Masse dahinter und dann h\u00f6re ich, dass alle zujubeln. Und dann glaube ich, dass halt auch eher so ein bisschen wie der Make America great, wie Elefanten k\u00f6nnen fliegen. Also das ist so, passt dann halt dazu, weil alle dem ja auch zustimmen und weil alle jetzt in dem Moment jubeln. Und dann wird es halt auch stimmen und ich hinterfrage es gar nicht mehr so kritisch. Also es ist schon, ja, Gef\u00fchle sind oftmals wirklich wichtig und nur Logik reicht eben auch nicht. Uli, der Zukunftsausblick. Wie k\u00f6nnte Kommunikation in 20 Jahren Vertrauen beeinflussen? Oh, ich glaube, technisch k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich schon einiges machen. Wir halten uns ja sonst mit technischen Errungenschaften oftmals zur\u00fcck. Aber ich glaube, KI, also k\u00fcnstliche Intelligenz, k\u00f6nnte in Zukunft politische Kommunikation vielleicht \u00fcbersetzen. Also dass sie immer dann runtergebrochen ist f\u00fcr denjenigen, der es h\u00f6rt. Und egal ob es jetzt Jugendliche sind, die eine andere Sprache haben als Menschen, die vielleicht eine h\u00f6here Bildung haben oder eine geringere Bildung. Das ist, glaube ich, eine Sache, die KI machen k\u00f6nnte. Genauso glaube ich nat\u00fcrlich, dass Fake News irgendwann keine Chance mehr haben, weil sie automatisch \u00fcberpr\u00fcft werden. Fake News sofort irgendwie markiert werden k\u00f6nnen, dass da die Programme schon besser werden. Ansonsten bleibe ich dabei. Kommunikation und Vertrauen in 20 Jahren, das wird alles nicht \u00fcber Nacht entstehen. Wichtig ist in der Kommunikation best\u00e4ndig zu sein, verst\u00e4ndlich zu sein, aber vor allem eben auch dieses pers\u00f6nlich-emotionale. Das wird, glaube ich, die Kommunikation im Punkt Vertrauen die n\u00e4chsten 20 Jahre sehr stark pr\u00e4gen. Sehr gut. In diesem Sinne sind wir schon wieder durch heute, oder? Das stimmt, ja. In diesem Sinne machen wir munter weiter mit Vertrauen und Vertrauen in Politik und Medien, w\u00fcrde ich sagen. Kommt das n\u00e4chste. Ja, genau. Dann h\u00f6ren wir uns dazu n\u00e4chste Woche. Bis dann. Ich freue mich drauf. Macht's gut. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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