{"id":5456,"date":"2025-06-12T05:33:06","date_gmt":"2025-06-12T03:33:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5456"},"modified":"2026-07-21T18:58:11","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:11","slug":"career-rethought-who-still-wants-to-move-up-and-where-actually-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/karriere-neu-gedacht-wer-will-noch-aufsteigen-und-wohin-eigentlich-2\/","title":{"rendered":"Rethinking careers: Who still wants to move up - and where to?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The term \u201ecareer\u201c sounds like advancement, success, perhaps even status. But what does it still mean today - and for whom? How do the perspectives of the generations differ? 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Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Zur zweiten Folge unseres Monatsthemas Arbeit. Heute geht es um die Karriere. Was verstehen wir eigentlich im Jahr 2025 unter Karriere? Denn das klingt ja f\u00fcr manche nach Aufstieg, Status, Geld, f\u00fcr andere aber mehr nach Sinn, Selbstverwirklichung oder Freiheit. Uli, wenn wir uns mal die Geschichte oder die w\u00f6rtliche Herkunft von Karriere anschauen, finde ich, wird da n\u00e4mlich auch diese, ja, das relativ deutlich. Magst du das einmal kurz erkl\u00e4ren? Das stimmt. Also was man jetzt im ersten Moment vielleicht nicht denkt, dass Karriere historisch gesehen oder vom Wortstamm her jetzt nichts mit Chefb\u00fcros oder Eckb\u00fcros oder irgendwie solchen Sachen zu tun hatte. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen, Carraria. Das war in erster Linie einfach die Fahrstra\u00dfe, also der Weg, auf dem man mit dem Wagen vorankam. Also erst mal, dass man einen Schritt weiter war. Im Franz\u00f6sischen wurde dann im Laufe der Zeit dann irgendwann Karrierejahr daraus, was fast w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt werden kann mit der Rennbahn oder der Laufbahn. Also wo dann der Zeitaspekt schon reinkam, dass man eben schneller sein musste. Und im Deutschen war es dann so 17. bis 18. Jahrhundert, wenn man so Karriere machen, war es eben diese schnelle Vorankommen. In erster Linie jetzt im Milit\u00e4r oder Beamtentum, was sehr hierarchisch war und gradlinig. Aber dieser Zeitaspekt, also die Schnelligkeit, das war schon ein wichtiger Punkt. Und heute sieht es ja wieder ein bisschen anders aus. Also wenn ich mir dann einen Chart der Woche, haben wir dazu wieder ganz aktuelle Zahlen rausgemacht. Vielleicht magst du da mal ein paar Sachen vorstellen. Das fand ich schon auff\u00e4llig. Absolut. Denn wir haben ja, wie wir schon gesagt haben, in der ersten Folge h\u00e4ufig zum Thema Arbeit geforscht und haben dementsprechend auch spannende Jahresvergleiche. Und wenn wir jetzt die Deutschen fragen, was die unter beruflicher Karriere verstehen, dann sieht man im Jahresvergleich von 2008 zu 2025, dass viele Dinge, die man vielleicht klassischerweise mit Karriere verbindet, eher abgenommen haben. Zum Beispiel \u00fcberhaupt berufliche Ziele zu verwirklichen. Also seine eigenen beruflichen Ziele zu verwirklichen. Das war 2008 noch 42 Prozent und aktuell sind es nur noch 24 Prozent. Also das hat sich fast halbiert. Dramatischer Einbruch fast, ne? Ich frage mich, welche Ziele man sonst verwirklichen will. Aber Ziele sind halt gar nicht mehr so richtig wichtig. Offensichtlich, genauso wie viel Geld verdienen, hat auch an Relevanz verloren. Also von 33 oder 34 Prozent auf 24 Prozent. Schon deutlicher R\u00fcckgang, ja. Genau. Ebenso auch eine F\u00fchrungsposition innehaben ist auch \u00fcberhaupt nicht mehr so wichtig. Also Karriere wird viel menschlicher, flexibler, weniger hierarchisch wahrgenommen. Das Einzige, was immer noch an der Spitze ist und gleichauf von der Nennung, ist Spa\u00df an der Arbeit haben. Ja, wobei ich da ja auch immer denke so, wir haben uns auch so ein bisschen im Vorfeld die Unterschiede bei den Generationen angeschaut. Das ist schon auff\u00e4llig. Also insgesamt ist es so in etwa jeder Zweite, der das sagt, dass er Spa\u00df bei der Arbeit eben als was ganz Zentrales anschaut. Aber die Unterschiede zwischen Generationen sind da schon auff\u00e4llig. Also junge Generationen, die nennen eben dann neben dem Spa\u00df auch solche Sachen wie Flexibilit\u00e4t, wie Sinn, Raum f\u00fcr selbstst\u00e4ndige Entscheidungen. Also f\u00fcr die kann man fast so, wenn man es zusammenfassen w\u00fcrde, immer sagen, eher Autonomie als Aufstieg. Also wo man selbst irgendwie was machen k\u00f6nnen. Bei den \u00c4lteren ist es dann ganz klar wieder eher die Sicherheit, die damit verbunden war. Ist so die Planbarkeit auch. Und das finde ich auch immer, das d\u00fcrfen wir auch nicht vergessen, als Deutsche, dieser sichere Arbeitsplatz, das ist f\u00fcr uns wichtiger als fast f\u00fcr den gesamten Rest der Welt. Also ich glaube, Japan hat \u00e4hnlich hohe Werte wie wir. Aber ansonsten ist diese Sicherheit ist wirklich so ein Karriereziel fast Nummer eins, um einfach zu wissen, was kommt in Zukunft auf uns zu. Vor allem bei den \u00c4lteren. Aber da bist du ja ein bisschen untypisch gewesen. Denn ich wei\u00df, dir wurde ja damals mit deiner Professur auch die Verbeamtung angeboten, die du abgeschlagen hast. Das ist ja sehr untypisch deutsch. Schande auf mein Haupt, dass ich das gemacht habe. Nein, war total, glaube ich, die richtige Entscheidung damals. Und das ist irgendwie nat\u00fcrlich, und wenn man das irgendwie erz\u00e4hlt, und das ist an sich unk\u00fcndbar und Beamte und die ganzen Vorteile, die man damit hat. Aber ich wollte damals halt auch diese Flexibilit\u00e4t behalten, wollte auch weiterhin in der Stiftung halt hier Sachen vorantreiben und wollte das einfach f\u00fcr mich haben. Und jetzt nicht die Verpflichtungen, die damit auch hergehen. Also vielleicht ein bisschen mehr tats\u00e4chlich schon so die amerikanische Kultur, die da so aus dir gesprochen hat. Heuer und Feier, meinst du? Ich habe nie meine Universit\u00e4t gewechselt. Bin total treu. Nein, aber klar, ja, sicherlich. Also, dass ich auch damit wahrscheinlich auch besser klarkommen w\u00fcrde, dass ich sage, diese Sicherheit f\u00fchrt halt auch dazu, dass manches vielleicht nicht so gut ist. Also nat\u00fcrlich ist Sicherheit auf der einen Seite f\u00fcr viele Menschen, glaube ich, gut, dass sie nicht die Angst haben, morgen arbeitslos zu sein. Andererseits ist nat\u00fcrlich, wenn man sich auch jetzt irgendwie andere L\u00e4nder anschaut, die Motivation, halt immer auch gut zu performen, auch was Gutes, wenn man irgendwie ein gewisses Risiko vielleicht dabei hat. Also ich will das gar nicht jetzt f\u00fcr den Einzelnen bewerten. Aber nur gut ist, glaube ich, dieses Sicherheitsdenken halt auch nicht unbedingt. Das stimmt. Es gibt ja auch nicht nur zu Unrecht ein bisschen kritische Stimmen dem Beamtentum gegen\u00fcber. Das stimmt. Ich will mir uns die Daten aber nochmal angucken. Und tats\u00e4chlich, was auch einen Unterschied macht, ist nicht nur das Alter, sondern auch die Bildung. Also Menschen mit einer h\u00f6heren Bildung, Abitur oder Studium, die nennen h\u00e4ufiger Karriereziele, Selbstverwirklichung, Entscheidungsspielr\u00e4ume oder auch internationale Erfahrungen sammeln zu k\u00f6nnen. Wohingegen Menschen mit einem niedrigen, zum Beispiel im Hauptschulabschluss, h\u00e4ufiger auch Sicherheit und Anerkennung nennen. Das fand ich auch ganz spannend. Ja, jetzt k\u00f6nnte man sich wieder ein bisschen b\u00f6se sagen. Die einen haben eben auch die M\u00f6glichkeit eher oder die Wahrscheinlichkeit ist h\u00f6her, dass du jetzt, keine Ahnung, was hast du gesagt, internationale Sachen machen kannst. Ist nat\u00fcrlich mit steigender Bildung einfach die Wahrscheinlichkeit h\u00f6her oder auch die selbst zu verwirklichen Entscheidungsspielr\u00e4ume zu haben als solche Sachen. Ja, aber dass die W\u00fcnsche, also ich habe da das Gef\u00fchl, dass der Wunsch also nicht wirklich aus einem selber herauskommt, sondern ganz stark auch davon abh\u00e4ngt, was f\u00fcr einen Weg man gegangen ist, welche Chance man hatte. Aber auch, was das eigene soziale Umfeld als Erfolg definiert. Komplett bei dir. Also was das f\u00fcr einen gro\u00dfen Einfluss auf dich einfach hat, wie du gepr\u00e4gt wirst, wie deine Freunde agieren, wie deine Freunde arbeiten. Also es ist ja auch diese Durchl\u00e4ssigkeit ist halt in Deutschland einfach auch nach wie vor nicht sehr hoch. Also kann sich ja jeder H\u00f6rer auch mal fragen, wie viele Freunde hat man eigentlich, die nicht denselben Bildungsabschluss haben, die nicht \u00e4hnlich weit im Beruf gekommen sind oder nicht gekommen sind. Ja, \u00e4hnliche Lebensl\u00e4ufe sogar tats\u00e4chlich. Total, ja und das ist wirklich auff\u00e4llig und das ist nat\u00fcrlich bei uns wirklich nicht sehr durchl\u00e4ssig, das ist nicht gut. Also in anderen L\u00e4ndern deutlich besser, dass das eben nat\u00fcrlich auch f\u00fcr einen selber dann viel mehr Input ist, wenn man auch eine andere Perspektive einnehmen kann. Ja, man spricht ja an sich auch eben von dem subjektiven Karriereerfolg. Also davon, wie sehr sich die Arbeit mit dem eigenen Lebensentwurf, dem Lebensweg vereinbaren l\u00e4sst. Also es geht dabei viel um, gar nicht mehr so viel um Status, sondern eher so um Stimmigkeit. Und dementsprechend ja nicht nur f\u00fcr mich selbst, sondern vielleicht auch in meinem sozialen Gef\u00fcge. Was passt mein Weg zu dem, was die anderen alle so machen und ist das damit den Stimmig und wenn ich da mithalten kann, dann empfinde ich das als Karriere. Total, also wenn ich auch wieder von meinen Studis das mir anh\u00f6re, wenn die irgendwie jetzt \u00fcber ihren jetzigen Job sprechen, den sie neben dem Studium machen oder was sie danach machen wollen, wird echt selten \u00fcber Gehalt gesprochen. Es ist immer eher diese Frage, f\u00fchlt sich auch wohl? Also bist du noch da gl\u00fccklich, was du machst? Also hat einfach auch da eine andere Verbindung? Obwohl ich da finde, das wird h\u00e4ufig \u00fcber die junge Generation gesagt. Aber ich glaube, um das noch einmal klarzustellen, ich glaube wichtig ist, dass nat\u00fcrlich so ein gewisses Grundgehalt da sein muss. Weil wir arbeiten ja alle f\u00fcrs Geld und so ganz egal ist es den jungen Leuten ja schon auch nicht, wie viel sie verdienen. Nur ich glaube, dieses Extra, wo man fr\u00fcher Menschen doch sehr stark motivieren konnte, so ein bisschen wie diese M\u00f6hre vorhalten. Das Diensthandy, das Dienstsmartphone, der Dienstwagen, solche Sachen. Genau. Wo dann gesagt wird, das ist heute nichts, also mit noch mehr Geld kann man die Leute nicht motivieren, vielleicht nochmal so diese Extrameile, wie man immer sagt, zu gehen. Sondern da eher \u00fcber, jemand f\u00fchlt sich wohl und f\u00fchlt sich gewertsch\u00e4tzt und gesehen. Ja, wobei ich nat\u00fcrlich auch, was sich glaube ich im Vergleich zur Vergangenheit sich auch ver\u00e4ndert hat, ist ja immer die Frage, wann machst du heute \u00fcberhaupt Karriere? Also es hat ja so ein bisschen das Gef\u00fchl, wenn du nicht irgendwie mit Anfang, Mitte 30 Senior Executive am Best, dann ist es schon vorbei. Und wenn man sich so auch, die gibt es auch verschiedene Studien ja zu, die meisten Karrieren sind irgendwie mit Anfang, Mitte 40 abgeschlossen. Also dann geht es nicht weiter nach oben, weil da die Luft einfach so d\u00fcnn ist. Aber da ist man dann halt relativ schnell hingekommen und dann hast du halt noch trotzdem nochmal auf einmal 20, 25 Jahre vor dir. Also da muss man nat\u00fcrlich auch \u00fcberlegen, wie kann man dann Karriere vielleicht definieren, au\u00dfer \u00fcber diese Hierarchie-Geldebene. Ja, wei\u00dft du noch, wie das bei dir war? Also ich muss sagen, wenn ich fr\u00fcher \u00fcberlegt habe, unabh\u00e4ngig, auch wenn wir da nat\u00fcrlich noch nicht angekommen sind, aber so die Karriereplanung ging tats\u00e4chlich auch meistens nur bis Anfang, Mitte 40. Also den Job finden, viele Praktika aus Land, Jobwechsel aufsteigen und dann tats\u00e4chlich h\u00f6rt das auch bei mir auf. Was soll ich sagen, mit 41 war ich wissenschaftlicher Leiter dieser Stiftung, bin immer noch wissenschaftlicher Leiter dieser Stiftung. Jetzt irgendwie seit 14 Jahren. Also das ist ja auch, das war nat\u00fcrlich auch das H\u00f6chste, was ich so f\u00fcr mich erreichen wollte. Und ich wollte jetzt nicht irgendwie die Stiftung wechseln oder das Unternehmen wechseln oder irgendwas anderes machen. Und dann kam halt auch da nichts mehr. Und das ist da, glaube ich, auch f\u00fcr mich selbst jetzt irgendwie klar gewesen, wenn ich das so vergleiche im Freundeskreis. Und ich, ist klar, diejenigen, die sich selbstst\u00e4ndig gemacht haben, haben sich mit in den 30ern selbstst\u00e4ndig gemacht und dann irgendwie die Selbstst\u00e4ndigkeit nach vorne gebracht. Wer irgendwie klassischen Weg gegangen ist und Freunde und Kollegen, die irgendwie jetzt eher aus dem Bildungsbereich kamen, die sind dann irgendwann Professor oder erst Junior Professor geworden und dann sind sie darauf dann eben auch geblieben. Aber w\u00fcrdest du denn sagen, dass du Karriere gemacht hast? In jedem Fall. Wobei ich nat\u00fcrlich Karriere eben nicht nur immer auf diesen Beruf, also die wichtigste Karriere ist ja immer, das wei\u00dft du, sind wir uns glaube ich auch einig, ist halt Familie. Wie weit kriegst du das hin, deine Familie, das irgendwie alles zu managen? Also dann ist bei dir Karriere nicht nur auf den Job gem\u00fcnzt, sondern eher auf ein ganzheitliches Konzept. Inwieweit hast du das geschafft? Du hast Karriere f\u00fcr dich gemacht, wenn du Beruf und Familie gut vereinbaren konntest. Total. Und ich glaube, es ist ja auch die wichtigste Entscheidung, die man im Leben treffen kann, ist jetzt nicht, welchen Beruf du aus\u00fcbst, sondern welchen Partner du ausw\u00e4hlst, wie du das irgendwie hinkriegst. Wie k\u00f6nnen beide gleichberechtigt sich dann auch beruflich ein St\u00fcck weit verwirklichen und nicht einer bleibt zur\u00fcck. Ich glaube, das sind die gro\u00dfen Entscheidungen im Leben. Wenn wir uns aber die Herkunft anschauen, mit der Karriere kommt ja von einem vorgefertigten Weg, also eine Laufbahn, eine Rennbahn oder so, die man entlang geht und verschiedene Positionen, dann hat sich das jetzt so ein bisschen aufgeweicht und es kommt halt \u00e4hnlich wie die Work-Life-Balance. Es gibt nicht nur diesen Karriere, also den beruflichen Weg, sondern auch den Lebensweg und die beiden, die kreuzen sich jetzt immer mehr. Das w\u00fcrde ich schon sagen. Oder werden zweispurig. Ist eine \u00dcberholspur jetzt bei, ne? Ja, bin ich bei dir. Und jetzt bin ich auch wieder weg von unseren Generationen hin zur jungen Generation und damit auch zur Zukunft hin. Wenn wir so vorhin diese Merkmale hatten, die die junge Generation anspricht, ich glaube, das ist ja auch als junger Mensch, fragst du dich heute gar nicht mehr unbedingt, was willst du mal werden? Dass das irgendwie die Karrierefrage f\u00fcr die junge Generation ist, sondern die fragen sich ja auch, was willst du in deinem Leben eigentlich bewegen? Und bewegen jetzt beruflich, privat, was steht sozusagen da f\u00fcr dich an? Und das sind, glaube ich, schon die richtigen Fragen auch. Dass man jetzt nicht nur das rein auf den einen Beruf oder das eine Unternehmen fokussiert. Ja, also wenn ich n\u00e4mlich tats\u00e4chlich an mich selber denke, wo ich sage, meine Karriereplanung h\u00f6rt irgendwo so Mitte 40 auf, dann liegt das, glaube ich, auch daran, dass, oder auch viele in diesen Studien, die du ja auch gesagt hast, das ist ja nicht nur bei uns so, sondern dass es den meisten Menschen so geht, weil man dann vielleicht seine Ziele erreicht hat. Also vielleicht ist es auch einfach nur, man hat in dem Moment Karriere gemacht, wo man es schafft, seine irgendwann mal sich selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Das glaube ich auch. Und ich glaube, dieser Karrierefahrstuhl, von dem man ja oftmals spricht, der kann ja auch nicht, es gibt irgendwann kein Stockwerk mehr. Und du kannst dann auch irgendwie, der wird ja eher kleiner, weil die Jobs halt auch geringer werden. Und ich glaube, das ist auch eine tolle Entwicklung, dass wir heutzutage weg sind davon, dass Karriere jetzt nur darauf fokussiert wird, dass du viel Geld verdienst, dass du in einer F\u00fchrungsposition t\u00e4tig bist. Du hast das ja auch die Zahlen vorhin vorgestellt. Das ist schon auch eine gute Entwicklung, die die Arbeitswelt da genommen hat. Aber, ja, das, was du gerade sagst, wenn wir jetzt auf die Zahlen und die Entwicklung schauen, wenn wir da jetzt, wenn Aufstieg, Status und F\u00fchrung ausgedient hat, was kommt denn dann stattdessen? So die Zukunftssichtweise, ja, das ist nat\u00fcrlich schon individuell wieder verschieden. Und ich will auch ja nie irgendwie, d\u00fcrfen wir auch wirklich nicht vergessen, dass viele halt auch nach wie vor diesen finanziellen Aspekt f\u00fcr die ganz entscheidend ist und die Miete muss bezahlt werden und man m\u00f6chte vielleicht mal in Urlaub fahren. Also das sind alles Dinge, die nat\u00fcrlich auch in Zukunft erstmal eine Basis darstellen. Aber ich glaube eben, diese Karriere, Aufstieg um jeden Preis, das kommt zum Ende. Also ich glaube, die Welt \u00e4ndert sich. Viele Einflussfaktoren, was wir letzte Woche schon kurz angesprochen haben, was, glaube ich, jetzt in den n\u00e4chsten Wochen auch nochmal folgen wird. Also Einfluss von KI, Einfluss der Digitalisierung, neue Arbeitsmodelle, die wir auch in der Vergangenheit schon mal gesprochen haben. Diesen Beruf f\u00fcrs Leben, den gibt es, glaube ich, immer seltener und damit auch so festgefertigte Stationen. Also ich glaube, es wird alles individueller, was ich letzte Woche ja schon mal abgeschlossen habe, mit dieser Flexibilit\u00e4t, die kommt, glaube ich, nochmal nach vorne. Das sind schon Dinge, die ich f\u00fcr die Zukunft ganz klar erwarte. Ja, Karriere wird also k\u00fcnftig auch abseits der klassischen Erwerbsarbeit stattfinden. Auch wer sich um andere k\u00fcmmert, sich engagiert, ehrenamtlich, kreativ ist oder irgendwie einen anderen Sinn f\u00fcr seine Lebenszeit findet, der verdient ja an sich genauso Anerkennung wie jemand mit einer F\u00fchrungsverantwortung oder hohem Gehalt. Total. Also davon m\u00fcssen wir, glaube ich, wirklich wegkommen. Und also jetzt auch Karriere darf man wirklich niemals nur auf den Beruf fokussieren, sondern es ist wirklich das ganze Leben. Wenn du \u00fcbrigens beruflich erfolgreich sein willst und viel Geld verdienen willst, h\u00e4ngt so 75 Prozent davon ab, welchen Partner du w\u00e4hlst. Oh. Ja, also wenn man ja sozusagen da nur auf sich selbst guckt und sagt, man macht das alles alleine, dann ist so 75 Prozent geringer die Wahrscheinlichkeit, dass du das alles erreichen wirst. Mut zur dauerhaften Beziehung ist also eine absolute Zukunftskompetenz. Das sollten wir in den n\u00e4chsten Monaten nochmal nach vorne stellen. Aber das k\u00f6nnen wir an anderer Stelle vielleicht nochmal machen. F\u00fcr n\u00e4chste Woche machen wir jetzt erstmal weiter zum Thema Arbeit. Wissen wir schon, was wir da nach vorne stellen wollen? Ja, wir wollen auf jeden Fall noch \u00fcber Fachkr\u00e4fte sprechen. Oh, das ist ein sch\u00f6nes Thema. Ganz wichtiges Thema, wichtig f\u00fcr unsere Zukunft. Und nat\u00fcrlich auch \u00fcber die Rolle der Frau, Work-Life-Bandals, was ich eingangs gesagt habe. Da freue ich mich drauf. Das sind sch\u00f6ne Themen. In diesem Sinne, macht's gut bis n\u00e4chste Woche. Bis dahin, macht's gut. Tsch\u00fcss. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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