{"id":5459,"date":"2025-06-19T06:32:46","date_gmt":"2025-06-19T04:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5459"},"modified":"2026-07-21T18:58:11","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:11","slug":"skilled-worker-shortage-how-do-we-deal-with-the-labor-shortage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/fachkraeftemangel-wie-gehen-wir-mit-dem-arbeitskraeftedefizit-um\/","title":{"rendered":"Skills shortage: How do we deal with the labour shortage?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>From skilled trades to nursing \u2013 many sectors are experiencing a shortage of workers. But how do German citizens perceive this skills shortage? 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Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Zu einer neuen Folge unserer dritten in diesem Monat, in dem es rund ums Thema Arbeit geht.\n\nWir haben bereits \u00fcber Erwerbsarbeit an sich gesprochen, ihre Urspr\u00fcnge und vor allem auch, wie sie aktuell in Deutschland eigentlich aussieht. Was k\u00f6nnen wir im Job verwirklichen oder eben auch nicht? In der zweiten Folge ging es dann um die Karriere. Was bedeutet Karriere f\u00fcr junge Menschen, f\u00fcr \u00c4ltere? Und allen voran, wer kann diese aktuell eigentlich tats\u00e4chlich verwirklichen? Heute geht es um ein anderes Thema, das sehr viel diskutiert wird und zwar den Fachkr\u00e4ftemangel. Neben Zahlen und Fakten wollen wir dar\u00fcber sprechen, wie die B\u00fcrger diesen wahrnehmen, wo L\u00f6sungsans\u00e4tze liegen und was wir in den n\u00e4chsten Jahren so erwarten k\u00f6nnen. Uli, ganz direkt vorab, was bedeutet eigentlich Fachkr\u00e4ftemangel? Das ist ja in aller Munde, jeder hat da eine Idee, aber wie definieren wir das, du das in der Wissenschaft? Grunds\u00e4tzlich kann man immer sagen, dass es eben mehr Bedarf gibt als qualifizierte Bewerber. Das ist nat\u00fcrlich immer so ein bisschen abh\u00e4ngig dann, welche Branchen du dir anschaust, welche Berufe du dir anschaust. Also im Moment wird ja viel dar\u00fcber diskutiert, dass wir einen Fachkr\u00e4ftemangel im Handwerk haben, in der Pflege, im IT-Bereich, im technischen Berufen, aber nat\u00fcrlich auch in ganz vielen anderen Sektoren. Also es geht generell immer um einen Arbeitskr\u00e4ftemangel,\n\nsondern eben um Engp\u00e4sse bei bestimmten Berufen oder bei einer bestimmten Qualifikation. Und was genau definiert dann eine Fachkraft? Also warum sagt man dann nicht einfach, es gibt einfach nur einen Arbeitskr\u00e4ftemangel und nicht einen Fachkr\u00e4ftemangel? Weil es eben bestimmte Jobs auch gibt, wo gen\u00fcgend Bewerber da sind. Und das kann nat\u00fcrlich jetzt ganz unterschiedlich sein. Also in manchen qualifizierten Berufen gibt es gen\u00fcgend Bewerber. Guck dir an, weil es nicht jetzt an der Uni gibt es halt gen\u00fcgend Leute, die sich auf die Professorenstelle dann halt bewerben. Also da kann man jetzt nicht vom Fachkr\u00e4ftemangel schreiben bei bestimmten Professoren, die ausgeschrieben werden. Andererseits gibt es nat\u00fcrlich wahrscheinlich auch nicht unbedingt einen Fachkr\u00e4ftemangel in Bereichen, wo du gar keine Qualifikation brauchst. Andere Bereiche, was wir eben so hatten, Pflege, IT, das sind nat\u00fcrlich dann Dinge, wo du schon eine Qualifikation mitbringen musst. Und da haben wir eben zu wenig Bewerber auf die Pl\u00e4tze, die wir f\u00fcllen m\u00fcssen, gerade in Zukunft. Wie sieht denn die aktuelle Lage in Deutschland aus? Gibt es konkrete Zahlen? Ja, und die sind eindeutig, muss man wirklich sagen. Also wenn man sich jetzt die Zahlen anschaut, sehr verl\u00e4sslich ist ja mal Institut der deutschen Wirtschaft. Die sagen eben derzeit, also Stand heute jetzt im Jahr 2025, sind zwei von drei qualifizierten Stellen gar nicht mehr zu besetzen oder wirklich nur schwer. Und das ist wirklich schon eine gro\u00dfe Anzahl. Prognos, anderes gro\u00dfes Institut, geht in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren davon aus, dass uns bis zu drei Millionen Fachkr\u00e4fte fehlen. Also das ist schon alles wirklich, wirklich besorgniserregend. Du kannst jetzt auch dir die Zahlen von den Unternehmen selber anschauen. Also man spricht ja mal da bei Unternehmen, wenn die Stellen ausschreiben von der sogenannten Vakanzzeit. Also wie lange brauchst du, um die Stelle dann wirklich neu zu besetzen? Das ist in den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl verdoppelt. Also mittlerweile 130 Tage, bis du die Stellen wieder besetzt hast. Also allein dadurch scharf hast schon 50 Milliarden volkswirtschaftlicher Schaden. Das ist wirklich, die Zahlen sind gro\u00df. Das kann man ja noch sagen. Deutschland steht ja mit dem Problem aber nicht allein da. Also in Europa, in vielen westlichen L\u00e4ndern h\u00f6rt man das ja \u00fcberall, dass es Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse gibt. Vor allem auch in den technischen, medizinischen Berufen, wie du schon gesagt hast. Und tats\u00e4chlich ist es so, dass 75 Prozent aller Unternehmen in den westlichen L\u00e4ndern sagen, sie haben Schwierigkeiten, qualifizierte Stellen zu besetzen. In Deutschland ist es ein bisschen h\u00f6her mit 82 Prozent und noch h\u00f6her ist es eben in Japan. Tats\u00e4chlich ein Land, was wir ja immer wieder auch f\u00fcr Vergleiche heranziehen. Das ist wirklich super spannend. Aber ja, das Problem dabei ist eben, wie attraktiv sind denn die L\u00e4nder tats\u00e4chlich so einzeln, dass die Fachkr\u00e4fte auch aus dem Ausland Lust haben, dort hinzukommen und auszuhelfen. Und da schneidet Deutschland ja nicht besonders gut ab. Das stimmt. Also allen vor allem nat\u00fcrlich ist es erstmal eine Frage der Sprache. Viele, die halt hierher kommen, haben nat\u00fcrlich dann nicht die deutsche Sprache gelernt. Das ist eine Herausforderung, die in anderen L\u00e4ndern wahrscheinlich einfacher ist, weil du dann doch eben eher Englisch, Spanisch, Franz\u00f6sisch sprichst. Das sind schon Nachteile, die wir haben. Aber es ist grunds\u00e4tzlich richtig. Dabei sollten wir an sich wissen, wie es geht. Also wir haben ja schon mal das Thema Fachkr\u00e4ftemangel in der deutschen Geschichte gehabt. Also 50er, 60er Jahre gab es ja auch diese Riesenengp\u00e4sse. Die haben wir nur behoben, indem wir eben gezielt Arbeitskr\u00e4fte aus dem Ausland angeworben haben. Das ist ja auch der Grund gewesen, warum wir \u00fcberhaupt diese Wirtschaftskraft entwickelt haben. Das Wirtschaftswunder ja alles eben durch diese tollen Abwerbungsabkommen, die wir hatten am Anfang mit Italien, dann der T\u00fcrkei, Griechenland, aber auch Tunesien, Marokko, S\u00fcdkorea. Da wurden ja wirklich Millionen Menschen nach Deutschland geholt, um den Arbeitskr\u00e4ftemangel damals zu lindern. Also insofern, wir sollten es an sich wissen. Aber so richtig kriegen wir das irgendwie trotzdem noch nicht hin, glaube ich. Das stimmt. Aber bevor wir \u00fcber die L\u00f6sungsans\u00e4tze sprechen, Uli, noch ein ganz wichtiger Punkt vorab. Weshalb haben wir denn aktuell \u00fcberhaupt den Fachkr\u00e4ftemangel? Also was sind die Ursachen aktuell daf\u00fcr? Stimmt, das ist ein wichtiger Punkt. Den haben wir bisher noch gar nicht thematisiert. Also der Hauptgrund ist nat\u00fcrlich immer der demografische Wandel. Also unsere Gesellschaft altert. Die Zahl der Menschen, die im Erwerbsalter sinkt, sinkt. Dazu haben wir eben noch diese Bildungsl\u00fccke dann. Also viele B\u00fcrger haben eben keinen passenden Abschluss oder verlassen die Schule sogar ohne Abschluss. Das geht nat\u00fcrlich dann auch Richtung Fachkr\u00e4ftemangel und Herausforderung. Nat\u00fcrlich d\u00fcrfen wir jetzt auch nicht die gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen vergessen, die in der Welt passieren. Also Digitalisierung ver\u00e4ndert einfach Berufsbilder rasant. Und es fehlen eben dann oftmals Arbeitskr\u00e4fte mit den n\u00f6tigen digitalen Kompetenzen, nenne ich es jetzt mal. Aber wir d\u00fcrfen auch nicht vergessen, die Attraktivit\u00e4t vieler Ausbildungsberufe ist einfach nicht da. Also guckt der Handwerk an, guckt der Pflege an. Wer will das heute eben oder wollen heute eben weniger Menschen machen als noch vor einer Generation? Wenn ich das so auch im Freundeskreis sehe, viele wollen ja dann auch, dass ihre Kinder als erstes studieren, anstatt irgendwie eine Ausbildung zu machen. Also das sind schon auch diese gesellschaftlichen Entwicklungen, die daf\u00fcr sorgen, dass wir einfach Kr\u00e4ftemangel haben. Ja, aber das ist tats\u00e4chlich auch irgendwie paradox, weil ich glaube, wenn du sagst, viele Eltern wollen, dass ihre Kinder studieren, weil sie ja einfach nur das Bestm\u00f6gliche f\u00fcr ihre Kinder wollen. Vielleicht auch eben einen Job, der langfristig ist, mit einem guten Einkommen. Und an sich h\u00e4tte man das ja alles in den handwerklichen Berufen, w\u00e4re das ja total gegeben. Auch die M\u00f6glichkeiten des Aufstiegs, des sich gleich selbstst\u00e4ndig Machens ist ja auf jeden Fall viel eher da, als wenn man jetzt irgendwie so ein BWL studiert, so wie Millionen andere. Das stimmt, aber das ist ja auch das Spannende, also dass das eine Generation von Eltern ist, die wir heute oftmals haben, wo schon fast vorausgesetzt wird, dass das Kind Abitur macht, dass das Kind irgendwie dann, wie du sagst, auch an die Hochschulen geht. Wo ich mir ja schon frage, also warum nicht wieder mehr Handwerk, warum nicht wieder eher eine Ausbildung? Also du kannst ja dann wirklich auch sicherlich dein Einkommen von bestreiten. Nat\u00fcrlich ist immer das Hauptargument, naja, dann verdienst du halt mehr, wenn du dann BWL studiert hast und wirst Manager und bist halt jetzt nicht nur derjenige, der dann ausf\u00fchrt. Wir haben uns aber heute, wir reden schon so lange nach, \u00fcberhaupt gar nicht unseren Chart der Woche angeschaut. Denn wir haben auch so einige Fragen den Deutschen gestellt, wie sie den Fachkr\u00e4ftemangel denn sehen und bewerten. Und ich finde es total spannend, dass 60 Prozent sagen, dass sie pers\u00f6nlich die Auswirkungen des Fachkr\u00e4ftemangels in ihrem Alltag sp\u00fcren k\u00f6nnen. Durch zum Beispiel l\u00e4ngere Wartezeiten, einen schlechteren Service. Und wenn man mal dr\u00fcber nachdenkt, ich glaube, das kennt wirklich an sich jeder. Eigentlich m\u00fcsste die Zahl wahrscheinlich noch viel h\u00f6her sein. Denn wenn ich zum Beispiel an Arzttermine denke, da sind das ja wirklich Monate, wo ja viele sich immer dr\u00fcber beschweren und sagen, dann ist ja meine Verletzung schon wieder verheilt. Aber auch eben Handwerk, also Heizung. Wartest du mal gerne ein paar Wochen drauf? Ja. Und nat\u00fcrlich eben auch, alle Eltern kennen das, die Kitas. Also sobald da irgendein Erzieher krank ist, m\u00fcssen die Eltern einspringen und die Kinder fr\u00fcher abholen. Ja, das sind, klar, da merkst du es wirklich ganz klar immer. Die Frage ist halt jetzt, wie wir es irgendwie l\u00f6sen k\u00f6nnen. Also das w\u00e4re ja. Genau, das haben wir aber nat\u00fcrlich auch befragt. Und da wollen wir jetzt dr\u00fcber sprechen, \u00fcber die L\u00f6sungsans\u00e4tze. Und unsere Zahlen sagen, naja auch 60 Prozent der Deutschen sagen, dass der Fachkr\u00e4ftemangel haupts\u00e4chlich ein Problem der Bezahlung ist und nicht der fehlenden Arbeitskr\u00e4fte. Stimmt das so? Ist das eine richtige Einsch\u00e4tzung? Ja, also was wir eben schon hatten. Also ich glaube nat\u00fcrlich erstmal, mehr Gehalt klingt nach einer guten L\u00f6sung, w\u00fcrde garantiert auch helfen, wenn wir jetzt bestimmte Berufe haben, die einfach anders bezahlt werden w\u00fcrden. Aber ich glaube, das l\u00f6st es eben nicht alleine. Also wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich auch zusehen, erstmal sind wir nicht alleine, das hatten wir ja auch schon vorhin. Also viele L\u00e4nder, viele Unternehmen aus dem Ausland, die dann auch konkurrieren, vielleicht auch andere Bedingungen bieten, vielleicht mehr Gehalt auch bieten. Das muss man mal gucken. Aber es reicht, glaube ich, eben nicht aus, dass wir jetzt nur mehr Geld zahlen. Also gerade, wenn wir jetzt als Pflege Bildung anschauen, dann m\u00fcssen wir schon sagen, es geht eben auch um die Rahmenbedingungen. Also bessere Arbeitszeiten, vielleicht mehr Wertsch\u00e4tzung, auch irgendwie mehr Kolleginnen und Kollegen einfach haben, um die Arbeit zu teilen. Und ich glaube, da m\u00fcssen wir einfach dr\u00fcber nachdenken, dass wir zu sehen, dass wir da nicht nur an der Gehaltsschraube dr\u00fcber nachdenken, sondern eben auch an den Rahmenbedingungen. Finde ich, sieht man ja auch, eben wenn man sich anschaut, das Anwerben von \u00c4rzten nach Skandinavien. Da wird ja auch immer viele sagen, die dorthin auswandern, dass besonders diese Work-Life-Balance eben gesch\u00e4tzt wird und dass es eben nicht nur um Geld geht. Klar, also bin ich total dabei. Also bessere Bezahlung ist ein wichtiger Ansatz. Ohne den geht es aber wahrscheinlich nicht. Aber wir m\u00fcssen genauso ran an die Arbeitsbedingungen, wahrscheinlich auch an die Ausbildung. Wir m\u00fcssen irgendwie zu sehen, dass wir das attraktiver machen f\u00fcr Leute, die in unser Land neu reinkommen. Also ich glaube, es ist dann wirklich eine Kombi. Da m\u00fcssen wir dran arbeiten. Ein weiterer Punkt, und was wir auch immer wieder h\u00f6ren, ist, dann digitalisiert man halt. Also man nutzt die Digitalisierung, um dem Fachkr\u00e4ftemangel entgegenzuwirken. Und ich glaube, das ist \u00e4hnlich wie mit dem Geld, ein bisschen zu kurz gedacht. Denn man kann nat\u00fcrlich Routineaufgaben automatisieren, Prozesse beschleunigen und somit auch ganze Berufsbilder ver\u00e4ndern. Aber man kann an sich auch immer nur das Personal entlasten. Und in vielen Punkten geht es nicht, das zu 100 Prozent zu ersetzen. Bin ich komplett bei dir. Also egal, wenn wir jetzt die Pflege nehmen, ist es ja gut und sch\u00f6n, dass da irgendwie bestimmte Sachen \u00fcbernommen werden kann. Aber ich glaube halt, niemand wird ernsthaft jetzt behaupten, dass menschliche Zuwendung in der Pflege mal eben durch den Roboter ersetzt werden kann. Oder Handwerk. Klar gibt es eine Software, die dir irgendwie dann die Ma\u00dfe berechnen kann. Material wahrscheinlich sogar automatisch bestellt. Aber die Fliese klebt sich ja trotzdem nicht von alleine. Da muss ja trotzdem dann der Fliesenleger vorbeikommen. Also insofern glaube ich, kann das helfen, aber mehr auch nicht. Genau. Also das ist ja an sich auch der Kern. Digitalisierung kann Aufgaben erleichtern, aber sie kann den Menschen nicht ersetzen. Total, ja. Und im ganzen Gegenteil an sich schafft sie ja sogar nochmal neue Bedarfe, nochmal neue Fachkr\u00e4fte, die wir brauchen. Denn n\u00e4mlich Menschen, die die KI, die die Systeme verstehen, benutzen, warten, managen und auch die Sicherheit gew\u00e4hrleisten. Also wir brauchen tats\u00e4chlich dann nicht weniger Fachkr\u00e4fte, sondern andere. Total. Und gerade in Deutschland erleben wir ja, wenn du jetzt Digitalisierung nochmal siehst, dass viele Unternehmen digitalisieren wollen, aber gar nicht das Personal haben, um die Technik einzuf\u00fchren. Dann wird irgendwie eine neue Software angeschafft. Keiner wei\u00df, wie man sie richtig nutzt. Die Infrastruktur fehlt. Also du hast das v\u00f6llig richtig gesagt. Digitalisierung kann nur helfen, wenn wir strategisch denken. Dazu m\u00fcssen wir wieder mehr in Fortbildung investieren, m\u00fcssten eine andere digitale Kultur in den Betrieben haben. Und dann kann das sein, also immer nur aus meiner Sicht ganz klar eine Erg\u00e4nzung, aber eben nicht ein Ersatz. Auch in Zukunft Krankenhaus ohne Personal wird, glaube ich, nicht funktionieren. Und ein dritter Ansatz ist ja, dass man sagt, man sollte ausl\u00e4ndische Berufsabschl\u00fcsse einfacher oder auch direkt anerkennen. Da stimmen 71 Prozent der Deutschen zu und sagen, das w\u00fcrde den Fachkr\u00e4ftemangel massiv vereinfachen oder entgegenwirken. Siehst du das auch so? Total. Also da m\u00fcssen wir, glaube ich, mehr Mut haben, m\u00fcssen auch grunds\u00e4tzlicher denken. Also nicht jeder Abschluss muss auch eins zu eins dem deutschen Standard entsprechen. Also warum da nicht auch st\u00e4rker auf die Berufserfahrung setzen. Handwerk ist ein perfektes Beispiel f\u00fcr mich daf\u00fcr. Aber auch der hochqualifizierte Ingenieur aus Indien, der muss vielleicht dann nicht noch zwei Jahre nach Qualifikation dranh\u00e4ngen, nur weil irgendwie ein Formular fehlt. Da gehen uns so viele Talente, aber auch Talent insgesamt verloren, weil unser System eben nicht an die globalen Realit\u00e4ten, will ich es mal nennen, sich wirklich bereit ist anzupassen. Und nat\u00fcrlich muss es dabei trotzdem ein gewisses Qualit\u00e4tsniveau geben. Man muss da nat\u00fcrlich schon schauen, aber ich denke auch, dass das durch vielleicht neue Systeme und \u00dcberpr\u00fcfungen effizienter und schneller gew\u00e4hrleistet werden sollte zuk\u00fcnftig. Total. Aber Uli, in Anbetracht der Zeit, wie siehst du die Zukunft? Wie ist es um den Fachkr\u00e4ftemangel bestellt? Wird der noch gr\u00f6\u00dfer werden, kleiner werden? Da muss ich jetzt schnell eine Minute runterbrechen. Also ich glaube, was wir heute ja noch nicht besprochen haben, ist Rolle von Frauen. Da m\u00fcssen wir n\u00e4chste Woche glaube ich nochmal dr\u00fcber sprechen, weil das nat\u00fcrlich auch wirklich ein Hebel ist, um Teile des Fachkr\u00e4ftemangels richtig anzugehen. Das sollten wir n\u00e4chste Woche nochmal machen. Aber insgesamt, ich glaube, wir stehen wirklich so am Scheideweg. Also wir m\u00fcssen uns jetzt als Gesellschaft auch ein St\u00fcck weit entscheiden. Die Alterung der Gesellschaft, das wird sich in den n\u00e4chsten Jahren noch versch\u00e4rfen. Wir brauchen wirklich Bewegung in vielen Bereichen. Wir m\u00fcssen, glaube ich, besser zahlen in bestimmten Berufsw\u00e4ldern, in der Pflege, in der Bildung, im Handwerk. Wir brauchen einfachere und b\u00fcrokratische Wege f\u00fcr Menschen, die aus dem Ausland kommen, die hier arbeiten wollen. Also Integration ist, glaube ich, ein gro\u00dfes Stichwort. Das m\u00fcssen wir rangehen. Denn Digitalisierung, kluge Automatisierung kann sicherlich helfen. Aber wir k\u00f6nnen die Menschen nicht einfach ersetzen. Und insgesamt, wenn du mich so fragst, ich glaube, wir m\u00fcssen kreativer werden, mutiger werden. Warum nicht neue Modelle ausprobieren? Warum nicht Berufe ganz neu denken? Also ich finde, das ist alles entscheidend, wenn wir diesen Wandel hinbekommen wollen. Sonst wird es, glaube ich, schwer f\u00fcr unser Land. Uli, das lassen wir einfach so stehen. Und ich freue mich schon auf n\u00e4chste Woche. Ja, wir haben eigentlich noch zu vertiefen, glaube ich. Das haben heute viele Gedanken, ja. Da k\u00f6nnen wir uns noch ein bisschen vertiefen. Und vor allem wollen wir ja n\u00e4chste Woche mal \u00fcber so neue Ideen, wenn es um die Zukunft der Arbeit geht, sprechen. Da passt der Fachkr\u00e4ftemangel einfach rein. Wir haben auch schon f\u00fcr die, die es zwischenzeitlich unter den N\u00e4geln brennt, wir haben auch schon so einige andere Podcast-Folgen dazu gemacht. Auch die Rolle der Frau in der Arbeitswelt, wie zufrieden man mit seinem derzeitigen Arbeitsplatz ist und so weiter. Schaut da gerne mal in die alten Podcast-Folgen rein. Und ansonsten freuen wir uns, wenn ihr n\u00e4chste Woche wieder einschaltet. Bis dahin, macht's gut. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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