{"id":5467,"date":"2025-06-26T06:26:24","date_gmt":"2025-06-26T04:26:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5467"},"modified":"2026-07-21T18:58:11","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:11","slug":"the-future-of-work-where-is-the-human-being-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/zukunft-der-arbeit-wo-bleibt-der-mensch-2\/","title":{"rendered":"The future of work: Where are the people?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flexibility, learning and well-being are considered the central guidelines of the new world of work. But despite all the technology, new tools and AI-driven processes, one fundamental question remains: how do we develop work so that it remains human?<\/p>\n<p>In this episode, find out what role trust, social relationships and personal responsibility play in the changing world of work - and why it will take more than digital solutions to make good work possible in the future.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5467","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 17","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/87-zukunft-der-arbeit-wo-bleibt-der-mensch\/embed?context=external&token=ClG1JC9oXGLIuf1SK4CDmw\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1956430-m-9fd9f6f147d1c6a573879be346af3897.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Zur vierten Folge unseres Monatsthemas Arbeit. Heute nehmen wir euch mit auf eine Reise in die Zukunft der Arbeit. Und wir haben uns da auf drei Themen konzentriert, die wir f\u00fcr absolut entscheidend halten. Lernen, Flexibilit\u00e4t und Wohlbefinden. Denn es gibt viele Trends da drau\u00dfen. Neue Technologien, Automatisierung, Plattformarbeit. Aber ab Ende h\u00e4ngt doch alles davon ab, wie entwickeln wir uns? Wie gestalten wir unsere Arbeitswelt menschlicher? Und wo finden wir Menschen in all dem Wandel statt und auch unseren Sinn? Bevor der ein oder andere jetzt verwundert ist, \u00fcber KI und Automatisierung in der Arbeitswelt und auch die Auswirkungen auf unsere Zukunft, werden wir im Monat Digitalisierung nat\u00fcrlich auch nochmal ganz genau sprechen. Deswegen geht es direkt los mit unserem Chart der Woche. Und da haben wir eine gewagte, aber doch auch wichtige und auch gangbare Idee f\u00fcr die Zukunft. 64 Prozent der Deutschen sagen n\u00e4mlich, dass Familien, also Haushalte mit Kindern, gef\u00f6rdert werden sollten. Zum Beispiel durch Steuererleichterung oder auch mehr Urlaubstage. Und das Spannende daran ist, dass sich da tats\u00e4chlich einmal alle Deutschen einig sind. Es gibt kaum Unterschiede nach Bildung, nach Einkommen oder auch der Ortsgr\u00f6\u00dfe. Nicht ganz \u00fcberraschend nat\u00fcrlich Familien mit Kindern bef\u00fcrworten dieses Projekt nat\u00fcrlich nochmal deutlich mehr als Familien oder Haushalte ohne Kinder. Und dazu passt n\u00e4mlich auch unser erstes Thema, \u00fcber das wir heute sprechen wollen. Bildung. Vielleicht sollten wir dieses Thema einmal mal ganz anders denken. Uli, jetzt habe ich so einen langen Einstieg hier gehalten. Aber wichtig. Wichtig, genau. Lernen, dar\u00fcber haben wir ja auch schon in unserer Podcast-Folge, warum Weiterbildung die Zukunft geh\u00f6rt. Ganz genau gesprochen. Also wir wissen alle, lebenslanges Lernen, das ist wichtig. Aber was wir jetzt ja bei diesem Thema Lernen hiermit meinen, ist, dass wir das mal anders denken sollten. Und zwar nicht so episodisch wie im klassischen Wort Ausbildung. Also man bildet sich und ist dann fertig, Schluss, aus, Ende. Sondern es wird immer wieder neu definiert. Das stimmt. Also da gibt es eben auch, die Wissenschaft ist da relativ weit. Also zum Beispiel sagt das Weltwirtschaftsforum, dass in den n\u00e4chsten zwei Jahren, das ist wirklich jetzt nicht mehr lang hin, fast die H\u00e4lfte aller heutigen F\u00e4higkeiten neu definiert werden muss oder sogar ersetzt werden muss. Also dass bestimmte F\u00e4higkeiten, auf die wir ausgebildet werden, halt einfach nicht mehr so eine hohe Relevanz haben. Und daf\u00fcr nat\u00fcrlich neue dazukommen. McKinsey hat dazu auch was gemacht. Die sagen, fast neun von zehn Unternehmen sagen eben, dass dieser, man spricht immer von diesem Skill Gap, also dass die bestimmte F\u00e4higkeiten fehlen, ihr gr\u00f6\u00dftes Problem ist. Aber da muss man jetzt wieder den Unternehmen halt auch sagen, die weniger als die H\u00e4lfte sagt eben auch, wir haben vern\u00fcnftige Weiterbildungsprogramme. Also wir sehen, die Herausforderungen sind gro\u00df und die Unternehmen sind darauf wirklich so nicht vorbereitet. Ja. Und genau da liegt ja eigentlich auch das Dilemma. Also alle wissen es. Alle wissen, dass man Fortbildung, andere Skills braucht. Aber der Alltag zieht ja dann doch, und da nehme ich mich auch nicht aus, manchmal schneller an einem vorbei als die Lernbereitschaft. Das stimmt. Aber darum m\u00fcssen wir, glaube ich, eben auch lernen, mal komplett neu denken. Also du warst du vorhin auch im Chart der Woche, weil auch mal so ein bisschen was Ungew\u00f6hnliches ist. Und man m\u00fcsste jetzt einfach auch mal dr\u00fcber nachdenken. K\u00f6nnen wir nicht auch das Thema Bildung mal anders denken? Also nicht als Ausnahme, sondern als Teil unseres Arbeitens. Also als Bestandteil einfach. Und jetzt nicht, ich mache da mal eine Fortbildung oder ich mache da mal, lerne irgendwas Neues. Sondern wirklich, es geh\u00f6rt dazu. Und auch da gibt es nat\u00fcrlich zig Studien. Also das kann man ja auch dann einfach sich \u00fcberlegen, wie man da rangehen w\u00fcrde. Es gibt zum Beispiel die Theorie, dass man einfach sagt, Weiterbildung ist jetzt nicht eine Belohnung f\u00fcr die Besten. Dass nur diejenigen, die halt weit in der Kalriere schon fortgeschritten sind, dann noch irgendwie weiter sich ausbilden d\u00fcrften. Sondern f\u00fcr alle. Oder die Vorstellung, dass eben alle dann diese M\u00f6glichkeiten haben, auch mal ihre Routine zu durchbrechen. Und das vielleicht auch nicht nur die M\u00f6glichkeit, aber schon wieder bl\u00f6d ausgedr\u00fcckt, sondern halt die Verpflichtung auch haben, das eben zu machen. Das w\u00e4re dann halt auch einfach mal was Neues. W\u00e4re individuell, gesellschaftlich einfach eine Weiterentwicklung, w\u00fcrde Chancengleichheit f\u00f6rdern. Also das w\u00e4re schon was Sch\u00f6nes. Dazu f\u00e4llt mir auch ein in Singapur. Das finde ich auch echt ein spannendes Beispiel. Dort erh\u00e4lt n\u00e4mlich jeder ab dem 25. Lebensjahr einen staatlichen Gutschein f\u00fcr Weiterbildung. Und das tats\u00e4chlich nicht einmalig, also was ja genau in diesen Ideen reingeht, sondern immer wieder. Also Lernen ist dort jetzt nicht so eine Pflicht, in dem, sondern eher so eine Philosophie. Also tats\u00e4chlich immer wieder sich weiterbilden und das eben auf Staatskosten. Aber diese Philosophie, das ist es doch an sich. Also genau darum m\u00fcsste es ja gehen. Also auch in Zukunft wird es ja nicht mehr so wichtig sein, jetzt alles zu wissen. Viel wichtiger ist es dann ja, dass wir uns an bestimmte Situationen anpassen k\u00f6nnen. Dass wir bereit sind, unsere Sichtweise zu ver\u00e4ndern. Ich habe immer im Studium noch gelernt, so maximale Variationen der Perspektive. Also dass man unterschiedliche Sichtweisen annimmt. Man kann auch irgendwie vom Meta-Lernen sprechen. Also die F\u00e4higkeiten, das eigene Lernen bewusst zu steuern. Immer wieder in der Lage sein, dich anzupassen. Wenn man sich jetzt mal irgendwie ein Beispiel w\u00fcrde festmachen wollen, kann man ja sagen, keine Ahnung, du bist jetzt irgendwie, wei\u00df nicht, der Ingenieur in der Automobilbranche und pl\u00f6tzlich ver\u00e4ndert sich die Art des Antriebs. Gibt es irgendwie Elektroautos und jetzt kannst du ja nicht an deinem alten Wissen festhalten, sondern du musst jetzt ja dich weiterbilden, musst neu lernen, wie Elektromotoren funktionieren, eignest dir neue F\u00e4higkeiten an, bist bereit, dich weiterzuentwickeln, Neues zu lernen. Also das w\u00e4re genau das, was wir hier halt eben auf fast allen Ebenen br\u00e4uchten. Ja. Ja, vielleicht muss man dann tats\u00e4chlich auch diese Frage nach, was willst du mal werden, diese klassische Ausbildung, ja, ich lerne eine Sache und dann ist es das. Vielleicht muss man das auch neu denken und anders stellen. Also dann geht es dann eher darum, welche St\u00e4rken m\u00f6chtest du in der Zukunft entdecken oder welche F\u00e4higkeiten sind f\u00fcr dich zentral im Leben. Ja, oder auch welche Rolle traust du dir dazu, also einfach mehr Flexibilit\u00e4t. Und das ist ja auch so ein Thema, wor\u00fcber viel schon gesprochen wurde. Das war jetzt irgendwie mit Homeoffice, war ja so eine Art Anfang. Man m\u00fcsste jetzt ja schon dann auch f\u00fcr die Zukunft einfach die Frage stellen, wie arbeiten wir so, dass es noch zu unserem Leben passt und nicht dieses Umgekehrte, wir bauen unser Leben ohne unseren Arbeitsplatz herum. Ja, genau. Das ist ja so der zweite gro\u00dfe Trend, dass die Arbeit flexibel f\u00fcr jeden sein muss. Und es ist ja auch einfach so, die meisten Menschen, viele, viele internationale Studien best\u00e4tigen immer wieder, dass deutlich mehr als die H\u00e4lfte, also ungef\u00e4hr acht von zehn, sagen, sie w\u00fcnschen sich mehr Flexibilit\u00e4t in ihrem Arbeitsalltag. Und dass es tats\u00e4chlich auch nicht nur die Jungen sind, sondern auch die \u00e4ltere Generation sich das w\u00fcnscht. Ja, wobei es jetzt aber eben nicht nur hei\u00dft, dass sie mal von zu Hause arbeiten wollen. Es geht wirklich eher um diese Selbstbestimmung oder selbstbestimmte Zeiten, um irgendwie Modelle wie Viertagewoche. Haben wir auch mal einen Podcast zugemacht. Also das wurde dann auch getrestet. Und was wir alles damals rausgefunden haben, der Stresslevel ist ja gesunken. Produktivit\u00e4t ist mindestens gleich geblieben, in der Regel gestiegen. Mitarbeiterzufriedenheit ist gestiegen. Die Unternehmen bei allen Untersuchungen haben immer wieder rausgekommen, sind an sich happy, weil es eben weniger Krankheitstage gab, weniger K\u00fcndigungen gab. Es wurde dann motivierter gearbeitet. Also das ist ja schon etwas, wor\u00fcber wir auch wirklich dann nachdenken m\u00fcssen in Zukunft. Absolut, ja. Ja, also kurz auch noch dazu, auch wenn wir schon dar\u00fcber gesprochen haben. Aber bei der Viertagewoche war es ja auch so, hier auch in unserer Studie, dass zwei Drittel ganz klar gesagt haben, sie w\u00fcrden auch bei einem leichten Gehaltsverzicht sofort auf die Viertagewoche wechseln. Was ja gut ist. Die Frage ist jetzt halt eben nur Vertrauen, die Unternehmen, ihren Mitarbeitern genug. Denn diese Flexibilit\u00e4t w\u00fcrde nat\u00fcrlich auch dann wieder bedeuten, dass die Arbeitnehmenden mehr Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Ja, okay. Dann ein Gedankenspiel. Was w\u00e4re denn, wenn Arbeitszeit nicht mehr nach Stunden gemessen wird, sondern nach Ergebnissen? Ein traumhafter Ansatz. Also ist ja... Das w\u00e4re nicht so, als ob wir nicht so arbeiten w\u00fcrden. Das stimmt. Also das ist, man nennt das auch das Result-Only-Work-Environment-Rove in der Wissenschaft. Da z\u00e4hlt es eben allein, ob du deine Ziele erreichst. Das ist v\u00f6llig gleich, wann, wo, wie lange jemand arbeitet. Das spielt einfach keine Rolle mehr. Und sowas w\u00fcrde nat\u00fcrlich nachweislich die Produktivit\u00e4t steigern. Die Motivation w\u00e4re h\u00f6her, weil die Mitarbeitenden ihrer Arbeit eben an den eigenen produktivsten Zeiten ausrichten k\u00f6nnen. Und dabei, das ist nat\u00fcrlich immer die Sache, was damit einhergeht, du musst eben mehr Eigenverantwortung \u00fcbernehmen. Also ich wei\u00df, das ist aber schon zehn Jahre her, dass es in den USA gab es mal dieses Beispiel von Best Buy, so einer gro\u00dfen Saturn-Mediamarkt-Kette. Die haben das gemacht, auch f\u00fcr ihre Mitarbeitenden im Verkauf, dass es keine festen Zeiten gab. Dass die selber sagen konnten, okay, wann sind die meisten Kunden da? Wann wollen die meiste Beratung stattfinden? Wann kann ich die meiste Provision machen? Dann bin ich vor Ort und arbeite. Und abgesehen von so einer Kernmannschaft haben die das \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum durchgezogen. Man kann ein neuer CEO und sie haben damit wieder aufgeh\u00f6rt. Aber das war an sich erfolgreich. Also Umsatz ist total gestiegen. Zus\u00e4tzlich irgendwie die Mitarbeiterfluktuation ist runtergegangen. Also war schon auch clever, sowas zu machen. Einfach wie du sagst. Eher am Ergebnis, nicht an der Zeit. Genau. Und ich glaube auch ein Ergebnis, um jetzt den Kritikern auch vorwegzugehen. Am Ende ein Ergebnis gibt es in eigentlich fast jedem Job. Also auch wenn nat\u00fcrlich nicht jeder was verkauft und das nat\u00fcrlich recht leicht ist, das im Sales zu messen. Aber vielleicht geht es dann in Zukunft auch nicht darum, weniger zu arbeiten. Das ist ja auch immer so eine kritische Stimme bei der Vier-Tage-Woche. Sondern es geht einfach darum, Arbeit sinnvoller zu takten. Und Effizienz klingt ja auch teilweise nach Druck, sondern deswegen halt eben sinnvoll, dass jeder, wie du sagst, das selber einsch\u00e4tzen kann, wann und wie viel er arbeitet, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Und das ist ja auch klar, wenn man das selbst steuern kann, dann f\u00fchrt es zu mehr Fokus, weniger Ablenkung. Und auch echte Erholung zwischendurch, wenn ich selber entscheiden kann, wann ich Pause mache. Man setzt besser Priorit\u00e4ten. Und am Ende, also ich meine Gesundheit und auch gerade psychische Gesundheit ist ja schon auch ein gro\u00dfes Thema in der Arbeitswelt. Am Ende ist man dann weniger ersch\u00f6pft. Und ja, hat auch das Gef\u00fchl, irgendwie etwas Sinnstiftendes getan zu haben, mehr Energie. Und vielleicht auch bessere Ergebnisse f\u00fcr den Arbeitgeber dann. Total. Aber das w\u00e4re dann jetzt eben auch, wenn man das jetzt zusammenfassen w\u00fcrde, w\u00fcrde man ja immer sagen, Fortschritt hei\u00dft jetzt nicht k\u00fcrzere Woche, sondern eine Woche, die du selbst einteilen kannst. Also du wei\u00dft, wann du intensiv irgendwie an einem Buch schreibst. Du wei\u00dft aber auch, wann du bewusste Pausen machst. Du wei\u00dft, wann du dir Zeit nimmst. Du einfach nachdenkst \u00fcber bestimmte Sachen. Also selber eben in diese Verantwortung reinzukommen. Und ich meine, nat\u00fcrlich d\u00fcrfen wir auch nie vergessen, an sich keiner kann acht Stunden voll konzentriert arbeiten. Keiner kann acht Stunden wirklich produktiv sein. Wissenschaft sagt immer, wenn du wirklich gut bist, schaffst du vier, vielleicht f\u00fcnf Stunden. Die Superguten schaffen da mal sechs Stunden, aber dann ist es auch vorbei. Und Forschung ist ja auch, haben wir auch schon mal im anderen Podcast thematisiert. Zwei Stunden pro Tag ist der deutsche Arbeitnehmer eben nicht produktiv, sondern googelt durch die Weltgeschichte, WhatsApp durch die Weltgeschichte, macht irgendwelche anderen Sachen, aber ist eben nicht produktiv. Also insofern, da ganz klar. Das f\u00fchrt uns schon perfekt zum dritten Bereich, n\u00e4mlich das Wohlbefinden. Und ich glaube, da lachen jetzt bestimmt viele und denken sich, ja Wohlbefinden am Arbeitsplatz, das klingt nach einem sehr weichen Thema. Es ist so ein bisschen dieses nice to have. Aber in Wirklichkeit ist das ja so die Basis f\u00fcr alles. Denn es ist ja kein Bonus, sondern es ist, ja ich habe auch gelesen, eine der h\u00e4rtesten W\u00e4hrungen der Zukunft. Denn nur wenn man, wenn es einem gut geht, ist man in der Lage auch gut zu arbeiten, innovativ zu sein. Mitarbeitende, die sich wertgesch\u00e4tzt f\u00fchren, bleiben l\u00e4nger. Unternehmen, die auf mentale Gesundheit achten, sind nachweislich produktiver und profitabler. Also entscheidet diese individuelle Lebensqualit\u00e4t der Mitarbeitenden auch \u00fcber den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Also ja. Total. Und da kommt nat\u00fcrlich auch dann die Sinnstiftung irgendwann ins Spiel. Also ich merke das ja auch bei vielen jungen Menschen, mit denen wir zu tun haben d\u00fcrfen. Das ist jetzt nicht mehr die erste Frage, womit verdiene ich das Geld, sondern wof\u00fcr arbeite ich eigentlich? Und das sind glaube ich schon zwei Paar Schuhe. Aber nat\u00fcrlich kann man jetzt sagen, klar, die Miete muss bezahlt werden und wir m\u00fcssen auch ein gewisses Einkommen haben. Das haben wir auch beim Thema in diesem Monat immer wieder gehabt. Nat\u00fcrlich muss ein fairer Lohn immer dabei sein und man muss dar\u00fcber nachdenken. Gerade in Anbetracht des Fachkr\u00e4ftemangels hatten wir ja letzte Woche, dass nat\u00fcrlich dann auch \u00fcber die Lohnschraube einiges gel\u00f6st werden kann. Aber wir d\u00fcrfen halt eben nicht vergessen, dass wir das auch anders angehen k\u00f6nnen. Und wenn ich jetzt irgendwie, wei\u00df ich nicht, die Wissenschaftlerin, die an irgendwelchen Sachen zur Heilung von irgendwelchen Krankheiten forscht, das ist ja jetzt nicht nur, dass das Geld da im Vordergrund steht, sondern sie will ja dann Sinn haften. Und jetzt will ich jetzt nicht zur\u00fcckgehen zu Karl Marx und Entfremdung vom Produkt. Aber nat\u00fcrlich ist es toll, wenn du als Handwerker am Ende des Tages siehst, was du geschaffen hast, du stolz darauf sein kannst. Also ich wei\u00df nicht, wir, wenn wir jetzt irgendwie hier arbeiten, wir wollen ja auch Gedanken weitergeben zum Nachdenken anregen. Also sind ja alles Sachen, die eben mit der Arbeit auch einhergehen. Und das ist eben dieses Wof\u00fcr. Das ist schon oft ein starker Antrieb, der dann eben \u00fcber das reine Geld hinausgeht. Ja. Und ich meine, das passt ja auch zu unserem Stiftungsmotto, ist ja die Welt im Wandel der Menschen im Mittelpunkt. Und deswegen finde ich diesen Aspekt, Wohlbefinden, total wichtig, wenn wir an die Zukunft der Arbeit denken, dass wir eigentlich unabh\u00e4ngig von technischen Entwicklungen den Menschen und sein Wohlbefinden total in den Mittelpunkt stellen sollten. Und da gibt es auch gen\u00fcgend Studien, die wir da sagen, also zum Beispiel eine von uns auch gesagt, 60 Prozent der j\u00fcngsten Generation sagt, sie m\u00f6chte lieber in einem Unternehmen arbeiten, das sinnstiftend ist, als besonders viel Geld zu verdienen. Ja. In Anbetracht der Zeit wird es jetzt wahrscheinlich gleich wieder auch schon auf die Zukunft und aufs Fazit hinaus, ne? Ja, genau. Uli, fass doch noch einmal f\u00fcr uns zusammen. Was erwartet uns? Nein, man k\u00f6nnte jetzt sagen, die Arbeit wird insgesamt nat\u00fcrlich schneller, beweglicher, aber sie sollte eben auch menschlicher werden. Und ich glaube, wir m\u00fcssen jetzt nicht irgendwie Science-Fiction-m\u00e4\u00dfig da rangehen oder in die ferne Zukunft schauen. Wir d\u00fcrfen nie vergessen, die Arbeit der Zukunft wird heute gepr\u00e4gt und wir m\u00fcssen heute eben die richtigen Entscheidungen treffen. Es wird darum gehen, wie wir uns entscheiden, wie wir lernen wollen, wie wir miteinander zusammenarbeiten wollen, was wir unter guter Arbeit verstehen. Also ich glaube, das sind die wichtigen Fragen und jetzt nicht irgendwie uns auf Technologie konzentrieren. Und die wird, glaube ich, auch in Zukunft in der Arbeitswelt ein Werkzeug sein. Also die k\u00f6nnen wir gut nutzen, um da produktiver, effektiver zu sein. Alles gut und sch\u00f6n. Aber Sachen wie Empathie, Bereitschaft, Neues zu lernen, das muss nach wie vor, glaube ich, wirklich von den Arbeitnehmenden geh\u00f6ren. Und damit einher geht eben auch dieses Thema Bildung, was wir vorhin hatten. Ich glaube, das wird jetzt nicht etwas sein, was wir nur machen m\u00fcssen, weil wir Angst haben, den Anschluss zu verlieren, sondern weil wir selber diese intrinsische Motivation haben, daran zu wachsen. Flexibilit\u00e4t haben wir vorhin gehabt, das glaube ich auch. Also Ort und Zeit, das wird sich aufl\u00f6sen. Genauso aber auch das Denken, also starre Rollen eher weniger, mehr individuelle Wege, mehr Selbstgestaltung. Das wird alles wichtiger werden, glaube ich. Eigenes Tempo, eigene Orientierung, die du dann noch haben willst. Und als letztes vielleicht so ein bisschen muss die Arbeit nat\u00fcrlich einen zus\u00e4tzlichen Wert irgendwann auch mal haben. Also Produktivit\u00e4t bleibt zweifelsfrei wichtig. Aber was du eben so sch\u00f6n gesagt hast mit Wohlbefinden, Sinn, Zugeh\u00f6rigkeit, das sind, glaube ich, auch schon wichtige Merkmale f\u00fcr die Zukunft. Denn wir verbringen ja doch eine Menge Zeit damit. Also Ziel sollte es in jedem Fall sein, Arbeit als Teil eines guten Lebens zu begreifen. Jetzt nicht als Gegensatz dazu, sondern wir m\u00fcssen sie eben gestalten, jeden Tag, jeder Entscheidung. Dann geht es, glaube ich, auch in die richtige Richtung. Das klingt doch sehr gut und sehr machbar. Und damit ist auch schon das Monatsthema Arbeit wieder vorbei. War ein spannender Monat, finde ich, mit unterschiedlichen Aspekten. Finde ich auch, total. Ich freue mich aber auch schon sehr auf den n\u00e4chsten Monat. Da geht es n\u00e4mlich um das Wohnen. Oh, da bin ich gespannt. Das Thema mag ich auch sehr gerne. Wir haben spannende Fragen ins Feld gegeben und die jetzt auszuwerten. Also wenn es euch interessiert, n\u00e4chste Woche wieder. Macht's gut. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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