{"id":5470,"date":"2025-07-03T05:55:57","date_gmt":"2025-07-03T03:55:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5470"},"modified":"2026-07-21T18:58:11","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:11","slug":"rethinking-the-home-how-we-want-to-live-in-the-future","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/zuhause-neu-gedacht-wie-wollen-wir-in-zukunft-wohnen\/","title":{"rendered":"Rethinking the home: How do we want to live in the future?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Affordable, sustainable, connected - our expectations of living space are changing noticeably. But what really makes a good home? And how do we find the right balance between closeness and retreat, between stability and freedom in a world full of upheaval?<\/p>\n<p>In this episode, find out what Germans will be looking for in their homes in 2025, why the future is not just in the city or in the countryside - but in between - and why living in the future is not just about square metres, but about quality of life.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5470","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 18","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/88-zuhause-neu-gedacht-wie-wollen-wir-in-zukunft-wohnen\/embed?context=external&token=A1H8qznhQ3tQuOCeAebXbQ\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1987867-m-f0080d7bbe0ee6528cea3c92a9047163.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Zu einer neuen Folge unseres Zukunftspodcasts. Wir starten in einem neuen Monat und in diesem dreht sich alles um das Thema Wohnen. Heute in der ersten Folge geht es auch direkt um die ganz gro\u00dfe Frage. Wie wollen wir in Zukunft eigentlich wohnen? Was ist uns wichtig beim Thema Zuhause? Geht es mehr um Ruhe oder um Gemeinschaft, um Anbindung oder Nachhaltigkeit? Und das Spannende dabei ist, unsere Wohnw\u00fcnsche sagen viel mehr dar\u00fcber aus, wie wir leben wollen. Denn Wohnen ist nat\u00fcrlich mehr als nur ein Quadratmeter oder Grundrisse. Es spiegelt unsere Werte wieder und vielleicht auch ein bisschen unsere Unsicherheiten. Was suchen wir eigentlich? Sicherheit, Freiheit, N\u00e4he oder doch Unabh\u00e4ngigkeit? Uli, starten wir mit dem Chart der Woche. Was w\u00fcnschen sich die Deutschen beim Wohnen und hat sich das \u00fcber die Jahre auch ver\u00e4ndert? Das ist nat\u00fcrlich gleich die gro\u00dfe Frage. Also starten wir mal mit dem, was ganz oben steht. Der wichtigste Wohnwunsch im Jahr 2025 ist mit 31 Prozent, also fast jeder Dritte, ein Wohnort der kurzen Wege. Also wir wollen wohnen, wo man m\u00f6glichst alles dann eben zu Fu\u00df oder vielleicht mit dem Fahrrad erreichen kann. Ganz gleich, ob es jetzt der Einkauf ist, der Arbeitsplatz ist, aber auch solche Sachen wie Arzt oder wenn du Familie jetzt, die Schule der Kinder oder die Kita, das Kino, das Theater am Abend. Also m\u00f6glichst kurze Wege, um dann schnell da zu sein. Das ist ganz spannend. Dazu kann ich auch mal sagen, wir haben auch schon mal eine Podcast-Folge zur 15 Minuten stattgemacht. Das stimmt, ja. Da, wen das nochmal n\u00e4her interessiert, kann da nochmal reingehen. Aber zu dem Ergebnis zur\u00fcck. Ich finde das ganz spannend, weil fr\u00fcher war es ja eher so, okay, ich m\u00f6chte in einer Gro\u00dfstadt wohnen oder ich m\u00f6chte auf dem Land wohnen und jetzt scheint ja eher was anderes im Mittelpunkt zu stehen. Also da geht es ja dann doch mehr so um N\u00e4he und Alltagstauglichkeit. Das stimmt, ja. Und ich glaube, aber es ist kein Zufall. Also dieser Wunsch, der Wohnort der kurzen Wege, das hat sich schon in den letzten Jahren abgezeichnet. Also wenn ich so ein bisschen jetzt auch den Zeitvergleich mir anschaue, seit 2009 hat das an sich kontinuierlich zugenommen. Nat\u00fcrlich immer nur in leichten Bahnen. Fr\u00fcher war es eben dann so in etwa jeder vierte, heute ist es fast jeder dritte, aber eben kontinuierlich \u00fcber die Zeit. Also man merkt schon, dass das etwas zu sein scheint, was durch die Generationen hinweg halt auch wirklich eine hohe Relevanz hat. Ja, also jetzt kein riesiger Zuwachs, aber ein kontinuierlicher und stetiger und macht f\u00fcr mich auch total viel Sinn, weil kurze Wege bedeuten eben auch mehr Lebenszeit. Und Zeit ist ja nun wirklich absolut kostbar geworden. Man muss dann weniger pendeln und hat mehr Zeit, mehr Freizeit. Was ja auch eben total wichtig ist in einer Zeit, in der man dauerhaft gestresst ist und abh\u00e4ngig vom Auto ist und sich nat\u00fcrlich auch viel mehr f\u00fcr den Klimaschutz einsetzen m\u00f6chte. Also vielf\u00e4ltige positive Effekte. Das stimmt. Also es ist halt einfach ein Zeichen daf\u00fcr, dass auch Wohnqualit\u00e4t eben neu gedacht werden muss. Was du vorhin gesagt hast, so dieses nur in der Stadt wohnen oder nur auf dem Land wohnen, das ist eben einfach heute anders. Heute geht es im Wesentlichen wirklich darum, dass die kurzen Wege hast, egal wo du wohnst. Aber wie gesagt, das ist ja auch nur eine Wohnwunsch. Wir k\u00f6nnen es jetzt noch den n\u00e4chsten anschauen. Das ist vielleicht auch ein Klassiker. Bezahlbarer Wohnraum in zentraler Lage. Das ist nat\u00fcrlich gerade in den St\u00e4dten schon was Wichtiges. Jeder Vierte, der das sagt, also das d\u00fcrfen wir nat\u00fcrlich niemals vergessen. Es muss bezahlbar sein. Das klingt ja auch so nach Prestige. Also in zentraler Lage. Das war ja auch mal mehr, oder? Das stimmt. Das ist schon im Laufe der Zeit so ein bisschen zur\u00fcckgegangen. Also dieses ganz in den St\u00e4dten wohnen, da merkst du nat\u00fcrlich auch die Ver\u00e4nderung innerhalb der Gesellschaft. Also gerade was fr\u00fcher war es halt eben hip, weil das Leben auch in den St\u00e4dten sich eher abgespielt hat. Heute ein Zeichen, wo nat\u00fcrlich auch vieles dann zu Hause gemacht wird. Geht es halt eben eher um dieses Gef\u00fchl und es ist vielleicht auch nicht mehr ganz so entscheidend, dass du mitten in den St\u00e4dten bist. Ja genau. Also es ist eben nicht mehr dieses Prestige. Ich wohne mitten total zentral, sondern es geht mehr um die Funktionalit\u00e4t. Also dass man die Dinge, die man braucht, zug\u00e4nglich hat und dass das Leben irgendwie lebenswert ist durch M\u00e4rkte, Caf\u00e9s, Kitas, alles so im Radius von diesen besagten 15 Minuten. Ist das f\u00fcr dich eigentlich auch so? Also ich meine, wenn man jetzt so ein bisschen vergleicht, so fr\u00fcher als, ist das noch nicht so lange her, dass du studiert hast. Nein, nat\u00fcrlich. Aber vor Familie war das irgendwie anders, dass da das Wohnen in der Stadt schon bedeutender war. Also ich meine, wir wohnen ja beide nach wie vor in Hamburg. Also st\u00e4dtisches Leben ist schon wichtig und ich glaube, das ist auch so eine Grundeinstellung. So was braucht man in der Verf\u00fcgbarkeit. Aber ich bin totaler Fan von diesem 15 Minuten Radius, dass man, also ich musste jetzt nicht immer an der besten Adresse wohnen. Das war mir jetzt noch nie so wichtig. Ja. Aber schon, dass man eben die Dinge, die man braucht, vor der Haust\u00fcr hat. Ja, also sehe ich \u00e4hnlich, vor allem, weil nat\u00fcrlich auch in der heutigen Zeit ist es schon wichtig, dass du diese Grundversorgung irgendwie um dich herum hast, kurze Wege. Aber dann, wenn es halt wirklich mal, wei\u00df ich nicht, das Kino, wo der Film l\u00e4uft, halt nicht in zehn Minuten zu erreichen ist, dann kannst du halt das dann auch mal eine halbe Stunde fahren. Und das machst du ja aber nicht, wie jetzt hier in der Woche, sondern das ist dann halt mal im Vierteljahr oder sowas. Also insofern, das finde ich auch, also ich bin auch dabei. Ich meine, die meisten Sachen, die man in der Gro\u00dfstadt so machen kann, was halt alle anf\u00fchren, warum die Gro\u00dfstadt so toll ist, das sind ja meistens doch j\u00e4hrliche Highlights, als ob die haben. Das stimmt. Und geht ja trotzdem nicht jeden Tag ins Musical. Da hast du recht, ja. Aber kommen wir zum n\u00e4chsten Klassiker. Land oder Stadt, auch da hat sich nat\u00fcrlich einiges getan. Fr\u00fcher war ja irgendwie Land so gleichbedeutend mit Abgeschiedenheit. Heute sagt auch nach wie vor fast jeder Vierte, er w\u00fcrde gerne aufs Land ziehen. Aber da muss man schon sagen, ist schon wichtig, dass dann nat\u00fcrlich auch diese Sachen dabei sind, wie \u00d6PNV, wie schnelles Internet. Also das sind schon Dinge, die vom Land nat\u00fcrlich wichtig sind. Ja, finde ich super spannend. Aber da sollten wir auf jeden Fall nochmal eine eigene Folge zu machen. Weil wenn man diese beiden Punkte, also irgendwie schnelles Internet und \u00d6PNV-Anbindung annimmt, dann ist es ja wirklich fast jeder Zweite, der sagt, er w\u00e4re prinzipiell theoretisch offen daf\u00fcr, auf dem Land zu leben. Und praktisch sind wir davon ja noch weit entfernt. Deswegen, das sollten wir uns nochmal, also die Vorteile vom Land leben oder Nachteile, Landflucht, Stadtflucht, das schauen wir uns nochmal genau an. Aber ein weiterer Wohnwunsch, den wir haben, ist, und ein meines Lieblingsthemen, ist gemeinschaftliches Wohnen. Ja, wobei das f\u00fcr mich ein bisschen \u00fcberraschend war. Also es ist nur jeder Achte, nur kann man jetzt nat\u00fcrlich in Anf\u00fchrungsstriche setzen, der es sich eben w\u00fcnscht, in Zukunft mit Menschen zusammenzuwohnen, die \u00e4hnliche Interessen haben. Und nochmal zus\u00e4tzlich dann 11 Prozent, die sagen so eine Mehrgenerationen-WG, also was ja auch so ein bisschen in diese Richtung geht. Aber f\u00fcr mich doch so ein bisschen \u00fcberraschend, dass es, ich h\u00e4tte gedacht, dass die Werte mittlerweile h\u00f6her sind. Ja, h\u00e4tte ich tats\u00e4chlich auch gedacht. Aber vielleicht sind wir da auch selber unsere eigenen Blase so ein bisschen zum Opfer gefallen, weil es das hier in Hamburg ja schon viel gibt. Ich war ja selber auch mal Teil einer Baugemeinschaft, dass man da dann das Gef\u00fchl hat, dass es doch allen so gehen muss. Ja, aber vielleicht ist es auch so, schon dieser Wunsch nach Gemeinschaft ist da, aber es darf halt eben auch nicht zu eng werden. Und wenn es dann halt ums Wohnen geht und man das Gef\u00fchl hat, ich wohne jetzt mit anderen Menschen zusammen, ich will ja nicht wieder in einer WG sein, dass das Konzept vielleicht noch nicht ganz so bekannt auch ist. Aber man sieht den Wunsch nach Gemeinschaft, aber mit Selbstbestimmung. Ja, also da bin ich bei dir, wobei man nat\u00fcrlich jetzt nicht vergessen darf, wenn wir jetzt \u00fcber diese ganzen Wohnw\u00fcnsche reden und diese Ver\u00e4nderung. Nach wie vor sagt nat\u00fcrlich jeder Dritte auch nach, er m\u00f6chte wohnen wie bisher. Also der will gar keine Ver\u00e4nderung da drin haben. Und ob das jetzt irgendwie das Mehrgenerationenwohnen ist oder \u00e4hnliches Interessen oder Stadt oder Land oder mitten in den gro\u00dfen Metropolen drin, jeder Dritte sagt nach wie vor, er m\u00f6chte wohnen wie bisher. Also der will gar nicht unbedingt umziehen. Das finde ich total bemerkenswert. Also weil trotz aller Zukunftsvisionen sagen ja dann wirklich die meisten, ich bin zufrieden, so wie es ist. Ja, das kannst du jetzt irgendwie konservativ deuten. Kannst aber nat\u00fcrlich auch sagen, das gibt dir Stabilit\u00e4t. Das gibt dir Sicherheit. Du hast deine Wurzeln geschlagen. Du hast nicht diesen ganzen \u00c4ngste aus diesen gro\u00dfen 3Ks, von denen man ja immer spricht. Kosten, Kontakte, Konflikte, die du vielleicht dann anders hast, wenn du irgendwie umziehst. Also insofern, ich kann das schon auch ein St\u00fcck weit positiv sicherlich sehen.\n\nBist du eigentlich oft umgezogen in deinem Leben? Das muss ich nachrechnen. Ich bin ja sehr fr\u00fch schon ausgezogen. Das habe ich zum Abi einmal alleine gewohnt. Dann habe ich irgendwie zum Studium erst in der WG gewohnt, dann alleine. Und dann bin ich immer schon, also ich sage mal siebenmal bin ich in meinem Leben umgezogen insgesamt. Aber ich habe so verschiedene Wohnformen gemacht. Also ganz klassisch in der Familie gro\u00df geworden, dann aber auch zweimal alleine gewohnt, dann in der WG gewohnt, dann irgendwie mit Pia zusammengezogen. Du kennst dir so eine Rentner-WG? Ist fest geplant. Jetzt spielst du wieder auf mein Alter an. Nein, aber das haben wir fest geplant, wenn die Kinder aus dem Haus sind, so mit den besten Freunden zusammenzuziehen und das zu machen. Jeder seinen eigenen Bereich nat\u00fcrlich, aber auch diese Gemeinschaftsr\u00e4ume dann dabei. Kann ich mir total vorstellen. Du nicht? Doch. Doch, doch.\n\nAber okay, dann wenn wir das jetzt alles mal ein bisschen zusammenfassen. Was sehen wir da f\u00fcr ein Muster? Wie sehen die Wohnw\u00fcnsche der Deutschen aus? Also wenn du diese ganzen Statements so ein bisschen gruppieren w\u00fcrdest, w\u00fcrde ich immer sagen, es sind drei Dinge, die auff\u00e4llig sind. Also einerseits ist es der Wunsch nach N\u00e4he. Also jetzt Infrastruktur, Menschen, Alltag, das ist schon was auff\u00e4llig ist. Dann die Sehnsucht nach Flexibilit\u00e4t und gleichzeitig Stabilit\u00e4t. Also nicht als Widerspruch, sondern ich glaube, die auch gerade f\u00fcr die Zukunft, wenn es immer um Bewohnen W\u00fcnsche geht, dann geht es darum, dass sich R\u00e4ume eher dem Leben anpassen m\u00fcssen und jetzt nicht das Leben den R\u00e4umen angepasst werden muss. Also es ist jetzt nicht f\u00fcr mich ein Widerspruch. Und dazu passt dann auch irgendwie das Bed\u00fcrfnis nach wie vor nach Autonomie. Also du willst f\u00fcr dich selbst wohnen, ohne dabei aber auch den Anschluss zu verlieren. Ich finde das sehr modern. Also es geht nicht mehr um das gro\u00dfe Haus mit Garten, sondern um eine kluge Balance, sage ich jetzt mal, zwischen N\u00e4he, Freiheit und Versorgung. Und das ist ja auch gerade f\u00fcr die \u00c4lteren sehr wichtig. Ich glaube, das war ja bei den \u00c4lteren der Top-Wunsch, irgendwie im Alter selbstbestimmt sich selbst versorgen zu k\u00f6nnen. Total. Und nicht allein sein. Also wohnen bleibt, glaube ich, auch in Zukunft einfach auch emotional. Es geht jetzt nicht irgendwie nur um die Funktion, sondern immer auch um diese, was du eben angesprochen hast, Geborgenheit, Zugeh\u00f6rigkeit, dass du wei\u00dft, wo du hingeh\u00f6rst, wo du herkommst. Also das sind schon wichtige Punkte. Vielleicht sollte man dann gar nicht so auf die Suche nach dem Wohnraum gehen, sondern eher nach, wo finde ich die Lebensqualit\u00e4t, die zu mir passt. Also welche Umgebung macht mich gl\u00fccklich. Bin ich bei dir, ja. Ja, Uli, wenn du jetzt nach vorne schaust, in 20 Jahren oder noch mehr, was glaubst du, wie wohnen wir dann? Also jetzt erst mal so von den Voraussetzungen her, du hast eben dieses, das ist mir nicht aus dem Kopf gegangen, dieses Umziehen nochmal angesprochen. Wenn ich mir da die Freundin in den USA anschaue, f\u00fcr die USA wei\u00df ich das zuf\u00e4llig, da zieht man im Leben, glaube ich, zw\u00f6lfmal um. In Deutschland ziehst du f\u00fcnfmal um. Also ich bin schon sogar etwas \u00f6fter umgezogen als der Durchschnitt. Und ich glaube, das wird in Zukunft auch so bestehen bleiben. Also wir werden jetzt nicht st\u00e4ndig das, was Neues suchen, sondern vieles wird eben auch so sein, wie wir es kennengelernt haben. Nat\u00fcrlich, glaube ich, schon, wenn jetzt so die gro\u00dfen Entwicklungen man sich anschaut, dass Wohnen hybrider werden wird. Also so eine Mischung aus privaten R\u00e4umlichkeiten, aber auch geteilten R\u00e4umen. Also wir kennen das ja so ein bisschen von Wohnheim bei den Studis, aber auch jetzt irgendwie Coworking, also wo du bestimmte Sachen dann einfach mehr teilst. Warum eigentlich nicht beim Wohnen? Also du hast kleine private Wohnungen, aber dann eben gro\u00dfe geteilte K\u00fcchen, Gemeinschaftsgarten, Arbeitsr\u00e4ume, die du dir teilen kannst, ein Gastzimmer, wo dann irgendwie der Besuch da mal schlafen kann, was du aber nicht permanent vorh\u00e4ltst. Also sowas kann ich mir schon vorstellen, dass es in Zukunft kommt. Ich glaube nat\u00fcrlich Digitalisierung, ja, das wird schon Einfluss auf das Wohnen haben. Also das wird das Wohnen flexibler machen. Man kann vielleicht, wei\u00df nicht, in Berlin wohnen, in Leipzig arbeiten dann. Das kannst du dann irgendwie hin und her fahren, muss eine schnelle Verbindung sein. Also jetzt nicht nur der Zug, sondern auch das Internet muss nat\u00fcrlich dann funktionieren. Also das glaube ich schon, wobei ich halt immer sage, das digitale Wohnen, das kann das Leben komfortabler machen, aber Geborgenheit bleibt in Zukunft eben doch irgendwo analog. Also das kannst du nicht digital machen. Also das wird schon etwas sein, was einen Einfluss hat, aber jetzt glaube ich nicht der Game Changer ist. Und was ist so mit Themen wie Energie, Klima und Nachhaltigkeit? Wird glaube ich, wenn du jetzt 20 Jahre sagst, immer wichtiger werden. Aber ich glaube jetzt nicht, dass wir schon in 20 Jahren nur Null-Energie-H\u00e4user haben werden, nur Smart Home haben, die das irgendwie alles regeln. Das wird immer besser werden. Also wohnen ohne Energieverschwendung ist hoffentlich irgendwann nicht mehr Luxus, sondern echt die Norm. Aber wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich, wenn du jetzt \u00fcber Nachhaltigkeit sprichst, Nachhaltigkeit nie nur \u00f6kologisch sehen, sondern auch immer sozial nachhaltig. Das ist, glaube ich, auch was ganz, ganz Entscheidendes. Aber wenn wir jetzt insgesamt, wenn du mich fragst, Zukunft des Wohnens, also das ist nat\u00fcrlich jetzt nicht Zukunft Architektur, Quadratmeterpreise, das sind alles wichtige Rahmenbedingungen. Aber ich glaube, wir sprechen in Zukunft des Wohnens wirklich dann eher \u00fcber Leben, Teilhabe. Das sind Dinge, die uns verbinden. Das ist, was uns auch im Alltag dann durchtr\u00e4gt. Und die Daten zeigen halt auch, also die Menschen w\u00fcnschen sich immer eher N\u00e4he, mehr Alltagstauglichkeit, Freiheit, Selbstbestimmung. Also das wird jetzt auch nicht immer dieses Entweder-oder sein, sondern es muss halt immer dann auch beides vorgehalten werden. All das erfordert \u00fcbrigens dann auch den Mut, politischen Mut. Wir haben ja auch schon mal \u00fcber das Thema Mut gesprochen in einer Podcast-Folge. Wir haben ein ganzes Buch dazu geschrieben. Das stimmt. German Mut statt German Angst kann ich \u00fcbrigens sehr empfehlen. Eine meiner Lieblingsb\u00fccher der letzten Jahre gewesen. Also wir brauchen wirklich neue Modelle, bessere Infrastruktur, Bereitschaft auch neu zu denken. Und wenn du mich jetzt fragst, so pers\u00f6nlich, was hei\u00dft das? Ich glaube auch in Zukunft wird zu Hause bestimmt nicht nur ein Ort sein, sondern auch immer ein Gef\u00fchl. Und dieses Gef\u00fchl m\u00fcssen wir halt eben auch gestalten. Jeden Tag mit jeder Entscheidung, mit der Nachbarschaft, ich glaube, das wird beim Wohnen der Zukunft wirklich zentral sein. Das klingt super. Ich freue mich schon auf die n\u00e4chsten Wochen. Wir werden noch \u00fcber das Wohnen im Alter sprechen, \u00fcber das Leben auf dem Land und n\u00e4chste Woche \u00fcber die Herausforderungen im Wohnumfeld. In diesem Sinne, macht's gut. Bis dahin. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de. 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