{"id":5505,"date":"2025-08-07T05:50:25","date_gmt":"2025-08-07T03:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5505"},"modified":"2026-07-21T18:58:11","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:11","slug":"what-is-the-purpose-of-free-time-between-break-platform-and-personal-space-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/welchen-zweck-hat-freizeit-zwischen-pause-plattform-und-persoenlichkeitsraum-2\/","title":{"rendered":"What is the purpose of leisure time? Between break, platform and personal space"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leisure time is more than just relaxation \u2013 it reflects our times. But how do Germans spend their free time today? 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Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Wir starten in einem neuen Monat und die n\u00e4chsten Wochen geht es um eins unserer Kernthemen, um das Freizeitverhalten der Deutschen. Heute in der ersten Folge sprechen wir \u00fcber die aktuellen Ergebnisse aus unserem diesj\u00e4hrigen Freizeitmonitor. Was machen wir Deutschen eigentlich am liebsten und wie oft? Was bedeutet Freizeit? Wo kommt eigentlich so die Freizeit her? Und dann schauen wir nat\u00fcrlich auch noch in die Zukunft. Wie sieht das Freizeitverhalten eigentlich morgen aus? Aber Uli, fangen wir mit einer Definition an. Was ist Freizeit? Das ist eine gute Frage. Also in der Gegenwart w\u00fcrde man sagen, Freizeit ist die Zeit, \u00fcber die wir frei verf\u00fcgen k\u00f6nnen. Also wo wir nicht arbeiten m\u00fcssen, wo wir keine Verpflichtung haben oder irgendwelche Sachen machen m\u00fcssen. Es ist also die Zeit, wo wir selbst entscheiden k\u00f6nnen, womit wir uns besch\u00e4ftigen. Alles, was freiwillig ist. Also ich glaube, Freiwilligkeit ist ein wichtiger Begriff in der Freizeit. Ganz gleich, ob du dich jetzt erholen m\u00f6chtest, ob du dich vergn\u00fcgen willst, ob du mit anderen zusammen sein willst, ob du alleine sein willst. Das ist so, wenn man in der Gegenwart von Freizeit spricht. Das klingt so, als ob Freizeit sich gewandelt hat \u00fcber die Zeit, dass das nicht immer so war. Wenn du drei besondere Zeiten in der Geschichte herausgreifen m\u00fcsstest, die die Freizeit gepr\u00e4gt haben, welche w\u00e4ren das? Ich w\u00fcrde wahrscheinlich anfangen mit ganz fr\u00fcher in den alten Griechenland hat man ja immer gesagt, Freizeit ist Mu\u00dfe. Oder im R\u00f6mischen hat man dann von Otium gesprochen. Das war mehr als Entspannung, glaube ich. Das war so eher, dass man in der Freizeit sich geistig entfalten wollte, dass du angefangen hast zu philosophieren, dich mit der Politik zu besch\u00e4ftigen, mit den K\u00fcnsten nat\u00fcrlich. Wichtig war, glaube ich, dass damals Freizeit so wirklich geteilt war. Diejenigen, die frei waren, die haben sich mit der Freizeit auseinandergesetzt. Die unfreien Griechen, die sind nat\u00fcrlich als meistens dann Sklaven oder Leibeigene der Erwerbsarbeit nachgegangen. Eine zweite gro\u00dfe Periode, w\u00fcrde ich sagen, also hat sich viel in der Zeit dann immer getan, aber Industrialisierung, das war so das erste Mal, dass Freizeit \u00fcber diesen Faktor Zeit definiert wurde, also \u00fcber die Arbeitszeit. Fabriken, da hattest du ja eben dann auch Zeiten, wo du nicht erwerbst\u00e4tig warst, wo du nicht arbeiten musstest. Und es war Freizeit erst mal zu einer Art messbare Gr\u00f6\u00dfe. Die am Anfang sehr rar, oft nur sonntags wenige Stunden, aber das hat sich dann mit der Zeit ja doch deutlich ver\u00e4ndert. Und als drittes w\u00fcrde ich dann wahrscheinlich sagen, Freizeit als Massenkultur, wie wir sie auch ein St\u00fcck weit heute noch kennen. Also ganz gleich, ob du jetzt Kino nimmst, Fu\u00dfballstadien nach dem Krieg, dann erst irgendwelche Tanzpal\u00e4ste, sp\u00e4ter dann Fernsehen. Das ist ja eine ganz neue Industrie entstanden, dass Freizeit wirklich kommerzialisiert wurde. Ist dann auch nat\u00fcrlich finanziell ein gro\u00dfer Faktor geworden. Und heute so ein St\u00fcck weit nat\u00fcrlich auch Freizeit dann wieder identit\u00e4tsstiftend, das muss man schon sagen. Das finde ich sehr spannend. Wenn ich das Ganze mal f\u00fcr unsere eigenen Studien mir anschaue, wie sich das so ver\u00e4ndert hat. Wir in der Stiftung untersuchen das Freizeitverhalten ja schon seit 1982. Ja, wirklich. Und wenn man sich das mal so f\u00fcr die verschiedenen Jahrzehnte anschaut, dann f\u00e4llt da auch ein richtiger Wandel und Ver\u00e4nderung auf. Also in den 80ern war das ja vor allem noch sehr famili\u00e4r gepr\u00e4gt, sehr analog. Und ja, fast schon so ritualisiert. Also man ist viel im Verein gewesen. Es haben Fernsehabende stattgefunden. Wochenendausfl\u00fcge wurden gemacht. Also ja, viel immer gleichkehrend, aber eben auch sehr, sehr sozial. In den 90ern kam dann ja mehr Individualisierung mit rein und vor allem auch sehr viel Konsum. Also Fitnessstudios, Erlebnisparks, Shoppingcenter wurden richtig so Freizeittempel, wie man das vielleicht aus den USA eher erwarten w\u00fcrde. Und in den 2000ern, ja, haben halt die Medien total Einzug gehalten. Das war wie so ein digitaler Umbruch. Erst das Internet, dann Smartphones, soziale Netzwerke. Und das verlagerte dann ganz stark das Freizeitverhalten, zumindest was auch eben die h\u00e4ufigsten Freizeitaktivit\u00e4ten angeht, ins Virtuelle. Oder auch ins Parallel, dass man viele Dinge gleichzeitig gemacht hat. Und ja, das ist wie so eine neue \u00c4ra hat dann angefangen, der st\u00e4ndigen Verf\u00fcgbarkeit, der Selbstinszenierung und eben auch der globalen Verbindungen.\n\nWie, Uli, w\u00fcrdest du sagen, sieht es denn heute aus? Also wenn man das jetzt so weiterf\u00fchren w\u00fcrde, wie verbringen wir unsere Freizeit? Also ich glaube, dass nat\u00fcrlich schon die Medien im Moment sehr, sehr pr\u00e4gend sind. Also wenn ich mir so anschaue, die ersten f\u00fcnf, also die f\u00fcnf Aktivit\u00e4ten, die von den meisten Bundesb\u00fcrgern ausge\u00fcbt werden, ist es halt eben Internet, Fernsehen, Musikh\u00f6ren, Smartphone. Also diese ganzen Sachen, das ist schon wirklich, wirklich dominant. Und ich glaube gerade, das Internet ist halt so das Zugangstor zur Freizeit derzeit. Also ganz gleich, ob du unterwegs bist, ob du zu Hause bist, das begleitet dich immer. Sei es jetzt, dass du irgendwie, wei\u00df ich nicht, was streamst, dass du was spielst, dass du dar\u00fcber kommunizierst, dass du dich dar\u00fcber unterh\u00e4ltst. Also das merkt man halt wirklich schon. Nat\u00fcrlich gibt es auch noch Aktivit\u00e4ten, die dann eher in die soziale und regenerative Ecke gehen. Also dass du dich eher erholen willst, Zeit mit dem Partner verbringen willst, dass du mal spazieren gehst, deinen Gedanken nachgehst. So was gibt es nat\u00fcrlich auch. Was ich auff\u00e4llig finde, ist, dass Aktivit\u00e4ten als solches, also dass man richtig aktiv wird und rausgeht, dass das eher so fast schon das Highlight der Woche oder Highlight des Monats geworden ist. Und man jetzt nicht mehr jeden Tag drau\u00dfen auf der Stra\u00dfe Fu\u00dfball spielt oder sich mit Freunden trifft. Das ist schon wirklich eher eine Ausnahme. Ich finde es ja absolut bezeichnend, wie stark eben die Medien so allt\u00e4glich sind und eigentlich schon omnipr\u00e4sent. Also nicht nur t\u00e4glich, sondern wirklich, man m\u00fcsste vielleicht auch noch mal eine neue Kategorie mit aufnehmen, wie h\u00e4ufig man das macht. An jeden Tag, ne? Genau. An Stunden. Nicht nur t\u00e4glich, sondern wirklich irgendwie mehr als zw\u00f6lf Stunden am Tag. Und wenn man sich das mal so nach den Lebensphasen anschaut, also junge Erwachsene, Familien, Rentner, dann sieht man schon, dass tats\u00e4chlich das Internet, Fernsehen und Musik h\u00f6ren, das gibt es in jeder Phase und ist auch sehr, sehr weit oben. Aber auch Social Media nutzen ist mittlerweile absolut so in der Mitte des Lebens angekommen. Also alle nutzen das sehr viel. Selbst wie unsere Generation noch, ne? Ja, richtig. Also man denkt jetzt vielleicht, das ist nur was f\u00fcr j\u00fcngere Leute, aber auch die im mittleren Alter.\n\nJa, aber ich finde auch, trotzdem kann man auch mal was Positives hervorheben, dass eben zum Beispiel die Aktivit\u00e4t \u00fcber wichtige Dinge reden. Und das kommt auch in den Top Ten aller Lebensphasen vor, bis auf bei den jungen Erwachsenen ist das wirklich auch immer vorhanden. Also so eine soziale Komponente gibt es da auch. Was ich aber auch noch mal spannend finden w\u00fcrde, vielleicht kannst du das noch mal kurz sagen, was sind eigentlich so Aktivit\u00e4ten, die wir gar nicht machen oder nie machen? So die Loser-Aktivit\u00e4ten. Blacklist-Loser. Loser w\u00fcrde ich nicht sagen. Die Aktivit\u00e4ten, die seltener als einmal j\u00e4hrlich stattfinden. Da k\u00f6nnte man wirklich sagen, das ist dann jetzt nichts Regelm\u00e4\u00dfiges mehr. Das macht man wirklich sehr, sehr selten. Manche schon \u00fcberraschend. Also drei von vieren gehen mittlerweile nicht mehr in die Kirche. Als Disco finde ich noch nachzuvollziehen. Das ist nat\u00fcrlich im gewissen Alter nicht mehr relevant. Ich glaube, junge Menschen wissen nicht mehr, was eine Disco sein soll. Okay, ein Club. Genau. Campen, wobei ich Campen ja ganz spannend finde. Also das k\u00f6nnen wir generell nochmal gucken. Aber auch solche Sachen wie Theater oder Fitnessstudio, eben auch die gro\u00dfe Mehrheit, die das niemals macht. Jetzt k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich nachfragen, warum. Ja, also das finde ich schon wirklich spannend, weil gerade so Fitnessstudio und Campen, wenn ich diese beiden Sachen mal nehme, das ist ja schon auch ein riesiger Trend. Also man w\u00fcrde jetzt ja meinen, drei Viertel, also 75 Prozent circa der Deutschen machen das nicht mal einmal im Jahr. Das ist total \u00fcberraschend. Und ich finde \u00fcber das Campen, da sollten wir auf jeden Fall nochmal eine eigene Folge machen. Ja. Fitnessstudio finde ich gut, Campen nochmal extra zu machen. Fitnessstudio, ich glaube, das hat sich so ein bisschen, in der Vergangenheit war es halt, was du ja auch gesagt hast, dieser Trend zur Individualisierung. Heute ist, glaube ich, wieder so ein St\u00fcck weit Gegenteil. Also du m\u00f6chtest halt auch wieder mit anderen Leuten zusammenkommen. Und bisher ist das, glaube ich, so von Fitnessstudios nur begrenzt aufgegriffen worden. Das ist wieder auch eine Riesenchance f\u00fcr Vereine, weil da nat\u00fcrlich dieser Zusammenhalt viel, viel h\u00f6her ist. Zudem, glaube ich, immer noch Fitnessstudio ist halt einfach auch dieses, der Spa\u00df ist einfach nach wie vor nicht wirklich da. Ja. Und wieso Theater? Also tats\u00e4chlich, ich h\u00e4tte jetzt gedacht, dass mehr Menschen vielleicht ins Fitnessstudio gehen als ins Theater. Weil das so von dem Massentauglichkeit einfacher, niedrigschwelliger und so weiter. Und dann, wenn man das so rum sieht, dann gehen ja doch relativ viele mindestens einmal ins Theater. Das stimmt. Wobei Theater, glaube ich, haben das nicht wirklich so jetzt hingekriegt, dass sie diese Konkurrenz entgegenhalten k\u00f6nnen. Also du hast nat\u00fcrlich heute jetzt nicht nur Streaming und Serien, sondern du hast ja fast alle Aktivit\u00e4ten. Und du kannst dir halt Geschichten heute bequem auch von zu Hause oder von unterwegs erz\u00e4hlen lassen. Insofern Theater, du hast ja noch zus\u00e4tzlich immer dieses, dass es f\u00fcr manche zu kompliziert ist, zu weit weg vom Alltag ist. Dann Kosten nat\u00fcrlich, Aufwand auch muss dich ja irgendwie noch anziehen. Fehlt dir die Begleitung? Also es sind, glaube ich, viele Argumente, worum Theater das schwerer haben als in der Vergangenheit, wirklich die Leute f\u00fcr sich zu begeistern. Muss man schon aufpassen, dass viele Arter sich vielleicht auch wieder ein St\u00fcck weit weiterentwickeln m\u00fcssen. Vielleicht haben Theater ja auch eine Chance jetzt durch KI. Also ich glaube, dass die Filmbranche sich ja auch ver\u00e4ndern wird, dass ja das alles durch KI generiert deutlich schneller entstehen wird. Und vielleicht ist deswegen der Wunsch nach echten Erlebnissen in so einem Theater, dann k\u00f6nnte eine Chance sein. Glaube ich total. Also das m\u00fcsste das Theater auch wieder mehr, glaube ich, betonen und jetzt nicht sagen, wir machen irgendwelche digitalen Installationen und arbeiten da irgendwie mit. Das habe ich sowieso schon viel, viel besser im Alltag zu Hause. Also da w\u00fcrde ich jetzt nicht drauf setzen, sondern wie du sagst, wieder mehr Emotionen. Ich meine, vergessen wir nicht, Theater bei den alten Griechen, Emotionen pur. Erfolg wurde daran gemessen, wie viele Obstkerne auf die B\u00fchne gespuckt wurden.\n\nAber lass uns \u00fcber die Zukunft sprechen. Wir schauen uns ja in der n\u00e4chsten Woche das Freizeitverhalten an, ob es eher so digital ist oder real, also diesen Zwiespalt dazwischen. Was ich nochmal aufgreifen m\u00f6chte, ist deine Definition vom Anfang. Du hast gesagt, Freizeit wurde im Laufe der Zeit unterschiedlich definiert. Derzeit aber sehr stark \u00fcber die Freiwilligkeit. Das hei\u00dft ja nicht, dass es so bleiben muss. Also wie k\u00f6nnte Freizeit in Zukunft definiert werden? Wird nat\u00fcrlich schon lange dr\u00fcber nachgedacht. Also gerade jetzt auch in der ganzen Freizeitwissenschaft. Wenn ich mir das so anschaue, drei Entwicklungen finde ich ganz spannend, \u00fcber die man nachdenken k\u00f6nnte. Vielleicht so ein Szenario mal aufgemacht. Also stell dir vor, in Zukunft gibt es den Busfahrer. Der startet jeden Tag morgens fr\u00fch um vier seine Schicht. Nach der Schicht geht er dann regelm\u00e4\u00dfig spazieren. L\u00e4sst aber das Smartphone zu Hause. H\u00f6rt keine Musik. Hat keine Smartwatch dabei. L\u00e4uft einfach ohne Ziel durch die Gegend. Er hat kein Ziel damit, dass er irgendwie so und so viele Schritte machen will. Will nicht irgendwas tracken. Will dar\u00fcber nicht posten. Also wirklich Freizeit wieder als reine Zeit, wo du dich regenerierst. Und ich k\u00f6nnte mir schon vorstellen, dass das in so einer, wo wir derzeit drin leben, also in einer komplexen, schnellen Welt immer wichtiger wird. Also nicht Freizeit als weiteres To-Do, sondern als eine bewusste Unterbrechung, wo du nicht irgendwas leisten musst, wo du nicht konsumieren musst, wo du einfach nur du selbst sein darfst. Also ich glaube, das ist ein wirklicher Zukunftschance f\u00fcr die Freizeit, dass du einen Raum dir suchst, eine Erholung dir suchst, wo die Zeit wirklich wieder dir geh\u00f6rt. Das kann ich mir echt gut vorstellen. Und ich glaube, das trifft auch Nerv. Es gibt ja viele Digital Detox Cams und so weiter, dass man da ja schon Geld f\u00fcr bezahlt, dass jemand anderen einmal diese Devices alle abnimmt. Und also ich finde das ja fast schon paradox. Also wir haben heute so viele Freizeitm\u00f6glichkeiten wie noch nie. Und trotzdem sind viele total ersch\u00f6pft. Vielleicht, weil sie eben nie wirklich abschalten, weil die ganzen Angebote sie \u00fcberfordern, dass man das Gef\u00fchl hat, man muss dann halt auch alles mitmachen und sieht es nicht nur als M\u00f6glichkeit, etwas Richtiges f\u00fcr sich zu finden. Also bewusstes Nein sagen ist vielleicht auch eine wichtige Kompetenz f\u00fcr die Zukunft. In der Freizeit, total. Und vielleicht gibt es dann auch irgendwann sowas wie, es gibt ja gesetzliche Feiertage, Sonntagsschlie\u00dfzeiten, vielleicht gibt es irgendwann auch gesetzlich verankerte digitale Ruhezeiten. So wie in der Schule praktisch, wo du dann auch das Handy nicht mitnehmen darfst und nicht online sein darfst, dass du das auf die Gesellschaft und auf die Eltern da mal ausweitest. Aber noch eine zweite Idee, also wo du ja gesagt hast, wir k\u00f6nnen es auch aussehen. Wieder so ein Bild. Stell dir vor, eine \u00e4ltere Dame, die schon im Ruhestand ist, kocht einmal die Woche mit Gefl\u00fcchteten aus der Nachbarschaft. Jetzt einfach so, weil sie irgendwie sagt, sie will ihre Zeit sinnvoll nutzen. Dann k\u00f6nnte man ja auch sagen, Freizeit wird wirklich so eine Art gesellschaftlicher Beitrag von Einzelnen. Ich glaube ja generell, dass Engagement in Zukunft wichtiger werden muss. Jetzt nicht irgendwie aus moralischem Druck, sondern weil, glaube ich, schon viele Bundesb\u00fcrger auch sp\u00fcren, dass sie ihre freie Zeit sinnvoll nutzen wollen, auch f\u00fcr andere wieder da sein wollen. Und gerade wenn man nat\u00fcrlich selber auch die Gemeinschaft vermisst, kann das, glaube ich, wirklich zu einer tollen Ressource werden, um einfach mit anderen zusammen zu sein, aber eben auch, um was Sinnvolles zu machen. Ja, das finde ich richtig gut. Also das soziale Engagement dann noch st\u00e4rker in den Fokus zu r\u00fccken. Und es ist ja auch ein Statement gegen das reine Konsumieren, dass man in Freizeit nicht als Flucht aus der Arbeitswelt sieht, sondern als Form von Verantwortung, aber eben freiwillig und nicht von oben irgendwo verordnet. Ja, oder durch die Freunde. Das w\u00e4re auch so ein bisschen vielleicht als dritte und letzte Idee. Stell dir vor, eine junge Frau arbeitet, wei\u00df nicht, als Ingenieurin, aber abends macht sie regelm\u00e4\u00dfig irgendwas v\u00f6llig anderes, was nichts mit ihrem Beruf zu tun hat. Also sie lernt eine neue Sprache, sie, wei\u00df nicht, t\u00f6pfert, also irgendwas Handwerkliches, ganz gleich. Aber jetzt nicht, weil sie das beruflich braucht, nicht, weil sie jetzt irgendwie dar\u00fcber Anerkennung haben will oder weil es in ihrer Vita toll aussieht, sondern einfach, weil sie das f\u00fcr sich machen m\u00f6chte. Also Freizeit wirklich als Sinnsuche. Und ich glaube, das ist, was viele von uns ja auch in der Zukunft genau in der Freizeit suchen. Also Aktivit\u00e4ten, die jetzt nicht blo\u00df dich ablenken, dich unterhalten, dich berieseln, sondern ein St\u00fcck weit tiefer gehen, die dann irgendwie was mit Identit\u00e4t, mit Resonanz, mit vielleicht auch so innerer Zufriedenheit zu tun haben. Also Freizeit wirklich als etwas, was im Alter keinen Platz findet, aber was eigentlich doch das Wesentliche vielleicht auch im Leben sein kann. Ja, das finde ich auch einen sehr sch\u00f6nen Gedanken. Freizeit nicht nur als Pause von der Arbeit zu sehen, sondern eben wie so ein zweites Leben. Ein Raum, wo man sich selbst neu erfinden kann oder eben auch man wirklich, man selber sein kann, wie du sagst. Und ich glaube auch in unserer immer digitalisierteren Welt wird das auch zunehmend wichtig. Also weil fr\u00fcher war ja Arbeit etwas, wo man sich identifiziert hat. Und dann ist es jetzt nat\u00fcrlich auch mehr die Freizeit, weil man ja wenig, also die meisten Leute schaffen ja gar nichts richtig mehr bei der Arbeit. Und das ist ja eigentlich f\u00fcr die Psyche total wichtig, dass man auch mit den H\u00e4nden oder dass man irgendwie ein Produkt am Ende hat. Und wenn man nur Excel-Tabellen oder KI programmiert irgendwie den ganzen Tag, dann wird das vielleicht nochmal deutlich wichtiger, so etwas in der Freizeit zu haben. Perfektes Schlusswort. Von der Mu\u00dfe zur Mission, k\u00f6nnte man jetzt ja sagen. Das w\u00e4re fast schon wieder eine \u00dcberschrift f\u00fcr die n\u00e4chste Studie. Gef\u00e4llt mir gut. Jetzt haben wir die n\u00e4chsten Wochen Zeit, das ein bisschen zu vertiefen. Das machen wir. Bis dahin, macht's gut. Ciao.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und dann geht's da."},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Welchen Zweck hat Freizeit? Zwischen Pause, Plattform und Pers\u00f6nlichkeitsraum - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Freizeit ist mehr als blo\u00dfe Erholung \u2013 sie ist Spiegel unserer Zeit. 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