{"id":5525,"date":"2025-09-04T05:43:40","date_gmt":"2025-09-04T03:43:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5525"},"modified":"2026-07-21T18:58:11","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:11","slug":"consumer-types-2025-why-we-buy-and-what-that-reveals-about-us","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/konsumtypen-2025-warum-wir-kaufen-und-was-das-ueber-uns-verraet\/","title":{"rendered":"Consumer types 2025: Why we buy - and what that reveals about us"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Do we buy because we have to - or because we want to? Between saving, indulgence and conscious choice, our values are reflected more clearly than ever in our shopping behaviour.<\/p>\n<p>In this episode, find out which consumer types will characterise Germans in 2025, how consumer attitudes have changed over time - and why the true luxury of the future may not lie in having, but in the freedom to choose.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5525","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 27","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/97-konsumtypen-2025-warum-wir-kaufen-und-was-das-uber-uns-verrat\/embed?context=external&token=WC_1YIwQyMV9rCQE-kaEeA\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1987879-m-19a59921302aec5cfbc0878c8320fb5e.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Wir befinden uns in einem neuen Monat und somit haben wir auch ein neues Monatsthema f\u00fcr euch. Diesmal haben wir uns f\u00fcr Konsum entschieden. Spannendes Thema finde ich \u00fcbrigens. Eins meiner Lieblingsthemen. Richtig, da haben wir uns in der Stiftung ja auch schon h\u00e4ufiger mit befasst. Wir haben, ich glaube 2017, 2018 war das, auch eine gro\u00dfe Studie dazu gemacht. Stimmt, damals Zukunft des Konsums. Richtig mit ECE hier, dem Shoppingcenter-Betreiber zusammen. Da haben wir vieles gemacht. Oh ja, das war eine gute Zeit. Genau, also wen das nochmal genau interessiert, der kann mich da gerne zu anschreiben. Und ja, deswegen haben wir uns gedacht, wir beleben uns jetzt auch in dem Podcast nochmal neu. Wir sprechen diesen Monat \u00fcber den Einzelhandel und auch \u00fcber die Bedeutung f\u00fcr die Innenst\u00e4dte, wof\u00fcr wir gerne mehr Geld ausgeben w\u00fcrden, \u00fcber Einkaufscenter und nat\u00fcrlich immer wieder auch \u00fcber die Zukunft. Heute starten wir mit einem Thema, das \u00fcberraschend viel \u00fcber unsere Gesellschaft und uns auch selbst verr\u00e4t, \u00fcber Konsumtypen. Oh ja. Wir fragen uns, warum shoppen wir eigentlich? Wer kauft, weil er muss und wer, weil er will? Wer g\u00f6nnt sich was? Wer verzichtet? Und ich finde, man kann dieses Thema noch viel besser verstehen, wenn man nicht nur nach vorne schaut, sondern auch einmal zur\u00fcck. Denn Uli, der Konsum, so wie wir ihn heute kennen, ist ja eigentlich noch eine recht junge Erfindung, oder? Das stimmt. Das kann man wirklich sagen. Also es gab nat\u00fcrlich immer so ein bisschen Ausrei\u00dfer, aber an sich ging das erst so richtig vor 200 Jahren los. Also vorher war es wirklich eher das Lebensnotwendige, was du gekauft hast. Man hat gekauft, um zu \u00fcberleben und nicht jetzt irgendwie, um sich zu verwirklichen. Also es war ja auch so der Versorgungskonsum, war wirklich, um sich zu versorgen. Und dann erst mit der Industrialisierung wurde Konsum wirklich auch f\u00fcr breitere Bev\u00f6lkerungsschichten, w\u00fcrde ich jetzt mal sagen, m\u00f6glich. Und wenn man sich jetzt so ein paar Sachen anschaut, also England, klar, 18. Jahrhundert, dann irgendwann, dass so von den Wochenm\u00e4rkten es nicht mehr nur um Waren gab, um irgendwie Essen und Trinken zu haben, sondern erstmals auch so ein bisschen diese Jahrm\u00e4rkte, der Erlebniskonsum, also Einzug hielt, dass du vielleicht etwas Besonderes gekauft hast, feinere Stoffe, Schmuck hat irgendwie nicht mehr nur f\u00fcr den Adel produziert, wurde nicht mehr nur f\u00fcr den Adel produziert. Also das sind sicherlich Sachen, die dann nach vorne gekommen sind. Dann glaube ich nat\u00fcrlich auch so die Entwicklung in der Industrie, also wie hie\u00df das damals, Spinning Jenny, dieses, was dann irgendwie die Kleidung schnell produzieren konnte und Fabriken erstmals auch Mode hergestellt haben. Das hat nat\u00fcrlich dann schon wieder vieles ver\u00e4ndert. Dann gab es ja auch die ersten Modemagazine, die dann irgendwann auf den Markt kamen. Also da war schon viel. Das war so Ende des 17. Jahrhunderts, glaube ich. Das habe ich mir mal gemerkt. Und dann auch, was ich immer mir gemerkt habe, ist auch eine Zahl \u00fcbrigens, 1855 die erste Litfa\u00dfs\u00e4ude in Deutschland. Das fand ich damals spannend. Wei\u00dft du, wo die stand? In Berlin. \u00dcber die, okay. Jetzt gab es Berlin, Hamburg, M\u00fcnchen, irgendwie sowas. Was ich immer auch doll fand, dann so mit Litfa\u00dfs\u00e4ude, das ist auch kurze Zeit sp\u00e4ter schon die ersten Waren und Kaufh\u00e4user. Also so Karstadt und sowas kam auch alles in der Zeit. Dann nat\u00fcrlich, klar, Kriege ist nochmal ordentlich zur\u00fcckgegangen. Und dann nach dem Krieg ja erst starke Entbehrung, logischerweise. Aber dann 60er Jahre sp\u00e4testens die ersten K\u00fchlschr\u00e4nke, ersten Waschmaschinen, ersten Fernseher, sp\u00e4ter dann das Auto. Also vorher gab es das alles nicht, aber dann ging es nat\u00fcrlich erst richtig los. Ja, da war so ein bisschen der Konsum dann auch schon so ein Zeichen von Wohlstand. Mit so einem Aufbruch. Das stimmt, ja. Und ab den 80er, 90ern w\u00fcrde ich sagen, war das Ganze dann schon aber deutlich mehr emotionalisiert. Also das Shopping wurde ein Erlebnis, weil wir haben das ja auch viel immer in unserer Freizeitforschung untersucht, dass ja erst so ab den 70er, 80er Jahren Freizeitparks entstanden sind. Man hatte \u00fcberhaupt Freizeit. Man hat nur noch f\u00fcnf Tage die Woche gearbeitet und hatte mehr Geld zur Verf\u00fcgung. Und da musste man sich nat\u00fcrlich was \u00fcberlegen, wo kann man denn das ganze Geld ausgeben? Naja, auch das richtig bummeln oder shoppen gehen als Freizeitaktivit\u00e4t gab es vorher ja auch nicht. Das gab es nicht, man hat ja nur Sachen gekauft, die man brauchte, um Not abzuwenden, also das Notwendige. Ja. Und jetzt war\u2026 Hat Spa\u00df gemacht. Richtig. Wie du sagst, eine Freizeitbesch\u00e4ftigung. Ja, ist es glaube ich auch heute immer noch. War so ein bisschen Schaufensterbummeln. Ja, also haben wir am Freizeitmonitor auch nochmal wieder gemacht. Das ist nach wie vor eine Aktivit\u00e4t, die viele echt gerne aus\u00fcben. Und auch einfach mit anderen zusammen, alleine, das ist schon etwas bummeln, nach wie vor gut. Aber wir wollten an sich \u00fcber Typologien reden, ne? Genau.\n\nDenn ich w\u00fcrde sagen, jetzt sind wir ja also schon \u00fcber den Wendepunkt hinaus. Denn es ist rund um die Uhr verf\u00fcgbar. Wir haben das Internet, es gibt sowas wie Amazon und Co. Und es geht wirklich nicht mehr nur noch um, womit kann ich mich auch noch darstellen, sondern vielleicht sind wir ja schon f\u00fcr einige Menschen auch, ja, deswegen meinte ich, \u00fcber diesen Wendepunkt hinaus, dass man sich fragt, brauche ich das eigentlich noch? Also, oder lohnt es sich daf\u00fcr, mein Geld auszugeben? Ja, stimmt. Das haben wir ja in unserem Chart der Woche jetzt auch nochmal genau aufgespaltet. Wir haben die deutsche Bev\u00f6lkerung gefragt, in welche Art von Konsument sie sich einsortieren w\u00fcrden. Und wenn wir uns das mal anschauen, also der gr\u00f6\u00dfte Bereich ist mit 30 Prozent, also ungef\u00e4hr jeder Dritte sagt, er ist ein Normalkonsument. Er kauft das, was notwendig ist. Danach kommt der Anspruchskonsument. Also, da w\u00fcrde ich mich pers\u00f6nlich jetzt auch einsortieren. Ich kaufe mir ab und zu mal was Sch\u00f6nes, was mein Leben bereichert, was mir ein bisschen Freude bereitet. Dann kommt aber auch schon der Verw\u00f6hnkonsument. Das ist \u00e4hnlich, aber ja, das ist noch ein bisschen mehr eben auf das, ich m\u00f6chte mich auch mal verw\u00f6hnen. Ich entbehre mal was und leiste mir dann was Tolles. Dann kommt mit 15 Prozent der Sparkonsument. Also, nat\u00fcrlich die Menschen, die sagen, ich muss oder will beim Konsum sparen. Und gefolgt dann von dem Spa\u00df- und Luxuskonsumenten mit jeweils 12 und 8 Prozent. Und das sind nat\u00fcrlich sehr, sehr viele Zahlen. Kannst du das nochmal so ein bisschen zusammenfassen? Naja, ich meine, du kannst ja an sich diese beiden gro\u00dfen Gruppen machen. Also, einerseits gibt es eben den Konsumenten, der so sparen muss oder normal konsumiert. Das sind dann irgendwie 45 Prozent. Und der Rest, w\u00fcrde ich sagen, sind eher die Versorgungskonsumenten. Und dann hast du dem gegen\u00fcbergestellt, ja eben so die verschiedenen, ich sage jetzt mal, Erlebniskonsumententypologien. Also, Anspruch, Verw\u00f6hn, Spa\u00df, Luxus. Wenn man sich das alles zusammenz\u00e4hlt, dann sind das inzwischen eben fast 60 Prozent. Das war vor einer Generation war es noch genau umgekehrt. Also, da hat ganz klar der Versorgungskonsum dominiert und der Erlebniskonsum war hinten angestellt. Also, das ist schon wirklich eine gr\u00f6\u00dfere Ver\u00e4nderung, w\u00fcrde ich sagen. Ja. Und ich glaube, wenn wir jetzt also im weiteren Verlauf, muss man nat\u00fcrlich bedenken, dass man den Sparkonsumenten vielleicht so ein bisschen au\u00dfen vor l\u00e4sst. Also, wenn man sich jetzt so die Konsumententypologien anschaut, ist es nat\u00fcrlich klar, dass ein Gro\u00dfteil der Deutschen eben, wie du gerade gesagt hast, ungef\u00e4hr 45 Prozent eben normal einkaufen oder tats\u00e4chlich auch sparen m\u00fcssen, weil sie es sich einfach nicht leisten k\u00f6nnen. Aber trotzdem ist der andere Anteil eben gr\u00f6\u00dfer. Wobei, eine Sache, du hast mir das irgendwann, wei\u00df ich nicht, was habe ich von dir \u00fcbernommen. Man spart nat\u00fcrlich nicht immer automatisch, nur weil man muss. Also, manche haben auch einfach diesen Minimalismus und diesen Gedanken, ich m\u00f6chte da auch nicht mitmachen. Und so ein bisschen Postmaterialismus, k\u00f6nnte man ja fast sagen. Also, das ist, glaube ich, schon auch ein Teil. Das ist eine Haltung, die man damit auch zeigt. Glaube ich auch. Bewusstes Verzichten. Ja, also, ich glaube, die sind jetzt nicht gro\u00dfartig beim Sparkonsumenten. Das ist bei den meisten sicherlich, weil sie es nicht k\u00f6nnen. Aber ich glaube, es gibt eben, darum haben wir doch diesen Zusatz drin gehabt, weil ich sparen will. Also, ich glaube, es gibt auch einen Teil, die einfach ganz bewusst sagen, nee. Also, kenne ich tats\u00e4chlich auch zunehmend im Bereich zum Beispiel, aufs Auto zu verzichten. Klassisches Beispiel daf\u00fcr. Ja, also, jetzt nicht irgendwie, ich kann es mir nicht mehr leisten, aber ist eine Einstellung. Ich will meinen Beitrag dazu leisten oder es f\u00e4llt mir nicht schwer oder will damit auch ein Statement raushauen. Also, ich glaube schon, dass das was ist, was in Zukunft eher zu nehmen wird. Oder auch bei Reisen. Ja, bei Shaming. Ja, da haben wir ja auch schon Folgen zu gehabt, einmal zum Luxusreisen, aber eben auch zum Sparreisen. Also, da wei\u00df ich auch schon, dass einige einfach bewusst, die k\u00f6nnten sich solche Luxusreisen leisten, aber das machen sie nicht, weil sie das eben aus Nachhaltigkeitsgr\u00fcnden und um da so eine gewisse Haltung zu haben, bewusst verzichten. Ja, aber lass uns die rauslassen. Also, das ist ja jetzt schon ein bisschen, wenn es um die Zukunft geht, vielleicht auch Normalkonsumenten, klar, nach wie vor ein gro\u00dfer Teil, aber spannend sind nat\u00fcrlich diese anderen vier Bereiche, finde ich. Genau, richtig, weil das ist eben die Mehrheit der Deutschen, die eben eher in diesem Erlebniskonsum sich selbst sieht. Wo w\u00fcrdest du sehen? Ich habe ja auch schon zugegeben, ich w\u00fcrde mich auch als Anspruchskonsument einsortieren. Ich w\u00fcrde mir ab und zu mal was Sch\u00f6nes g\u00f6nnen. Oh, ich bin, glaube ich, \u00fcberall dabei. Nein, das w\u00fcrde ich nicht sagen. Ich glaube schon, dass bei so manchen Sachen ich gerne mich verw\u00f6hnen lasse, auch neue Sachen ausprobiere, da habe ich schon eine hohe Faszination f\u00fcr. Klar, in anderen Bereichen kann ich gerne sparen, das ist \u00fcberhaupt kein Ding. Und Luxus, ja, so auf Reisen und so, das finde ich schon auch mal toll, sich da was Besonderes leisten zu k\u00f6nnen und irgendwie vielleicht noch ein, wei\u00df ich nicht, irgendein Event mitnehmen, wenn man schon unterwegs ist oder irgendwie noch ein nettes Hotel nehmen. Das ist schon etwas, was ich dann auch gerne mache. Ja, was w\u00fcrdest du denn jetzt jemandem raten, der jetzt irgendwie so einen Einzelhandel hat? Wie sieht denn so der Erlebniskonsument aus? Also was braucht der denn oder wo w\u00fcrde der vielleicht anspringen drauf? Wonach sehnt der sich? Naja, auch so ein bisschen, wenn man sich die Ver\u00e4nderungen anschaut, nat\u00fcrlich immer abh\u00e4ngig, was f\u00fcr eine Zielgruppe man hat. Aber ich glaube, gerade f\u00fcr die Zukunft dieses Spa\u00df, Erlebnis f\u00fcr junge Menschen, das ist schon etwas, was, glaube ich, zunehmen wird. Also man sollte jetzt nicht immer nur das Produkt in den Vordergrund stellen, sondern auch das Drumherum. Das schaffen wir jetzt heute wahrscheinlich nicht mehr, aber sollten wir wirklich nochmal in Ruhe dr\u00fcber reden, was das auch so f\u00fcr dann Shoppingcenter bedeutet, wenn nicht mehr nur das Produkt da ist, sondern auch der Service, die Bedienung, das Ambiente. Das sind, glaube ich, schon wichtige Dinge, die in Zukunft einfach da f\u00fcr den Einzelhandel eine hohe Rolle spielen. Ich glaube nat\u00fcrlich auch, dass nach wie vor Werbung eine gro\u00dfe Rolle spielen wird, also dass wir dar\u00fcber angesprochen werden. Das ist schon etwas, was zunehmen wird und ich w\u00fcrde jedem Einzelh\u00e4ndler reiten, sich zu entscheiden. Will ich auf eine spitze Zielgruppe gehen, mich v\u00f6llig fokussieren und die gl\u00fccklich machen oder versuche ich es eher auf Masse zu setzen? Aber immer beides, das ist, glaube ich, etwas, was nie funktioniert. Also das ist, was mich bei vielen Einzelh\u00e4ndlern immer verwirrt. Also einerseits so ein bunter Gemischtwarenladen vom Angebot her, andererseits dann wieder die super Sachen da drin, wo keiner, glaube ich, mit richtig gl\u00fccklich ist. Ja, also ich h\u00f6re so raus, so das Gef\u00fchl ist ganz, ganz wichtig. Also man m\u00f6chte irgendetwas mitkaufen, nicht nur das Produkt, sondern ein Image, ein Status. Ganz bestimmt. Ja. Und wenn du sagst spitz, dann ist es ja so ein bisschen wie so, so eine kleine Gruppe kann eine gro\u00dfe Wirkung haben. Wenn wir uns da jetzt nochmal genau nur Spa\u00df und Luxus angucken. Das sind ja, zum Beispiel Luxuskonsumenten sind 8 Prozent. Aber da f\u00e4llt mir auf, dass das \u00fcber die Jahrzehnte ja kontinuierlich gestiegen ist. Also es ist so auf einem niedrigen Niveau, wenn man jetzt sagen w\u00fcrde, okay, es sind ja nur 8 Prozent im Verh\u00e4ltnis vielleicht so 30 Prozent. Aber das ist zumindest eine Gruppe, die ja wirklich kontinuierlich steigt. Meinst du, das wird so weitergehen? Ja, also das ist jetzt f\u00fcr uns nat\u00fcrlich, das ist ja Erdrutsche fast, kann man sagen. Also von 5 auf 8 Prozent, das ist fast eine Verdopplung. Und das ist nat\u00fcrlich wirklich, wirklich viel, auch wenn es auf einem geringen Niveau ist. Aber es zeigt eben doch, dass der Anteil derjenigen, die sich im Konsumbereich wenig Gedanken machen, die gerne konsumieren, die auch Wert wirklich auf Qualit\u00e4t legen, auf die Materialien, auf Nachhaltigkeit, auf Design, auf all diese Dinge, die eben dazugeh\u00f6ren. Das ist schon etwas, was deutlich zugenommen hat. Und das glaube ich wird auch in Zukunft nach wie vor etwas sein, wo sich Geld verdienen l\u00e4sst und wo nat\u00fcrlich viele auch nach hinstreben. Das spiegelt ja auch so ein bisschen unsere gesellschaftliche Entwicklung wieder. Also diese Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich. Aber eben nicht nur nach unten, sondern auch nach oben. Das merkt man eben an den Zahlen auch ganz klar. Dass es jetzt nicht nur diejenigen sind, die Gefahr laufen abzurutschen, sondern auch es einen Teil gibt. Und der hat sich eben doch deutlich gesteigert, die gerne Gas geben. Ja. Und auch der Spa\u00dfkonsument, finde ich, ist ja konstant mit so einer Kleinsteigerung. Also darauf k\u00f6nnte man vielleicht ja auch setzen. Hat man ja schon gerade mit Erlebnis. Aber tats\u00e4chlich eben auch so dieses Spontane ist, glaube ich, beim Spa\u00df auch mit bei. Also es lassen sich da auch einige so verleiten. Ach, das ist mir jetzt egal, ob das jetzt Sinn macht oder nicht. Ich will jetzt einfach Spa\u00df haben. Ja, wobei das, glaube ich, auch mal echt viel mit Gemeinschaft zu tun hat. Also so Freunde, Spa\u00df ist, glaube ich, schon diese Geselligkeit, Gemeinschaft. Also es ist fast ein sozialer Konsum, der da immer noch eine gro\u00dfe Rolle spielt. Und dann vielleicht auch nicht auf den letzten Euro achten, weil man den Moment, wie du sagst, dann auch genie\u00dfen m\u00f6chte. Und es ist nicht, glaube ich, Gruppenzwang, sondern einfach, ich bin mit anderen zusammen, mit Freunden, mit der Familie, mit Kollegen und habe einfach Spa\u00df. Und das tut dann, glaube ich, auch vielen gut oder zunehmend mehr Menschen gut, muss man ganz klar sagen. Wenn wir so in die Zukunft schauen, was erwartest du f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre? Welche Bereiche werden sich noch, ja, werden zunehmen? Wird es sich noch st\u00e4rker ausdifferenzieren? Wie siehst du das? Ich glaube, vieles wird nebenher weiter existieren. Also auch diese ganzen Gegens\u00e4tze, jetzt kann man ja irgendwie sagen, Gastronomie, Fastfood und Slowfood, Einzelhandel billig oder g\u00fcnstig und teuer, Masse und Klasse. Das wird, glaube ich, alles nach wie vor Bestand haben. Ich glaube auch, das darf man nie untersch\u00e4tzen, so nebeneinander her. Also wie ich selber auch habe irgendwie dann vielleicht ein besonderes M\u00f6belst\u00fcck und daneben das Ikea-Regal. Also das passt, glaube ich, auch in Zukunft gut zusammen. Das ist so ein buntes Nebeneinander. Das wird sich, glaube ich, auch in Zukunft weiter fortsetzen. Ich glaube nat\u00fcrlich schon, aber das wird das wahrscheinlich jetzt heute sprengen. Also ich glaube schon, Konsum wird personalisiert werden. Ich glaube, diese ganzen Algorithmen, das m\u00fcssen wir wirklich nochmal getrennt in einer anderen Folge machen. Das ist etwas, auch was Werbung angeht, was einfach zunehmen wird. Was wir vorhin so ein bisschen angesprochen haben, dass Konsum auch immer ein bisschen politisch ist. Ja. Wir k\u00f6nnen jetzt sagen, du hast vorhin dieses Beispiel mit CO2-Fu\u00dfabdruck. Wir k\u00f6nnen jetzt \u00fcber soziale Bedingungen sprechen, wo das auch herkommt, das Produkt oder was du machst. Ich glaube, das wird in Zukunft weiter zunehmen. Und insofern, es bleibt wirklich ein spannender Bereich f\u00fcr die Zukunft, weil er sich eben in verschiedene Richtungen entwickelt. Ja. Das hei\u00dft, ja, man fragt sich zuk\u00fcnftig gar nicht mehr, kann ich mir das leisten, kann ich mich damit darstellen, sondern vielleicht auch eher, warum kaufe ich das eigentlich? Wof\u00fcr? Wof\u00fcr? Ja, also was bewirkt der Konsum bei mir? Ich glaube, das ist eine viel wichtigere Frage als in der Vergangenheit. Ja. Wir sehen, Konsum ist gar nicht so banal. Es ist immer ein Spiegel unserer Selbst, ein Spiegel unserer Zeit, unserer Gesellschaft. Und er wird zuk\u00fcnftig differenzierter, bewusster, selektiver. Und nat\u00fcrlich die, die es sich leisten k\u00f6nnen, haben zuk\u00fcnftig auf jeden Fall die Wahl. Und ich glaube, das ist ein gro\u00dfer Luxus. Das stimmt, ja. Vielleicht sollten wir n\u00e4chste Woche mal dar\u00fcber sprechen, wof\u00fcr wir gerne mehr Geld ausgeben w\u00fcrden. Oh ja, wenn wir so ein bisschen, wenn wir gewinnen w\u00fcrden sozusagen. Genau. Also es ist Urlaub, es ist irgendwie Haus und Hof, es ist irgendwie mehr Ausgehen. Das schauen wir uns n\u00e4chste Woche mal an. Genau. Bis dahin. Macht's gut. Bis dann. Ciao.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de. 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