{"id":5554,"date":"2025-07-31T06:15:59","date_gmt":"2025-07-31T04:15:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5554"},"modified":"2026-07-21T18:58:11","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:11","slug":"country-life-today-a-place-of-longing-or-a-model-for-the-future-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/landleben-heute-sehnsuchtsort-oder-zukunftsmodell-2\/","title":{"rendered":"Country life today: a place of longing or a model for the future?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Life in the countryside is making a comeback - at least in the minds of many people. But what does it take to turn longing into reality? And what opportunities do rural areas really offer?<\/p>\n<p>In this episode, find out what conditions will make the countryside attractive again for many, what innovative concepts are being trialled around the world - and why it will take more than an idyllic natural setting to make rural life a real alternative for all generations.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,98,99,100,80],"class_list":["post-5554","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-benehmen","tag-umgangsformen","tag-werte","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 22","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/92-landleben-heute-sehnsuchtsort-oder-zukunftsmodell\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1987873-m-35e50521ffce31e8ec483f4e8f8a00e0.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Zur letzten Folge in unserem Monat rund ums Wohnen. Heute geht es um ein Thema, das gerade in Zeiten von Urbanisierung, Digitalisierung und Wohnraummangel immer st\u00e4rker in den Fokus r\u00fcckt. Das Leben auf dem Land. Viele Menschen tr\u00e4umen ja von seinem ruhigen, naturnahen Leben. Aber ist das wirklich die Realit\u00e4t oder ist es mehr ein Sehnsuchtsort? Vielleicht auch voller Klischees. Wir schauen uns heute an, wer will wirklich aufs Land? In unserem Chart der Woche haben wir die Deutschen wieder befragt und es ausgewertet. Und nat\u00fcrlich, Uli, werde ich dich auch noch fragen, was brauchen die Menschen wirklich, um anzukommen, um sich wohlzuf\u00fchlen? Ja, aber bevor wir in den Chart der Woche eingehen, vielleicht noch eine Zahl vorab, weil die, finde ich, ist wirklich auch eine gro\u00dfe Zahl. Ich habe mal nachgeschaut, wie viele B\u00fcrger ziehen eigentlich jedes Jahr in Deutschland um? Und das sind zwischen 8 und 9 Millionen, also in etwa so 10 Prozent. Das hei\u00dft also, wenn du jetzt auf 10 Jahre hoch rechnest, ist jeder Deutsche dann einmal umgezogen. Nat\u00fcrlich manche deutlich h\u00e4ufiger als andere, die gar nicht in ihrem Leben umziehen. Motive f\u00fcrs Umziehen ganz unterschiedlich, also manche f\u00fcr den Job, manche nat\u00fcrlich auch die Familie, die Liebe. Einige wollen auch einfach einen Neuanfang haben. Aber wir haben ja die B\u00fcrger auch gefragt, wenn die frei w\u00e4hlen k\u00f6nnten, wer w\u00fcrde eigentlich aufs Land ziehen? Und das ist fast jeder zweite Deutsche. Also der sucht wirklich dann eher naturruhigen Alltag. Nat\u00fcrlich gro\u00dfe Unterschiede, wenn du jetzt Stadtbev\u00f6lkerung, Landbev\u00f6lkerung anschaust. Aber selbst jeder Dritte, der derzeit in einer Metropole wohnt, k\u00f6nnte sich vorstellen, aufs Land zu ziehen. Nat\u00fcrlich bestimmte Voraussetzungen m\u00fcssen gegeben sein. Das zeigt ja auch unsere Befragung. Ich finde die Zahl wahnsinnig hoch und ich frage mich, ob das wirklich, was ich eingangs gesagt hatte, mehr so eine Art Sehnsucht ist. Und ein Klischee, w\u00fcrde wirklich jeder zweite Deutsche auf dem Land wohnen wollen. Ich glaube, wenn die Bedingungen erf\u00fcllt sein m\u00fcssen. Genau. Okay, die Bedingungen. Klar, ganz oben steht digitale Infrastruktur. Das haben wir nat\u00fcrlich ja auch abgefragt. Schnelles Internet ist heute absolut kein Luxus mehr, sondern einfach die Grundlage f\u00fcr die meisten. Die sagen, das muss gegeben sein, um \u00fcberhaupt auch sozial teilhaben zu k\u00f6nnen. F\u00fcr Bildung in den Schulen braucht man das. Nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Arbeit, Homeoffice. Und ungef\u00e4hr 23 Prozent sagen ja auch ganz klar, ich ziehe nur aufs Land, wenn ich dort auch digital angebunden bin. Ja, das ist nat\u00fcrlich auch so die eine Kernvoraussetzung, glaube ich, die oftmals genannt wird. Die andere, die ja auch fast genauso hoch ist, also 22 Prozent, die eben sagen, sie brauchen eine gute Anbindung an die n\u00e4chste Stadt. Also das Leben auf dem Land verliert total an Reiz, wenn jetzt der n\u00e4chste Supermarkt irgendwie eine Stunde entfernt ist. Oder die Kinder Stunden brauchen, um zweimal am Tag irgendwie dann zur Schule und zur\u00fcckzukommen. Das geht nat\u00fcrlich alles nicht. Das muss man einfach dann auch versuchen im Alltag einzubinden. Da ist ein sch\u00f6nes Beispiel. Ich habe mal so ein bisschen geguckt, wo funktioniert das ganz gut im Landkreis Hof in Bayern. Da gibt es den Hofer Landbus. Den fand ich ganz spannend. Der hat keinen festen Fahrplan. Aber wenn du von A nach B willst, kannst du einfach per App oder auch nat\u00fcrlich per Telefon dir eine Fahrt buchen. Routen werden dann flexibel einfach berechnet. Der Bus f\u00e4hrt von 6 Uhr morgens bis 11 Uhr abends, auch am Wochenende. Jede Fahrt pauschal 3 Euro. Und das fand ich jetzt den Hammer. Durchschnittliche Wartezeit 10 Minuten. Das ist wirklich wenig. Das klingt so ein bisschen wie Moja in den Gro\u00dfst\u00e4dten. Total. Aber nat\u00fcrlich deutlich kosteng\u00fcnstiger. Und du hast einfach die M\u00f6glichkeit, dass wirklich auch abgelegene D\u00f6rfer angebunden sind. Dass Leerfahrten total vermieden werden. Je mehr Leute nat\u00fcrlich mitmachen. Und dass das einfach viel n\u00e4her an den Bed\u00fcrfnissen der Bewohner da ist, als jetzt irgendwie der klassische Linienbus, wo du einen festen Fahrplan alles hast. Also das sehen wir wirklich. \u00d6PNV, der muss flexibler werden. Der muss bedarfsgerechter organisiert sein. Dann ist eine echte Alternative zum Auto. Und dann ist das Leben auf dem Land eben auch f\u00fcr viele deutlich attraktiver. Ja, also wir sehen ja ganz deutlich, der Wunsch auf dem Land zu leben ist da. Aber eben nicht um jeden Preis. Das Internet muss da sein. Es muss schnell sein. Und die Anbindung an eine Stadt muss da sein. Und dann ist es auch schon gar nicht mehr so diese romantische Idylle. Sondern dann geht es ja auch ganz klar um Lebensqualit\u00e4t. Und auch einen gewissen Lebensstandard. Weil so auf dem Land leben ist dann ja nicht so die Flucht in die Natur. So ich will jetzt in den Wald und einsam sein. Sondern ich m\u00f6chte, das ist eher so ein positiver Standortfaktor, den man vielleicht auch an gewissen Orten mehr herausarbeiten k\u00f6nnte. Sondern es ist eher ein, ich m\u00f6chte auch mit der Welt verbunden bleiben. Ja, und das ist auch ganz interessant, wenn wir uns jetzt anschauen, wer wirklich davon tr\u00e4umt, aufs Land zu ziehen und wer nicht. Jetzt k\u00f6nnte ich hartgesprochen sagen, du, in deinem Alter. Also die ab 35-J\u00e4hrigen, bis hin zum Alter von 54. Also ich d\u00fcrfte gerade noch. Da ist der Wunsch nach dem Landleben wirklich am ausgepr\u00e4gtesten. Das ist eben diese Familiephase, wo du irgendwie gerne ein bisschen mehr Platz hast. Wo du die Ruhe suchst. Wo der Wohnraum nat\u00fcrlich auch bezahlbar sein soll. Da ist es wirklich attraktiv. Ja, verstehe ich total. Und bei den J\u00fcngeren hingegen, also alle, die unter 35 sind, da zeigt sich so ein bisschen so ein gespaltenes Bild. Weil sie sch\u00e4tzen die Natur, aber eben auch so diese st\u00e4dtische Freiheit, Kulturangebote, Jobm\u00f6glichkeiten. Also die w\u00fcnschen sich eher so ein flexibles Modell. Also zum Beispiel auch hybride Wohnformen, tempor\u00e4res Wohnen auf dem Land und dann auch immer wieder diese R\u00fcckkehroption in die Stadt. Ja, ich meine, was ich auch ganz interessant fand. Ich habe mir das nochmal angeguckt. Einerseits nat\u00fcrlich das Alter, aber auch beim Punkt Bildung zeigt sich ein Unterschied. Also je h\u00f6her die Bildung ist, desto h\u00f6here Anforderungen sind nat\u00fcrlich auch dann gegeben an das Leben auf dem Land. Also die wollen dann eben, keine Ahnung, soziale Infrastruktur sowieso, aber auch medizinische Versorgung, kulturelle Angebote. Also das sind wirklich Sachen, das muss dann schon gegeben sein. Jetzt kann man wieder sagen, naja, okay, da gibt es diese ganzen Best-Practice-Beispiele. Auch da ein sch\u00f6ner Hinweis vielleicht mal f\u00fcr die H\u00f6rer. Mobile Retter, das ist so eine App, wo in Notf\u00e4llen freiwillige Ernsthelfer in der N\u00e4he alarmiert werden. Das ist nat\u00fcrlich im l\u00e4ndlichen Raum eine super Geschichte, weil dadurch das Eintreffen des Notarztes entscheidend verk\u00fcrzt werden kann. Aber insgesamt sehen wir nat\u00fcrlich auch schon da, die Leute erwarten eben einfach bestimmte Sachen auf dem Land heute auch selbstverst\u00e4ndlich vorzufinden. Ja, bei dieser App finde ich es nat\u00fcrlich auch noch, das unterst\u00fctzt ja auch total den Gemeinschaftsgedanken, dieser Zusammenhalt. Absolut. Und auch einfach zu wissen, okay, ich will, dass das vielleicht f\u00fcr mich im Alter dann noch funktioniert. Wir haben ja letzte Woche \u00fcber das Leben, auch das Wohnen im Alter gesprochen. Und jetzt zu sagen, okay, ich lasse mich ausbilden als Ersthelfer und helfe dann eben auch spontan mal in j\u00fcngeren Jahren, aber damit ich auch sicher sein kann, dass im Alter dann jemand f\u00fcr mich da ist. Lass uns doch auch noch mal ein bisschen gucken, wie das so in anderen L\u00e4ndern funktioniert. Da finde ich das n\u00e4mlich total spannend. In Japan zum Beispiel, da gibt es tats\u00e4chlich staatlich, also weil, nochmal, lass uns doch nochmal schauen, wie das in anderen L\u00e4ndern so aussieht. Weil das Problem, dass die meisten Menschen in der Stadt leben wollen, das haben ja nun nicht nur wir hier, sondern eigentlich gibt es ja in Deutschland auch sehr viele Kleinst\u00e4dte. In anderen L\u00e4ndern ist es ja teilweise noch viel, viel extremer. Da gibt es dann eine riesige Stadt, eine Millionenmetropole und dann nur noch Land. Und in Japan zum Beispiel gibt es daf\u00fcr extra staatlich gef\u00f6rderte Programme, die versuchen, Menschen aus den St\u00e4dten aufs Land zu locken. Zum Beispiel, man bekommt ein Haus f\u00fcr nur einen Euro. Also ich meine, da denkt man ja fast selber dr\u00fcber nach. Oder es gibt stark gef\u00f6rderte digitale Schulprogramme. Oder auch zum Beispiel, klingt total idyllisch, Coworking Spaces in Bergd\u00f6rfern. Total. Also Japan w\u00e4re eine Alternative, wenn wir nicht ganz so weit weg wollen. Ich habe mal nachgeguckt, was Frankreich macht. Und auch da, die Franzosen sagen auch ganz klar, ich investiere in l\u00e4ndliche Regionen und ziele gezielt aber eher auf so eine j\u00fcngere Generation, also die digitalen Nomaden, w\u00fcrde ich es jetzt mal vorsichtig beschreiben, wo du eben sagst, ich habe das schnelle Internet, ich habe g\u00fcnstigen Wohnraum, ich habe aber auch Caf\u00e9s, Restaurants irgendwie vor Ort, damit ich meine Freizeit dort verbringen kann. Super machen das auch die Isl\u00e4nder, das habe ich selber mal gesehen. Die machen die ganzen leerstehenden Geb\u00e4ude, die irgendwie eher auf dem Land sind. Das sind dann Coworking Spaces, wo dann die ganzen Startups einziehen, die auch diejenigen, die nat\u00fcrlich dann da arbeiten wollen. Das ist dann wieder so der Ansatz. Es entstehen neue Arbeitspl\u00e4tze, innovative Netzwerke. Also das ist dann auch eine tolle Geschichte. Was ich super auch fand, wo ich gesagt habe, finde ich echt jetzt im Kleinen eine clevere Idee, war Spanien, die setzen ganz klar das Soziale in den Mittelpunkt. Die treffen sich beispielsweise einmal pro Woche in den D\u00f6rfern, um gemeinsam defekte Ger\u00e4te zu reparieren. Die sagen, ich will nicht jetzt nur irgendwie Wissen teilen und Ressourcen schon, sondern nat\u00fcrlich vor allem die Gemeinschaft dabei. Und danach wird dann halt irgendwie zusammen gegessen. Oder es wird nachmittags dann zusammen irgendwie \u00fcber Gott und die Welt gesprochen. Also das sind schon tolle Sachen. Das ist ja auch etwas, was man gerade so mit dem Landleben verbindet, ist ja auch die Gemeinschaft. Dieses, man hilft sich gegenseitig. Das ist ja auch ein gro\u00dfer Sehnsuchtsfaktor dabei. Ich f\u00e4nde es ja auch ganz spannend, wenn es mal sowas geben w\u00fcrde, dass man vielleicht so ein bisschen das Landleben mal testen kann. Also es gibt jetzt noch nicht so richtig, das habe ich nicht finden k\u00f6nnen irgendwo, dass es so ein staatliches Programm gibt, dass Menschen auf die D\u00f6rfer gezogen werden. Aber \u00fcber Freiwilligenprogramme oder \u00c4hnliches. Das habe ich mal gelesen, dass es das in Kanada zum Beispiel gibt, wo man dann so ein bisschen Richtung Agritourismus, aber halt eben auf l\u00e4ngere Zeit sagt, okay, du kannst jetzt hier f\u00fcr ein paar Monate mal mit auf einer Farm leben und das kennenlernen. Aber das finde ich ganz spannend, weil das ist ja einfach mal die M\u00f6glichkeit, sowas auszutesten und dann hast du irgendwie ein bisschen die Autonomie f\u00fcr dich selbst, hast aber auch den Anschluss, hast dann auch noch den Sinn dabei. Also finde ich schon durchaus was Spannendes. Es geht ja auch schon in die Richtung von so einem hybriden Wohnen. Also ich bin mal eine Zeit lang auf dem Land, dann wieder in der Stadt und ich glaube, das Landleben, das hat dann ja auch viel mit dem Arbeiten zu tun. Also inwieweit ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, dass man eben so standortunabh\u00e4ngig arbeiten kann? Ja und ich meine, wenn wir uns jetzt immer das Gegenst\u00fcck zum Land anschauen, das d\u00fcrfen wir auch nicht vergessen, also die Stichte werden einfach immer dicht besiedelter, werden immer teurer. Das kennen wir alle durch die Mieten, haben wir auch in diesem Monat schon thematisiert. Also wird alles teurer, aber nat\u00fcrlich auch anonymer. Und auf dem Land hast du dann eben das Potenzial f\u00fcr Gemeinschaften mit Menschen, die mehr wollen als jetzt nur wohnen. Also das ist dann halt wirklich Nachbarschaft, das ist schon was Zentrales dann wieder. Ja, also ich glaube, so zusammenfassend muss man halt eben sagen, das Landleben ist halt nicht, zumindest jetzt hier auch in Deutschland, diese romantische Flucht oder auch als Notl\u00f6sung, weil ich in der Stadt keinen Wohnraum finde, sondern ja als so gleichwertiger Lebensort. Dazu geh\u00f6rt aber eben auch mehr Investitionen in die Bildung, in Kulturen, Mobilit\u00e4t und medizinische Versorgung. Total. Was ich \u00fcbrigens noch spannend fand, da wollte ich auch noch, weil ich selber nicht hin und her gerissen bin, wollte ich echt nochmal deine Weinung h\u00f6ren. Ich frage mich ja, wenn wir jetzt in Zukunft das Landleben haben, sind dann eigentlich die Leute, die auf dem Land wohnen, ist es eher eine homogene Gruppe oder eine heterogene Gruppe? Also jetzt irgendwie hast du eher den starken Zusammenhalt, die Sicherheit, gleiche Interessen, gleiche Bed\u00fcrfnisse, also so K\u00fcnstlerkoloniem\u00e4\u00dfig? Oder ist es eigentlich, dass du eher so auf Vielfalt und Weiterentwicklung und solche Sachen setzt? Also da finde ich beides eine spannende Geschichte, wo es sich hin entwickelt. Total, finde ich auch. Also ich glaube, das, was ja am Ende verbindet, ist, dass egal wer dort wohnt, ob es der K\u00fcnstler oder der Tech-Freelancer ist, dass sie sich f\u00fcr diesen Ort entschieden haben und dass sie das sch\u00e4tzen. Und ich glaube, das muss man danach vor Ort halt eben mehr rausarbeiten. Ja, also du sagst eher die Durchmischung. Ja, hat nat\u00fcrlich dann, klar, also das widerspricht so ein bisschen dieses die totale Sicherheit durch Gleichgesinnte, aber nat\u00fcrlich darf man nicht vergessen, es st\u00e4rkt deine Resilienz, st\u00e4rkt deine Weiterentwicklung. Also w\u00e4re das denn was f\u00fcr dich? Auf dem Land wohnen? Ja. Meine Frau kommt ja wirklich vom Land. Und ich finde halt eben, das, was viele Leute, sorry, dass ich nochmal unterbreche, sagen ja immer so Anwendung an die Stadt. Ich finde, das ist dann ja oft so ein bisschen der Speckg\u00fcrtel. Den meine ich jetzt nicht. Ich meine jetzt so richtig auf dem Land. Ja, also ich habe das ja immer, wenn wir Schwiegereltern besuchen, die wohnen ja wirklich auf dem Land, Land. Und da sage ich ja immer so, die \u00dcberwachung, wo alle immer dr\u00fcber Angst haben, das hast du auf dem Land schon seit 100 Jahren. Also dann kriegen alle alles mit, was ja durchaus was ist. Ich finde es nat\u00fcrlich schon toll, diese gelebte Nachbarschaft. Das ist etwas, was ich wirklich wei\u00df, was auf dem Land eher gegeben ist. Und man hilft sich und man ist f\u00fcreinander da. Also f\u00fcr mich w\u00e4re es durchaus was, was ich mir vorstellen k\u00f6nnte. Aber ich bin auch da wieder wahrscheinlich Mainstream. Ich w\u00fcrde auch trotzdem schnelle Anbindungen haben wollen, sowohl um pers\u00f6nlich dann in die Stadt zu kommen, als auch um einfach weiter arbeiten zu k\u00f6nnen und am Leben teilzunehmen. Ja, wir sehen, der Wunsch nach Landleben ist da, aber ist auch sehr komplex. Uli, was meinst du denn, wie wird sich, aber Uli, was meinst du denn nochmal zum Schluss, wie sieht die Zukunft aus? Also ich glaube, es gibt nicht mehr diese Polarisierung zwischen Stand und Land, wenn wir jetzt \u00fcber die Zukunft sprechen, sondern du versuchst wirklich die beiden Sachen miteinander zu verbinden. Also das ist der l\u00e4ndliche Raum. Das muss oder wird in Zukunft, glaube ich, nicht per se R\u00fcckstand bedeuten. Das wird sich weiterentwickeln. St\u00fcck weit w\u00fcrde ich jetzt einfach sagen, das Landleben in Zukunft ist das Stadtleben in klein. Du hast manche Vorteile, hast manche Nachteile, genauso wie du in der Stadt manche vorn manche Nachteile hast und dann h\u00e4ngt es einfach davon ab, was die B\u00fcrger f\u00fcr sich selbst bevorzugen. Ja, vielleicht ist das Landleben dann ja gar kein R\u00fcckzugsort, sondern eher ein M\u00f6glichkeitsraum. Das fand ich... Oh, das finde ich eine spannende... Jetzt kommst du nochmal mit einem tollen Gedanken zum Schluss. Genau, und dann kann man halt auch wirklich sagen, wenn du so mehr M\u00f6glichkeiten hast, dann muss man auch wirklich dr\u00fcber nachdenken. Das Land hat ja einfach wahnsinnige Vorteile. Also wir haben vorhin dr\u00fcber gesprochen. Kosten, Sicherheit, Zusammenhalt, Natur, Kontrast, Schnelllebigkeit, all diese Sachen. Also das w\u00e4re wirklich was, was man dann nochmal thematisieren k\u00f6nnte. Ja.\n\nMeinst du denn, dass es so einen Landboom geben wird? Also eher eine Stadtflucht als eine Landflucht w\u00e4re nat\u00fcrlich historisch was v\u00f6llig Neues. Aber ich glaube schon, wenn man es wirklich schafft, das Land mit diesen Basics zu versorgen, die die B\u00fcrger eben wollen oder die viele B\u00fcrger sich dann auch als zentral ansehen, um wieder eher auf dem Land zu wohnen, dann kann ich mir das schon wirklich vorstellen. Das braucht nat\u00fcrlich dann auch den Mut. Also den Mut, das Land nicht irgendwie als abgeh\u00e4ngtes Dasein, dazwischen sein, so irgendwie zu sehen, sondern wirklich als etwas, was Tolles ist, was ist, wo die Menschen dann entspannter sind, wo der Zusammenhalt st\u00e4rker gelebt wird. Also wenn wir das schaffen, dann wird das Landleben nicht nur sch\u00f6ner, sondern dann ist das Landleben wirklich auch richtungsweisen, weil es unsere Bed\u00fcrfnisse dann in Perfektion auch befriedigt. Sehr gut. Das war's mit unserem Monat rund ums Wohnen. Und wir starten mit n\u00e4chster Woche in einem neuen Monat. Und zwar geht es da um das Thema Freizeit. Wir erstellen ja jedes Jahr unseren Freizeitmonitor. Und die Ergebnisse werden wir euch dann pr\u00e4sentieren und nochmal genauer darauf eingehen. Und ich finde, das passt vielleicht auch so ein bisschen zum Wohnbed\u00fcrfnisse. Was will man dann eigentlich vor Ort? Was machen die Deutschen denn eigentlich in ihrer Freizeit? Und ja, genau. Schauen wir uns an, was wir machen und was wir eigentlich wollen. Das ist ein spannender Monat. Und den freue ich mich. Sehr sch\u00f6n. Bis dahin. Macht's gut. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und dann geht's. 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