{"id":5571,"date":"2025-10-16T08:58:46","date_gmt":"2025-10-16T06:58:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=5571"},"modified":"2026-07-21T18:58:11","modified_gmt":"2026-07-21T16:58:11","slug":"the-search-for-balance-freedom-and-security-in-the-digital-age-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/die-suche-nach-balance-freiheit-und-sicherheit-im-digitalen-zeitalter-2\/","title":{"rendered":"The search for balance: freedom and security in the digital age"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Every click, every search, every app - we leave behind countless digital traces. The relationship between security and freedom is at the centre of one of the greatest areas of tension of our time. On the one hand, there is a growing desire for protection against crime, while on the other, freedom is a very valuable commodity.<\/p>\n<p>In this episode, find out why 78 % of German citizens say that security measures should not disproportionately restrict personal freedom. We talk about the psychology of security, the concept of \u201efreedom through security\u201c and how new technologies such as artificial intelligence are redefining the balance between protection and freedom.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,101,80,109,110],"class_list":["post-5571","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-verhalten","tag-zukunft","tag-ki","tag-smartphone"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 32","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/103-die-suche-nach-balance-freiheit-und-sicherheit-im-digitalen-zeitalter\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/2101095-m-0db5b6db361a324241135e15334b9538.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Wir befinden uns im Monat Digitalisierung und heute widmen wir uns einem der zentralen Spannungsfelder der Gegenwart, dem Verh\u00e4ltnis von Sicherheit und Freiheit und das vor allem im digitalen Zeitalter. Wir haben mal da so vier Aspekte rausgearbeitet, die wir heute besprechen wollen. Erstens die Psychologie der Sicherheit. Warum brauchen wir Menschen \u00fcberhaupt Sicherheit? Warum ist das so ein wichtiges Thema f\u00fcr uns? Zweitens schauen wir auf konkrete Fakten zur digitalen \u00dcberwachung in Deutschland. Und danach wollen wir dann diskutieren, wie dieses Paradox Freiheit durch Sicherheit \u00fcberhaupt entsteht. Und am Ende nat\u00fcrlich werfen wir einen Blick in die technologische Zukunft. Uli, warum haben wir dieses Thema gew\u00e4hlt oder warum behandeln wir das auch immer wieder in unserer Stiftung? Ich glaube f\u00fcr uns ist es ja wirklich ein sehr aktuelles Thema. Also jeden Tag hinterlassen wir beide, aber nat\u00fcrlich auch alle B\u00fcrger drau\u00dfen irgendwelche digitalen Spuren. Wir nutzen alle irgendwelche Apps, die unsere Daten sammeln. Wir bewegen uns gleichzeitig in einer Welt, in der nat\u00fcrlich auch die ganzen Sicherheitsbeh\u00f6rden immer bessere technische M\u00f6glichkeiten zur \u00dcberwachung haben. Und damit w\u00e4chst eben einerseits der Wunsch nach mehr Schutz vor Cyberkriminalit\u00e4t, vor Terrorismus, vor anderen Bedrohungen. Andererseits ist nat\u00fcrlich auch die Freiheit ein wirklich hohes Gut, zum Gl\u00fcck. Und das wollen wir nat\u00fcrlich auch sch\u00fctzen. Das haben wir ja auch in unserem Chart der Woche befragt. Und das Ergebnis finde ich ist total deutlich. 78 Prozent der Deutschen sagen, dass Sicherheitsma\u00dfnahmen die pers\u00f6nliche Freiheit nicht unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einschr\u00e4nken sollten. Und ich finde, das zeigt ja wirklich, dass die B\u00fcrger so eine Balance suchen. Also man m\u00f6chte Sicherheit, aber eben nicht um jeden Preis. Deswegen Uli direkt am Anfang die Frage, weshalb ist Sicherheit so wichtig? Ich glaube Sicherheit, und das hat ja schon damals Maslow in seiner Pyramide gehabt, ist eines dieser fundamentalen menschlichen Bed\u00fcrfnisse. Und das folgt ja direkt nach diesen physiologischen Grundbed\u00fcrfnissen, also Essen, Trinken. Danach kommt halt eben schon dieses Bed\u00fcrfnis nach Schutz, nach Stabilit\u00e4t, nach Ordnung. Also ganz gleich, wie wir das nennen wollen, das ist wirklich tief in unserer Psyche verwurzelt. Und interessant f\u00fcr mich ist immer, dass dieses Sicherheitsbed\u00fcrfnis heute eben v\u00f6llig neue Dimensionen angenommen hat. Fr\u00fcher ging es an sich ja immer nur um diese physische Sicherheit, also Schutz vor Gewalt, vor Naturkatastrophen, vor oder eben ganz gerne am Anfang vor Hunger. Heute kommen eben diese ganzen digitalen Bedrohungen dazu. Identit\u00e4tsdiebstahl, Cyberattacks, Missbrauch von pers\u00f6nlichen Daten, Cybermobbing, also diese ganzen Sachen. Hast du das eigentlich schon selber mal erlebt? Also ich habe das gerade tats\u00e4chlich im Bekanntenkreis geh\u00f6rt, dass da die Mutter von einer Freundin mit so einem Fake-Anruf, also wo ihre Stimme nachgemacht wurde, die Stimme des Kindes, dann weint am Telefon, war. Das finde ich schon auch wirklich be\u00e4ngstigend und schockierend, weil da wird ja vor allem so stark mit Emotionen auch gespielt. Und ich glaube, das ist auch eben bei diesem, das Gef\u00fchl von Sicherheit ist halt auch eben so entscheidend f\u00fcr so ein emotionales Wohlbefinden. Und wenn man halt irgendwie schon so ein Grundgef\u00fchl hat, also da war das tats\u00e4chlich auch noch dann Tage sp\u00e4ter, dass irgendwie, dass der Mutter nicht so gut ging, ja, wenn man das Grundgef\u00fchl von Sicherheit nicht mehr hat und dass man da irgendwie die Daten, die Identit\u00e4t, die Stimme, das wurde irgendwie geklaut, dass man dann halt sich nicht mehr so richtig frei f\u00fchlt und dann auch tats\u00e4chlich noch l\u00e4ngere Zeit in so einem Zustand von Angst oder Anspannung leben muss. Kann ich total nachvollziehen. Also da merken wir ja auch wieder, wie weit die KI schon ist. Also wie du sagst, sie kann halt schon irgendwelche Stimmen nachmachen, sie kann auf irgendwelche Sachen zugreifen. Das ist wirklich schwer zu unterscheiden. Ist das jetzt real? Ist es nicht real? Und man sagt immer, naja, es passiert ja mir alles nicht. Also die Mutter deiner Freundin hat das garantiert auch gedacht, aber es trotzdem w\u00e4re irgendwie darauf erstmal verunsichert gewesen. Ich glaube, das wird in Zukunft nat\u00fcrlich noch wirklich zunehmen. Und wie du jetzt eben gesagt hast, diesen Zustand zwischen Angst und Anspannung, den man ja auch irgendwie hat. Das ist ja auch wirklich das Komplizierte. Also zu wenig Sicherheit, das l\u00e4hmt dich dann einerseits. Zu viel Sicherheit schr\u00e4nkt dich dann in deiner Freiheit wieder ein. Also das ist wirklich ein Balanceakt. Und wenn wir jetzt mal so zur\u00fcckerinnern, wie es auch zu Corona-Zeiten war. Erinnere dich an dieses Beispiel, wie Shanghai es gemacht hat. Da waren die Bewohner dann irgendwie monatelang eingesperrt. Das war zwar sicher im gesundheitlichen Sinne, aber alles andere war nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht mehr frei. Und das ist, glaube ich, schon dann schwierig. Das ist tats\u00e4chlich ja auch schon dieser Punkt, \u00fcber den wir auch noch sprechen wollten, dass Sicherheit und Freiheit in einem ganz starken Spannungsverh\u00e4ltnis stehen. Also sie bedingen sich ja auch irgendwie gegenseitig. Also ohne ein Minimum an Sicherheit kann es vielleicht auch nicht so richtig die echte Freiheit geben. Aber ohne Freiheit verdient ja auch dann irgendwie die Sicherheit ihren Sinn. Absolut. Und wir k\u00f6nnen ja auch was, wir m\u00fcssen es jetzt auch nicht zu komplex machen, also wir k\u00f6nnen ja was Einfaches nehmen. Nehmen wir Verkehrsregeln. Also nat\u00fcrlich schr\u00e4nken die uns ein in unserer Bewegungsfreiheit. Wir d\u00fcrfen nicht \u00fcberall hinfahren, wo wir wollen. Aber andererseits erm\u00f6glichen Regeln nat\u00fcrlich dann erst ein sicheres Fortbewegen. Und ohne Verkehrsregeln w\u00e4re Autofahren ja so gef\u00e4hrlich, dass viele es nicht mehr wagen w\u00fcrden. Also das ist nat\u00fcrlich dann dieses Verh\u00e4ltnis von Sicherheit zu Freiheit wieder v\u00f6llig okay. Oder wenn wir es jetzt \u00fcbertragen in die digitale Welt, wenn ich wei\u00df, dass meine Daten vor Hackern gesch\u00fctzt sind, dann nutze ich Online-Banking. Dann mache ich irgendwie E-Commerce und kaufe irgendwas online bei irgendwelchen Shops ein. Wenn ich aber st\u00e4ndig Angst habe, dass meine Identit\u00e4t gestohlen wird, dass meine Kreditkarteninformationen abhanden kommen und von anderen genutzt werden, dann schr\u00e4nke ich nat\u00fcrlich meine digitale Aktivit\u00e4t wieder ein. Also das ist schon immer ein Ballons. Ja. Ich habe mal so rumgeschaut, wie das teilweise vielleicht auch definiert wird. Und ich fand es ganz gut, wie Amnesty International das sagt. Die sagt, Sicherheit muss der Freiheit dienen. Also das bedeutet, die Sicherheitsma\u00dfnahmen sind nur dann legitim, wenn sie tats\u00e4chlich die Freiheit der Menschen, der B\u00fcrger sch\u00fctzen oder erweitern. Und nicht, wenn sie diese einschr\u00e4nken. Aber tats\u00e4chlich, wenn man dann dr\u00fcber nachdenkt, fallen einem da auch Beispiele ein, wo man sich dann \u00fcberlegt, okay, wo genau liegt denn da die Grenze? Das Bundesverfassungsgericht in Deutschland sagt dazu, dass die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit neu justiert werden darf, aber die Gewichte beider Seiten d\u00fcrfen nicht grundlegend verschoben werden. Also ich finde, das klingt recht vern\u00fcnftig, ist aber nat\u00fcrlich in der Praxis oft schwer zu beurteilen. Ganz klar. Und ich glaube, was immer z\u00e4hlt, ist der Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit. Also jede Sicherheitsma\u00dfnahme muss eben auch bestimmte Kriterien erf\u00fcllen. Und sie muss geeignet sein. Sie muss nat\u00fcrlich andererseits auch erforderlich sein. Und, und das ist eben dieses Dritte, was das Bundesverfassungsgericht, glaube ich, auch damit sagen wollte, sie muss in einem angemessenen Verh\u00e4ltnis zu dem stehen, was sie \u00fcberhaupt erstmal sch\u00fctzen soll. Und ich meine, das schauen wir uns unser Studienergebnis an. 78 Prozent der Deutschen sagen, Sicherheitsma\u00dfnahmen sollten die Freiheit nicht unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einschr\u00e4nken. Und das zeigt ja, dass die B\u00fcrger diesen Grundsatz an sich auch schon intuitiv, ohne dass sie das Gesetz wahrscheinlich kennen, die meisten verstehen. Und dass sie nicht zwischen Sicherheit und Freiheit w\u00e4hlen m\u00f6chten. Und man sollte das ja auch nicht, sondern eine ausgewogene Balance existieren muss. Und tats\u00e4chlich auch in unserer Studie gibt es gar keine Unterschiede zwischen Geschlecht, Alter, Einkommen, Wohnort und so weiter. Und ich meine, wir reden ja bislang immer nur \u00fcber Deutschland. In anderen L\u00e4ndern wird das ja, das Verh\u00e4ltnis ja nochmal ganz anders bewertet. Absolut. Also denk jetzt wirklich nur, was wir eben da kurz hatten mit Shanghai oder nehmen wir jetzt China als solches. Das ist ja wirklich dieses Social Credit System, totale \u00dcberwachung. Das ist nat\u00fcrlich, das darf man nie vergessen. Also das ist auch ein Mythos, der wieder irgendwie im Netz rumgeistet. Es gibt keinen einheitlichen Social Score f\u00fcr jeden B\u00fcrger. Das ist jetzt, so schlimm ist es noch nicht. Aber das System in China \u00fcberwacht nat\u00fcrlich schon und bewertet schon das Verhalten von Menschen, von Unternehmen, von Organisationen. Und was ich interessant dabei immer finde, dass das chinesische System innerhalb der Bev\u00f6lkerung ganz klar positiv wahrgenommen wird. Also das wird gesehen als M\u00f6glichkeit, dich vor Korruption zu sch\u00fctzen, dich vor Betrug zu sch\u00fctzen. Das zeigt also schon, Akzeptanz und \u00dcberwachung h\u00e4ngen wirklich stark vom kulturellen Zusammenhang ab und nat\u00fcrlich auch den Erfahrungen der Menschen, die im jeweiligen Land gemacht wurden. Ja. Witzig, dass du jetzt China als Beispiel genommen hast. Ich h\u00e4tte gedacht, du h\u00e4ttest jetzt die USA als erstes gew\u00e4hlt. Bei deiner Affinit\u00e4t, weil ich meine, die sind f\u00fcr mich so auf der anderen Seite der Skala. Erinnern wir uns irgendwie an Edward Snowden, der wirklich das Ausma\u00df der digitalen \u00dcberwachung ja enth\u00fcllt hat. Und Smartphones, die wir jeder \u00fcberall st\u00e4ndig dabei haben, die k\u00f6nnen halt ja komplett total kontrolliert werden. \u00dcber das Mikrofon, \u00fcber die Ortung. Also ich finde es dann teilweise schon spannend, dass in den USA wirklich sehr, sehr entspannt mit dem Thema \u00dcberwachung und Datenschutz umgegangen wird. Das stimmt, ja. Das sind gute Extrembeispiele, die wir jetzt auch genommen haben. Ja. Aber lass uns mal in die Zukunft schauen. Siehst du da irgendwelche spannenden Entwicklungen? Ich glaube, KI ver\u00e4ndert die \u00dcberwachung wirklich grundlegend in Zukunft. Also du hast ja schon heute, dass die modernen \u00dcberwachungskameras k\u00f6nnen Gesichter erkennen, k\u00f6nnen Verhaltensmuster analysieren, k\u00f6nnen verd\u00e4chtige Aktivit\u00e4ten schon automatisch melden. Besonders spannend, wahrscheinlich m\u00fcssen wir jetzt aber auch sagen, besonders umstritten ist nat\u00fcrlich die biometrische \u00dcberwachung. Wie bewegst du dich? Wie tippst du an deiner Tastatur? Du hast die Gesichtserkennung dadurch, dass dein Rechner meistens eine Kamera hat, Fingerabdr\u00fccke ja ohnehin. Also das ist nat\u00fcrlich alles, wo wir uns Gedanken dr\u00fcber machen m\u00fcssen, was die Sicherheit angeht. Die EU hat auch da relativ strenge Gesetze. Aber in Zeiten von, wie wir es ja im Moment leider haben, Kriege, Cyberattacken, das ist nat\u00fcrlich st\u00e4ndig, dass da \u00fcber neue Befugnisse auch diskutiert wird. Also ich glaube, das wird die Zukunft mit pr\u00e4gen. Weitere Entwicklung sehe ich in dieser Vorhersage von Verbrechen durch Datenanalyse. Also dass das System wirklich analysiert. Kriminalit\u00e4tsdaten, Orte, Zeiten k\u00f6nnen dadurch vorhergesagt werden, wo es sehr wahrscheinlich ist, dass irgendwie ein Verbrechen passieren wird. Das Risiko kann also vorher identifiziert worden. Das ist so ein bisschen, wie es Hollywood wahrscheinlich schon vor 20, 30 Jahren gemacht hat mit Minority Reports, damit mit Tom Cruise. Aber ich glaube, das werden wir beide noch ganz klar erleben. Das kann sicherlich die Verbrechensbek\u00e4mpfung effizienter machen, ja. Aber es wirft f\u00fcr mich sofort die Fragen auch nach Profiling auf. Und nach das, ist da wirklich noch die Unschuldsvermutung da? Oder muss ich eigentlich permanent beweisen, also muss ich beweisen, dass ich unschuldig bin? Weil gerade Gesichtserkennung, und es ist ja in solchen Zeiten leben wir auch, das kann ja absolut zur Diskriminierung f\u00fchren. Und dann ist es eben nicht eine predictive, sondern es ist eher wieder Profiling noch st\u00e4rker und kann eben Vorteile verst\u00e4rken. Und nat\u00fcrlich k\u00f6nnen ja auch KI-Systeme manipuliert werden. Das sehe ich ganz genauso. Also das ist die gro\u00dfe Herausforderung. Wenn wir jetzt \u00fcber die Zukunft sprechen, ist glaube ich wirklich die Frage, wie k\u00f6nnen wir die M\u00f6glichkeiten oder die Vorteile, die Technologie in Zukunft hat, eben nutzen, ohne, was du jetzt eben angesprochen hast, unsere Grundrechte auch zu opfern. Also das ist nat\u00fcrlich Unschuldsvermutung, ist was ganz Zentrales. Und das darf man jetzt nicht mehr eben zur Seite wischen. Also es geht da wirklich darum, eher die Vorteile zu nutzen und die Risiken zu minimieren. Ja gut, du stellst die Frage, da schlie\u00dfe ich gleich nochmal eine an. Wie viel Kontrolle wollen und brauchen wir denn eigentlich? Wollen wir das chinesische Modell von Richtung maximale \u00dcberwachung und Verhaltenssteuerung oder eher ein Modell, was auf Vertrauen und Selbstverantwortung basiert? Und ich meine, da haben wir auch schon in vielen anderen Podcasts das immer mal angerissen. Auch wenn wir privat dr\u00fcber sprechen, \u00fcber Kinder, inwieweit muss man die tracken und orten. Das geht ja auch schon in eine andere Richtung, wo man sagt, okay, wenn jede \u00f6ffentliche Stra\u00dfe Kamera \u00fcberwacht ist, dann wei\u00df ich ja immer jederzeit, wo jemand ist und wo was stattgefunden hat. Also da gibt es kein Verstecken mehr. Ist es das, was wir wollen? Ist es das, was wir brauchen? Ist, glaube ich, individuell schwer zu beantworten. Die Studien zeigen nat\u00fcrlich schon, dass die B\u00fcrger bereit sind, Freiheiten aufzugeben, wenn sie sich in irgendeiner Form bedroht f\u00fchlen. Jetzt nat\u00fcrlich gerade leben wir in Zeiten, wo viele sich Gedanken machen. Da ist klar, dass die Akzeptanz von jeder Art von Sicherheitsma\u00dfnahme, wahrscheinlich auch \u00dcberwachungsma\u00dfnahme erstmal zunimmt, als wenn wir jetzt in Zeiten leben, wo alles sehr entspannt ist und wo es der Wirtschaft gut geht. Die Menschen keine Sorgen f\u00fcr irgendwelchen Kriegen und Krisen haben. Aber ich glaube, es ist auch entscheidend, dass man deshalb jetzt nat\u00fcrlich Sicherheitspolitik nicht gerade in diesen ungew\u00f6hnlichen Krisenzeiten machen sollten. Wenn die B\u00fcrger sowieso schon Angst haben, dann klar treffen wir auch andere Entscheidungen, als wenn es jetzt ruhigere Zeiten w\u00e4ren. Ich glaube, auch da ist es wichtig, dass wir langfristige, dass wir durchdachte Strategien brauchen und jetzt nicht irgendwie spontan reagieren auf irgendwelche Momentaufnahmen und das dann f\u00fcr alle Zeiten aber auch festziehen. Ja. Fassen wir es so zum Ende doch mal zusammen. Also das Verh\u00e4ltnis von Sicherheit und Freiheit, das sollte ein Gleichgewicht sein und dieses im Gleichgewicht zu halten, ist eine permanente Aufgabe. Man muss da immer wieder dran arbeiten und eine neue Balance finden. Aber wenn wir da tats\u00e4chlich auf die Bev\u00f6lkerung schauen, dann ist es eben schon eine deutliche Mehrheit. 78 Prozent sagen, sie wollen keine unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Einschr\u00e4nkungen haben und wollen eben nicht w\u00e4hlen m\u00fcssen zwischen Sicherheit und Freiheit. Ich denke, die Herausforderung liegt dann darin, dass sich ja eben Bedrohungen auch st\u00e4ndig wandeln. Also so wie du das gerade eben ausgef\u00fchrt hast. Dementsprechend ver\u00e4ndert sich die Anforderung an die Sicherheitsma\u00dfnahmen und das, was heute noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig erscheint, kann dann morgen schon wieder \u00fcbertrieben sein. Oder andersrum, was heute ausreicht, ist morgen nicht mehr genug. Aber ich glaube, das ist es. Also hast du es jetzt perfekt zusammengefasst. Entscheidend ist wirklich, dass wir als demokratische Gesellschaft aber immer die Kontrolle \u00fcber diese Entwicklung behalten sollten. Also Sicherheit darf nicht Selbstzweck werden und muss immer wieder der Freiheit dienen. Und Freiheit bedeutet eben auch, die Freiheit zu haben, Risiken einzugehen und nicht irgendwie vor totaler \u00dcberwachung oder unter totaler \u00dcberwachung zu \u00fcberleben. Denn wenn ich jetzt schon vorhin nichts Amerikanisches erz\u00e4hlt habe, ich wei\u00df doch, irgendwie Benjamin Franklin, also einer, der da auch schon damals was zu gesagt hat, der hat auch gesagt, wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der verliert am Ende beides. Und darum zeigt das jetzt, jetzt wiederholen wir uns ein St\u00fcck weit, dass diese Balance zwischen beiden Werten wirklich entscheidend ist. Das war, finde ich, ein super Abschluss, Uli. Das lassen wir jetzt einfach so stehen. Vielen Dank f\u00fcrs Zuh\u00f6ren und denkt immer daran, dass Demokratie davon lebt, dass wir uns einmischen, mitdiskutieren und kritisch bleiben. Und in diesem Sinne, bleibt wachsam, aber nicht paranoid. Bis n\u00e4chste Woche. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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