{"id":6325,"date":"2025-11-06T05:26:36","date_gmt":"2025-11-06T04:26:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=6325"},"modified":"2025-11-05T10:45:43","modified_gmt":"2025-11-05T09:45:43","slug":"responsibility-burden-or-guiding-principle-for-the-future-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/verantwortung-last-oder-leitbild-fuer-die-zukunft-2\/","title":{"rendered":"Responsibility: A burden or a guiding principle for the future?"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Responsibility means more than guilt and duty \u2013 it is also an invitation to participate in shaping the future. But who still takes responsibility today? And why is it so crucial for social cohesion, especially in times of crisis?<\/p>\n<p>In this episode, learn why a sense of responsibility is highly valued by many people, how the understanding differs between generations \u2013 and why we need to rethink responsibility: not as a burden, but as a resource for a fairer and sustainable society.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,101,80,109,110],"class_list":["post-6325","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-verhalten","tag-zukunft","tag-ki","tag-smartphone"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 35","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/106-verantwortung-last-oder-leitbild-fur-die-zukunft\/embed?context=external&token=XE7t7aGcnkkNnMRvVsWEVg\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/2193864-m-c10ae3c42fe3d19b3b6b6af143a55589.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Es ist ein neuer Monat und damit auch Zeit f\u00fcr ein neues Thema. Und diesmal geht es um etwas wirklich Grundlegendes, gerade auch f\u00fcr uns in der Zukunftsforschung. Es geht um Verantwortung. Verantwortung ist n\u00e4mlich nicht nur eine Last, die wir tragen m\u00fcssen. Im Gegenteil, sie kann auch eine Chance sein. Eine Chance, die Welt aktiv mitzugestalten und positive Ver\u00e4nderungen anzusto\u00dfen. Doch Verantwortung bedeutet auch, f\u00fcr Fehler einzustehen. In dieser ersten Folge schauen wir uns an, warum Verantwortungsbereitschaft so wichtig ist. Und nat\u00fcrlich auch, wie die Deutschen zu diesem Thema stehen. Ist ja aber auch ein wirklich breites Thema. Also wir k\u00f6nnen ja, wenn wir es einen ganzen Monat haben, auch unterschiedlichste Sachen uns anschauen. Also mich w\u00fcrde jetzt nicht nur interessieren, warum das so wichtig ist, sondern nat\u00fcrlich auch vor allem, wer eigentlich bereit ist, Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Das w\u00e4re was, was wir auch machen sollten. Auf jeden Fall. Und wenn du sagst, wer \u00fcbernimmt Verantwortung, frage ich mich nat\u00fcrlich auch, wof\u00fcr? Ja. Also ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass es da halt einmal im pers\u00f6nlichen Bereich oder vielleicht auch im gesellschaftlichen Bereich ziemlich gro\u00dfe Unterschiede gibt. Bestimmt. Und du willst wahrscheinlich auch wieder nachher am Ende des Monats \u00fcber die Zukunft reden. Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Da habe ich mir schon ein paar gute Fragen \u00fcberlegt. Das ist n\u00e4mlich wirklich wichtig und schwierig. Ja, aber es ist nat\u00fcrlich auch wirklich ein gro\u00dfes Thema. Also wir haben verschiedenste Sachen, die wir diesen Monat dann noch ein bisschen recherchieren m\u00fcssen und bearbeiten m\u00fcssen. Ich denke auch, das Thema Eigenverantwortung taucht sicherlich auch auf. Also verschiedene Sachen. Ja, genau. Aber gut, fangen wir erstmal an. Genau. Heute gehen wir erstmal nur der Frage nach, warum Verantwortungsbereitschaft so wichtig ist, wie sie entsteht und warum sie manchmal auch auf der Strecke bleibt und werfen ja dann sicherlich auch nochmal einen Blick darauf, warum Verantwortung so die Grundlage f\u00fcr unsere Gesellschaft eigentlich ist und deswegen auch f\u00fcr uns f\u00fcr die Zukunftsforschung so spannend. Zum Einstieg, Uli, habe ich eine Frage an dich. Glaubst du, dass Verantwortung vor allem eine pers\u00f6nliche Eigenschaft ist oder auch eben die Bereitschaft, Verantwortung zu \u00fcbernehmen oder eher eine gesellschaftliche Pflicht? Oh, ich w\u00fcrde sagen beides. Ist so ein bisschen f\u00fcr mich, ich w\u00fcrde jetzt nicht sagen, wie eine Medaille, also hat so zwei Seiten. Das ist nat\u00fcrlich, wenn du jetzt sagst, das pers\u00f6nliche, ja es muss eine innere \u00dcberzeugung sein. Ich glaube, eigene Werte spielen da schon eine gro\u00dfe Rolle. Andererseits gesellschaftliche Pflicht, du brauchst halt \u00e4u\u00dfere Regeln, also irgendwelche Gesetze, vielleicht sogar auch gesellschaftliche Erwartungen an einen. Es kann also jetzt nicht nur das Eigeninteresse, kann nicht nur darum gehen, sonst w\u00e4re es ja auch so ein bisschen alles nachher chaotisch in der Gesellschaft. Aber es darf nat\u00fcrlich auch nicht nur ein Pflichtgef\u00fchl sein, sonst hast du keine Motivation. Also wenn du mich jetzt so fragst, ja ich \u00fcberlege die ganze Zeit, was ein Beispiel sein k\u00f6nnte, nehmen wir jetzt, ich wei\u00df nicht, ob das ein gutes Beispiel ist, aber wenn du jetzt dich f\u00fcr die Umwelt einsetzt, dann hast du diesen inneren Trieb, das ist also eine pers\u00f6nliche Einstellung, aber du musst nat\u00fcrlich auch irgendwas Verpflichtendes haben, also irgendwelche, keine Ahnung, M\u00fclltrennungspflichten, das muss irgendwie sanktioniert werden, wenn du jetzt deinen M\u00fcll nicht trennst oder ihn einfach auf die Stra\u00dfe schmei\u00dft. Also brauchst das beides, das denke ich ja, also Herz plus Regeln w\u00fcrde ich jetzt sagen, dass wir so, wie wir das nach vorne bringen k\u00f6nnten. Das w\u00e4re es. Okay, also man braucht so eine innere Motivation, die dann in so einem \u00e4u\u00dferen Rahmen sich entfalten kann. Genau, oder es hat eben die Frage, tust du etwas jetzt nur aus der \u00dcberzeugung oder tust es nur aus Grund der Regeln, das ist nat\u00fcrlich dann schwieriger, also ich denke wirklich beides, w\u00e4re schon gut. Du schaust ja auch mal ganz gerne erstmal zur\u00fcck, bevor du in die Zukunft blickst, wo kommt denn dieser Begriff Verantwortung eigentlich her? Was bedeutet er denn urspr\u00fcnglich? Also das Wort stammt aus dem mittelhochdeutschen Verantworten, was damals so viel bedeutet hat, wie sich als Angeklagter vor Gericht verteidigen. Also es war eine rechtliche Geschichte. Es ging also um diese Rechtschaftspflicht, der nat\u00fcrlich ein Aspekt, der auch heute sicherlich zentral ist. Ganz interessant ist dann aber, wie sich der Begriff im Laufe der Jahrhunderte ver\u00e4ndert hat, kann man schon wirklich sagen und immer mehr dieses moralische, ethische halt mit aufgenommen wurde. Bis jetzt aktuell ist nat\u00fcrlich dann in der Gegenwart auch was pers\u00f6nlich ist gesellschaftlich, vielleicht sogar eine globale Dimension. Also hat sich schon von diesem Rechtlichen deutlich weiterentwickelt \u00fcber eben das moralische bis hin zum pers\u00f6nlich gesellschaftlichen in der Gegenwart. Finde ich ja auch ganz interessant, dass das eben von dieser Rechenschaft her r\u00fchrt, weil das ja dann davon abh\u00e4ngt, dass auch jemand anderes da ist. Also ich \u00fcbernehme dann ja Verantwortung im Ursprung nicht, wenn keiner zuschaut, sondern ja eigentlich dann, wenn andere dabei sind und halt urteilen, ob ich mich jetzt richtig oder falsch verhalten habe. Und da finde ich es auch ganz spannend, weil es ist tats\u00e4chlich so, dass Menschen dazu neigen, Verantwortung auf andere abzuschieben. Also wenn mehrere da sind, dann f\u00fchlt sich pl\u00f6tzlich keiner mehr verantwortlich, weil das k\u00f6nnen dann ja die anderen machen. Ja, also es ist nat\u00fcrlich, kann man jetzt wieder sagen, warum machen die Menschen das? Ich glaube, einerseits ist es auch dein eigener Schutz, wenn alle helfen k\u00f6nnten, warum soll ich das dann gerade machen? Also die Frage, warum ich und nicht die anderen? Ich glaube nat\u00fcrlich auch, dass es immer auch von der Pers\u00f6nlichkeit abh\u00e4ngt. Also manche haben glaube ich schon Angst vor \u00dcberforderung, vor den Fehlern, vor im Rampenlicht stehen. Vielleicht ist es auch nicht klar definiert, wie du Verantwortung \u00fcbernehmen kannst. Also das ist ja, man wei\u00df oftmals auch nicht, also ich finde es immer wieder, wenn irgendwelche Krisensituationen sind und wie wei\u00df ich nicht, ein Unfall oder so. Wer ruft denn jetzt den Notarzt? Hat doch bestimmt schon jemand anders gemacht. Warum soll ich das denn jetzt machen? Das ist ja schon auch eine Problematik. Oder wenn ich das jetzt Beispiel von mir aus der Uni merke, wenn ich irgendwie Arbeiten an eine Gruppe gebe, sage ich mal, es sind keine Ahnung, acht Studis, drei machen es und f\u00fcnf ziehen sich halt eher zur\u00fcck. Und das ist so, die anderen regeln das so schon. Und das Ergebnis ist halt nie gut, weil die Frustration bei denjenigen gro\u00df ist, die dann besonders viel Arbeit gemacht haben. Die anderen reden sich irgendwie raus, ist dann schlechte Stimmung. Also das ist schon nicht einfach. Man m\u00fcsste dann schon das besser machen und klare Rollen verteilen. Ja, jeder muss halt sozusagen den Hut aufhaben, wie man immer so sagt. Absolut, ja, ganz klar.\n\nJa, ich glaube, da kann sich aber vielleicht auch jeder hier auch von unseren H\u00f6rern mal \u00fcberlegen, ob er nicht selber vielleicht auch schon mal Verantwortung abgegeben hat. Obwohl man es eigentlich auch besser wusste. Das stimmt. Ich glaube, irgendwie das passiert ja jedem eigentlich mal, dass man\u2026 Ja, da hast du recht.\n\nAber lass uns doch auch mal auf unseren Chat der Woche schauen. Das haben wir bis jetzt ja noch gar nicht gemacht. Wir sind schon mitten im Reden. Denn wir haben ja auch wieder die Deutschen gefragt, wie wichtig sie denn eigentlich Verantwortungsbereitschaft halten, gerade im Hinblick auf die Gemeinschaft und eine bessere Zukunft. Und es haben 88, 80 Prozent gesagt, dass sie das eben f\u00fcr sehr wichtig halten. Das finde ich ist schon wahnsinnig hoher Wert, oder? Absolut. Gab es da Unterschiede in den Generationen? Ja, tats\u00e4chlich gab es Unterschiede. Die J\u00fcngeren haben ein bisschen unterdurchschnittlich geantwortet. Das sind 82 Prozent der unter 35-J\u00e4hrigen, die es f\u00fcr wichtig halten. Aber 92 Prozent, also echt fast jeder der \u00fcber 55-J\u00e4hrigen. Ja, wobei das sich jetzt auch ein St\u00fcck weit erwartet h\u00e4tte. Also \u00c4ltere haben nat\u00fcrlich auch mehr Erfahrung und haben diese Erfolgserlebnisse wahrscheinlich auch gehabt. Sei es jetzt irgendwie im Job oder wei\u00df ich nicht. Ich finde es ja auch in meinem Verein sind es ja auch oftmals eher die \u00c4lteren, die dann die Verantwortung \u00fcbernehmen, weil sie wissen, das ist auch was Positives, bringt die Gemeinschaft zusammen. Also das \u00c4ltere das st\u00e4rker haben. Vielleicht auch, weil sie mehr Krisen durchgemacht haben. Auch das ist, glaube ich, schon so was, dass sie gelernt haben. Verantwortung dazu \u00fcbernehmen ist besser. Und bei den J\u00fcngeren, klar, ich sehe diesen Wert vier von f\u00fcnf nat\u00fcrlich auch, weil es als was Gro\u00dfes. Aber auch da, wenn ich so wieder meine Studierenden sehe, das ist schon, dass Selbstverwirklichung vor Gemeinschaftswohlprojekten steht. Also die wollen erst mal ihren Traumjob, glaube ich, finden oder ihren Platz finden und sich dann erst engagieren. Also dass das ein bisschen unterdurchschnittlich ist, finde ich jetzt nicht so \u00fcberraschend. Erstmal ich dann die anderen. Da frage ich mich bei solchen Ergebnissen, war das nicht vielleicht immer schon so? Also dass die j\u00fcngere Generation immer erst mal ein bisschen an sich gedacht hat? Ich glaube nat\u00fcrlich schon, dass sich auch Erziehung ver\u00e4ndert hat. Ich glaube, in der Gegenwart werden ja viele Kinder auch darauf erzogen, erst mal an sich zu denken und denk an dich und an dein Wohlbefinden und an deine eigenen Bed\u00fcrfnisse. Ich glaube, ist nat\u00fcrlich historisch gesehen, dass auch Erziehung anders gelaufen ist und man fr\u00fcher schon eher gesagt hat, naja, denk jetzt auch an die Gemeinschaft. Denk irgendwie. Und du es auch mehr erlebt hast, wei\u00df ich nicht, dass das Dorffest eher funktioniert oder nur funktioniert, wenn alle mitmachen und man es gar nicht in Frage gestellt hat, jetzt irgendwie gesagt hat, naja, da habe ich aber was anderes vor und da muss ich jetzt irgendwie f\u00fcr die Schule lernen oder da ist ein Geburtstag oder da f\u00fchle ich mich nicht, sondern es ist einfach, das Fest hat nur funktioniert, wenn alle mitgemacht haben. Und darum war diese Verantwortungsbereitschaft, glaube ich, in der Vergangenheit. Ja, wahrscheinlich auch schon so Geschlechterrollen. Also wenn ich jetzt an meine Mutter oder meine Oma denke oder so, die hatten gar keine Wahl. Es war halt klar, dass sie die Verantwortung f\u00fcr ihre Geschwister \u00fcbernehmen mussten. Absolut, ja. Und das wurde auch nicht diskutiert, glaube ich. Und ging jetzt nicht, da f\u00fchlst du dich auch danach, dass du jetzt die Verantwortung \u00fcbernehmen kannst. Nee, tats\u00e4chlich nicht. Aber das sind so die Errungenschaften unserer Gesellschaft, die wir heute haben, diese Freiheit und Sicherheit, dass sich jeder erstmal selbst ausleben kann. Das stimmt.\n\nAndererseits finde ich, ist glaube ich auch ein Gef\u00fchl, also wenn ich wirklich pers\u00f6nlich bereit dazu bin, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, dann finde ich, ist das schon auch mit diesem Gef\u00fchl der Selbstwirksamkeit verkn\u00fcpft. Also dass ich das, dass ich, also ich selber kann etwas bewirken mit meinem Handeln, wenn ich Verantwortung \u00fcbernehme. Und das ist doch eigentlich auch etwas, was die j\u00fcngere Generation, wonach die sich so sehnt. Ja, absolut. Dann m\u00fcssten erst die \u00c4lteren dann nur wieder die Gr\u00f6\u00dfe haben, auch Sachen abzugeben. Ich glaube, es ist nat\u00fcrlich auch so, man vertraut es der jungen Generation dann oftmals nicht zu. Und um bei diesem Beispiel des Dorffestes zu bleiben, lass die J\u00fcngeren halt das organisieren und lass halt die irgendwie, wei\u00df ich nicht, digitale Hilfsmittel nutzen oder das irgendwie anders machen. Man muss ja nicht immer alles gleich wieder machen, sondern einfach sagen, okay, \u00fcbernimmst du hier bitte die Verantwortung, machst das so wie du es m\u00f6chtest. Und f\u00fcr die J\u00fcngeren ist es dann halt, wenn man es mal ausprobiert, sicherlich auch ein gutes Erfolgserlebnis und man kriegt es dann, glaube ich, ganz gut hin. Ja, vielleicht ist das auch das Problem, warum J\u00fcngere sich h\u00e4ufig so ein bisschen dr\u00fccken, weil sie gerne, sie w\u00fcrden zwar gerne etwas mit, also sich selbst verwirklichen, das ist ja etwas, was immer alle sagen, aber dann m\u00fcssen sie es auch zu 100 Prozent vielleicht auch selbst entscheiden d\u00fcrfen. Und man muss ihnen auch zugestehen, Fehler zu machen. Absolut. Ich glaube, Fehler, das haben wir ja schon auch im anderen Podcast mal gehabt, ist da wirklich was Zentrales. Und es darf halt eben jetzt nicht, der Druck darf jetzt nicht ausgebaut werden und du musst eine Null-Fehler-Kultur haben, weil dann geht es, glaube ich, oftmals, wenn du diese Angst vor Fehlern hast, wei\u00df ich nicht, f\u00e4ngt ja im Kleinen an, wei\u00df ich nicht, wenn du jetzt irgendwie Kinderarzttermin mit deinen M\u00e4dels vergisst, dann ist ja sofort, dieses Schuldgef\u00fchl da, kriegst noch irgendwelche Vorw\u00fcrfe, wie kann ich das vergessen, das sind die heiligen Kinder, also da muss man sich ja von frei machen. Das ist halt dann einfach, Fehler geh\u00f6ren zum Leben dazu. Und es darf nat\u00fcrlich auch nicht dann eine \u00dcberforderung sein, es darf nicht jetzt irgendwie der Druck gleich drauf gebaut werden auf die junge Generation. Wenn du das, ich wei\u00df nicht, fr\u00fcher gab es noch diesen Spruch, wenn du es nicht schaffst, bist du selber schuld. Das ist nat\u00fcrlich ein Druck, der bl\u00f6d ist. Also Fehler muss man schon geh\u00f6ren auch dazu. Ja, und wo du es gerade sagst, dass ein Termin vergessen, ich finde, um Verantwortung zu \u00fcbernehmen, bedarf es auch Vorbildfunktion. Also tats\u00e4chlich, wenn Eltern oder andere \u00e4ltere Personen die Vorbildfunktion haben, auch mal zugeben, dass sie Fehler gemacht haben. Total. Und dass sie Verantwortung f\u00fcr ihr eigenes Handeln \u00fcbernehmen. Ja, und das ist auch wieder wirklich so gro\u00dfe Unterschiede zwischen Deutschland und USA. Und wenn ich dr\u00fcben bin, diese Fehlerkultur haben wir schon \u00f6fter thematisiert, ist einfach eine andere. Und es ist wirklich klug, auch Fehler zuzulassen und die Chance zu haben, aus diesen Fehlern zu lernen. Und immer dieses, ich muss Fehler in jedem Fall vermeiden, ist der falsche Ansatz. Also dann verlierst du so viel Innovation. Weniger Wert oder wertlos, wenn ich Fehler mache, finde ich, ist ja auch etwas, was h\u00e4ufig noch so mit drin ist. Deswegen gibt es ja diese Angst davor, einen Fehler zu machen. Komplett bei dir, ja. Ja. Aber wo kommt es her? Warum verbinden wir Verantwortung oft mit Last anstatt mit Bereicherung? Ja, ist so ein bisschen, was wir eben schon, glaube ich, hatten. Also es ist diese Angst vor Sanktionen, dass du Kritik ausgesetzt wirst, dass du irgendwie das Vertrauen missbraucht hast. Das ist, glaube ich, schon auch diese negative Pr\u00e4gung, \u00dcberforderung. Also das sind schon Sachen, die, glaube ich, wirklich schwierig sind, weil wir so daran gehen. Okay. Und wie k\u00f6nnte denn dann Verantwortung in der Zukunft aussehen? Wie wird sich das Ganze weiterentwickeln? Ist es eine individuelle Tugend oder eine kollektive Pflicht? Boah, das ist nat\u00fcrlich jetzt nochmal wieder eine gro\u00dfe Frage. Da k\u00f6nnen wir alleine ja fast den Podcast zugestalten. Ich glaube, tendenziell geht es ein bisschen st\u00e4rker in diese kollektive Pflicht schon rein, weil wir halt jetzt auf einmal diese ganzen globalen Herausforderungen haben. Und du bist schon gefordert, wei\u00df nicht, soziale Gerechtigkeit, das Umweltthema, dass man da mehr Verantwortung auch selbst \u00fcbernimmt und das nicht nur anderen \u00fcberl\u00e4sst und sich da rauszieht. Das wird, glaube ich, schon zunehmen. Andererseits diese individuelle Verantwortung bleibt nat\u00fcrlich auch unverzichtbar. Also dadurch kannst du irgendwie Ver\u00e4nderungen vorantreiben. Denk dran, was Greta Thunberg damals irgendwie gemacht hat, dass sie selber Verantwortung \u00fcbernommen hat, dass sie irgendwie was losgetreten hat, dass sie dann daf\u00fcr eingestanden ist. Das sind schon wichtig. Und kollektiv, ja, ist als einerseits von den Themen her wird das, glaube ich, schon zunehmen. Andererseits, du brauchst nat\u00fcrlich auch in Zukunft irgendwie Gesetze, die Sachen regeln. Also wenn ich jetzt ein anderes gro\u00dfes Beispiel nehme, wo man Verantwortung \u00fcbernehmen kann, ist ja das ganze Thema Datensicherheit und Fake News und alles, was dazu geh\u00f6rt. Das kannst du jetzt ja nicht nur an die Firmen abgeben. Wir haben jetzt gar nicht \u00fcber die Firmen bisher gesprochen. K\u00f6nnen wir in den n\u00e4chsten Wochen vielleicht nochmal machen, wie da Verantwortung aussieht. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen die auch freiwillig Verantwortung \u00fcbernehmen. Gleichzeitig brauchst du nat\u00fcrlich auch irgendwelche Regeln und irgendwelche Gesetze, um dagegen vorzugehen und dann auch Sanktionen hinterher zu machen. Also das ist schon was Wichtiges. Aber wenn ich zusammenfasse, das war jetzt ein bisschen abgegriffen, wenn ich jetzt so zusammenfassen sollte in einen Satz, w\u00fcrde ich immer sagen, in Zukunft ist Verantwortung, was du am Anfang so sch\u00f6n gesagt hast, keine B\u00fcrde. Sie ist wirklich eine Chance, die Zukunft zu gestalten.\n\nUli, das war, finde ich, jetzt ein perfektes Abschlusswort. Das lassen wir einfach so stehen. Wir haben ja noch die n\u00e4chsten Wochen, um da vertiefend einzusteigen. Das machen wir. Wenn ihr besondere W\u00fcnsche habt, worauf wir eingehen sollen, ihr k\u00f6nnt uns jederzeit schreiben. So machen wir das. Bis n\u00e4chste Woche. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de. Und dann geht's. Und dann geht's. 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