{"id":6415,"date":"2025-11-20T07:14:30","date_gmt":"2025-11-20T06:14:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=6415"},"modified":"2025-11-20T07:14:30","modified_gmt":"2025-11-20T06:14:30","slug":"everyday-life-with-attitude-where-responsibility-is-truly-lived-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/alltag-mit-haltung-wo-verantwortung-wirklich-gelebt-wird-2\/","title":{"rendered":"Everyday life with conviction: Where responsibility is truly lived"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Many say society is becoming more selfish. But the figures show something different \u2013 especially in our private lives, we help each other more than ever before. But what exactly are we taking responsibility for? And how is engagement changing in our digital everyday lives?<\/p>\n<p>In this episode, learn why silent help is often overlooked, why young people are getting involved in new ways \u2013 and how responsibility could be organized more flexibly, personally and collaboratively in the future.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[111,67,101,107,80],"class_list":["post-6415","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-verantwortung","tag-zukunftserwartungen","tag-verhalten","tag-vertrauen","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 37","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/108-alltag-mit-haltung-wo-verantwortung-wirklich-gelebt-wird\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/2193868-m-65a50d49902f30b8967ce00a94376117.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Wir machen weiter mit unserer Monatsreihe zum Thema Verantwortung. Die letzten Wochen ging es schon um die Fragen, was ist Verantwortung eigentlich und wer \u00fcbernimmt Verantwortung? Heute geht es eine Ebene tiefer, und wir schauen uns an, wof\u00fcr \u00fcbernehmen wir eigentlich konkret Verantwortung in unserem Alltag? Wo wird geholfen und wof\u00fcr sich engagiert? Und die Ergebnisse sind wirklich spannend. Also wenn ich da schon gleich reingehen darf, besonders, weil sie ein bisschen immer, finde ich, so das Gegenteil von dem zeigen, was man oft denkt. Also zum Beispiel denken ja oftmals Leute, dass fr\u00fcher alles viel gemeinschaftlicher war, dass die Leute mehr Verantwortung auch \u00fcbernommen haben f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr andere. Und wenn man sich die Zahlen anschaut, dann stellt man wirklich fest, dass die Bereitschaft, Verantwortung f\u00fcr viele Dinge zu \u00fcbernehmen, gerade im Privaten doch ganz sch\u00f6n in den letzten Jahren gestiegen ist. Genau, ja. Denn wir haben in unserem Chart der Woche gefragt, wo hast du dich eigentlich pers\u00f6nlich in den letzten zwei, drei Jahren engagiert? Oder wo hast du Hilfe geleistet? Konkret. Und dann sagen 52 Prozent, dass sie vor allem bei pers\u00f6nlichen oder famili\u00e4ren Problemen geholfen haben. Also tats\u00e4chlich auch wirklich total niedrigschwellig. Einfach zuh\u00f6ren, da sein, Alltagshilfe, die ja oft doch unsichtbar bleibt. Aber ich finde, das war ja nur der eine Bereich. Also wenn ich mir die anderen Sachen so anschauen, wirklich diese Steigerung. Also ob es jetzt ist, dass wir mehr Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen, in der Familie, bei Freunden Haushaltst\u00e4tigkeiten zu \u00fcbernehmen. Ich meine doppelt so viel wie vor 20 Jahren. Technische Unterst\u00fctzung, enorme Zuw\u00e4chse, wahrscheinlich gerade die junge Generation. Konkrete Sachen, 32 Prozent, also jeder Dritte, der Verantwortung \u00fcbernimmt und Leute mit zum Arzt bringt. Solche Sachen, Finanz- und Versicherungsfragen, ich glaube, gr\u00f6\u00dften Steigerungsraten auch nochmal ganz klar gestiegen. Also wirklich bei den meisten Sachen \u00fcbernehmen wir eben mehr Engagement oder zeigen mehr Engagement, \u00fcbernehmen mehr Verantwortung als in der Vergangenheit. Wie man es anschaut, bei den ganzen Bereichen an sich nur zwei Sachen, die etwas zur\u00fcckgegangen sind. Kinderbetreuung, ich meine, merken wir schon, es gibt weniger Kinder. Eltern haben da andere Betreuungsm\u00f6glichkeiten. Und das Zweite ist so bei Renovierungssachen. Da habe ich auch nochmal nachgeguckt. Also es gibt etwas weniger Umz\u00fcge in Deutschland als vor 20 Jahren. Man k\u00f6nnte jetzt auch sagen, wer eine Wohnung hat, ist wahrscheinlich froh und zieht immer um. Auf jeden Fall in den Ballungsgebieten gilt das. Total, aber du merkst ja auch demografische Entwicklung. Also je \u00e4lter man ist, desto seltener zieht man um. Aber insgesamt wirklich eindeutig klar gewesen, die Menschen helfen einander mehr als vor 20 Jahren und sind eben da auch bereit, mehr Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Und ich finde das total wichtig, dass wir da hinschauen, weil man ja eigentlich immer nur auf das schaut, was nicht klappt. Total. Aber unsere Zahlen zeigen, die meisten Menschen \u00fcbernehmen Verantwortung und das oft auch ganz selbstverst\u00e4ndlich. Wusstest du \u00fcbrigens, auch nochmal so ein netter Funfact, dass Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig helfen, ein st\u00e4rkeres Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl und somit auch ein niedrigeres Risiko f\u00fcr Depressionen haben? Ne, das wusste ich nicht. Aber ich meine, also wir beide dann wahrscheinlich erstmal pr\u00e4destiniert, dass wir nicht depressiv werden. Ja. Aber wo du das auch nochmal sagst, so dieses Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl und da auch Sachen zu \u00fcbernehmen. Ich fand das auch nochmal, vielleicht noch eine letzte Zahl, bevor wir noch \u00fcber was anderes auch noch reden k\u00f6nnen. Wenn wir uns das anschauen, politisch-soziales Engagement, das machen ja oftmals eher \u00c4ltere, die ein bisschen mehr Zeit haben. Aber auch bei den J\u00fcngeren ist es mittlerweile so, dass jeder Zweite das regelm\u00e4\u00dfig machte. Und damit ist es auch erstmalig, n\u00e4mlich dass dieses Vorurteil, eher \u00c4ltere engagieren sich politisch und sozial, dass es einfach nicht mehr stimmt. Es sind jetzt mehr J\u00fcngere, die genau dort Verantwortung \u00fcbernehmen f\u00fcr eben die Gesellschaft, f\u00fcr ihre Gemeinde, wo auch immer, als die \u00c4lteren. Also auch das fand ich wirklich enorm. Das hat mich tats\u00e4chlich auch erstaunt und da habe ich ein bisschen l\u00e4nger dr\u00fcber nachgedacht. Und wenn man da n\u00e4mlich genau hinschaut, ergibt das ja doch eigentlich Sinn. Weil die jungen Leute engagieren sich ja vor allem in den Bereichen so Umweltschutz, Bildung, in sozialen Projekten. Also dort \u00fcbernehmen die die Verantwortung und eben nicht in diesen klassischen Vereinsstrukturen, sondern heute ist es, hat sich so ein bisschen gewandelt. Es ist ja eben h\u00e4ufig projektbasiert, also viel flexibler und vielleicht auch spontaner, so mit Freunden zusammen, wo halt gerade Hilfe gebraucht wird. Also eher so ein bisschen, ich mache Urban Gardening, als dass ich jetzt im Ortsbeirat mich engagiere. Das ist also eine modernere Form des Engagements und der Verantwortungs\u00fcbernahme. Also finde ich spannend. Und man merkt auch so bei der Motivation geht es den J\u00fcngeren auch h\u00e4ufig darum, etwas zu ver\u00e4ndern. Also gar nicht nur unbedingt diesen Status Quo zu halten, wie es vielleicht h\u00e4ufig so in veralteten Vereinsstrukturen ist, wo man auch das Gef\u00fchl hat, deswegen mache ich es vielleicht auch nicht so gerne, weil ich muss ja nur das machen, was die anderen mir vorgeben. Sondern ja, wenn sie die M\u00f6glichkeit haben, Dinge zu ver\u00e4ndern, also irgendwie zu Gerechtigkeit, Umwelt, Teilhabe, auch die F\u00e4higkeit irgendwie zu bekommen, Sachen weiterzuentwickeln und was Sinnvolles zu tun. Das sind so Treiber. Aber finde ich auch v\u00f6llig okay. Das darf man ja auch jetzt nicht irgendwie werten, wenn sich da die Motive ver\u00e4ndert haben. Wobei, was ich ganz interessant finde, nat\u00fcrlich kann man sich auch nochmal die Motive anschauen von denjenigen, die nicht bereit sind, unbedingt Verantwortung f\u00fcr andere zu \u00fcbernehmen und sich nicht eben engagieren. Also das sind nat\u00fcrlich auch unterschiedliche Dinge, dass da einfach viele Leute auch sagen, nee, das kann ich jetzt nicht. Ja, ich meine ganz vorn an ist ja sicherlich eben vor allem bei dem Berufstheken der Zeitmangel. Total, ja klar. Dann auch ein St\u00fcck weit, ich glaube, wir hatten da auch schon mal eine Podcast-Folge zum Thema Ehrenamt und das ist nat\u00fcrlich auch so die fehlende Anerkennung. Einige dazu motiviert zu sagen, nee, dann mache ich das halt auch erst gar nicht. Das ist ja der Begriff, den ich auch nach wie vor albtraumm\u00e4\u00dfig finde, Ehrenamt. Ich appelliere an deine Ehre, dass du ein Amt \u00fcbernimmst. Also sollst du es nicht freiwillig machen, du sollst es nicht machen, weil du es f\u00fcr sinnvoll h\u00e4ltst, sondern weil deine Ehre gefordert ist. Unter den jungen Leuten ist aber Ehre auf jeden Fall. Das stimmt. Ich schw\u00f6re. Das stimmt. Wobei bei diesen Gr\u00fcnden, warum sich Leute nicht engagieren, ich glaube schon, dass viele auch einfach Angst haben. Also Angst, dass sie das irgendwie nicht hinkriegen, Angst vor der Verpflichtung, dass sie dann irgendwie verhaftet sind, dass es irgendwie dauerhaft ist. Vielleicht aber auch, weil viele es nicht wissen, wo sie Verantwortung \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, was sie machen k\u00f6nnen. Also Informationen sind nat\u00fcrlich auch immer was Zentrales. Was kann man denn dann tun? Also was hilft? Ich glaube, die niedrigschwellige Angebote sind schon wichtig. Also das, was wir eben auch hatten, warum Leute sich nicht engagieren, ist ja immer diese Angst, dann verhaftet zu werden. Und man ist dann, einmal hat man die Hand gehoben und dann ist man immer gefordert. Also ich glaube schon, dass man zusehen muss, dass man die Leute erstmal daf\u00fcr gewinnt und interessiert. Und wenn sie dann Interesse entwickeln und feststellen, das macht Spa\u00df, das gibt mir Befriedigung, ich habe nette Leute dabei. Also das sind dann auch alles Dinge, die halt gut sind. Aber ich glaube, man sollte jetzt nicht hingehen und so ein bisschen den Vertrag auf den Tisch legen. Jetzt verpflichte dich f\u00fcr die n\u00e4chsten drei, f\u00fcnf, zehn Jahre. Jetzt \u00fcbernimm das irgendwie. Ja, also es muss flexibler, flexibler und niedrigschwelliger werden. Und ich glaube, daf\u00fcr kann ja auch die Digitalisierung ein total gutes Tool sein, was man da einfach nutzen kann. Also es ist ja schon so, dass sich viel auch \u00fcber, also oder auch gerade Nachbarschaftshilfen \u00fcber WhatsApp-Gruppen oder Telegram, Signal, wie auch immer oder Plattformen wie nebenan.de organisieren. Und da gibt es ja sicherlich auch noch ganz andere Apps, die da eben helfen k\u00f6nnen. Also du kennst es auch irgendwie aus dem Reiterumfeld, da gibt es auch schon so Stall-Orga-Apps, wo man dann das alles abhaken kann. Und ich glaube, dann ist es zwar flexibler, aber auch ein bisschen, also es muss trotzdem noch direkt bleiben. Also weil, wie in der letzten Folge ja auch gesagt haben, wenn es eine zu gro\u00dfe Masse ist, dann verstecken sich alle hinter dem N\u00e4chsten, hinter dem Anderen und dann ist keiner mehr wirklich verantwortlich. Also es muss vielleicht schon irgendwie doch ein St\u00fcck weit mit Name sein und einer Liste, dass man sagt, okay, und du bist jetzt daf\u00fcr verantwortlich. Ja, also ich glaube ja gerade, weil du es jetzt angesprochen hast, so in der Nachbarschaft, wenn jetzt da irgendwelche Sachen rumgehen und man irgendwie sich entscheidet, wer \u00fcbernimmt jetzt, wei\u00df nicht, was ganz Banales, wer \u00fcbernimmt Verantwortung, das n\u00e4chste Stra\u00dfenfest zu organisieren oder die n\u00e4chste Host-Party oder was auch immer. Und da w\u00fcrde ich auch immer dann dazu \u00fcbergehen, dass man sagt, okay, jetzt habe ich da irgendwie die Verantwortung \u00fcbernommen. Wir fanden das alle ja nett und war sch\u00f6n, dass wir zusammen gegrillt haben oder zusammen gefeiert haben oder was auch immer zusammen gemacht haben. Und bevor wir jetzt auseinander gehen, lass doch gleich mal festhalten, war klasse, wollen wir im halben Jahr wieder machen. Kannst du jetzt diesmal Verantwortung f\u00fcr, keine Ahnung, Einkauf der Getr\u00e4nke, des Essens wahrnehmen? Kannst du irgendwie Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen, den Raum klar zu machen? Also dass man auch so ein bisschen da nicht wieder wartet, ach ja, wir haben alle Lust, aber keiner will Verantwortung \u00fcbernehmen, sondern es da vielleicht schon ein bisschen konkreter macht. \u00dcbernimm du jetzt auch einen Teil und nat\u00fcrlich auch immer die Toleranz dann zu haben, dass die Getr\u00e4nke vielleicht nicht die sind, die du gekauft h\u00e4ttest, sondern einfach andere. Aber dass man so ein bisschen Verantwortung auch teilt, ist glaube ich schon was Sinnvolles. Total. Nochmal zu meinen Nachbarschaftsnetzwerken. Fand ich total witzig. In Japan gibt es tats\u00e4chlich so ein Nachbarschaftsnetzwerk, in dem \u00e4ltere Menschen f\u00fcr kleine Alltagsdienste so Punkte sammeln k\u00f6nnen. Also es ist auch ein bisschen so gamifiziert, k\u00f6nnte man vielleicht auch die jungen Menschen mit abholen. Und diese Punkte k\u00f6nnen sie dann sp\u00e4ter einl\u00f6sen, wenn sie Selbsthilfe brauchen. Also es ist dann so eine Art Tausch\u00f6konomie f\u00fcr Verantwortung. Das haben wir \u00fcbrigens mal in der Stiftung, als ich angefangen habe, also haben wir lange nicht gemacht, k\u00f6nnen wir mal wieder machen, haben wir damals eine Frage gehabt. Also das Statement war sozusagen, ich bin bereit zu helfen, wenn auch mir im Alter \u00fcber ein Punktesystem auch geholfen wird. Und das war mehr als jeder zweite Deutsche, der damals gesagt hat, da bin ich sofort dabei. Also ich sammle jetzt Sozialpunkte, haben wir es damals genannt, irgendwie an f\u00fcr banale T\u00e4tigkeiten. Wei\u00df nicht, einkaufen gehen, irgendwie Gartenerarbeit machen, zum Arzt gefahren werden. Und ich sammle jetzt diese Punkte und habe dann so eine Art Abo im Alter, dass ich sagen kann, okay, jetzt ist irgendjemand anders da, der den Garten macht oder der die Getr\u00e4nkekisten schl\u00e4pt oder mich zum Arzt f\u00e4hrt oder was Vergleichbares, was in so einem Pool halt gemacht. Das k\u00f6nnen wir mal wieder abfragen. Und das war jeder zweite, damals schon vor 20 Jahren, der dazu bereit war. Hat die A-Fahn vielleicht bei dir abgeguckt. Bestimmt, ganz bestimmt. Ja, aber ich meine, daran sieht man eben Engagement, Verantwortung \u00fcbernehmen. Das ist etwas, was auf Gegenseitigkeit beruht. Das stimmt, ja. Aber wie gesagt, wenn du es jetzt auch ein bisschen weiterdenken w\u00fcrdest, das haben wir damals, ich wei\u00df gar nicht, wie wir das weitergeformuliert haben, aber du musst es ja auch gar nicht unbedingt nur auf Gegenseitigkeit machen. Du k\u00f6nntest ja auch sagen, du \u00fcbernimmst Verantwortung f\u00fcr deine Gemeinde, also jetzt nicht nur dein pers\u00f6nliches Umfeld, sondern irgendwie f\u00fcr die Nachbarschaft, f\u00fcr die Gemeinde, f\u00fcr deine Stadt, was auch immer. Und bekommst daf\u00fcr dann auch irgendwo anders vom Staat wieder was. Also Steuererleichterung, irgendwie, keine Ahnung, die kostenlose \u00d6PNV-Ticket, irgendwie Erm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr irgendwelche kulturellen Sachen. Also solche Sachen. Auch Anreize zu schaffen, k\u00f6nnte ja auch etwas sein, wor\u00fcber man nachdenken kann in dem Zusammenhang. Ich glaube aber, da sind wir, Deutschland, zu komplex und zu kompliziert. Da wird ja erstmal ein Jahr dar\u00fcber diskutiert, f\u00fcr wie viele Punkte man wo bekommt. Also welche T\u00e4tigkeit ist wirklich Verantwortung \u00fcbernehmen und sich engagieren? Und was ist vielleicht einfach auch normales Sozialverhalten? Stimmt, aber was ich mich nat\u00fcrlich fragt, wie k\u00f6nntest du die Motivation steigern? Also wenn wir jetzt sehen, nat\u00fcrlich sind die Werte schon echt okay im Vergleich zur Vergangenheit auch wirklich deutlich gestiegen. Aber wie kriegen wir eben mehr Menschen dazu motiviert, Verantwortung zu \u00fcbernehmen? Und da k\u00f6nnen wir uns ja Gedanken machen, ist das jetzt gut, ist das jetzt schlecht, wenn du das sozusagen irgendwie auch gratifizierst. Aber ich finde, das kann man dr\u00fcber nachdenken zumindest. Ja, also die Idee an sich \u00fcber so ein Punktekonto finde ich total gut. Ich glaube, wenn es nachher eben auch in Richtung wie so eine ganze Steuererleichterung, also wo so Geld mit reinkommt, ich glaube, dann wird es wieder kompliziert, weil es gibt nat\u00fcrlich auch Menschen, die einfach deutlich mehr Zeit und Ressourcen haben, in dieses Punktekonto einzuzahlen, also mehr Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Das muss nat\u00fcrlich auch irgendwie fair und gleich f\u00fcr alle bleiben. Aber ist denn die Motivation nicht eigentlich auch, also ist das nicht auch in den Menschen verankert, dass man, also an sich sehnen sich ja alle nach mehr Gemeinschaft. Und alle m\u00f6chten so eine, sagen in unserer Befragung ja auch, sie sind bereit dazu, Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Sie sind bereit dazu, mehr Verantwortung zu \u00fcbernehmen als andere. Das hei\u00dft, an sich k\u00f6nnen wir ja eigentlich davon ausgehen, dass die Bereitschaft da ist und es eher so Art Hindernisgr\u00fcnde gibt, warum es noch nicht auf einem h\u00f6heren Prozent wirklich ausgelebt wird. Das stimmt. Also auch da wieder wahrscheinlich typisch deutsch konzentrieren wir uns wieder eher auf die Punkte, worum etwas nicht gemacht wird, als auf die Sachen, die dazu anregen k\u00f6nnten, dass es h\u00e4ufiger gemacht ist oder diejenigen nicht nur an die Ehre zu appellieren und das goldene Sportabzeichen zu bekommen, sondern auch irgendwie dann zu sagen, Mensch ist toll, dass du das gemacht hast. Also diese Anerkennung, da k\u00f6nnen wir wahrscheinlich noch was in Zukunft f\u00fcr tun. Genau. Also wenn wir das jetzt nochmal ein bisschen zusammenfassen an sich, brauchen wir mehr Angebote, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, die eben auch die verschiedenen Lebenslagen ber\u00fccksichtigen. Also f\u00fcr die, die halt berufst\u00e4tig sind und wenig Zeit haben, da braucht man so Mikro-Engagements, wo sie wirklich nur so einzelne kleine Aufgaben \u00fcbernehmen. F\u00fcr die Studierenden und junge Leute eher so Gemeinschaftsprojekte, weil die sich ja besonders danach auch sehen und f\u00fcr Senioren mehr in Richtung Mentoring und Nachbarschaftshilfe. Da finde ich alles gut, wobei ich jetzt immer zusehen w\u00fcrde, dass ich jetzt das nicht daran festmache, dass es irgendwie im Verein ist oder in der Nachbarschaft, sondern also jetzt irgendwie institutionalisiert ist, sondern dass es wirklich auch sein kann, ich helfe bei der Kita, ich helfe irgendwie, dass, wei\u00df nicht, der Spielplatz vom M\u00fcll ges\u00e4ubert wird oder solche Sachen und \u00fcbernehme einfach Verantwortung im Kleinen dann, in meinem Umfeld, aber jetzt nicht irgendwie auf Dauer verpflichtend, sondern einfach mal auch spontan. Tats\u00e4chlich glaube ich, es ist gut, dass du das nochmal sagst, weil ich glaube, Verantwortung im Kleinen \u00fcbernehmen ist das, was die gr\u00f6\u00dfte Ver\u00e4nderung bringen wird, wenn das jeder tun w\u00fcrde. Ja, bin ich komplett dabei und das ist so vielleicht auch, wo jeder sich ein St\u00fcck weit selbst klar dr\u00fcber werden kann, wenn es kein anderer macht, dann muss ich es halt machen, aber es ist einem ja wichtig oftmals und wenn dann irgendwie, keine Ahnung, der Weg hinter der Bahn, den ich jeden Morgen laufe, weil wenn ich das doof finde, dass da irgendwie M\u00fcll liegt, dann muss ich halt auch irgendwie am Wochenende einfach mal die Handschuhe anziehen und den M\u00fcll wegmachen und dann ist es halt auch wieder gut. Das macht \u00fcbrigens bei uns immer regelm\u00e4\u00dfig eine, die mit dem Hund da immer lang geht und die sehe ich ein, zwei Mal im Vierteljahr, dann sammelt die echt den M\u00fcll ein und jedes Mal sage ich zu ihr, wie toll ich das finde. Sagt sie jedes Mal auch zu mir, sie k\u00f6nnen ja mitmachen. Ja, also holt mich da auch echt gut ab bei. Ja. Uli, also wenn du jetzt nochmal mit Blick auf die Uhr das Ganze zusammenfasst, was meinst du, wie entwickelt sich unsere Gesellschaft da weiter? Also ich glaube, dieses, was wir am Anfang hatten, dieses Bild, dass wir alle Egoisten sind und eine egoistische Gesellschaft, das stimmt einfach nicht. Viele \u00fcbernehmen wirklich Verantwortung, vielleicht jetzt nicht immer nur ja ganz offensichtlich, sondern auch im kleinen Kreis, was wir zum Schluss eben hatten. Und ich glaube, es ist f\u00fcr die Zukunft dann wirklich auch wichtig, dass man genauer hinguckt, dass man auch bereit ist, selber was zu \u00fcbernehmen, dass man sich inspirieren l\u00e4sst, dass man auch andere w\u00fcrdig, die so etwas \u00fcbernehmen und dann vielleicht auch einfach zu sagen, komm, ich mache es jetzt, ob alleine oder gemeinsam mit anderen, dann geht, glaube ich, vieles in die richtige Richtung und Verantwortung wird dann wieder mehr im Alltag gelebt. Sehr sch\u00f6n. In diesem Sinne, das war schon ein sch\u00f6nes Schlusswort, Uli. Wir k\u00f6nnen euch noch kurz ank\u00fcndigen, n\u00e4chste Woche geht es um die Eigenverantwortung. Also da werden wir uns tats\u00e4chlich alle nochmal selber in die eigene Nase fassen. Passt sehr gut zu heute. Ich freue mich drauf. Sehr sch\u00f6n. Bis dahin. Macht's gut. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. 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