{"id":6427,"date":"2025-12-04T05:04:16","date_gmt":"2025-12-04T04:04:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=6427"},"modified":"2025-11-27T10:10:17","modified_gmt":"2025-11-27T09:10:17","slug":"caring-for-relatives-when-care-becomes-strength","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/pflege-von-angehoerigen-wenn-sorge-zur-staerke-wird\/","title":{"rendered":"Caring for relatives: When worry becomes a strength"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Caregiving is more than a job \u2013 it&#039;s a lived responsibility in everyday life. Millions of people regularly look after their relatives, mostly quietly and without much fanfare. But how often does this actually happen \u2013 and how is caregiving changing in an aging society?<\/p>\n<p>In this episode, learn why care work often remains invisible, why women and people in rural areas are particularly likely to step in \u2013 and how new ideas, digital aids and social recognition can strengthen the care system of tomorrow.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[111,113,67,101,107,80],"class_list":["post-6427","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-verantwortung","tag-pflege","tag-zukunftserwartungen","tag-verhalten","tag-vertrauen","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 39","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/110-pflege-von-angehorigen-wenn-sorge-zur-starke-wird\/embed?context=external&token=vUxmi1OlatrPbaeKiqLyVA\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/2227427-m-db69da383a52211434f25967593e48c7.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Zu einer neuen Folge unseres Zukunftspodcasts in unserem, ich sag mal, etwas wilden Monat. Denn das Oberthema diesen Monat ist eure W\u00fcnsche. Wir behandeln und besprechen die Themen, die ihr euch so gew\u00fcnscht habt. Und heute geht es um eines, das ziemlich leise ist und eher so im Hintergrund wirkt, um die Pflege von Angeh\u00f6rigen. Dabei ist es wirklich ein gro\u00dfes Thema. Und was du eben schon gesagt hast, da wird erstaunlich wenig dr\u00fcber gesprochen, obwohl es doch f\u00fcr wirklich viele Menschen ein fester Bestandteil des jeweiligen Alltags ist. Denn Pflege ist ja nicht nur etwas, was jetzt Fachkr\u00e4fte im Krankenhaus oder in den Altersheim geleistet wird. Es ist etwas, was oft auch zu Hause passiert. Wirklich in den Wohnzimmern, in den K\u00fcchen, auf dem Weg zur Apotheke ganz gleich. Genau. Und da steigen wir heute etwas tiefer ein. Denn wer pflegt eigentlich? Wie oft? Und wie hat sich das \u00fcber die Jahre ver\u00e4ndert? Und nat\u00fcrlich werfen wir auch einen Blick in die Zukunft. Dann lassen wir uns doch anfangen und direkt schon mal auf einige Zahlen schauen. Also ich habe nochmal nachgeguckt. Im Jahr 2025 sagt mehr als jeder achte B\u00fcrger, also 13 Prozent, dass sie wenigstens einmal pro Woche einen Angeh\u00f6rigen pflegen. Wenn ich mir das jetzt mal f\u00fcr einen Monat anschaue, ist es fast jeder F\u00fcnfte. Und klar, die monatlichen sind nat\u00fcrlich auch die w\u00f6chentlichen enthalten. Also es ist jetzt nicht plus, aber es ist eben doch ein ganz sch\u00f6n gro\u00dfer Anteil von Bundesb\u00fcrgern, die es als fast normal ansehen, mal eben zu helfen. Ganz gleich, ob es jetzt in der Familie ist, in der Nachbarschaft oder wo auch immer. Und spannend ist auch, dass der Anteil in den Jahren auch gestiegen ist. Also wenn ich mal geschaut habe vor 15 Jahren, also im Jahr 2010, da waren es eben 15 Prozent der Deutschen, die monatlich, regelm\u00e4\u00dfig jeden Monat irgendjemanden gepflegt haben. Und w\u00f6chentlich waren es, ich sage jetzt mal, nur 11 Prozent. Ja, aber es ist schon eine deutliche Steigerung. Das merkt man schon von 15 auf jeden F\u00fcnften. Das ist eben doch klar. Wobei es mich jetzt auch nicht v\u00f6llig \u00fcberrascht. Also wir haben einfach eine alternde Gesellschaft. Wir haben mehr Hochbetagte. Das nennt man Menschen \u00fcber 80 Jahren. Da nat\u00fcrlich steigt dann auch das Risiko von chronischen Erkrankungen. Aber wir haben eben nicht unbedingt mehr Pflegekr\u00e4fte. Und viele Familien springen deshalb mittlerweile ein. Man k\u00f6nnte auch schon so fast als erste Antwort oder als erste These des heutigen Tages sagen, die Pflege hat sich ein St\u00fcck weit privatisiert. Und auch klischeehaft. Denn der erste Blick auf die Zahlen verr\u00e4t auch, dass Frauen sich vor allem engagieren und deutlich h\u00e4ufiger Angeh\u00f6rige pflegen als M\u00e4nner. Also jetzt dieses Jahr, 2025, waren es 22 Prozent der Frauen, die mindestens einmal im Monat jemanden gepflegt haben. Bei den M\u00e4nnern waren es 16 Prozent. Ja, und wenn du dir da die Vergleichszahlen anschaust, da haben wir auch nochmal reingeguckt. 2010, da war es schon, ein bisschen hat sich es verbessert. Also damals waren es 11 Prozent der M\u00e4nner, 18 Prozent der Frauen. Aber auch da schon ein gro\u00dfer Unterschied. Gro\u00dfer Unterschied. Also M\u00e4nner holen da wirklich langsam nur auf und Frauen tragen nach wie vor Hauptlast. Jetzt kann man nat\u00fcrlich irgendwie wieder sagen, naja klar, es ist auch weniger Berufst\u00e4tige, aber sicherlich auch noch klassische Rollenbilder. Und dass Frauen sich da auch h\u00e4ufiger eher Verantwortung \u00fcbernehmen wollen. Ja, Fun Fact wieder aus Japan. Da gibt es ja den Pflegeroboter, den Robier. Also so wie ein B\u00e4r mit gro\u00dfem Greifarm, der eben dabei hilft, Menschen zu heben, umzulagern. Und das Ziel davon ist eben, dass \u00e4ltere Menschen l\u00e4nger selbstst\u00e4ndig zu Hause bleiben k\u00f6nnen. Also dass damit den Angeh\u00f6rigen geholfen wird, diese Pflege auch zu \u00fcbernehmen. Und in den Pflegeeinrichtungen ist es ungef\u00e4hr in jeder Zweiten schon so, dass es dort eben tats\u00e4chlich auch so robotergest\u00fctzte Assistenzsysteme gibt, wie man sagt. Und ja, das klingt irgendwie noch so futuristisch. F\u00fcr uns irgendwie noch undenkbar, habe ich immer das Gef\u00fchl. Also wir bringen ja h\u00e4ufiger mal ein Beispiel aus Japan, weil gerade was diese ganzen technischen Errungenschaften angeht, da das Land der aufgehenden Sonne wirklich einfach weiter ist. Ein Vorweiter ist. Total, muss man wirklich so sagen. Und das ist da schon, das ist wieder ein sch\u00f6nes Beispiel. Was ich \u00fcbrigens noch interessant fand, wo wir eben jetzt diese Unterschiede bei Frauen und M\u00e4nnern hatten, das wei\u00df nicht, wie du das gesehen hast, aber Menschen auf dem Land pflegen h\u00e4ufiger als jetzt Leute in den Gro\u00dfst\u00e4dten. Und das hat mich auch jetzt nicht wirklich \u00fcberrascht. Genau, weil man w\u00fcrde davon ausgehen, dass die famili\u00e4ren Strukturen auf dem Land ja oft enger sind.\n\nUnd oder dass halt es eben viel, viel weniger professionelle Pflegeangebote gibt. Also diejenigen auf dem Land sind dann vielleicht auch eben darauf angewiesen. Dass es alternativlos sozusagen ist. Ja, das ist auch ein guter Punkt, glaube ich. Ja, da hast du recht. Also insofern wahrscheinlich wirklich beides zusammenkommt. Und dann muss man nat\u00fcrlich auch bedenken, Pflege ist ja nicht gleich Pflege. Also es ist ja ein sehr, sehr gro\u00dfer Begriff. Und er reicht vom w\u00f6chentlichen Arztbesuch mit der Mutter, jemanden zu begleiten, f\u00fcr jemanden, f\u00fcr die Nachbarn einzukaufen, Medikamente zu verabreichen, bis eben hin zu dieser intensiven Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Ja, da hast du nat\u00fcrlich v\u00f6llig recht. Also das ist, Pflege ist wirklich sehr, sehr vielf\u00e4ltig. Und man ist halt selbst dadurch eben auch schnell betroffen, glaube ich. Das sind ja diese kleinen Hilfen, wenn sie halt regelm\u00e4\u00dfig, wenn sie verl\u00e4sslich dazu z\u00e4hlen, wie du eben auch schon angesagt, die du eben schon genannt hast. Das ist, das z\u00e4hlt alles schon zur Pflege hinzu. Also es gibt ja immer so offizielle Sachen, Weltgesundheitsorganisationen, die liefert auch eine ganz gute Definition von Pflege. Das ist halt eben, wenn es unbezahlt ist, wenn es famili\u00e4r ist, wenn es freundschaftlich ist. Und die nennen das dann immer Sorgearbeit. Also dass man sich um jemanden sorgt und dann eben entsprechend was macht. Und das sind schon mittlerweile viele. Also wir haben eben schon die Zahlen gesagt. Also um das auch mal ins Verh\u00e4ltnis jetzt zu r\u00fccken. Wie viel werden zu Hause betreut? Wie viel werden nicht zu Hause betreut? Also in Deutschland werden vier von f\u00fcnf Pflegebed\u00fcrftigen zu Hause betreut. Das ist in L\u00e4ndern, jetzt wei\u00df ich nicht, Richtung Skandinavien, dass der Anteil der station\u00e4ren Pflege viel, viel h\u00f6her. Da kannst du ja sagen, na klar, bessere staatliche Finanzierung, mehr Angebote sicherlich. Aber bei uns pflegen wir halt eben schon auch viele einfach dann zu Hause. Und es gibt auch Studien, die das Ganze mal umgerechnet haben. Das ist auch ein gro\u00dfer Wirtschaftsfaktor. Denn pflegende Angeh\u00f6rige leisten in Deutschland \u00fcber zwei Drittel aller Pflegeleistungen und das unbezahlt. Also w\u00fcrde man das in Geld umrechnen, w\u00e4ren das \u00fcber 40 Milliarden Euro, fast einmal so hoch wie das Budget zum Beispiel f\u00fcr Bildung und Forschung vom Bundesministerium. Das ist schon Wahnsinn, oder? Das ist schon ziemlich viel, ja. Also was wir an Bildung und Forschung pro Jahr ausgeben, das ist das Doppelte, was pflegende Angeh\u00f6rige leisten. Also das ist schon wirklich, wirklich viel. Ja. Und dann kommt nat\u00fcrlich auch dazu, dass ja Pflegen jetzt nicht nur, ich sorge mich ein bisschen um jemanden ist, sondern das kann ja auch k\u00f6rperlich und seelisch ziemlich belastend sein.\n\nUnd ja, viele ja auch eben sagen, dass sie dann ja schon sehr ersch\u00f6pft sind oder \u00fcberfordert sind oder auch ein bisschen vereinsam. Das finde ich ja, wenn du das jetzt sagst, das sagen viele, das finde ich ja gut. Also viele sprechen ja da nicht mal dar\u00fcber, die pflegen einfach. Also insofern ist ja auch wichtig, denen mal dann auch eine Stimme zu verleihen. Und ich glaube, die den Gro\u00dfteil macht es halt einfach eben auch dieser, nat\u00fcrlich auch viele aus Liebe und Gewohnheit, aber sicherlich einige auch aus Pflichtgef\u00fchl. Und dann haben die nat\u00fcrlich weniger Raum und weniger Zeit f\u00fcr sich. Also die m\u00fcssen oftmals ja nebenbei dann auch berufst\u00e4tig sein. Aber die eigenen Hobbys, die eigenen sozialen Kontakte, die leiden nat\u00fcrlich auch ein St\u00fcck weit darunter, wenn du es halt eben machst. Und das siehst du auch, wie belastend das Ganze ist, um da auch noch mal eine Zahl zu nennen. Es gibt j\u00e4hrlich immer eine Statistik, in welchen Berufsgruppen der Krankenstand am h\u00f6chsten ist. Und in der Pflege ist der h\u00f6chste Krankenstand aller Berufsgruppen. Also jemand, der in der Pflege arbeitet, ist im Durchschnitt 39 Tage krank. Das ist fast doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Also wirklich eine sehr, sehr belastende T\u00e4tigkeit. Auf jeden Fall. Was muss sich \u00e4ndern? Ja, das ist eine gro\u00dfe Frage. Also es sind nat\u00fcrlich viele Konzepte schon ausprobiert worden. Ich glaube, wenn wir jetzt \u00fcber die professionelle Pflege reden, dann ist es, glaube ich, flexiblere Arbeitszeitmodelle. Wenn du jetzt \u00fcber die private Rente redest, da f\u00e4llt dann auch die flexibleren Arbeitsmodelle mit rein, weil dann du mehr M\u00f6glichkeiten hast. Man m\u00fcsste wahrscheinlich auch irgendwann mal dar\u00fcber nachdenken, m\u00fcsste das doch irgendwie gratifiziert werden. Also dass du Rentenpunkte dir anrechnen lassen kannst, wenn du pflegst. Also \u00e4hnlich wie du es hier f\u00fcr die Erziehung machst, k\u00f6nntest du es ja auch f\u00fcr die Pflege machen. Wesentlich f\u00fcr mich, glaube ich, nat\u00fcrlich auch immer die Anerkennung. Also wir m\u00fcssen es einfach als Gesellschaft anerkennen, wenn jemand pflegt, wenn er die Familie, die Nachbarn sich darum k\u00fcmmert. Das ist nat\u00fcrlich, was unsere Gesellschaft auch zusammenh\u00e4lt und wie eine Gesellschaft funktioniert. Ja, vielleicht braucht es auch ein bisschen mehr Innovation. Ja. Also von Apps, die das Ganze besser organisieren, die also digital alles festhalten, Plattformen, wo man sich ehrenamtlich unterst\u00fctzen kann. Und ich komme mal drauf, weil in Finnland zum Beispiel, da gibt es digitale Hilfsnetzwerke, in denen man als Nachbar gezielt Unterst\u00fctzung anbieten oder finden kann. Ich gehe nat\u00fcrlich auch schon, aber dort wird es eben von den Kommunen organisiert. Clever. Ja, und wie du vorhin schon gesagt hast, pflegende Angeh\u00f6rige haben einfach eine h\u00f6here Wahrscheinlichkeit f\u00fcr Erkrankungen oder auch Burnout. Und gleichzeitig darf man nat\u00fcrlich auch nicht vergessen, ich finde, wir reden jetzt die ganze Zeit alles so negativ. Es ist ja auch etwas Sch\u00f6nes, sich um jemanden zu k\u00fcmmern. Man bekommt ja auch was zur\u00fcck. Total. Es sind ja auch die Liebsten, um die man sich dann meisten k\u00fcmmert. Also ist das so ein bisschen so ein Balanceakt, auf dem die Menschen, die das machen, sich bewegen. Ja, und das ist, glaube ich, auch wenn wir jetzt \u00fcber die Zukunft vielleicht so die Br\u00fccke schragen wollen, wenn wir Pflege uns in 20 Jahren anschauen, dann, glaube ich, m\u00fcssen wir halt eben zusehen. Und wie du eben gesagt hast, viele machen es nat\u00fcrlich auch gerne und es tut auch wirklich gut, anderen zu helfen. Aber es ist, f\u00fcr mich bleibt es trotzdem irgendwie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und es ist \u00e4hnlich wie Kinderbetreuung. Also warum nicht wirklich dar\u00fcber nachdenken, dass du steuerliche Vorteile hast, dass du Bildungsgutscheine hast, dass du irgendwie, wei\u00df ich nicht, wenigstens \u00d6PN-Fahrerhoffrei nutzen kannst, um zu deinen Angeh\u00f6rigen hinzukommen. Warum nicht irgendwie da auch einfach eine Anerkennung in Form von Gutschein f\u00fcr Kultureinrichtungen oder \u00e4hnliches. Also ich finde, sowas sollten wir schon dr\u00fcber nachdenken. Nat\u00fcrlich, du hast jetzt dieses Beispiel aus Finnland gebracht, in der Nachbarschaft, k\u00f6nnen wir jetzt ja auch sagen, gut, erweitern wir es von der Nachbarschaft, machen wir es hin auf generations\u00fcbergreifende Projekte. Dann k\u00f6nnen die Lasten nat\u00fcrlich auch nochmal anders verteilt werden. Also das sind alles Sachen, das h\u00f6rt sich gut an. Wir m\u00fcssen jetzt halt nur die Schritte auch gehen, dass wir da hinkommen. Und das ist, glaube ich, die gro\u00dfe Herausforderung. Ja, ich finde, du hast aber gerade etwas zu nebenbei erw\u00e4hnt. Und zwar, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, \u00e4hnlich wie bei der Kinderbetreuung. Und ich finde, das ist nat\u00fcrlich total super, dass es Elternzeit gibt, dass es Eltern Geld gibt, dass man sich halt eben die Zeit daf\u00fcr nehmen kann, die Kinder die ersten Jahre irgendwie zu begleiten. Und warum gibt es nicht das gleiche Pendant f\u00fcr die Pflege? Also das ist, dass man sich dann eben auch in der Mitte des Lebens rausnehmen kann aus dem Job, dass der gesichert ist, weil ich mir Pflegezeit nehme, weil die Eltern vielleicht jetzt gerade das brauchen oder man eben auch ein Pflegegeld bekommt, so wie Elterngeld. F\u00fcr ein Jahr ist das Gehalt irgendwie substituiert. Solche Ideen finde ich tats\u00e4chlich denkenswert. Ja, also das ist spannend, dass du das ansprichst, weil ich habe da privat auch mal dr\u00fcber nachgedacht. Also meine Mama ist jetzt dieses Jahr 90 geworden und wohnt zwar in ihrer eigenen Wohnung, kriegt das alles gut hin, aber ist nat\u00fcrlich k\u00f6rperlich mittlerweile auch das eine oder andere schwerer. Und sie wohnt halt doch irgendwie 150, 160 Kilometer entfernt und es bleibt alles irgendwie bei meiner Schwester h\u00e4ngen, die das super macht. Aber ich habe auch konkret dr\u00fcber nachgedacht, ob ich an der Uni einfach mal ein bisschen die Zeiten verk\u00fcrze, um einfach jetzt zu sagen, ich will auch f\u00fcr meine Mama \u00f6fter da sein, m\u00f6chte \u00f6fter hinfahren. Also weil man einfach, ich will das ja auch gerne machen. Also es ist jetzt f\u00fcr mich kein Pflichtgef\u00fchl und ich frage mich ja oftmals, okay, war ich heute jetzt wieder ein guter Vater, ein guter Ehemann? War ich ein guter Freund? War ich ein guter Arbeitnehmender? Das kann man sich alles fragen. Kann ich \u00fcberall wahrscheinlich einen Haken hin machen? War ich ein guter Sohn? Ist wieder jetzt Wochen her, dass ich meine Mama gesehen habe? Also das finde ich, kann man ja auch durchaus nochmal, w\u00fcrde ich auch f\u00fcr mich selbst nochmal dr\u00fcber nachdenken, ob man das nicht eher noch st\u00e4rker einbauen kann. Hast du eigentlich jemals Angeh\u00f6rige gepflegt? Ich selber nicht, nee. Und in der Familie bei euch? Nee, ich wei\u00df tats\u00e4chlich, dass jemand musste immer in die Reha und er wollte das nicht in so einem Reha-Klinikum machen, sondern er musste da jeden Tag gefahren werden. Und ich fand das total toll, wie die das geschafft haben, ein Netzwerk aufzubauen. Und da wei\u00df ich, dass meine Eltern mitgemacht haben, dass halt irgendwie alle immer so drei Tage, vier Tage lang, der eine hat morgens gefahren, der andere hat abends wieder abgeholt. Das war halt schon immer eine Strecke von irgendwie so einer Stunde. Und das haben die echt dann \u00fcber diese acht Wochen oder sowas abgedeckt durch Familie und Freunde. Cool. Dass der dann mal in die Reha gefahren wurde. Ansonsten ist es aber, ich merke das schon in meinem Umfeld, ein gro\u00dfes Thema, wenn es auch ums Wohnen geht, so um die Eltern mitzudenken. Total. Gerade, mein Mann ist ja auch Einzelkind, so da kann man es auch nicht jetzt auf verschiedene Schultern. Zieht Schwiegermuttern irgendwann ein. Genau, wie bekommt man das hin? Wo will man leben? Wir dann dorthin, kommt sie zu uns. Ich finde es halt auch wichtig, da jetzt schon dr\u00fcber zu sprechen, wo jemand noch so klar ist und das auch wirklich entscheiden kann. Das ist schon echt entscheidend. Das stimmt. Eine Sache, die ich \u00fcbrigens noch erw\u00e4hnen wollte, weil ich das bei den heutigen Podcasts eine Zahl, die ich rausgesucht habe, das passt jetzt nicht direkt rein, aber ob dich das \u00fcberrascht hat. Ich habe mal nachgeguckt, den Anteil ausl\u00e4ndischer Pflegekr\u00e4fte in der Altenpflege, wie der sich ver\u00e4ndert hat. Der hat sich von 2013 auf 2025 von 7 auf 18 Prozent mehr als verdoppelt. Also wenn man sich das anschaut, wie wichtig dieser Sektor ausl\u00e4ndischer Pflegekr\u00e4fte in der Altenpflege mittlerweile sind, ist fast ein F\u00fcnftel aller Pflegekr\u00e4fte haben eben keinen deutschen Pass. Das darf man nicht vergessen. Und das wirklich ohne diese Zahl war immer 300.000 Hilfskr\u00e4fte, die wir haupts\u00e4chlich aus Ost- und S\u00fcdosteuropa haben, die dann auch noch in der h\u00e4uslichen Pflege t\u00e4tig sind, weil sie in den privaten Haushalten sind. Die k\u00f6nnen es die Pflege in Deutschland \u00fcberhaupt nicht aufrechterhalten. Genau, das habe ich auch geh\u00f6rt. Wenn das, also ohne die ausl\u00e4ndischen Fachkr\u00e4fte, w\u00fcrde Pflege \u00fcberhaupt nicht funktionieren. Und ich habe im Fernsehen mal eine Reportage dar\u00fcber gesehen, dass ein B\u00fcrgermeister, ich wei\u00df nicht, wir haben da auch schon dr\u00fcber gesprochen, wei\u00dft du, welches s\u00fcdamerikanische Land das war? Also irgendeinem s\u00fcdamerikanischen Land, Leute wirklich immer rekrutiert. Und das total gut funktioniert. Die haben dann auch Zeiten, die bekommen einmal im Jahr Fl\u00fcge nach Hause, um ihre Familie zu sehen. Ganz fortschrittlich. Und in dem Ort, aber auch wirklich sehr, sehr gut integriert werden, durch Paten. Und das da wirklich total Nutzen ist. Und er einfach sagt, wir k\u00f6nnten unsere alten Leute hier im Ort \u00fcberhaupt nicht betreuen. Und deswegen, ja, das fand ich auch irgendwie eine ganz witzige, moderne, zukunftsorientierte Idee. Ja, das stimmt. Wir sind da leider schon wieder fast am Ende. Also wenn, wir eben haben ja schon so ein bisschen \u00fcber die Zukunft gesprochen. Heute w\u00fcrde ich fast enden so im Appell. Also an die Zuh\u00f6rer vielleicht auch mal, fragt doch einfach mal, auch bei euch rum, und jetzt nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch in der Nachbarschaft. Wer pflegt, wer vielleicht auch Unterst\u00fctzung braucht, macht das ein St\u00fcck weit sichtbarer, sprecht dar\u00fcber, \u00fcbernehmt vielleicht an der einen oder anderen Stelle sogar selbst Initiative. Ich glaube, dann k\u00f6nnen wir in Zukunft dann auch irgendwann nicht mehr sagen, Einzelne m\u00fcssen pflegen, sondern dann sagen wir vielleicht \u00f6fter, wir d\u00fcrfen f\u00fcr andere auch ein St\u00fcck da sein, denn die bekommen die Unterst\u00fctzung, die ich mir dann im Alter vielleicht auch w\u00fcnsche. Sehr sch\u00f6n. In diesem Sinne, bleibt neugierig. Macht's gut und bis n\u00e4chste Woche. Ciao.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren.\n\nDieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und da Vielen Dank."},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Pflege von Angeh\u00f6rigen: Wenn Sorge zur St\u00e4rke wird - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Erfahre, warum Sorgearbeit oft unsichtbar bleibt, wer besonders h\u00e4ufig einspringt und wie neue Ideen aussehen.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/caring-for-relatives-when-care-becomes-strength\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Pflege von Angeh\u00f6rigen: Wenn Sorge zur St\u00e4rke wird - 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