{"id":6482,"date":"2026-03-03T06:56:59","date_gmt":"2026-03-03T05:56:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=6482"},"modified":"2026-02-27T10:00:47","modified_gmt":"2026-02-27T09:00:47","slug":"wanderlust-on-a-record-course-why-holidays-become-an-anchor-of-resilience","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/reiselust-auf-rekordkurs-warum-urlaub-zum-resilienz-anker-wird\/","title":{"rendered":"Travel desire on a record course: Why holidays are becoming an anchor of resilience"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Over 35 million pets live in Germany \u2013 they provide support, offer companionship, and shape our daily lives more than we realize. But what does our love for animals say about us as a society?<\/p>\n<p>In this episode, learn why more and more people are regularly interacting with animals, how pets help to alleviate loneliness and stress \u2013 and what developments will change our relationship with them in the future: from insect food and digital health trackers to robot dogs and pet-friendly nursing homes.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[111,114,67,84,101,107,80],"class_list":["post-6482","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-verantwortung","tag-haustier","tag-zukunftserwartungen","tag-hobby","tag-verhalten","tag-vertrauen","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 5 - Folge 1","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/2227434-m-d74ac8dc3bdb1614e0b8ad1dc7ba3576.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Zum mittlerweile f\u00fcnften Staffel unseres Podcasts So tickt Deutschland. Wahnsinn. Irre, oder? Ja, und wie jedes Jahr haben wir uns nat\u00fcrlich etwas Neues \u00fcberlegt. Es soll ja auch nicht langweilig werden. Und nach einmal die Woche kurz und knackig viele Facts und Figures in der vierten Staffel m\u00f6chten wir diese Staffel gerne wieder ein bisschen tiefer und l\u00e4nger ins Thema gehen und werden daher einmal im Monat eine Podcast-Folge f\u00fcr euch aufnehmen. Ich bin gespannt und das werden, glaube ich, gute Themen dieses Jahr werden. Genau, wieder ein bunter Blumenstrau\u00df. Und ja, anl\u00e4sslich der Pr\u00e4sentation unserer 42. Tourismusanalyse und jetzt auch der bevorstehenden ITB in Berlin, die gr\u00f6\u00dfte Tourismusmesse Deutschlands. Weltweit. Weltweit. Oha. Ja, dann umso wichtiger nochmal m\u00f6chten wir mit unserer Tourismusanalyse und ja den Pl\u00e4nen f\u00fcr die kommende Reisesaison starten. Ist auch, glaube ich, gut, weil viele sitzen wahrscheinlich von euch jetzt schon auf gepackten Koffern, k\u00f6nnen es kaum erwarten oder haben wahrscheinlich schon sogar geplant, wo es dieses Jahr hingehen soll. Wei\u00dft du schon, was du dieses Jahr machen wirst? Ja, tats\u00e4chlich. Ich habe das Gef\u00fchl, je \u00e4lter ich werde, desto mehr werde ich zum Fr\u00fchbucher. Und glaub mir, Ayaan ist noch so viel j\u00fcnger als ich. Ja, aber es ist auch sch\u00f6n. Ich finde tats\u00e4chlich, diese Vorfreude ist die sch\u00f6nste Freude, muss ich sagen. Auch gerade beim Urlaub, wenn man schon wei\u00df, was man jetzt im Fr\u00fchjahr, im Sommer und im Herbst machen wird. Und jetzt haben wir ja auch ein Schulkind. Also so richtig flexibel bin ich ja leider auch nicht mehr. Das hei\u00dft aber, sowohl in Deutschland als auch international seid ihr unterwegs? Ja, genau. Richtig. Jetzt in Europa im Fr\u00fchjahr und im Sommer dann in Deutschland. Da muss man ja auch das tolle Wetter dann hier vor Ort mal ausnutzen. Und im Herbst ist mir nicht ganz sicher, ob es dann eine Fernreise wird oder wieder Europa. Okay, Fernreise m\u00fcssen wir nachher auch dr\u00fcber sprechen. Hast du denn schon geplant? Ehrlicherweise jetzt f\u00fcr die Ferien, ja auch nach wie vor Schulkinder und wir eine Gastsch\u00fclerin derzeit bei uns in der Familie zus\u00e4tzlich haben, machen wir jetzt eine kleine Tour durch Deutschland und wollen mal so die Eifel und das Neandertalmuseum und aber auch mal den K\u00f6lner Dom nat\u00fcrlich und ein bisschen Schw\u00e4bisch Hall und die Ecke. Also eine Tour durch Deutschland und dann im Sommer wahrscheinlich Richtung Italien und ein wenig Deutsche Vita. Auch das wird ein Thema heute sein, glaube ich. Genau, du bist ja ganz im Trend hier mit deinen Reisenvorhaben. Das stimmt. Aber Uli, mal ganz ehrlich, als ich mir die Zahlen unserer Tourismusanalysik angesehen habe, war ich schon doch sehr \u00fcberrascht. Weil so viele reisen. Ja, absolut. Also ich h\u00e4tte jetzt nicht gedacht, dass das in die derzeitige Zeit passt. Da hast du recht. Also um da auch mal eine Zahl zu nennen, zwei Drittel der Bundesb\u00fcrger waren letztes Jahr mindestens f\u00fcnf Tage unterwegs. Das ist die zweith\u00f6chste Zahl, die wir jemals gemessen haben. Und Ayaan hat es ja eben schon gesagt, wir machen das zum, also haben es zum 42. Mal jetzt gemacht. Da merken wir wirklich, dass die Bundesb\u00fcrger alles andere hinten anstellen und nat\u00fcrlich diese Krise auch gef\u00fchlt da ist. Aber auf das Reisen soll nicht verzichtet werden. Also man will trotzdem unterwegs sein. Und das \u00fcberrascht mich so ein bisschen, weil wir ja schon immer dar\u00fcber sprechen, um \u00fcber mehr Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Und das scheint irgendwie beim Reisen eine ganz eigene Dynamik zu entwickeln. Also da interessiert es dann vielleicht nicht so sehr, was mit dem Klimawandel passiert. Ja, ich glaube schon, dass die Menschen ein bisschen bewusster werden und nat\u00fcrlich auch dar\u00fcber nachdenken. Auch erste Kompensationszahlungen haben ja immer mehr so f\u00fcr sich erkannt, dass ihr wisst ja alle, wenn ihr fliegt, k\u00f6nnt ihr ein bisschen mehr zahlen. Es ist wirklich nicht viel, also ein paar Euro mehr. Und damit k\u00f6nnt ihr euren Flug dann kompensieren, dass der klimaneutraler zumindest ist. Aber du hast schon recht. Ich glaube, das liegt einfach daran, dass man eben eine heile Welt haben m\u00f6chte. In dieser Welt, in dieser Zeit, wo die Welt doch fast aus den Fugen ger\u00e4t und man jeden Tag nur mit negativen Nachrichten, mit neuen Hiobsbotschaften konfrontiert wird, dass man dann eben ganz bewusst die heile Welt sucht. Also so ein bisschen, wie ich es jetzt auch gerade gesagt habe, dass es f\u00fcr mich vor allem auch diese Vorfreude ist und dass das immer so ein bisschen diese heilen, sch\u00f6nen Wochen im Jahr sind. So geht es dann auch den meisten Deutschen, w\u00fcrdest du sagen, dass das ein bisschen wie so eine, vielleicht auch schon eine kleine Flucht aus dem Alltag ist? Ja, fast so ein Resilienz-Anker, den wir dann auch auswerfen und versuchen, wenn wir unterwegs sind, dass wir dann einfach nicht an den Alltag erinnert werden. Dass der Urlaub einfach besser sein soll als der Alltag. Also nicht mehr die Fortsetzung, was ja auch schon mal in der Geschichte des Reisens gab, dass man so versucht, m\u00f6glichst viel von zu Hause mitzunehmen. Es muss die Deutsche Zeitung auf dem Tisch liegen und es muss das Deutsche Bier und das Deutsche Nutella und alles auf dem Tisch sein. Das ist es, glaube ich, nicht mehr. Man m\u00f6chte schon neue Eindr\u00fccke haben, um einfach dann auch einen Cut zu haben, um die Batterien wieder aufzuladen, um wieder fit zu werden, um einen Tapetenwechsel zu haben. Also diese Grundmotive des Reisens, die sich ja \u00fcber die Jahrhunderte eben nicht ver\u00e4ndert haben. Kontrast zum Alltag und Erholung von und f\u00fcr den Alltag. Ich glaube, das ist zur Zeit wieder angesagt. Und du sagst jetzt auch Alltag, weil es war ja ganz, ganz fr\u00fcher mal, als auch dieser Urlaub erfunden wurde und zu einem Grundrecht ja auch irgendwie wurde, dass es ja dabei um die Erholung von der Arbeit ging. Und jetzt kann man fast schon sagen, das ist eher so eine Erholung vom Leben. Also wenn wir in unserer, in verschiedensten Podcast-Folgen zum Beispiel auch, ich denke jetzt gerade an Digitalisierung, dass es so eine Medienflut ist, dass man das Gef\u00fchl hat, boah, ich muss mal so auf Pause dr\u00fccken. Ich kann diese ganzen Informationen und das alles gar nicht mehr verarbeiten, dass wir tats\u00e4chlich so ein bisschen Urlaub vom Leben brauchen. Vielleicht vom Alltag und vom Alltagsleben. Das glaube ich schon. Also dass man das Gef\u00fchl hat, das ist ja hier das Hamsterrad, in dem wir alle irgendwie uns bewegen. Und vielleicht springst du sogar von Highlight zu Highlight, wenn du gut bist. Aber ansonsten ist es von einer Verabredung zur n\u00e4chsten Aufgabe und wieder zur\u00fcck. Und zu Hause wartet dann auch noch ganz viel, dass man da versucht, auf Reisen oder im Urlaub dann auch bewusst einen Gegenpol zu setzen. Das ist nat\u00fcrlich nicht einfach. Also auch da gleich an alle H\u00f6rer nochmal. Ihr m\u00fcsst halt auch wirklich da mit der Routine brechen. Also dann genauso viel online zu sein und die E-Mails zu checken und die Nachrichten von euch zu checken und irgendwie bei Social Media die ganze Zeit pr\u00e4sent sein und viel posten. Das ist kontraproduktiv, wenn ihr einen Kontrast wollt und kontraproduktiv, wenn ihr auch wirklich einen klaren Cut wollt und die Batterien aufladen wollt, weil sonst seid ihr wieder in dem Hamsterrad drin. Also das ist schon wichtig. Dann lieber eher traditionell eine Postkarte schreiben. Und wir haben jetzt ja schon gerade so gesagt, okay, wir werden ja mehr als einmal im Jahr verreisen. Ich meine, das m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich auch f\u00fcr unsere Arbeit. Das ist ja Tourismusforscher. Da muss man ja auch viel unterwegs sein. Aber sind wir damit auch im Trend? Wie sieht es so aus? Absolut. Also wir merken auch ganz klar, dass immer mehr immer h\u00e4ufiger unterwegs sind. Und das ist auch eine Entwicklung, was in der Vergangenheit wirklich nur diejenigen gemacht haben, die sich das auch gut leisten k\u00f6nnen. Stellen wir jetzt fest, dass viele doch sagen, ich verzichte ganz klar auf andere Sachen, aber dann lieber nochmal zus\u00e4tzlich ein Wochenende unterwegs. Dann vielleicht nochmal im Herbst eine Woche unterwegs. Dann vielleicht nochmal irgendwie Freunde besuchen. Also m\u00f6glichst oft von zu Hause weg sein. Und das ist ja wirklich so ein krasser Gegensatz. Also wir hatten ja, haben wir auch in verschiedenen Folgen gehabt, so durch Corona dieses Kuckuning wieder und das eigene Heim sch\u00f6n machen. Trotzdem scheinen viele Bundesb\u00fcrger f\u00fcr sich doch zu erkennen, ich m\u00f6chte woanders dann mal mein Gl\u00fcck finden, die Batterien wieder aufladen und neue Eindr\u00fccke haben. Ja. Sieht man denn da einen Unterschied? Also ich k\u00f6nnte mir jetzt vorstellen, ich meine so Urlaub ist ja auch teurer geworden. Da kommen wir ja nachher auch noch zu. Hat das einen Einfluss auf die Mehrfachreisen? Ganz klar. Ja, nat\u00fcrlich. Also je h\u00f6her dein Einkommen ist, desto h\u00e4ufiger bist du unterwegs. Das ist nach wie vor so. Aber in der Vergangenheit war es eben, dass nur die wirklich besser verdienen, das ist ja bei uns definiert \u00fcber ein Haushaltsnettoeinkommen von \u00fcber 5000 Euro, dass die das gemacht haben. Jetzt ist es eben auch so, was wir als die mittleren Einkommensgruppen benennen, dass auch die das machen. Wo du das Geld ansprichst, ja auch das ist ein neuer Rekordwert. Also letztes Jahr wurde pro Person, pro Tag 130 Euro ausgegeben. Wow. Also ihr jetzt als vierk\u00f6pfige Familie waren es eben 500 Euro pro Tag. Und das ist nat\u00fcrlich schon viel. Ja, das ist auch gut. Deswegen buche ich gerne fr\u00fcher, weil dann hat man das Gef\u00fchl, man gibt zu viel Geld auf einmal aus. Das klingt ja schon eine krasse Summe. Aber wie passt das denn? Wir haben ja auch zum Konsum einiges geforscht und auch mal eine Folge gemacht, was es so f\u00fcr Konsumententypen gibt. Und da war es ja eigentlich, dass die Mehrheit der Deutschen eher Sparkonsum oder Versorgungskonsum ist und Urlaubsreisen mit diesem Budget gelten ja vielleicht eher in Richtung Luxuskonsum. Luxus w\u00fcrde ich jetzt nicht sagen. Also klar, das sind \u00fcber 1600 Euro pro Person und auch das nochmal in Relation zu bringen, wenn wir jetzt irgendwie, keine Ahnung, 2010 waren es nicht mal 1000 Euro. Also es sind wirklich schon deutlich, deutliche Steigerungen. Viel mehr als die Inflation jetzt gestiegen ist in diesen Zeitr\u00e4umen. Aber ich glaube wirklich und will mich da nicht wiederholen, aber Urlaub hat schon wirklich einen enorm hohen Stellenwert. Vielleicht sogar den h\u00f6chsten Stellenwert von allen Sachen, die du mit Geld irgendwie erwerben kannst. Weil fast das Paradies. Das Inselparadies. Das ist ja auch h\u00e4ufig bei diesen Fragen, wenn sie jetzt mehr Geld zur Verf\u00fcgung h\u00e4tten, was w\u00fcrden sie damit machen? Urlaub immer auf eins. Irgendwann erstmal einen Urlaub machen. Und ich meine, das kennt man ja auch f\u00fcr an sich selbst. Was ich halt auch, aber wo du nochmal Luxus hast, das fiel mir eben nochmal ein. Was ja auch ein Kernergebnis unserer Analyse war, dass die Reisedauer nicht weiter gesunken ist. Und in der Vergangenheit war man ja relativ pragmatisch. Du wolltest in Urlaub fahren und bist halt immer k\u00fcrzer verreist. Und hast halt jetzt, keine Ahnung, in den 80er Jahren sind die Leute noch zweieinhalb, drei Wochen verreist. Dann bist du irgendwie runtergegangen auf 18 Tage, auf 16 Tage in den 2010ern. Dann war es auf 14 Tage. Irgendwann waren es ja nur noch zw\u00f6lf Tage. Jetzt hat sich so wieder eingependelt bei 13 Tagen. Also auch das wieder ganz klar ein Hinweis darauf. Ich lasse mich im Urlaub halt dann auch verw\u00f6hnen. Aber das muss ich auch vor Ort recht lange hinkriegen. Also jetzt nur f\u00fcnf Tage unterwegs zu sein oder sieben Tage unterwegs zu sein. Dann setze ich lieber ein Jahr aus und gebe n\u00e4chstes Jahr daf\u00fcr doppelt so lange. Ja. Und wo geht es dann hin? Ist es immer noch Deutschland das absolut beliebteste Reiseziel der Deutschen? Ja, total. Ja, klar. Also da, wenn man es jetzt so einen Slogan bringen w\u00fcrde, k\u00f6nnte man echt sagen, zwischen Heimweh und Fernweh. Also das ist auch so, du merkst einfach, dass es jetzt nicht mehr nur Nord- und Ostsee und Bayern und Schwarzwald ist, die nat\u00fcrlich nach wie vor ganz, ganz beliebte Ferienregionen in Deutschland sind. Aber dass fast jede Gemeinde, jedes Bundesland ohnehin den Tourismus f\u00fcr sich entdeckt hat, wei\u00df, das wird in Zukunft auch weiter wachsen und eben was anbietet. Also die Infrastruktur stimmt, das Angebot vor Ort ist wirklich oftmals gut. Man hat irgendwie nicht diese Sorgen, was manche vielleicht in anderen L\u00e4ndern haben. Andere W\u00e4hrung, andere Sprache, andere \u00e4rztliche Versorgung, na, na, na, na. Das hast du ja alles in Deutschland nicht. Also nicht verwunderlich, nach wie vor jeder Dritte macht Urlaub in Deutschland. Und wenn du sagst zwischen Heimweh und Fernweh, das hei\u00dft an sich so sehr beliebt ist Urlaub in Deutschland zu Hause oder direkt ganz exotisch weit weg? Teilweise. Also nat\u00fcrlich, wenn du dir jetzt ins Ausland die anschaust, beliebtesten L\u00e4nder sind rund ums Mittelmeer im Ausland. Spanien, Italien, T\u00fcrkei, Griechenland. Also sowas ist nat\u00fcrlich alles deutlich beliebter als jetzt Fernreisedestination. Aber Fernreisen ist schon auff\u00e4llig. Auch da wieder so ein bisschen der Zeitvergleich, wenn man sich das anschaut. Mittlerweile sind es 17 Prozent, die eine Fernreise unternehmen. Vor zehn Jahren waren es nur 11 Prozent. Das h\u00f6rt sich jetzt nicht so viel an, ist aber f\u00fcr uns als Forscher nat\u00fcrlich eine 50-prozentige Steigerung. Also das ist nat\u00fcrlich enorm viel. Liegt einerseits einfach daran, dass es mehr Flugverbindung gibt, also ganz vom Angebot her. Andererseits, man hat in Europa viel gesehen. Man hat in Deutschland viel gesehen. Die Bundesb\u00fcrger sind Reise erfahren und wollen eben neue L\u00e4nder auch kennenlernen. Und w\u00fcrdest du vielleicht auch sagen, dass es auch ein bisschen an der Digitalisierung liegt, weil gef\u00fchlt die Welt dadurch ja kleiner geworden ist. Also man kann sich besser informieren, sieht, was andere machen, kriegt da schon mal Inspiration. Ganz bestimmt, ja. Also da bist du ja an sich auch viel, viel tiefer drin als ich und kennst dich da echt toll aus. Was es heutzutage alles an M\u00f6glichkeiten gibt, sich vorab zu informieren, Sachen zu planen, auch vorher einfach schon viele Sachen von der Zeit her hier hinzukriegen, was du nicht mehr vor Ort machen musst. Das ist ja schon. Also ich habe letztens noch mit Freunden \u00fcbergesprochen, dass wenn wir nach der Schule ins Ausland gegangen sind, ohne Social Media, Internetzugang, den jeder so in seinem Smartphone dabei hatte, das war schon irgendwie eine gr\u00f6\u00dfere Nummer, wenn man da wirklich eine richtige Fernreise gemacht hat und auch mit der Zeit, wo ich immer in Australien und Argentinien gewesen ist. Da war man ja wirklich weg, weg, weg. Und heute kann man ja in Echtzeit die ganze Zeit den Kontakt halten, helfen, mal eben Sachen recherchieren. Ja, also die Technik ist da ja auch weiter. Also ich habe jetzt, ich will nicht irgendwelche Marken nennen, aber ich habe jetzt irgendwie die neuen Airports und die \u00fcbersetzen jetzt irgendwie simultan und ich kann jetzt jedes Gespr\u00e4ch in der S-Bahn und dem Bus auf einmal verstehen und nat\u00fcrlich genauso auf Reisen. Also man hat auch nicht mehr so diese Kommunikationsschwierigkeiten in vielen L\u00e4ndern oder Herausforderungen, sondern auch da geht gerade die junge Generation so selbstverst\u00e4ndlich mit um. Als Reisen ist da schon einfacher geworden, muss man ganz klar sagen. Wo du sagst junge Generationen, da w\u00fcrden wir ja eigentlich, da haben wir vorhin kurz dr\u00fcber gesprochen, auch daran appellieren, dass die mal \u00f6fter mit ihren Freunden gemeinsam verreisen sollten, oder? In jedem Fall. Also ich glaube ja, Reisen hat so viel f\u00fcrs Leben, halt auch ein Potenzial f\u00fcr die junge Generation drin und ist jetzt nicht nur irgendwie nach der Schule mal ein paar Monate unterwegs sein, sondern einfach mit Freunden, vielleicht auch falsche Entscheidung mal treffen, wer man im Urlaub ist, wirklich f\u00fcnfe gerade sein lassen. Das ist alles okay. Also Reisen bildet wirklich und bildet den Charakter, hat aber nat\u00fcrlich auch ein enormes Potenzial, wenn es um V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung geht. Das d\u00fcrfen wir auch nie vergessen, wenn wir jetzt irgendwie heute ja \u00fcber die gro\u00dfen Sachen reden, aber ich glaube gerade f\u00fcr die Zukunft, Zukunft ist immer Herkunft. Und wenn du dir die Geschichte des Reisens anschaust, Reisen hat auch immer Menschen zusammengebracht und wer sucht nicht in Griechenland die Taverne, wo du irgendwie abends einkehrst? Wer sucht nicht den franz\u00f6sischen Wochenmarkt? Wer sucht nicht irgendwie das spanische Dorffest, wo man irgendwie mitmachen m\u00f6chte, weil man einfach Teil einer anderen Kultur dann ist und vor Ort dann vielleicht auch andere Menschen kennenlernt? Das hat schon Potenzial, gerade in der heutigen Zeit. Das ist ja, sollte es vielleicht ja sogar noch so einen Zuschuss geben zum Urlaub. Ich meine, darf man auch nicht vergessen, lange Jahrzehnte gab es immer Urlaubsgeld. Das ist heute deutlich weniger der Fall, aber fr\u00fcher in vielen Unternehmen wurde ja wirklich auch Urlaubsgeld gezahlt, weil man genau wusste, es ist gut f\u00fcr die Erholung, aber es war auch immer gut f\u00fcr die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung. Das darf man nie vergessen. Ja, was w\u00fcrdest du denn sagen, wohin entwickelt sich die Art, wie wir reisen? Also werden wir weiter noch mehr Geld ausgeben, noch l\u00e4nger unterwegs sein, noch exotischere, extremere Arten des Reisens suchen? Also ich glaube, dieser, das d\u00fcrfen wir auch, hat ja viele Entwicklungen drin und du hast jetzt irgendwie, wir haben glaube ich mal eine Folge auch ja intensiv dr\u00fcber gesprochen mit Slow Tourism und Verlangsamung auf Reisen und wir haben mal irgendwie nat\u00fcrlich Kreuzfahrt gehabt und wir haben St\u00e4dtereisen. Das sind alles Arten des Reisens, die in Zukunft glaube ich an Popularit\u00e4t gewinnen werden. Nat\u00fcrlich die meisten wollen aber auch in Zukunft Sonne, Strand und Meer. Und da m\u00fcssen wir uns auch nichts vormachen. Also ich glaube, der Mensch kommt aus dem Wasser, will ans Wasser zur\u00fcck. Nein, das ist jetzt vielleicht etwas \u00fcbertrieben, aber irgendwo steckt da nat\u00fcrlich doch ein K\u00f6rnchen Wahrheit drin. Und ich glaube, dieser Massentourismus, der wird auch in Zukunft sicherlich Bestand haben. Aber ich glaube eben, der Urlaub wird auch sich weiter ausdifferenzieren. Wir werden Urlaubsformen f\u00fcr unterschiedliche Zielgruppen weiterentwickeln. Wir d\u00fcrfen auch nicht vergessen, es werden immer mehr Menschen reisen. Also die World Tourism Organization, so eine weltweite Organisation, geht davon aus, dass sich die Anzahl der Touristen in den n\u00e4chsten 15 bis 20 Jahren nochmal verdoppeln wird. Also wir k\u00f6nnen uns vorstellen, was das dann f\u00fcr Venedig, Barcelona, Dubrovnik und Co. bedeuten wird. Also m\u00fcssen wir einfach auch die Technik, die du eben angesprochen hast, kann da glaube ich wirklich helfen. Dann mit Besuchersteuerung, mit irgendwie auch wegf\u00fchren von den Highlights hin zu Sachen vielleicht aus der zweiten Reihe, das macht ja auch alles Sinn, weil das wird schon viele Menschen unterwegs sein. Aber wird es dann vielleicht auch nochmal ganz viele neue Ziele geben, die wir heute noch nicht so... An was denkst du? So in der zweiten Reihe. Also ich frage mich manchmal, warum ist dieser Ort jetzt so der beliebteste Urlaubsort? Es gibt sch\u00f6nere Str\u00e4nde oder es gibt interessantere oder authentischere, aber es gibt da vielleicht die Infrastruktur nicht. Und in dem Moment, wo halt eben noch mehr Touristen auf den Markt kommen, dass dann ja vielleicht auch das Geld da ist, einfach noch mehr in die touristische Infrastruktur zu investieren, um halt noch auch andere Regionen zu erschlie\u00dfen. Also kann ich mir gut vorstellen. Es ist nat\u00fcrlich immer eine Frage, wenn wir jetzt weltweit \u00fcber Touristen reden, viele wollen nat\u00fcrlich auch so eine Art wie ihre Bucketlist abarbeiten und wollen einmal, wei\u00df nicht, den K\u00f6lner Dom gesehen haben, einmal den Petersdom gesehen haben, einmal Neuschwanstein gesehen haben, einmal den Eiffelturm. Ja, wenn es in diese kulturelle Richtung geht. Also ich glaube, das sind diese klassischen Bilder, was wir oftmals sagen, wenn, keine Ahnung, Amerikaner, Asiaten in Europa sind, machen sie Europa irgendwie in sieben Tagen oder in zehn Tagen, was wir beide wahrscheinlich nicht mehr so machen w\u00fcrden durch ganz Europa. Das ist, glaube ich, schon, was es auch in Zukunft geben wird. Andererseits, das haben wir vorhin ganz kurz nur angesprochen, ich glaube, das ist auch noch was Wichtiges, diese Gem\u00fctlichkeit, Geselligkeit, Genuss auf Reisen, das kommt wieder. Ja, also das passt ja total, weil Frankreich und Italien, also sehr wirklich diese L\u00e4nder f\u00fcr diesen klassischen Genuss, La Dolce Vita, die sind ja dieses Jahr die totalen Gewinner gewesen. Das stimmt, ja. Und ich glaube auch, dass sich das wieder mehr durchsetzt. Ich glaube jetzt nicht, dass das daran liegt, weil wir vorhin das Thema Nachhaltigkeit haben, weil du nach Italien und Frankreich mit dem Auto kommen kannst. Das bestimmt auch f\u00fcr manchen Grund, aber insgesamt ist es eben diese Lebensfreude, die du da vor Ort halt auch suchst. Das entspannte Leben, irgendwie im Caf\u00e9 zu sitzen, Kaffee zu trinken oder einen Wein zu trinken, Menschen zu beobachten, dabei noch nat\u00fcrlich das Klima zu haben, die Kultur zu haben. Ich glaube, sowas wird immer wieder wichtiger. Ja, weil wenn wir sagen, wir brauchen gar nicht mehr so die Erholung von der Arbeit, sondern eher die Erholung von unserem optimierten, durchgetakteten Leben oder digitalisierten Leben auch, dann passt es ja, dass man sich eigentlich nach mehr Genuss sieht, nach mehr F\u00fcnfe gerade sein lassen, mittags schon mal ein Glas Wein trinken, schlemmen, alles das, was man sich vielleicht im Alltag eher verbietet. Aber ist es nicht das, was wir wollen? Also man muss ja auch, finde ich, immer ehrlich sein. Was wollen wir dann auf Reisen? Und m\u00fcssen wir jetzt auch im Reisen, wenn wir unterwegs sind, irgendwie jede Kalorie z\u00e4hlen? Und m\u00fcssen wir irgendwie dann aber auf einmal ein anderer Mensch sein? Und m\u00fcssen wir dann irgendwie diese ganzen Sachen, die wir uns vorher \u00fcberlegen? Oder geht es halt auch wirklich darum, wenn du unterwegs bist, dass du Sachen machst, die dir gut tun? Und wenn es halt dann eben den ersten Kaffee im Bett nehmen ist und nicht gleich aufstehen und an den Strand laufen, wenn es irgendwie mal wieder das bewusste Verpassen auch auf Reisen ist, warum denn nicht? Also das sind diese magischen zwei Wochen, die wir nun mal unterwegs sind. Und da einfach das zu tun, was uns wirklich gut tut und nicht, was andere von uns erwarten, was wir uns vorher vorgenommen haben, sondern, wie du richtig sagst, also einfach mal unvern\u00fcnftig sein. Das hat schon gro\u00dfe Sympathie f\u00fcr mich. Jetzt nochmal f\u00fcr die Fachleute, die uns vielleicht so zuh\u00f6ren. Was sind denn die L\u00e4nder, die, haben wir ja auch abgefragt, wo die Deutschen gerne in der n\u00e4chsten Saison hinreisen m\u00f6chten? Also einerseits relativ klassisch, dass man sagt, Deutschland wird nat\u00fcrlich auch dieses Jahr wieder vorne liegen. Also grunds\u00e4tzlich noch einmal dazu, zwei Drittel wissen jetzt schon ganz genau, dass sie dieses Jahr unterwegs sein werden. Also wirklich der Gro\u00dfteil. Davon wei\u00df schon jetzt jeder Vierte, die Zahl wird sich da noch steigern, dass er Urlaub im Inland verbringen wird. Wahrscheinlich werden so zwei F\u00fcnftel, sagen jetzt schon, ist in Europa. Da die Klassiker Spanien, Italien, du hast Frankreich auch angesprochen, das sind L\u00e4nder, die dieses Jahr beliebt sein werden. Skandinavien bin ich sehr gespannt. Also war ja in den letzten Jahren oftmals ein Gewinner. Mal gucken, wie sich das dieses Jahr fortsetzt. Was, glaube ich, ein neuer Rekord werden wird, werden die Fernreisedestinationen werden. Und auch wenn es viele \u00fcberrascht, die USA ist nach wie vor wirklich sehr, sehr beliebt. Wirklich? Ja, da unterscheiden die B\u00fcrger schon und sind halt da pragmatisch. Wenn es g\u00fcnstige Fl\u00fcge gibt, dann fliegen sie auch gerne r\u00fcber. Auch wenn man dann alles von sich offenlegen muss. Das passt ja. Also es ist wirklich, als ob man das Gehirn so ein bisschen ausschaltet, wenn es um den Urlaub geht. Total. Hauptsache, ich kann... Genauso nat\u00fcrlich aber auch Nordafrika. Du merkst auch, dass das wieder beliebter wird \u00fcber die Jahre. Ich glaube auch da, \u00c4gypten, Tunesien, Marokko stehen tolle Zahlen bevor. Asien auch. Aber USA, wie gesagt. Also das schon \u00fcberraschend, weil ja insgesamt die Anzahl der Touristen in den USA zur\u00fcckgegangen ist. Aber nicht aus Deutschland. Also da merken wir schon, wir Deutschen haben da eine sehr enge Verbindung. Das Land bleibt faszinierend, die Natur, American Way of Life und ein St\u00fcck weit wird das Gewissen dann abgeschaltet. Ja, es passt gleich wieder zu deinem Punkt der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung. Denn das Land selber, die Highlights, die bleiben ja unabh\u00e4ngig davon, wer dort Pr\u00e4sident ist. Das stimmt. Und es ist vielleicht auch wichtig, gerade wenn man unterschiedliche Meinungen hat, im Dialog zu bleiben und weiter im Austausch zu bleiben. Ich bin sehr gespannt. Ich mache ja einmal pro Jahr eine Exkursion in die USA. Und dieser bin ich ja bei meinen Studierenden auch wieder. Und die auch da keinen R\u00fcckgang. Also jetzt auch, dass die Studis irgendwie weniger daran interessiert sind, mit den USA zu reisen, zeichnet sich \u00fcberhaupt nicht ab. Also das bleibt schon das Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten. Und im Alltag k\u00f6nnen wir uns dar\u00fcber aufregen. Aber bitte nicht im Urlaub. Dem habe ich auch gar nichts dazu hinzuzuf\u00fcgen. Ich finde, das ist schon echt ein gutes Schlusswort. Denkt dran, falls ihr nochmal die ganzen Zahlen haben wollt. Also Reisedauer, Reisekosten, die Reiseziele, auch alles im Jahresvergleich. Daten und Fakten findet ihr auf der extra Sonderseite zu diesem Thema www.tourismusanalyse.de. Und wenn ihr noch weitere Fragen habt, die wir dort nicht beantworten, dann k\u00f6nnt ihr uns auch jederzeit gerne schreiben. Ansonsten sagen wir bis n\u00e4chsten Monat. Und ich hoffe, bis dahin habt ihr alle euren Urlaub gebucht. Denkt dran, was Ayaan am Anfang gesagt hat. Vorfreude ist wirklich die sch\u00f6nste Freude. In diesem Sinne, macht's gut. Bis bald. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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