{"id":6500,"date":"2026-05-07T10:55:06","date_gmt":"2026-05-07T08:55:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=6500"},"modified":"2026-05-07T10:57:45","modified_gmt":"2026-05-07T08:57:45","slug":"cruises-in-transition-between-boom-and-responsibility","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/kreuzfahrten-im-wandel-zwischen-boom-und-verantwortung\/","title":{"rendered":"Cruise ships in transition: Between boom and responsibility"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cruises are experiencing strong growth and reaching new target groups: The return rate has more than doubled to 17, and interest among non-cruisers remains high at 22. At the same time, criticism persists \u2013 three out of five people associate this form of travel with environmental problems.<\/p>\n<p>In this episode, learn why cruises are becoming increasingly attractive, how travel behavior is changing \u2013 and why the industry needs to reposition itself between growth, sustainability and a new travel culture.<\/p>\n<p>Chart of the week: https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/chart-der-woche\/<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[116,67,85,83,97,96,101,107,80],"class_list":["post-6500","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-kreuzfahrt","tag-zukunftserwartungen","tag-freizeit","tag-reisen","tag-tourismus","tag-urlaub","tag-verhalten","tag-vertrauen","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 5 - Folge 3","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/115-kreuzfahrten-im-wandel-zwischen-boom-und-verantwortung\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/2482339-m-00295748a2cdd3414b023a4608efffd1.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. In unserer heutigen Podcast-Folge wollen wir \u00fcber die Zukunft der Kreuzfahrt sprechen. Wie sieht es aktuell aus und wohin wird sich die Branche entwickeln? Ich glaube, das ist ein, bestimmt schon in dem einen oder anderen Freundeskreis hei\u00dft, diskutierte Urlaubsform. Uli, wie sieht das bei dir aus? Ja, also wir haben ja schon mehrere Kreuzfahrten gemacht und es wird schon unterschiedlich gesehen. Das glaube ich schon. Also manche, die sagen, Mensch, klasse, toll, selber Kreuzfahrer sind, h\u00e4ufig unterwegs sind. Andere, die glaube ich schon auch, ich will jetzt nicht sagen, Vorbehalte haben, aber schon die ein oder andere Frage stellen. Kommen wir nachher wahrscheinlich auch nochmal drauf, wenn es irgendwie um das Thema Nachhaltigkeit geht. Ist das das Richtige? Ist man nicht eingesperrt? All diese Fragen. Also schon unterschiedlich, aber ja, ich fahre gerne. Genau. Mit einem Kreuzfahrt. Du ja auch. Genau, richtig. Ich habe auch schon die ein oder andere Kreuzfahrt gemacht. Ich kann dem, diese Urlaubsform auf jeden Fall einiges abgewinnen. Ich finde, es ist auch immer f\u00fcr jeden ein bisschen was dabei. Somit f\u00fcr Senioren, aber tats\u00e4chlich auch f\u00fcr Kinder. F\u00fcr mich so in der Mitte. Und ja, aber genau diese Sachen, die man ja vielleicht immer einfach mal so diskutiert und sagt, ist das jetzt okay, nicht okay, wie viele interessieren sich daf\u00fcr, boomt die Branche eigentlich wirklich so. Das haben wir uns ja auch alles in unserer Studie nochmal ganz genau angeschaut. Auf der Website findet ihr da auch nochmal wirklich die ganzen Zahlen, Daten und Fakten zu. Aber genau, lass uns da doch direkt mal reinspringen. Also wenn wir uns n\u00e4mlich die Zahlen anschauen, dann wird ja deutlich, dass die Kreuzfahrt ihre Nische als so ein exklusives Angebot f\u00fcr Ruhest\u00e4ndler schon lange verlassen hat. Also besonders auff\u00e4llig finde ich, ist ja die hohe Loyalit\u00e4t innerhalb so ganz bestimmter Lebensphasen. Und gerade von so Bundesb\u00fcrgern, die bereits Erfahrung mit der Reiseform haben, also die schon mal eine Kreuzfahrt unternommen haben, die planen jetzt aktuell deutlich mehr, auch nochmal wieder zu verreisen, als es noch der Fall vor irgendwie zehn Jahren war. Also das nennt man so die R\u00fcckkehrquote. Und die hat sich von 8 auf 17 Prozent mehr als verdoppelt. Ja und ich meine, du hast ja schon ganz viele Sachen gesagt. Also in der Vergangenheit war es ja oftmals, dass das Image eher so durch die \u00e4lteren Reisenden gepr\u00e4gt war. Das ist jetzt eben diese Verj\u00fcngung, die stattgefunden hat. Und ich glaube, diese ganzen Steigerungsraten, das sind eben auch nicht mehr die Senioren. Das sind eben eher junge Erwachsene, Singles, Eltern. Also das ist, egal auf welche Gruppe du dir anschaust, die gro\u00dfen Zuwachsraten sind einfach nicht mehr bei den \u00c4lteren, sondern ganz klar in der Mitte der Gesellschaft. Und das ist auch eben was Besonderes. Also wenn ich mir zum Beispiel anschaue, mittlerweile zehn Prozent derjenigen, die auf dem Schiff sind, sind Singles oder Alleinstehende. Das ist so, wenn ich mir das im Vergleich zur Vergangenheit anschaue, schon eine gro\u00dfe Ver\u00e4nderung. Andererseits entspricht das nat\u00fcrlich einfach der gesellschaftlichen Entwicklung. Also wenn wir mehr Ein-Personen-Haushalte in Deutschland haben, mehr Menschen, die f\u00fcr sich alleine wohnen, ist klar, dass auch auf den Schiffen das eben zunimmt. Und da haben die Schiffe auch darauf reagiert. Es gibt jetzt eben diese ganzen speziellen Einzelkabinen, teilweise auch ganz normal mit eigenen Balkon. Es gibt Schiffe, die sich speziell dann bei bestimmten Reisen nur auf die Alleinreisenden einstellen. Es gibt irgendwie die Studiolonges, die ausschlie\u00dflich f\u00fcr Alleinreisende zug\u00e4nglich sind. Man trifft also ganz bewusst Gleichgesinnte dann dabei, aber jetzt eben nicht mehr so verkrampft wie, glaube ich, in der Vergangenheit oftmals. Wir wollen uns jetzt alle kennenlernen und wollen den Urlaub zusammen machen, sondern mehr du kannst, muss aber nicht. Ja, sonst ist das nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Alleinreisende immer ein ziemlich hoher finanzieller Faktor gewesen, wenn man dann so eine Doppelkabine alleine bezahlen muss. Und das habe ich jetzt auch gerade gelesen in so einem Fachmagazin, dass da tats\u00e4chlich eine Reederei explizit das anbietet. Wirklich normale, faire Preise, weil sie ihr Schiff dementsprechend konzipiert hat. Also dass das wirklich, ja, da ist der Fokus auf den Alleinreisenden. Was ja auch wieder f\u00fcr die Schiffe dann wieder Sinn macht. Also nat\u00fcrlich dieser Quadratmeter Platz, du kannst, keine Ahnung, ich wei\u00df jetzt nicht das Verh\u00e4ltnis, aber wahrscheinlich irgendwie aus sieben normalen Kabinen, die von zwei Personen belegt werden, zehn machen, die von Singles belegt werden und hast nat\u00fcrlich dann einfach das interessantere Preismodell auch als Reederei. Ja, das stimmt. Aber interessant fand ich auch jetzt nicht nur Singles, sondern oben waren auch noch wirklich die gr\u00f6\u00dfte Gruppe, die Interesse an einer Kreuzfahrt haben. Das sind ja Familien. Das h\u00e4tte ich auch \u00fcberhaupt nicht gedacht, muss ich sagen. Ich glaube, das waren 28 Prozent von den Familien, die gesagt haben, sie interessieren sich f\u00fcr eine Kreuzfahrt. Also ihr und wir sozusagen. Muss man ganz klar sagen. Also wo jetzt bei mir die Kinder ein bisschen \u00e4lter sind und mit irgendwie 16 und 20. Aber wenn ich die fragen w\u00fcrde, lasst uns eine Kreuzfahrt machen, w\u00e4ren die sofort dabei. Und das ist halt f\u00fcr die auch attraktiv, weil sie dann irgendwie ihre eigenen Sachen auf dem Schiff machen k\u00f6nnen. Auch die, wenn Hefen angefahren werden, finden die da sich mittlerweile doch von anderen Geboten her zu recht, dass es interessant ist. Und ich meine, bei euch mit noch ein bisschen j\u00fcngeren Kindern ist es ja auch einfach attraktiv. Ja, die geben den Kids Club. Das Essen. Das Essen. Das Eis. Die Sicherheit. Oh ja. Also sich frei bewegen zu k\u00f6nnen. Ja. Aber dann reden wir nochmal kurz \u00fcber eine andere spannende Zahl. 22 Prozent derjenigen, die noch nie eine Kreuzfahrt gemacht haben, sagen, sie haben Interesse daran, mal eine Kreuzfahrt zu machen. Das finde ich jetzt auch ein ganz sch\u00f6n gro\u00dfes Potenzial, oder? Das ist ein au\u00dfergew\u00f6hnlich hohes Potenzial. Das ist auch doppelt so hoch wie wenn du jetzt die anderen klassischen Wasserreiseformate, also Badeurlaubst\u00e4dte Reisen, dir sowas anguckst. Das ist immer so um diese 10 Prozent. Wie man guckt, 22 Prozent. Das ist schon enorm. Das zeigt wirklich, dass Kreuzfahrten einen besonderen Reiz aus\u00fcben, dass sie eben nicht mehr nur auf die aktuell Reisenden beschr\u00e4nkt sind, dass sie neue Zielgruppen, neue Altersgruppen, neue Lebensphasengruppen, wie auch immer wir das nennen wollen, alles f\u00fcr sich interessant macht, weil du eben diese ganzen Sachen eben hast, die wir jetzt schon eben aufgef\u00fchrt haben. Die Sicherheit, die Abwechslung, das Service muss man auch sagen, fast ja auch Luxus. Also das ist schon eine enorme Entwicklung und zeigt wirklich, der Branche geht's gut und die wird weiter wachsen in Zukunft. Ja, es erinnert mich auch so ein bisschen daran, wenn wir in unserer Tourismusanalyse nach so Traumurlauben gefragt haben, dann ist ja eine Kreuzfahrt auch immer relativ weit oben gewesen. Wenn ich ganz so glaube, ja. Auch vielleicht noch f\u00fcr die \u00e4ltere Generation vielleicht noch viel mehr so als einen Traum, so wie das Traumschiff im Fernsehen, was man mal gesehen hat. Aber wenn man sich jetzt tats\u00e4chlich so das Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis anschaut, deswegen sicherlich auch f\u00fcr Familien irgendwie interessant, wird ja schon auch wahnsinnig viel geboten und irgendwie m\u00f6glich gemacht. Gerade wenn halt auch die Flugpreise wegfallen, weil man vielleicht, in Deutschland haben wir ja auch einige H\u00e4fen mit dem Auto oder mit der Bahn anreisen kann. Da hast du recht. Und ich meine, wenn du dir das jetzt wieder \u00fcberlegst, das haben wir auch in der Tourismusanalyse im Februar ver\u00f6ffentlicht, das k\u00f6nnt ihr auch nochmal alle nachlesen auf tourismusanalyse.de, was ein Urlaub mittlerweile kostet. Und wenn du dir jetzt anguckst, dass f\u00fcr eine vierk\u00f6pfige Familie der Tagespreis halt auch schnell bei 500 Euro liegt, das ist hat auch eine Menge. Und das ist der normale Urlaub. Und jetzt kann man sich dann wirklich anschauen, was die Kreuzfahrtreise dann f\u00fcr die Familie. Nat\u00fcrlich ist sie nochmal einen Ticken teurer, gar keine Frage, aber eben doch durchaus. Ja, und auch kalkulierbarer. Ich glaube, das habe ich auch oft geh\u00f6rt, dieses Argument. Da ist ja wirklich alles mit drin. S\u00e4mtliches Essen, Trinken. Ja, und du hast jeden Morgen einen neuen Blick aus deinem Fenster, wo du eine neue Stadt siehst, neue Sachen siehst. Also das ist schon auch was Besonderes. Ja, also gar eine Frage. Zu der letzten Zahl passt auch, dass das generelle Desinteresse in der Bev\u00f6lkerung abnimmt. Also irgendwie vor zehn Jahren haben noch 61 Prozent gesagt, dass sie \u00fcberhaupt gar kein Interesse an der Kreuzfahrt haben. Und aktuell sind es nur noch 50 Prozent. Die Vorbehalte gegen\u00fcber dieser Urlaubsform nehmen ja deutlich ab. Und das, obwohl sie ja weiterhin, also die Branche weiterhin vor logistischen und \u00f6kologischen Herausforderungen steht. Denn trotz der steigenden Nachfrage d\u00fcrfen wir nat\u00fcrlich auch die kritischen Sichtweise jetzt nicht so ganz au\u00dfer Acht lassen. Und das sehen wir auch in unserer Studie, dass drei von f\u00fcnf B\u00fcrgern sagen, sowohl die, die skeptisch sind, als auch die, die Interesse an der Kreuzfahrt haben. Sie verbinden die Reiseformen mit Overtourism und Umweltproblemen. Ja, und was ich da besonders spannend finde, ist eben auch der Fakt, dass auch bei den Kreuzfahrern selber, also um drei von f\u00fcnf, was du eben gesagt hast, die ganz bewusst sich trotzdem daf\u00fcr entscheiden, dann aber diese Urlaubsformen zu nutzen. Sehr ganz anders als jetzt bei den Skeptikern. Also da muss man schon sagen, diejenigen, die unterwegs sind, denen ist klar, dass das eben etwas ist, was sicherlich noch verbesserungsw\u00fcrdig in Zukunft ist und wo noch was getan werden muss. Aber sie entscheiden sich eben trotzdem ganz klar f\u00fcr diese Urlaubsform. Uli, ich glaube, ich habe das letztes Mal schon gesagt, aber wenn wir nochmal an unsere Podcast-Folge zum Thema Verantwortung denken. Da haben ja 90 Prozent der Deutschen gesagt, dass sie Verantwortung f\u00fcr ihr Handeln \u00fcbernehmen. Aber beim Konsum und Urlaubsformen, wie zum Beispiel eine Kreuzfahrt, scheint dieses Prinzip dann ja doch an seine Grenzen zu sto\u00dfen, oder? Teilweise sicherlich. Wobei jetzt nochmal ein Pl\u00e4doyer daf\u00fcr, die Branche nat\u00fcrlich auch einiges gemacht hat. Diese ganzen LNG-Antriebe, Brennstoffzellen, Landstromanschl\u00fcsse, viele gro\u00dfe Reedereien haben ja auch wirklich gesagt, sie wollen bis 2050, TUI Cruises ist da, glaube ich, zum Beispiel dabei, eine klimaneutrale Flotte haben. Also das passiert nat\u00fcrlich, aber du hast recht. Also in einer Gesellschaft, in der der Konsum zunehmend auch politisch wird, ist die Akzeptanz der Kreuzfahrt nat\u00fcrlich auch davon abh\u00e4ngig in Zukunft, ob dieser Spagat zwischen Angebot und \u00f6kologischer Vertr\u00e4glichkeit passt. Denn auch wenn nach wie vor viele da ihr Gewissen vielleicht ein St\u00fcck weit ausschalten, die Problematik bleibt nat\u00fcrlich bestehen. Ja. Ich habe tats\u00e4chlich jetzt auch da in dem Fachmagazin gelesen, dass ein Schiff vorgestellt wurde, das komplett nur mit Batterie betrieben ist. Oh, spannend. Also es ist noch nicht, also es f\u00e4hrt noch nicht, aber es ist theoretisch m\u00f6glich, wenn so Fragen gekl\u00e4rt werden, wie zum Beispiel, wie man denn einen Brand l\u00f6schen w\u00fcrde. Oder auch wie man, ja der Landstrom, das funktioniert noch gar nicht mit der \u00dcbersetzung, aber ja, so kleinere Problemchen gibt es da noch. Aber theoretisch wird da ja auch viel investiert in die Forschung. Und das finde ich auch wieder das perfekte Beispiel. Also nat\u00fcrlich muss die Branche sich auch weiterentwickeln. Und das eine ist nat\u00fcrlich das Nachhaltigkeitsthema. Ein anderes Thema, m\u00fcssen wir auch dar\u00fcber reden. Welche Ziele werden eigentlich in Zukunft noch angefahren? Also sind es nach wie vor die gro\u00dfen Highlights oder sind es eher weniger bekannte Ziele? Ja, auch gefragt. Das stimmt. Und da sagen mehr als vier von f\u00fcnf Deutschen, die schon eine Kreuzfahrt machen, dass sie in Zukunft bereit w\u00e4ren, auf klassische Highlight-H\u00e4fen zu verzichten. Also daf\u00fcr auch weniger bekannte, weniger \u00fcberf\u00fcllte Ziele anfahren w\u00fcrden. Und ja, das ist ja ein Zeichen daf\u00fcr, dass wir eher so an so einem Wendepunkt stehen f\u00fcr einen neueren, f\u00fcr einen reiferen Tourismus. Oder w\u00fcrdest du sagen, ist das nur jetzt so eine Momentaufnahme, weil man sich so ein bisschen schuldig f\u00fchlt? Nee, ich glaube, das ist wirklich die Zukunft, muss man ganz klar sagen. Also von allen Seiten halt. Du kannst jetzt ja nicht nochmal doppelt so viele Schiffe dann in die gro\u00dfen Metropolen reinlassen. Dann ist es noch \u00fcberf\u00fcllter und dann Rom, Paris, Venedig oder Barcelona, wer auch immer, Platz dann wirklich aus allen N\u00e4hten. Du musst ja was gegen Overtourism tun. Das ist auch der Branche klar. Aber das Gute ist jetzt halt, dass auch die B\u00fcrger bereit sind, das zu machen. Die wollen jetzt nicht weniger reisen, sondern sie wollen halt einfach anders reisen und wollen halt trotzdem dann das Authentische wieder im Vordergrund haben. Wollen irgendwie nicht mehr nur die tollen Hotspot-Bilder haben, sondern wollen halt auch wieder das mehr erfahren. Also ich glaube, das geht schon in die richtige Richtung. Ja, also wenn ich jetzt an meine eigenen Urlaube denke, muss ich auch sagen, finde ich die Kleinh\u00e4fen eigentlich auch immer ganz spannend, weil die sich nat\u00fcrlich trotzdem auch auf die Schiffe ein bisschen einstellen. Und man aber gef\u00fchlt als Urlauber, also f\u00fcr mich jetzt irgendwie ein bisschen authentischeres Erlebnis habe, als in so einer riesigen \u00fcberf\u00fcllten Metropole. Ja, und ich finde, das passt ja auch wieder dazu. Also wir k\u00f6nnen jetzt \u00fcber, k\u00f6nnen wir nochmal eine Folge machen zu Slow Tourism. Jetzt will ich nicht sagen, Kreuzfahrt ist eine Art von Slow Tourism, aber nat\u00fcrlich oftmals schon. Und wenn ich an die Seetage denke, wenn ich aber auch gerade an die Tage denke, die du dann eben vielleicht eher in den kleineren Destinationen verbringst, das ist ja schon auch eine hohe Zustimmung. Also mehr als die H\u00e4lfte derjenigen, die solche Urlaubsformen machen, finden das wirklich f\u00fcr sich interessant. Also ich glaube schon, dass sich da eine neue Reisekultur entwickeln kann. Wenigermassen, mehr Atmosph\u00e4re, weniger Highlight-Hopping, vielleicht auch mehr Nachhaltigkeit, muss man ja auch ganz klar an der Stelle sagen. Das ist f\u00fcr mich doch ein Signal, dass viele bereit sind, anders zu reisen und dass das nat\u00fcrlich auch gut f\u00fcr die Orte dann ist. Ja, historisch gesehen hat Reisen ja auch immer wieder als Br\u00fccke zwischen Menschen, Kulturen und Staaten gedient. Also nicht nur als Flucht vor Langeweile, sondern auch als Motor f\u00fcr die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung. Es gab ja schon antike Handels- und Pilgerreisen und sp\u00e4ter gab es dann auch diplomatische Gesamtschaften, die fr\u00fch schon Netzwerke geschlossen haben. Also Menschen haben einen Austausch \u00fcber Grenzen hinweg gebildet. Und es setzte sich dann fort in die sogenannte Grand Tour der europ\u00e4ischen Bildungseliten. Denn Reisen bildet eben Horizonte, relativiert Vorurteile und verwandelt das Fremde in etwas Verstehbares. Im 20. Jahrhundert wurden Reisen dann ja aber auch gezielt kanalisiert. Also etwa in Jugendaustausche oder internationale Fahrtenprogramme mit dem expliziten Anspruch, die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und Frieden zu f\u00f6rdern. Uli, kann das auch in Zukunft wieder so sein? Also k\u00f6nnte Reisen, auch \u00fcber die Kreuzfahrt hinweg jetzt, als Ziel zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung dienen? Glaube ich schon. Also ich glaube, dass heutzutage Reisende eben nat\u00fcrlich entspannen wollen, nat\u00fcrlich neue Eindr\u00fccke haben wollen. Aber ich glaube, immer mehr wollen auch einfach verstehen, wollen verstanden werden. Und du hast vorhin das so sch\u00f6n ausgef\u00fcgt mit diesem authentischen Ansatz, also mehr Authentizit\u00e4t vor Ort haben. Dazu geh\u00f6rt halt auch einfach der Dialog. Und darum glaube ich schon, dass an sich jede Art des Reisens immer Br\u00fccken schlagen kann zwischen L\u00e4ndern, zwischen Kulturen, zwischen Religion und letztendlich zwischen uns B\u00fcrgern. Und insofern glaube ich, dass das etwas ist, was Reisen sicherlich in Zukunft auch ein St\u00fcck weit unterst\u00fctzen kann. Ja, bin ich bei dir. Leider ist die Zeit schon um. Ich glaube, \u00fcber das Thema k\u00f6nnten wir noch viel, viel l\u00e4nger reden. Kannst du das noch einmal zusammenfassen, Fazit ziehen, Zukunftsausblick geben? Wie sieht es mit der Zukunft der Kreuzfahrt aus? Ja, also schnell zusammengefasst, glaube ich, die Kreuzfahrt wird j\u00fcnger, erreicht die Mitte der Gesellschaft. Ganz gleich, ich habe jetzt irgendwie Singles, kinderlose Familien. Das Wachstumspotenzial ist nach wie vor enorm. Nat\u00fcrlich diese Herausforderung der Umweltthematik, da m\u00fcssen L\u00f6sungen f\u00fcr gefunden werden. Das ist die Branche gefordert. Bei den Zielen, was wir zum Schluss hatten, ich glaube, es geht in Zukunft nicht mehr nur um Highlights und Fotos f\u00fcr Insta, sondern wirklich auch wieder um Authentizit\u00e4t und Austausch. Und das ist f\u00fcr mich eine Prognose f\u00fcr die Zukunft, die wirklich Hoffnung macht. Ein sehr pr\u00e4zises Fazit, da habe ich nichts mehr zu zu sagen. Vielen Dank f\u00fcrs Zuh\u00f6ren. Wir freuen uns auch immer \u00fcber euer Feedback. Schreibt uns gerne, alle Infos findet ihr in den Shownotes. Bis zum n\u00e4chsten Mal. Bis dann. Tsch\u00fcss. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. Dieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de Und dann geht's. 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