{"id":6511,"date":"2026-06-04T06:00:59","date_gmt":"2026-06-04T04:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=6511"},"modified":"2026-06-04T08:38:10","modified_gmt":"2026-06-04T06:38:10","slug":"family-in-transition-why-more-and-more-people-are-choosing-not-to-have-children-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/familie-im-wandel-warum-sich-immer-mehr-gegen-kinder-entscheiden-2\/","title":{"rendered":"Family in transition: Why more and more people are choosing not to have children"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Currently, 100 women in Germany have 135 children; ten years ago, the figure was 159. The increasing childlessness in Germany is primarily an expression of growing insecurity \u2013 not a lack of desire for a family. Those who choose not to have children usually cite not just one reason, but a whole range of reservations that reinforce each other.<br \/>\nIn this episode, learn why cruises are becoming increasingly attractive, how travel behavior is changing \u2013 and why the industry needs to reposition itself between growth, sustainability and a new travel culture.<\/p>\n<p>Current research: https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/familie-im-wandel-warum-sich-immer-mehr-gegen-kinder-entscheiden\/<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[67,68,87,108,88,101,107,80],"class_list":["post-6511","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-zukunftserwartungen","tag-gesellschaft-familie","tag-familie","tag-gesellschaft","tag-kinder","tag-verhalten","tag-vertrauen","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 5 - Folge 4","pdf-download_dateiname":"","podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/116-familie-im-wandel-warum-sich-immer-mehr-gegen-kinder-entscheiden\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/2512227-m-1735e8c6d43f88c02e300d1c3eb71947.mp3","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Neuer Monat, neues Thema. Heute sprechen wir \u00fcber eins, das sehr emotional diskutiert wird, das Kinderkriegen. Und laut neuesten Erhebungen des Statistischen Bundesamts sinkt die Geburtenrate in Deutschland weiter kontinuierlich. Aktuell liegen wir bei nur 1,35 Kindern pro Frau. Das haben wir zum Anlass genommen, einmal genau hinzuschauen und nach den Gr\u00fcnden zu fragen. Ja, das ist wirklich ein sehr emotionales Thema, um das nochmal deutlich zu machen. 1,35, das ist wirklich gering. Also das hei\u00dft, 100 Frauen bekommen 135 Kinder. Man br\u00e4uchte nat\u00fcrlich dann \u00fcber 200 Kinder, um die Bev\u00f6lkerung stabil zu halten. Und das f\u00fchrt wirklich auch dazu, dass langfristig nat\u00fcrlich die Bev\u00f6lkerung in Deutschland abnimmt. Und wir haben uns das immer angeguckt, weil es ja auch ein Thema ist, was oftmals so, fast sagen wir, moralisch diskutiert wird. Also es ist irgendwie eine egoistische Generation, die jetzt irgendwie sagen, Karriere statt Kinder. Oder ist die Welt doch irgendwie deutlich unsicherer geworden. Man h\u00f6rt also vieles. Darum denke ich, dass es ein Thema ist, \u00fcber das wir mal reden wollen. Ja, total. Und ich finde auch die Daten, die wir dazu ja auch erhoben haben, die findet ihr wie immer auf unserer Website www.stiftung-f\u00fcr-zukunfts-fragen.de. Da haben wir diverse Grafiken dazu erstellt mit Unterschieden und so weiter. Da k\u00f6nnt ihr nochmal genau nachschauen, wenn euch das interessiert. Aber diese Daten zeigen eben was ganz Spannendes und zwar, dass die meisten Menschen Familie per se ja gar nicht ablehnen. Also viele w\u00fcnschen sich sogar Kinder, aber irgendwie entscheiden sich immer weniger tats\u00e4chlich dann am Ende daf\u00fcr oder schieben die Entscheidung immer weiter raus. Und das macht es ja auch irgendwie, finde ich, nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich so interessant. Wir reden eben nicht nur \u00fcber Geburtenraten, sondern auch \u00fcber Lebensmodelle, \u00fcber Erwartungen, die man vielleicht ans Leben hat, an \u00c4ngste, die man mit sich rumtr\u00e4gt. Und nat\u00fcrlich die gro\u00dfe Frage auch, in was f\u00fcr einer Gesellschaft wollen wir eigentlich in Zukunft wie zusammenleben? Ja, das stimmt. Denn gerade, weil sich ja so viele B\u00fcrger weiterhin auch Kinder vorstellen k\u00f6nnen. Also die Idealvorstellung ist ja immer noch oft sehr klassisch. Das merke ich auch in meinem Bekanntenkreis. Also irgendwie Partnerschaft, dann Kinder, gibt irgendwie Stabilit\u00e4t. Irgendwann kommt dann vielleicht noch Haus und Hund dazu. Aber zwischen diesem Wunsch und der Realit\u00e4t entsteht eine immer gr\u00f6\u00dfere L\u00fccke. Das stimmt. Und jetzt kann man sich das Ganze auch historisch anschauen. Wir k\u00f6nnten ja zur\u00fcckgehen zu Konrad Adenauer. Der hat ja mal gesagt, Kinder kriegen Leute immer. Das fiel ja damals schon so im Zusammenhang dann mit Rentenreform und Generationenvertrag und alles. Aber das stimmt heute eben nicht mehr. Also viele sind doch verunsichert, was jetzt das Geld angeht, den Beruf angeht, emotional. Das Leben noch an sich nat\u00fcrlich, in der man, Phase, in der man lebt. Also diejenigen, die Kinder bekommen k\u00f6nnten, das ist ja die Rushhour des Lebens. Also man ist irgendwie durch mit der Ausbildung und mit dem Studium, feste Beziehung. Dann soll man irgendwie beruflich weiter nach vorne kommen, sich um die Eltern k\u00fcmmern. Selbstverwirklichung soll auch noch nebenbei eben stattfinden. Das ist ja schon viel. Die Zeit ist da ganz sch\u00f6n knapp. Total. Ich finde, ganz wichtigen Punkt, wo du gerade sagst, Selbstverwirklichung. Also ich habe ja auch zwei kleine Kinder. Das ist nat\u00fcrlich schon etwas, was man einfach ein St\u00fcck weit auch aufgeben muss. Aber ich habe das Gef\u00fchl, dass man das eigentlich gesellschaftlich nicht darf. Also man muss auf allen Ebenen, die es so gibt, 100 Prozent weiterfahren. Und das ist eigentlich deutlich entspannter w\u00e4re, wenn man halt auch einfach das akzeptiert und zugibt oder auch gesellschaftlich okay ist, dass es mal Phasen, dass es unterschiedliche Lebensphasen gibt und dass man die vielleicht auch wieder intensiver leben darf. Und nicht in alle Lebensphasen gleichzeitig permanent. 100 Prozent geben muss. Oder mehr als 100 Prozent geben muss. Bin ich komplett bei dir. Und ich kann dich \u00fcbrigens beruhigen, weil du ja sagst, du hast ein bisschen kleinere Kinder. Meine Kinder sind schon ein bisschen \u00e4lter. Das ist ja irgendwie Teenager-Alter. Es wird auch wieder ruhiger. Genau. Es kommt sozusagen auch diese Phase, wo dann wieder andere Sachen eher in den Vordergrund r\u00fccken, als die Kinder, die halt nicht mehr ganz so viel Gedanken vereinnahmen, nicht mehr ganz so viel Aufmerksamkeit bed\u00fcrfen. Also es ist nat\u00fcrlich schon auch, dass das sich ver\u00e4ndert. Aber bevor wir uns jetzt verquatschen, lass mal einige Fakten noch vorher einmal anschauen. Ja. Also dann, wenn wir mal auf unsere Studie gucken. Der hauptmeistgenannte Grund ist nat\u00fcrlich wahrscheinlich der interessanteste. Und zwar, es ist tats\u00e4chlich das Geld. Also zwei Drittel, 66 Prozent der Deutschen sagen, die meisten bekommen wahrscheinlich keine Kinder, weil Kinder einfach schlichtweg zu teuer geworden sind. Finde ich jetzt auch nicht ganz \u00fcberraschend. Sage ich offen. Kinder kosten eben oft. Also kosten einfach Geld. Das darf man nicht vergessen. Das geht ja oftmals noch einher, dass ein Einkommen, zumindest zeitweise, Teilzeit und Aussetzung und alles eben wegf\u00e4llt. Und dann sehen wir aber gleichzeitig, glaube ich, nat\u00fcrlich auch, dass Kinder nicht nur Geld kosten sollen. Die Erwartungen, die Eltern haben, die sind eben auch im Zeitvergleich immer weiter gestiegen. Also Kinder werden gleichgesetzt mit ich, brauchen ein gr\u00f6\u00dferes Auto, ich, brauchen ein zus\u00e4tzliches Zimmer. Dann kommen noch irgendwie die Kosten f\u00fcr Klassenfahrt, f\u00fcr die Musikschule, sp\u00e4ter wahrscheinlich ins Ausland noch gehen, diese ganzen Sachen. Und das ist auf einmal alles finanziell nat\u00fcrlich eine Herausforderung f\u00fcr viele. Ja, also ich kann das auch total verstehen, weil es ist ja einfach so, mit drei Kindern braucht man auch ein spezielles Auto. Da geht dann nicht mehr jedes. Aber ich frage mich, ob man sich da fr\u00fcher so eine Gedanken drum gemacht hat. Oder ob es da einfach noch dieses Motto war, Hauptsache gesund und gl\u00fccklich und das kommt schon irgendwie mit durch. Weil man plant heute ja auch irgendwie immer schon so wahnsinnig weit in die Zukunft. Vielleicht hat man fr\u00fcher ein bisschen mehr an den Tag hineingelebt und hat mal geschaut, wie man das dann in dem Moment hinbekommt. Und was du gerade gesagt hast, dass die Anspr\u00fcche der Eltern steigen. Du mal sagtest gerade, dass das Kind dann ja auch ein eigenes Zimmer braucht und vielleicht nochmal ins Ausland gehen soll. Aber das hatte ich vorhin schon angesprochen, steigen ja auch an sich selbst. Und man muss auch eine besonders gute Mutter sein. Also man muss es ja auch auf dem Schirm haben, dass das Kind immer gesund ist und rechtzeitig schwimmen kann und gut gebildet ist. Und wie viel kann man noch auslagern? Weil ich finde, das Bildungssystem in Deutschland ist ja nun auch nicht das Beste. Und je nachdem, wie ernst man das Thema Elternschaft nimmt, sind da schon viele Punkte, die da vielleicht auch zu \u00c4ngsten f\u00fchren k\u00f6nnen. Dass man das alles nicht so super trupe hinbekommt. Ja und ich finde, k\u00f6nnen wir gleich auch nochmal dr\u00fcber reden, aber ich finde das schon auch auff\u00e4llig, diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Also du hast jetzt gerade auch so gesagt, als Mutter hast du das Gef\u00fchl und es soll gesund sein, es soll das Musikinstrument lernen und es soll irgendwie ein guter Mensch werden. Du willst Werte vermitteln und alles, was dazu geh\u00f6rt. Ich glaube nat\u00fcrlich, Frauen haben nach wie vor es auch schwerer da. Also ich habe das Gef\u00fchl, bleibst du jetzt zu Hause, bist du die Oberglucke und kriegst nichts mehr auf die Reihe au\u00dfer dein Kind und das ist dann total verh\u00e4tschelt. Und du f\u00e4hrst das zur Schule und gehst das von der Schule ab oder vom Kindergarten und ist das irgendwie das Bild. Gehst du arbeiten, bist du die Rabenmutter und k\u00fcmmerst dich nicht um dein Kind. Du kannst es als Frau, habe ich das Gef\u00fchl, gesellschaftlich oft nicht recht machen. Also f\u00fcr mich jetzt als Vater, ich bin total der tolle Progressive, wenn ich mir irgendwie mal Elternzeit nehme und wenn ich dann mit meinem Kind noch oder mit meinem Kind dieses oder jenes noch mache, dann kriege ich irgendwie den Schulterklopfer, weil ich nebenbei ja auch noch den ganzen Stress auf der Arbeit habe. Also da wird schon, finde ich, mit zweierlei Ma\u00df gemessen, wenn man ehrlich ist. Ja, weil ich glaube es einfach f\u00fcr an die Frau gibt es sehr, sehr viele Rollenbilder. Es gibt sehr viele Vorstellungen davon, was eine Frau alles sein soll. Und da wird dann, wenn sie etwas ist, fallen nicht pl\u00f6tzlich, gehen nicht so ein paar Schalter runter. Das braucht sie dann nicht mehr sein, sondern das muss sie halt auch noch sein. Das stimmt. Historisch gesehen \u00fcbrigens war das fr\u00fcher anders. Das sind alles erst Sachen, die sich so in der industriellen Revolution entwickelt haben. Vorher war Kindererziehung deutlich gleichberechtigter. Also das Kind war mit auf dem Feld, war mit in der Werkstatt und Mutter und Vater haben irgendwie das Feld bestellt oder die Werkstatt irgendwie betrieben. Das war Kinder viel mehr gemeinsam. Die sind aber auch mitgelaufen \u00fcberall, ne? Genau. Und dann nat\u00fcrlich so mit der Industrialisierung. Ein Einkommen reicht, der Mann verdient das Geld, die Frau \u00fcbernimmt zu Hause irgendwie die Kindererziehung. Dann irgendwie jetzt wieder dieser Wandel. Okay, Frau zu Recht sagt nat\u00fcrlich auch, sie will irgendwie dieses Berufliche. Das ist halt dann, auf einmal soll die Frau beides machen. Anforderungen an die M\u00e4nner sind da geringer. Vielleicht ist das auch ein totales Wohlstandsproblem, also dass wir auch da sehr privilegiert sind, weil wir, weil die Frauen jetzt im gew\u00e4hrf\u00e4higen Alter wahnsinnig viele Chancen haben. Das stimmt. Uns wurde ja immer dann gesagt, ihr k\u00f6nnt ja alles werden. Also du musst dich ja nur genug anstrengen. Ja. Und dann kannst du alles werden. Und es ist ja nat\u00fcrlich so, im internationalen Vergleich geht es uns hier ja wahnsinnig gut. Total. Und das bringt aber auch vielleicht auch so einen gewissen Druck mit sich. Also wenn alles offen ist, wenn es keine Begrenzung gibt, vielleicht f\u00fchrt das auch zu einer gewissen \u00dcberforderung. Das glaube ich schon. Und ich glaube nat\u00fcrlich auch, was da noch mit reinspielt, ist, dass heute diese ganze Vergleichbarkeit da ist. Und du vergleichst dich mit deinen Freundinnen oder deinen Freunden. Dann kommen noch irgendwie die idealisierten Vorstellungen, die man auf Social Media hat. Also das sind ja auch Rahmenbedingungen, jetzt abgesehen von was wir eben hatten mit dem Finanziellen, was nicht einfach ist. Also das musst du irgendwie alles unter einen Hut kriegen. Was wir auch vorher schon hatten mit den Lebensprios. Du musst irgendwie, fr\u00fcher war es klar, Familie ist der zentrale Lebensanker. Heute definieren wir uns ja auch \u00fcber 27 andere Sachen. Und du bist gleichzeitig diejenige, die dann das Hobby toll aus\u00fcbt oder da irgendwie im Urlaub war, \u00fcber den Freundeskreis, \u00fcber den Beruf. Also diese ganzen Lebensmodelle konkurrieren ja heute viel, viel mehr und sind viel, viel wichtiger als jetzt noch vor einer Generation. Ja. Ja, es passt auch zu einem Ergebnis. Also 58 Prozent der Deutschen sagen, sie wollen ihre Freiheit nicht f\u00fcr Kinder aufgeben. Und das ist ja eben, wie du gerade beschreibst, ein Wandel in den, ja, der eigenen Priorit\u00e4t. Also dass man sich selbst so eben priorisiert. Total, ja. Anderer Punkt, den ich auch auff\u00e4llig fand, war zweith\u00e4ufigste Nennung, die Unsicherheit. Ja, auch die gr\u00f6\u00dften Steigerungen im Zehnjahresvergleich. Wir haben die Untersuchung schon vor zehn Jahren gemacht, vor 20 Jahren gemacht. Also es ist ja auch immer bei uns dann auf der Homepage die Vergleichszahlen mit der Vergangenheit da. Und wenn ich mir das anschaue, Steigerungen um 13 Prozentpunkte auf mittlerweile 59 Prozent der Deutschen sagen, sie bekommen eben keinen Nachwuchs, weil die Zukunft unsicher ist. Also Kriege, Krisen, schlechte Stimmung ist sowieso omnipr\u00e4sent. Die Angst ist einfach gro\u00df, dass die eigenen Kinder nicht mehr in Wohlstand und in Sicherheit aufwachsen. Ja. Siehst du das auch so? Hm, nee, ehrlicherweise nicht. Also nat\u00fcrlich, das sagen wir oftmals auch, die Welt ist einfach sicherer geworden, besser geworden und Krisen und Kriege, so dramatisch sie sind und so schlimm wie sie sind und wie wir L\u00f6sungen f\u00fcr die gro\u00dfen Herausforderungen brauchen, das hat es historisch gesehen immer gekleben. Und wir m\u00fcssen auch, glaube ich, wieder mehr dahin kommen, dass wenn du eine Generation zur\u00fcck gehst, war das Leben bestimmt nicht besser. Es war anders einfach und die M\u00f6glichkeiten, die ich heute habe, sind nat\u00fcrlich enorm und wir brauchen vor allem Kinder, um die Herausforderung der Zukunft wieder zu l\u00f6sen. Also wir werden sie nicht mehr l\u00f6sen, das werden schon unsere Kinder und Enkel irgendwann machen. Also nein, diese \u00c4ngste teile ich nur echt sehr begrenzt. Ja, also ich glaube schon, dass jetzt so eine deutlich realere Kriegsbedrohung, die ist jetzt nat\u00fcrlich gr\u00f6\u00dfer und ich glaube, die macht halt eben auch diese \u00c4ngste, das verstehe ich. Aber ich glaube auch, f\u00fcr mich ist es eher so, dann erst recht. Also wenn die Welt irgendwie droht, aus den Fugen zu geraten, dann hoffe ich ja, dass meine Kinder mit ganz klugen Ideen um die Ecke kommen und sie retten k\u00f6nnen. Also ich glaube, da finde ich, ist es eher so ein bisschen so den Kopf in den Sand stecken, zu sagen, ich setze jetzt keine Kinder mehr in die Welt. Was soll denn dann damit passieren? Stimme ich dir v\u00f6llig zu. Wobei, wo ich dir nicht zustimme, ich glaube, das war fr\u00fcher viel schlimmer. Also wenn ich jetzt \u00fcberlege, als ich so alt war wie meine Kinder, war Pershing 2 gegen SS20, der Kalte Krieg auf dem H\u00f6hepunkt. Und es war irgendwie die Bedrohung vom Dritten Weltkrieg da. Und Aufr\u00fcstung hat per Excellent stattgefunden. Deutschland war gespalten. Dann haben wir irgendwie Krieg in Jugoslawien gehabt. Also das war so diese Kriegsangst, habe ich irgendwie gef\u00fchlt auch damals mitgemacht. Und es ist jetzt heute nat\u00fcrlich deutlich pr\u00e4senter und jetzt irgendwie in der Ukraine und Nahe Osten und viele, viele Krisenherde auf der Welt. Aber es ist jetzt, b\u00f6se gesprochen, ist vielleicht auch nicht der Dauerzustand gewesen, dass wir das Gl\u00fcck hatten, jetzt seit 80 Jahren in Frieden in Europa zu leben. Das war nicht immer so. Aber Uli, die Zeit rennt. Was ich noch ansprechen wollte, sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Also das ist nat\u00fcrlich bei dem Thema besonders interessant, denn Frauen nennen die Rahmenbedingungen h\u00e4ufiger, also bei den Rahmenbedingungen f\u00fcrs Kinderkrieg, h\u00e4ufig den fehlenden Partner. Was nat\u00fcrlich eben auch so auf eine ver\u00e4nderte Partnerschaft und vielleicht auch so eine Bildungsbiografie verweist. Und M\u00e4nner geben \u00f6fter an, die berufliche Karriere zu priorisieren. Also Familiengr\u00fcndung h\u00e4ngt f\u00fcr viele Frauen st\u00e4rker an verl\u00e4sslichen \u00e4u\u00dferen Bedingungen und an der Partnerschaft auf Augenh\u00f6he als f\u00fcr M\u00e4nner. Stimme ich dir zu. Also Frauen warten vielleicht ein St\u00fcck weit auch auf Verl\u00e4sslichkeit, auf Best\u00e4ndigkeit. M\u00e4nner warten auf die Karrierepause, die es wahrscheinlich so nicht gibt. Also um es auf den Punkt zu bringen, ein Umdenken ist glaube ich erforderlich bei beiden Geschlechtern. Genau, das ist n\u00e4mlich die gro\u00dfe, finde ich, gesellschaftliche Zukunftsfrage. Was passiert denn mit einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen kinderlos bleiben? Also aktuell sind es 30 Prozent der Frauen mit einem universit\u00e4ren Abschluss, die keine Kinder bekommen. Also jede Frau, die an der Uni war, jede dritte Frau, die an der Uni war, bekommt kein Kind. Ich finde, das ist schon ziemlich viel und gesamtgesellschaftlich sind es 20 Prozent der Frauen. Und dann dazu nat\u00fcrlich auch sehr, sehr viele Einzelkinder. Ja, also ver\u00e4ndert sich dann wirklich einiges, wenn wir in diese Richtung weiterfahren. Also du hast es jetzt angesprochen, es hat nat\u00fcrlich dann auch irgendwann Auswirkungen auf soziale Strukturen, auf Rente, also das Finanzielle, das Emotionale, das Soziale, aber das Praktische. Also das sind schon viele Herausforderungen, weil ganz banal muss nat\u00fcrlich irgendwann die Frage dann auch f\u00fcrs Alter stellen, wer besucht mich denn auch, wer hilft mir im Alter, wer, nicht nur wer zahlt meine Rente, sondern wer sitzt auch Weihnachten mit mir am Tisch. Ja, genau. Deswegen ist es nat\u00fcrlich auch spannend, sich mal zu \u00fcberlegen, wie das halt eben in Zukunft funktionieren k\u00f6nnte. Es gibt ja andere L\u00e4nder, die das da ganz anders machen, die da auch echt so ein bisschen mit dem Holzhammer unterwegs sind. Das fand ich total spannend. Also in Island ist es zum Beispiel so, dass man zw\u00f6lf Monate 80 Prozent seines Gehalts bis zu einer gewissen H\u00f6chstgrenze, so \u00e4hnlich wie in Deutschland, bekommen kann. Aber es muss sechs Monate f\u00fcr die Frau, sechs Monate f\u00fcr den Mann. Und das kann man nicht \u00fcbertragen. Das hei\u00dft, wenn ich es nicht nehme, ist es weg. Genau. Wie haben die das genannt? Use it or lose it. Mentalit\u00e4t. Und das sorgt daf\u00fcr, dass halt irgendwie 80 Prozent der isl\u00e4ndischen V\u00e4ter da eben komplett mit eingebunden sind. Und dass das nat\u00fcrlich auch in the long run dann zu einem Umdenken f\u00fchrt. Wenn man das mal ein halbes Jahr mitgemacht hat, zu Hause zu sein. Und es auch eben normal ist, dass M\u00e4nner das auch machen. In Spanien wurde das 2021 eingef\u00fchrt, dass die M\u00e4nner sechs Wochen zu Hause bleiben m\u00fcssen. Und zwar und f\u00fcnf Tage davon nach der Geburt. Das ist Pflicht. Super. Keine Wahl. Das finde ich auch irre. Ich finde es auch wieder interessant, dass ich da vorher noch nichts von geh\u00f6rt habe. Ich wei\u00df es nicht. Ich finde, wir besch\u00e4ftigen uns ja eigentlich auch mit so etwas.\n\nAber gerade Island, das gibt es halt auch noch in Portugal und so. Da gibt es ein paar L\u00e4nder, wo das halt eben Pflicht ist, auch dass M\u00e4nner zu Hause bleiben. H\u00e4ufig eben nat\u00fcrlich auch an Geld und an kurze Wochen. Aber ich finde eben Island mit sechs Monaten. Und die sagen auch, dass das auch zu einer Ver\u00e4nderung in der Gesellschaft gef\u00fchrt hat. Wahrscheinlich nimmt es auch die meisten M\u00e4nner dann einfach an. Ja, genau. Das darf man ja auch nicht vergessen. Ja, also ich glaube auch, dass Deutschland sich da wandeln muss. Vielleicht auch einfach so ein St\u00fcck weit Dinge mal ausprobieren, von anderen L\u00e4ndern \u00fcbernehmen. Also kann man jetzt nat\u00fcrlich auch viele Beispiele. Israel, wo du irgendwie die k\u00fcnstliche Befruchtung kostenfrei kriegst und nicht wie bei uns mit 27 Herausforderungen verbunden. Also ich glaube schon, dass wir uns da gesellschaftlich ein St\u00fcck weit anpassen m\u00fcssen, aber nat\u00fcrlich auch staatlich immer die Rahmenbedingungen schaffen m\u00fcssen. Also wenn man all diese Entwicklungen zusammennimmt, wird deutlich, Kinderlosigkeit ist heute weniger Ausdruck von einem fehlenden Familienwunsch oder einem Kinderwunsch, sondern eher eine Folge von der wachsenden Unsicherheit. Also von Angst und den hohen Anforderungen, die jeder auch selber stellt an eine Familie, also die Erwartungen. Und auch nicht nur, dass es einen einzelnen Hinderungsgrund gibt, sondern dass es ja ganz, ganz viele verschiedene Facetten, die da zusammenspielen. Also von finanziellen Vorbehalten, Zukunftssorgen, Freiheitsanspr\u00fcchen, biografische Unsicherheiten. Und zugleich machen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie zwischen Kinderlosen und Eltern ja auch deutlich, wie verschieden die Perspektiven auf Nachwuchs ausfallen k\u00f6nnen. Also perfekt schon zusammengefasst und man k\u00f6nnte jetzt fast sagen m\u00fcssen, deshalb auch aufh\u00f6ren, jetzt nur \u00fcber Geburtenraten zu sprechen. Denn eigentlich reden wir \u00fcber etwas viel Gr\u00f6\u00dferes, das du am Anfang angesprochen hast. Wie wollen wir eigentlich in Zukunft leben? Also wie viel Verantwortung wollen wir f\u00fcreinander \u00fcbernehmen, f\u00fcr uns selbst? Wie familienfreundlich ist unsere Gesellschaft tats\u00e4chlich? Wie familienfreundlich sind wir aber auch jeder alleine f\u00fcr uns? Wie oft zeigen wir auch da Toleranz und dann nat\u00fcrlich die gro\u00dfen individuellen Fragen, die dazu kommen. Macht es mich pers\u00f6nlich gl\u00fccklicher, Nachwuchs in die Welt zu setzen? Will ich Kinder haben? Was bin ich bereit daf\u00fcr aufzugeben? Was brauche ich vielleicht auch? Auf wen kann ich mich dabei verlassen? Auf wen kann ich bauen? Auch wieder diejenigen, die das nicht machen, wer ist bereit, was zu leisten? Und vergessen, denke ich, darf man dabei aber nie. Kinder brauchen jetzt kein perfektes und v\u00f6llig durchgeplantes Leben. Das Leben unserer Kinder wird ohne Frage Herausforderungen haben, die unsere Kinder aber auch bew\u00e4ltigen werden. Und das darf man, dieses Vertrauen in die eigenen Kinder sollten wir immer haben. Ja. Ich finde, damit sind wir eigentlich auch schon am Ende. Mir f\u00e4llt nur noch eine Sache dazu ein. Also was sind die guten Gr\u00fcnde f\u00fcr ein Kind? Und tats\u00e4chlich gibt es rational eigentlich nicht so viele. Und das ist eigentlich auch das Wichtige, wenn man sich f\u00fcr Kinder entscheidet, ist das etwas, was einfach nur Liebe und Freude bringt und Spa\u00df macht. Und vielleicht m\u00fcssen wir auch so ein bisschen das wieder mehr in den Fokus unserer Gesellschaft dr\u00fccken. Da sage ich jetzt nichts zu. Vielen Dank. Macht's gut und bis n\u00e4chste Woche. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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