{"id":6566,"date":"2025-12-18T02:13:53","date_gmt":"2025-12-18T01:13:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=6566"},"modified":"2026-07-21T02:16:00","modified_gmt":"2026-07-21T00:16:00","slug":"home-satisfaction-why-home-is-more-than-just-a-room","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/wohnzufriedenheit-warum-das-zuhause-mehr-ist-als-ein-raum\/","title":{"rendered":"Home satisfaction: Why home is more than just a room"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Almost three-quarters of Germans are satisfied with their living situation \u2013 but this satisfaction is unevenly distributed. While social closeness and tranquility shape well-being in rural areas, practical factors such as location and transport links primarily determine the value of housing in cities.<\/p>\n<p>In this episode, learn why income, lifestyle, and neighborhood determine our well-being, why singles are more often dissatisfied, and how our understanding of home is changing in the context of mobility, urbanization, and individualization. Because: Home is not just a place\u2014it&#039;s about belonging.<\/p>","protected":false},"author":37,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[68,108],"class_list":["post-6566","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-gesellschaft-familie","tag-gesellschaft"],"acf":{"podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/112-wohnzufriedenheit-warum-das-zuhause-mehr-ist-als-ein-raum\/embed?context=external\"><\/script>","ausgabe_nummer":"Podcast, Staffel 4 - Folge 41","pdf-download_dateiname":"","pdf-clean":false,"podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Uli Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist. Heute widmen wir uns einem Thema, das uns Tag f\u00fcr Tag und Nacht f\u00fcr Nacht umgibt. Es geht um das, was wir Zuhause nennen. Und ganz konkret, wie zufrieden sind wir eigentlich damit? Wir wollen heute auch dar\u00fcber sprechen, was wir brauchen, um uns in den eigenen vier W\u00e4nden wohlzuf\u00fchlen und der Frage nachgehen, was Wohnzufriedenheit wirklich ausmacht. Uli, mal ganz pers\u00f6nlich zum Einstieg. Bist du eigentlich zufrieden mit deiner aktuellen Wohnsituation? Ja, das kann ich wirklich ganz klar beantworten. Ich w\u00fcrde sogar sagen, sehr zufrieden. Wir wohnen ja in Hamburg, aber am Rand der Metropole. Das macht, glaube ich, schon viel aus. Also wir haben ein bisschen Platz, wir haben auch die Ruhe und vor allem wir haben eine sehr gute Nachbarschaft. Also insofern w\u00fcrde ich schon sagen, ich bin jetzt sehr, sehr zufrieden. Ich habe aber ja auch wirklich in meinem Leben auch schon anders gewohnt. Also ich habe auch schon irgendwie auf keine 40 Quadratmeter im Hochhaus gewohnt. Da sah meine Wohnzufriedenheit auch definitiv ganz anders aus. Da war mein Zuhause wirklich mehr so, glaube ich, ein \u00dcbergang als ein Ort zum Ankommen, was es heute ist. Ja, aber w\u00fcrdest du da sagen, dass jetzt tats\u00e4chlich die Gr\u00f6\u00dfe, das klang jetzt so als eine kleine Wohnung im Hochhaus, dass das automatisch mit der Wohnzufriedenheit zu tun hat? Also weil, wenn ich \u00fcberlege, meine erste Wohnung war nat\u00fcrlich auch klein und nicht in einem guten Stadtteil gelegen. Aber ich fand das schon richtig, richtig toll. Also emotional, da h\u00e4tte ich jetzt auch geartet. Ich finde es mega, eine eigene Wohnung zu haben, total zentral, ist richtig was los. Das stimmt. Also in der damaligen Lebensphase. Das stimmt. Insofern hast du nat\u00fcrlich v\u00f6llig recht. Also ich bin ja auch relativ fr\u00fch ausgezogen zu Hause, noch w\u00e4hrend der Abi-Zeit, weil sich die Wohnsituation bei uns zu Hause ver\u00e4ndert hat. Und dann hatte ich diese kleine Einzimmerwohnung. Ich glaube, was ich im Nachhinein so irgendwie schwierig fand, war halt schon dieses totale \u00dcberwachung und Hochhaus. Und alle haben irgendwie genau geguckt und die Sauberkeit stand ganz weit vorne und du durfst keine Musik machen. Und das war ganz sch\u00f6n spie\u00dfig. Okay, also eher das spie\u00dfige Hochhaus und nicht das Brennpunkt Hochhaus. Absolut, das stimmt, ja. Und was ich jetzt halt, warum ich unsere Wohnsituation, ist glaube ich jetzt nicht der Platz an erster Stelle, sondern wirklich dieses N\u00e4he zur Elbe, N\u00e4he zum Wald und vor allem die Nachbarschaft. Also mit der steht und f\u00e4llt f\u00fcr mich ganz, ganz stark die Zufriedenheit im Wohnumfeld. Und da ist es bei uns echt ein Geschenk. Damit geh\u00f6rst du \u00fcbrigens auch zu der Mehrheit der Deutschen, denn wir haben sie f\u00fcr unser Chart der Woche befragt. Wie zufrieden sind sie mit ihrer derzeitigen Wohnsituation? Und wenn wir uns da die Daten anschauen, zeigt sich ein ziemlich positives Gesamtbild. Fast drei Viertel der Bundesb\u00fcrger sind mit ihrer Wohnsituation zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Und ich finde, das klingt ganz beruhigend. Aber was sagen denn da so die Untergruppen? Das stimmt. Also man muss nat\u00fcrlich schon so ein bisschen sich das anschauen. Und wenn ich mir jetzt anschaue, Wohnort, Einkommen, Lebensform, dann wird schon ziemlich schnell klar, dass Zufriedenheit nicht gleich verteilt ist. Das ist ein Beispiel zu bringen. Auf dem Land sagt fast jeder Zweite, dass er mit seiner Wohnsituation sehr zufrieden ist. Also das H\u00f6chste, was wir in unserer Skala ankreuzen konnten. In Gro\u00dfst\u00e4dten ist es dagegen nur jeder Dritte. Also da siehst du wirklich schon bei sowas Stadt-Land-Gef\u00e4lle. Das ist nicht nur gef\u00fchlt. Das kannst du auch wirklich an den Zahlen sehr gut messen. Ja, ich wei\u00df gar nicht, ob mich das jetzt \u00fcberrascht oder nicht. Ich h\u00e4tte jetzt gedacht, dass nat\u00fcrlich vielleicht junge Menschen lieber in der Stadt leben wollen. Familien mit Kindern vielleicht lieber auf dem Land. Und bei den Senioren ist es dann vielleicht so 50-50 verteilt. Aber du hast ja auch mal auf eine eher l\u00e4ndliche Region gewohnt. Genau. Also bei mir ist es \u00e4hnlich wie bei dir. Ich habe auch schon in unterschiedlichen Wohnortgr\u00f6\u00dfen gelebt. Ich muss sagen, bei mir h\u00e4ngt es stark von der Lebensphase ab. Also ich kann dem Landleben jetzt total viel abgewinnen. Die Ruhe, der Raum, sich da richtig ausleben zu k\u00f6nnen. Aber als Teenager fand ich schon, also da haben wir einfach drau\u00dfen gewohnt. Ab vom Schuss, da war da nichts los. Da h\u00e4tte ich dann meine Wohnsituation, obwohl es nat\u00fcrlich auch als f\u00fcr die Familie idyllisch war. Aber als Teenie fand ich es einfach nur langweilig. Echt? Und dann sp\u00e4ter? Also du hast ja immer in Hamburg richtig zentral. Genau. Hier in Hamburg, genau. Habe ich auch schon einige Stadtteile durch. Und ich muss sagen, da fand ich es richtig toll, so mittendrin zu leben. Also dass unten im Haus Caf\u00e9s, Restaurants, Bars sind, Gesch\u00e4fte, sehr, sehr kurze Wege. Also das Tollste war nat\u00fcrlich, dass die Freunde auch irgendwie so in den Parallelstra\u00dfen irgendwie gewohnt haben. Dass man da, ja, wie gesagt, aber von der Lebensphase nat\u00fcrlich, dass jeden Abend weggehen, das ist jetzt auch vorbei. Das ist jetzt vorbei. Genau. Aber ich bin bei dir. Ich finde, dieser pers\u00f6nliche Kontakt ist immer noch sehr wichtig. Und ich sch\u00e4tze das auch wahnsinnig, dass wir uns da jetzt auch so eine richtig sch\u00f6ne Nachbarschaft aufbauen. So die direkten Nachbarn, mit denen hatten wir immer schon guten Kontakt. Aber dass wir jetzt auch schauen irgendwie, ja, dass wir selber die so ein Sommerfest machen, wo man auch nochmal ein paar andere Leute einl\u00e4dt und dadurch echt nette Kontakte entstehen. Ja, das ist auch so ein bisschen, glaube ich, eine der Kernfragen. Was wiegt irgendwie schwerer? Also das Soziale oder das Praktische? Und wie du eben gesagt hast, ich glaube, das h\u00e4ngt schon von der Lebensphase ab. Andererseits ist nat\u00fcrlich auch die Zahlen relativ deutlich. Auf dem Land, da ist das soziale Umfeld, wo du jetzt Nachbarschaft nimmst, Familienn\u00e4he, dieses Gef\u00fchl von Gemeinschaft ist da st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt. Und in der Stadt hast du nat\u00fcrlich dann die Lage, wenn sie gut ist, N\u00e4he zur Arbeit, N\u00e4he zur Kita, N\u00e4he zum Supermarkt, N\u00e4he zur Bushaltestelle, zur n\u00e4chsten Kneipe, zum n\u00e4chsten Restaurant. Aber du hast in der Stadt nat\u00fcrlich oftmals auch Stadtteile, wo das eben nicht gegeben ist. Und darum ist da, glaube ich, dann die Zufriedenheit nicht so ausgepr\u00e4gt. Ja, das f\u00fchrt dann ja fast zu so einer paradoxen Situation. Also irgendwie die Stadt bietet die besseren Strukturen, aber so das schlechtere Lebensgef\u00fchl laut unserer Umfrage ja auch f\u00fcr viele Menschen. Aber auf dem Land fehlen wiederum manchmal so die Strukturen, aber die emotionale Qualit\u00e4t des Wohnens ist dann h\u00f6her. Das stimmt. Ja, und das ist nat\u00fcrlich auch spannend. Also du kannst jetzt ja, wenn man es jetzt irgendwie auf eine h\u00f6here Ebene bringen w\u00fcrde, k\u00f6nnte man sagen, es geht beim Wohnen ja nicht nur um das Wohnhaus. Es geht eben auch ganz zentral um diese Zugeh\u00f6rigkeit. Und es k\u00f6nnte mir auch mal f\u00fcr die Zukunft auch \u00fcberlegen, was das bedeutet, wenn du jetzt irgendwie in der Stadt wohnst. Was willst du eigentlich in der Wohnungsanzeige lesen? Willst du jetzt immer nur Quadratmeter und Nebenkosten haben oder willst du auch solche Sachen auf einmal wissen wie Nachbarschaft wird gelebt, Nachbarn sind freundlich, der B\u00e4cker ist um die Ecke oder wenn du wirklich auf dem Land wohnst, abends h\u00f6rst du eher die Grillen als jetzt den Stra\u00dfenl\u00e4rm. Also dass man solche Sachen auch irgendwie damit reinnimmt. Finde ich nicht schlecht, so ein bisschen das soziale Umfeld damit reinzunehmen. Also es gibt ja immer in den Anzeigen, irgendwie so und so viele Meter laufen sie zur Schule, zum Schwimmbad oder so. Aber dass man schon, also damals als wir das Haus gekauft haben, ich fand es schon sehr aufregend, nicht zu wissen, wer denn die Nachbarn so wirklich sind. Also ich kenne auch Leute wirklich, die wieder umgezogen sind, ihr Haus verkauft haben, weil sie nicht mit den Nachbarn klargekommen sind. Also ich glaube, du teilst dann halt schon einen Gro\u00dfteil deines Lebens ja auch in der Nachbarschaft und wenn du dann irgendwie jemanden hast, der v\u00f6llig andere Vorstellungen vom Wohnen hat, das ist ja schon klar. Ich finde, einen ganz wichtigen Punkt haben wir noch nicht genannt und das ist das liebe Geld, weil ich finde, oftmals sind ja nat\u00fcrlich das Wohnumfeld auch mit finanziellen M\u00f6glichkeiten verbunden. Das stimmt. Und dass das auch ein St\u00fcck weit dann eine Belastung ist, also dass du, ich wei\u00df nicht, an einer gro\u00dfen Stra\u00dfe wohnst, dass das eine beengte Situation ist, dass du keinen Keller oder Dachboden hast. Das hat nat\u00fcrlich alles ganz klar Einfluss auf die Zufriedenheit. Ja, also da f\u00e4llt mir auch eines, ich fand das wirklich dramatisch, dass eine Bekannte oder eine Frau, die ich getroffen habe, sagte halt, sie h\u00e4tten gerne noch mehr Kinder, aber es gibt einfach keine Wohnung. Und sie selber wohnt schon im Wohnzimmer und es ist einfach nicht zumutbar. Und ich finde es schon krass, dass da Leute wirklich so ihre Lebensplanung von abh\u00e4ngig machen, dass es halt eben nicht den ad\u00e4quaten Wohnraum gibt, obwohl die da schon seit Jahren am Suchen sind. Ja, also nat\u00fcrlich kann ich das ein St\u00fcck weit verstehen. Andererseits, es geht damit ja auch immer dieser Anspruch einher. Also wenn ich jetzt irgendwie, ich bin aufgewachsen, ich habe mir mal das Kinderzimmer mit meinen beiden Schwestern geteilt. Und ich meine, wir hatten ein Wohnzimmer, wir hatten ein Esszimmer, meine Eltern hatten ein Schlafzimmer, aber dann gab es ein Kinderzimmer, wo wir irgendwie zu dritt halt dann gespielt haben. Ich habe zwei \u00e4ltere Schwestern, das war f\u00fcr die, glaube ich, auch nicht immer einfach, aber es war halt einfach so. Heute ist nat\u00fcrlich schon sofort dieser Anspruch da, es muss jedes Kind ein eigenes Zimmer haben, es muss irgendwie, also das sind ja auch immer, wo ich mich ein St\u00fcck weit frage. Also die Familie nicht zu erweitern oder keine Kinder zu bekommen, weil es die Wohnung nicht hergibt, finde ich halt auch schon ganz sch\u00f6n ungew\u00f6hnlich, sagen wir es mal so. Also nicht wertend irgendwie, aber ja. Genau, aber oder andersrum formuliert, das ist nat\u00fcrlich einfach unsere Anspr\u00fcche, also die Quadratmeter pro Person, die man so haben m\u00f6chte, ja auch kontinuierlich immer weiter steigen. Das stimmt, das kommt nat\u00fcrlich auch dazu, dass auch f\u00fcr jedes Jahrzehnt sagt man immer, will man eben x Quadratmeter mehr zur Verf\u00fcgung haben, die Anspr\u00fcche wachsen, den Kram, den du irgendwie mit dir rumziehst, der w\u00e4chst irgendwie weiter an, kann ich nat\u00fcrlich schon verstehen. Und f\u00fcr die Zukunft ist nat\u00fcrlich diese ganze Wohnsituation, was du eben auch von der Frau berichtet hast, ist ja auch ein Problem, was wir nicht so einfach l\u00f6sen k\u00f6nnen. Wir haben immer mehr Ein-Personen-Halter in Deutschland. Die demografische Entwicklung f\u00fchrt dazu, dass du einfach mehr Wohneinheiten brauchst und ist klar, wenn du zwei Single-Wohneinheiten brauchst, dann sind zwei Wohnungen weg und dann kannst du nat\u00fcrlich das schwerer wieder machen, dass du dann eine Familie dahin kriegst. Also das sind schon auch Sachen, die sind schwierig. Ja, das hei\u00dft am Ende, die Schere geht auch beim Wohnen und der Wohnzufriedenheit immer weiter auseinander zwischen denen, die sich in Wohnart aussuchen k\u00f6nnen und denen, die denen nehmen m\u00fcssen, was sie halt eben kriegen. Und wenn wir uns da nochmal anschauen, wie sieht denn die Wohnzufriedenheit nach der Lebensform aus? Ja, da gibt es nat\u00fcrlich schon Unterschiede. Vielleicht ganz kurz, Paare ganz gleich mit oder ohne Kindern sind zufriedener mit ihrer Wohnsituation als Singles, muss man ehrlicherweise sagen. Also Alleinlebende, die legen eben mehr Wert auf das Wohnumfeld. Also gibt es Treffpunkte, gibt es Caf\u00e9s, gibt es M\u00f6glichkeiten, wo du eben sozial auch interagieren kannst. Und wenn das fehlt, dann sinkt doch die Zufriedenheit und vergessen wir, wie gesagt, nicht, was wir eben schon hatten. In Deutschland leben mehr Menschen alleine als in jedem anderen EU-Land. Also \u00fcber 40 Prozent aller deutschen Haushalte sind Ein-Personen-Haushalte. Wenn du da jetzt mal zur\u00fcckgehst, 25 Jahre, da war es jeder Dritte. Also es ist schon wirklich eine deutlich, deutliche Steigerung. Das ist echt spannend. Ich habe gerade so \u00fcberlegt, wir haben im Juli ja mal dar\u00fcber gesprochen, was \u00e4ltere Menschen sich w\u00fcnschen, wenn es um Wohnen und Zukunft geht. Und da war ganz weit oben Vertrautheit und Sicherheit, aber auch eben nat\u00fcrlich der Anschluss und die Unterst\u00fctzung durch andere. Und bei den j\u00fcngeren Menschen, da war es eher das Ausgehen und Kontakte haben, also mehr Spa\u00df. Was ich ja eingangs auch sagte, so ein bisschen ist es sehr lebensphasenabh\u00e4ngig. Ein 25-J\u00e4hriger und ein 65-J\u00e4hriger, die haben da eben andere Anspr\u00fcche an ihr Wohnumfeld. Aber was beiden Teilen ja total wichtig ist, ist die soziale Komponente des Wohnens. W\u00fcnsche sind ja auch ein Zeichen davon, was vielleicht einem selber auch fehlt. Also ich frage mich, wann haben wir denn eigentlich aufgeh\u00f6rt, das soziale Wohnumfeld so zu pflegen, also unsere Nachbarn zu kennen. Ich bin noch wirklich auf einem richtigen Dorf aufgewachsen, wo halt Tanten rechts, links gewohnt haben und Patentanten Parallelstra\u00dfe. Und ich finde, da waren ja auch sehr viele alte Leute, die das ja auch so gepflegt haben. Also man musste auch immer alle gr\u00fc\u00dfen, wenn man auf der Stra\u00dfe nicht gegr\u00fc\u00dft hat, dann war das sehr unh\u00f6flich. Und ich glaube, das gibt es ja immer weniger. Also geht das vielleicht auch damit, mein Gedanke ist, geht es auch damit einher, dass wir noch in der sehr, sehr kleinen Kernfamilie nur noch leben und diese soziale Zusammenhalt nicht da ist. Man braucht auch immer ein bisschen diese nervigen alten Leute, die halt auch auf so Regeln hinweisen. Darauf achten. Ja, ne? Die einen miterziehen und jetzt unsere Kinder miterziehen. Ja, hast glaube ich schon recht. Also ich glaube, das Soziale ist schon entscheidend. Also da haben wir, das ist wirklich ein wesentlicher Punkt. Und wenn du jetzt fragst, woran liegt das, dass man das heutzutage vielleicht weniger Nachbarn auch kennt. Also die Anzahl von Umz\u00fcgen, die hat nat\u00fcrlich zugenommen. Also ich habe mal nachgeguckt, 1980 sind 4,5 Millionen Deutsche umgezogen. Zuletzt waren es irgendwie 5 Millionen. Also das ist nat\u00fcrlich schon eine Steigerung von auch 10 Prozent. Ich glaube, auch diese Anonymisierung, Individualisierung der Gesellschaft tr\u00e4gt dazu bei. Denn das ist ja auch auff\u00e4llig, wenn wir vorhin hatten, so auf dem Land leben die Menschen zufriedener. Aber da hast du halt nat\u00fcrlich auch eher dieses, was du eben erz\u00e4hlt hast. Man kennt die Nachbarn, man spricht regelm\u00e4\u00dfig miteinander. Man hat diese gemeinsamen Aktivit\u00e4ten. Das ist einfach in St\u00e4dten wahrscheinlich insgesamt seltener, wo du ja mehr Menschen h\u00e4ttest. Aber da kommt eben doch die Anonymisierung durch. Ist lange her, aber ich habe mal eine Untersuchung auch gehabt von einer Versicherung, die gesagt hat, wenn du sieben Nachbarn mit Vornamen ansprichst, dann ist deine Wohneinheit um 50 Prozent sicherer gegen Einbr\u00fcche. Also so ein Zeichen von sich k\u00fcmmern, man passt aufeinander auf. Das ist wahrscheinlich auf dem Land. Kennst du sofort sieben Nachbarn beim Vornamen. Ja, k\u00f6nnte ich vorstellen. Vielleicht braucht man dann f\u00fcr die Zukunft neue Rituale. Sowas wie so ein, was ich gerade sagte, Sommerfest, ein Hausfest, Stra\u00dfenfest. Oder auch, ich glaube, das war ja sogar der Gr\u00fcnder unserer Stiftung. Das war nicht eine ganz tolle Idee. Die haben sich in der Stra\u00dfe zusammengetan und ein Pavillon am Ende hingebaut. Und das war so der Schnack-Pavillon, wo dann sich immer alle treffen konnten, die Interesse am sozialen Austausch hatten. Und da sa\u00df man dann abends immer zusammen. Finde ich eine total coole Idee. Legt los und macht das bei jeder Lachverschaft. Also vielleicht ist es ja auch einfach nur die Bank, die halt irgendwo steht, wo man sich hinsetzen kann. Sei es irgendwie morgens mit einem Kaffee, den man irgendwie zusammentrinkt, diejenigen, die gerade zu Hause sind. Oder nachmittags, wenn die Kinder da rumspielen, wo man sich irgendwie hinsetzen kann. Also ich glaube, dass das schon was Sch\u00f6nes ist. Und letztendlich l\u00e4uft es halt immer darauf hinaus, glaube ich, dass Wohnen nicht nur ein Ort ist. Wohnen ist immer auch ein Gef\u00fchl. Und ich glaube, wo du halt irgendwie Beziehungen hast, wo du aber auch noch selbstbestimmt irgendwie Sachen nat\u00fcrlich entscheiden kannst, ist das eben der Ort, wo du dann auch zufrieden bist. Wo du vielleicht sogar gl\u00fccklich ist jetzt zu viel gesagt. Aber alleine schon diese Zufriedenheit. Also ich glaube, das ist schon wichtig. Und wir m\u00fcssen jetzt zusehen, dass wir als Gesellschaft eben auch hinkriegen, Bedingungen zu schaffen, unter denen das m\u00f6glichst vielen B\u00fcrgern gelingt. Also dann so mit dem Blick in die Zukunft. Was meinen Sie, wie wird sich das Verst\u00e4ndnis von zu Hause in den n\u00e4chsten Jahren wandeln? Ja, es ist schon spannend. Ich glaube, da gibt es auch verschiedene Richtungen, wo es gehen kann. Ich glaube tats\u00e4chlich, dass wir uns langsam von dieser Vorstellung l\u00f6sen m\u00fcssen, dass das Zuhause nur ein Ort ist. Also ich glaube, wir werden in Zukunft wahrscheinlich \u00f6fter umziehen, mobiler leben, flexibler arbeiten. Und das wird sich, also jetzt irgendwie, dass man sein Leben lang in derselben Stra\u00dfe wohnt, das ist, glaube ich, schon wahrscheinlich in Zukunft seltener. Dadurch wird auch dieser emotionale Wert eines Ortes dann wichtiger und jetzt nicht irgendwie das Haus, in dem du wohnst oder die Wohnung, in der du aufgewachsen bist. Also wenn du mich so fragst, ich glaube, in Zukunft wird das Wohnen weniger mit Besitz zu tun haben, sondern mehr mit, wer wohnt nebenan, wie kannst du die Zeit mit dem verbringen. Und das Zuhause ist dann wirklich eher ein Ort der Zugeh\u00f6rigkeit. Und das ist, glaube ich, schon auch ein positives Bild. Das, finde ich, ist ein sehr, sehr sch\u00f6nes Schlusswort gewesen, Uli. Dementsprechend w\u00fcrde ich sagen, das war es f\u00fcr heute. Wir h\u00f6ren uns n\u00e4chste Woche. Genau. Macht's gut. Ciao. Wenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht, uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast-Folge oder auf unserer Website stiftungfuerzukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht, uns zu abonnieren. 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