{"id":6790,"date":"2026-08-25T10:00:41","date_gmt":"2026-08-25T08:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/?p=6790"},"modified":"2026-08-25T10:50:17","modified_gmt":"2026-08-25T08:50:17","slug":"leisure-monitor-2027","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/freizeit-monitor-2026\/","title":{"rendered":"Leisure Monitor 2026"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Freizeit-Monitor 2026: Freizeitalltag zwischen digitaler Verf\u00fcgbarkeit und bewusster Entschleunigung<\/strong><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die BAT-Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen stellt am 25. August 2026 im Rahmen einer Online-Pressekonferenz den aktuellen \u201eFreizeit-Monitor 2026\u201c vor. F\u00fcr die seit 1986 regelm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrte Untersuchung wurden im Juli und August 2026 \u00fcber 3.000 repr\u00e4sentativ ausgew\u00e4hlte Bundesb\u00fcrger ab 18 Jahren zu mehr als 100 unterschiedlichen Freizeitaktivit\u00e4ten sowie zum Sonderthema \u201eWieviel Freizeit haben die Bundesb\u00fcrger an einem Werktag\u201c befragt.<\/p>\n<div class=\"fusion-button-wrapper fusion-align-inline-medium\"><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-1 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"https:\/\/www.freizeitmonitor.de\/\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zum Freizeit-Monitor 2026<\/span><\/a><\/div>\n<h3><strong>40 Jahre Freizeitforschung<\/strong><\/h3>\n<p>Seit 1986 fragt die Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen die Bundesb\u00fcrger nach ihrer freien Zeit und verf\u00fcgt damit heute \u00fcber die l\u00e4ngste kontinuierliche Beobachtung des Freizeitverhaltens in Deutschland.\u00a0Zum 40-j\u00e4hrigen Bestehen zeigen vier Aktivit\u00e4ten die Ver\u00e4nderungen und die Kontinuit\u00e4t im Zeitraffer:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Fernsehen war 1986 mit 80 Prozent das unangefochtene Freizeitmedium, erreichte 2004 mit 98 Prozent seinen H\u00f6chststand und liegt nach R\u00fcckg\u00e4ngen seit 2019 heute wieder nahezu auf dem Niveau von 1986. Fernsehen bleibt damit pr\u00e4gend, hat seine fr\u00fchere Alleinstellung jedoch verloren.<\/li>\n<li>Das Internet wurde 1998 erstmals abgefragt und wurde damals von lediglich drei Prozent der Bundesb\u00fcrger wenigstens einmal in der Woche genutzt. Heute sind es 97 Prozent. An die Stelle eines einzelnen Leitmediums ist damit eine jederzeit verf\u00fcgbare digitale Infrastruktur getreten.<\/li>\n<li>Auch der Sport hat deutlich an Bedeutung gewonnen: 1986 trieb nicht einmal jeder F\u00fcnfte (18%) einmal pro Woche Sport, heute ist mehr als die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung regelm\u00e4\u00dfig sportlich aktiv (53%). Sport steht damit stellvertretend f\u00fcr einen Wandel hin zu mehr Aktivit\u00e4t, Selbstf\u00fcrsorge und k\u00f6rperlichem Ausgleich.<\/li>\n<li>Anders entwickelte sich die Geselligkeit: Freunde zu treffen war und ist die wichtigste soziale Freizeitaktivit\u00e4t, jedoch ist ihr Stellenwert gesunken. 1986 waren 37 Prozent regelm\u00e4\u00dfig mit Freunden unterwegs, 2003 sogar 41 Prozent, heute lediglich noch 19 Prozent. Die klassische Geselligkeit verliert damit an Reichweite, w\u00e4hrend soziale Kontakte st\u00e4rker in individuell planbare und digitale Formen \u00fcbergehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Professor Dr. Ulrich Reinhardt fasst den Wandel zusammen<\/p>\n<p><em>\u201eVier Jahrzehnte Freizeitforschung machen sichtbar: Nicht die Bed\u00fcrfnisse der B\u00fcrger haben sich grundlegend ver\u00e4ndert, sondern die Wege, auf denen sie Erholung, Aktivit\u00e4t und Gemeinschaft finden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Zwischen Medienkonsum, Erholung und aktiver Freizeit<\/h3>\n<p>Die besonders regelm\u00e4\u00dfig ausge\u00fcbten Freizeitaktivit\u00e4ten sind gegenw\u00e4rtig vor allem medial gepr\u00e4gt. Die Nutzung des Internets, das Fernsehen, das Musikh\u00f6ren sowie die Besch\u00e4ftigung mit dem Smartphone dominieren den Alltag. Die Attraktivit\u00e4t dieser Angebote liegt in ihrer Flexibilit\u00e4t: Sie f\u00fcgen sich m\u00fchelos in den Tagesablauf ein und entsprechen dem Wunsch nach Selbstbestimmung und Bequemlichkeit.<\/p>\n<p>Dennoch ist Freizeit weit mehr als blo\u00dfe Medienzeit. F\u00fcr die Mehrheit der B\u00fcrger geh\u00f6ren dem Nachgehen der eigenen Gedanken, Gespr\u00e4che \u00fcber wichtige Dinge, gemeinsame Zeit mit dem Partner sowie das blo\u00dfe Faulenzen zum festen Wochenrhythmus. Auch Spazierg\u00e4nge, Aufenthalte in der Natur und sportliche Bet\u00e4tigung haben ihren festen Platz. Der Freizeitalltag der Bundesb\u00fcrger bewegt sich somit im Spannungsfeld dreier Pole: Erstens der st\u00e4ndigen Verf\u00fcgbarkeit von Medien, zweitens dem Bed\u00fcrfnis nach Ruhe und Entlastung und drittens der aktiven Besch\u00e4ftigungen sowie Pers\u00f6nlichkeitsentfaltung.<\/p>\n<p>Professor Dr. Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung, fasst zusammen: <em>\u201eDie Triebfedern der Freizeit sind Bequemlichkeit, Individualisierung und st\u00e4ndige Verf\u00fcgbarkeit. Zugleich bleibt sie aber auch ein wichtiger Ort f\u00fcr Erholung, N\u00e4he und k\u00f6rperlichem Ausgleich.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Gewinner und Verlierer im Zehnjahresvergleich<\/h3>\n<p>Der direkte Vergleich der Jahre 2016 und 2026 offenbart mehrere Verschiebungen im Freizeitverhalten der Bundesb\u00fcrger. Im Medienbereich verzeichnen vor allem jene Angebote Zuw\u00e4chse, die orts- und zeitunabh\u00e4ngig (on demand) genutzt werden k\u00f6nnen, w\u00e4hrend klassische, lineare Formate an Reichweite verlieren.<\/p>\n<div class=\"infogram-embed\" data-id=\"fm-veranderung-im-10-jahresvergleich-1h9j6q7q98j354g\" data-type=\"interactive\"><\/div><script>!function(e,t,s,i){var n=\"InfogramEmbeds\",o=e.getElementsByTagName(\"script\"),d=o[0],r=\/^http:\/.test(e.location)?\"http:\":\"https:\";if(\/^\\\/{2}\/.test(i)&&(i=r+i),window[n]&&window[n].initialized)window[n].process&&window[n].process();else if(!e.getElementById(s)){var a=e.createElement(\"script\");a.async=1,a.id=s,a.src=i,d.parentNode.insertBefore(a,d)}}(document,0,\"infogram-async\",\"\/\/e.infogram.com\/js\/dist\/embed-loader-min.js\");<\/script>\n<p>Auch bei den regenerativen Formen zeigen sich Ver\u00e4nderungen. Einfache, wenig aufwendige Arten der Erholung wie das Faulenzen oder Chillen werden h\u00e4ufiger ausge\u00fcbt (+15 Prozentpunkte), w\u00e4hrend zeitlich aufwendigere Aktivit\u00e4ten wie das Sich-in-Ruhe-Pflegen seltener stattfinden (-25 Prozentpunkte).<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnlicher Wandel vollzieht sich im Kulturbereich. Obwohl kulturelle Aktivit\u00e4ten insgesamt seltener auf dem Programm stehen als der Medienkonsum, verzeichnen erlebnisorientierte Angebote Zuw\u00e4chse. So besuchen gegenw\u00e4rtig mehr Bundesb\u00fcrger wenigstens einmal j\u00e4hrlich einen Freizeit- und Vergn\u00fcgungsparks (+15 Prozentpunkte), ein Museen und Kunstausstellung (+15 Prozentpunkte), einen Zoos und Tierpark (+13 Prozentpunkte) sowie Konzerte und Festivals (+13 Prozentpunkte), als noch vor zehn Jahren. R\u00fcckl\u00e4ufig sind hingegen die Besuche von Diskotheken (-11 Prozentpunkte) und Volksfesten (-5 Prozentpunkte). Reinhardt erkl\u00e4rt diesen R\u00fcckgang mit einer ver\u00e4nderten Ausgehkultur: \u201eGesucht werden vor allem Freizeitformen, die eine lockere, spontane und eher kurzfristige Nutzung erm\u00f6glichen, anstatt an feste Anl\u00e4sse, l\u00e4ngere Abende und gemeinschaftliche Geselligkeit gebunden zu sein.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Freizeitressourcen: Konstanz \u00fcber die Jahrzehnte<\/h3>\n<p>Trotz digitaler Transformationen und gesellschaftlicher Umbr\u00fcche der vergangenen vier Jahrzehnte hat sich das verf\u00fcgbare Freizeitbudget der Bundesb\u00fcrger an einem normalen Werktag wenig ver\u00e4ndert. Seit 1988 schwanken die Zeitressourcen in einer engen Bandbreite von lediglich 28 Minuten.<\/p>\n<div class=\"infogram-embed\" data-id=\"freizeit-in-stunden-1hmr6g83xlylo2n\" data-type=\"interactive\"><\/div><script>!function(e,t,s,i){var n=\"InfogramEmbeds\",o=e.getElementsByTagName(\"script\"),d=o[0],r=\/^http:\/.test(e.location)?\"http:\":\"https:\";if(\/^\\\/{2}\/.test(i)&&(i=r+i),window[n]&&window[n].initialized)window[n].process&&window[n].process();else if(!e.getElementById(s)){var a=e.createElement(\"script\");a.async=1,a.id=s,a.src=i,d.parentNode.insertBefore(a,d)}}(document,0,\"infogram-async\",\"\/\/e.infogram.com\/js\/dist\/embed-loader-min.js\");<\/script>\n<p>Reinhardt ordnet diese Entwicklung wie folgt ein: <em>\u201eDiese Konstanz ist keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Immerhin haben wir in diesem Zeitraum eine digitale Revolution erlebt, die uns unz\u00e4hlige Effizienzgewinne versprach. Haushaltsger\u00e4te wurden schneller, Kommunikation unmittelbarer und Arbeitsprozesse automatisiert. Doch die Zeit, die dadurch gewonnen wurde, scheint an anderer Stelle wieder verschwunden zu sein. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, st\u00e4ndige Erreichbarkeit fordert ihren Tribut und neue Formen der Besch\u00e4ftigung f\u00fcllen jene Nischen, die die Technologie eigentlich geschaffen hat.\u201c<\/em><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h3>Ausblick: Beharrung oder Wandel<\/h3>\n<p>Die zentrale Frage f\u00fcr die kommenden Jahre lautet, ob das konstant gebliebene Zeitbudget der Bundesb\u00fcrger auch k\u00fcnftig Bestand haben wird. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Debatten \u00fcber neue Arbeitszeitmodelle \u2013 von der Vier-Tage-Woche \u00fcber eine radikale Arbeitszeitflexibilisierung bis hin zu Forderungen nach wieder l\u00e4ngeren Arbeitszeiten \u2013 deuten auf m\u00f6gliche strukturelle Ver\u00e4nderungen hin.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, wie sich das rein quantitative Zeitbudget entwickelt, wird aber auch in Zukunft die qualitative Ausgestaltung der Freizeit entscheidend bleiben. Eine anhaltende Herausforderung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung wird dabei darin bestehen, im Spannungsfeld aus st\u00e4ndiger Reiz\u00fcberflutung, beruflichen Anforderungen und privaten Verpflichtungen bewusste R\u00e4ume f\u00fcr Erholung, Ausgleich und pers\u00f6nliche Entfaltung zu bewahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"fusion-button-wrapper fusion-align-inline-medium\"><a class=\"fusion-button button-flat fusion-button-default-size button-default fusion-button-default button-2 fusion-button-default-span fusion-button-default-type\" target=\"_self\" href=\"www.freizeitmonitor.de\"><span class=\"fusion-button-text awb-button__text awb-button__text--default\">Zum Freizeit-Monitor 2026<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The BAT Foundation for Future Issues will present its latest &quot;Leisure Monitor 2026&quot; at an online press conference on August 25, 2026. For this study, which has been conducted regularly since 1986, over 3,000 representative German citizens aged 18 and over were surveyed in July and August 2026 on more than 100 different leisure activities, as well as on the special topic &quot;How much leisure time do German citizens have on a weekday?&quot;.<\/p>","protected":false},"author":36,"featured_media":6792,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[1],"tags":[85,108,80],"class_list":["post-6790","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-forschung-aktuell","tag-freizeit","tag-gesellschaft","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Forschung aktuell, 320","pdf-download_dateiname":"SFZ-PDF-6776.pdf"},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Freizeit-Monitor 2026 - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Die BAT-Stiftung stellt am 25. 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