{"id":6799,"date":"2026-09-04T01:00:00","date_gmt":"2026-09-03T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/40-jahre-freizeitforschung-wie-sich-unsere-freie-zeit-veraendert-hat\/"},"modified":"2026-09-04T01:00:00","modified_gmt":"2026-09-03T23:00:00","slug":"40-years-of-leisure-research-how-our-free-time-has-changed","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/40-jahre-freizeitforschung-wie-sich-unsere-freie-zeit-veraendert-hat\/","title":{"rendered":"40 Years of Leisure Research: How Our Free Time Has Changed"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Season 5, Episode 7: For 40 years, the Foundation for Future Studies has been investigating how Germans spend their free time \u2013 and a lot has changed in that time. Sports are experiencing a remarkable upswing, digital offerings are increasingly shaping everyday life, and at the same time, only 19 percent meet up with friends regularly. But does more digital leisure time automatically mean less social interaction? Find out in\u2026<\/p>","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"comment_status":"","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_et_pb_custom_css":""},"categories":[55],"tags":[70,68,105,80],"class_list":["post-6799","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-podcast","tag-freizeit-medien","tag-gesellschaft-familie","tag-vergangenheit","tag-zukunft"],"acf":{"ausgabe_nummer":"Podcast","pdf-download_dateiname":null,"podcast_embed_code":"<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/spaeter-war-alles-besser-der-zukunftspodcast.podigee.io\/119-40-jahre-freizeitforschung-wie-sich-unsere-freie-zeit-verandert-hat\/embed?context=external\"><\/script>","podcast_transcript":"So tickt Deutschland, der Zukunftspodcast. Wie f\u00fchlen und denken die Deutschen? Wie sieht ihr Alltag aus und was erwarten sie von der Zukunft? Basierend auf unserer fast 50-j\u00e4hrigen Forschung analysieren und diskutieren wir. Ich, Ayaan G\u00fcls, Pressesprecherin der Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen. Und ich, Professor Dr. Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung und Professor f\u00fcr empirische Zukunftsforschung in Deutschland und den USA.\n\nHallo und herzlich willkommen. Sch\u00f6n, dass du wieder dabei bist.\n\nIn dieser Folge geht es um unseren Freizeitmonitor, unsere Studie zum Freizeitverhalten der Deutschen, die wir ja jedes Jahr vorstellen. In diesem Jahr ist es aber ein ganz besonderer Geburtstag, denn tats\u00e4chlich haben wir das erste Mal vor 40 Jahren das Freizeitverhalten der Deutschen untersucht und k\u00f6nnen somit wirklich auf eine sehr sehr lange Reihe bis 1986 zur\u00fcckblicken.\n\nDas ist wirklich ein beachtlicher Zeitraum, also muss man an der Stelle schon sagen. Wir haben damit die l\u00e4ngste kontinuierliche Beobachtung des Freizeitverhaltens in Deutschland. Das gibt uns wirklich M\u00f6glichkeiten, Entwicklungen \u00fcber Jahrzehnte hinweg zu sehen und jetzt nicht nur irgendwie kurzfristige Trends, wie es sonst in der Regel der Fall ist.\n\nJa, das stimmt. Aber Ulli, bevor wir jetzt tief in die Daten und auch eben diesen spannenden 40 Jahresvergleich einsteigen, eine pers\u00f6nliche Frage an dich, wenn du an deinen letzten Werktag zur\u00fcckdenkst, also gestern, wie viele Minuten Freizeit hattest du da mal so ganz realistisch, indem du wirklich nur das tun konntest, was du wolltest, was dir Freude macht?\n\nAber wenn du dich erinnerst, hast du gestern mir viele Sachen r\u00fcber geschickt, die ich bearbeiten musste. Insofern gestern, klar, also irgendwann war es dann nat\u00fcrlich auch durch und die Kinder waren zu Hause und wenn ich so das alles zusammenrechne, w\u00fcrde ich sagen, vielleicht dreieinhalb Stunden insgesamt. Das ist so, was ich glaube, was ich gestern zur Verf\u00fcgung hatte. Wie sieht's bei dir aus?\n\n\u00c4hm, ich w\u00fcrde eigentlich sagen, ich glaube ein bisschen weniger, was ich \u00e4h also, nee, dreieinhalb Stunden nur tun und lassen, was ich wollte. \u00c4hm, ich musste zwar nicht den ganzen Tag arbeiten, ich habe ja einen super guten Chef. Aber ja, ich w\u00fcrde vielleicht sagen, so zwei Stunden.\n\nZwei Stunden nur? Ja.\n\nOkay, also damit liegst du deutlich unter dem Schnitt. Das darf man nicht vergessen. Also, wenn wir uns das mal anschauen, das ist ja f\u00fcr einen werkt\u00e4tigen Bundesb\u00fcrger an einem Werktag, hat er im Schnitt gut vier Stunden zur Verf\u00fcgung. Das ist auch ein Wert, der so \u00fcber die Jahrzehnte wirklich fast gleich geblieben ist. Also, wir haben das jetzt vier Jahrzehnte lang befragt und nat\u00fcrlich hat man das Gef\u00fchl, das war doch fr\u00fcher alles viel mehr, aber das war es eben nicht. Und du liegst da, also unter diesen vier Stunden, da liegst du dann doch recht deutlich.\n\nIst ja auch nicht jeden Tag so, ne? Du hast ja nur nach gestern gefragt. Also, das hei\u00dft, im Durchschnitt hat der Deutsche vier Stunden Freizeit so \u00e4hm an einem Werktag. Aber woher kommt denn dann dieses Gef\u00fchl, dass \u00e4hm also ich glaube, wenn ich die meisten frage, vielleicht, ich habe jetzt ja auch keine Uhr dabei gehabt, vielleicht hatte ich ja auch mehr, aber ich hatte das Gef\u00fchl, dass ich nicht keine vier Stunden Freizeit hatte.\n\nIch glaube nat\u00fcrlich wirklich, dass es viel von der Lebensphase abh\u00e4ngt. Also, du bist nat\u00fcrlich auch als \u00e4hm verheiratete Mutter von zwei Kindern so dieser Rush Hour des Lebens und ich irgendwie immer mitkriege, was du alles machst, das ist nat\u00fcrlich auch viel. Also, nachweislich ist es ja auch, wenn wir diese vier Stunden nehmen, also Eltern im Alter von 25 bis 49 haben nur drei Stunden, also eine Stunde weniger, wenn du jetzt dagegen rechnest, was Singles in der Altersgruppe zur Verf\u00fcgung haben oder Paare ohne Kinder, das ist eben dann auch entsprechend mehr. Also, das ist schalt auch schon gro\u00dfer Vorteil f\u00fcr die. Am meisten Freizeit ganz klar haben Ruhest\u00e4ndler, die eben nicht mehr im Erwerbsprozess sind, die haben fast f\u00fcnf Stunden pro Tag, also insofern h\u00e4ngt es, glaube ich, auch wirklich immer davon ab, in welcher Phase des Lebens man gerade ist.\n\nOkay, also dann ist es ja auch wirklich ein total nachvollziehbarer und belegbarer Grund, warum viele Familien oft \u00fcber Ersch\u00f6pfung klagen, denn sie haben einfach schlichtweg keine Zeit f\u00fcr Erholung. Aber wir haben uns ja nicht nur angesehen, wie viel Zeit die Deutschen haben, sondern auch, was sie in dieser Zeit tun.\n\nMhm. Und hier dominieren im Wochenrhythmus ganz klar digitale Aktivit\u00e4ten. Also an der Spitze der regelm\u00e4\u00dfigen Freizeitaktivit\u00e4ten steht das Internet mit 97 %, gefolgt vom Fernsehen mit 84 % \u00e4hm oder auch der Smartphonenutzung mit 81 %, die angeben, dass sie das mindestens einmal die Woche machen.\n\nMhm. Ja, also da sehen wir wirklich ganz klar, dass die meisten oder die h\u00e4ufigsten Freizeitaktivit\u00e4ten gegenw\u00e4rtig ganz klar medial gepr\u00e4gt sind. Das andere ist ja fast so ein bisschen dann schon erg\u00e4nzend, also nat\u00fcrlich auch immerhin 70 % sagen, wenigstens einmal pro Woche gehen sie ihren Gedanken nach, zwei Drittel sagen, sie faulenzen oder chillen einfach mal. Das soziale gibt's nat\u00fcrlich noch. Zeit mit den Partnern verbringen, mal Kaffee trinken gehen mit einer Freundin, also auch das \u00fcbt die Mehrheit aus. Was dann so der letzte Bereich ist und das ist ja was viele, glaube ich, auch klassisch mit Freizeit verbinden, ist dieses ganze aktiv sein. Da gibt's nur wenig Aktivit\u00e4ten, die \u00fcberhaupt von der Mehrheit der Bundesb\u00fcrger wenigstens einmal pro Woche ausge\u00fcbt werden. Das ist Sport treiben, das ist mal einen Spaziergang machen oder was f\u00fcr die Gesundheit tun oder in der Natur aufhalten, also schon relativ wenig.\n\nAber in der Natur aufhalten und was f\u00fcr die Gesundheit tun, ist jetzt ja auch vielleicht gar nicht unbedingt so das klassische aktive, \u00e4hm was ich mir jetzt vorgestellt h\u00e4tte, also so wie Ausfl\u00fcge machen oder in Museen gehen, also auch kulturelle Aktivit\u00e4ten nachgehen, \u00e4hm Partys feiern, Feste feiern, das findet sich alles nicht so in den, also das macht nicht die Mehrheit der Deutschen regelm\u00e4\u00dfig.\n\nDas stimmt. Also, wenn du dir die au\u00dferh\u00e4uslichen Freizeitaktivit\u00e4ten so anschaust, da kann man fast eher davon reden, dass das die Highlights des Monats sind. Also, wenigstens die H\u00e4lfte der Bundesb\u00fcrger geht einmal pro Monat ins Restaurant, die H\u00e4lfte ist irgendwie im Garten aktiv, nicht mal die H\u00e4lfte macht irgendwie solche Sachen wie, keine Ahnung, Wochenendfahrt, auf Flohm\u00e4rkte gehen, ehrenamtliches Engagement, jeder vierte, hoher Wert \u00fcbrigens nach wie vor. Und solche Sachen, die man vielleicht auch mit dem Ausgehen verbindet, zum Stammtisch gehen, in die Kneipe gehen, irgendwie mal in die Bar gehen, das sind auch alles Werte, die im Jahresvergleich eher r\u00fcckl\u00e4ufig sind.\n\nOkay. Also, wenn wir uns das Ganze, du hast jetzt gerade Jahresvergleich angesprochen, mal so \u00fcber wirklich diese 40 Jahre hinweg anschauen, \u00e4hm wie hat sich da, also hat sich unsere Geselligkeit, das \u00e4h die Gemeinschaft, \u00e4h gemeinschaftliche Freizeit ver\u00e4ndert, also ist sie weniger geworden?\n\nDas ist eine gute Frage. Also, wenn ich mir so anschaue, nehmen wir jetzt einfach mal die auf der einen Seite die Top 10, da gibt's an sich nur zwei Aktivit\u00e4ten, die in allen Untersuchungen der letzten 40 Jahre in den Top 10 waren, das waren Radio h\u00f6ren und Fernsehen, also echt alte oder alte Medien, kann man ja wirklich sagen. Und Fernsehen in diesem Jahr immer noch mehr Menschen als vor 40 Jahren, also Abgesang des Fernsehens, das ist auch nach wie vor nicht der Fall, es hat nur erg\u00e4nzt durch das Internet. Und wenn du so gesellige Sachen anschaust, das ist schon auff\u00e4llig. Also, die 1986 haben so in etwa zwei von f\u00fcnf, also 37 % angegeben, dass sie regelm\u00e4\u00dfig mit Freunden unterwegs waren. Das ist dann sogar noch so um die Jahrtausendwende mal ein bisschen gestiegen auf 41 %. Heute aktuell im Jahr 2026 sind es nur noch 19 %, also in etwa die H\u00e4lfte von dem, was es vor 40 Jahren war. Das ist schon wirklich auff\u00e4llig.\n\nDas ist total auff\u00e4llig. \u00c4hm kannst du dir das erkl\u00e4ren? Sind wir einfach nicht mehr so gesellig oder \u00e4hm haben hat sich das irgendwo in einem anderen Bereich verlagert?\n\nGlaube ich schon. Also, ich glaube nat\u00fcrlich schon, dieses mit Freunden unterwegs sein, das war fr\u00fcher fast die einzige M\u00f6glichkeit mit deinen Freunden in Kontakt zu bleiben. Na klar, du kannst telefonieren, aber das ist ja auch erst so, dass das Telefon als Kontaktbr\u00fccke gekommen ist in den 90er Jahren entstanden. Und heute hast du nat\u00fcrlich ganz andere M\u00f6glichkeiten. Also, du verlagerst einfach deine sozialen Kontakte hier oftmals auch in den virtuellen Raum und \u00e4hm chattest irgendwie mit denen, schreibst irgendwie eine kurze Nachricht, bleibst irgendwie anders in Kontakt und jetzt nicht mehr unbedingt dieses physische Treffen. Wobei das d\u00fcrfen wir nicht vergessen, das ist an sich nat\u00fcrlich eher eine Erg\u00e4nzung als jetzt ein Ersatz, also man sollte schon aufpassen, dass man die Freunde nicht nur virtuell hegt und pflegt.\n\nMhm. Hat es vielleicht auch was damit zu tun, dass man \u00e4hm ja, das sieht man ja auch bei z.B. ums Vereins Kultur geht, dass man nicht mehr so langfristig planen m\u00f6chte und sich festlegt, also sieht man da auch dieses schnelle Springen von einer Aktivit\u00e4t zur anderen \u00e4hm und dass es dadurch vielleicht auch ja, es muss kurzfristiger sein, individuell planbar sein, \u00e4hm und dass es deswegen weniger Verabredung mit Freunden gibt?\n\nGanz bestimmt. Und ich glaube gerade bei der j\u00fcnger du dir auch die Befragten n\u00e4her anschaust, das ist schon diese Verbindlichkeit und langfristige Planbarkeit ist etwas, was immer mehr Bundesb\u00fcrgern schwerf\u00e4llt. Wenn ich das so bei meinen eigenen Kindern sehe, wenn ich die frag, was machst du heute und es ist irgendwie vormittags, das wei\u00df ich doch jetzt noch nicht, Papa. Also, wie stellst du dir das vor? Und dann am Nachmittag kannst du noch mal nachfragen. Ja, ich wei\u00df noch nicht, ich mache dieses oder jenes oder vielleicht machen wir auch nur das. Also, das ist so wirklich Spontanit\u00e4t, wie ich sie fast fr\u00fcher gehabt habe in meiner Kindheit, weil man irgendwie spontan dann entschieden hat. Und das ist ja heute anders. Heute willst du eben alle Optionen offen halten und willst dann entscheiden, was passt gerade zu dem, was ich jetzt gerade m\u00f6chte oder wo ist wer, das ist, glaube ich, schon heute deutlich wichtiger als fr\u00fcher.\n\nEin gutes Beispiel daf\u00fcr f\u00e4llt mir ein, ist ja das Gaming. Also, wenn wir uns das ansehen, das spielen heute ja viele nicht mehr alleine gegen den Computer, sondern online vernetzt mit anderen, \u00e4hm und vor allem auch eben j\u00fcngere Bundesb\u00fcrger. \u00c4hm, dass sie sich dann halt eben vielleicht eher \u00e4hm dort treffen. Weil es ist jeder dritte nutzt Videospiele regelm\u00e4\u00dfig und daf\u00fcr sind dann ja die klassischen Aktivit\u00e4ten, die man oder die klassischen Spiele, so wie Gesellschaftsspiele und so ein bisschen zur\u00fcckgegangen.\n\nDas stimmt, wobei Gaming nat\u00fcrlich den gro\u00dfen Sprung auch wirklich w\u00e4hrend der Pandemie gemacht hat. Also, wenn man sich die Zahlen in diesem Langzeitvergleich anschaut, das war ja immer so zwischen 5 und 10 % \u00fcber die ganzen Jahrzehnte und dann kam vor 2020 ist es auf einmal fast die f\u00fcnf \u00fcber 25 % gewesen und seitdem eben auch weiter steigend. Also, da merkt man wirklich, dass viele das da so f\u00fcr sich erkannt haben und machen wir uns nichts vor, ich bin jetzt nicht der gro\u00dfe Gamer, aber diese Spiele haben ja auch eine hohe Attraktivit\u00e4t. Also, sie unterhalten, sie \u00e4hm geben dir Best\u00e4tigung, du kannst, wie du gesagt hast, mit anderen dann irgendwie da gemeinsam auch Sachen machen, also ist ja schon auch eine Branche, die sicherlich attraktiv f\u00fcr viele Bundesb\u00fcrger ist.\n\nJa, genau, also das das vielleicht auch eben f\u00fcr \u00e4ltere ein bisschen schwer ist nachzuvollziehen, dass man ja gar nicht unbedingt, auch wenn man physisch alleine in einem Raum sitzt, dass man aber eigentlich ja doch mit anderen ganz stark im Austausch ist, weil man eben gemeinsam durch das Internet verbunden an einer Mission arbeitet.\n\nGenau, also das ist \u00e4h etwas und das kann ja auch durchaus Spa\u00df machen und kann, was ich die ist ja auch, glaube ich, heute mittlerweile ist man da ja auch weiter, als es fr\u00fcher war, wo die gro\u00dfe Angst war, irgendwie vor Ego-Shootern und das ist irgendwie der Start in deine \u00e4h dass du zum Terroristen oder wei\u00df ich nicht, was wirst, das ist ja alles nachgewiesen, dass das ja nicht unbedingt der Fall war, dass das ja die absolute Ausnahme war, sondern dass nat\u00fcrlich das Gaming auch viele Dinge hat, die durchaus erstmal gut sind.\n\nJa. Es gibt aber auch einen Bereich, \u00e4hm ich sage es mal in der k\u00f6rperlichen Welt, also physisch, der stark gewonnen hat und das ist der Sport. Also auch hier sehen wir ja ganz deutlich, vor 40 Jahren gaben ja lediglich 18 % an, mindestens einmal die Woche Sport zu treiben und heute sind es mehr als die H\u00e4lfte, 53 % der Deutschen. \u00c4hm woher kommt das?\n\nIch glaube, in erster Linie ist es wirklich der bewusste k\u00f6rperliche Ausgleich zu dem, dass wir halt irgendwie doch viele von uns eher am Schreibtisch sitzen oder eher drinnen beruflich t\u00e4tig sind oder studieren oder in der Schule sind, dass man dann versucht doch den k\u00f6rperlichen Ausgleich zu haben. Zus\u00e4tzlich, glaube ich, nat\u00fcrlich schon auch, dass Sport \u00e4hm ein St\u00fcck weit dazu dient, was f\u00fcr deine Gesundheit zu tun, was f\u00fcr dein Aussehen zu tun, also, dass das auch viele Aspekte sind und Sport darf man auch nicht vergessen, wenn wir vorher dr\u00fcber gesagt gesprochen haben, Geselligkeit, Sport machst du ja auch oftmals mit anderen zusammen.\n\nMhm. Eine weitere Aktivit\u00e4t, \u00fcber die ich mich gefreut habe, weil wir das immer, ich sage ja schon fast predigen, so einfach auch mal nichts tun und faulenzen und chillen, tats\u00e4chlich hat diese Aktivit\u00e4t auch zugelegt. Also, immer mehr Leute, es waren um rund 15 Prozentpunkte jetzt im 10 Jahresvergleich, \u00e4hm nehmen sich also immer mehr Leute wirklich eine bewusste Auszeit f\u00fcr ihre Regeneration.\n\nJa, sehe ich auch positiv. Also, ist auch wieder der Ausgleich, glaube ich, zu dem, was du in der Nichtfreizeit tust, diese st\u00e4ndige Erreichbarkeit, st\u00e4ndige auch \u00e4hm alle B\u00e4lle in der Luft halten, dass man dann eben sagt, okay, f\u00fcr die einen ist es Sport, f\u00fcr die anderen ist es eher das Ausruhen, chillen, vielleicht auch beides zusammen. All das ist schon eine Entwicklung, die, glaube ich, klug ist, um letztendlich auch ja, mental gesund zu bleiben, Stress abzubauen und alles, was dazu geh\u00f6rt.\n\nEine ganz neue Aktivit\u00e4t in unserem Freizeitmonitor, \u00e4hm mittlerweile haben wir ja \u00fcber 100 Aktivit\u00e4ten, die wir dort abfragen, ist \u00e4hm die Nutzung von k\u00fcnstlicher Intelligenz.\n\nJa. Ist wirklich Wahnsinn. Also, haben wir erstmals abgefragt, aktuell sagen 42 % der Bundesb\u00fcrger, dass sie das regelm\u00e4\u00dfig, also wenigstens einmal pro Woche nutzen, bei den jungen Erwachsenen sind es fast zwei Drittel. Also, da merken wir wirklich, dass das eine ein Angebot ist in der Freizeit, was zu tun, ganz gleich, ob du jetzt irgendwie nur Texte oder Bilder generieren willst, aber ja auch chatten, also ich bei meinen Studierenden, gerade bei dem ausl\u00e4ndischen Studierenden merke ich immer \u00f6fter, dass die KI auch wirklich ein sozialer Ersatz ist, dass die in allen Lebenslagen gefragt wird, dass die auch ja, fast wie ein Freund zu sehen ist. Also, das wirklich eine Entwicklung ist, dass jetzt ich als alter Mann mir schwerlicher vorstellen kann oder weniger mache, aber KI ganz klar auf dem Vormarsch. Also, Prognose f\u00fcr n\u00e4chste Jahr ist \u00e4hm deutlich mehr als jeder zweite wird regelm\u00e4\u00dfig die KI nutzen.\n\nJa. Ulli, du hast jetzt ja viele Aspekte eingeordnet. Wenn wir jetzt aber noch mal versuchen, diese 40 Jahre zusammenzufassen, dann ist es so, dass das Zeitbudget weitgehend stabil geblieben ist, die famili\u00e4re Belastung ziemlich hoch ist, das digitale unseren Alltag dominiert und Sport als Ausgleich fungiert. Was ist dein Fazit aus diesen Daten f\u00fcr unsere Gesellschaft?\n\nDu hast ja schon gut zusammengefasst. Ich w\u00fcrde jetzt noch sagen, dass wir lernen m\u00fcssen, mit dieser Vielfalt an Optionen, die wir einfach haben, auch richtig umzugehen. Ich glaube schon, dass es eine bleibende Herausforderung sein wird, dieses Spannungsfeld zwischen ja, Reiz\u00fcberflutung, beruflichen Anforderungen, privaten Verpflichtungen, dass du auf der anderen Seite eben ganz bewusst f\u00fcr dich selbst dran arbeiten musst, dass du Zeit f\u00fcr Erholung hast, f\u00fcr einen Ausgleich, f\u00fcr dein pers\u00f6nliches Hobby. Und dass man immer zusehen muss, dass man die Zeit wirklich so nutzt, wie sie einem dann langfristig auch gut tut.\n\nDas finde ich ist ein sehr sch\u00f6ner Gedanke zum Schluss. Es geht also nicht nur um die Minuten, die wir zur Verf\u00fcgung haben, sondern um den bewussten Umgang damit.\n\nGenauso ist es und \u00e4h ja, Shakespeare hat ja schon vor langem gesagt, Freude und erf\u00fclltes Tun lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Das trifft sicherlich auf die Freizeit im besonderen Ma\u00dfe zu. Insofern m\u00fcssen wir die Zeit auch richtig dann nutzen.\n\nVielen Dank f\u00fcrs Zuh\u00f6ren. Bis dann. Tsch\u00fcss.\n\nWenn ihr selbst Zukunftsfragen habt, dann z\u00f6gert nicht uns zu schreiben. Die E-Mail dazu findet ihr in den Infos zu dieser Podcast Folge oder auf unserer Website Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen.de. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da und vergesst nicht uns zu abonnieren.\n\nDieser Podcast wurde produziert von Wortlieferant.de.","podcast_audio":null,"podcast_audio_url":"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/2585873-m-3d80de43c69200cf7ca72be4c51b9143.mp3","podcast_duration":"PT17M4S"},"_et_pb_custom_css":"","yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>40 Jahre Freizeitforschung: Wie sich unsere freie Zeit ver\u00e4ndert hat - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.stiftungfuerzukunftsfragen.de\/en\/40-years-of-leisure-research-how-our-free-time-has-changed\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"40 Jahre Freizeitforschung: Wie sich unsere freie Zeit ver\u00e4ndert hat - Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Staffel 5, Folge 7 Seit 40 Jahren untersucht die Stiftung f\u00fcr Zukunftsfragen, wie die Deutschen ihre Freizeit verbringen \u2013 und in dieser Zeit hat sich einiges ver\u00e4ndert. 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