Die Zukunft der Urbanität

Die Stadt- und Wohnwelt im Wandel

Seit Jahren ist in Deutschland eine „Reurbanisierung“ nachzuweisen – die Menschen zieht es wieder in die Städte. Die Wohnwelt der Zukunft wird demnach vor allem eine (Innen-) Stadtwelt sein.

Hierbei zeigen verschiedene Szenarien, dass es im 21. Jahrhundert kein einheitliches Modell städtischer Entwicklung geben wird. Jedoch ist zu erwarten, dass sich im Zusammenhang der sozialen Spaltung der Gesellschaft auch die Tendenz einer „Spaltung der Städte“ fortsetzen wird: Auf der einen Seite prosperierende Metropolregionen mit Lebens- und Wohnqualität – auf der anderen Seite Städte, die sich durch Bevölkerungsrückgang, fehlende Arbeitsplätze, ungenutzte Industrieflächen, eine überalterte bzw. eine (aufgrund der sinkenden Steuerkraft) nicht mehr finanzierbare Infrastruktur sowie leer stehende Wohngebiete kennzeichnen.

Es müssen daher zukunftsfähige Konzepte entwickelt werden, wie der Staat und die Kommunen die im Grundgesetz festgeschriebenen Kompetenzen zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse (Artikel 72 GG / §106 GG) in allen Landesteilen gewährleistet. Ein Ansatzpunkte könnte eine Reform von „Solidaritätszuschlag“ und „Länderfinanzausgleich“ sein.

Ein weiteres zentrales Anliegen des Lebens und Wohnens in der Zukunft lautet: Einen Lebensstil mieten. Da sich das Eigentumsdenken verändert, definiert sich das Wohnerleben neu: Wohnen wie im eigenen Haus, sich aber nicht wie ein Eigentümer um alles kümmern müssen. Dieses kann auch eine Antwort auf die demografischen Entwicklung im Wohnumfeld sein – integrative Wohnprojekte nach dem Motto: „Alle unter einem Dach – aber jede(r) für sich!“

Vor dem Hintergrund einer weiter zunehmenden Lebenserwartung, zu der für viele – insbesondere für Frauen – das Alleinleben im Alter gehört, ist das Mehr-Generationen-Haus eine zukunftsfähige Wohn- und Lebensform, die Sicherheit, Gemeinsamkeit und soziale Geborgenheit gewährt, ohne dabei individuelle Bedürfnisse außen vor zu lassen. Selbständigkeit in der eigenen Wohnung sowie Wohnkonzepten mit Dienstleistungsangeboten gewinnen daher in Zukunft an Bedeutung.

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