Die Zukunft der Werte

Rückbesinnung auf soziale Werte

Werte werden nicht selten als „normative Gesetze“ verstanden, die sich nicht verändern. Die Zeitreihenforschung der Stiftung für Zukunftsfragen zeigt jedoch, dass unsere Gesellschaft einem permanenten Wertewandel unterliegt. Diverse politische, wirtschaftliche und soziokulturelle Aspekte verändern die Einstellungen der Deutschen. Nichtdestotrotz können Tendenzen erkannt werden, wie sich das „Soziale“ im Inneren unserer Gesellschaft in Zukunft definieren wird. Hierfür hat sich die Stiftung seit langem im Rahmen ihrer Werteforschung der Frage gestellt: „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ 

In den letzten Jahren hat es eine Renaissance von prosozialen Werten gegeben. Die Zustimmung zu sozialer Gerechtigkeit und Verantwortung sowie Hilfsbereitschaft ist in den letzten Jahren gestiegen. Insbesondere die (Wahl-)Familie steht hierbei exemplarisch für einen Wandel hin zu einer Orientierung an Lebensqualität, denn Werte wie Geborgenheit, menschliche Wärme und Freundschaft erleben im Zeitvergleich ebenfalls einen starken Anstieg. Es kann somit festgehalten werden: In unsicheren Zeiten wie diesen, suchen die Menschen wieder Halt und das Zeitalter der Ichbezogenheit nähert sich seinem Ende. Die Zukunft wird durch Gemeinschaft und gegenseitige Hilfeleistungen gekennzeichnet sein. Die Bundesbürger wollen in einer Verantwortungsgesellschaft leben, in der Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung den Zusammenhalt der Gesellschaft gewährleisten. 

Ein weiteres zentrales Attribut wird Sicherheit sein. Diese sollte nicht nur auf ihre innere und äußere Bedeutung reduziert werden, sondern insbesondere aufgrund ihrer sozialen Komponente wahrgenommen werden. Die Tradition des deutschen Sozialstaats rückt diesen Aspekt in den Fokus des gesellschaftlichen Diskurses, in dem er auch in Zukunft stehen wird. Unter den Bedingungen der Globalisierung treffen darüber hinaus unterschiedliche Wertesysteme aufeinander – Offenheit und Toleranz gegenüber Anderen und Anderem erfahren in Konsequenz einen Bedeutungsgewinn.

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