Der Freizeitbrief, 20, 3. Jg., Oktober 1982

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Neue Umfrage ergibt: Die positive Einstellung zur Freizeit wächst

    Neue Umfrage ergibt: Die positive Einstellung zur Freizeit wächst

    Nach einer aktuellen Umfrage des BAT Freizeit-Forschungsinstituts gerät das Pauschalurteil, die Bundesbürger wüßten mit ihrer Freizeit „nichts Rechtes“ anzufangen, ins Wanken. In der Bevölkerung wächst, nach Ansicht der Freizeitforscher, die Einsicht, Freizeit ist nicht nur zum Zeittotschlagen da. Freizeit wird nicht bloß hin- sondern auch ernstgenommen und bewußter geplant. Die arbeitsfreie Zeit ist wertvoller geworden.

    Meinten 1976 noch 47 % der Bevölkerung, die meisten Bürger wüßten „nichts Rechtes“ mit ihrer freien Zeit anzufangen, so veränderte sich dieser Wert deutlich; nur noch 27 % sind heute der gleichen Meinung wie vor 6 Jahren. Gleichzeitig ist die Einschätzung zur „richtigen Nutzung“ von 16 % auf 27 % (1982) gestiegen.

    In der Repräsentativumfrage des BAT Freizeit-Forschungsinstituts wurde 2.000 Personen über 14 Jahren die Frage vorgelegt: „Wenn Sie nach Ihren Beobachtungen gehen, meinen Sie, daß die meisten Leute ihre Freizeit richtig ausnutzen oder würden Sie sagen, die meisten wissen nichts Rechtes damit anzufangen?“ Die Antworten weichen je nach Alter und Wohnortgröße voneinander ab. So haben 30 % der 20 – 29-jährigen eher eine negative Auffassung von der Freizeitgestaltung der Deutschen, während die älteren, die über 60-jährigen, dies weniger problematisch sehen (24 %).

    Am positivsten eingestellt sind die Menschen auf dem Lande und in Kleinstädten: 29 % glauben, daß die meisten ihre Freizeit richtig nutzen. Es liegt nahe, anzunehmen, daß diese Gruppe sich selbst dazurechnet. Obgleich gerade auf dem Lande manche attraktiven Freizeitangebote der Städte fehlen.

    Bemerkenswert niedrig fällt die positive Einschätzung der Bewohner von Mittelstädten mit bis zu 100.000 Einwohnern aus, die nur jedem Fünften (19 %) zutrauen, mit seiner Freizeit etwas anfangen zu können.

    Nach der subjektiven Einschätzung der Bevölkerung geht die Zahl der Bundesbürger, die mit ihrer Freizeit „nichts Rechtes anzufangen wissen“, deutlich zurück: von 47 Prozent im Jahre 1976 auf 27 Prozent im Jahre 1982, laut einer aktuellen Umfrage des BAT Freizeit-Forschungsinstituts. Den richtigen Umgang mit der freien Zeit beweisen heute 27 Prozent, 11 Prozent mehr als 1976. Bemerkenswert hoch (38 %) ist die Zahl derjenigen, die sich noch nicht festlegen wollen.

    Damit wächst die Einsicht: Freizeit ist nicht nur zum Zeittotschlagen da - sie bedeutet wertvolle Zeit zum Leben.